PENSIONSVERSICHERUNGSANSTALT



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Witwen(Witwer)- pension Pension für hinterbliebene eingetragene Partner/innen 4 PENSIONSVERSICHERUNGSANSTALT 1021 Wien, Friedrich-Hillegeist-Straße 1 Telefon: 05 03 03 Ausland: +43 / 503 03 Fax: 05 03 03-288 50 E-Mail: pva@pensionsversicherung.at www.pensionsversicherung.at STAND: 1.1.2015 / 2. Aufl age

DIE WITWEN/WITWERPENSION Aus Gründen der Übersichtlichkeit wird im folgenden Text nur die Witwenpension beschrieben. Alle Ausführungen gelten gleichermaßen auch für die Witwerpension und sind sinngemäß auch auf eingetragene Partner bzw. Partnerinnen anzuwenden. Jede Leistung aus der Pensionsversicherung somit auch die Witwenpension kann nur über einen entsprechenden Antrag gewährt werden. Zu einer Pensionszuerkennung kommt es jedoch nur, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Für die Witwenpension sind dies: Tod des Ehepartners ( Versicherungsfall ) und das Vorliegen einer gewissen Mindestanzahl an Versicherungsmonaten des Verstorbenen ( Wartezeit ). VERSICHERUNGSFALL UND STICHTAG Der Versicherungsfall für eine Witwenpension tritt mit dem Todestag des Ehepartners ein. Der Pensionsstichtag ist der Todestag, wenn er auf einen Monatsersten fällt, sonst der nächstfolgende Monatserste. Zum Stichtag wird festgestellt, ob jemand eine Pension bekommt, wie hoch sie ist und welche Versicherungsanstalt sie auszahlt. DIE WARTEZEIT Diese Voraussetzung ist gegeben, wenn unabhängig vom Lebensalter des Verstorbenen mindestens 180 Beitragsmonate (dazu zählen pro Kind auch bis zu 24 Monate des Bezuges von Kinderbetreuungsgeld) ohne bestimmte zeitliche Lagerung oder

mindestens 300 Versicherungsmonate (Ersatzmonate vor dem 1.1.1956 ausgenommen) ohne bestimmte zeitliche Lagerung am Pensionsstichtag vorliegen. Eine andere Möglichkeit, die Wartezeit zu erfüllen, ist vom Alter des Verstorbenen zum Pensionsstichtag abhängig: Liegt der Stichtag vor dem 50. Lebensjahr, ist diese Voraussetzung erfüllt, wenn 60 Versicherungsmonate in den letzten 120 Kalendermonaten ( Rahmenzeit ) vorliegen. Bei einem Stichtag nach dem 50. Lebensjahr verlängert sich die Wartezeit für jeden weiteren Lebensmonat um jeweils einen Versicherungsmonat bis zum Höchstausmaß von 180 Versicherungsmonaten. Die Rahmenzeit von 120 Kalendermonaten erhöht sich entsprechend um jeweils zwei Kalendermonate für jeden weiteren Lebensmonat bis zum Höchstausmaß von 360 Kalendermonaten. Die Wartezeit gilt auch dann als erfüllt, wenn der Tod vor Vollendung des 27. Lebensjah res eingetreten ist und bis dahin mindestens sechs Versicherungsmonate (ausgenommen Selbstversicherung gem. 16a ASVG) erworben wurden. Schul-, Studien- und Ausbildungszeiten werden für die Wartezeit als Beitragsmonate der freiwilligen Versicherung berücksichtigt, wenn dafür Beiträge entrichtet werden, an sonsten als Ersatzmonate. Wenn auch Monate einer Selbstversicherung gem. 16a ASVG erworben wurden, zählen höchstens 12 davon für die Erfüllung der Wartezeit. Die Wartezeit entfällt, falls der Tod Folge eines Arbeitsunfalles, einer Berufskrankheit oder einer anerkannten Schädigung während des Präsenz-

oder Ausbildungsdienstes beim österreichischen Bundesheer ist. Hatte der Verstorbene bis zum Tod bereits Anspruch auf eine Pension, gilt die Wartezeit jedenfalls als erfüllt. ANTRAG UND PENSIONSBEGINN Die ANTRAGSTELLUNG ist Voraussetzung für die Durchführung eines Pensionsfeststellungsverfahrens. Der PENSIONSBEGINN ist vom Antragstag abhängig. Wird der Antrag innerhalb von sechs Monaten nach dem Tod des Versicherten gestellt, beginnt die Witwenpension mit dem Tag nach dem Todestag. Bei einer späteren Antragstellung ist der Antragstag zugleich der Pensionsbeginn. Hinweis: Bezog der verstorbene Versicherte über den 31. Dezember 1996 hinaus eine Pension, beginnt die Witwenpension frühestens mit dem Monatsersten nach dem Todestag. BEFRISTETE PENSION In folgenden Fällen besteht ein Anspruch auf Witwenpension lediglich für die Dauer von 30 Kalendermonaten nach dem Tod des Ehepartners: 1. Die Witwe war beim Tod des Ehepartners noch nicht 35 Jahre alt. 2. Der verstorbene Ehepartner war bei der Eheschließung bereits Pensionist. 3. Der verstorbene Ehepartner war zwar noch nicht Pensionsbezieher, aber bei der Eheschließung schon älter als 60 (Frau) bzw. 65 (Mann) Jahre.

