1. Unsere pädagogische Arbeit
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- Inken Hartmann
- vor 9 Jahren
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1 1. Unsere pädagogische Arbeit Unsere pädagogische Arbeit orientiert sich an den gesetzlichen Vorgaben des BayKiBiG mit der Ausführungsverordnung. Grundlage unserer Arbeit ist der Bayerische Bildungs- und Erziehungsplan Rechte des Kindes Kinder stehen bei uns im Mittelpunkt, deshalb hat bei uns jedes Kind das Recht: auf Beteiligung und Mitbestimmung mit allen Stärken und Schwächen angenommen zu werden seinen Platz in der Gruppe zu finden und dabei Unterstützung zu erfahren auf Freiräume, um eigene und vielfältige Erfahrungen zu sammeln auf Zeit, Räumlichkeiten und anregendes Material zum Spielen auf eine vertrauensvolle Atmosphäre auf eine angemessene, kindgemäße Bildung 1.2. Spielen ist Lernen Jeder Mensch sieht die Welt mit anderen Augen, da er seinen Blick für seine Welt nach eigenen Interessen selbst entdeckt und erforscht. Jedes Kind sammelt Erfahrungen auf seine eigene Art und Weise. Es geht nicht darum, Kindern möglichst früh viel beizubringen. Kinder wollen von Natur aus lernen und sind bereit, sich zu bilden, aktiv und neugierig. Dazu bringen sie alle Anlagen mit. Sie sind kompetente, selbstbildende Persönlichkeiten. Ihr Handeln ist nicht an einem bestimmten Zweck ausgerichtet, sondern hat seinen Zweck in sich selbst. Wir wollen das Kind darin begleiten und unterstützen, indem wir Zeit und Raum bieten und günstige Bedingungen schaffen. Das geschieht im Wechselspiel zwischen der Anregung durch Projekte und den Möglichkeiten zum Freispiel. Spiel ist das kindliche Lern- und Lebensprinzip. Im Freispiel entscheiden die Kinder selbst, was sie spielen, ob sie andere beobachten oder sich beteiligen und mit welchem Tempo sie etwas tun. Ohne Einmischung Erwachsener entwickeln sie im Spiel eigene Erfahrungsräume und ihrer Fantasie, aus vorhandenem etwas Neues zu schöpfen, sind keine Grenzen gesetzt. Das pädagogische Personal beobachtet die Spielsituation und kann daraus Rückschlüsse auf die Entwicklungsschritte des Kindes ziehen. Erwachsene überlassen die Kinder nicht einfach nur sich selbst, sondern geben ihnen die Möglichkeit, sich frei zu entfalten. Die Pädagogen vertrauen auf die Fähigkeiten der Kinder und verhelfen den Kindern zu positiven Erfahrungen, die sie aus sich selbst heraus erlangt haben. Positive Erfahrungen können durch das Lob Erwachsener, authentisches Interesse und Mitfreude an den Erfolgen des Kindes verstärkt werden. Der Trost bei Niederlagen und die Ermutigung, es noch einmal zu versuchen, ohne mit anderen Kindern zu vergleichen, sind unerlässliche Wertschätzungen des Kindes im Freispiel.
2 im Freispiel Verlieren u. neu beginnen Toleranz, Annehmen des Anderen, Kommunikationsfähigkeit, Kritikfähigkeit, Emotionale Durchhaltevermögen Empathie Freude empfinden Rücksichtnahme, Bereitschaft zur Kontaktaufnahme. Kooperation, Teilen Soziale Wünsche/Bedürfnisse äußern/umsetzen Gefühle erleben adäquat reagieren laufen, springen Motorische Kognitive Fantasie klettern, greifen, Naturverständnis kneten, malen ordnen,sortieren bauen, Forscherdrang Sachzusammenhänge erkennen und begreifen Unser Ziel ist es: Das Kind in seinem Handeln zu beobachten und daraus Erkenntnisse über die Entwicklung des Kindes zu ziehen. So fördern wir den Selbstbildungsprozess des Kindes und schaffen günstige Spielbedingungen und Freiräume.
