Internationale Makroökonomik Wintersemester 2012 / 13 Kapitel 1 - Zahlungsbilanz Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 1
1. Die Zahlungsbilanz Krugman und Obstfeld (2012), Kap. 12 Harms (2008), Kap. II Frenkel, Michael und Klaus John (2006): Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, 6. Aufl., München. Monatsberichte der Bundesbank Monatsberichte der Europäischen Zentralbank Internationaler Währungsfonds IWF: Balance of Payments Manual (www.imf.org) Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 2
1.1 Aufbau der Zahlungsbilanz Zahlungsbilanz = wertmäßige Erfassung der Güter- und Vermögenstransaktionen zwischen Inund Ausländern Inländer = alle innerhalb der geographischen Grenzen eines Landes lebenden Wirtschaftssubjekte; Nationalität spielt keine Rolle Zahlungsbilanz ZB wird in vier Teilbilanzen aufgegliedert: - Leistungsbilanz LB - Bilanz der Vermögensübertragungen BVÜ - Kapitalbilanz KB' - Devisenbilanz DB Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 3
Leistungsbilanz (Current Account) Handelsbilanz (Trade Account): Güterexporte und Güterimporte Dienstleistungsbilanz: Reiseverkehr, Transportleistungen, Versicherungen, Lizenzen Erwerbs- und Vermögenseinkommen: Zinsen, Gewinne, Einkommen aus unselbständiger Arbeit Laufende Übertragungen Zahlungen von/an internat. Institutionen, Entwicklungshilfe, Heimatüberweisungen Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 4
Bilanz der Vermögensübertragungen (Capital Account) Übertragung von Vermögenswerten, denen keine Gegenleistung gegenübersteht; meist Einmalzahlungen: Schuldenerlasse, Schenkungen, Erbschaften Kapitalbilanz (Financial Account) Direktinvestitionen: Sachkapital, Beteiligungen Wertpapiertransaktionen: Aktien, Anleihen, Geldmarktpapiere, Finanzderivate Übriger Kapitalverkehr: Bank- und Handelskredite Devisenbilanz Veränderung der Währungsreserven WR der Zentralbank WR = Gold + Devisen (= auf ausländische Währung lautende Wertpapiere plus Sorten) + Sonderziehungsrechte (IWF) Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 5
Art und Systematik der Erfassung Aktivseite: Verbuchung aller Zahlungseingänge aus Sicht des Inlands Buchung als Credit (positives Vorzeichen) Verkauf von Gütern und Dienstleistungen Verkauf von Wertpapieren (= Kapitalimport!) Verkauf von Währungsreserven (Abnahme der WR ist ein Credit = Zahlungseingang) Passivseite: Verbuchung aller Zahlungsausgänge aus Sicht des Inlands Buchung als Debit (negatives Vorzeichen) Kauf von Gütern und Dienstleistungen Kauf von Wertpapieren (= Kapitalexport!) Kauf von Währungsreserven (Zunahme der WR ist ein Debit = Zahlungsausgang) Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 6
Darstellung der Zahlungsbilanz für Deutschland (in Mrd. Euro) Quelle: Monatsberichte der Bundesbank März 2012 Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 7
Bei perfekter Erfassung aller Transaktionen muss die Summe der Credit-Buchungen gleich der Summe der Debit-Buchungen sein (bzw. Summe der Zahlungseingänge gleich Summe der Zahlungsausgänge) Praxis: Erfassung imperfekt Konsequenz: Saldo der statistisch nicht aufgliederbaren Transaktionen Deutschland 2011: Saldo der nicht aufgliederbaren Transaktionen = + 13,6 Mrd. Euro (korrekt erfasste Zahlungseingänge um 13,6 Mrd. Euro kleiner als die korrekt erfassten Zahlungsausgänge) Euroraum 2008: LB = -101 Mrd. Vermögensübertragungen = + 12 Mrd. KB = + 303 Mrd. Saldo der nicht aufgliederbaren Transaktionen = - 214 Mrd.! Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 8