In diesen Fällen erlischt die Pension ohne weiteres Verfahren mit Ablauf des 30. Kalendermonates. Die Witwenpension gebührt jedoch ohne zeit liche Befristung, wenn in der (durch die) Ehe ein Kind geboren (legitimiert) wurde oder die Witwe im Zeitpunkt des Todes des Versicherten schwanger war oder im Zeitpunkt des Todes des Ehepartners dem Haushalt der Witwe ein Kind des Verstorbenen angehörte, das Anspruch auf Waisenpension hat oder die Ehe von Personen geschlossen wurde, die bereits früher miteinander verheiratet gewesen sind und bei Fortdauer der früheren Ehe keine zeitliche Begrenzung auszusprechen wäre oder die Ehe eine bestimmte Mindestdauer bestanden hat. Die Mindestdauer der Ehe für einen unbefristeten Pensionsanspruch beträgt in Fällen nach Pkt. 1 10 Jahre Pkt. 2 3 Jahre bei einem Altersunterschied bis zu 20 Jahren 5 Jahre bei einem Altersunterschied von mehr als 20 bis zu 25 Jahren 10 Jahre bei einem Altersunterschied von mehr als 25 Jahren Pkt. 3 2 Jahre. Ist die Witwe bei Ablauf der befristeten Pension invalid und wird spätestens innerhalb von drei Monaten nach dem Wegfall eine Weitergewährung beantragt, gebührt die Witwenpension für die Dauer der Invalidität weiter.

HÖHE DER WITWENPENSION Die Witwenpension beträgt zwischen 0 und 60 Prozent der Pension, auf die der verstorbene Ehepartner Anspruch gehabt hat oder hätte. Für die Ermittlung des individuellen Prozentsatzes der Witwenpension sind zwei Berechnungsschritte erforderlich. Im 1. Berechnungsschritt wird ein vom Verhältnis der Einkünfte der Ehepartner abhängiger Basisprozentsatz ermittelt. In einem 2. Berechnungsschritt wird sodann festgestellt, ob es unter Berücksichtigung des Einkommens der Hinterbliebenen zu einer Erhöhung dieses Prozentsatzes kommen kann. 1. Berechnungsschritt Für die Ermittlung des Basisprozentsatzes ist eine Berechnungsgrundlage zu bilden; dabei ist jeweils das Einkommen des Verstorbenen und jenes der Hinterbliebenen in den letzten 2 Kalenderjahren vor dem Zeitpunkt des Todes des Versicherten, geteilt durch 24, heranzuziehen. War in den letzten 2 Kalenderjahren die Verminderung des Einkommens des Verstorbenen auf Krankheit oder Arbeitslosigkeit zurückzuführen, so ist bei der Ermittlung der Berechnungsgrundlage des Verstorbenen das Einkommen der letzten 4 Kalenderjahre vor dem Tod, geteilt durch 48, heranzuziehen, wenn dies für die Hinterbliebene günstiger ist. Als Einkommen gelten u.a.: Einkünfte aus selbstständiger oder unselbstständiger Erwerbstätigkeit (In- und Ausland); bestimmte Bezüge öffentlicher Funktionäre, wenn diese den Grenzbetrag von EUR 4.205,80 (Wert 2015) übersteigen.

wiederkehrende Geldleistungen (brutto) aus der gesetzlichen Sozialversicherung und Arbeitslosenversicherung (zb Pension, Unfallrente, Krankengeld, Arbeitslosengeld); Ruhe- und Versorgungsbezüge und ähnliche Pensionsleistungen; ausländische Pensionen (mit Ausnahme von Hinterbliebenenleistungen aus dem selben Versicherungsfall); Bezüge im Sinne des Bezügegesetzes oder sonstige Funktionsgebühren; Urlaubsentschädigung und Urlaubsabfindung (für nicht konsumierten Urlaub); bei Bezug wegen Altersteilzeit die Summe der Beitragsgrundlagen der Pflichtversicherung und Sonderzahlungen, wenn diese höher ist als die Summe des gleichzeitig bezogenen Einkommens; Administrativpensionen und Überbrückungszahlungen auf Grund von Sozialplänen; sind dabei die Beitragsgrundlagen einer gleichzeitig bestehenden freiwilligen Versicherung höher als das vom Verstorbenen bezogene Einkommen, so ist als Einkommen die Summe dieser Beitragsgrundlagen heranzuziehen. Dies jedoch nur, wenn die freiwillige Versicherung zur Zeit des Todes bereits seit mindestens einem Jahr bestanden hat. Der Basisprozentsatz wird nach folgender Formel berechnet: Berechnungsgrundlage der Hinterbliebenen 70 - ( 30 x Berechnungsgrundlage des Verstorbenen Dieser Prozentsatz darf höchstens 60 Prozent betragen. )

