Blut und Blutgerinnung

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Transkript:

Blut und Blutgerinnung 1

Univ.-Prof. Dr. Viktoria Weber Zentrum für Biomedizinische Technologie Department für Klinische Medizin und Biotechnologie Donau-Universität Krems Dr. Karl Dorrekstraße 30 A-3500 Krems Tel. 02732 893 2632 viktoria.weber@donau-uni.ac.at 2

Bücher Physiologische Chemie Löffler, Petrides, Springer Verlag Physiologie des Menschen Schmidt, Thews (Hrsg), Springer Verlag Biochemie Stryer, Spektrum Verlag Biochemie des Menschen Florian Horn, Thieme Verlag Immunology - A Short Course Benjamini, Coico, Sunshine; Wiley-Liss 3

Prüfungsmodus mündlich Termine nach Vereinbarung Präsentation von Literaturarbeiten 4

INHALT (I) Bestandteile und Funktionen des Blutes (II) Blutgerinnung und Fibrinolyse (III) Regulation der Blutgerinnung (IV) Wechselwirkung von Gerinnung und Entzündung (V) Antikoagulation und Methoden der Blutreinigung 5

I Bestandteile und Funktionen des Blutes 6

70 bis 80 ml Blut/kg Körpergewicht 5-6 Liter Blut 7

Begriffe Plasma: flüssige (nicht-zelluläre) Blutbestandteile Serum: Plasma ohne Gerinnungsfaktoren 8

Flüssigkeitsräume des Körpers 9

Funktionen des Blutes Transport - Atemgase - Nährstoffe - Metabolite - Wirkstoffe - Wärme Milieu - Homöostase Schutz -Blutverlust -Immunabwehr 10

ca. 44% Zellen Zusammensetzung rote Blutkörperchen weiße Blutkörperchen Plättchen Erythrozyten Leukozyten Thrombozyten ca. 56% Plasma Plasma weiße Blutzellen (buffy coat) rote Blutzellen 11

Auftrennung der Blutzellen: Gradientenzentrifugation FicollPaque buffy coat: entält PBMCs (peripheral blood mononuclear cells) = mononukleäre Zellen des peripheren Blutes (Lymphozyten, Monozyten) Zellen, die einen runden Zellkern besitzen Ficoll: Copolymer aus Saccharose und Epichlorhydrin, 1,077 g/ml 12

Blut Plasma ca. 300 Bestandteile I. Proteine (8%) Albumin (60%) Immunoglobuline (35%) Fibrinogen ( 5%) II. Wasser III Anorganische Salze IV. Mediatoren Hormone, Fette, Enzyme Zellen Erythrozyten 4-5 x 10 12 /I Thrombozyten 200-300 x 10 9 /l Leukozyten 6-8 x 10 9 /l 13

400g Blut 200g Plasma 16g Plasmaproteine Proteins Coagulationfactors Plasma Immunoglobulins water Red cells hematocrit Albumin 14

Plasma Dichte: 1,027 g/ml ph-wert: 7,37-7,43 Synthese der Plasmaproteine erfolgt vor allem in der Leber 15

Plasma klare, gelbe Flüssigkeit 90% Wasser Proteine 60-80 g/l Albumin, Enzyme, Gerinnungsfaktoren, Immunglobuline,... Lipide 4,5-8,5 g/l Glucose 4,5-5,5 mmol/l Elektrolyte Organische Säuren 4-6 mmol/l Lactat, Pyruvat, Citrat 16

Plasmaproteine intravasal: ca. 3 l Plasma Proteingehalt: 180-240 g (6-8 g / 100 ml) extravasal: ca. 150 g Plasmaprotein Plasmaprotein intra- und extravasal: ca. 400g, d.h. ca. 4% der Gesamtproteinmenge von 10000g 17

