Gebäudebeurteilung / Baukunde
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- Emilia Reuter
- vor 10 Jahren
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1 Gebäudebeurteilung / Baukunde
2 Inhaltsverzeichnis 1. Zweck Einsatz Übungsvorbereitung Einsatzplanung 4 2. Grundsätzliches Orts- und Gebäudekenntnisse Grundsätze bei Gebäudebränden Rauch- und Wärmeentwicklung Verhalten von Gebäudeteilen Beurteilung mit der Volumenmethode 8 3. Brandschutz für den Einsatzleiter Brandschutzvorschriften Baulicher Brandschutz Technischer Brandschutz Organisatorischer Brandschutz Einführung in die Baukunde Brandverhaltensgruppen Gebäudekonstruktion Brandabschnitte Brandschutzkonzept Beispiele von Gebäudebeurteilung Chancen- und Risikenanalyse Baulicher Brandschutz nach Gebäudekategorien 23 2
3 1. Zweck Baukunde 1.3 Einsatzplanung 1.1 Einsatz 1.2 Übungsvorbereitung 1.1 Einsatz Grundlegende Kenntnisse der Baukunde unterstützen in der Beurteilung der Gebäudekonstruktion. Zweck n Unfälle verhindern durch Herabfallende Teile Einsturz Absturz Chancen und Risiken nutzen, Eskalation verhindern 1.2 Übungsvorbereitung Kenntnisse der Baukunde unterstützen in der Vorbereitung einer Einsatzübung in Gebäuden. Zweck n Realitätsnahes Szenario n Voraussichtlicher Verlauf und mögliches Ausmass n Schlüsselstellen und Gefahren n Eskalationsmöglichkeiten 3
4 1.3 Einsatzplanung Kenntnisse der Baukunde helfen bei der Erstellung eines Einsatzplanes. Zweck n Erstes Orientierungsdokument auf dem Schadenplatz n Informationen über Zufahrt, Wasserbezugsorte, Nachbargebäude, Gefahren, Geschosse, Zugänge, usw. 2. Grundsätzliches 2.1 Orts- und Gebäudekenntnisse Lage des Objektes Freistehend Angebaut Terrassenlage Unterirdisch Zweiseitig angebaut 4
5 Zweck des Gebäudes Hochhaus, usw. Spital, Heim, usw. Spezielle Bauwerke (z. B. Brücken, Verkehrsanlagen, usw.) Industrie, Gewerbe, usw. Wohnhaus, usw. Landwirtschaftsbetrieb, usw. Geschosse Als Geschoss zählen im Einsatz alle Voll-, Dach- und Attikageschosse. Die einfachste Methode um das Verständnis zwischen allen Betroffenen zu garantieren, ist die gängige Sprache, bzw. was genau bezeichnet ist oder auf dem Einsatz- oder Bauplan definiert ist. 5
6 2.2 Grundsätze bei Gebäudebränden Innenangriff 2 Treppenhaus sichern (Fluchtweg und Angriffsweg) 3 Halten von gesunder Seite her 4 Mögliche Entwicklung voraussehen (Wenn, dann ) 2.3 Rauch- und Wärmeentwicklung n Temperaturanstieg und Brandgaseansammlung in oberen Räumen / unter dem Dach (Rauchschichtbildung)? Gefahr der Selbstentzündung / Durchzündung n Wärmestau unter Dachvorsprung, unter dem Dach (starker Einfluss auf brennbare Materialien) n Oberlichter / Öffnungen: Rauch- und Wärmeabzug entlasten den Wärmestau???? n Im Brandfall ist die Statik (Einsturzgefahr) laufend zu beurteilen! 6
7 2.4 Verhalten von Gebäudeteilen n Dachkonstruktion, Zwischenböden Ausbreitung zwischen Isolation und Konstruktion n Brandmauer / Brandabschnitte Mögliche Haltelinie n Dach Einsturz nach Innen Einsturz nach Aussen n Stahlkonstruktion (Offen / Verdeckt) Einsturzgefahr bei hohen Temperaturanstieg n Hallenwände Bei Einsturzgefahr Platzbedarf nach Aussen (Trümmerbereich) n Metallgestelle / Hochregallager Tragfähigkeit sinkt bei Temperaturanstieg (können einseitig einknicken / umkippen, usw.) 7
