Neue Straßenbahn in Reims Am 16. April 2011 wurde das neue Straßenbahnsystem in Reims eröffnet. Die Wiedereinführung der Straßenbahn gilt auch hier als Werkzeug für städtische Renovierungsvorhaben. Durch die Innenstadt verläuft die Tramtrasse oberleitungsfrei, der Blick auf die Kathedrale ist damit uneingeschränkt. Auf einem 1,9 km langen Abschnitt (von 11,2 km) wurde (wie in Bordeaux) das APS-System installiert.
Es bietet eine freie und ungehinderte Sicht auf historische Häuserfassaden und Plätze, es wirkt ungewohnt aber durchaus ansprechend. Die Fahrzeug-Stirnfronten erhielten ein Champagner-Kelche ähnelndes Design. Durch den Einsatz charakteristischer Designerfahrzeuge gilt die Straßenbahn auch als optisch aufwertendes, belebendes und identitätsstiftendes Element in der Hauptstadt der Region Champagne-Ardenne. Die gesamtheitliche Planung sah weiteres die Ausweitung der Flächen für Fußgänger und Radfahrer sowie einhergehend mit der Verschönerung des öffentlichen Raums die Revitalisierung von Problemvierteln vor.
Außerhalb des Zentrums verläuft die Trasse auf einem kurzen Abschnitt im Fließverkehr, überwiegend sind jedoch Eigentrassen angelegt.
In der neuen Fußgängerzone stehen noch einige Geschäftslokale leer, vermutlich eine Folge der Bauarbeiten, jene die blieben erfreuen sich jetzt über einen großen Kundenzustrom. Ein neuer Branchenmix ist zu erkennen, die Kombination Fußgängerzone und Straßenbahn zieht offenbar große Ketten an, von deren Zugkraft schließlich auch die kleinen Läden profitieren. Eine zweite Linie führt über noch unbebautes Gebiet zum TGV-Bahnhof Champagne- Ardenne. Dieser ist auf einer Anhöhe (im Bildhintergrund) gelegen.
Straßenbahn in Straßburg Im Gegensatz zu Reims empfindet man die Fahrleitung im mittelalterlichen Stadtzentrum von Straßburg als nicht störend. Erst seit 27.11.2010 fährt die Linie C über die Saverne-Brücke zum Bahnhof. Die 1994 eröffnete Straßenbahn gilt als Vorbild zur verkehrlichen und urbanen Erneuerung der Innenstadt.
Als besonders gelungen gilt die Führung der Tram durch die historische Altstadt unter gleichzeitiger Eindämmung des Autoverkehrs. Anlässlich der Eröffnung im Jahr 1994 beeindruckte das (damals) futuristische Design der Eurotrams.
Mittlerweile kamen auch Citadis-Bahnen hinzu. Schöne Rasengleis -Trassen führen in die Außenbezirke. Und am EU-Parlament vorbei. Mittlerweile verkehren sechs Straßenbahnlinien auf einem Streckennetz von 34,5 Kilometern Länge.
Zuletzt wurde am 28.11.2010 die Innenstadt-Verstärkerlinie F eröffnet, hierfür eine 0,7 km lange Neubaustrecke vom Place d'islande zur Endhaltestelle Oberservatoire (Bild) errichtet. Ab 2014 soll die Tram über den Rhein nach Kehl (Deutschland) fahren. Abends am zentralen Knotenpunkt Homme de Fer.
Tram und Tram-Train in Mulhouse Im Jahr 2006 wurde die Tram in Mulhouse eröffnet, die künstlerisch gestalteten Haltestellen der Linie 2 überspannen Bögen. Wie überall in Frankreich wurden auch hier die Fahrspuren des MIV zugunsten der Tram- Trasse reduziert.
Im Dezember 2010 wurde zudem eine Verknüpfung des Straßenbahn- und Eisenbahnnetzes nach dem Tram-Train - Konzept realisiert. Zweisystemfahrzeuge fahren im 30-Minuten-Takt vom Bahnhof durch die Innenstadt und zunächst parallel zur Eisenbahntrasse bis Lutterbach, dann weiter auf der SNCF -Strecke nach Thann (22 km). Eine Verlängerung des Tram-Train bis Kruth ist geplant, noch verkehren Dieseltriebwagen weiter. In Lutterbach wird von den städtischen 750 Volt auf die bei der Bahn üblichen 25 000 V, 50 Hz umgeschaltet. Vom Bahnhof bis Dornach verdichtet die neue Linie 3 das Intervall auf 15 Minuten. Für die Tram-Train-Verbindung ins Thurtal bestellte die französische Staatsbahn SNCF bei Siemens Transportation zwölf Zweisystemstadtbahnen vom Typ Avanto.
Haltestellen der Linie T Einfahrt und Kreuzung in Thann, der elektrifizierte Abschnitt läuft noch ein kurzes Stück weiter Richtung Zentrum.