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1 Thema 11 Josef Ackerl Matthias Arbacher Astrid Dedl Tina Hippesroither Dominik Hochmair Patrick Höglinger Euro Finanzmärkte Ks Univ. Prof. Dr. Günther Pöll Kurs Nr WS 2008

2 Inhaltsverzeichnis 1. Einführung Devisenmarkt... 3 Entwicklung des Devisenmarktes Wechselkurse... 4 Exchange cross rates... 6 Wechselkursindizes, realer Wechselkurs und Währungskörbe... 6 Kassazins (spot rate) und Terminzins (forward rate) Zinsparität Wechselkurs-Arbitrage Wechselkurs-Risiko und Spekulation Ursachen für Wechselkursänderungen: Die Kaufkraftparität (PPP) Der Fisher Effekt Prognose für Wechselkursentwicklung Die Technische Analyse Der Trend Tabellen & Abbildungsverzeichnis Literaturverzeichnis Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger - 2 -

3 1. EINFÜHRUNG DEVISENMARKT Als Devisenmarkt (Foreign Exchange Market, FX Market oder auch Forex genannt) bezeichnet man den globalen Markt, auf dem Währungen (bzw. auf Währungen lautende Forderungen, das heißt so genannte Devisen) gehandelt werden. Der weltweite Devisenmarkt ist an keinen festen Börsenplatz gebunden, sondern wird durch das weltweite Netz der Interbankenbeziehungen konstituiert. Ein Devisengeschäft beinhaltet den gleichzeitigen Kauf und Verkauf von unterschiedlichen Währungen am Interbankenmarkt. Dadurch bilden sich Tauschverhältnisse, so dass der Wert jeder Währung in der jeweils anderen ausgedrückt werden kann. Auf dem Devisenmarkt bildet sich so der nominale Wechselkurs als Preisverhältnis zwischen zwei Währungen. In der Theorie bilden sich Wechselkurse durch Angebot und Nachfrage, jedoch sieht die Praxis etwas anders aus. Speziell bei Entwicklungsländern werden die Umwandlungen von Währungen sehr stark von der Regierung kontrolliert sodass die Marktkräfte Angebot und Nachfrage hier in den Hintergrund gerückt werden. Die Teilnehmer am Devisenmarkt können in fünf Gruppen unterteilt werden. (1) die Endverbraucher von Devisen, welche Firmen, Personen oder Regierungen sein können, die fremde Währungen benötigen um Güter oder Dienstleistungen zu beziehen. (2) die Marketmakers, das sind große internationale Banken, die eine große Anzahl an fremden Währungen halten um diese dem Finanzmarkt zur Verfügung zu stellen. (3) Speculators, die mit dem Kauf und Verkauf von fremden Währungen spekulieren und dabei einen Gewinn erzielen möchten. (4) Arbitrageurs, das sind unter anderem Banken welche fremde Währungen in einem Finanzmarkt billiger erwerben und gleichzeitig auf einem anderen Finanzmarkt wieder teurer verkaufen und mit dem Unterschiedsbetrag einen Gewinn erzielen. (5) Zentralbanken die versuchen den Wert ihrer jeweiligen Währung zu beeinflussen und nötigenfalls zu stabilisieren, in dem diese Banken auf den internationalen Finanzmarkt eintreten. Entwicklung des Devisenmarktes Durch die Globalisierung sind die Grenzen von einer Nation weggefallen und die Märkte sind nun weltweit offener für Warengeschäfte aber auch für Kapitalbewegungen. Durch den internationalen Handel sind die Exporte und Importe vieler Länder drastisch gestiegen. Wenn das Bruttoinlandsprodukt eines Landes steigt, dann steigen auch die Exporte und Importe. Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger - 3 -