Anteile der Plasmaproteine 18

Funktionen der Plasmaproteine Aufrechterhaltung eines konstanten Plasmavolumens Transport von niedermolekularen Substanzen Beitrag zur Blutgerinnung und zur Fibrinolyse Abwehr Beteiligung an der Pufferung des Blutes 19

Auftrennung der Plasmaproteine Elektrophorese Gelchromatographie 20

Gelchromatographie 21

Elektrophorese 1. Serum wird auf geeigneten Trägeraufgetragen 2. Träger ist mit einer Pufferlösung (ph 8.6) imprägniert 3. Bei diesem ph sind alle Plasmaproteine negativ geladen 22

Negativ geladene Proteine bewegen sich zur Anode Anode Je stärker die negative Ladung, desto rascher wandert das Protein. Kathode 23

Serumglobuline: wandern in der Reihenfolge Alpha-Globuline Beta-Globuline Gamma-Globuline 24

Albumin (albus = weiß) relative Molekülmasse: ca. 66.4 kda elliptisch wichtigstes Transportprotein im Blut transportiert z. B. freie Fettsäuren, Bilirubin, Vitamine, Kationen, Pharmaka, toxische Produkte wasserunlösliche Substanzen binden an Albumin und können in dieser Form transportiert werden hohes Wasserbindungsvermögen (Aufrechterhaltung des kolloidosmotischen Druckes) 25

Bindungsstellen von Albumin 26

Globuline 36 kda 1,3 MDa Einteilung in vier Gruppen nach elektrophoretischer Wanderung α-globuline α 1 -Globuline α 2 -Globuline saures α 1 -Glykoprotein α 1 -Antitrypsin α 1 -Chymotrypsin Transcortin Thyroxin-bindendes Protein α 1 -Fetoprotein α 1 -Lipoprotein (HDL) β-globuline γ-globuline Antikörper: IgG,IgM,IgA,IgD,IgE Lysozym Haptoglobin Caeruloplasmin α 2 -Makroglobulin Transferrin Fibrinogen (Gerinnungsfaktor I) Komplementproteine C-reaktives Protein 27

Abwehr Spezifische Abwehr: γ-globuline (Antikörper) Unspezifische Abwehr: Lysozym, C-reaktives Protein, Komplementproteine 28

Funktionen der Plasmaproteine Aufrechterhaltung eines konstanten Plasmavolumens Transport von niedermolekularen Substanzen Beitrag zur Blutgerinnung und zur Fibrinolyse Abwehr Beteiligung an der Pufferung des Blutes 29

Säure-Basen-Haushalt Die durch den Stoffwechsel freigesetzte Menge H 3 O + -Ionen beträgt im Ruhezustand 15 mol pro Tag, bei körperlicher Anstrengung deutlich mehr. Die Quelle der freigesetzten H 3 O + -Ionen ist in erster Linie das Kohlendioxid, das in wässriger Lösung zu Kohlensäure reagiert. Die Stoffmenge von 15 mol freigesetztem Kohlendioxid entspricht einer Masse von 450 Gramm umgesetztem Traubenzucker (Glucose). Eine weitere H 3 O + -Quelle sind auch organische Säuren und Schwefelsäure, die als nicht-flüchtige Säuren zusammengefasst werden. Schwefelsäure entsteht beim Abbau von Aminosäuren mit Thiolgruppen (Methionin, Cystein). Im Blut ermöglichen zwei Vorgänge, dass der ph im gesunden Organismus konstant bleibt: 1. die Abpufferung der H 3 O + -Ionen, die beim Stoffwechsel entstehen 2. die Elimination von H 3 O + -Ionen zur Regeneration der Puffersysteme 30

Puffersysteme des Blutes: 31

Die Puffersysteme müssen rasch regeneriert werden können. Dies erfolgt über die Abgabe von CO 2 in der Lunge durch die Atmung und durch protonenverbrauchende Reaktionen in der Niere: Atmung: Entlastung des Körpers von flüchtigen Säuren (CO 2 ) Niere: Aktive Ausscheidung von Ammoniumhydrogencarbonat, dessen Bildung aus Glutamin 2 Protonen verbraucht. 32

