Finanzmathematik... was ist das?



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Sie haben das Recht, binnen vierzehn Tagen ohne Angabe von Gründen diesen Vertrag zu widerrufen.

Transkript:

Finanzmathematik... was ist das? The core of the subject matter of mathematical finance concerns questions of pricing of financial derivatives such as options and hedging covering oneself against all eventualities. Pervading all questions of pricing is the concept of arbitrage. Mis-pricing will be spotted by arbitrageurs, and exploited to extract riskless profit from your mistake, in potentially unlimited quantities. Thus to mis-price is to expose oneself to being used as a money-pump by the market. Grundlagen der Finanzmathematik 1

Inhalte der Finanzmathematik Preisbestimmung von derivativen Finanzinstrumenten Absicherungs-/ Versicherungszweck Arbitrage this isn t economics : Harry Markowitz 1952 Nobelpreis für WiWi 1990 1973: Black, Scholes, Merton Nobelpreis für WiWi 1997 Eröffnung der 1. Chicago Börse für Optionen in Grundlagen der Finanzmathematik 2

Gliederung 1. Einleitung 2. Finanzmärkte und Instrumente (a) Finanzmärkte (b) Grundlegende Wertpapiere (c) Derivative Instrumente (d) Typische Marktteilnehmer 3. Modellrahmen 4. Arbitrage 5. Put-Call-Beziehungen und Schranken für Optionspreise (a) Einflussfaktoren auf Optionspreise (b) Put-Call-Parität (c) Schranken für Optionspreise 6. Das Ein-Perioden-Modell 7. Allgemeines Ein-Perioden-Modell 8. Das Zwei-Perioden-Modell Grundlagen der Finanzmathematik 3

2 Finanzmärkte und Instrumente 2.1 Finanzmärkte Markt (allg.): Gesamtheit von Nachfrage, Angebot und Realisierung von Vermögensmasse, deren Preis sich aus dem Wechselspiel von Angebot und Nachfrage ergibt. Finanzmarkt: Sammelbezeichnung für alle Märkte, die dem Handel von Geld, Wertpapieren und Finanzkontrakten dienen. Grundlagen der Finanzmathematik 4

2.2 Grundlegende Wertpapiere (Basispapiere, Primärpapiere): Aktie Festverzinsliches Wertpapier Währungen Index... 2.3 Derivative Instrumente (Sekundärpapiere, underlying securities): Forward Future Swap Option Grundlagen der Finanzmathematik 5

2.3 Option Def. 1. [Option] : Eine Option ist ein Vertrag, mit dem der Käufer der Option sich das Recht (aber nicht die Pflicht) erwirbt: ein bestimmtes (Finanzgut)Gut den Basiswert oder Underlying in einer vereinbarten Menge der Kontraktgröße zu einem festgelegten Preis dem Ausübungspreis oder Strike Price oder Exercise Price innerhalb eines festgelegten Zeitraumes der Ausübungsfrist oder zu einem festgelegten Zeitpunkt dem Ausübungstermin zu kaufen oder zu verkaufen Grundlagen der Finanzmathematik 6

2.3 Option Terminologie: Call: Recht zu kaufen Put: Recht zu verkaufen europäisch: Transaktion nur am Ausübungstermin möglich amerikanisch: Transaktion bis zum und am Ausübungstermin möglich long position: Der Käufer der Option ist in der long position short position: position Der Verkäufer ist in der short Vanille Optionen: einfache, standardisierte Optionen Exotische Optionen: komplexere Optionen Grundlagen der Finanzmathematik 7

2.3 Option Betrachte eine europäische Call Option mit: Ausübungspreis: K, Anfangszeitpunkt: t = 0, Ausübungstermin: T, Preis des Basiswertes zum Zeitpunkt t : S(t). Dann sagt man: S(t) > K die Option ist im Geld S(t) < K die Option ist aus dem Geld S(t) = K die Option ist am Geld Payoff (Gewinn): S(T ) K für S(T ) > K und 0 sonst (kurz: C = max{s(t ) K, 0}) Grundlagen der Finanzmathematik 8

2.4 Typische Marktteilnehmer Hedger Spekulateur Arbitrageur The very existence of arbitrageurs means that there can only be very small arbitrage opportunities in the prices quoted in most financial markets. 3 Modellrahmen Keine Marktreibungen Kein Nichtzahlungsrisiko-Risiko Markt mit Konkurrenz Rationale Agenten Keine Arbitragemöglichkeiten Grundlagen der Finanzmathematik 9

4 Arbitrage Def. 2. [No-Arbitrage-Prinzip] Das No- Arbitrage-Prinzip besagt, dass es keine Arbitragemöglichkeiten gibt. Duplikationsprinzip: Haben zwei Portfolios morgen den gleichen Wert, wie immer sich der Markt von heute auf morgen entwickelt, dann haben sie auch heute den gleichen Wert. Grundlagen der Finanzmathematik 10

5.2 Put-Call-Parität Proposition 1. [Put-Call-Parität] Es gilt die folgende Put-Call-Parität für europäische Optionen auf dividendenlose Aktien: r(t t) S + P C = Ke Grundlagen der Finanzmathematik 11

5.3 Schranken für Optionspreise Proposition 2. Folgende Schranken gelten für europäische und amerikanische (Call) Optionen: 1. C max{s e rt K, 0} = (S e rt K) +, 2. C S. Proposition 3. Es ist nie vorteilhaft eine amerikanische Call Option vor dem Ausübungstermin auszuüben, d.h. es gilt: C A = C E. Grundlagen der Finanzmathematik 12