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1 Die Transfusion von Antikörperträgern: Standardprozedere, seltene Bluttypen, neue Versorgungsansätze Österreichisches Rotes Kreuz Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und Burgenland Christof Jungbauer, 17. Allander Gerinnungsrunde,

2 1 2 3 Inhalt Der serologische Problempatient, Antikörperträger, geeignete Blutprodukte Der serologische Problempatient Standardprozedere Spenderdatenbank, Genotypisierung und neue Versorgungsansätze Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

3 1 Serologischer Problempatient Was kann die Blutgruppenserologische Testung komplizieren? - ABO-Blutgruppe nicht eindeutig bestimmbar - RhD nicht eindeutig bestimmbar - Antikörpersuchtest ist positiv - Serologische Verträglichkeitsprobe (Kreuzprobe) ist positiv Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

4 1 Serologischer Problempatient Was kann die Blutgruppenserologische Testung komplizieren? - ABO-Blutgruppe nicht eindeutig bestimmbar Der antransfundiert Patient Schwache A- oder B-Varianten Kälteantikörper, etc. andere Ursachen Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

5 1 Serologischer Problempatient Was kann die Blutgruppenserologische Testung komplizieren? - RhD nicht eindeutig bestimmbar Der antransfundiert Patient Schwache RhD-Varianten (RhD weak, früher D u ) andere Ursachen Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

6 1 Serologischer Problempatient Was kann die Blutgruppenserologische Testung komplizieren? - Antikörpersuchtest ist positiv Standardvorgehen: Antikörperdifferenzierung spezifische Antikörper nicht spezifizierbare Antikörper unspezifische Reaktionen FRAGESTELLUNG: IST DER ANTIKÖRPER/DIE REAKTION KLINISCH RELEVANT? Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

7 1 Antikörperträger Bild bei spezifischen Antikörpern gegen nicht-hochfrequente Antigene Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

8 1 Serologischer Problempatient Unspezifische Reaktionen in der Gelkarte? Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

9 1 Serologischer Problempatient Unbekannte Antikörperspezifität gegen ein hochfrequentes Antigen (?) Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

10 1 Serologischer Problempatient Was kann die Blutgruppenserologische Testung komplizieren? -Serologische Verträglichkeitsprobe (Kreuzprobe) ist positiv Spezifischer Antikörper Unspezifische Reaktion ZIEL: NEGATIVE KREUZPROBE EVENTUELL IN EINEM WENIGER SENSITIVEN MILEAU Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

11 2 Standardprozedere Management des Transfusionsprozesses ABO-, RhD-Bestimmung wenn möglich bestimmen Antikörperscreening Kreuzprobe Blutprobe prätransfusionell abnehmen wenn positiv: Ak-Differenzierung anschließend Kreuzprobe mit bezüglich betroffenen Antigenen negativen Blutprodukten im Notfall: sofortige Kreuzprobe und Transfusion bei negativer Reaktion - wenn unvermeidbar: TX gegen positive KP Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

12 Konservenbereitstellung für Träger von irregulären antierythrozytären Antikörpern Eine Hauptaufgabe von Blutbanken ist die Versorgung von Antikörperträgern mit kompatiblen Blutprodukten. Die Blutspendezentrale bekommt monatlich etwa 90 Anfragen zur Bereitstellungen t von kompatiblen Blutprodukten für Antikörperträger. t Durchrechnungszeitraum: ein Monat Leb P1Cob Chaweitere 1% 1% 0% 0% 4% Anzahl der Faktorensuchen: 90 Lea Lua N S 6% 1% 0% 3% s durchschnittliche Konservenzahl: 3,3 M 0% 3% Fyb eine Antikörperspezifität: 70% 0% Fya zwei Antikörperspezifitäten: ifität 18% 11% drei Antikörperspezifitäten: 9% Jkb 1% Jka vier Antikörperspezifitäten: 3% 10% Kpb 0% K zusätzlich unspezifische Antikörper: 6% k 10% A1 D 4% 3% Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde, Kpa 4% 0% f 0% e 2% C 9% E 13% c 7% Cw 7%

13 1 Konservenbereitstellung Welche irregulären Antikörper werden berücksichtigt? Abbildung: Inzidenz der Bestellung von Erythrozytenkonzentraten t t t für Antikörperträger t nach Antigenen über einen Zeitraum von 12 Monaten (BSZ 2007) E Jka Fya Cw K Kpa c M Lea C e S Lua Jkb D A1 Leb Fyb Wra s P1 N Yta k Kpb P2k Lub Gya Vel PP1Pk Coa Lu14 H P1k Cob Doa Dob LWa Vw In den letzten Jahren wurden von der Blutspendezentrale etwa fünfzigf verschiedene Antigene typisiert beziehungsweise bei der Bereitstellung von Blutprodukten berücksichtigt. t Für einige dieser Antigene sind kaum serologische Reagenzien verfügbar (Co, Do, Kpb, etc.) E > Jk a > Fy a > Cw > K > Kp a > c > M > Le a > C > e > S > Lu a > Jk b > D Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