8 2.5 Beurteilung mit der Volumenmethode Für den Einsatzleiter ist es eine Herausforderung die verschiedenen Faktoren, die zur Entwicklung des Ereignisses beitragen, präzise zu erfassen (Feuer, Rohrbruch, Gasaustritt usw.). Beim Feuer können die verschiedenen Elemente Strahlung, Entwicklung und Übertragung kombiniert auftreten. Äussere Umstände können den Vorgang beschleunigen oder verlangsamen (Wetterbedingungen, Ausbruch brennbarer Produkte, Einsturz von Trägerelementen oder Wänden usw.). Austretende Flüssigkeiten oder Gase können unter Umständen kaum wahrnehmbar sein und sich zu einem komplexen Problem entwickeln. Durch die Beurteilung der betroffenen Volumen kann die Wechselwirkung zwischen den einzelnen Elementen analysiert werden. Bei einem Gebäude wird jeder Raum als ein Volumen (ein Kubus) mit Verbindungen (Türen, Fenster, verschiedenen Kanälen, elektrische Leitungen usw.) betrachtet. In einer Anfangsphase kann das Gebäude als Gesamtvolumen betrachtet werden; mit zunehmendem Informationsstand wird das Ereignis auf einzelne betroffene Volumen eingegrenzt. Wenn sich der Einsatzleiter diese Volumen mental vorstellen kann, wird er eher in der Lage sein, die Situation zu beurteilen und notwendige Handlungen einzuleiten. 8
9 3. Brandschutz für den Einsatzleiter 3.1 Brandschutzvorschriften n Brandschutznorm / Brandschutzrichtlinien (VKF) n Brandschutz-Erläuterungen und Brandschutz-Arbeitshilfen (VKF) n Brandschutzregister (VKF) n Kantonale Bestimmungen n Stand der Technik Papiere n Richtlinie für Feuerwehrzufahrten, Bewegungs- und Stellflächen FKS 3.2 Baulicher Brandschutz n Tragwerke Feuerwiderstand bezüglich Tragfähigkeit Lastaufnahme und Lastableitung n Brandabschnitte Feuerwiderstand bezüglich Tragfähigkeit, Raumabschluss und Wärmedämmung Raumabschliessende Bauteile = Wände und Decken Bewegliche Bauteile = Türen und Fenster n Fluchtwege Der Fluchtweg ist ein Rettungsweg und gleichzeitig für die Feuerwehr ein Angriffsweg Kürzester und sicherster Weg direkt ins Freie 9
10 3.3 Technischer Brandschutz Wasserlöschposten n Rauch- und Wärmeabzugsanlagen Handfeuerlöscher Natürliche Entrauchung (NRWA) Sprinkleranlage Maschinelle Entrauchung (MRWA) n Löscheinrichtungen Rauchschutz-Druckanlagen (RDA) Durch die Feuerwehr (LRWA) n Brandmeldeanlagen n Sicherheitsbeleuchtungen Branddetektion / Alarmierung Sicherheitseinrichtung Notstromversorgung Brandfallsteuerung 3.4 Organisatorischer Brandschutz n Organisatorische Einordnung / Planung n Erstellung der Brandfallplanung n Brandsicherheit im Betrieb n Schulung und Instruktion n Sicherstellen der Betriebsbereitschaft aller Brandschutzeinrichtungen n Brandverhütung durch Sicherheitsbeauftragte n Löschgruppe / Betriebsfeuerwehr n Überwachung von Reparaturarbeiten 10