Zur Orientierung: Bei gleich hohem Einkommen des Verstorbenen und der Hinterbliebenen gebührt eine 40 %ige Pension. Ist das Einkommen des Verstorbenen mindestens 3-mal höher als das der Hinterbliebenen, beträgt die Pension 60 Prozent. Ist das Einkommen der Hinterbliebenen um mehr als 2 ⅓ - mal höher als das des Verstorbenen, beträgt die Pension 0. 2. Berechnungsschritt Ergibt sich aus der vorher beschriebenen Berechnungsmethode eine Witwenpension von weniger als 60 Prozent, so kann der Prozentsatz erhöht werden. Ausschlaggebend dafür ist, ob und in welcher Höhe die Witwe über weitere Einkünfte neben dem Bezug der Witwenpension verfügt. Bezieht sie kein sonstiges Einkommen, wird die Pension jedenfalls auf 60 Prozent angehoben. Anderenfalls kommt es zu einer Erhöhung, wenn die Summe aus Witwenpension und Einkommen weniger als EUR 1.887,39 beträgt. Die Pension wird dann so weit angehoben, dass dieser Grenzwert von EUR 1.887,39 erreicht wird, jedoch maximal bis auf 60 Prozent der Pension des Verstorbenen. Eine Änderung des Einkommens führt jeweils zu einer Neuberechnung des Erhöhungsbetrages. Leistungsober grenze: Überschreitet in einem Kalendermonat die Summe der Einkünfte inklusive Hinterbliebenenpension die doppelte Höchstbeitragsgrund-

lage, vermindert sich die Hinterbliebenenpension um den Überschreitungsbetrag bis auf Null. Ab dem 1. Jänner 2013 ist die im Jahr 2012 geltende dop pelte Höchstbeitragsgrundlage (Wert 2012 EUR 8.460, ) heranzuziehen. Für eine allfällige Neuberechnung oder für die Prüfung der Leistungsobergrenze gilt das Einkommen, welches unter dem 1. Berechnungsschritt angeführt ist. PENSION FÜR GESCHIEDENE Auch die frühere Ehefrau aus einer geschiedenen Ehe hat Anspruch auf Witwenpension, wenn der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes zu Unterhaltszahlungen an sie verpflichtet war. Auch die tatsächliche Zahlung von Unterhalt ohne gesetzliche oder vertragliche Verpflichtung kann unter bestimmten Voraussetzungen einen Pensionsanspruch begründen. Hinsichtlich der sonstigen Voraussetzungen und einer Befristung gelten die gleichen Bestimmungen wie für den Partner aus der aufrechten Ehe. Die Höhe der Pension wird nach den im vorigen Kapitel beschriebenen Grundsätzen berechnet. Sie darf allerdings nicht höher sein als der Unterhaltsanspruch. Diese Begrenzung der Höhe kann unter bestimmten Voraussetzungen entfallen, wenn das Scheidungsurteil den Ausspruch nach 61 Abs.3 des Ehegesetzes enthält. ERLÖSCHEN DES ANSPRUCHES, ABFERTIGUNG UND WIEDERAUFLEBEN Bei Wiederverehelichung erlischt die Witwenpension mit dem Tag der neuerlichen Eheschließung. Wenn eine unbefristete Witwenpension bezogen wird, gebührt eine Abfertigung in Höhe des 35fa-

chen Monatsbezuges (entspricht zweieinhalb Jahresbezügen) ohne etwaige Ausgleichszulage. Wird die neue Ehe durch Tod des Ehepartners oder Scheidung aufgelöst, so lebt eine abgefertigte Witwenpension unter bestimmten Voraussetzungen wieder auf (Antragstellung erforderlich!). Frühestens ist das zweieinhalb Jahre nach dem seinerzeitigen Erlöschen des Anspruches möglich. ABFINDUNG Ist die Wartezeit nicht erfüllt und wurde vom/von der Verstorbenen aber mindestens ein Beitragsmonat erworben, so gebührt der Witwe / dem Witwer an Stelle der Pension eine Abfindung als einmalige Leistung. Wenn die Wartezeit erfüllt ist, aber keine anspruchsberechtigten Hinterbliebenen (Witwe, Wit wer, Waisen) vorhanden sind, gebührt die Ab findung der Reihe nach den Kindern, den Eltern, den Geschwistern des/der Verstorbenen, wenn sie mit ihm/ihr in Hausgemeinschaft gelebt haben und überwiegend von ihm/ihr erhalten wurden. ZUR BEACHTUNG Diese Information bietet einen allgemeinen Überblick zum Thema Witwen/Witwerpension. Ein auf den Einzelfall bezogenes Beratungsgespräch kann dadurch nicht ersetzt werden. Dafür stehen die Mitarbeiter/innen der Pensionsversicherungsanstalt in allen Landesstellen gerne zur Verfügung. Adressen und Telefonnummern sind dem Falter Adressen zu entnehmen. Verleger und Hersteller: Pensionsversicherungsanstalt 1021 Wien, Friedrich-Hillegeist-Straße 1