Variablen und Datentypen
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- Hansl Esser
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1 Programmieren mit Python Modul 1 Variablen und Datentypen Selbstständiger Teil Inhaltsverzeichnis 1 Überblick 3 2 Teil A: Geldautomat Einführung Aufgabenstellung Zwischenschritte Erweiterungen Teil B: Verschlüsselung Einführung Caesar-Verschlüsselung Aufgabenstellung Zwischenschritte Erweiterungen Bedingungen für die Präsentation 7
2 Begriffe Programmiersprache Algorithmus Programm Editor Quelltext Syntax Semantik Compiler Bit/Byte Kommentar Binärsystem ASCII-Code Variable Datentyp Ganzzahl (Integer) Gleitkommazahl (Float) String (Zeichenkette) Wertzuweisung Initialisierung Arithmetische Operatoren Bildschirmein- und Ausgabe Autoren: Lukas Fässler, David Sichau Datum: 17 October, 2016 Version: 1.1 Hash: aaaa4d4 Trotz sorgfältiger Arbeit schleichen sich manchmal Fehler ein. Die Autoren sind Ihnen für Anregungen und Hinweise dankbar! Dieses Material steht unter der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International. Um eine Kopie dieser Lizenz zu sehen, besuchen Sie 2
3 1 Überblick Der selbstständige Teil dieses Moduls besteht aus zwei Teilen: Teil A: Geldautomat Teil B: Verschlüsselungsprogramm 2 Teil A: Geldautomat 2.1 Einführung Bei dieser Aufgabe geht es um das Speichern und Überschreiben von Werten in Variablen. Zudem kommen zwei verschiedene Divisions-Operatoren zum Einsatz. 2.2 Aufgabenstellung In dieser Aufgabe sollen Sie einen Geldautomaten simulieren. Die Kundin oder der Kunde soll eingeben können, wie viel Geld er oder sie abheben möchte. Der Geldautomat soll dann berechnen, wie viele und welche Banknoten (100er, 50er, 20er und 10er) er ausgeben soll. Die Anzahl der verwendeten Variablen soll möglichst klein gehalten werden, indem sie wiederverwendet werden. So könnte beispielsweise die Ausgabe für den Betrag 571 aussehen: Wie viel möchten Sie abheben? 571 Eingegebener Geldbetrag: 571 Fr. 100er 5 50er 1 20er 1 10er 0 Rest: Zwischenschritte Erstellen Sie eine Benutzereingabe für einen beliebigen Geldbetrag und speichern Sie den Wert in einer Variablen. Definieren Sie für jede Art von Banknoten (100er, 50er, 20er, 10er) je eine Variable. Berechnen Sie, wie viele 100er-Noten herausgegeben werden sollen und geben Sie den Wert auf dem Bildschirm aus. 3
4 Ganzzahliger Wert einer Division Mit a//100 erhalten Sie den ganzzahligen Wert der Division von a durch 100. Beispiel: 571//100 = 5. Berechnen Sie den Restwert. Ganzzahliger Rest einer Division Mit a%100 erhalten Sie den Rest der Division von a durch 100. Beispiel: 571%100 = 71 Berechnen Sie analog zu den 100er-Noten die Anzahl aller anderen Banknoten. Tipp: Kopieren Sie den Anweisungsblock für die 100er-Noten und ändern Sie ihn für die anderen Noten ab. 2.4 Erweiterungen Für diese Erweiterungen benötigen Sie Bedingungsprüfungen, die erst im nächsten Modul ausführlich behandelt werden. Bedingte Programmausführung Syntax: Die Anweisungen werden nur ausgeführt, wenn die Bedingung zutrifft: if Bedingung: Anweisungen Beachten Sie die korrekte Einrückung mit der Tab-Taste. Überprüfen Sie nach der Eingabe des Geldbetrags, ob abgerundet werden muss und informieren Sie den Kunden über den tatsächlich ausbezahlten Betrag. Lassen Sie nur die Banknotenarten anzeigen, die ausgegeben werden. Nehmen Sie an, dass nur ein bestimmter Maximalbetrag abgehoben werden kann. Prüfen Sie deshalb, ob die gewünschte Summe des Kunden dieses Limit überschreitet und informieren Sie ihn darüber, wenn dies der Fall sein sollte. Es kann sein, dass der Kunde gerne etwas kleinere Noten haben möchte. Fragen Sie ihn deshalb danach (z.b. mit 0=nein, 1=ja), ob er gemischte Noten wünscht. Überlegen Sie sich zuerst, wie Sie die Noten zusammenstellen wollen. Ändern Sie danach das Programm entsprechend. 4
