Projekt Streitschlichter
Situation Streitigkeiten an der Schule zwischen Schülerinnen und Schülern sind systemimmanent, aber deren Anzahl und auch deren Art und Weise hat sich gewandelt, nicht zuletzt durch die Möglichkeit der ununterbrochenen Kommunikation via Internet. Über die Jahre ist eine steigende Konflikttendenz zu beobachten. Lehrer und auch die kommunale Schulsozialarbeit sind häufig nicht in der Lage, zu reagieren. Trotz des Ausbaues der netzwerklichen Tätigkeit in den letzten Jahren ist Bedarf nach einer weiteren Handlungsebene mit Nachhaltigkeitswirkungen zu erkennen.
Idee Schülerinnen und Schüler müssen frühzeitig in einen pädagogischen Prozess eingebunden werden, um eine Streitkultur zu entwickeln und Strategien einer gewaltfreien Kommunikation zu erlernen, zu erfahren und anzuwenden. Je länger der Prozess die Kinder begleitet, desto besser!
Die Ganztagsschule Rüstersiel praktiziert seit vielen Jahren mit großem Erfolg ihr Projekt Schülerlotsen Das Modell
Schülerlotsen
Das Projekt Lehrerinnen und Lehrer sowie der Beauftragte für Jugendsachen der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland lassen sich über das Oldenburger Fortbildungszentrum und dem Wilhelmshavener Täter-Opfer-Ausgleich nach den Standards des Bundesverbandes MEDIATION e.v. zu Schulmediatoren ausbilden. Die Schulmediatoren bilden anschließend an den Grundschulen und in der Sek.I Schülerinnen und Schüler zu Streitschlichtern aus.
Aufgabenverteilung Die Fortbildung hat 14 Teilnehmer von verschiedenen Schulen und von der Polizei. Diese unterstützen sich im Crossover- Verfahren in der Multiplikatorentätigkeit und in der Begleitung einzelner Fälle.
3-Stufenmodell Schülerlotsen lösen strukturiert kleinere Streitfälle. In mittleren Fällen sind die Schulmediatoren eingebunden. Größere Fälle werden von den Fachleuten des Täter-Opfer-Ausgleichs bearbeitet.
Rahmenbedingungen Der Verein zur Förderung der kommunalen Prävention e.v. (VKP) ist Projektträger und für die Finanzierung des Projektes verantwortlich. Schulen tragen 25% der Kosten aus ihrem Fortbildungsetat. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 550 Euro pro Teilnehmer. Die Niedersächsische Landesschulbehörde wurde frühzeitig in das Projekt eingebunden und führt eine Supervision kostenneutral durch. Teilnehmende Schulen verpflichten sich, eine Effektmessung (Evaluation) vorzunehmen.
Vision Die Teilnehmer dieses Durchganges hoffen auf weitere Teilnehmer, die in möglichen weiteren Fortbildungen ausgebildet werden. Viele Schulen (derzeit sind es 7 Institutionen) sollen mitmachen. Viele Schülerinnen und Schüler werden frühzeitig durch eigenständige Projekte in den Kindergärten und Schulen auf das Projekt Streitschlichter vorbereitet. Die Kinder lernen, konstruktiv mit Konflikten umzugehen. Der Rückgang von Konflikten in den Schulen wird merkbar sein.
Täter-Opfer-Ausgleichs-Büro Weiterführende Schulen - Ausbildung von Lehrer als Schulmediatoren (60 Std.) - Ausbildung von Schüler als Streitschlichter Grundschule - Ausbildung von Lehrer als Schulmediatoren (60 Std.) Schulung der Schulsozialarbeiter (2 Tage GFK) - Ausbildung von Schüler als Streitschlichter Mediation und soziale Entwicklung in der Schule Das Empathische Klassenzimmer (GFK nach Dr. Marshall Rosenberg) - Schulung für das gesamte Kollegium (3 Tage) - Weitergabe an alle Schüler Elternschulungen GFK in der Familie Elternübungsgruppe Schulung der ErzieherInnen in Ausbildung (2 Tage GFK) Mediation und soziale Entwicklung im Kindergarten Giraffentraum (GFK nach Dr. Marshall Rosenberg) - Schulung für das gesamte Team (3 Tage) - Weitergabe an alle Kinder Elternschulungen GFK in der Familie Elternübungsgruppe
Projekte für Kita und Schule Giraffentraum Das empathische Klassenzimmer
Inhalte für das Erwachsenen- Seminar Wie Kommunikation Einfühlungsvermögen blockiert 4 Schritte: Beobachtung, Gefühle, Bedürfnisse, Bitten Selbstempathie/Empathie: Was ist los bei mir? / Was ist los bei dir? Die innere Haltung, die vier Möglichkeiten, auf Aussagen zu reagieren Ärger vollständig ausdrücken: Ärger erlaubt Kritik und Vorwürfe: Umgang mit Misserfolgen/Umgang mit Angriffen Nein nicht persönlich nehmen Nein von Herzen sagen, ohne schlechtes Gewissen Feindbilder und Vorurteile: Typisch! Was steckt dahinter? Wertschätzung ausdrücken Ups, das wollt` ich nicht Bedauern ausdrücken
Kinder lernen ihre Bedürfnisse und Gefühle zu erkennen und zu verbalisieren eigene Stärken und Schwächen zu erkennen und sie anzuerkennen Gefühle und Bedürfnisse der anderen zu erkennen Verantwortung für sich und ihr Umfeld zu übernehmen selbstständig mit Konflikten umzugehen
und das Kind wird ermutigt, nach positiven und konstruktiven Lösungsvorschlägen zu suchen es wird in Entscheidungsprozesse mit einbezogen gewaltfreies Verhalten wird positiv verstärkt Erfolgserlebnisse werden gefeiert das Selbstbewusstsein als Person und in der Gruppe wird gestärkt
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