Zahlungsbilanzausgleich Annahme: vollständige Erfassung und korrekte Bewertung aller Transaktionen Die Zahlungsbilanz ist infolge des Prinzips der doppelten Buchung im buchhalterischen Sinne stets ausgeglichen. Die Summe der Salden der Teilbilanzen muss zu jedem Zeitpunkt null sein: (1) LB + KB + DB = 0 In (1) wurde BVÜ mit KB' zusammengefasst zu KB (Vorgehensweise des IWF). Zur sprachlichen Konvention: LB > 0 = Leistungsbilanz-Überschuss = Nettoexport von Gütern (und DL) Zahlungseingänge aus Güterexporten größer als Zahlungsausgänge aus Güterimporten Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 9
KB > 0 = Kapitalbilanz-Überschuss =Nettokapitalimport Zahlungseingänge aus Kapitalimp. größer als Zahlungsausgänge für Kapitalexp. KB < 0 = Kapitalbilanz-Defizit = Nettokapitalexport DB < 0 = Devisenbilanz-Überschuss = Abnahme der Währungsreserven Zahlungseingänge aus Verkauf von WR größer als Zahlungsausgänge für Kauf von WR ZB = LB + KB > 0 = Zahlungsbilanz-Überschuss Summe der Zahlungseingänge aus Güterexporten und Kapitalimporten größer als Summe der Zahlungsausgänge für Güterimporte und Kapitalexporte ZB-Überschuss gleichbedeutend mit einer Erhöhung der WR (DB-Defizit; DB < 0) ZB-Defizit = Abbau von Währungsreserven (DB-Überschuss; DB > 0) Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 10
Komponenten der Zahlungsbilanz BRD Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 11
Komponenten der Leistungsbilanz BRD +250 000 +200 000 +150 000 Leistungsbilanz Handelsbilanz Ergänzungen zum Warenverkehr Dienstleistungsbilanz Erwerbs- und Vermögenseinkommen laufende Übertragungen +100 000 + 50 000 + 0 50 000 100 000 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 12
Bei flexiblen Wechselkursen greift Zentralbank nicht auf dem Devisenmarkt ein, d.h. die Veränderung der WR und damit der Devisenbilanz-Saldo ist null. Dann muss der Saldo der Leistungsbilanz dem Saldo der Kapitalbilanz entsprechen. Für folgt aus (1): (2) LB + KB = 0 Fall 1 (Bsp. Deutschland): LB-Überschuss = KB-Defizit Nettoexport von Gütern und DL = Nettoexport von Kapital Ein Land mit positivem Nettoexport von Gütern und Dienstleistungen muss (bei flexiblen Wechselkursen) auch Nettoexporteur von Kapital sein. Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 13
Fall 2 (Bsp. USA): LB-Defizit = KB-Überschuss Nettoimport von Gütern und DL = Nettoimport von Kapital Ist ein Land Nettoimporteur von Gütern und Dienstleistungen, so muss es (bei flexiblen Wechselkursen) auch Nettoimporteur von Kapital sein. Diese saldenmechanische Zusammenhänge werden häufig missachtet : Nettoexport von Gütern und DL Signal für starken Standort D Nettoexport von Kapital Signal für schwachen Standort D Interpretation irreführend, denn es handelt sich um zwei Seiten derselben Medaille. Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 14
Sonder -Fall 3 (VR China): China hat keine flexiblen Wechselkurse! Die chinesische Zentralbank hält eine feste Parität zum US-Dollar. Seit 2000: LB-Überschuss und KB-Überschuss! Überschüsse in beiden Teilbilanzen werden ausgeglichen durch ein Defizit in der Devisenbilanz, also Zahlungsausgänge zum Aufbau von Währungsreserven. Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 15
1.2 Der Einkommenskreislauf in einer offenen Volkswirtschaft Leistungsbilanz und Nettoauslandsposition Nettoauslandsposition (Nettoauslandsvermögen, net foreign assets) = Vermögenswerte der Inländer gegenüber Ausland abzüglich Vermögenswerte der Ausländer gegenüber dem Inland Nettoauslandsposition eine Bestandsgröße Akkumulation des Nettoauslandsvermögens: (3) D = D + Nettokapitalexport D D t+ 1 t+ 1 t+ 1 = = D D t t t KB + LB t t Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 16