11 4. Einführung in die Baukunde 4.1 Brandverhaltensgruppen Baustoffe werden über genormte Prüfungen oder andere VKFanerkannte Verfahren klassifiziert. Massgebende Kriterien sind insbesondere Brand- und Qualmverhalten, brennendes Abtropfen und Korrosivität. Baustoffe werden hinsichtlich ihres Brandverhaltens in die folgenden Brandverhaltensgruppen eingeteilt: RF1 RF2 RF3 RF4 Kein Brandbeitrag Geringer Brandbeitrag Zulässiger Brandbeitrag Unzulässiger Brandbeitrag z. B. Stein, Metall etc. z. B. Eichenholz Hartschaumprodukte aus PS, PIR, PUR z. B. Nadelholz, Kunststofffolie, Sanitärrolle etc. z. B. festes Papier, Karton etc. Bei den Gruppen RF2 bis RF4 wird mit dem Zusatz (cr) auf kritische Eigenschaften hingewiesen. (RF = franz. reaction au feu / cr = franz. comportement critique). Ist ein Baustoff sowohl nach VKF als auch nach EN klassifiziert und muss dadurch unterschiedlichen Brandverhaltensgruppen zugeordnet werden, ist die Anwendung unter beiden Gruppen ohne Einschränkung möglich. Quelle: Textauszug aus Brandschutzrichtlinie
12 4.1.1 Klassierung von Baustoffen n Nach VKF Brandverhaltensgruppe n Nach EN-Norm (SN EN ) Auszugsweise Kritisches Verhalten Klassierung nach VKF (BKZ) RF q.3 RF2 5(200 C).3 5(200 C) (200 C) cr RF3 cr Brandverhaltensgruppe Bauprodukte Lineare Rohrisolationen Bodenbeläge RF1 A1 A2-s1,d0 A1L A1fl A2L-s1,d0 A2fl -s1 RF2 A2-s1,d1 B-s1,d0 C-s2,d1 A2-s1,d2 B-s1,d2 B-s3,d1 C-s1,d2 C-s2,d2 C-s3,d2 A2L-s1,d1 B L-s1,d0 C L-s2,d1 A2L-s1,d2 B L-s1,d2 B L-s3,d1 C L-s1,d2 C L-s2,d2 C L-s3,d2 D-s1,d0 D-s1,d1 D-s2,d1 D-s1,d2 D-s2,d2 D-s3,d0 D-s3,d2 D L-s1,d0 D L-s1,d1 D L-s2,d1 D L-s1,d2 D L-s2,d2 D L-s3,d1 D L-s3,d0 E E-d2 EL EL-d2 F FL cr RF4 cr Klassifizierung nach SN EN Kritisches Verhalten kein Baustoff RF3 cr RF4 cr kein Baustoff Bfl-s1 Bfl-s2 Cfl-s2 D fl -s1 D fl -s2 Efl F fl Die Brandkennziffer x.y ergibt sich aus dem ermittelten: Die Klassierung erfolgt aufgrund des ermittelten: n Brandverhalten A-F n Brennverhalten x n Rauchentwicklung s1 - s3 n Qualmverhalten y n brennenden Abtropfen d0 - d2 In die Beurteilung können weitere Verhalten im Brand wie brennendes Abtropfen, Toxizität und Korrosivität einbezogen werden. Beispiel: 6.3 = Baustoff ist nicht brennbar und schwach qualmend (z. B. Stein, Metall etc.) Brennverhalten sehr leicht brennbar, 6 nicht brennbar Zusatz q Klasse 6: quasi nicht brennbar Leicht entzündbare Stoffe (1, 2) sind als Baustoffe nicht zugelassen. Qualmverhalten stark qualmend, 3 schwach qualmend In die Beurteilung können weitere Verhalten im Brand wie Toxizität und Korrosivität einbezogen werden. Beispiel: A2-s1,d0 = Baustoff ist nicht brennbar, hat eine schwache Rauchentwicklung und kein brennendes Abtropfen (z. B. Stein, Metall etc.) Brandverhalten A1 F A1 nicht brennbar, E leicht brennbar F als Baustoffe nicht zugelassen Materialen der Gruppe F haben die Minimalanforderung für Baustoffe nicht erreicht oder wurden nicht geprüft. Rauchentwicklung s1 s3 s1 schwach rauchentwickelnd s3 stark rauchentwickelnd Brennendes Abtropfen d0 d2 d0 schwaches brennendes Abtropfen d3 starkes brennendes Abtropfen 12