5 3 Teil B: Verschlüsselung Bei dieser Aufgabe werden Sie zwei Programme schreiben, um den Umgang mit Variablen und Datentypen zu üben: Programm zum Verschlüsseln eines Zeichens mit einem Chiffrierschlüssel Programm zum Entschlüsseln eines Zeichens mit einem Chiffrierschlüssel 3.1 Einführung Verschlüsselung nennt man den Vorgang, bei dem ein Klartext mit Hilfe eines Verschlüsselungsverfahrens in einen Geheimtext (d.h. eine unleserliche, schwer zu interpretierende Zeichenfolge) umgewandelt wird (siehe Abbildung 1). Die Wissenschaft der Geheimtexte wird Kryptologie genannt. Geheimschlüssel Klartext "lesbar" Verschlüsselung Entschlüsselung Geheimtext "unleserlich" Das_ist_ein_klarer_Text_ und_wird_verschlüsselt RGFzX2lzdF9laW5fa2xhc mvyx1rlehrfdqp1bmrf Abbildung 1: Durch Verschlüsselung wird mit Hilfe eines Schlüssels aus einem Klartext ein Geheimtext erzeugt Caesar-Verschlüsselung Unser Chiffrierprogramm soll auf der Tatsache beruhen, dass jedem Buchstaben gemäss der ASCII-Tabelle (siehe Theorieteil) eine Zahl zugeordnet ist. Wird nun zur Verschlüsselung diese Ordnungszahl um einen bestimmten Wert vergrössert oder verkleinert, verschiebt man sie in der ASCII-Tabelle um den jeweiligen Wert. Diese Verschlüsselungsart funktioniert ähnlich wie die Caesar-Verschlüsselung, eines der einfachsten aber auch unsichersten Verschlüsselungsverfahren. 3.2 Aufgabenstellung Unser Verschlüsselungsprogramm soll aus folgenden drei Teilen bestehen: 5
6 1. Eingabe des zu verschlüsselnden Zeichens und des Schlüssels: Hier sollen das zu verschlüsselnde Zeichen sowie der Schlüssel über die Konsole frei eingegeben werden können. Beispiel: Zeichen? A Schluessel? 5 2. Verschlüsselung: Hier soll die Verschlüsselung stattfinden, indem das eingegebene Zeichen um den eingegebenen Schlüsselwert in der ASCII-Tabelle verschoben wird. Beispiel: An welcher Stelle der ASCII-Tabelle befindet sich das eingegebene Zeichen? Bei der Eingabe von A wäre das Resultat beispielsweise 65. Der eingegebene Schlüssel (z.b. 5) wird vom Resultat des ersten Schritts (hier also 65) subtrahiert: 65-5=60. Welches Zeichen befindet sich in der ASCII-Tabelle an der neuen Stelle? An der 60. Stelle befindet sich folgendes Zeichen: <. 3. Ausgabe des verschlüsselten Zeichens: Hier soll das verschlüsselte Zeichen in der Konsole ausgegeben werden. Beispiel: A wird zu < 3.3 Zwischenschritte Erstellen Sie eine Benutzereingabe für das zu verschlüsselnde Zeichen und den Schlüssel. Hinweis: Beachten Sie den Datentyp. Führen Sie die Verschlüsselung durch. Diese geschieht in drei Schritten: 1. Bestimmen Sie die Ordnungszahl des eingegebenen Zeichens in der ASCII-Tabelle und speichern Sie das Resultat in einer weiteren Variablen. 6
7 Ordnungszahl eines Zeichens in der ASCII-Tabelle bestimmen So können Sie in Python ein Zeichen in die Ordnungszahl in der ASCII-Tabelle übersetzen: ord(zeichen) 2. Verschieben Sie die Ordnungszahl aus Schritt 1 um den eingegebenen Schlüssel (z.b. mit einer Subtraktion) und speichern Sie das Resultat in einer neuen Variablen. 3. Bestimmen Sie aus dem Resultat des 2. Schritts das entsprechende Zeichen in der ASCII-Tabelle. Zeichen aus der Ordnungszahl in der ASCII-Tabelle bestimmen So können Sie in Python eine Ordnungszahl in der ASCII-Tabelle in ein Zeichen übersetzen: chr(variable) Schreiben Sie eine Bildschirmausgabe unter Angabe der Eingabewerte. Ändern Sie Ihr Chiffrierprogramm so ab, dass Sie einen verschlüsselten Text buchstabenweise entschlüsseln können. Testen Sie Ihr Programm, indem Sie folgendes Wort entschlüsseln: Wort: <XVVN[ Schlüssel: 23 Hinweis: Ihr Programm muss dazu sechs Mal ausgeführt werden. 3.4 Erweiterungen Mit welchen Strategien könnte die Sicherheit dieser Verschlüsselung erhöht werden? Wie könnten Sie erreichen, dass Sie mit Ihrem Verschlüsselungsprogramm ganze Wörter und sogar Texte verschlüsseln können? 4 Bedingungen für die Präsentation Führen Sie einer Assistentin oder einem Assistenten Ihre beiden Programme (Geldautomat und Verschlüsselung) am Bildschirm oder in ausgedruckter Form vor. Überlegen Sie sich, wie Sie einem Laien folgende Fragen erklären würden: 7
8 Wie werden in einem Python-Programm Variablen verwendet? Was sind Datentypen? Wie funktioniert ihre Verschlüsselung? Wie schätzen Sie die Sicherheit dieser Verschlüsselungsart ein? Die Begriffe dieses Moduls sollten Sie mit einfachen Worten erklären können. 8
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