Störungen des Säure-Basen Haushalts Unter pathologischen Bedingungen kann es sein, dass die Regelsysteme des Körpers nicht mehr in der Lage sind, den ph- Wert des Blutes konstant zu halten. Es kommt zu einer Anhäufung von Säuren oder Basen im Blut. Der ph-normalbereich des arteriellen Blutes beträgt 7,4 ± 0,03. Fällt der ph-wert unter 7,37, spricht man von einer Acidose, während ein Anstieg über 7,43 als Alkalose bezeichnet wird. 33

Acidose & Alkalose Acidosen und Alkalosen können jeweils durch Lungenfunktionsstörungen (respiratorisch) oder durch Stoffwechselstörungen (metabolisch) verursacht werden. 34

400g Blut 200g Plasma 16g Plasmaproteine Proteins Coagulationfactors Plasma Immunoglobulins water Red cells hematocrit Albumin 35

Hämatokrit Volumsanteil der Blutzellen am Blut Erythrozytenanteil des Blutes Männer ca. 40-54 % Frauen ca. 37-47 % 36

Zelluläre Blutbestandteile 37

Blutbildung = Hämatopoese Leukozyten Thrombozyten Erythrozyten alle Blutzellen entwickeln sich im Knochenmark aus pluripotenten Knochenmarksstammzellen durch die Wirkung von Zytokinen entscheidet sich, welchen Weg eine pluripotente Stammzelle einschlägt 38

Blutausstrich Neutrophiler Granulozyt Lymphozyt Plättchen Erythrozyt Eosinophiler Granulozyt 39

Blutausstrich - ungefärbt: Parasitennachweis - gefärbt: Gestalt und Aussehen der Leukozyten 40

41

Erythrozyten Thrombozyten Leukozyten Monozyten Makrophagen Lymphozyten Granulozyten neutrophile (PMN, polymorphonuclear leukocytes) basophile eosinophile PBMC = PBMNC Peripheral blood mononuclear cells Lymphozyten, Monozyten 42

Granulozyten basophil neutrophil eosinophil Granula enthalten Enzyme u. antimikrobiell wirkende Proteine (Defensine) http://de.wikipedia.org/wiki/neutrophiler_granulozyt 43

Neutrophile Granulozyten Können nach Aktivierung ins Gewebe auswandern drei Mechanismen: Phagozytose und Lyse von Pathogenen Freisetzung von Proteasen und Sauerstoffradikalen (Zerstörung von Pathogenen, aber auch Gewebsschädigung friendly fire ) NETs: neutrophil extracellular traps http://www.youtube.com/watch?v=cmbwe3jlugm&feature=related http://www.youtube.com/watch?v=jnlulojuhsq&feature=related 44

NETs Netzwerke extrazellulärer Fasern, die von Neutrophilen gebildet werden diese Fasern binden und vernichten Pathogene Fasern bestehen aus DNA und Proteinen (zb Histone) Bildung von NETs wird über Plättchen gesteuert: erkennen mit dem TLR-4 (Toll-like Rezeptor 4) Infektionen und aktivieren Neutrophile 45

Neutrophil extracellular traps NETs 47

Lymphozyten umfassen B-Zellen, T-Zellen, natürliche Killerzellen 48

Monozyten Vorläufer der Makrophagen in den Geweben Aufgaben: Zerstörung körperfremder Substanzen (Phagozytose), Antigenpräsentation Speicher: Milz Typischer Oberflächenmarker : CD14 49

Blutbild: Zählung der zellulären Blutbestandteile 50

Zellen des menschlichen Blutes Bezeichnung Anzahl je µl Blut Erythrozyten 4,5 bis 5,5 Mio. Leukozyten 4.000 11.000 Granulozyten Neutrophile 2.500 7.500 Eosinophile 40 400 Basophile 10 100 Lymphozyten 1.500 3.500 Monozyten 200 800 Thrombozyten 300.000 51

