L E S E B E G L E I T Julius-Maximilians- UNIVERSITÄT WÜRZBURG Didaktik der deutschen Sprache und Literatur Phil I Am Hubland 97074 Würzburg Im Rahmen des Seminars Lesebegleithefte erstellt von Sabine Gemählich, Stephanie Jost, Isabelle Müller und Daniela Schmidt Sommersemester 2004 zu Edward van de Vendel: Was ich vergessen habe H E F T Lehrerbeiheft Seminarleitung, didaktische und methodische Beratung: Dr. Almut Drummer
Vorbemerkung Wie könnten wir den Schülerinnen von Förderzentren entsprechende Rezeptionshilfen geben, gerade dann, wenn sie auch geistig behindert sind? Darauf haben wir gemeinsam verschiedene Antworten gefunden. Um Edward van de Vendels Jugendbuch Was ich vergessen habe mit SchülerInnen von Förderzentren besprechen zu können, versuchten wir, das Element Bild in verschiedener Form dem Text beizugeben. Innerhalb von Gesprächen zeigen Bilder an, welche Person gerade spricht. Längere Textpassagen, die Geschehnisse darstellen und Anlass geben, über die Befindlichkeiten von handelndem Personal nachzudenken, finden sich neben dem Text in Form von selbst gezeichneten Bilderfolgen oder in Form von Fotos repräsentiert. Passagen, die zugleich handelnde wie auch einen hohen Anteil an kommunikativen Elementen enthalten, wurden in Comics umgearbeitet. So versteht es sich von selbst, dass auch die Rezipienten gefordert sind, Wahrnehmungen bzgl. des Textes in bildhafter Form wiederzugeben. Insgesamt dienen die Arbeitsimpulse zum einen einer besseren Orientierung im Text, der Verarbeitung von Textinhalten sowie der Auseinandersetzung mit Figuren und Geschehnissen. Dabei wurde nicht nur darauf geachtet, dass gerade auch geistig behinderte Menschen zum Nachdenken ermuntert werden, sondern auch darauf, dass sich der Blickwinkel des Lesers weitet. Das Lesebegleitheft eignet sich ebenso für SchülerInnen, die eine Sprachbehinderung haben, wie für verhaltensauffällige SchülerInnen und HauptschülerInnen im Alter von 11 13 Jahren. Dr. Almut Drummer Würzburg, im September 2007
Lehrerkommentar In unserem Lesebegleitheft liegt der Schwerpunkt darauf, dass Kinder mit einer geistigen Behinderung ein Buch in der Hand haben und auch lesen. Deswegen enthält unser Lesebegleitheft sehr viele Textstellen. Diese Texte sollen von den Kindern selbst gelesen werden oder von Mitschülern oder der Lehrerin/dem Lehrer vorgelesen werden. 1.Bildererklärungen Die Kinder sollen ein Bild malen. Auf die einzelnen Situationen wird später noch genauer eingegangen. Die Kinder sollen Fragen beantworten oder sie müssen etwas an-/wegstreichen. Dem Lesebegleitheft ist eine Kassette beigelegt. Diese soll teilweise oder ganz abgespielt werden. Wie viel jedes Mal abgespielt werden soll, wird im folgenden Kapitelkommentar noch ausführlicher dargelegt. Die Kinder sollen ein Theaterstück in Gruppen einstudieren und ihren Mitschülern dann vorführen. Der Text für das Stück ist manchmal vorgegeben. Wenn dies nicht der Fall ist, sollen die Schüler sich in die Person hineinversetzen und sich selbst etwas dazu ausdenken.
