Marktpositionierung August 2015
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1 Marktpositionierung August 2015
2 Auf einen Blick Die defensive Positionierung aktienseitig sowie die Untergewichtung der Developed Markets zugunsten der Emerging Markets führten zu Performancenachteilen relativ zu den Vergleichsindizes. Anleihenseitig kam es zu Renditerückgängen. Die Untergewichtung der Staatsanleihen zugunsten Cash brachte dabei bei absolut gesehen positiver Wertentwicklung relative Nachteile, da von den Kursgewinnen nicht in vollem Ausmaß profitiert werden konnte. Die Übergewichtung bei inflationsgelinkten Anleihen und High Grade Unternehmensanleihen erwiesen sich als vorteilhaft. Im Bereich Rohstoffe (ex Agrar) hatte die KEPLER-FONDS KAG auf ein Auslaufen, mittelfristig auf eine Umkehrung der deutlichen Kurskorrektur gesetzt. Die Fortsetzung des Abwärtstrends wirkte sich daher nachteilig aus. Seite 2 von 11
3 Summary von Kurt Eichhorn, Leiter Rentenfondsmanagement Die Monate vor der ersten Zinserhöhung durch die US-Zentralbank Fed brachten in der Vergangenheit oft Druck auf die Kapitalmärkte. Sowohl Zins- als auch Dividendenpapiere litten dann üblicherweise unter dem absehbaren Ende des billigen Geldes. Der erste Zinsschritt seit fast sieben Jahren dürfte heuer im September oder Dezember erfolgen. Im Juli war davon (noch) nichts zu bemerken: es kam zu Kursgewinnen bei den Aktien- und den Rentenmärkten. Diesmal ist alles anders diese Aussage von Investoren war in der Vergangenheit meist ein Garant für herbe Enttäuschungen. In puncto Fed- Zinserhöhungen und Auswirkungen auf die Veranlagungswelt könnte es dieses Mal tatsächlich anders ablaufen als üblich. Nämlich falls die Zinsschritte äußerst moderat erfolgen. Bei den allermeisten Marktteilnehmer wird dies bereits erwartet. Anleihenseitig könnten die Kursgewinne auch auf die wieder rückläufigen Inflationserwartungen infolge des sich beschleunigenden Abwärtstrends bei Rohstoffen allen voran Rohöl zurückgeführt werden. So sanken die handelbaren Euro-Inflationserwartungen für die nächsten zehn Jahre, welche mit der Ankündigung des EZB-Kaufprogramms seit Jahresbeginn von etwa 1,0 % auf 1,55 % gestiegen waren, wieder auf 1,35 % zurück. Möglichweise hatten zu viele zu früh mit einem schnellen Sieg der EZB über die Deflationsängste gerechnet. Auch wenn wir aktuell noch immer weit von den Jahresrenditetiefständen entfernt sind, hatten die meisten doch eher mit einer Fortsetzung des Renditeanstiegs als mit einer Umkehr gerechnet. >> Seite 3 von 11
4 Summary von Kurt Eichhorn, Leiter Rentenfondsmanagement >> Auch globale Aktienindizes lagen im Monatsvergleich knapp im Plus, in Euro gerechnet sogar etwas mehr. Neuerlich sehr enttäuschend verlief dabei der Juli aber für die Aktienmärkte der Entwicklungsländer, allen voran Brasilien und China. Ein kräftiges Minus ergab sich neuerlich im Rohstoffbereich, unter anderem beim Rohöl. Neben dem Überangebot OPEC-Mitglieder erhöhten ihre Förderquoten sogar; der Iran könnte nach dem Ende des Embargos schnell wieder als internationaler Player einsteigen werden auch von China ausgehende geringere globale Wachstumserwartungen als Begründung angeführt. Die Behavioral-Finance-Analyse liefert aktuell keine klaren Aussagen. Der Stimmungs-Gesamtindex liefert mit 0,00 ein es Bild, wobei die Anzahl der Indikatoren ohne Aussagekraft noch weiter zugenommen hat. Ein Anstieg der Sorglosigkeit der Investoren in Folge der Beruhigung der Griechenlandkrise konnte aber interessanterweise nicht beobachtet werden. In der Gesamtbeurteilung sehen wir die Untergewichtung des Aktienanteiles weiter bestätigt, auch die taktische Allokation darüber hinaus bleibt vorerst unverändert. Seite 4 von 11