13 4.1.2 Klassierung von Bauteilen (EN) n Tragfähigkeit (Résistance) R Kein Einsturz n Raumabschluss (Etanchéité) n Dämmung (Isolation ) E I Kein Durchbrand Keine unzulässige Erwärmung Feuerwiderstandsdauer in Minuten bezüglich der einzelnen Anforderungen R, E oder I Feuerwiderstand von Mauerwerken Feuerwiderstandsdauer; Tragende Wände gem. Norm SIA 266 (vereinfacht) brandaschnittbildend und unverputzt bis zu einer maximalen Höhe von 3m Feuerwiderstandsdauer (Minuten) Minimale Wanddicken (mm) Backstein (MB + MBL) Zementstein (MC + MCL) Kalksandstein (MK) Porenbetonstein (MP + MPL) Feuerwiderstandsdauer; Nicht tragende Wände gem. Norm SIA 266 (vereinfacht) brandaschnittbildend und unverputzt bis zu einer maximalen Höhe von 3m Feuerwiderstandsdauer (Minuten) Minimale Wanddicken (mm) Backstein (MB + MBL) 60 Zementstein (MC + MCL) Kalksandstein (MK) Porenbetonstein (MP + MPL)
14 4.2 Gebäudekonstruktion Ziele im baulichen Brandschutz Feuerwiderstand Tragwerk n Einsturz von Gebäude oder Gebäudeteilen verhindern / verzögern Brandabschnitte n Brandausbreitung und Brandausdehnung verhindern / verzögern Flucht- und Rettungswege n Flucht von Personen und Sicherheit der Rettungskräfte gewährleisten Tragwerke n Ursachen: Abbrand von Holz Querschnittsverlust (Abbrand von Holz) Festigkeitsverlust (Erhitzung von Stahl) Wärmedehnung (Erwärmung von Stahl) Erwärmung von Stahl Erwärmung von Stein Lockerung des Gefüges (Strukturveränderung Stein) Versagen von Verankerungen (Sprengwirkung) Überlastung von Bauteilen (Brandschutt, Löschwasser) Innendruck (quellfähige Stoffe in Silos) Witterungseinfluss (Windangriff) Ziel ist es: Einsturz verhindern / verzögern! Holz-Tragwerke n Brennbar n Inkohlung ab 100 C n Verkohlung beim Abbrand n Schutzschicht / Glutbildung! Vor dem Brand Nach 30 min Abbrand Nach 60 min Abbrand n Abbrandrate ca. 1 mm / Min. nach 30 Min.: ca. 3 cm nach 60 Min.: ca. 6 cm 14
15 Holz-Tragwerke mit Nagelplattenbinder n Spannweite bis 35 m möglich n Länge der Nägel 7-21 mm n Stumpfes stosssägerauhes Bauholz n Holzquerschnitte B: 5-6 cm, H: 8-24 cm n Alle Dachformen möglich! Statische Auslastung: n Holz > 80 % n Nagelplattenbinder > 90 % n Dachlatten statisch notwendig n Beim Versagen eines Nagelplattenbinders ist keine Lastumlagerung möglich; es folgt fast immer ein Totaleinsturz! Stahl-Tragwerke n Nicht brennbar n Festigkeitsverlust ab 470 C n Längenausdehnung (Stossen) n Wärmeleitung n Brandschutz-Verkleidungen: Gips faserarmiert Gipskarton Fibersilikat Bläglimmer Zementgebundene Spanplatte Leichtbeton, Gasbeton n Verkleidungsstärken: R 30-RF1 ca. 2 2,5 cm R 60-RF1 ca. 3 4 cm R 90-RF1 ca. 4 5 cm n Brandschutzanstrich: nur R 30-RF1 und R 60-RF1 Zustimmung der Behörde Qualitätssicherung Feuerwiderstand: n ungeschützt: < R 30-RF1 n nicht ausgenützt: max. R 30-RF1 n verkleidet: bis R 180-RF1 15
16 Tragwerke aus Mauerwerk und Stahlbeton n Temperaturspannungen, Dampfdruck und Ausdehnung des Armierungsstahls führen: zu Abplatzungen (Beton) zum Festigkeitsverlust (Stahl) n Feuerwiderstand: erforderliche Beton-Überdeckung min 2 cm: R 30 / R 60-RF1 min 3 cm: R 90-RF1 n Generell zu Tragwerken: Der Feuerwiderstand von Tragwerken in Untergeschossen beträgt mindestens R60 (BSR Ziffer ). Keine Anforderungen an den Feuerwiderstand von Tragwerken werden gemäss BSR Ziffer gestellt bei: eingeschossigen Bauten und Anlagen über Terrain dem obersten Geschoss von Bauten und Anlagen geringer und mittlerer Höhe Gebäuden mit geringen Abmessungen Einfamilienhäusern inkl. deren Untergeschosse 16
