Experimentalphysik II

Ähnliche Dokumente
[c] = 1 m s. Erfolgt die Bewegung der Teilchen senkrecht zur Ausbreitungsrichtung der Welle, dann liegt liegt Transversalwelle vor0.

13. Mechanische Wellen Darstellung harmonischer Wellen Überlagerung von Wellen, Interferenz und Beugung. 13.

III. Gekoppelte Schwingungen und Wellen 1. Komplexe Schwingungen 1.1. Review: harmonischer Oszillator

12. Vorlesung. I Mechanik

0.1.1 Exzerpt von B. S. 134: HUYGENSsches Prinzip

m s km v 713 h Tsunamiwelle Ausbreitungsgeschwindigkeit: g=9,81m/s 2,Gravitationskonstante h=tiefe des Meeresbodens in Meter

Bei gekoppelten Pendeln breitet sich die Schwingung von einem zum nächsten aus

Wellenoptik. Licht als Welle. Experimente (z. B. Brechung) Licht verhält sich wie eine Welle

Wellen als Naturerscheinung

9. Periodische Bewegungen

7. Periodische Bewegungen Physik für E-Techniker. 7.2 Wellen Harmonische Welle Wellenpakete. Doris Samm FH Aachen

Physik III im Studiengang Elektrotechnik

Geozentrisches und heliozentrisches Weltbild. Das 1. Gesetz von Kepler. Das 2. Gesetz von Kepler. Das 3. Gesetz von Kepler.

Vorlesung 6: Wechselstrom, ElektromagnetischeWellen, Wellenoptik

EPI WS 2008/09 Dünnweber/Faessler

EPI WS 2007/08 Dünnweber/Faessler

Beugung am Gitter. Beugung tritt immer dann auf, wenn Hindernisse die Ausbreitung des Lichtes

Vorlesung Physik für Pharmazeuten PPh Optik

Einführung in die Physik

Wellen. Experimentalphysik. B. Baumann Physik für Ingenieure Bachelor Basics Kapitel 5

Sonne. Sonne. Δ t A 1. Δ t. Heliozentrisches Weltbild. Die Keplerschen Gesetze

Vorlesung Physik für Pharmazeuten und Biologen

Grundlagen der Physik 2 Schwingungen und Wärmelehre

Wellenlehre. Theorieschub

Intensitätsverteilung der Beugung am Spalt ******

Einführung in die Physik I. Schwingungen und Wellen 3

gekoppelte Pendelreihe Wellenmaschine Seilwelle (hin und her)

Mechanische Schwingungen und Wellen

Physik für Biologen und Zahnmediziner

Ferienkurs Teil III Elektrodynamik

Fortschreitende Wellen. Station C. Was transportieren Wellen? Längs- und Querwellen

Überlagern sich zwei Schwingungen, so gilt für die Amplitude, also für die maximale Auslenkung:

5. Wellen. Als Welle bezeichnet man die Ausbreitung einer Störung in einem kontinuierlichen Medium oder einer räumlich periodischen Struktur.

SCHWINGUNGEN WELLEN. Schwingungen Resonanz Wellen elektrischer Schwingkreis elektromagnetische Wellen

wir-sind-klasse.jimdo.com

1. Bestimmen Sie die Phasengeschwindigkeit von Ultraschallwellen in Wasser durch Messung der Wellenlänge und Frequenz stehender Wellen.

Doppelspalt. Abbildung 1: Experimenteller Aufbau zur Beugung am Doppelspalt

2. Wellen. Physik für Maschinenbau. Seite 1 WS 05/06

Physik für Biologen und Zahnmediziner

2 Mehrdimensionale mechanische Wellen

Heute: Wellen, Überlagerung von Wellen, Dispersion, Fourier-Synthese, Huygenssche Prinzip, Kohärenz, Interferenz

Astro Stammtisch Peine

Optik. Wellenoptik ABER: Gliederung. Definition und Kenngrößen. Dispersion

Wo sind die Grenzen der geometrischen Optik??

Wellen Aufgaben. Lsg.: a) t = 0,4031s

Mechanische Schwingungen und Wellen

Physik B2.

PeP Physik erfahren im ForschungsPraktikum

Inhaltsverzeichnis. Kurz, G�nther Strà mungslehre, Optik, Elektrizit�tslehre, Magnetismus digitalisiert durch: IDS Basel Bern

Brewster-Winkel - Winkelabhängigkeit der Reflexion.