5 Aktuelle Positionierung Anleihen, Aktien und Alternative Investments Anleihen Aktien Alternative Investments Geldmarkt Einzelne Anlageklassen Staatsanleihen/besicherte Anleihen Inflationsgeschützte Geldmarkt Anleihen Unternehmensanleihen Staatsanleihen/besicherte High Anleihen Grade Unternehmensanleihen Inflationsgeschützte Anleihen High Yield Anleihen Unternehmensanleihen Emerging Markets High Grade Aktien Unternehmensanleihen IndustriestaatenHigh Yield Aktien Anleihen Emerging Markets Rohstoffe Aktien Industriestaaten (ex Landwirtschaft) stark Legende: 5 Stufen - stark,,,, stark Aktien Emerging Markets Alternative Investments Legende: 5 Stufen - stark,,,, stark Dieses Ergebnis wurde gemeinsam mit dem Risikomanagement analysiert und diskutiert. Da keine Portfolioumstellungen vorgenommen wurden, bleibt das Risiko/Ertragsprofil unverändert (ermittelt für die taktische Asset Allokation des KEPLER Mix Ausgewogen anhand von Indizes). Seite 5 von 11
6 Entwicklung Asset Allokation Investmentkomitee Seit November 2009 bestimmt ein Investment-Komitee bestehend aus Fondsmanagern der KEPLER-FONDS KAG und Univ.-Prof. Teodoro Cocca von der Johannes Kepler Universität Linz regelmäßig die Gewichtungen der verschiedenen Assetklassen. Historische Gewichtung der KEPLER Asset Allokation (Modellportfolio) Seite 6 von 11
7 Anlageklassen im Detail Geldmarkt Die EZB hat ein erneutes Absenken des Leitzinses de facto ausgeschlossen. Umgekehrt wird mit einer lange anhalten Phase tiefer Leitzinsen gerechnet. Daher wenig Spielraum auf beiden Seiten. Die tiefen Euribor-Werte bewegen sich kaum. Der 3-Monats-Euribor ist schon seit über drei Monaten negativ. Aus Aktienreduktion frei gewordene Liquidität wird wegen der zurückhaltenden Ertragsaussichten anleihenseitig am Cashkonto geparkt. Staatsanleihen/besicherte Anleihen stark Nach den Renditeanstiegen zwischen Mitte April und Mitte Juni kam es nun bei den Renditen der Eurostaatsanleihen zu einer Gegenbewegung. Italienische und spanische Staatspapiere konnten davon überdurchschnittlich profitieren. Wir halten eine Fortsetzung der ausgeprägten Niedrigzinsphase angesichts des Kaufprogrammes der EZB und der unverändert bescheidenen Wachstumsaussichten für das wahrscheinlichste Szenario. Trotzdem dürften Staatsanleihenrenditen in den nächsten Monaten geringfügig ansteigen. Diese Assetklasse bleibt daher. Inflationsgeschützte Anleihen Wird sich der zuletzt zu beobachtende Rückgang der Inflationserwartungen fortsetzen und damit die EZB-Erfolge bei der Deflationsbekämpfung zunichte machen? Die Entwicklung des Rohölpreises und auch die von China ausgehende Rücknahme der globalen Konjunkturaussichten dürfte eine Rolle spielen. Dennoch gehen wir für die Eurozone davon aus, dass die EZB-Maßnahmen zur gewünschten Re-Inflationierung Richtung EZB-Ziel von knapp unter 2 % führen werden und bleiben daher in diesem Segment. Seite 7 von 11
