Sortenwahl bei Sommergetreide
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- Kasimir Schmid
- vor 9 Jahren
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1 Sortenwahl bei Sommergetreide Besonderheiten Sommergetreideanbau im Vergleich zum Wintergetreideanbau: Auflockerung der Fruchtfolge. Möglichkeit einer nachhaltigen Beseitigung von Bodenstrukturschäden. Relativ einfache und preiswerte Produktionstechnik (weniger Überfahrten). Entzerrung von Arbeitsspitzen. Niedrigere und vor allem stärker schwankende Erträge, Sommergetreide unterliegt in höherem Maße witterungsbedingten Anbaurisiken. Im Mittel stehen von der Saat bis zur Ernte eine Vegetationszeit von rund 140 bis 160 Tagen zur Verfügung, in der die Witterung als natürlicher ertrags- und qualitätsbestimmender Anbauparameter (Wasser- und Temperaturverhältnisse), schon stimmen muss. Spätere mögliche Saat wird nicht durch Reifeverzögerung, sondern durch Lebensverkürzung ausgeglichen! Die Stickstoffdüngung kann bei den "kurzlebigen" Sommerkulturen auf 2 Überfahrten reduziert werden: - Erste N-Düngung kurz vor der Saat sollte, wenn möglich, flach eingearbeitet werden, um den Keimpflanzen einen zügigen Start zu ermöglichen. Empfiehlt sich insbesondere für trockene Standorte, wenn es nach der Saat längere Zeit trocken bleibt. - Zweite und letzte N-Düngung sollte spätestens in EC 37 (Fahnenblattstadium) erfolgen. Stand:
2 Sommerweizen Besonderheiten: Unter den Sommergetreidearten die höchsten Ertragsleistungen (ca. + 25%). Liegen nach der Besonderen Ernteermittlung (BEE) auf dem Niveau der Wintergerstenerträge. Eiweißgehalte eines Sommerweizens immer mindestens 1% höher als beim Winterweizen. Sommerweizen mit einer besseren Winterhärte werden als Wechselweizen bezeichnet und können im Spätherbst in milderen Lagen ausgesät werden. - Vorteile: flexible Saatzeitspanne von November bis Frühjahr, in der Entwicklung etwas zügiger, reifen etwas eher ab als spät gesäter Winterweizen, qualitativ hochwertige Sorten sind zu bevorzugen, liegen mit ihren Erträgen auf dem Niveau von E- Winterweizen. - Anbau von Wechselweizen am ehesten für die Produktion von Qualitätsweizen, wenn Preisaufschläge erzielt werden können. Sommerweizen stellt, aufgrund seines schwächeren Wurzelwerks, hohe Ansprüche an den Boden, ausreichende Wasserversorgung sollte gegeben sein. Wasserführende, schwerere Standorte garantieren ein sicheres, höheres und ausgeglicheneres Ertrags- und Qualitätsniveau. Argumente für einen Sommerweizenanbau: Späte Zuckerrübenernte unter ungünstigen Witterungs- und Bodenbedingungen, Weizensaat könnte zu bodenstrukurbeeinträchtigender bzw. -schädigender Saatbettbereitung und Einschmieren führen. Beseitigung länger vorhandener Bodenstrukturschäden mit dem Ziel der nachhaltigen Beseitigung Bodenbearbeitung im Frühjahr zu optimalen Bedingungen flexibler möglich. Geringere Anbauintensität aus arbeitswirtschaftlichen Gründen erwünscht. Anbauhinweise: Saatzeit möglichst früh, ab Ende Februar Anfang bis Mitte März, vor dem Sommerhafer (wasseranspruchsvollste