BWL Klausur WS 02/03
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- Swen Schumacher
- vor 10 Jahren
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1 BWL Klausur WS 02/03 Teil 1 (Burk): Aufgabe 1 (7 Punkte): a) Was versteht man unter Unternehmenszielen? Unternehmensziele sind das Resultat von: - persönlichen Zielen - Unternehmensstärken und schwächen (SWOT-Analyse) - Umweltbedingungen und Trends - Wertvorstellungen und Leitbildern Die Ziele umfassen: - Marktziele (Umsatz, Marktanteile) - Rentabilität (Gewinn, Rendite) - Finanzen (Liquidität, EK-Quote) - Soziale Ziele - Prestige (Image, Einfluß) Unternehmensziele sind das Resultat eines Zielentscheidungsprozesses der Unternehmensträger und gesellschaftlicher Anspruchsgruppen (stakeholder). b) Welchen Zusammenhang kann man zwischen Unternehmenszielen, Maßnahmen und Strategien herstellen? Die drei Gruppen sind chronologisch miteinander verbunden. Auf die Entstehung von Unternehmenszielen, folgen die strategische und die operative Planung. Wenn diese positiv ausfallen, so folgen die Maßnahmen. Bei der strategische Planung werden die Ziele in langfristigen Zyklen geplant und überprüft. So wie die gewünschte Marktposition, die Kundenziele und die nötigen Investitionen. Bei der operativen Planung geht es dann um die Prüfung und Planung von Finanzierungsmöglichkeiten, genauso wie mögliche Erträge und Gewinne des Projektes. Es handelt sich hier also um eine kurzfristigere Planung. Wenn die Planungen dann eine Umsetzung zulassen, so werden Maßnahmen ergriffen. Hierbei kann es sich um den Bau eines neuen Gebäudes, genauso wie die Zusammensetzung neuer Arbeitsgruppen oder die Anschaffung neuer Maschinen handeln. Aufgabe 2 (5 Punkte) Grenzen Sie die Begriffe Sachziel und Formalziel voneinander ab. Machen Sie Beispiele! Formalziele bringen den Umfang der angestrebten Wirtschaftlichkeit zum Ausdruck. Hierbei handelt es sich zum Beispiel um Erfolgsziele wie Umsatz, Gewinn und Rentabilität. Sachziele, hingegen, stellen den Gegenstandsbereich des Wirtschaftens wie Leistungs- und Finanzprozesse dar. Bei Leistungszielen handelt es sich um Beschaffungs-, Lagerhaltungs-, Produktions- und Absatzziele. Die
2 Finanzziele befassen sich mit Liquiditäts-, Investitions- und Finanzierungszielen. Aufgabe 3 (10 Punkte) a) Wie heißen die Organe einer AG? - Vorstand (Leitung)/ vom Aufsichtsrat auf 5 Jahre bestellt, Einberufung der ordentlichen Hauptversammlung 1*Jahr, Eigenverantwortliche Geschäftsführung, Erstellung des Jahresabschlusses und des Lageberichtes - Aufsichtsrat/ Überwachung, Bestellung und Abberufung des Vorstandes, Prüfung des Abschlusses, Einberufung von außerordentlichen Hauptversammlungen, Prüfung des Vorschlages über Verwendung des Bilanzgewinns - Hauptversammlung (Aktionäre), Bestellung des Aufsichtsrates, Bestimmung über Verwendung des Bilanzgewinns, Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates, Bestellung der Abschlußprüfer, Änderung der Satzung bzgl. Kapitalerhöhung und herabsetzung b) Worin bestehen die Hauptvorteile der GmbH gegenüber der AG? - geringeres Startkapital ( ) für die Gründung benötigt - geringerer Aufwand bei Gründung - keine umfangreiche Prüfungs- und Publizitätspflicht, bei Absprache mit Gesellschaftern - Haftungsbeschränkung Aufgabe 4 (5 Punkte) Zum Unwort des Jahres 2002 ist der Terminus Ich-AG aus dem Hartz- Papier gewählt worden. Womit könnte dies von der Jury begründet worden sein? Eine AG im eigentlichen Sinne ist eine Aufsplittung des Kapitals in viele Einheiten, also auf mehrere Aktionäre verteilt. Der Widerspruch in sich liegt darin, daß es nicht der Sinn einer AG ist, einen einzelnen Aktienbesitzer zu haben. Zumal es unsinnig ist, da es, auf Grund der Haftungsbeschränkungen, sinnvoller für den Unternehmer wäre eine GmbH zu gründen. Aufgabe 5 (5 Punkte) Stadt- und Kreissparkassen treten vielfach im Gegensatz zu privaten Banken als regionale Förderer z.b. von Kunst, Kultur oder auch Sport auf (z.b. Sponsoring, Werbeschaltung, etc.). Womit ist dies zu begründen? Stadt- und Kreissparkassen sind Öffentlich-rechtliche Unternehmen. Ihre Rechtsform ist durch ein eigenes Gesetz (Statuten/Satzungen) bestimmt. Sie sind reine Erwerbsbetriebe. Das heißt ihr Streben nach hoher Rentabilität unterscheidet sie nicht von privaten Unternehmen. Dennoch sind sie Unternehmen auf deren Leitung die öffentliche Hand einen maßgeblichen Einfluß ausüben kann. Daher führen sie ihren
