Welche Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts erwarten Sie für 2013?

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Transkript:

FRAGE Welche Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts erwarten Sie für 2013? Prof. Gabriel Felbermayr, Ph.D. Forschungsbereich Internationaler Handel, ifo Institut und Das weltwirtschaftliche Klima hellt sich auf, das hilft Deutschland ganz besonders. Der Arbeitsmarkt bleibt solide, das sollte die Binnennachfrage stützen. Mehr als 1% ist allerdings bei weiter krisenhaften Zuständen in der Eurozone nicht drin. Prof. Dr. Hans Jürgen Schlösser Zentrum für Ökonomische Bildung, Universität Siegen: Die Exporte werden als Zugpferd schwächeln und die Finanzierungsbedingungen verschlechtern sich, wenn Banken wegen der Schuldenkrise in Schwierigkeiten geraten. Dr. Dirk H. Ehnts Gastdozent im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin: Binnenmarkt, Eurozone und Asien schwächeln, in den USA wird das fiscal cliff zur Bedrohung. Das sieht u.a. Bernanke so, aber die Republikaner könnten zum Bremsklotz werden, da sie jegliche Steuererhöhungen ablehnen. Die Probleme in der Eurozone sind ebenfalls hausgemacht (Sparpolitik in der Peripherie). Volker Hofmann Direktor, Wirtschaftspolitik und internationale Beziehungen, Bundesverband deutscher Banken: Die Entwicklung in vielen Schwellenländern stabilisiert sich, im Vergleich zum Jahr 2012 dürfte die Weltwirtschaft insgesamt 2013 einen Tick stärker expandieren. Auch im Euro-Raum dürfte die wirtschaftliche Entwicklung allmählich einen Boden finden eine rasche Erholung ist aber nicht zu erwarten. Die Wirtschaft in Deutschland profitiert weiterhin von der sehr expansiven Geldpolitik. In dem Maße, wie die starke Verunsicherung durch die europäische Staatsschuldenkrise etwas abklingt, sollten sich auch die Investitionen wieder fangen. Prof. Dr. Bruno Schönfelder Lehrstuhl für Allgemeine VWL, TU Bergakademie Freiberg: Die Exporte dürfen zurückgehen, die heimischen Investitionen ansteigen. Das ergibt ein leichtes Plus. Prof. Dr. Aloys Prinz Institut für Finanzwissenschaft II, Westfälische Wilhelms-Universität Münster: Es gibt global rezessive Tendenzen. Frank Hübner Stellvertretender Chefvolkswirt, Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaA: Nach einer Schwächephase erwarten wir eine moderate Erholung im 2. Halbjahr. Wachstumstreiber ist der Export. Die Binnennachfrage entwickelt sich stabil. 1

Prof. Dr. Martin Leschke Lehrstuhl VWL V Insb. Institutionenökonomik, Universität Bayreuth: Die Krise in den anderen europäischen Staaten wird auch Deutschland herunterziehen. Prof. Dr. Thomas Gries Lehrstuhl für Internationale Wachstums- und Konjunkturtheorie, Universität Paderborn: Die weltwirtschaftliche und europäische Entwicklung wird eher schlechter. Prof. Dr. Juergen B. Donges Emeritus am Institut für Wirtschaftspolitik, Universität zu Köln: Die weltwirtschaftliche Aktivität bleibt verhalten, die krisenbedingt fragile Lage im Euroraum ist persistent in Verbindung mit rezessiven Tendenzen in den südeuropäischen Ländern. Das schwächt die deutsche Exportnachfrage. Außerdem ist noch keine durchgreifende Lösung der Euro- Schuldenkrise in Sicht, was die Unternehmen verunsichert und deren Investitionsbereitschaft bremst. Prof. Dr. Horst Löchel German Centre of Banking and Finance, Frankfurt School of Finance & Management: Die Weltwirtschaft springt an, entsprechend wird auch das Wachstum Deutschlands wieder anziehen. Prof. Stephan Klasen, Ph.D. Lehrstuhl für Volkswirtschaftstheorie und Entwicklungsökonomik, Georg-August-Universität Göttingen: Das externe Umfeld bleibt schwierig, aber die heimische Nachfrage bleibt stark. Dr. Alexander Krüger Chefvolkswirt, Bankhaus Lampe KG: Aufgrund ihrer hohen Wettbewerbsfähigkeit wird die deutsche Wirtschaft nicht zuletzt von der Nachfrage aus den Schwellenländern profitieren. Hinzu kommen die günstigen Finanzierungsbedingungen sowie die das Wachstum unterstützende Fiskalpolitik. Prof. Dr. Wilfried Fuhrmann Lehrstuhl für Makroökonomische Theorie und Politik, Universität Potsdam: Eine Krise des sog. realen Sektors wird kommen trotz Wahlkampfgeschenke mit sinkender Auslandsnachfrage, Problemen bei einigen Großen (Mercedes, Ford, Opel; Siemens, Thyssen, Telekom usw.) sowie steigenden Energiekosten usw. Dr. Manfred Schweren Vorstand, PRIVALOR Vermögens-Management AG: Es ist ein verstärkter privater Konsum sowie ein verbesserter Export zu erwarten. Prof. Dr. Robert Schwager Lehrstuhl für Finanzwissenschaft, Georg-August-Universität Göttingen: Einerseits kommt immer noch Fluchtkapital aus Südeuropa nach Deutschland, andererseits werden die Lasten der Eurorettung langsam spürbar. 2

