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Transkript:

Berufliche Schulen Berufsschule Umsetzung der Lernfeld-Lehrpläne Landesinstitut für Schulentwicklung Maler/-in und Lackierer/-in Fahrzeuglackierer/-in www.ls-bw.de best@ls.kv.bwl.de Qualitätsentwicklung und Evaluation Lernfeld 4 Oberflächengestalten Schulentwicklung und empirische Bildungsforschung Bildungspläne Stuttgart 2003 H 03/58

Redaktionelle Bearbeitung Redaktion: Paul Keßler, LS Stuttgart Eckhard Rein, LS Stuttgart Autoren: Frau Morgenstern Frau Schäfer Stand: Oktober 2003 Impressum Herausgeber: Druck und Vertrieb: Urheberrecht: Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) Rotebühlstraße 131, 70197 Stuttgart Fon: 0711 6642-0 Internet: www.ls-bw.de E-Mail: best@ls.kv.bwl.de Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) Rotebühlstraße 131, 70197 Stuttgart Fax 0711 6642-108 Fon: 0711 66 42-167 oder -169 E-Mail: best@ls.kv.bwl.de Inhalte dieses Heftes dürfen für unterrichtliche Zwecke in den Schulen und Hochschulen des Landes Baden-Württemberg vervielfältigt werden. Jede darüber hinausgehende fotomechanische oder anderweitig technisch mögliche Reproduktion ist nur mit Genehmigung des Herausgebers möglich. Soweit die vorliegende Publikation Nachdrucke enthält, wurden dafür nach bestem Wissen und Gewissen Lizenzen eingeholt. Die Urheberrechte der Copyrightinhaber werden ausdrücklich anerkannt. Sollten dennoch in einzelnen Fällen Urheberrechte nicht berücksichtigt worden sein, wenden Sie sich bitte an den Herausgeber. Bei weiteren Vervielfältigungen müssen die Rechte der Urheber beachtet bzw. deren Genehmigung eingeholt werden. Landesinstitut für Schulentwicklung, Stuttgart 2003

Inhaltsverzeichnis Seite 1. Vorwort 4 1.1 Intention 4 1.2 Anmerkungen der Redaktion 5 2. Ganz einfach zum Nachdenken 6 2.1 Fragen 6 2.2 Aussagen 7 2.3 Neue Wege basierend auf alter Tradition 8 2.4 Anforderungen an Schüler und Fachangestellte heute und morgen 9 3. Aufbau der Handreichung 10 4. Die Ziele im Lernfeld 4 11 5. Umsetzungsbeispiel: 13 5.1 Übersicht über mögliche Lernsituationen 14 5.2 Lernsituationen mit Zielen und Inhalten 16 (einschl. Zuordnungskontrolle) 5.3 Konkreter Unterricht 22 (einschl. Anlagen) 6. Anhang 50 6.1 Auszug aus der Verordnung über die Berufsausbildung im Maler- und Lackierergewerbe vom 03. Juli 2003 50 6.2 Auszug aus der Verordnung über die Berufsausbildung zum Fahrzeuglackierer / zur Fahrzeuglackiererin vom 03. Juli 2003 56 6.3 Hinweise auf Lernfeld-Literatur im Internet 58 6.4 Hinweise auf Bücher, die im Buchhandel erhältlich sind 60-3 -

1. Vorwort 1.1 Intention Die neuen KMK-Rahmenlehrpläne für den berufsbezogenen Unterricht der Berufsschule sind in Lernfeldern gegliedert. Lernfelder sind mächtige Einheiten, die auf einer A4-Seite Vorgaben für ca. 80 Unterrichtsstunden festlegen. In Bildungsgangkonferenzen sollen die Lernfelder auf regionale Gegebenheiten übertragen werden. Die vorliegende Handreichung wurde als Hilfe für o.g. Bildungsgangkonferenzen und Lehrer allgemein konzipiert. Die Autoren erhielten folgende Eckwerte für ihre Arbeit: die Lernfelder 1 4 sind in "handhabbare" Lernsituationen aufzuteilen, jeweils nur mit Bezeichnungen und Stundenangaben, die Lernsituationen sind mit Zielformulierungen und Inhalten zu versehen und mindestens eine Lernsituation ist als vollständige Unterrichtseinheit auszuarbeiten, einschließlich der zur Durchführung notwendigen Anlagen. Dadurch ist die Handreichung einerseits eine Hilfe zur Lösung der konzeptionellen Aufgaben einer Bildungsgangkonferenz und andererseits eine Hilfe zur direkten Umsetzung des Lernfeldkonzeptes im Unterricht. - 4 -