3 1.3. Spielerisches Lernen der Weg ist das Ziel Unter gezielter Beschäftigung versteht man die Zeit, in der die Erzieherin mit den Kindern verschiedene Themen erarbeitet. Eine methodische Form ist die Projektarbeit, die wir je nach aktuellem Thema oder Anlass durchführen. Projektarbeit im weitesten Sinne umschreibt eine Methode, Kindern Inhalte zu vermitteln, die in ihnen Lernprozesse und Entwicklungen anregen. Gehen wir aber davon aus, dass der Bildungsprozess nachhaltiger wirkt, wenn er vom Kind ausgeht, müssen wir Wege finden, die die individuelle Situation des Kindes berücksichtigen. Der Prozess muss geleitet sein, von dem Interesse des Kindes und steht im Spannungsfeld zwischen Anregung durch die Pädagogen und der Motivation des Kindes neues zu entdecken. Projekte haben mit der Wirklichkeit zu tun. Wenn man sich mit der Lebenswelt auseinandersetzt, verändert sich diese. Neue Erfahrungen werden gemacht und neue Betrachtungsweisen lassen die Welt mit anderen Augen sehen. Projektarbeit Situationsansatz K I N D Themenorientierung Unser Ziel ist es: Die Pädagogen planen eine Aktivität im Rahmen des Projektthemas, die das Kind in seiner Situation mit einbezieht. Dabei ist es beliebig, ob zunächst das Interesse bei dem Kind für ein bestimmtes Thema durch Präsentation und zur Verfügung gestelltes themenbezogenes Material angeregt wird oder ob ein beobachtetes Interesse des Kindes aufgegriffen wird. Beide Wege führen dazu, dass das Kind in den Fokus des pädagogischen Handelns genommen wird. Alle pädagogischen Angebote berücksichtigen die alters- und geschlechtsspezifischen Bedürfnisse der Kinder, durch die eine Über- bzw. Unterforderung des einzelnen Kindes vermieden werden soll.
4 1.4 Teiloffenes Arbeiten Durch die Teilöffnung, ab 9 Uhr sind die Gruppen, die Eingangshalle mit Polsterlandschaft, der Garten und der Turnraum für alle Kinder zugänglich und bieten somit zusätzlich, vielfältige und abwechslungsreiche Spielmöglichkeiten. Die Rolle der Erzieherin in dieser Zeit ist eine begleitende und beobachtende. Sie beobachtet und schätzt ein: wer tut was? Wer braucht Unterstützung? Wer spielt mit wem? Wie lange beschäftigt sich das Kind mit einer Sache? Treten Konflikte auf, wie werden sie gelöst? usw. Nach der Eingewöhnungszeit haben die Kinder bei uns die Möglichkeit, ab 9.00 Uhr bis zur Brotzeit, an zusätzlichen Erlebnis-, Erfahrungs- und Lernmöglichkeiten teilzunehmen. Sie können sich gegenseitig in den Gruppen besuchen oder den Gang, Halle, Turnraum oder Garten zusätzlich zum Gruppenraum zum Spielen nutzen. Das Personalzimmer kann als Ruhe-, Vorlese- und Rückzugsraum von den Kindern aufgesucht werden. Gemeinsam erstellte Regeln helfen dem Kind, sich zu orientieren und tätig zu werden. Die Teilöffnung ist Teil eines pädagogischen Ansatzes, der für das Kind u.a.folgende Bedeutungen hat: Erweiterung der sozialen Kontakte über die Gruppe hinaus Förderung der Selbständigkeit und des Selbstvertrauens Übungsfeld für eigenverantwortliches Handeln Einbeziehen der Kinder in Planung und Verwirklichung des Kindergartenalltags Stärkere Berücksichtigung der kindlichen Bedürfnisse Aufbau eines partnerschaftlichen Miteinanders Üben von Rücksichtnahme, Fairness und Verantwortungsbewusstseins Regeln verstehen und einhalten. In den zusätzlich geschaffenen Räumen und Bereichen halten sich jeweils eine bestimmte kleine Anzahl von Kindern pro Gruppe auf. Für das Spielen im Garten ist es notwendig, dass sich die Kinder selbständig an- und ausziehen können und eine der Witterung entsprechende Kleidung tragen, z.b. Matschhose und Gummistiefel oder feste Schuhe.