4 Wie sich die Umsätze am gesamten Devisenmarkt in den letzten Jahren bewegt haben, kann man an der nachfolgenden Tabelle erkennen. Auffallend sei hier zu erwähnen dass die Umsätze im Jahr 2001 gesunken sind, was auf die Euro Einführung im Jahr 1999 zurückzuführen ist, da durch die einheitliche Währung der Handel mit anderen europäischen Währungen innerhalb Europas somit weggefallen bzw. weniger geworden ist. Global foreign exchange market turnover in bn US $ Total traditional turnover Tabelle 1.1. Quelle: Weiters sei noch zu betonen dass Großbritannien und die USA diejenigen Devisenmärkte sind, bei denen am meisten Umsatz stattfindet. Bemerkenswerte Zuwächse haben aber auch viele kleinere Länder, wie zum Beispiel Indien, wobei man hier das enorme Wirtschaftswachstum erkennen kann. 2. WECHSELKURSE Prinzipiell kann man jede Währung auf dem Devisenmarkt kaufen oder verkaufen. Die Nachfrage nach vielen Währungen, speziell die von wirtschaftlich unbedeutenden Ländern, ist jedoch niedrig, da in diesen Ländern oft Instabilität herrscht und dadurch der Wechselkurs einer Währung negativ beeinflusst werden kann. Die Hauptwährungen auf dem internationalen Devisenmarkt sind der Euro, Britische Pfund, US Dollar, Schweizer Franken und der Yen. Der Wechselkurs generell ist der Preis einer Währung ausgedrückt in einer anderen Währung und der Markt, auf dem sich dieser Preis bildet, ist der globale Devisenmarkt. Der Wechselkurs ist volkswirtschaftlich sehr bedeutsam, da er die Wettbewerbsfähigkeit eines Währungsraumes maßgeblich beeinflusst. Man kann zwei Arten von Wechselkursen unterscheiden, den nominalen und realen Wechselkurs. Grundsätzlich gibt der nominale Wechselkurs an, in welchem Verhältnis die Währung eines Landes gegen die Währung eines anderen Landes getauscht werden kann. Der nominale Wechselkurs lässt sich dabei in der Mengen- oder Preisnotierung ausdrücken. Die Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger - 4 -

5 Mengennotierung (indirect quotation) gibt den Preis einer Einheit der inländischen Währung in Einheiten der ausländischen Währung an (z.b.: 1 Euro = 1,268 US$, Stand per ). Wenn die Nachfrage nach US Dollars steigt, dann steigt auch das Angebot an Euro um einen extra Dollar anzuschaffen und das bedeutet dass der Wechselkurs sinkt und der Wert des Euro dadurch fällt. Um das Ganze besser zu verstehen betrachten Sie bitte nachfolgende Graphik. Abb2.1. Mengennotierung $ S1 Price of domestic currency (price of 1 in $) E1 E2 S2 D1 Domestic currency Die Preisnotierung (direct quotation) gibt den Preis einer Einheit der ausländischen Währung in Einheiten der inländischen Währung an (z.b.: 1 US$ = 0,789 Euro, Stand per ). Die Preisnotierung ist somit der Kehrwert der Mengennotierung. Sowohl in Europa als auch in den USA wird heute mehrheitlich die Mengennotierung verwendet, während in Kontinentaleuropa vor der Euroeinführung die Preisnotierung üblich war. Wenn nun die Nachfrage nach US Dollars steigt, dann steigt auch der Wechselkurs. Das bedeutet nun dass man mehr Euro zahlen muss um einen US Dollar zu bekommen und das wiederum besagt dass der Wert des Euro gesunken ist. Abb 2.2. Preisnotierung S Price of foreign currendy (price of $1 in ) E2 E1 D2 D1 $ Foreign currency Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger - 5 -