Art), Durchschnittstemperatur sollte den Gefrierpunkt überschritten haben. Keimung ist bei 0-1 C bereits möglich Nutzung Winterfeuchtigkeit, frühzeitiger Bestandesschluss Nutzung längerer Wachstumszeit unter Kurztagsbedingungen (Tageslichtlängen unter 14 Stunden) fördert Bestockung und (Seitentrieb-) Bewurzelung. Saatbettbeschaffenheit: tief durchwurzelbarer Krumenbereich sowie ein nach unten festes und oben locker liegendes Saatbett. Gegenüber Einschmieren empfindlicher als Winterweizen. Saattiefe: Bei noch sehr kaltem Boden möglichst flach säen. Ein dem Krankheitsauftreten und der jeweiligen Sortenanfälligkeit angepasster Pflanzenschutz zeigte sich mehrjährig wirtschaftlich lohnend. Wachstumsregulatoren zur Standfestigkeitssicherung ebenfalls erforderlich. Stand:
3 Sommerweizen Aussaatmengen- bzw. Saatstärkenempfehlungen Lößstandorte Lehmstandorte Sandstandorte Höhenlagen anzustrebende Zielbestandsdichte (Ähren/qm): Beährungskoeffizient (ährentragende Halme je Pflanze): ,6 2,5 2,7 2,5 TKM (g) (blaues Z-Saatgut-Etikett): Keimfähigkeit (%) (blaues Z-Saatgut-Etikett): Feldaufgangsverluste (%) * : Überwinterungsverluste (%) * : Aussaatmenge (kg je ha): = Saatstärke (Körner je qm): Saatbettzustand: schlechtere Bedingungen erhöhen Feldaufgangs- sowie Überwinterungsverluste! Saatmengenzuschlag erforderlich. Saatzeit: je später, desto niedriger der Beährungskoeffizient! Zielbestandesdichte / Beährungskoeffizient (Feldaufgangsverluste + Überwinterungsverluste) 600 / 2, (9 + 2) x 100 = 270 Kö/m² Zur endgültigen Berechung der korrekten Aussaatmenge sind dann noch die TKM und die Keimfähigkeit zu berücksichtigen: Aussaatmenge = Saatstärke x TKM / Keimfähigkeit Rechenbeispiel: 270 Kö/m² x 45 g / 92 % = 132 kg je ha * gegebenenfalls eigene Erfahrungswerte eingeben Sortenspezifische Beschreibungen der empfohlenen Sommerweizensorten für 2015 Sorten Ergebnisse n = sehr hohe Erträge werden erzielt, wenn... Ähren/ qm Kz/Ähre TKM (g/1000 Kö.) zu beachtende agronomische Besonderheiten Schwächen/ Anfälligkeiten Stärken/ Widerstandsfähigkeiten sonstige Besonderheiten Tybalt (A) 42 um 550 um 35 um 50 Ährenfusarium kürzer, standfester, Mehltau, Braunrost, Gelbrost TKM bei höheren BD relativ stabil bleibend, spätreifer KWS Chamsin (A) 27 um DTR, Braunrost, Gelbrost, Septoria kürzer und standfest, Ährenfusarium TKM bei höheren BD stärker sinkend Alora (A) Standfestigkeit, Mehltau Ährenfusarium TKM bei höheren BD leicht sinkend Sonett (E)* 16 um 650? um 35? 40-45? Ährenfusarium, DTR standfest, Mehltau, Gelbund Braunrost TKM bei höheren BD relativ stabil bleibend? * = Datengrundlage nicht ausreichend, daher nur vorläufige Beurteilung möglich Ähren/qm = Bestandesdichte = BD Stand:
4 Die Leistungen der Sommerweizensorten im Ertrag mehrjährig Anbaugebiet Lehmstandorte - Nordwest Prüfjahr Anzahl der Versuche Ertrag (dt/ha) 71,9 69,1 77,2 87,8 81,0 78,3 Tybalt (A) Sonett (E) KWS Chamsin (A) Alora (A) Granus (E) Quintus (A) Cornetto (A) xxx = Wertprüfungsergebnisse Die Eiweißleistungen (relativ) der Sommerweizensorten 2015 und mehrjährig Lößstandort Kerpen- Buir Lage- Heiden Lehmstandorte Astrup Königslutter BM LIP OS HE L/85 sl/60 sl/61 ul/80 VS*Protein % = ,2 12,3 14,5 12,7 13,2 13,2 13,1 14,4 13,2 13,9 14,5 13,6 14,0 KWS Chamsin (A) Sonett (E) Alora (A) Tybalt (A) Granus (E) Cornetto (A) Quintus (A) Gesamtmittel Stand:
5 Leistungen der Sommerweizensorten in ihren agronomischen Eigenschaften agronomische Merkmale Krankheitsanfälligkeit für Qualitätsmerkmale Ertragsbildung über Sorten Züchter/ Vertrieb Zulassungsjahr Reife Pflanzenlänge Lagerneigung Mehltau Blattseptoria Tybalt(A) Eckendorf/ SU KWS Chamsin(A),1 KWS Getreide Alora(A), 1 Schweiger/IG Sonett(E) SYN Cereals DTR Granus(E), 1 Strube/SU Cornetto(A), 1 Secobra/BayWa Quintus(A), 1 Eckendorf/SU Erläuterungen: = schlechter/geringer als Durchschnitt = besser/höher als Durchschnitt 1 = Herbstaussaat möglich Gelbrost Braunrost Fallzahl Proteingehalt Sediwert Ährenfusarium Spelzenbräune Fallzahlstabilität Bestandesdichte Kornzahl je Ähre TKM Sommerweizen Die Sortenempfehlungen für 2015 Lehmstandorte - Nordwest Tybalt drei- und mehrjährig geprüfte Sorten A - Sorten (KWS Chamsin 1 ) (Alora 1 ) erstjährig, zum Probieren E - Sorte A - Sorten Sonett Quintus Cornetto 1 = "Wechselweizenneignung" - bei später Herbstaussaat ( ) = bei eigenen guten Anbauerfahrungen, über die Jahre schwankend um das Versuchsmittel Sommerhafer Besonderheiten: Die jährlichen Ertragsschwankungen beim Hafer liegen gegenüber den anderen Sommergetreidearten deutlich höher. Für die Qualitätshafererzeugung ist die hl-gewichtsleistung der Sorten erzeugerpreisrelevant. Die Mindest - Hektolitergewichte von kg je Hektoliter sind nicht immer sicher zu erreichen (Preisabzüge). o Nur Standorte mit sicherer Wasserverfügbarkeit während der Vegetationszeit kommen in Frage. Wassermangel, vor allem in der kritischen Kornfüllungsphase, wirkt stark qualitätsmindernd, umso mehr, je höher die Bestandesdichte ist. Stand:
6 o Die Spelzenfarbe (weiß, gelb) hat keinen differenzierenden Einfluss auf die Nutzbarkeit als Qualitätshafer. Schwarzhafer ist für Pferdehalter interessant, die Inhaltstoffzusammensetzung unterscheidet sich nicht von den anderen Sorten. o Hohe Tausendkornmasse bei möglichst bauchiger Kornausbildung ist ein weiteres Qualitätsmerkmal (Verhältnis von Spelzenanteil zu verwertbarem Körneranteil günstig). Daher darf die Bestandesdichte (rispentragende Halme je qm) nicht überzogen werden. Als Futterhafer sind ebenfalls Sorten mit einem geringen Spelzenanteil zu bevorzugen Verhältnis Rohfasergehalt zu Rohprotein- bzw. Rohfettgehalt günstiger (Verdaulichkeit des Futters beim Einsatz im eigenen Betrieb). Zwischen der Höhe des Hektolitergewichts und der Höhe des Energiegehaltes nach jüngeren Untersuchungen jedoch nahezu keine Korrelation. Frühe Saat in ein trockenes, feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett. Winterfeuchtigkeit und kurze Tageslängen gewährleisten eine ausreichende Bestockung und Bestandesdichte. Hohes Nährstoffaneignungsvermögen (höhere Energiegewinnung