HARMONISCHE SCHWINGUNGEN

Abbildungsgleichung der Konvexlinse. B/G = b/g

Geometrische Optik. Optische Elemente; Reflexion und Brechung

Beugung am Gitter mit Laser ******

5.9.4 Brechung von Schallwellen ****** 1 Motivation. 2 Experiment

BIOPHYSIK 6. Vorlesung

Wellenwanne für Projektion DW401-2W. Versuchsanleitung

5. Wellen. Als Welle bezeichnet man die Ausbreitung einer Störung in einem kontinuierlichen Medium oder einer räumlich periodischen Struktur.

Elektromagnetische Wellen

Aufgaben zu Teil F, Kapitel 2

u(z, t 0 ) u(z, t 0 + t) z = c t Harmonische Welle

Polarisation und optische Aktivität

9 Periodische Bewegungen

11.1 Wellenausbreitung 11.2 Wellengleichung 11.3 Interferenzen und Gruppengeschwindigkeit

Physik 1 für Chemiker und Biologen 11. Vorlesung

Vorkurs Physik des MINT-Kollegs

Ferienkurs Experimentalphysik 3

IO2. Modul Optik. Refraktion und Reflexion

X.4 Elektromagnetische Wellen im Vakuum

2. Optik. 2.1 Elektromagnetische Wellen in Materie Absorption Dispersion. (Giancoli)

1 Elektromagnetische Wellen im Vakuum

Wissenswertes zum Einsatz von Lichtleitern

Elektromagnetische Welle, Wellengleichung, Polarisation

Übungsklausur. Optik und Wellenmechanik (Physik311) WS 2015/2016

Wellenfront und Wellenstrahl

Physik Klausur JII.1 #2.2

Curriculum Fach: Klasse: Hölderlin-Gymnasium Nürtingen. Physik

(21. Vorlesung: III) Elektrizität und Magnetismus 21. Wechselstrom 22. Elektromagnetische Wellen )

Elektromagnetische Felder und Wellen

Experimentalphysik für ET. Aufgabensammlung

Physik für Mediziner im 1. Fachsemester

Alle Schwingungen, die sich nicht durch eine einfache Sinus-(Cosinus- )Funktion darstellen lassen, nennt man anharmonische Schwingungen.

Einführung in die Physik II für Studierende der Naturwissenschaften und Zahnheilkunde. Sommersemester VL #42 am

Optik Licht als elektromagnetische Welle

Weitere Eigenschaften von Licht

Praktikum II PO: Doppelbrechung und eliptisch polatisiertes Licht

Beugung, Idealer Doppelspalt

Ferienkurs Experimentalphysik III - Optik

Das Hook sche Gesetz

Das Hook sche Gesetz

Transkript:

Experimentalphysik II Wellenlehre und Optik: Wellen und Wellengleichung, Welle-Teilchen-Dualismus, Licht als Welle (Huygenssches Prinzip, Reflexion, Brechung und Beugung), Optik 3.1. Wellen und Wellengleichung 3.1.1. Entstehung und Überlagerung von Wellen 3.1.2. Harmonische und stehende Wellen 3.1.3. Die Wellengleichung 3.2. Der Welle-Teilchen-Dualismus (Teil I) 3.3. Licht als Welle 3.3.1. Das Huygenssche Prinzip 3.3.2. Reflexion und Interferenz 3.3.3. Beugung und Interferenz am Einzel- und Doppelspalt 3.3.4. Brechung 3.4. Optik 3.4.1. Strahlengang durch Prismen, Sammel- und Zerstreuungslinsen 3.4.2. Geometrische Optik Institut für Physik, Fakultät EIT 1

Wellenausbreitung Institut für Physik, Fakultät EIT 2

Reflexion von Wellen Ein Wellenberg bewegt sich auf einem gespannten Seil (einer Feder) nach rechts. Sobald er den Befestigungspunkt erreicht, wird er reflektiert und dabei invertiert. Die Wirkung eines losen Endes kann man durch die Befestigung des Seils (der Feder) an einem reibungsfrei auf einem Pfosten gleitenden Rings annähern. Wellenberge werden am losen Ende ohne Inversion reflektiert. Institut für Physik, Fakultät EIT 3