6 Der reale Wechselkurs bezeichnet das Verhältnis zu dem ein repräsentativer Warenkorb eines Landes gegen einen repräsentativen Warenkorb eines anderen Landes getauscht werden kann. Der reale Wechselkurs ist damit als ein Index definiert, sein absoluter Wert hat also keinen Aussagewert. Erst durch die Betrachtung der Änderungsraten im Zeitverlauf kann man wichtige Erkenntnisse gewinnen. An den Änderungsraten kann man zum Beispiel die Entwicklung der Kaufkraft eines Landes ablesen. Eine real aufwertende Währung zeichnet sich zwar durch eine höhere Kaufkraft gegenüber dem Ausland aus, verringert jedoch gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Wirtschaft. Exchange cross rates Der Wechselkurs einer Währung kann auch durch zwei andere Wechselkurse berechnet werden, so kann zum Beispiel der Kurs zwischen Euro und Schwedischer Krone über den Dollar berechnet werden: SKr/$ x $/ Es wäre auch möglich, die Wechselkurse über den Euro oder Pfund zu berechnen, jedoch wird in der Praxis fast ausschließlich der Dollar benutzt. Diese Art der Berechnung des Wechselkurses ist allerdings nicht so genau wie die direkte Berechnung und es kann zu leichten Abweichungen vom tatsächlichen Wechselkurs kommen. Wechselkursindizes, realer Wechselkurs und Währungskörbe Es ist nicht nur von Bedeutung, wie sich eine Währung gegenüber einer anderen entwickelt, sondern auch, wie sich der Wert einer Währung generell, im Vergleich zu mehreren Währungen verhält. So könnte zum Beispiel das Pfund im Vergleich zum Euro fallen, aber im Vergleich zum Dollar steigen. Daher zeigen Wechselkursindizes die durchschnittliche Performance einer Währung gegenüber einem Korb von anderen Währungen. Allerdings sind manche Währungen in solch einem Korb im Vergleich zu den restlichen bedeutender, etwa weil eine wichtige Handelsbeziehung zum Basisland besteht. So ist zum Beispiel der Euro für das Vereinigte Königreich wichtiger, als der Kanadische Dollar, wodurch dieser auch stärker gewichtet wird. Ein Wechselkursindex, oder auch effektiver Wechselkurs, zeigt also Veränderungen des Wertes einer Währung im Vergleich zum gewichteten Durchschnitt der Werte einiger anderer Währungen. Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger - 6 -

7 Um auch die Inflation in den Wechselkurs mit einzubeziehen, wird der reale Wechselkurs berechnet. Dieser zeigt also im Gegensatz zum nominalen Wechselkurs das Preisverhältnis zwischen den Warenkörben zweier Volkswirtschaften. Für die Mengennotierung ergibt sich folgende Formel: S R = S S + (π e D - π e F)S S wobei: S R realer Wechselkurs S S nominaler Wechselkurs π e D inländische erwartete Inflationsrate π e F ausländische erwartete Inflationsrate Für die Preisnotierung ergibt sich analog: E R = E S + (π e D - π e F)E S wobei: E R realer Wechselkurs E S nominaler Wechselkurs Kassazins (spot rate) und Terminzins (forward rate) Der Kassazins ist jener Zinssatz, der mit heute am Markt vorhandenen Anleihen über eine gewisse Laufzeit von heute an risikolos abgesichert werden kann. Transaktionen dieser Art, zum Beispiel der Kauf bzw. Verkauf fremder Währungen, müssen innerhalb zweier Geschäftstage zum Abschluss gebracht werden. Im Gegensatz dazu versteht man unter dem Terminzins jenen Zinssatz, welcher für Geschäfte, die in Zukunft beginnen und eine gewisse Laufzeit haben, fällig wird. Der Vertrag beginnt zwar ab sofort, allerdings ist die Lieferung erst zu einem späteren Zeitpunkt fällig. Die gebräuchlichsten Perioden für Termingeschäfte sind ein oder drei Monate, können aber auch viel länger dauern. 3. ZINSPARITÄT Anleger investieren ihr Geld in jenes Geschäft, von dem sie sich die höhere Rendite erwarten. Werden also zum Beispiel für Wertpapiere der Britischen Regierung höhere Zinsen geboten also für italienische, so wird der Anleger eher in die britischen investieren. Allerdings trägt er dadurch, dass er zuerst seine Euros in Pfund Sterling umwechseln, und nach dem Geschäft wieder zurückwechseln muss, ein Währungsrisiko. Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger - 7 -