14 Spendergenotypisierung Aufbau einer Spenderdatenbank Das Österreichische Rote Kreuz hat im derzeitigen Spendertypisierungsprojekt bislang Spender bezüglich 36 Antigene ausgewertet. Dabei wurden Antigentypisierungen t i i durchgeführt und in die Spenderdatenbank übertragen. Es konnten über 100 neue HFA-negative Spender identifiziert werden 1. 1 Jungbauer C. Molecular Bases and Genotyping for Rare Blood Types, Transfus Med Hemother 2009;36: Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

15 Rare R Blood d als l transfusionsmedizinisches f d h ProblemP Antikörper gegen hochfrequente Antigene (HFA) stellen ein massives Versorgungsproblem g in der Transfusionsmedizin dar HFA verträgliche Spender bekannte Spender (BSZ) Kryokonserven (BSZ) k 1: Vel 1: Yta 1: Kpb 1: Lub 1: pp 1: P2k 1: Um für einen HFA-Antikörperpatienten eine einzige verträgliche Konserve zu finden, müssen mehrere hundert bis tausend Konserven durchtypisiert werden Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

16 3 Spendergenotypisierung Aufbau einer Spenderdatenbank Jungbauer C. Molecular Bases and Genotyping for Rare Blood Types. Transfus Med Hemother 2009;36: Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

17 3 Molekularbiologie der Blutgruppenantigene Aus: Reid M. The Blood Group Antigen Facts Book, Academic Press 2000

18 3 CD44 Complement Receptor 1 C4A, C4B Funktion der Blutgruppenantigene Chemokin Receptor Anion Exchanger Aquaporin-1 Decay Accelerating Factor Urea Transporter Aus: Reid M. The Blood Group Antigen Facts Book, Academic Press 2000 Acetylcholin Esterase

19 KELL-Protein K / k Phänotyp unterscheiden sich durch den Austausch einer Aminosäure 3 COOH COOH 193 Thr 193 Met NH 2 k, Cellano NH 2 K, Kell

20 KELL-Gen K / k Genotyp unterscheiden sich durch einen Basenaustausch k 698C 3 K 698T Exon 6

21 RED BLOOD CELL ANTIGEN SYSTEMS Number System name System symbol Number of Antigens Gene name(s) Chromosomal location 1 ABO ABO 4 ABO 9q34.1-q MNS MNS 43 GYPA, GYPB, GYPE 4q28-q31 3 P P1 1 P1 22q11.2-qter 4 Rh RH 49 RHD, RHCE 1p36.2-p34 5 Lutheran LU 19 LU 19q Kell KEL 25 KEL 7q33 7 Lewis LE 6 FUT3 19p Duffy FY 6 FY 1q22-q23 9 Kidd JK 3 SLC14A1 18q11.1-q11.2 q 10 Diego DI 21 SLC4A1 17q21-q22 11 Yt YT 2 ACHE 7q22 12 Xg XG 2 XG, MIC2 Xp22.32, Yp Scianna SC 5 ERMAP 1p36.2-p Dombrock DO 5 DO 12p13.2-p12.12 p Colton CO 3 AQP1 7p14 16 Landsteiner-Wiener LW 3 LW 19p Chido/Rodgers CH/RG 9 C4A, C4B 6p Hh H 1 FUT1 19q13 19 Kx XK 1 XK Xp Gerbich GE 8 GYPC 2q14-q21 21 Cromer CROM 13 DAF 1q32 22 Knops KN 8 CR1 1q32 23 Indian IN 2 CD44 11p13 24 Ok OK 1 BSG 19p Raph RAPH 1 MER2 11p John Milton Hagen JMH 1 SEMA7A 15q23-q24 27 I I 1 CGNT2 6p24 28 Globoside GLOB 1 B3GALT3 3q25 29 GIL GIL 1 AQP3 9p ISBT Committee on RBC Antigens

22 3 Hämovigilanz Die Daten der britischen Serious Hazards of Transfusion (SHOT) Initiative SHOT ICBT Incorrect Blood Component Transfused Anti-D Anti-D Immunisatzion ATR Acute Transfusion Reaction HTR Hemolytic Transfusion Reaction PTP Post Transfusion Purpura TA-GVHD Graft Versus Host Disease TTI Transfusion Transmitted Infection Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

23 Österreichisches Rotes Kreuz Blutspendezentrale für Wien, Niederösterreich und Burgenland Wiedner Hauptstrasse 32, 1040 Wien Patientenlabor Tlf Telefon: (1) Konservenausgabe Telefon : +43 (1) Christof Jungbauer, 17.Allander Gerinnungsrunde,

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