17 4.3 Brandabschnitte Gebäudetyp Z Brandabschnitt: Zelle z. B. Bettentrakt Krankenhaus / Hotelzimmer Gebäudetyp G Brandabschnitt: Geschoss Fabrikationsod. Montagehalle Gebäudetyp V Brandabschnitt: mehrgeschossig Lagerhalle Brandmauern n Brandmauern sind mit entsprechendem Feuerwiderstand gemäss BSE Brandmauern zu erstellen: Aus armiertem Beton Mauerwerk aus Backstein, Kalksandstein, Betonsteinen Leichtbetonsteinen oder platten Anderen zugelassenen Konstruktionen 2m 2m 1 1m m 2m 17
18 4.3.2 Brandschutz-Abschlüsse Nur geschlossene Brandschutztüren schützen! BrS-Türe EI 30 mit Dämmung BrS-Türe E 30 ohne Dämmung Glas: Ätz-Stempel BrS-Tor EI 30 mit Servicetüre Ansteuerung Abschottungen n Systeme: Aussparungen mit Baustoffen der RF1 dicht verschlossen VKF anerkanntes Abschottungssystem Brennbare Dämmungen unterbrochen Feuerwiderstand min. EI 30 Fehlende Abschottungen zerstören den Brandabschnitt! Kombischott Rohrleitungsschott Kabelschott 18
19 4.3.4 Fluchtwege Ausgänge, Korridore und Treppenräume n Anforderungen: Rasch und sicher benützbar Beschränkte Länge Breite je nach Anzahl Personen Nicht brennbarer Ausbau Türen in Fluchtrichtung öffnend Markierung mit Rettungszeichen Wo nötig Sicherheitsbeleuchtung Wo nötig Notöffnungssysteme Führt an einen sicheren Ort Fluchtwege sind auch Rettungs- und Angriffswege Versperrte Fluchtwege können Menschenleben fordern! 19
20 4.4 Brandschutzkonzept Mobile Brandbelastung Brennbare Substanz des Gebäudeinhaltes klein mittel gross Sitzungszimmer, Empfang Wohnen, Büro, Hotel, Spital Archiv, Lagerräume Immobile Brandbelastung n Brennbare Substanz am Gebäude Tragwerk Fassaden Bedachung Wände und Decken Innenausbau Installationen 20
21 4.4.3 Brandschutzmassnahmen Bauliche Massnahmen Prävention (Vorbeugender Brandschutz) Intervention (Abwehrender Brandschutz) n Tragkonstruktionen n idr langlebige Massnahmen n Brandabschnitte n Brandschutztüren? n Fluchtwege n Schottungen? n Haustechnik n Ausbau von Räumen Technische Massnahmen n Löscheinrichtungen n frühzeitige Alarmierung n Brandmeldeanlagen n evtl. automatische Löschung n Sprinkleranlagen n Personenschutz n Rauch- und Wärmeabzug n Sicherheitsbeleuchtung Organisatorische Massnahmen ausubstanz spielt in jedem B Fall eine wichtige Rolle! auch- und Wärmeabzug R (Bedienung durch Feuerwehr!) n Ordnung + Instandhaltung n Vorbereitete Einsatzplanung? n Vermeiden von Zündquellen n Löschgruppe, Lotsendienst n Si-Be, Eigenkontrolle n BrS-Einrichtungen Betriebsbereit? n Personalinstruktion n Brandfallplanung tark vom richtigen S Verhalten der Personen abhängig! 21
22 5. Beispiele von Gebäudebeurteilung 5.1 Chancen- und Risikenanalyse Die 5 Fragen die sich der Einsatzleiter stellen muss! n Wie komme ich hin / hinein / hinauf / hinunter? n Risiken und Gefahren? n Schlüsselstellen / sensible Zonen n Tragwerk und Brandabschnitte n Was passiert in x Minuten? 22