(4) t+ 1 = Dt + 1 D D = t LB t Nettoauslandsvermögen wird durch LB-Überschuss erhöht, durch LB-Defizit gesenkt. Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 17
5000 4500 Vermögensposition Deutschland Bruttovermögen Verbdindlichkeiten 4000 3500 3000 2500 2000 1500 1000 500 0 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 in Mrd- US $ Quelle: Lane und Milesi-Feretti 2007 Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 18
400 Nettoposition Deutschland 350 300 in Mrd. US $ 250 200 150 100 50 0 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 Quelle: Lane und Milesi-Feretti 2007 Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 19
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung für eine offene Volkswirtschaft Für eine geschlossene Volkswirtschaft (VW) gilt: (5) Y = C + I + G Bruttoinlandsprodukt (= Bruttonationaleinkommen) ist gleich der Summe aus Konsum, Investitionen und Staatskäufen. In offener VW wird nicht die gesamte Nachfrage produktions- und einkommenswirksam, sondern nur die Nachfrage nach inländischen Gütern: H H H (6) Y = C + I + G + EX Y = Bruttonationaleinkommen H C = Konsumnachfrage der Inländer nach inländischen Gütern H I H G = Nachfrage der inländischen Unternehmen nach inländischen Investitionsgütern = staatliche Nachfrage nach inländischen Gütern Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 20
EX = Nachfrage der Ausländer nach inländischen Gütern (Exporte) Berücksichtigung der Nachfrage nach ausländischen Gütern (Importe) H F H F H F (7) Y = C + C + I + I + G + G + EX IM mit F F IM = C + I + G F Die Nachfrage nach ausländischen Gütern wird nicht produktions- und einkommenswirksam im Inland. Beachtet man H C = C + C F (für I und G analog), so vereinfacht sich (7) zu (8) Y = C + I + G Absorption + EX IM LB Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 21
Das Bruttonationaleinkommen fließt an die Haushalte in Form von Lohneinkommen, Zinseinkommen und Gewinnen. Es kann verausgabt werden für Konsum, Steuern und private Ersparnis: (9) Y = C + T + S pr Die Verknüpfung von (8) und (9) liefert: C + T + S pr = C + I + G + LB (10) pr S + ( T G) staatl. Ersparnis nationale Ersparnis = I + LB (11) S = I + LB Nationale Ersparnis finanziert Investitionen und LB-Überschuss (= Kapitalexport) Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 22
alternativ: pr (12) S = I + ( G T ) staatl. Budgetdefizit + LB Private Ersparnis finanziert Investitionen, staatl. Budgetdefizit und LB- Überschuss. Dritte Lesart: Unter Beachtung von (4) folgt (13) S pr = I + ( G T ) + Dt + 1 Private Ersparnis finanziert Investitionen, staatl. Budgetdefizit und Aufbau von Auslandsvermögen. Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 23
Problematik von LB-Zielen in der Wirtschaftspolitik populär: LB > 0 positiv wegen starker Wettbewerbsfähigkeit LB < 0 negativ - analog - Aber: LB-Überschuss ist gleich dem Überschuss der nationalen Ersparnis über die Investitionen: LB = S I > 0 LB-Überschuss kann Spiegelbild sehr hoher Ersparnisse sein, kann aber auch Spiegelbild sehr niedriger Investitionen sein. Ist Letzteres der Fall, dann ist ein LB-Überschuss keineswegs ein Indikator für die Qualität eines Investitionsstandorts. Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 24
