Hüftsonographie nach Graf Hüftsonographie nach Graf... 1 Abtasttechnik... 1 Checkliste I (anatomische Identifizierung):... 2 Checkliste II (Brauchbarkeitsprüfung)... 3 Dezentriert/Zentriert?... 3 Typenbestimmung... 4 Typbeschreibung... 5 Ausmessung... 5 Messung... 5 Therapie... 6 Zusammenfassung... 7 Befunddokumentation... 8 Abtasttechnik Schallkopf parallel zum Polster, nicht zur Wirbelsäule des Kindes, Gel zuvor auf das Kind, Handhaltung rechts: Daumen auf Mittelfinger Handhaltung links: Daumen auf Zeigefinger und restliche Finger gespreizt Finger geschlossen aufsetzen a) vor- zurück, wiederholen bis Unterrand Os ilium Einfrieren - b) Schnittebene enstellen (zu weit dorsal? zu weit ventral?) c) wieder zu a)
Checkliste I (anatomische Identifizierung): sollte ein Punkt fehlen, ist die Interpretation ungültig! Knorpelknochengrenze? Hüftkopf? Umschlagfalte? oberer Anteil des Perichondriums (echoreich) unterer Anteil d. Perichondriums (echoarm) Labrum breites Echo der Gelenkkapsel = Umschlagfalte Gelenkkapsel? Labrum? Definitionen, das Labrum zu identifizieren: lateral- distal vom hyalinen Knorpel an der Gelenkkapsel innen (Cave: nicht mit Lig. ischiofemorale verwechseln) Lig. ischiofemorale Labrum Labrum ist unter dem Perichondriumloch (nicht mit prox. Perichondrium verwechseln) Labrum hat immer Hüftkopfkontakt steht immer Standardreihe: Labrum Knorpel Knochen Knöcherner Erker: wo geht Konkavität in Konvexität der Pfanne über? immer von unten nach oben suchen (Konkav - > Konvex) Umschlagpunkt ist der obere Punkt oberhalb der Aussparung
Checkliste II (Brauchbarkeitsprüfung) 1) Unterrand Os ilium (zeigt Mitte des Hüftgelenkes an) Unterrand hat eine Schallauslöschung, nicht mit Lig. capitis femoris, Fett oder Sinusoide verwechseln! 2) Schnitt durch Mitte des Pfennendachs (Os ilium muss gerade sein, aber dafür muss der Unterrand da sein) 3) Labrum (zeigt an, ob Ebene gerade ist) 3 2 1 Ausnahme: Der Unterrand darf nur fehlen, wenn die Hüfte dezentriert ist Dezentriert/Zentriert? Wenn Umschlagpunkt unter Höhe des Labrums sich befindet, ist die Hüfte dezentriert!
Typenbestimmung Typ I: ausgereifte Hüfte, wird am Ende des 3. LM erwartet Perichondrium Labrum Typ II: knöcherne Pfanne abgerundet, Gesamtüberdachung wie bei Typ I, verschobene Proportionen, Knorpel noch nicht ausreichend verknöchert = Verknöcherungsverzögerung Typ III: Pfannendach kann Kopf auf Dauer so nicht halten, es entsteht eine Sekundärmulde (sog. Hühnerhofeffekt) - > dezentrierte Hüfte wird zu Perichondrium Typ IV: Knorpel ist umgeschlagen, über dem Hüftkopf ist kein Knorpel mehr, Reposition wird hier schwieriger, schlechte Prognose, das deformierte Pfannendach (Knoprel) stellt das Repositionshindernis dar - > Dezentrierung Perichondrium Unterschied zwischen Typ III und Typ IV: Wie ist der Perichondriumverlauf?
Typbeschreibung Typ Knöcherne Formgebung Erkerareal Knorpelig präfomiertes Pfannendach I gut eckig/stumpf übergreifend II mangelhaft rund übergreifend III schlecht flach nach cranial verdrängt IV schlecht flach nach caudal verdrängt Ausmessung 1) Pfannendachlinie: vom Unterrand Os ilium an knöcherne Pfanne tangential anlegen a.! Linie darf nicht im Echo sein, keinen Knochen wegschneiden b. zwischen Os ileum und Fett/Fovea centralis/sinusoide/lig. capitis femoris unterscheiden! è meist durch Echounterschied Grundlinie: Vom Ansatz des proximalen Perichondriums (Z- Punkt) Linie am Os ileum entlang ziehen Knorpeldachlinie: durch das Hautecho des Labrums (Mitte) durch den knöchernen Erker (Umschlagpunkt, bzw. am oberen Teil des echoarmen Lochs ) ziehen! Linien schneiden sich nicht in einem Punkt, nur wenn der Erker eckig (selten) ist! Messung Typeinteilung: α beschreibt knöcherne Pfanne (dient der Typbestimmung) β beschreibt knorpeligen Anteil, dient der Feinbestimmung α α 60 è Typ I α zwischen 43-60 è Typ II α 43 è Typ III und Typ IV Typ IIa, wenn Kind < 3 Monate alt Typ II b, wenn Kind > 3 Monate Typ IIc bei 43-50 bei Kindern < 3 Monaten è Achtung: gefährdete Hüfte, benötigt frühe Therapie! Ist in der Regel sonographisch instabil β β < 55 è Knorpel ist lang: Typ Ia (keine Bedeutung) β > 55 è Knorpeliger Anteil ist kurz: Typ Ib (keine Bedeutung) AUSNAHME: α = Typ IIc und β > 77 è Typ D (Hüfte am dezentrieren!)
Wenn die Hüfte sonographisch instabil ist: Typ IIc wir unte rdurck zu D è Bezeichnung: Typ IIc- instabil Typ IIc kann nicht luxiert werden è Bezeichnung Typ IIc stabil Therapie Phasen Typ Empfohlen Alternativ Reposition III/IV, D Manuell oder Pavlikbandage Overheadextension für 4-5 Tage (lockert Weichteile) Retention III/IV, D, IIcinstabil Sitzhockstellung: Pavlikbandage Hüfte in ca. 110 Flektion und 45-55 nach außen rotiert = Fettweißposition; für ca. 4 Wochen Ossifikation III/IV, D, IIcinstabil, IIcstabil, IIb, IIa- Kind darf nicht extendieren, so lange bis Gelenke nicht ossifiziert sind: Spreizhosen, Tübinger Schiene etc.
Zusammenfassung
Befunddokumentation