Kleines Blutbild Abkürzung Parameter Frauen Männer Leukos Leukozyten 4.000-10.000 /µl Hb Hämoglobinkonzentration 12-16 g/dl 14-18 g/dl Hk Hämatokrit 37-47% 40-54% Ery Erythrozyten 4,3-5,2 Mio/µl 4,8-5,9 Mio/µl MCH mittleres corpuskuläres Hämoglobin 28-34 pg MCV mittleres corpuskuläres Volumen 78-94 fl MCHC mittlere corpuskuläre Hb- Konzentration 30-36 g/dl Thrombos Thrombozyten 150.000-400.000 /µl MPV mittleres Thrombozyten-Volumen 7-12 fl 52

Großes Blutbild relativ in [%] der Leukozytenzahl absolut in [1/µl] Neutrophile Granulozyten, stabkernig Neutrophile Granulozyten, segmentkernig Eosinophile Granulozyten Basophile Granulozyten 3-5 150-400 50-70 3000-5800 1-4 50-250 0-1 15-50 Monozyten 3-7 285-500 Lymphozyten 25-45 1500-3000 53

Erythrozyten scheibenförmig verformbar 2µm dick (Mitte 1 µm) 7.5 µm Durchmesser kein Zellkern, daher keine Zellen im eigentlichen Sinn Gesamtoberfläche ca. 4000 m² 54

55

56

Erythropoese im Knochenmark Stimulation durch Erythropoietin 7 d Bildungsdauer 100-120 d Zirkulation im Blut Störungen der Erythropoese: Anämie 57

normal: 5-10 Retikulozyten pro 1000 Erythrozyten weniger: mehr: Schädigung des Knochenmarks Hinweis auf Doping 58

Abbau der Erythrozyten pro Tag ca. 1 % Abbau und Neubildung Hämolyse in Milz und Leber Hämoglobin abgebaut zu Globin und Häm Häm -> Bilirubin unkonjugiertes Bilirubin (+Albumin) wird in Leber durch kovalente Bindung von 2 Glucuronsäureresten wasserlöslich gemacht 59

Neubildung der Erythrozyten 1.6 x 10 8 pro min stimuliert durch Absinken des O 2 -Partialdruckes im Gewebe 60

Regulation der Erythropoese Erythropoietin (EPO) ἐρυθρός erythros rot und ποιεῖν machen Hormon, stimuliert die Erythropoese Glykoprotein, ca. 40% Glykananteil Synthese: 85-90% Nieren, 10-15% Leber 61

Gehalt an Sialinsäuren (N-Acetyl- 62 Neuraminsäuren) beeinflusst Halbwertszeit

Erythropoetin als Therapeutikum Renale Anämie (chronische Niereninsuffizienz: EPO- Bildung gestört) Chemotherapie (Schädigung der Blutzellen) 63

EPO-Präparate rekombinant hergestelltes Erythropoetin Amgen 1989 Epogen, Epoetin a Expression in CHO- bzw BHK-Zellen unterschiedliches Glykosylierungsmuster 64

Weiterentwicklungen Amgen 2001 Aranesp (Darbepoietin) gentechnisch verändertes Erythropoetin höher glykosyliert längere Serumhalbwertszeit Hoffmann-La Roche CERA Continuous Erythropoiesis Receptor Activator EPO-Molekül verknüpft mit Polyethylenglykol weitere Erhöhung der HWZ 65

EPO und Doping Steigerung der Leistungsfähigkeit den Zellen steht mehr Sauerstoff zur Verfügung Schätzungen: ca. 500.000 Fälle pro Jahr jährlich produzierte Menge übersteigt den therapeutischen Bedarf um das 5-6fache 66