aus der Wurzelatmung). Stark verzweigtes Wurzelsystem. Eine Stickstoffüberversorgung kann leicht zu ertrags- und qualitätsmindernden Verlusten durch Lager und einer verzögerten, ungleichmäßigen Abreife des Strohs führen. Zweimalige Stickstoff-Düngung reicht aus. Starke Ertragsreaktion gegenüber Blattlausbefall (Haferröte durch Gelbverzwergungsvirus). Bei starkem Befall(Warndiensthinweise!) Insektizideinsatz. Zeigerpflanze für Manganmangel. Phytosanitäre Wirkung auf den Halmbrucherreger (Cercosporella herpotrichoides) in sehr weizenlastigen Fruchtfolgen. Auch hinsichtlich der Schwarzbeinigkeit (Gaeumannomyces graminis) phytosanitäre Wirkung (Wurzelausscheidungen Cumarin und Scopoletin). Sommerhafer Die Sortenempfehlungen für 2015 Lehmstandorte Nordwest Sandstandorte Nordwest drei- und mehrjährig geprüfte Sorten Moritz (g) [Max (g)] [Flocke (w)] [Moritz (g)] Simon (g) Oberon (g) Ozon (g) zweijähig geprüft, [Poseidon (g)] zum Testen [Symphony (w)] [ ] bei eigenen guten Anbauerfahrungen, über die Jahre schwankend um das Versuchsmittel (w) = Weißhafer, (g) = Gelbhafer Stand:
7 Sommerhafer: Aussaatmengen- bzw. Saatstärkenempfehlungen Lößstandorte Lehmstandorte Sandstandorte Höhenlagen anzustrebende Zielbestandsdichte (Ähren/qm): Beährungskoeffizient (ährentragende Halme je Pflanze): ,5 1,3 1,2 1,5 TKM (g) (blaues Z-Saatgut-Etikett): Keimfähigkeit (%) (blaues Z-Saatgut-Etikett): Feldaufgangsverluste (%) * : Aussaatmenge (kg je ha): = Saatstärke (Körner je qm): Saatbettzustand: schlechtere Bedingungen erhöhen Feldaufgangs- sowie Überwinterungsverluste! Saatmengenzuschlag erforderlich. Saatzeit: je später, desto niedriger der Beährungskoeffizient! Zielbestandesdichte / Beährungskoeffizient Feldaufgangsverluste 410 / 1, x 100 = 332 Kö/m² Zur endgültigen Berechung der korrekten Aussaatmenge sind dann noch die TKM und die Keimfähigkeit zu berücksichtigen: Aussaatmenge = Saatstärke x TKM / Keimfähigkeit Rechenbeispiel: 332 Kö/m² x 37 g / 97 % = 127 kg je ha * gegebenenfalls eigene Erfahrungswerte eingeben Die hl-gewichtsleistungen der Sommerhafersorten im Erntejahr 2014 und mehrjährig Lehmstandorte Nordwest Sandstandorte Nordwest Standort Kerpen- Buir Lage- Heiden Altenme ll-rich Futterkamp Rotenburg Wehnen Rupennest Süderhastedt Bundesland NRW NRW NRW SH Mittel Mittel Orte NS NS NS SH SH Orte Kreis BM LIP SO PLÖ ROW WST ROW HEI SL Bodenart/Ackerzahl L/85 sl/60 L/52 sl/60 ls/34 S/35 ls/28 anl.s/28 S/24 Standortmittel kg/hl = ,0 48,7 49,4 48,7 49,4 50,2 52,2 52,4 54,4 46,3 51,1 50,2 48,5 48,4 46,2 45,0 49,6 51,6 Max (G) Oberon (G) Flocke (W) Simon (G) Moritz (G) Schuby Symphony (W) Ozon (G) Poseidon (G) Tim (G) Gesamtmittel Einzeljahre Stand:
8 Die Leistungen der Sommerhafersorten in ihren agronomischen Eigenschaften agronomische Merkmale Krankheitsanfälligkeit für Qualitätsmerkmale Ertragsbildung über Zulassungsjahr Reife Reifeverzögg des Strohs Pflanzenlänge Lager Sorten Züchter/Vertrieb Max (G) Bauer/IG Halmknicken Mehltau Blattflecken Kronenrost Sortierung > 2,5 mm hl-gewicht Spelzenanteil Anteil n. entspelzter Körner Bestandesdichte Kornzahl je Rispe TKM Moritz (G) Bauer/IG Flocke (W) Dr.Alter/SYN Cereals Oberon (G) Nordsaat/SU Simon (G) Bauer/IG Symphony (W) Nordsaat/SU Ozon (G) Hauptsaaten (Nords/SU) Poseidon (G) Nordsaat/SU Tim (G) Bauer/IG Erläuterungen: G = Gelbhafer, W = Weißhafer = schlechter/geringer als Durchschnitt = besser/höher als Durchschnitt Die Leistungen der Sommerhafersorten im Ertrag mehrjährig Ackerbauregion Lehmstandorte Nordwest Sandstandorte Nordwest Prüfjahr Anzahl der Versuche Ertrag (dt/ha) 79,0 69,8 73,8 88,0 89,8 88,5 66,8 45,7 70,4 96,4 81,4 74,1 Simon (G) Moritz (G) Max (G) Oberon (G) Flocke (W) Ozon (G) Poseidon (G) Symphony (W) Tim (G) xxx = Wertprüfungs ergebnis se (w) = Weißhafer, (g) = Gelbhafer Stand:
9 Sortenspezifische Beschreibungen der empfohlenen Sommerhafersorten für 2015 Sorten Ergebnisse n = hohe Erträge werden erzielt, wenn Ähren/ qm Kz/Rispe TKM (g/1000 Kö.) Schwächen / Anfälligkeiten agronomische Besonderheiten Max (g) Standfestigkeit, Halmknicken etw.kürzer Stärken / Widerstandsfähigkeiten qualitative Besonderheiten hl-gew. um 50, als Mühlenhafer geeignet Moritz (g) 44 um 400 um 60 um 40 Standfestigkeit, Halmknicken etw. kürzer hl-gew um 50, Futterhafer Flocke (w) 27 um 400 um Mehltau Standfestigkeit, Halmknicken hl-gew. um 50, als Mühlenhafer geeignet Oberon (g) um Standfestigkeit hl-gew. um 50 Simon (g) um 60 um 40 Mehltau frühreifer, (Strohstabilität) hl-gew Poseidon (g) 20 um Standfestigkeit, Halmknicken hl-gew Symphony (w) 19 um Standfestigkeit, Halmknicken hl-gew. um 50, längere Sorte Ozon (g) um Mehltau, (Strohstabilität) hl-gew. um 50 Sommer-Futtergerste Besonderheiten: Gegenüber Sommerhafer und Sommergerste ertragsstabiler. Verträgt auch kurze Vegetationszeiten bei verspäteter Aussaat. Grundsatz, je früher die Aussaat desto besser, gilt aber auch hier. Reagiert empfindlich auf Bodenverdichtungen, gute Saatbettbedingungen sollten abgewartet werden. Die Grundsätze für die N-Düngung sind die gleichen, wie bei den anderen Sommergetreidearten. Neigt stärker zu Zwiewuchs. Hat einen geringen Vorfruchtwert. Mehrmaliger Anbau unmittelbar hintereinander möglich. Sortenspezifische Beschreibungen der empfohlenen Sommerfuttergerstensorten für 2015 Sorten Ergebnisse n = sehr hohe Erträge werden erzielt, wenn... Ähren/ qm Kz/Ähre TKM (g/1000 Kö.) zu beachtende agronomische Besonderheiten Schwächen/ Anfälligkeiten Stärken/ Widerstandsfähigkeiten sonstige Besonderheiten Streif um 50 Mehltau TKM bei höheren BD leicht zunehmend Milford 22 um um 50 Rhynchosporium Standfestigkeit, Halm- und Ährenknicken, Zwergrost TKM bei höheren BD stabil bleibend, spätreifer Salome 22 um um 50 Rhynchosporium Standfestigkeit, Mehltau TKM bei höheren BD leicht zunehmend Britney Mehltau TKM bei höheren BD leicht sinkend? Rhynchosporium, Vespa Mehltau TKM bei höheren BD stabil bleibend? Zwergrost Ähren/qm = Bestandesdichte = BD? = Datengrundlage nicht ausreichend, daher nur vorläufige Beurteilung möglich Stand:
10 Sommerfuttergerste Die Sortenempfehlungen für 2015 Lehmstandorte Sandstandorte Salome drei- und mehrjährig geprüfte Sorten Milford (Milford) (Streif), zum Testen Vespa (Britney) interessant für KWS Dante Sydney Neuvermehrung ( ) = bei eigenen guten Anbauerfahrungen, über die Jahre schwankend um das Versuchsmittel Die Leistungen der Sommerfuttergerstensorten im Ertrag mehrjährig Ackerbauregion Sandstandorte - Nordwest Lehmstandorte Nord/West Prüfjahr Anzahl der Versuche Ertrag (Vers.mittel dt/ha) 68,8 60,3 67,5 73,0 84,2 83,6 77,6 74,5 74,8 86,9 89,2 90,4 Salome Streif Milford JB Flavour Britney Vespa Montoya Melius Sydney KWS Dante xxx = Wertprüfungsergebnisse, geringe Standortzahl Stand:
11 Agronomische Eigenschaften der Sommerfuttergerstensorten agronomische Merkmale Krankheitsanfälligkeit für Qualitätsmerkmale Ertragsbildung über Bestandesdichte Zulassungsjahr Reife Pflanzenlänge Lager Halmknicken Ährenknicken Sorten Züchter/Vertrieb JB Flavour Breun/SYN Cereals Mehltau Netzflecken Zwergrost hl-gewicht Eiweißgehalt Rhynchosporium Marktwarenanteil Vollgersteanteil Kornzahl je Ähre TKM Streif IG/Streng Milford Breun/SYN Cereals Salome, 1) Nordsaat/SU Vespa Limagrain Montoya Ackermann/SU Britney, 1) Ackermann/SU Melius, 1) SYN Seeds/BayWa Sydney Streng/IG KWS Dante, 1) KWS Getreide Erläuterungen: = schlechter/geringer als Durchschnitt = besser/höher als Durchschnitt 1) Resistenz gegen Getreidezystennematode Heterodera avenae Sommergerste: Aussaatmengen- bzw. Saatstärkenempfehlungen anzustrebende Zielbestandsdichte (Ähren/qm): Beährungskoeffizient (ährentragende Halme je Pflanze): TKM (g) (blaues Z-Saatgut-Etikett): Keimfähigkeit (%) (blaues Z-Saatgut-Etikett): Lehmstandorte Sandstandorte Höhenlagen ,0 3,0 2,8 Feldaufgangsverluste (%) * : Aussaatmenge (kg je ha): = Saatstärke (Körner je qm): Saatbettzustand: schlechtere Bedingungen erhöhen Feldaufgangs- sowie Überwinterungsverluste! Saatmengenzuschlag erforderlich. Saatzeit: je später, desto niedriger der Beährungskoeffizient! Zielbestandesdichte / Beährungskoeffizient Feldaufgangsverluste 730 / 2, x 100 = 283 Kö/m² Zur endgültigen Berechung der korrekten Aussaatmenge sind dann noch die TKM und die Keimfähigkeit zu berücksichtigen: Aussaatmenge = Saatstärke x TKM / Keimfähigkeit Rechenbeispiel: 283 Kö/m² x 46 g / 97 % = 134 kg je ha * gegebenenfalls eigene Erfahrungswerte eingeben Stand:
12 Sommer - Braugerste Die Anbauflächen für den Braugerstenanbau in Nordrhein-Westfalen betragen schätzungsweise (nur Sommergerste wird statistisch erfasst) rund ha. Fast ausschließliche Konzentration im südlichen Rheinland und im Voreifelgebiet. Besonderheiten: Sortenwahl in Abstimmung mit allen beteiligten Marktpartnern innerhalb einer Erzeugungsregion. Ziel sind große einheitliche Braugersten Qualitätspartien. Saatzeit so früh wie möglich. Bestandesdichten zwischen 650 und 750 ährentragende Halme je qm garantieren sichere hohe Vollgerstenanteile (> 2,5 mm, mindestens 90%). Stickstoff-Düngung ist auf max. 11,5% Eiweiß auszurichten. Ab 11,5% werden Qualitätsabzüge vorgenommen. o Unter weitestgehend hackfruchtfreien