1.2 Anmerkungen der Redaktion Die vorliegende Handreichung wurde in knapp 6 Monaten zusammengestellt und erhebt keinen Anspruch auf irgendein Attribut. Sie ist eine Hilfe von Kollegen für Kollegen, die im Berufsfeld Farbtechnik und Raumgestaltung Unterricht nach Lernfeldlehrplänen erteilen. Für die Fachstufen 1 und 2 hat die Handreichungsarbeit noch nicht begonnen. Der Leser muss ein gewisses Lernfeld-Verständnis besitzen, denn in der vorliegenden Handreichung wird das Lernfeldkonzept nicht extra erklärt. Lernfeldgrundlagen lassen sich den KMK-Handreichungen zur Rahmenlehrplanarbeit (15.09.2000) entnehmen. (Siehe dazu: http://www.kmk.org/beruf/home.htm Klick auf "Veröffentlichungen", dann nach dem Begriff "Handreichungen" suchen) Auf die pünktliche Verwendung der weiblichen und männlichen Form von Personen wurde verzichtet, damit die Texte schnell und übersichtlich zu handhaben sind. Die Bezeichnungen Zeitrichtwert, Stunden und Stdn. sind Richtwerte für die Anzahl der Unterrichtsstunden. Die Beiträge der vorliegenden Handreichung wurden von Frau Morgenstern und von Frau Schäfer erstellt. - 5 -

2. Ganz einfach zum Nachdenken 2.1 Fragen Bitte beantworten Sie die folgenden Fragen in aller Ruhe. Wie viel seines Wissens hat ein Schüler nach 2 Jahren noch parat? Wie viele Schüler sind nach 3 Jahren noch im erlernten Beruf tätig? Wie viel nutzt der Berufsschul-Wissensvorrat, der über Grundlagenwissen hinausgeht, wenn die Halbwertszeit für neues Wissen ständig geringer wird? Wie sinnvoll ist es, Spezialwissen in der Berufsschule anzuhäufen? Wie viele Schüler lehnen "Lernen auf Vorrat" ab und fragen immer: "Wozu brauch ich das?" Welche "Dinge" kann/muss man einem Schüler nahe bringen, die ihm später auch in einem neuen Beruf weiterhelfen? Wie viele Kollegen können genügend Methoden, Unterrichts- und Sozialformen einsetzen, um die Lernfeld-Konzeption umsetzen zu können? uvm. - 6 -

2.2 Aussagen Prüfen Sie bitte, ob Sie mit den folgenden Aussagen übereinstimmen. Der Berufsschulunterricht in den letzten 25 Jahren hat sich bewährt, er war für diesen Zeitabschnitt gut und gültig. Nach Abschluss seiner Ausbildung steht der Berufsanfänger an der Schwelle einer bewegten Zukunft. Wie viele Jahre sein Wissen ausreicht, oder wie oft er den Arbeitsplatz wechseln wird, kann ihm keiner sagen. Wer selbstorganisiert lernen und arbeiten kann ist relativ unabhängig, denn handlungskompetente Mitarbeiter werden heute überall gesucht. Die geforderte Handlungskompetenz wird durch projekthaften Unterricht gefördert. Lernfeldunterricht ist ein aufgaben- und problemgesteuerter Prozess. Er kann durch alle Formen des Unterrichts gestützt werden. Dabei hat der Frontalunterricht genauso wie der Gruppenunterricht seine Berechtigung. Viele der neu eingesetzten Methoden und Unterrichtsformen sind den meisten Schülern unbekannt und müssen möglichst im ersten Jahr anhand von einfachen Themen erst erlernt werden. Das Lernfeldkonzept mit seinem handlungsorientierten Fundament lässt sich nicht von heute auf morgen umsetzen, sondern nur so schnell wie man kann. - 7 -

2.3 Neue Wege basierend auf alter Tradition Die Basis und die Ziele stehen fest. Der Weg dazwischen ist manchmal relativ anspruchsvoll. Ziele: innerhalb von Prozessen leben mehr als Qualifikation in vollständigen Handlungen denken Kompetenz heißt u.a.: mit Unsicherheit umgehen projektorientiert lernen und arbeiten Neue Prüfungen Hilfen zur Organisation Bewertung von Kompetenzen Förderung der Methodenvielfalt stets neue Inhalte: permanentes update Herausforderungen auf dem Weg Nicht total am Markt vorbei ausbilden Der Bildungsauftrag steht für den Lehrer im Vordergrund Methodenvielfalt, Methodenmix anstreben Unterricht muss nicht immer Spaß machen Lehrer sind Pädagogen Berufs-Spezial-Wissen hat eine immer geringer werdende Halbwertszeit Basis: Grundlagen-Wissen ist unbedingt nötig Leistung kann man nicht fördern, ohne zu fordern Berufsschule ist selbständiger Lernort im dualen System Von der Basis über nicht vorgegebene Wege hinauf zu angestrebten Zielen. - 8 -