Transversal- und Longitudinalwellen Ausbreitung einer longitudinalen Welle entlang einer Feder (oben): Die Auslenkung erfolgt parallel zur Ausbreitungsrich-tung. Transversalwelle auf derselben Feder (unten): Die Auslenkung ist stets senkrecht zur Bewegungsrichtung der Welle. Institut für Physik, Fakultät EIT 4

Wellenausbreitung bei Medienwechsel Oben: Ein Wellenberg bewegt sich auf einem leichten Seil und geht dann auf ein schwereres über, auf dem die Ausbreitungsgeschwindigkeit kleiner ist. Bei diesem Übergang beobachtet man eine Inversion des reflektierten Wellenberges relativ zum transmittierten Wellenberg. Links: Fotografie eines entsprechenden Wellenberges, der von einer leichten Feder auf eine schwerere übergeht. Institut für Physik, Fakultät EIT 5

Wellenausbreitung bei Medienwechsel Oben: Ein Wellenberg bewegt sich auf einem schweren Seil und geht dann auf ein leichteres über, auf dem die Ausbreitungsgeschwindigkeit größer ist. Bei diesem Übergang beobachtet man keine Inversion des reflektierten Wellenberges. Links: Fotografie eines entsprechenden Wellenberges, der von einer schweren Feder auf eine leichtere übergeht. Institut für Physik, Fakultät EIT 6

Überlagerung von Wellen Zwei Wellenberge bewegen sich auf einem Seil in gegenläufiger Richtung aufeinander zu. Die resultierende Form der sich überlagernden Wellen ergibt sich einfach durch Addition der Auslenkungen der einzelnen Wellen. Sie gehorchen dem Superpositionsprinzip. Institut für Physik, Fakultät EIT 7

Stehende Wellen Grundwelle und drei Oberwellen einer schwingenden Saite Stehende Wellen auf einer beidseitig fest eingespannten Saite. Die Bereiche, die mit B bezeichnet sind, nennt man Schwingungsbäuche; die Punkte, die mit K bezeichnet sind, heißen Schwingungsknoten. Die n-te Harmonische besitzt genau n Bäuche. Institut für Physik, Fakultät EIT 8

Stehende Wellen Links: Entstehung stehender Wellen Unten: Stehende Wellen auf einer Saite mit nur einem fest eingespannten Ende Institut für Physik, Fakultät EIT 9

Beugung am Einfachspalt Beugungsphänomen am rechteckigen und kreisrunden Einfachspalt (Das Diagramm zeigt die Intensitätsverteilung des Lichts nach der Beugung am Rechteckspalt.) Beugung ist ein wellenlängenabhängiges Phänomen blaues Licht wird z. B. durch einen schmalen Einfachspalt schwächer gebeugt als grünes Licht. Institut für Physik, Fakultät EIT 10

Interferenz Schematische Darstellung der Überlagerung der Wellenberge, die von einem Doppelspalt ausgehen. Institut für Physik, Fakultät EIT 11

Beugung am Einzel- und Doppelspalt Berechnete Intensitätsverteilung des Lichts, nachdem es durch einen Einfachspalt der Breite b hindurchgetreten ist (blau) im Vergleich zur Intensitätsverteilung für einen Doppelspalt (rot), bei dem die einzelnen Spalte ebenfalls eine Breite b besitzen und einen Abstand d zueinander haben. Berechnete (grün) und gemessene Intensitätsverteilung (rote Punkte) des Lichts, nachdem es durch einen Doppelspalt hindurchgetreten ist (Spaltabstand d = 74 μm, Einzelspaltbreite b = 13,5 μm). Die blaue Kurve zeigt die Intensitätsverteilung für einen Einfachspalt der Breite b = 13,5 μm. Institut für Physik, Fakultät EIT 12

Dispersion Die Fraunhoferlinien sind dunkle Linien im Spektrum der Sonne. Solche Linien entstehen dadurch, dass Gase in der Photosphäre der sichtbaren Sonnenoberfläche - einen Teil des Sonnenlichts absorbieren. Es handelt sich also um Absorptionslinien. Die Linien sind jedoch nicht absolut dunkel, sondern in Abhängigkeit von der chemischen Zusammensetzung des absorbierenden Gasgemisches, in ihrer Intensität reduziert. Somit lassen die Fraunhoferlinien Rückschlüsse auf die chemische Zusammensetzung und die Temperatur der Photosphäre zu. Institut für Physik, Fakultät EIT 13