3 erwirtschafteten Überschuß oft an andere öffentlich Institutionen, zumeist Zuschußbetriebe wie Krankenhäuser, Freibäder, Theater und Hochschulen ab. Aufgabe 6 (5 Punkte) Das Handelsblatt bzw. DPA brachten letzte Woche folgende Meldung: Der ostdeutsche Sektproduzent Rotkäppchen (Freyburg) schluckt die badische Privatsektkellerei Geldermann (Breisach). Rotkäppchen übernimmt bei Geldermann die Anteilsmehrheit und die Geschäftsführung. Nennen Sie mögliche Hintergründe dieses Zusammenschlusses! - Markterweiterung - Synergieeffekte (Entwicklung, Absatz, Forschung, Beschaffung) - Kostendegressionseffekte - Ausbau der Markt-, bzw. Machtstellung - Absicherung und Ausbau der eigenen Position - Preisführerschaft aufgrund niedrigerer Produktionskosten - Elemination eines Konkurrenten Aufgabe 7 (5 Punkte) Erklären Sie die Begriffe Werkstatt- und Fließfertigung! Werkstattfertigung: Maschinen und Arbeitsplätze mit ähnlicher Verrichtung werden zusammengefaßt (z.b. Dreherei, Sägerei, Schloßerei, etc.). Weg der Werkstücke hängt vom Standort der Maschinen ab. (+) flexibler in Produzierten Produkten (+) anpassungsfähiger bei Nachfrageschwankungen (-) lange Transportwege (-) hohe Kosten (-) Zwischenlagerschwund =>Lagerkosten (-) lange Durchlaufzeiten => lange Wartezeiten Fließfertigung: Ununterbrochener Fluß von Fertigungsstelle zu Fertigungsstelle. Taktzeiten regeln den Produktionsfluß. Maschinen und Arbeitsplatz vom Produktionsablauf abhängig. (+) höchste Form der Spezialisierung (+) Akkordlohn (+) schnell (+) kaum Lagerhaltung (Jit) (+) theoretisch genaue Kalkulation der Zeiten (-) empfindlich bei Störungen (-) empfindlich bei Beschäftigungsschwankungen (-) monoton (-) geringe Motivation (-) hoher Investitionsbedarf (Fertigungsstraßen)
4 Aufgabe 8 (10 Punkte) Im Handelsblatt vom wird berichtet, daß dem abstiegsgefährdeten 1. FC Kaiserslautern Steuerbescheide in Höhe von 12,9 Mio. (davon unmittelbar fällig: 8,3 Mio. ) zugestellt wurden. Den FCK drücken nach externen Schätzungen zusätzlich rund 30 Mio. Schulden (davon ca. 17,5 Mio. für den Ausbau des Fritz-Walter-Stadions). a) Was würden Sie Clubchef Rene C. Jäggi raten, um drohende Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden? - Stadionverkauf - Verkauf von Vermarktungs- und Transferrechten der Spieler - Suche nach neuen Kapitalgebern (Investoren und Sponsoren) - Änderung der Organisation b) Welche weiteren Schritte wären bei einer Zahlungsunfähigkeit einzuleiten? Nicht Klausurrelevant Aufgabe 9 (8 Punkte) a) Grenzen Sie folgende Begriffe voneinander ab: Fixe Kosten: - Hängen nicht von der Ausbringungsmenge ab - Sind kurzfristig nicht veränderlich - entstehen auch ohne Aufnahme des Produktionsprozesses - bei höherer Produktion sinkt der Anteil der Fixkosten pro Stück (Fixkostendegression) - Beispiel: Strom, Miete, Abschreibungen Variable Kosten: - Hängen unmittelbar von der Herstellung eines Produktes ab - kurzfristiger Veränderbar - Beispiele: Zeit- und Akkordlöhne, Ferigungsmaterial Einzelkosten: - Werden den Kostenträgern zugeordnet - Beispiel: Holzverbrauch für Schrank und Lohn des Arbeiters pro Stück Gemeinkosten: - nicht dem Kostenträger zuzuordnen
5 - unechte: Anteil Leim bei der Möbelherstellung/dem Kostenträger nicht einzeln zuzuordnen - echte: Gehälter des Verwaltungsbereiches einer Möbelfirma b) Erläutern Sie folgende Kennzahlen: Wirtschaftlichkeit: Ertrag / Aufwand Verhältnis zwischen Wert aller erbrachte Leistungen und Wert aller verbrauchten Güter und Dienstleistungen pro Periode. Produktivität: Verhältnis zischen Ausbringungsmenge und Faktoreinsatzmenge. Rentabilität 4 Arten: Kostenrentabilität = (Erträge / Kosten) *100 Umsatzrentabilität = (Gewinn / Umsatz) *100 Eigenkapitalrentabilität = (Gewinn / Eigenkapital) *100 Return on Investment ROI = (Gewinn / Investiertes Kapital) *100
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