23 5.2 Baulicher Brandschutz nach Gebäudekategorien Quelle: Tabellen aus Brandschutzrichtlinie VKF, Brandschutzabstände Tragwerke Brandabschnitte / 15-15de Gebäude mit geringen Abmessungen Als Gebäude mit geringen Abmessungen gelten Gebäude mit: n max. 2 Geschossen über Terrain n max. 1 Geschoss unter Terrain n einer Summe aller Geschossflächen bis 600 m2 Das Gebäude darf mit Ausnahme einer Wohnung nicht für schlafende Personen und nicht als Kinderkrippe genutzt werden. Räume mit grosser Personenbelegung dürfen nur im Erdgeschoss vorhanden sein. Für Gebäude mit geringen Abmessungen werden keine Anforderungen an den Feuerwiderstand von Tragwerken und an die Brandabschnittsbildung gestellt. Ausnahmen: Bereiche und Räume mit erhöhten Anforderungen (z.b. grosse Brandlast, Brandrisiko, technische Anlagen wie Heizungsanlagen etc.) 23
24 bis 11 m Gebäude geringer Höhe bis 11 m Gesamthöhe Gebäude geringer Höhe (bis 11 m Gesamthöhe) Nutzung Wohnen MFH Büro Schule Verkaufsräume (Brandabschnittsfläche m2 und Personenbelegung 300 Personen) Parking [3] Industrie- und Gewerbe q bis MJ / m2 Landwirtschaft Beherbergungsbetriebe [a] z. B. Krankenhäuser z. B. Alters- und Pflegeheime Konzept Tragwerk [1] Brandabschnittsbildende Geschossdecken Brandabschnittsbildende Wände und horizontale Fluchtwege Fluchtweg vertikal Baulich R 30 [5] REI 30 EI 30 REI 30 Löschanlage k.a EI 30 EI 30 REI 30 Baulich R 60 REI 60 EI 60 REI 60 Löschanlage R 30 REI 30 EI 30 REI 60 k. A.: An den Feuerwiderstand von tragenden Bauteilen werden keine Anforderungen gestellt. [1] Bei eingeschossigen Bauten und im obersten Geschoss von mehrgeschossigen Bauten wird keine Anforderung an den Feuerwiderstand von tragenden Bauteilen gestellt. [3] Wenn die Umfassungswände mindestens 25 % unverschliessbare Öffnungen aufweisen, gelten folgende, minimale Anforderungen an Bauteile die Konstruktionen der RF1 entsprechen: - keine Anforderungen an den Feuerwiderstand von tragenden Bauteilen in Bereichen, die maximal 35 m von einer unverschliessbaren Öffnung entfernt liegen. [5] Bei zweigeschossigen Bauten mit einer gesamten Geschossfläche von maximal m2 kann der Feuerwiderstand um 30 Minuten reduziert werden. Weitere für den Feuerwehreinsatz relevante Anforderungen Beispiel Mehrfamilienhaus n Feuerwehrzufahrten: Bauten und Anlagen müssen für den raschen und zweckmässigen Einsatz der Feuerwehr jederzeit zugänglich sein die abgewinkelte Schlauchlänge vom Löschfahrzeug bis zum Gebäudeeingang darf max. 80 m betragen n Löschwasserversorgung: mit Hydranten genügend erschlossen (Distanz < 80 m) 24
25 bis 30 m Gebäude mittlerer Höhe bis 30 m Gesamthöhe Gebäude mittlerer Höhe (bis 30 m Gesamthöhe) [7] Nutzung Wohnen MFH Büro Schule Verkaufsräume (Brandabschnittsfläche m2 und Personenbelegung 300 Personen) Parking [6] Industrie- und Gewerbe q bis MJ / m2 Landwirtschaft Beherbergungsbetriebe [a] z. B. Krankenhäuser z. B. Alters- und Pflegeheime Konzept Tragwerk [1] Brandabschnittsbildende Geschossdecken Brandabschnittsbildende Wände und horizontale Fluchtwege Fluchtweg vertikal Baulich R 60 REI 60 EI 30 REI 60 Löschanlage R 30 REI 30 EI 30 REI 60 Baulich R 60 REI 60 EI 60 REI 60 Löschanlage R 30 REI 30 EI 30 REI 60 [1] Bei eingeschossigen Bauten und im obersten Geschoss von mehrgeschossigen Bauten wird keine Anforderung an den Feuerwiderstand von tragenden Bauteilen gestellt. [6] Wenn die Umfassungswände mindestens 25 % unverschliessbare Öffnungen aufweisen, gelten folgende, minimale Anforderungen an Bauteile die Konstruktionen der RF1 entsprechen: - Tragwerk R 30; - Brandabschnittsbildende Bauteile EI 30 (ausgenommen Brandabschnitt Treppenhaus); - keine Anforderungen an den Feuerwiderstand von tragenden Bauteilen in Bereichen, die maximal 35 m von einer unverschliessbaren Öffnung entfernt liegen. [7] Bei zweigeschossigen Bauten mit einer Gesamthöhe über 11 m und einer Erdgeschosshöhe von maximal 8 m gelten für die tragenden und brandabschnittsbildenden Bauteile die Anforderungen für Gebäude geringer Höhe 25
