Familienalltag mit Kindern:

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1 Familienalltag mit Kindern: Die Gestaltung familiärer Beziehungen von n und n DJI-Jahrestagung, Berlin, November 2015 Dr. Claudia Zerle-Elsäßer Dr. Xuan Li Deutsches Jugendinstitut München e.v. Abteilung Familie und Familienpolitik Fachgruppe Lebenslagen und Lebensführung von Familien

2 Gliederung Hintergrund Datengrundlage und aktuelle Befunde aus AID:A II Wie stellen sich Familien das Familienleben vor? Wie wird Familie derzeit gelebt? I. Erwerbseinbindung II. III. IV. Fazit Kinderbetreuung Planung und Koordination der Familie Zeitverwendung und Zeitzufriedenheit 2

3 Hintergrund Familiale Lebensführung: Familie muss hergestellt, und die individuellen Lebensführungen zu einer gemeinsamen familialen Lebensführung verschränkt werden (vgl. Jurczyk u.a. 2009; Keddi 2014) Einbindung in die Sphären Erwerbs- und Familienarbeit sind Aspekte der familialen Lebensführung, die stark nach Geschlecht variieren (vgl. Zerle/Keddi 2011) Fragestellung: Wie sieht der Alltag mit Kindern aus? Woran nehmen, woran (in welchem Umfang) teil? 3

4 Datengrundlage: AID:A II (2013) Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten, 2. Welle 60% Ca Zielpersonen von 0 bis 32 Jahren Doing-Family-Modul, Multi-Actor-Perspektive Hier: Kinder zwischen 0 bis unter 9 Jahre - und/oder angaben (N=3.023) Randverteilungen der Stichprobe Anzahl der Kinder Bildungsniveau der Eltern 50% 40% 51,6% Mutter 71,6% 24,6% 3,9% 30% 20% 10% 21,5% 26,9% Vater 68,6% 22,1% 9,2% 0% 1 Kind 2 Kinder 3 und mehr Kinder (Datenquelle: AID:A II, eigene Berechnung, ungewichtete Daten) (Fach)Abitur Mittlere Reife Hauptschule 4

5 Wie stellen sich Eltern das Familienleben vor? Ein Vater sollte genauso stark in die Erziehung und Pflege eines Kindes einbezogen sein, wie eine Mutter 57,0% 27,8% 12,1% 2,2% 50,4% 31,5% 12,6% 3,9% Wenn Kinder da sind, soll der Mann arbeiten gehen und die Frau zuhause bleiben und die Kinder versorgen 5,2% 7,9% 16,8% 9,9% 17,1% 43,1% 3,9% 7,4% 13,6% 9,2% 18,4% 47,5% Auch wenn eine Frau arbeitet, sollte der Mann der "Hauptverdiener" sein, und die Frau sollte die Verantwortung für den Haushalt tragen 3,7% 6,0% 16,6% 9,7% 15,3% 48,6% 3,3% 6,3% 10,5% 7,7% 16,6% 55,6% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Stimmt voll und ganz zu Stimmt überhaupt nicht zu (Datenquelle: AID:A II, eigene Berechnung, ungewichtete Daten) 5

6 I. Gelebte Familie Erwerbseinbindung Jüngstes Kind im Haushalt: 0 bis unter 3 Jahre 10,3% 34,9% 54,8% 90,8% 4,7% 4,6% Jüngstes Kind im Haushalt: 3 bis unter 6 Jahre 15,7% 58,1% 26,2% 92,5% 5,6% 1,9% Jüngstes Kind im Haushalt: 6 bis unter 9 Jahre 15,8% 58,8% 25,5% 92,7% 4,8% 2,5% Vollzeit Teilzeit NERW/in Ausb. (Datenquelle: AID:A II, eigene Berechnung, ungewichtete Daten) 6

7 II. Gelebte Familie Kinderbetreuung Zeitliches Engagement der und in der alltäglichen Betreuung von Nicht-Schulkindern an Werktagen Gar nicht 6,1 % (133) 0,0 % (0) Bis zu einer Stunde 21,6 % (470) 0,1 % (3) 1 bis unter 3 Stunden 47,7 % (1.037) 5,1 % (112) 3 bis unter 6 Stunden 20,4 % (444) 38,3 % (837) 6 bis unter 8 Stunden 2,5 % (54) 24,9 % (543) Mehr als 8 Stunden 1,7 % (36) 31,5 % (689) Gesamt 100,0 % (2.174) 100,0 % (2.184) (Datenquelle: AID:A II, eigene Berechnung, ungewichtete Daten) [1] 7

