III. Das dingliche RechtsG
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- Adolph Schuster
- vor 7 Jahren
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1 III. Das dingliche RechtsG 1. Definition und gesetzliche Regelung 2. Unterschiedliche Regeln für Grundstücke und bewegliche Sachen 3. Anwendbare Vorschriften 4. Das Trennungs- und Abstraktionsprinzip 5. Die Verfügungsbefugnis
2 1. Definition und Gesetz Dingliche Rechtsgeschäfte sind Verfügungen Verfügung ist ein Rechtsgeschäft, das unmittelbar eine Änderung, Übertragung, Aufhebung oder Belastung eines Rechts bewirkt. Ist die Verfügung auf die Änderung der dinglichen Rechtslage bezogen, liegt ein dingliches Rechtsgeschäft vor. Beispiel einer dinglichen Verfügung: Einigung i.s.d Beispiel einer rechtsgeschäftlichen Verfügung: Abtretung einer Forderung ( 398) Bei zweiseitigen dinglichen Rechtsgeschäften spricht man vom dinglichen Vertrag. Das Gesetz verwendet den Terminus Einigung ( 873, 929).
3 Einigung 1. Definition und Gesetz - terminologisch vom Vertrag abgesetzt - ausschließlich auf dingliche Rechtsänderung bezogen - keine Begründung von Verpflichtungen - für dingliche Rechtsänderung ist eine Ergänzung durch einen Publizitätsakt erforderlich: Eintragung oder Übergabe (Doppeltatbestand)
4 2. Unterschiedliche Regelungen Unterschiedliche Regelungen für Grundstücke und bewegliche Sachen - Grundstücke: 873, Bewegliche Sachen: 929
5 3. Anwendbare Vorschriften Aus dem Allgemeinen Teil des BGB - Vorschriften grundsätzlich anwendbar Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Willensmängel, Form der Rechtsgeschäfte, Folgen eines Gesetzesverstoßes, Stellvertretung - Vorschriften werden teilweise durch Normen des Sachenrechts modifiziert Beispiel: Nach 925 II sind bei der Übereignung eines Grundstücks Bedingungen nicht zulässig (Abweichung von 158 ff.)
6 3. Anwendbare Vorschriften Aus dem Schuldrecht des BGB - Vorschriften grundsätzlich nicht anwendbar - Es gibt allerdings Ausnahmen - Regelungen schuldrechtlicher Ansprüche im Sachenrecht (z.b. 985) - Die Anwendbarkeit von 242 ist im Einzelfall zu prüfen
7 4. Trennung und Abstraktion Das Trennungs- und Abstraktionsprinzip - Entwickelt von Friedrich Carl von Savigny ( ) - Erfindung des dinglichen Vertrages als Voraussetzung dinglicher Rechtsänderungen. - Ablösung der titulus und modus Lehre. - Nicht in anderen europäischen Rechtsordnungen.
8 4. Trennung und Abstraktion Das Trennungsprinzip - Trennung von schuldrechtlichem Vertrag (Verpflichtungsgeschäft) und dinglichem Vertrag (Verfügungsgeschäft) - Das Verpflichtungsgeschäft ist der Grund (causa) für das dingliche Geschäft Das Abstraktionsprinzip - Wirksamkeit des dinglichen Vertrages ist unabhängig von der Wirksamkeit des Kausalgeschäfts. - Wirkung: Insbes. Verkehrsschutz
9 4. Trennung und Abstraktion Ausnahmen vom Abstraktionsprinzip BGB (strittig) - Bedingungszusammenhang: dingliche Einigung wird durch Vereinbarung von der Gültigkeit des Kausalgeschäfts abhängig gemacht. Konkludent nur in Ausnahmefällen. Nicht bei Auflassung, 925 II! - Fehleridentität bei der Anfechtung
10 4. Trennung und Abstraktion Beispiel zum Abstraktionsprinzip S kauft ohne Zustimmung seiner Eltern ein Fahrrad von E. Sie einigen sich über den Eigentumsübergang und E übergibt S das Fahrrad. Kaufvertrag nach 108 I schwebend unwirksam, wenn keine Zustimmung erteilt wird, nichtig. Einigung nach 107 als lediglich rechtlich vorteilhaft wirksam. Rückabwicklung nach Bereicherungsrecht: 812, nicht nach 985, weil S nach 929 Eigentümer geworden ist.
11 5. Die Verfügungsbefugnis Der dinglich Berechtigte ist grundsätzlich verfügungsbefugt - Keine Einschränkung durch Rechtsgeschäft, Relative Verfügungsverbote durch Veräußerungsverbote (gesetzliches Veräußerungsverbot) (behördliches Veräußerungsverbot Verfügung eines Nichtberechtigten, Nichtberechtigter - weder Eigentümer noch Inhaber (zb Übereignung einer fremden Sache, Abtretung einer fremden Forderung) - nicht verfügungsbefugt, Verfügungsbefugnis entzogen (zb Schuldner im Insolvenzverfahren, 80 I InsO) - entsprechend anwendbar bei 135, 136
12 5. Die Verfügungsbefugnis - Wirksamkeitstatbestände - Abs. 1: Einwilligung des Berechtigten, (Verfügungs-) Ermächtigung (zb Verkaufskommission, 383 ff. HGB; verlängerter Eigentumsvorbehalt, Sicherungsübereignung) - Abs. 2: Drei Tatbestände der Konvaleszenz: - Genehmigung des Berechtigten (rückwirkend wirksam) - nachträglicher Erwerb des Verfügungsgegenstands - Beerbung durch den Berechtigten - Ähnlichkeit mit Stellvertretung, aber Verzicht auf das Offenkundigkeitsprinzip, da der von der Verfügung Begünstigte kein Interesse an der Person des Verfügenden hat.
13 3. Teil: Der Besitz Literatur: Dedek, Besitzschutz im römischen, deutschen und französischen Recht, ZEuP 1997, 342 ff. Kollhosser, Grundfälle zu Besitz und Besitzschutz, JuS 1992, 215 ff., 393 ff. 567 ff. Petersen, Grundfragen zum Recht des Besitzes, JURA 2002, 160 ff., 255 ff. I. Begriff und Funktion II. Besitzarten III. Erwerb und Verlust des Besitzes IV. Sonderformen des Besitzerwerbs V. Besitzschutz
14 I. Begriff und Funktionen Der Begriff des Besitzes ist im BGB nicht definiert H.M.: Tatsächliche Sachherrschaft oder Beherrschungsmöglichkeit Daraus ergibt sich: - Nur an körperlichen Gegenständen ( 90) - Rechtliche Billigung ist unerheblich: Auch der Dieb ist Besitzer
15 I. Begriff und Funktionen Zweifel an dieser Begrifflichkeit: - Besitz ist auch ohne tatsächliche Sachherrschaft möglich (mittelbarer Besitz, 868) - Tatsächliche Sachherrschaft bedeutet nicht immer Besitz (Besitzdiener, 855) Daraus folgt: Es gibt keinen einheitlichen Besitzbegriff. Das BGB hat nach der Funktion des Besitzes unterschiedlich ausgestaltete Besitztatbestände
16 I. Begriff und Funktionen Verhältnis zum strafrechtlichen Gewahrsamsbegriff - Anderer Schutzzweck - Im Strafrecht ( 242, 246 StGB) ist die unmittelbare Sachbeziehung entscheidend - Mittelbarer Besitzer hat keinen Gewahrsam, dagegen aber der Besitzdiener.
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