Fruchtfolgebedingungen in Mittelgebirgslagen sind einmalige N-Gaben zu Vegetationsbeginn in Höhe von 100 bis 140 kg je ha (letztere bei reinen Getreidefruchtfolgen) möglich. o Auf fruchtbareren Löß- und Lehmböden mit höheren Hackfruchtanteilen (Zuckerrüben, Kartoffeln) liegen die N-Gaben aufgrund der mittlerweile hohen Entzüge ebenfalls zwischen 100 bis max. 140 kg je ha. o Alternativ: 2 x Düngung, 2/3 zur Saat und 1/3 in die frühe Schossphase EC 31/32. Einsatz von Wachstumsreglern seitens Mälzer und Brauer nicht erwünscht, in der Regel pflanzenbaulich auch nicht notwendig. Eine einmalige Fungizidmaßnahme in EC 37/39-49 (Abreifeschutz) zeigt sich wirtschaftlich lohnend. Insgesamt niedrige Produktionskosten führen zu vergleichsweise guten Deckungsbeiträgen. Die Sortenempfehlungen für 2015: Quench und Propino marktseits hohe Absatzsicherheit bei Mälzern und Brauern Die mehrjährigen Leistungen der Sommer-Braugerstensorten im Vollgerste Ertrag (> 2,5 mm) Stand:
13 Ackerbauregion Übergangs-Höhenlagen (Vor)Eifel (NRW) Übergangs-/Höhenlagen Eifel (RP) Prüfjahr Anzahl der Versuche Ertrag (dt/ha Vers.mittel) 47,8 48,1 81,8 58,4 75,0 69,5 60,9 70,3 69,8 76,3 Quench Catamaran Grace Propino Avalon Solist xxx = Wertprüfungsergebnisse, geringe Standortzahl Die Leistungen der Sommer-Braugerstensorten in ihren agronomischen Merkmalen Die Leistungen der Sommerbraugerstensorten in ihren agronomischen Eigenschaften agronomische Merkmale Krankheitsanfälligkeit für Qualitätsmerkmale Ertragsbildung über Sorten Züchter/ Vertrieb Zulassungsjahr Reife Pflanzenlänge Lager Halmknicken Ährenknicken Mehltau Netzflecken Rynchosporium Zwergrost Marktwarenanteil Vollgersteanteil hl-gewicht Eiweißgehalt Malzextraktgehalt Mälzungsschwand Friabilimeterwert Viskosität Eiweißlösungsgrad Endvergärungsgrad Bestandesdichte Kornzahl je Ähre TKM Quench SYN Seeds Grace Ackerm/BayWa Propino SYN Seeds Catamaran KWS Getreide Solist Streng/IG Pfl.zucht Avalon Breun/Hauptsaaten Erläuterungen: = schlechter/geringer als Durchschnitt = besser/höher als Durchschnitt Aussaatmengen (kg je ha)- bzw. -stärken (Körner je qm) Empfehlungen: Stand:
14 Übergangslagen Höhenlagen anzustrebende Zielbestandsdichte (Ähren/qm): Beährungskoeffizient (ährentragende Halme je Pflanze): ,8 2,4 TKM (g) (blaues Z-Saatgut-Etikett): Keimfähigkeit (%) (blaues Z-Saatgut-Etikett): Feldaufgangsverluste (%) * : Aussaatmenge (kg je ha): = Saatstärke (Körner je qm): Saatbettzustand: schlechtere Bedingungen erhöhen Feldaufgangs- sowie Überwinterungsverluste! Saatmengenzuschlag erforderlich. Saatzeit: je später, desto niedriger der Beährungskoeffizient! Zielbestandesdichte / Beährungskoeffizient 750 / 2, Feldaufgangsverluste x 100 = 315 Kö/m² Zur endgültigen Berechung der korrekten Aussaatmenge sind dann noch die TKM und die Keimfähigkeit zu berücksichtigen: Aussaatmenge = Saatstärke x TKM / Keimfähigkeit Rechenbeispiel: 315 Kö/m² x 47 g / 97 % = 153 kg je ha * gegebenenfalls eigene Erfahrungswerte eingeben Stand:
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