EPO und Doping Nachweis an Hand des Glykosylierungsmusters unterschiedlicher Acetylierungsgrad der terminalen N- Acetylneuraminsäuren unterschiedlicher isoelektrischer Punkt 67

EPO und Doping rekombinantes EPO wird innerhalb weniger Tage abgebaut, Wirkung dauert aber länger Nachweisverfahren mittels Verlaufskontrolle verschiedener Blutparameter (Hämatokrit, Retikulozytenzahl: mehr unreife rote Blutzellen ) 68

Funktion der Erythrozyten 69

aerob lässt sich aus Glukose 18mal mehr Energie gewinnen als anaerob aerob: Glucose Pyruvat CO 2 + H 2 O (Atmung) 36 ATP anaerob: Pyruvat Lactat oder Ethanol (Gärung) 2 ATP Vertebraten: Kreislauf Sauerstoff-transportierende Moleküle Hämoglobin Myoglobin 70

Hämoglobin αἶµα = Blut und lat. globus = Kugel 90% des Trockengewichtes der Erythrozyten ca. 800 g im Durchschnittserwachsenen 4 Untereinheiten, 4 Hämgruppen mit je 1 Fe 2+ jede Hämgruppe bindet 1 O 2 71

Hämoglobin 72

Max Perutz 1914-2002 Laboratory of Molecular Biology, Cambridge 1962 Nobelpreis Chemie mit John Kendrew Strukturanalyse von Hämoglobin 73

Häm prosthetische Gruppe Protoporphyrin IX Fe 2+ koordinativ an 4 Stickstoff-Atome (Häm-Ebene) zusätzlich Bindung an einen Histidinrest und an O 2 ( proximales Histidin normal auf Häm-Ebene) M r Hämoglobin 64500 74

Oxigenation Oxidation Hb + 4 O 2 Hb(O 2 ) 4 Oxigenation Fe 2+ Fe 3+ Oxidation Hämiglobin, Methämoglobin 75

Rolle des Proteinanteils im Hämoglobin? 76

Methämoglobin Fe 2+ wird durch O 2 zu Fe 3+ oxidiert Oxidiert: Methämoglobin bindet O 2, kann ihn aber nicht mehr abgeben Glutathion im Erythrozyten schützt vor Oxidation 77

CO-Bindung CO bindet Ferrohämoglobin hemmt Sauerstofftransport isoliertes Häm bindet CO 25.000mal stärker als O 2 Häm in Hämoglobin bindet CO 200 mal stärker als O 2 78

distales Histidin verhindert lineare Anlagerung von CO CO entsteht auch endogen besetzt ca. 1% der Bindungsstellen bei Rauchern: bis zu 10%! 79

Sauerstoff-Sättigung: Oxygeniertes Blut: 96-97% Desoxygeniertes Blut: 75% 80

Bohr-Effekt saures Milieu und höhere CO 2 -Konzentration begünstigen die Sauerstoff-Abgabe von Hämoglobin Gewebe mit intensivem Stoffwechsel (kontrahierender Muskel) 81

Hämabbau in Milz und Leber Hauptprodukt des Häm-Abbaus: Bilirubin unkonjugiertes Bilirubin wasserunlöslich, aber gut fettlöslich Transportmolekül Albumin konjugiertes Bilirubin UDP-Glucuronyltransferase wasserlöslich, Ausscheidung über Galle und Darm Eisen gespeichert (Ferritin) 82

Anämie griech. anaimos, blutlos Verminderte Sauerstoff-Transportkapazität Verminderung von Hämoglobin Verminderung des Hämatokrits Verminderung der Erythrozyten Gründe: Störung der Erythrozytenbildung oder verstärkter Abbau 83

Symptome Leistungsabfall, schnelle Ermüdbarkeit Blässe Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, beschleunigte Atmung, erhöhte Herzfrequenz 84