Die Maxwellschen Gesetze: I: II: r r r r r E (r) = div E(r) = ρ r r r r r B (r) = div B(r) = 0 r r r r r r IV: B(r) = rot B(r) = μ0 j + ε0 μ0 ε Q 0 oder r r r r r r r B(r) III: E(r) = rot E(r) = t Der Welle-Teilchen Teilchen-Dualismus Teil 1 r r r ( ϕ r) ) r r E(r) t r r ρ ( = div gradϕ(r) = Δϕ(r) = ε Q 0 I + IV: r r j = div r j ρ = t Q Institut für Physik, Fakultät EIT 14

Der Welle-Teilchen Teilchen-Dualismus Teil 1 z ω y E r (x) Linear polarisiertes Licht z Zirkular polarisiertes Licht x B r (x) y Verknüpfung zwischen E- und B-Feld-Vektor in einer elektromagnetischen Welle, die sich im Vakuum mit Lichtgeschwindigkeit ausbreitet Institut für Physik, Fakultät EIT 15

Der Welle-Teilchen Teilchen-Dualismus Teil 1 Ellipsengleichungen: z a ϕ b y z a 2 y + = 1 2 b a Große Halbachse b Kleine Halbachse 2 2 z = a cos( ω t ) y = b sin( ω t ) ω Rotationsfrequenz ω = dϕ( t ) dt = & ϕ( t ) ω Elliptisch polarisiertes Licht ω z z y Zirkular polarisiertes Licht y Elliptisch polarisiertes Licht tritt beim Durchgang des Lichts durch optisch anisotrope Medien auf. Institut für Physik, Fakultät EIT 16

Christiaan Huygens niederländischer Astronom, Mathematiker und Physiker (* 14. April 1629 Den Haag, 8. Juli 1695 ebenda) Christiaan Huygens Huygens war einer der bedeutendsten Mathematiker sei-ner Zeit. Er widerlegte in seiner Schrift Theoremata de quadratura die von Gregorius a Sancta Vincentio be-hauptete Möglichkeit der Quadratur des Kreises. Mit seiner Schrift Tractatus de ratiociniis in aleae ludo aus dem Jahre 1657 wurde er zum Begründer der Wahr-scheinlichkeitsrechnung. Licht besteht für Huygens aus Stoßwellen, die mit endlicher Geschwindigkeit durch den Äther laufen, der seiner Meinung nach aus winzigen ela-stischen Teilchen besteht, die von der eintreffenden Stoßwelle zu Schwingungen erregt werden und Ausgangspunkt einer unendlich schwachen Elementarwelle sind; die Enveloppe der Fronten aller dieser Elementar-wellen ergibt dann die tatsächliche Lichtwelle. Institut für Physik, Fakultät EIT 17

Huygenssches Prinzip Das Huygenssche Prinzip, auch Huygens-Fresnelsches Prinzip genannt, besagt, dass je-der Punkt einer Wellenfront als Ausgangspunkt einer neuen Welle, der sogenannten Elemen-tarwelle, betrachtet werden kann. Die neue Lage der Wellenfront ergibt sich durch Überlagerung (Superposition) sämtlicher Elementarwellen (in drei Dimensio-nen sind Elementarwellen kugelförmig, in zwei Dimensionen kreisförmig). Die sich weiter ausbreitende Wellenfront ergibt sich als die äußere Einhüllende der Elementarwellen, da sich die Elementarwellen im selben Medium und mit gleicher Ge-schwindigkeit ausbreiten wie die ursprüngliche Welle. Bei unter-schiedlichen Medien ändert sich die Ausbreitungsgeschwindigkeit und damit auch die Ausbreitungsrichtung der Welle, was sich als Brechung bemerkbar macht. Am Rand eines Hinder-nisses (z. B. Spalt) führt das Huygenssche Prinzip zur Beu-gung. Institut für Physik, Fakultät EIT 18

Geometrische Optik Berechung an der kugelförmigen Grenze zweier Medien mit verschiedenen Brechzahlen. Skizze zur Ableitung der Abbildungsgleichung einer Linse Institut für Physik, Fakultät EIT 19