2.4 Anforderungen an Schüler, Gesellen und Facharbeiter heute und morgen Für die ständige Weiterentwicklung im beruflichen, gesellschaftlichen und privaten Leben muss der Schüler Handlungskompetenz erwerben und vertiefen. Taylorismus ist nicht mehr zukunftsfähig. - 9 -

3. Aufbau der Handreichung 1. Schritt Das mächtige Lernfeld wird in überschaubare Lernsituationen unterteilt. Dadurch entsteht eine Liste mit der Abfolge von aufeinander aufbauenden Lehr/Lernarrangements. 2. Schritt Die Ziele und Inhalte aus dem Lernfeld werden auf die Lernsituationen verteilt, wenn nötig ergänzt und mit Bemerkungen versehen. Dadurch stehen "kleine, überschaubare Lernfelder" zur Verfügung. 3. Schritt Zu mindestens einer Lernsituation wird ein realer Unterrichtsablauf geschildert d.h. ein Beispiel wird beschrieben, das die konzeptionellen Teile der Unterrichtsvorbereitung deutlich macht. Dazu gehören auch die zur Durchführung notwendigen Anlagen. - 10 -

4. Die Ziele im Lernfeld 4 Lernfeld 4: Oberflächen gestalten Berufstheorie(BT) 1. Ausbildungsjahr Zeitrichtwert: 80 Zielformulierung Die Schülerinnen und Schüler planen, entwerfen und fertigen nach Kundenvorgaben Gestaltungsentwürfe und führen diese aus. Sie berücksichtigen Gestaltungsgrundsätze von Farbe und Form sowie den Einfluss der Oberflächenstruktur auf die optische Wirkung. Die Schülerinnen und Schüler ermitteln Kennwerte und Daten zur Auswahl von Werk-, Hilfs- und Beschichtungsstoffen. Sie prüfen und unterscheiden Materialien auf Eigenschaften und Verarbeitungsmöglichkeiten. Die Schülerinnen und Schüler gestalten Oberflächen durch Beschichten und Kleben. Sie berücksichtigen ökonomische und fertigungstechnische Möglichkeiten. Zum Entwerfen schneiden und archivieren nutzen sie manuelle und digitale Techniken. Sie beurteilen und präsentieren die Gestaltungsergebnisse nach handwerklicher und ästhetischer Qualität. Die Schülerinnen und Schüler berücksichtigen bei der Ausführung den Umwelt-, Gesundheitsund Arbeitsschutz. Lernfeld 4: Oberflächen gestalten Berufspraxis(BP) 1. Ausbildungsjahr Zeitrichtwert 200 Zielformulierung Die Schülerinnen und Schüler führen kundenbezogene Gestaltungsaufträge an Objekten und auf Flächen aus. Sie planen Arbeitsabläufe unter Beachtung der Wirtschaftlichkeit und führen diese mit geeigneten Materialien, Werkzeugen und Geräten aus. Die Schülerinnen und Schüler beachten die Regeln der Arbeitssicherheit, des Gesundheits- und Umweltschutzes sowie Betriebsanweisungen. Sie richten ihren Arbeitsplatz ein und achten auf Sauberkeit und Ordnung. Sie erstellen Vorlagen für kommunikative und dekorative Gestaltungselemente und setzen sie maßstabsgerecht um. Sie verwenden Farbordnungssysteme und führen Farb-, Flächen- und Objektgestaltungen aus. Sie wenden unterschiedliche Gestaltungstechniken auf vorbereiteten Untergründen an. Die Schülerinnen und Schüler dokumentieren, präsentieren und bewerten ihre Arbeitsergebnisse. Sie nutzen digitale Techniken. - 11 -

5. Beispiel: Zum Lernfeld "Oberflächen gestalten" Maler und Lackierer / Fahrzeuglackierer - 13 -

5.1 Übersicht über mögliche Lernsituationen Lernsituationen (LS) für Berufstheorie (BT) 80 Zeitrichtwert Berufspraxis (BP) 200 BT BP LS 4.1 Gestaltung eines Ausstellungsraumes 60 136 Pos. 1 Erstellen von Raumansichten für einen Ausstellungs- Raum und Untergrundvorbehandlung 14 12 Pos. 2 Flächengestaltung mit Form und Farbe 28 54 Pos. 3 Flächen durch Materialstrukturen und Werkstoffe Gestalten 8 32 Pos. 4 Oberflächen durch dekorative Techniken gestalten - 32 Pos. 5 Dokumentation, Präsentation und Bewertung des Gestaltungsergebnisses 10 6 LS 4.2 Gestaltung eines Firmenschildes 20 64 Pos. 1 Entwicklung oder Auswahl eines Firmenlogos mit Schriftzug 6 Pos. 2 Oberflächen durch manuelle, kommunikative Techniken gestalten 6 32 Pos. 3 Oberflächen durch maschinelle, kommunikative Techniken gestalten 6 24 Pos. 4 Präsentation des erstellten Firmenschildes am Objekt und Dokumentation 2 8-14 -