Sichelzellanämie Hämoglobinopathien 85

Sichelzellanämie Hämoglobin mit Punktmutation in ß-Kette (Glu-Val) ist in desoxygenierter Form schlecht löslich und bildet Präzipitat Dadurch Verformung der Erythrozyten lebensbedrohliche Durchblutungsstörungen 86

Sichelzellanämie Bei homozygoten Trägern ist das gesamte Hämoglobin von der Mutation betroffen Bei diesen Trägern verformen sich Erythrozyten bereits bei Sauerstoffabgabe in den Kapillaren Erythrozyten sind weniger elastisch, verhaken sich untereinander Verschluss von Kapillaren 87

Sichelzellanämie Bei heterozygoten Trägern werden beide Formen von Hämoglobin hergestellt Unter Normalbedingungen zeigen die Erythrozyten keine Veränderungen Bei starkem Sauerstoffmangel (z.b. Höhe) treten die Symptome auf 88

Leukozyten 7 µm (Lymphozyten) 20 µm (Monozyten) Zellkern Lebensdauer: wenige Tage bis Monate amöboid beweglich können aus Blut in Gewebe einwandern 89

Zellen des menschlichen Blutes Bezeichnung Anzahl je µl Blut Erythrozyten 4,5 bis 5,5 Mio. Leukozyten 4.000 11.000 Granulozyten Neutrophile 2.500 7.500 Eosinophile 40 400 Basophile 10 100 Lymphozyten 1.500 3.500 Monozyten 200 800 Thrombozyten 300.000 90

Begriffe Leukozytose >10000/µl Leukopenie <4000/µl Leukozytose: bei entzündlichen Erkrankungen, Leukämie 91

Aufgabe Infektionsbekämpfung 92

Granulozyten Neutrophile (Phagozytose von Bakterien, Viren, Pilzen) Eosinophile ( Parasitenabwehr) Basophile (beteiligt an allergischen Reaktionen) Lymphozyten T- und B-Lymphozyten (Plasmazellen produzieren Antikörper) NK-Zellen (natural killer cells) Monozyten wandern ins Gewebe und werden zu Makrophagen ( große Fresser ) 93

Monozyten Zirkulation im Blut 1-3 d wandern bei Infektionen ins Gewebe ein differenzieren sich zu Makrophagen aktivierte Monozyten besitzen Rezeptoren: CD14, CD86, CD16;TLR-2, TLR-4 Vermittlung von Entzündungsreaktionen 94

Monozyten über Rezeptoren: Erkennung von bakteriellen Zellwandkomponenten, Lipoprotein, Lipopolysaccharid Pathogen-associated molecular patterns (PAMPS) -> Signalweiterleitung -> Sekretion von Zytokinen, Phagozytose 95

Thrombozyten (Blutplättchen) Abschnürung von Megakaryozyten im Knochenmark (Thrombopoietin) 1.5-3 µm (kleinste Blut zellen ) linsenförmig, im aktivierten Zustand Pseudopodien Lebensdauer 8 12 d 96

Thrombozyten wichtige Rolle in der Blutgerinnung während der Gerinnung: Aktivierung durch ADP, Kollagen, Prothrombin -> Ausstülpung von Pseudopodien (Oberflächenvergrößerung) -> Plättchenaggregation, Thrombusbildung 97

Funktionen von Plättchen jenseits der Gerinnung

Plättchen und Gerinnung Plättchen im Blut Adhäsion & Aktivierung Aggregation 99

The platelet's primary physiological role is thought to be in haemostasis. In the first step of this process, a vascular injury exposes collagen and basement membrane proteins that allow the platelets to adhere to the substratum. The adherent platelets then aggregate and release platelet activation mediators, such as ADP and thromboxane A2. Following activation, the platelets produce thrombin, which catalyses the initiation of the coagulation cascade that eventually generates a mesh-like fibrin deposition. This structure contracts to form a tightly packed haemostatic plug that arrests blood leakage. ECM, extracellular matrix. 100

Zelluläre und plasmatische Gerinnung 101