26 Weitere für den Feuerwehreinsatz relevante Anforderungen Beispiel Bürogebäude: n Feuerwehrzufahrten, Bewegungs- und Stellflächen: das Gebäude hat auf einer Gebäudeseite eine Feuerwehrzufahrt Bewegungsfläche für ein Löschfahrzeug und Stellfläche entlang einer Fassade zum Anleitern mit einem Hubrettungsfahrzeug n Löschwasserversorgung: mit Hydranten genügend erschlossen (Distanz < 80 m) n Rauch- und Wärmeabzugsanlagen (RWA) im Treppenhaus: wenn im Treppenhaus nicht in allen Geschossen genügend grosse Lüftungsflügel (mind. 0.3 m2) vorhanden sind, ist eine Rauch- und Wärmeabzugsanlage einzubauen die freie geometrische Lüftungsfläche der Abströmöffnungen (z. B. Oblichtkuppel) hat mind. 0.5 m2 zu betragen die Entrauchungsöffnung muss von der Eingangsebene aus in Betrieb gesetzt werden können. Die Betriebsbereitschaft ist auch bei Stromunterbruch zu gewährleisten n Spüllüftungen von Flucht- und Rettungwegen in Untergeschossen wenn Treppenhäuser von Gebäuden drei oder mehr Untergeschosse erschliessen 26
27 über 30 m Hochhäuser bis 100 m Gesamthöhe Hochhäuser (bis 100 m Gesamthöhe) Nutzung Wohnen MFH Büro Schule Verkaufsräume (Brandabschnittsfläche m2 und Personenbelegung 300 Personen) Parking Industrie- und Gewerbe q bis MJ / m2 Landwirtschaft Beherbergungsbetriebe [a] z. B. Krankenhäuser z. B. Alters- und Pflegeheime Konzept Tragwerk [8] [9] Brandabschnittsbildende Geschossdecken Brandabschnittsbildende Wände und horizontale Fluchtwege Fluchtweg vertikal Baulich R 90 REI 90 EI 60 REI 90 Löschanlage R 60 REI 60 EI 30 REI 90 Baulich R 90 REI 90 EI 60 REI 90 Löschanlage R 60 REI 60 EI 30 REI 90 [8] Der Feuerwiderstand von tragenden Bauteilen im obersten Geschoss kann um 30 Minuten reduziert werden. [9] Bei eingeschossigen Bauten (z. B. Hochregallager, Hallen) wird keine Anforderung an den Feuerwiderstand von tragenden Bauteilen gestellt. 27
28 Weitere für den Feuerwehreinsatz relevante Anforderungen Beispiel Mehrfamilienhaus: n Feuerwehrzufahrten, Bewegungs- und Stellflächen: das Gebäude hat auf einer Gebäudeseite eine Feuerwehrzufahrt Bewegungsfläche für ein Löschfahrzeug n Löschwasserversorgung: mit Hydranten genügend erschlossen (Distanz < 80 m) n Flucht- und Rettungswege: Geschosse über Terrain sind mit Sicherheitstreppenhäuser erschlossen verfügt über eine Rauchschutz-Druckanlage (RDA) n Beförderungsanlagen: die Anzahl Feuerwehraufzüge wird im Brandschutzkonzept festgelegt Feuerwehraufzüge sind in einem separaten Schacht angeordnet und mit einer Sicherheitsstromversorgung ausgerüstet der Schacht ist mit einer Rauchschutz-Druckanlage (RDA) gegen eindringenden Rauch geschützt n Löscheinrichtungen: Löscheinrichtung (nasse oder trockene) Steigleitungen Wasserlöschposten mit Innenhydranten 28
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