Zum Lernfeld "Oberflächen gestalten" - 15 -

5.2 Lernsituationen mit Zielen und Inhalten Lernsituation 4.1: Zeitrichtwert: BT 60 + BP 136 Gestaltung eines Ausstellungsraumes Beschreibung der Ziele: Die Schülerinnen und Schüler gestalten Oberflächen für einen Ausstellungsraum (BT) Sie lesen Baupläne, rechnen Maße um und zeichnen Wandabwicklungen maßstäblich. Sie nennen Möglichkeiten zur Flächengliederung und gestaltung mit Form und Farbe. Sie erklären Farbordnungssysteme und wenden diese an. Die Schülerinnen und Schüler gestalten Oberflächen mit Materialstrukturen und nennen die Bedeutung des Lichtes für den Farbeindruck und die Wirkung der Oberflächenstruktur. Sie führen verschiedene Techniken zur Oberflächengestaltung aus. Sie wählen unterschiedliche Beschichtungstechniken und materialien aus. Die Schülerinnen und Schüler präsentieren die Gestaltungsergebnisse, beurteilen und bewerten diese nach gestalterischen und handwerklichen Kriterien. Die Schülerinnen und Schüler führen auf verschiedenen Untergründen Gestaltungstechniken für den Ausstellungsraum aus (BP) Die Schülerinnen und Schüler richten ihren Arbeitsplatz ein, achten auf Sauberkeit und Ordnung und beachten Betriebsanweisungen. Sie bereiten Untergründe vor. Sie übertragen die Gestaltungsentwürfe aus der BT maßstabsgerecht auf vorbereitete Untergründe. Sie wenden verschiedene Techniken zur Oberflächengestaltung an und führen diese in unterschiedlichen Applikationsverfahren aus. Sie verarbeiten die eingesetzten Werk- und Hilfsstoffe unter ökologischen und ökonomischen Aspekten. Sie präsentieren ihre Ergebnisse vom Entwurf bis zur Ausführung. Inhaltliche Orientierung: Hinweise: - Baupläne - Flächen- und Bedarfsberechnung - Maßstabberechnungen - Räumliche Darstellungen - Flächengestaltungen mit Punkt, Linie, Fläche - Flächengliederungen Grundriss Wandabwicklungen Goldener Schnitt - 16 -

Zum Lernfeld "Oberflächen gestalten" - 21 -

5.3 Konkreter Unterricht Unterrichtsbeispiel zu LS 4.1 Pos. 1 LF 4 Oberflächen gestalten LS 4.1 Pos. 1 Erstellen von Raumansichten Zeitrichtwert: BT 14 für einen Ausstellungsraum BP 12 Ablauf Bemerkungen BT BP Auftrag erfassen Informieren Die Schüler informieren sich anhand von Fachzeitschriften, Fachbüchern, Exkursionen usw. über Ausstellungsräume für Maler- und Lackierbetriebe. Sie visualisieren die Aufgabenstellung, indem sie ein Wandposter als Collage erstellen. Anlage 1.1 u. 1.2 Lehrer-Schülergespräch Anlage 2 Teamarbeit 4 Vorgehen planen Die Schüler strukturieren den Lernprozess, nehmen eine zeitliche Ablaufplanung vor. Sie legen eine Dokumentationsmappe an, in der in einem Register positionsweise Arbeitsaufträge, Technische Merkblätter, Informationsblätter, Leittexte gesammelt werden. Arbeitsauftrag 1: Die Schüler analysieren anhand eines Fragenkataloges Baupläne und lernen diese zu lesen. Sie ermitteln die Maße des Ausstellungsraumes und nehmen nach Aufgabenstellung exemplarische Flächen- und Bedarfsberechnungen vorgenommen. Durch vorbereitete Übungsaufgaben erlernen die Schüler mit Maßstäben zu rechnen und die Maße aus dem Bauplan für den Kundenauftrag umzurechnen. Lehrer-Schülergespräch Metaplan Mappe Anlage 3.1, 3.2, 3.3 Einzelarbeit Anlage 4.1, 4.2 und 4.3 Kontrolle - Partnerarbeit Fachbücher Aufgabenblatt Anlage 5.1, 5.2 Partnerarbeit Anlage 6.1 u. 6.2 Einzel- oder Partnerarbeit 8-22 -

Landesinstitut für Schulentwicklung Rotebühlstraße 131 70197 Stuttgart www.ls-bw.de