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1.3 Vermögen und Verbindlichkeiten ausgewählter Länder Lane, Philip und Gian Maria Milesi-Feretti (2007): The External Wealth of Nations Mark II: Revised and Extended Estimates of Foreign Assets and Liabilities, 1970-2004, Journal of International Economics 73: 223-250. Tille, Cedric (2003): The Impact of Exchange Rate Movements on U.S. Foreign Debt, Current Issues in Economics and Finance, Federal Reserve Bank of New York 9: 1-7. Wiederholung von Gleichung (4): (14) D D D = t+ 1 = t+ 1 t LB t Nettoauslandsvermögen wird durch LB-Überschuss erhöht, durch LB-Defizit gesenkt. Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 26
Nettoauslandsposition zum Zeitpunkt t ist gleich der Summe aller LB-Salden der Vergangenheit: (15) D T LB t = T t= 0 Gleichung (14) und (15) jedoch zu einfach, Nettoauslandsposition wird zusätzlich bestimmt durch zwei Bewertungseffekte: - Wechselkursänderungen - Kursänderungen der Wertpapiere Zunächst einige Zahlen!! Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 27
Leistungsbilanz und Veränderung der Nettoauslandsposition in Deutschland Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 28
2000 Nettopositionen im internationalen Vergleich 1500 1000 in Mrd. US $ 500 0-500 -1000-1500 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 Japan Deutschland Euroraum UK Schweiz Brasilien Quelle: Lane und Milesi-Feretti 2007 Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 29
14000 12000 Bruttovermögen Vermögensposition USA Verbdindlichkeiten 10000 8000 6000 4000 2000 0 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 in Mrd- US $ Quelle: Lane und Milesi-Feretti 2007 Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 30
500 Nettoposition USA 0-500 in Mrd. US $ -1000-1500 -2000-2500 -3000 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 Quelle: Lane und Milesi-Feretti 2007 Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 31
1000 Vermögensposition China 900 Bruttovermögen Verbdindlichkeiten Währungsreserven 800 700 in Mrd- US $ 600 500 400 300 200 100 0 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 Quelle: Lane und Milesi-Feretti 2007 Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 32
150 Nettoposition China 100 in Mrd. US $ 50 0-50 -100-150 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 Quelle: Lane und Milesi-Feretti 2007 Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 33
Zu den Bewertungseffekten (Analyse aus Sicht der USA) Nettoposition D = Forderungen (Assets) minus Verbindlichkeiten (Liabilities) (16) D = e p euro B p dollar L B = euro p = e = L = dollar p = Zahl der Wertpapiere, die die USA im Ausland (z.b. Euroraum) hält Kurs der Wertpapiere in Euro Wechselkurs Dollar zu Euro Zahl der amerikanischen Wertpapiere, die Ausländer halten Kurs der amerikanischen Wertpapiere gemessen in Dollar Annahmen: Assets sind in Auslandswährung denominiert (USA: 70%), Verbindlichkeiten in Inlandswährung (USA: annähernd 100%) Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 34
Veränderung der Nettoposition: (17) D = D = ep euro B + eb p euro euro dollar ep B p L LB euro dollar dollar + p B e p L L p euro euro dollar + eb p + p B e L p Bewertungseffekte 1. Steigt der Eurokurs der WP, so steigt das U.S-Vermögen im Ausland, die Assets steigen, Nettoauslandsvermögen der USA steigt. 2. Steigt der Wechselkurs (Abwertung des Dollar), so steigt der Wert der Forderungen gemessen in Dollar, die Nettoauslandsposition steigt. 3. Steigen die Dollar-Kurse der amerikanischen WP, so steigt der Wert der U.S- Verbindlichkeiten, die Nettoposition verschlechtert sich. Tille (2003): ein Drittel der Verschlechterung der U.S.-Nettoposition verursacht durch Bewertungseffekte, nur zwei Drittel durch LB-Defizite. Prof. Dr. Jochen Michaelis WS 2012 / 13 Internationale Makroökonomik 35