8 III. Gelebte Familie Koordination Alle 73,6% 24,7% 1,8% (höchstens) HS-Abschluss Mittlere Reife (Fach-)Abitur 67,6% 73,4% 74,6% 29,6% 24,9% 23,8% 2,8% 1,7% 1,6% Jüngstes Kind: 0 bis u3 Jüngstes Kind: 3 bis u6 Jüngstes Kind: 6 bis u9 70,7% 75,1% 76,0% 27,6% 23,4% 22,5% 1,7% 1,5% 1,5% Ein-Kind-Familie Zwei-Kinder-Familie Drei-und Mehr- 64,2% 74,2% 76,0% 33,4% 24,5% 22,2% 2,4% 1,3% 1,8% Mann VZ/ Frau NERW Mann VZ/Frau TZ Mann TZ/Frau NERW beide VZ beide TZ 74,8% 76,4% 60,7% 67,6% 70,4% 23,9% 22,5% 35,7% 29,2% 28,7% 1,3% 1,1% 3,6% 3,1% 0,9% überwiegend die Mutter beide gleichermaßen überwiegend der Vater (Datenquelle: AID:A II, eigene Berechnung, ungewichtete Daten) 8

9 IV.Zeitverwendung und -zufriedenheit Gemeinsame Unternehmungen mit der Familie Zeitverwendung 4,0% 15,4% 60,5% 18,6% 1,6% 4,4% 20,3% 63,2% 10,4% 1,7% Täglich Mehrmals pro Woche Ein- bis zweimal pro Woche Ein- bis zweimal pro Monat Seltener Nie Zufriedenheit damit 31,1% 50,3% 68,6% 49,4% 0,3% 0,3% zu wenig gerade richtig zu viel (Datenquelle: AID:A II, eigene Berechnung, ungewichtete Daten) 9

10 IV.Zeitverwendung und -zufriedenheit Zeit für sich selbst, ohne die Familie 3,7% 4,7% 25,0% 22,0% 33,2% 11,4% Zeitverwendung 5,6% 6,4% 31,2% 21,2% 29,7% 6,0% Täglich Ein- bis zweimal pro Woche Seltener Mehrmals pro Woche Ein- bis zweimal pro Monat Nie Zufriedenheit damit 74,0% 25,8% 0,3% 68,0% 30,8% 1,2% Zu wenig Gerade richtig Zu viel (Datenquelle: AID:A II, eigene Berechnung, ungewichtete Daten) 10

11 IV.Zeitverwendung und -zufriedenheit Zeit mit dem Partner, ohne die Kinder 13,1% 5,3% 11,7% 29,7% 34,2% 6,0% Zeitverwendung 15,0% 6,7% 14,4% 26,1% 32,8% 5,0% Täglich Ein- bis zweimal pro Woche Seltener Mehrmals pro Woche Ein- bis zweimal pro Monat Nie 82,2% 17,7% 0,1% Zufriedenheit damit 86,2% 13,4% 0,4% Zu wenig Gerade richtig Zu viel (Datenquelle: AID:A II, eigene Berechnung, ungewichtete Daten) 11

12 IV. Zeitverwendung und -zufriedenheit Zeitzufriedenheit für 32,4% 54,3% 13,3% Erwerbstätigkeit 12,1% 44,7% 43,2% Zu wenig Gerade richtig Zu viel 50% 45% 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% 9,6% 3,6% 2,8% 0,6% 20,2% 19,1% 2,4% 4,1% 40,4% 37,0% 22,0% 17,3% 12,9% 3,1% 3,6% 1,1% 0h - 20h 21h - 25h26h - 30h31h - 35h36h - 40h 41h - 45h46h - 50h 51h+ Gewünschte Arbeitszeit Tatsächliche Arbeitszeit 50% 45% 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 45,7% 43,3% 16,5% 16,8% 5% 0% 17,6% 11,2% 11,0% 10,9% 6,0% 7,5% 4,4% 4,1% 2,5% 1,4% 0,3% 0,2% 0,1% 0,6% 0h - 10h 11h - 20h 21h - 25h 26h - 30h 31h - 35h 36h - 40h 41h - 45h 46h - 50h 51h+ Gewünschte Arbeitszeit Tatsächliche Arbeitszeit Datenquelle: AID:A 2, n = ungewichtete Daten 12

13 Fazit/Ausblick Bekannte Befunde mit neuen Daten Daraus folgt: Maßnahmen zur Vereinbarkeit erhalten die Hauptzuständigkeiten hohe Unzufriedenheit Potenziale nutzen: Männer wollen weniger, Frauen mehr arbeiten! Lösung: Mehr gute, verlässliche und flexible Kinderbetreuung und mehr echte 60-, 70-, 80-, 90-, aber auch 100-Prozent-Stellen! 13

14 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Kontakt: Dr. Claudia Zerle-Elsäßer: Dr. Xuan Li:

15 Literatur Jurczyk, Karin u.a. (2009): Entgrenzte Arbeit entgrenzte Familie. Grenzmanagement im Alltag als neue Herausforderung. Berlin: edition sigma Keddi, Barbara (2014): Familiale Lebensführung als alltägliche Herausforderung Zerle, Claudia/Keddi, Barbara (2011): Doing Care im Alltag Vollzeit erwerbstätiger und. Aktuelle Befunde aus AID:A. In: Gender 3/2011. S

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