8 Anlageklassen im Detail Unternehmensanleihen High Grade High Grade Unternehmensanleihen profitierten von der Entspannung in der Griechenlandthematik. Seit Mitte Juli kommt Rückenwind von fallenden Kapitalmarktrenditen als auch von sinkenden Risikoaufschlägen. Wegen der im Vergleich zu Staatsanleihen kürzeren Laufzeiten wurde der relative Vorteil gegenüber Staatsanleihen aber etwas abgeschwächt. Da sich die fundamentale Situation der Unternehmen weiter sehr gut darstellt, erachten wir die Renditeaufschläge als unverändert attraktiv. Wir bleiben bei unserer Übergewichtung, nachdem die Nachfrage der Investoren hoch bleiben dürfte. Unternehmensanleihen High Yield High-Yield-Unternehmensanleihen lieferten im Juli unterdurchschnittliche Ergebnisse. Hauptsächlich war dafür der US-High-Yield-Markt verantwortlich. Der sinkende Rohölpreis weitetet die Zinsaufschläge vieler US-Energieunternehmen aus. Faire Bewertungen und der Veranlagungsnotstand vieler Investoren sprechen aber weiter für die Assetklasse. Solange von konjunktureller Seite keine zu starke Eintrübung droht, sollten die Ausfallsraten im historischen Vergleich niedrig bleiben und die Risikoprämien lukriert werden können. Wir bleiben daher bei unserer en Gewichtung. Anleihen Emerging Markets Auch Anleihen aus Schwellenländern fielen zuletzt hinter Staatsanleihen zurück und lieferten im Juli nur eine knapp positive Wertentwicklung. Am schwächsten entwickelten sich dabei Anleihen aus Südamerika. Die aktuellen Renditeaufschläge spiegeln aber unseres Erachtens das etwas schwächere fundamentale Bild wider, wir behalten aus diesem Grund unsere e Gewichtung bei. Seite 8 von 11
9 Anlageklassen im Detail Aktien Industriestaaten Auch im Juli dominierten die Entwicklungen in China und Griechenland die internationalen Aktienmärkte. Die globalen Konjunkturdaten zeigen weiterhin ein moderates Wachstum an. Die Gewinnschätzungen haben sich erneut etwas verbessert. Bewertungstechnisch sind Industriestaaten jedoch weiterhin über dem historischen Durschnitt angesiedelt. Bedenklich sind die erhöhten globalen M&A-Aktivitäten. An der regionalen Allokation in den Mischportfolios halten wir fest. In Europa und Japan bleiben wir, gegenüber den USA weiter vorsichtig eingestellt. Die amerikanischen Aktienmärkte weisen im Vergleich zu anderen entwickelten Aktienmärkten hohe Bewertungen auf. Dies lässt sich nur schwer rechtfertigen, da die Stärke des US-Dollars zusätzlich die Gewinne der Unternehmen belastet. Da wir das Risiko einer Korrektur für nicht unerheblich erachten, bleiben wir weiter. Aktien Emerging Markets Für Emerging-Markets-Aktien war der Juli der schlechteste Monat seit drei Jahren. Die Entwicklungen in Südamerika, vor allem in Brasilien, und in China, waren mit knapp zweistelligen Verlusten dafür die Treiber. Der Bewertungsabschlag von Emerging Markets zu Industriestaaten bleibt aber im historischen Vergleich weiterhin sehr attraktiv. Wir bleiben innerhalb des Aktiensegments bei der Übergewichtung von Schwellenländeranleihen. Alternative Investments Im Rohstoffbereich (ex Agrar) kam es im Juli zu deutlichen Kursverlusten. Auch beim Gold- und Kupferpreis kam es zu weiteren kräftigen Kursrückgängen. Auch nach dieser Entwicklung erachten wir Rohstoffveranlagungen aber als interessante Investitionsmöglichkeit und bleiben investiert, da uns das Ausmaß des seit einem Jahr andauernden Kursrückgangs vor allem aus Sicht der Verhaltensökonomie übertrieben erscheint. Seite 9 von 11
10 Peer Group Vergleich KEPLER Mix Ausgewogen Wertentwicklung: (Start KEPLER Dynamik Asset Allocation) ,24 % + 34,65 % Vergleichsgruppe: 148 Fonds Quelle: Morningstar Angaben über die Wertentwicklung (nach OeKB-Methode ermittelt, basierend auf Daten der Depotbank) beziehen sich auf die Vergangenheit und stellen daher keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung dar. Währungsschwankungen bei Nicht-Euro-Veranlagungen können sich auf die Wertentwicklung ertragserhöhend oder ertragsmindernd auswirken. Seite 10 von 11
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