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1 Fachtagung Public Space? Virtual Space! Dienstag, 8. November 2011 Workshop 2 Sozialraum «Online Community» Wie das Internet tradierte Raumvorstellungen herausfordert Julia Gerodetti Institut Kinder- und Jugendhilfe Hochschule für Soziale Arbeit Fachhochschule Nordwestschweiz Die Unterlagen finden Sie auch unter:

2 Workshop 2: Sozialraum «Online Community» Wie das Internet tradierte Raumvorstellungen herausfordert. Julia Gerodetti, BA Soziale Arbeit Wissenschaftliche Assistentin Institut Kinder- und Jugendhilfe Hochschule für Soziale Arbeit Fachhochschule Nordwestschweiz Thiersteinerallee Basel Tel +41 (0)

3 Inhalte und Ziele 1. Was gibt es für Raumdefinitionen? Was ist ein Sozialraum? Die Teilnehmenden kennen unterschiedliche Raumdefinitionen und die Bedeutung für Online Communities. 2. Was ist eine Online Community? Welche sozialräumlichen Aspekte haben Online Communities? Die Teilnehmenden haben Einblick in den Sozialraum Online Community erhalten. Die Teilnehmenden haben sich mit der Thematik Sozialraum Online Communities aktiv damit auseinandergesetzt diese im Hinblick auf die «Offline-Welt» diskutiert

4 Was verstehen Sie unter «Raum»? Raumverständnisse im Alltag: Raum als Teil eines Gebäudes mit Boden, Wänden und Decke. Raum als Stadtraum, als Nahraum Raum als Weltraum Raum als privater Raum Raum als öffentlicher Raum Raum als Lebensraum usw. Raumkonzepte in den Wissenschaften: Mathematik: Raum als ein nach Länge, Breite und Höhe ausgedehntes Gebilde (mit Koordinaten x, y und z) Geographie: Territoriale Raum; Orientierungsraum Physik: Physikalischer Raum, indem Naturgesetze zur Geltung kommen

5 Rückblick: Raumverständnisse Aristoteles in der Antike: «Behälterraum», der alle Lebewesen oder Dinge umschliesst. Isaac Newton im 17. Jahrhundert: Raum als ein unendlicher leerer Behälter, unabhängig gedacht vom Vorhandensein von Gegenständen. Immanuel Kant im 18. Jahrhundert: apriorische Raumbegriff, Raum als etwas gegebenes und unendliches, als notwendige Voraussetzung. Albert Einstein Beginn des 20. Jahrhunderts: Raum «( ) als eine Art relationale Ordnung körperlicher Objekte» (Läpple 1993: 33)

6 Gegenüberstellung von Raumkonzepten Absolute Raumkonzepte unbeweglich, starr ortgebunden, territorial festes Bezugssystem «Behälterraum» Relative Raumkonzepte Lage von Gegenständen wird durch Raumrelationen bestimmt «relativer Raum» Raum und Mensch sind voneinander getrennt Raum und Mensch sind aufeinander bezogen (vgl. Gerodetti 2009: 13f; Löw 2001: 32; Pries 2008: 87)

7 Das relationale Raumverständnis: «Raum als Ergebnis von relationaler (An)Ordnung von Elementen» Praxis-Raum Artefakte-Raum Sozialraum Symbol-Raum Die Dualität von Handeln und Raum wird aufgehoben. (Quelle: Löw 2001; Pries 2008) Zeitlichkeitsraum Flächenraum

8 Der relationale Raum Raum entsteht durch Handeln und dessen Bedeutung Raum entsteht durch Platzieren von Elementen Raumkonstitution als aktiver Prozess Struktur und Handeln bedingen sich wechselseitig Raum als Ergebnis von relationaler (An)Ordnung von Elementen

9 Das relationale Raumverständnis und Online Communities Relationale Raumverständnis Sozialraum Online Communities Wie entsteht dort Raum? - Welche Strukturen haben O.C.? - Wie wird gehandelt? - Was wird dort platziert? - Welche Bedeutung hat dies?

10 Digital Brain Gab Test 1. Wer hat einen Internetanschluss Zuhause? 2. Wer hat den eigenen Namen schon mal gegoogelt? 3. Wer ist ein Digital Nativ? 4. Wer ist ein Digital Immigrant? 5. Wer ist Mitglied in einer Online Community?

11 Was sind Online Communities?

12 Definition: Online Community Sonderform von Gemeinschaften (Interessensgemeinschaft) Nur für aktive Mitglieder interessant Mitglieder gestalten interaktiv Inhalte und Charakter der O.C. mit Strukturen und Offenheitsgrad begrenzen das Handeln (vgl. Döring 2003: 112; Duval/Welger 2005: 239)

13 Selbsterfahrung in Online Communities am Beispiel Fragestellungen: 1. Welche Handlungen und Raumkonstitutionen werden in Online Communities möglich? 2. Wie sind online und offline Lebenswelten miteinander verknüpft? Vorgehen: Arbeitsgruppen (à je 4-6 Personen) Anschliessender Austausch und Ergebnissammlung im Plenum

14 Abschlussdiskussion 1. Welche Handlungen und Raumkonstitutionen werden in Online Communities möglich? 1. Wie sind online und offline Lebenswelten miteinander verknüpft? 3. Was heisst dies für meinen eigenen Tätigkeitsbereich?

15 Heuristisches Modell eines Beziehungsnetzwerkes auf Social Networking Plattformen (Steiner 2011: 39) online offline Virtual Peers Eltern, Lehrmeister, Real Peers Medienkonzern Profil Person Unsichtbares Publikum Soziale Arbeit Reine offline Beziehungen Off- und online Beziehungen Reine online Beziehungen

16 Folgerungen O.C. als Experimentierraum O.-C. sind fester Bestandteil der jugendlichen Lebenswelten Lebenswelten werden erweitert und nicht ersetzt Offline-lebensweltliche Bezüge sind für Raumkonstruktionsprozesse notwendig. Online Communities als neuer Sozialraum, als neue Lebenswelt Ziel: Die Kinder und Jugendlichen sollen einen selbstbestimmen, kompetenten und reflektierten Medienumgang erlernen

17 Danke für die Aufmerksamkeit! Döring, Nicolas (2003) Sozialpsychologie des Internet. Die Bedeutung des Internet für Kommunikationsprozesse, Identitäten, soziale Beziehungen und Gruppen. Göttingen. Gerodetti, Julia (2009) Sozialraum Online Community. Eine Rekonstruktion sozialräumlicher Aspekte am Besipiel Olten. Löw, Martina (2001) Raumsoziologie. 1. Aufl. Frankfurt am Main. Pries, Ludger (2008) Transnationalisierung der sozialen Welt. Sozialräume jenseits von Nationalgesellschaften. Frankfurt am Main. Small, Gary/Vorgan, Gigi (2009) ibrain. Wie die neue Medienwelt Gehirn und Seele unserer Kinder verändert. Stuttgart. Steiner, Olivier (2011) Soziale Arbeit gefacebooked? In: Sozialmagazin. Die Zeitschrift fèr Soziale Arbeit. 36. Jg., H 9/2011. Weinheim. Wagner, Ulrike (Hrsg.) (2008) Medienhandeln in Hauptschulmilieus. Mediale Interaktion und Produktion als Bildungsressoruce. München

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