5 1.5. Ganzheitliche Erziehung Im Umgang mit dem Kind ist es uns wichtig, alle Seiten der Persönlichkeitsentwicklung zu berücksichtigen, genau zu beobachten und die Individualität jedes Kindes zu achten. Aus Sicht der Hirnforschung wissen wir, unsere Sinne brauchen vielfältige Nahrung. Das Greifen kommt immer vor dem Begreifen und nachhaltige Lernerfahrungen stammen aus primären, selbst gewonnenen Erlebnissen und vor allem aus eigener Motivation heraus. Der Erfolg am Lernen ist am größten je mehr Spaß und Lust am eigenen Handeln damit verbunden wird. Je intensiver Kinder etwas subjektiv wahrnehmen desto mehr wird im Gehirn abgespeichert. Durch dieses Sammelwerk an Erfahrungen werden sie selbständiger, handlungsfähiger und bekommen die Möglichkeit, selbständig Lösungswege in jeder Situation zu finden. Das ist der Erfahrungsschatz, auf dem sich späteres Lernen und Wissen aufbaut. Durch die Förderung aller Sinne des Kindes bieten wir gute Voraussetzungen zum Sammeln von Eindrücken über sich selbst und seine Lebenswelt und fördern die Entwicklung von Lernprozessen. Durch Beobachtung erkennen wir, was das Kind schon kann, wo seine Stärken liegen und fördern diese spielerisch. Wir bieten den Kindern Raum und Material zum Forschen, Experimentieren, Anregen, Ausprobieren, Erleben, Lernen u.a. Zeit und Zuwendung zum Zuhören, Verstehen, Zärtlich sein, Vertrödeln, Entwickeln von eigenen Interessen, Kreativ sein u.a.
6 1.6. Exemplarischer Tagesablauf im Kindergarten Uhr Bringen der Kinder Persönliche Begrüßung durch die Fachkraft Freispielzeit in der eigenen Gruppe Einzelförderung oder Kleingruppenförderung durch die Fachkräfte 9.00 ca Uhr Freispielzeit mit Teilöffnung Kinder können sich gegenseitig in den Gruppen besuchen. Sie können den Flur, den Garten, die Eingangshalle mit Polsterlandschaft, den Turnraum oder den Nebenraum zum Spielen nutzen. Des Weiteren finden gezielte Angebote mit einzelnen Kindern oder in Kleingruppen statt. Förderangebote für Vorschulkinder Mitwirkung der Eltern an einzelnen Tagen ca Uhr ca Uhr ca Uhr Gemeinsames Aufräumen, Morgenkreis: Kinder werden gezählt wer fehlt, gemeinsames Lied oder Spiel, kurze Erzählrunde Toilette gehen, Hände waschen, Tisch decken Gemeinsame Brotzeit, Geburtstagsfeier oder anderer festlicher Anlass Gezielte Förderangebote und Beschäftigungen nach dem Bildungs- und Erziehungsplan. (wie z.b. Gespräche, Lied, Bilderbuch, Exkursionen, Turnen, Experimente, Projektarbeit und vieles mehr) Uhr Aufenthalt und Spielen im Garten, im Sommer auch ganze Tage im Garten bei Regen: Sing- und Kreisspiele Ab 12./12.15 Uhr Abholzeit, persönliche Verabschiedung des Kindes Uhr Mittagessen Ab ca Uhr Gruppenübergreifende Betreuung der Kinder, die nicht am Mittagessen teilnehmen, zum Sammeln und Ankommen: Vorlesen eines Bilderbuches, anschließend Freispielzeit Ab 13.00/13.30 Uhr Uhr Gruppenübergreifende Betreuung aller Kinder und flexible Abholzeit bis Kindergartenende Projektarbeit gezielte Angebote Freispielzeit
7 1.7. Beobachtung von Lern- und Entwicklungsprozessen Beobachtungen bilden eine wesentliche Grundlage für das pädagogische Handeln im Kindergarten und für die Entwicklungsgespräche mit Eltern, Schule und Fachdiensten. Sie werden gezielt für jedes Kind durchgeführt. Wir haben uns ein Grundschema erarbeitet, welches aber noch weiterentwickelt werden wird. Auf einer ersten Ebene erstellen beide Gruppenkräfte unabhängig voneinander eine Grobeinschätzung (nach IFP, Herrn Mayr) von jedem Kind. Bei festgestellten Auffälligkeiten wird ein fachbezogener Beobachtungsbogen (z.b. Seldak, Perik, Sismik..) zur genaueren Analyse herangezogen. Auf einer zweiten Ebene werden anhand eines Fragebogens kindliche erfasst, um Stärken und Schwächen zu erkennen. Der Bogen kann fortlaufend über die gesamte Kindergartenzeit angewendet werden. Durch eine farbliche Strukturierung erhält man einen guten Überblick.
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