An dieser Stelle müssen die Kinder entweder aus dem Anhang oder aus eigens gesammelten Materialien etwas ausschneiden und dies auf dem freien Platz der entsprechenden Seite einkleben. Bei längeren Textstellen ist es möglich, die Kinder den Text und die daraus resultierenden Beziehungen der Hauptpersonen zueinander mit Legeblättchen nachlegen zu lassen. Hierzu finden sich im Anhang mögliche Vorlagen. 2. Kapitelkommentar Kapitel 1 Wie meint ihr, wie sich Soscha fühlte? Die Kinder sollen sich in Soschas Situation hineinversetzen. Dazu haben sie verschiedene Mimikbilder vorliegen. Sie sollen eines davon auswählen und dann ihre Wahl erklären. Welche Dinge fallen dir ein, die du mit deinem/r Freund/in zusammen machen kannst? Die Kinder sollen hier aus Zeitschriften Gegenstände ausschneiden, wie z.b. Fahrrad, Rollschuhe, Fußball, Brettspiele, Spielplatz und aufkleben. Sie können diese aber auch selber malen. 2 2
Steckbrief Jedes Kind soll seinen eigenen Steckbrief ausfüllen. Es kann ein Passfoto von sich einkleben oder ein Bild von sich malen. Kapitel 2 Die Suche nach dem Tonbandgerät Der Lehrer muss schon vor der entsprechenden Schulstunde ein Tonbandgerät im Klassenzimmer verstecken. Das Tonbandgerät sollte sich möglichst in einer alten Kiste befinden. Während der Stunde machen sich die Schüler dann wie Elmer auf die Suche nach der Kiste. Wurde die Kiste gefunden, sollte besprochen werden, was sie enthält, da nicht alle Kinder heutzutage noch ein Tonbandgerät kennen. Danach sollte das Bild eines Tonbandgerätes (siehe Anlage) auf die entsprechende Seite eingeklebt werden. Die entsprechende Textstelle kann dann vorgespielt werden. Die Kinder sollen sich nur das Gedicht anhören. Nun folgt eine Besprechung des Gehörten (besondere Sprache). Wie intensiv diese gestaltet wird, hängt von den Schülern ab. Eigenschaften von Opa Remmelt Kinder sollen Opa Remmelt malen. Kapitel 3 Elmer und Soscha hören sich das Tonbandgerät an. Den Kindern wird die Kassette (Bitte entsprechend Gedicht auf Kassette aufnehmen!) nochmals vorgespielt. - Erläuterungen. - Kapitel 4 Haus Sonne 3 3
Kinder sollen das Haus mit Gegenständen füllen, die in ein Altersheim gehören. Eine Auswahl findet sich im Anhang. Kapitel 5 Opas Bild Die Kinder sollen an die entsprechende Stelle ein Bild mit einem Schiff malen. Kapitel 6 Soscha und Elmer entdecken eine Nummer auf Opas Bild. Die Kinder haben ein Bild vor sich liegen und suchen nach der Nummer. Es stehen mehrere Nummern zur Auswahl. Die Schüler sollen die richtige herausfinden und umkreisen. Telefongespräch Die Kinder sollen mit einem Mitschüler ein Telefongespräch nachspielen und sich für den Nachmittag verabreden. Erweiterung: Die Ss denken das Telefongespräch weiter und spielen es auch so (Hilfe: vorgegebene Sprechblasen) Kapitel 7 Heute wollen wir zu Frau Fantou. Die Kinder sollen mit dem Stift den richtigen Weg nachfahren. Treffen bei Frau Fantou Die Kinder malen ein Bild von Frau Fantou. Kapitel 8 Theaterstück Kinder bilden Gruppen und studieren das Theaterstück ein. Der Text ist 4 4
vorgegeben. Wenn dies nicht möglich ist, sollen die Kinder die Situation über Gesten / Mimik nachspielen. Auch ist es möglich, ein Standbild dazu aufzubauen. Brief Die Kinder sollen den Brief öffnen und die Karte lesen. Kapitel 9 Los geht s zu Opa! Die Kinder sollen die Bilder in die richtige Reihenfolge bringen. Tonbandgerät Kinder hören sich noch einmal die entsprechende Aufnahme an. L liest die Textstelle langsam und mit vielen Pausen vor. Danach läuft das Tonbandgerät weiter bis zum Schluss. So hören die Kinder auch die Kinderstimme. 5 5
Anhang zu Kapitel 2: Anhang zu Kapitel 4: 6 6
Vorlagen für Legeblättchen: Elmer: Soscha: Frau Fantou: Elmers Mutter: 7 7
Opa: Als Untergrund kann nach Belieben buntes Papier benutzt werden. Hier gibt es keine bestimmten Vorlagen. Zur Gestaltung des artefaktgestützten literarischen Gespräches (Drummer) vgl. die Ausführungen von Dr. Almut Drummer zu den Lesebegleitheften, deren Gestaltung und entsprechenden methodischen Möglichkeiten für deren Aufbereitung im Unterricht! 8 8