8 Es kann dazu kommen, dass die höheren Zinsen den Wertverlust einer Währung nicht decken, und der Anleger dadurch einen Verlust erwirtschaftet. Er ist also nicht gegen das Wechselkursrisiko geschützt. In solch einem Fall spricht man von einer ungedeckten Zinssatz Arbitrage. Um vor Wechselkursschwankungen gefeit zu sein, kann man, wenn man zum Beispiel Wertpapiere in Pfund Sterling kauft, gleich die Menge an Pfund, die man nach dem Verkauf der Wertpapiere erhalten wird, mittels Termingeschäft verkaufen. Auf diesem Weg wird der existierende Terminzins fixiert. In diesem Fall spricht man von einer gedeckten Zinssatz Arbitrage. Falls es keine Möglichkeit für eine profitable Arbitrage gibt, und keine Transaktionskosten existieren, dann ist die Differenz der Zinssätze (= Zins Agio) gleich dem Termin- Abgeld der Währung des Landes mit dem höheren Zinssatz (= exchange agio). Für die Preisnotierung ergibt sich: wobei: i D inländischer Zinssatz i F ausländischer Zinssatz E S Kassazins E F Terminzins Aus dieser Formel folgt: Für die Mengennotierung ergibt sich: und Dadurch, dass zum Beispiel die Tranksaktionskosten nicht berücksichtigt werden, werden die Ergebnisse von den tatsächlichen Werten abweichen. Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger - 8 -

9 4. WECHSELKURS-ARBITRAGE Hier werden die unterschiedlichen Preise einer Währung in verschiedenen Märkten ausgenützt um in einem Markt eine Währung anzukaufen und einem anderen Markt zu verkaufen um durch die unterschiedlich hohen Kurse einen Gewinn zu erwirtschaften. Durch den Ankauf in einem Markt und den sofortigen verkauf im anderen wird die Nachfrage nach einer Währung erhöht, was den Preis steigen lässt. Dadurch wird die Lücke zwischen den zwei Währungen geschlossen. Two-point arbitrage Hier werden kleine Kursvariationen auf zwei Märkten ausgenützt. Beispiel Spot-Wechselkurs in London 1.43 = 1 Spot- Wechselkurs in Frankfurt 1.45 = 1 Um einen Profit zu erwirtschaften werden in Frankfurt gekauft und in London verkauft. Die führt dazu, dass die Nachfrage nach in Frankfurt steigt und den Kurs fallen lässt. Im Gegensatz dazu wird die Nachfrage nach in London größer und dadurch teurer. Dadurch wird die Spekulationslücke geschlossen und weitere Arbitrage-Gewinne ausgeschlossen. Three-point arbitrage Diese tritt auf, wenn eine wechselseitige Inkonsistenz zwischen den Währungen besteht. Durch die Ausnutzung dieser Inkonsistenz werden konsistente exchange-cross rates geschaffen. Beispiel $1 = SKr = $ = SKr Dabei wird von einem beliebigen Paar die Exchange cross ragte berechnet. In diesem Beispiel ergibt sie Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger - 9 -

10 1 = SKr Marktpreis ( 1 = SKr ) Dies bedeutet dass der Marktpreis den gegenüber SKr überbewertet und auf einen wechselseitig inkonsistenten Markt hinweist und die Möglichkeit einer Arbitrage besteht. Um bei diesem Beispiel zu bleiben nehmen wir an, wir halten $. Unser Ziel ist es nun, zu einem Zeitpunkt für SKr zu verkaufen, um einen Gewinn zu erwirtschaften. Schritt 1: Verkaufen von $ für Schritt 2: Verkaufen von für SKr Schritt 3: Verkaufen von SKr für $ Diese Schritte werden simultan durchgeführt und man hört mit der Währung auf, mit der man angefangen hat. Dadurch wird der Kurs jeder Währung so lange beeinflusst, bis keine Arbitrage mehr möglich ist. 5. WECHSELKURS-RISIKO UND SPEKULATION Trägt man als market agent ein Risiko, so spricht man von einer offenen Position am Markt. 1. Long Position: Von einer long position spricht man wenn man mehr Anlagen/Kapital in einer Währung hat, als Schulden in dieser. Das Risiko dabei ist, dass die Währung schwächer wird und damit den Wert dieser Position mindert. 2. Short Position: Bei der short position sind die Schulden in der Fremdwährung größer als das Kapital. Das Risiko hierbei ist, dass die Währung stärker wird und die Schulden vergrößert. Hedging beschreibt den Wandel von einer Offenen Position zu einer Geschlossenen Position am Markt durch das Absichern vom Währungsrisiko. Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger

11 Eine andere Möglichkeit der Absicherung ist das Lead Payment. Hier wird früher bezahlt und damit auf Zinsen verzichtet. Forward Markt Der Forward Markt hat sich von einer Absicherung zu Spekulation gewandelt, was dazu führt, eine offene Position anzunehmen und damit ein Risiko einzugehen. Es wird darauf gehofft, dass eine Währung stärker beziehungsweise schwächer wird, je nachdem ob auf einen Zahlungseingang oder ausgang gewartet wird. Beispiel - Bei einer erwarteten Kurssteigerung werden beispielsweise $ mit angekauft und bei eintreten der Steigerung wieder verkauft und zurück in umgewandelt. - Eine Alternative ist es, für $ forward zu verkaufen. Wenn der $ steigt, werden um $ gekauft und wiederum verkauft um den Forward-Vertrag einzuhalten. 6. URSACHEN FÜR WECHSELKURSÄNDERUNGEN: Wenn man sich den Verlauf des Euro/Dollar Wechselkurses seit der Einführung des Euros im Jahr 1999 ansieht, fällt einem sofort auf, dass es zu starken Veränderungen gekommen ist. Abb 6.1. Wechselkursänderungen Eine der Ursachen ist die Wechselkursfestsetzung, welche durch das Geldangebot und die Geldnachfrage entsteht. Dies führt zur Erkenntnis, dass Wechselkursänderungen durch fundamentale Ereignisse beeinflusst werden. 1 1 Quelle: Download Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger

12 Das Gesetz von einem Preis (The law of one Price) besagt, dass in Wettbewerbsmärkten welche frei von Transportkosten, Zöllen,... sind, gleiche Güter in verschiedenen Ländern zum selben Preis (=Preis in Einheiten derselben Währung), verkauft werden müssen 2. Dieses Gesetz ist hilfreich um die Theorie der Kaufkraftparität (PPP) zu verstehen. Die Kaufkraftparität (PPP) Die Kaufkraftparität besagt, dass, wenn gleichwertige Güter bei einem existierenden Wechselkurs in den USA günstiger sind als in Österreich, die Konsumenten zu Gütern aus den USA greifen würden. Dies hat zur Folge, dass der Dollar gegenüber dem Euro aufwertet und die amerikanischen Güter ihren Wettbewerbsvorteil gegenüber den europäischen Gütern verlieren, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist und die Konsumenten indifferent sind zwischen Gütern aus Österreich und den USA. Dies Beschreibt die absolute Form der Kaufkraftparität. (π e D- π e F)/(1+π e F) = (E e t+1 - E S )/ E S Erklärung: π e D = erwartete Inflation in der Heimat π e F = erwartete Inflation im Ausland E e t+1 = erwarteter zukünftiger Kassa-Wechselkurs E S = jetziger Kassa-Wechselkurs Kritik and der Kaufkraftparitätentheorie besteht darin, weil in einer modernen Volkswirtschaft die Nachfrage nach einer bestimmten Währung nicht nur durch den Kauf von Gütern und Dienstleistungen entsteht, sondern auch eine Geldnachfrage aufgrund von Investitionen in Anleihen, Wertpapiere entsteht. Der Fisher Effekt Der Fisher Effekt beschreibt den Einfluss der laufenden Inflation und den Zinsen auf den nominalen Wechselkurs. Die Gleichung sagt uns, wenn eine steigende Inflationsrate erwartet 2 vgl. Paul R. Krugman & Maurice Obstfeld, International Economics Theory & Police, 7th Edition, S. 370f. Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger

13 wird, dass die nominellen Zinsen steigen werden. Gleichzeitig befindet sich aber der Wechselkursmarkt im Gleichgewicht und der reale Zinssatz ist in beiden Ländern gleich hoch. (i D - i F )/(1+ i F ) = (π e D- π e F)/(1+π e F) Erklärung: i D = Zinsen im Innland i F = Zinsen im Ausland Die nächste Gleichung beschreibt, dass im Gleichgewicht die Zinsunterschiede gleich sein müssen mit der erwarteten Änderung des Kassa-Wechselkurses. Dies wird bezeichnet als Fisher open hypothesis. (i D - i F )/(1+ i F ) =(E e t+1 - E S )/ E S Ein Problem besteht darin, dass in der Realität die realen Zinsen in allen Ländern nicht gleich sind. Die Ursachen sind unperfekte Kapitalmobilität, unvollkommene Information der Marktteilnehmer sowie Risikoaufschläge durch politische Instabilität, Wechselkursrisiken und andere Risiken. Prognose für Wechselkursentwicklung Die Technische Analyse Die Technische Analyse ist das Studium von Marktbewegungen, in erster Linie durch den Einsatz von Charts, um zukünftige Kurstrends vorherzusagen. 3 Dies basiert hauptsächlich auf drei Elementen. Der Trend Im Allgemeinen ist der Trend einfach die Richtung des Marktes, in der er sich bewegt. Ein Aufwärtstrend wird demnach definiert als eine Serie sukzessive höherer Gipfel und Täler. Ein Abwärtstrend ist genau das Gegenteil, eine Serie niedrigerer Gipfel und Täler. Gleich hohe Gipfel und Täler identifizieren einen seitwärts gerichteten Kursverlaufs. 4 3 vgl. John J. Murphy, Technische Analyse der Finanzmärkte, 3. Auflage, S vgl. John J. Murphy, Technische Analyse der Finanzmärkte, 3. Auflage, S. 63 Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger

14 Unterstützung und Widerstand: Täler und Reaktionstiefs werden Unterstützung genannt, bei denen das Kaufinteresse stark genug ist, um den Verkaufsdruck zu übersteigen. Das Ergebnis ist, dass der Kursverlauf aufgehalten wird. Der Widerstand ist das Gegenteil von Unterstützung. Hier übersteigt das Angebot die Nachfrage und der Kursanstieg kehrt sich um. 5 Abb 6.2. Unterstützung und Widerstand 6 Umkehrformationen: Sind Formationen, welche im Chartbild feststellbar sind und auf einen bedeutenden Trendwechsel hinweisen 7. Die Wichtigsten Formationen sind die: Kopf-Schulter-Formation Doppeltops und Böden Dreifach-Gipfel und Böden V-Formation 5 vgl. John J. Murphy, Technische Analyse der Finanzmärkte, 3. Auflage, S. 68f 6 Quelle: John J. Murphy, Technische Analyse der Finanzmärkte, 3. Auflage, S vgl. John J. Murphy, Technische Analyse der Finanzmärkte, 3. Auflage, S. 112 Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger

15 TABELLEN & ABBILDUNGSVERZEICHNIS Tab Global foreign exchange market turnover 4 Abb 2.1. Mengennotierung 5 Abb 2.2. Preisnotierung 5 Abb 6.1. Wechselkursänderungen 11 Abb 6.2. Unterstützung und Widerstand 14 Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger

16 LITERATURVERZEICHNIS Bank for international settlements (2007). Survey of Foreign Exchange and Derivatives Market Activity in April URL: ( ) Howells, P. & Bain, K. (2008). The economics of money, banking and finance. A European Text, 4 th Edition. Financial Times/Prentice Hall. Krugman, P.R. & Obstfeld, M. (2005). International Economics. Theory & Policy, 7th Edition. Addison Wesley. Murphy J. J. (2004). Technische Analyse der Finanzmärkte. Grundlagen, Strategien, Methoden, Anwendungen, 3. Auflage. FinanzBuch Verlag Ackerl/Arbacher/Dedl/Hippesroither/Hochmair/Höglinger

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