Dr. Michael Stahl Geschäftsführer Volkswirtschaft/Bildung, Arbeitgeberverband Gesamtmetall: Konjunkturimpulse aus den Schwellenländern und aus den USA werden das Exportgeschäft stärker wachsen lassen, als die pessimistischen Szenarien derzeit erwarten. Prof. Dr. Georg Stadtmann Lehrstuhl für VWL, insb. Wirtschaftstheorie (Makroökonomik), Europauniversität Viadrina Frankfurt/Oder: Das Wachstum wird sich etwas abschwächen aufgrund der Lage in Südeuropa. China und Indien bleiben jedoch stabil... Prof. Dr. Thomas Huth Institut für VWL, Universität Lüneburg: Es gibt zu wenig Binnennachfrage in Deutschland. Dr. Alexander Schumann Chefvolkswirt, DIHK: Die Konjunktur schaltet im nächsten Jahr auch in Deutschland einen Gang zurück. Zumindest für 0,7 Prozent Wachstum reicht es aber auch 2013. Die günstigen Konsumperspektiven hierzulande und die robuste Entwicklung der Exportmärkte außerhalb Europas gleichen die Zurückhaltung der Unternehmensinvestitionen aus. Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Peter Lang Institut für Volkswirtschaftslehre, TU Braunschweig: Die Exporte in die NICs werden zunehmen und bei relativ konstanter Binnennachfrage die deutsche Konjunktur stützen. Prof. Dr. Oskar Kurer Institut für Wirtschaftswissenschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: Es ist keine Nachfragebelebung in Sicht. Prof. Dr. Horst Schellhaaß em. Professor, Universität zu Köln: Die Konjunkturabschwächung in wichtigen Partnerländern schlägt auf Deutschland durch. FRAGE Welche Arbeitslosenzahl erwarten Sie im Durchschnitt in Deutschland für 2013 (Stand Nov. 2012: 2,75 Mio.)? Prof. Dr. Friedrich Breyer Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpolitik, Universität Konstanz: Die Firmen werden versuchen, Entlassungen zu vermeiden und durch Kurzarbeit abzufedern, um ihre qualifizierte Belegschaft zu halten. 3

Prof. Gabriel Felbermayr, Ph.D. Forschungsbereich Internationaler Handel, ifo Institut und Wenn die Konjunktur nicht abstürzt, wird der Arbeitsmarkt stabil bleiben. Durch verstärkte Zuwanderung aus Europa kommt es allerdings zu einem schwachen Aufwärtstrend bei der Zahl der Arbeitslosen. Prof. Dr. Hans Jürgen Schlösser Zentrum für Ökonomische Bildung, Universität Siegen: Die Konjunktur trübt sich ein, bereits jetzt wächst die Arbeitslosenzahl seit Wochen. PD Dr. Friedrich Heinemann Leiter des Forschungsbereichs Unternehmensbesteuerung und öffentliche Finanzwirtschaft, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim: Die konjunkturelle Delle wird den deutschen Arbeitsmarkt nicht stark treffen. Ein Arbeitsmarkt, der 2009 mit einer 5-Prozent-Rezession gut fertig geworden ist, hat bei einer Wachstumsabschwächung nichts zu befürchten. Dr. Dirk H. Ehnts Gastdozent im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin: Okun's Gesetz ist hier die Daumenregel. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6,5%, Trendwachstum vor der Krise war etwa 1,7%. Erwartetes Wachstum liegt bei 0,5%, also ist die Differenz 1,2%. Da sich ein Prozentpunkt in Deutschland etwa in einem Anstieg der Arbeitslosenquote um 0,5% niederschlägt, addiere ich zur Arbeitslosenquote von heute 0,5*1,2=0,6 und komme auf 7%, also etwa 2,9 Millionen. Volker Hofmann Direktor, Wirtschaftspolitik und internationale Beziehungen, Bundesverband deutscher Banken: Saisonbereinigt steigt die Zahl der Arbeitslosen seit April 2012 leicht. Diese Entwicklung wird sich Anfang 2013 zunächst fortsetzen und erst im Jahresverlauf stoppen. Allein der statistische Überhang aus dem Jahr 2012 dürfte bei knapp 50.000 Arbeitslosen liegen. Prof. Dr. Bruno Schönfelder Lehrstuhl für Allgemeine VWL, TU Bergakademie Freiberg: Die verbliebenen Arbeitslosen sind meist schwer vermittelbar. Wenn neue Stellen entstehen, werden sie oft mit Nichtdeutschen besetzt werden. Prof. Dr. Aloys Prinz Institut für Finanzwissenschaft II, Westfälische Wilhelms-Universität Münster: Aufgrund des Rückgangs des BIP ist mit einem leichten Anstieg der Arbeitslosenquote zu rechnen. Frank Hübner Stellvertretender Chefvolkswirt, Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaA: Wachstum ist nicht stark genug, um einen Rückgang der Arbeitslosigkeit zu bewirken. Prof. Dr. Martin Leschke Lehrstuhl VWL V Insb. Institutionenökonomik, Universität Bayreuth: Es wird aufgrund der recht niedrigen Wachstumsrate einen leichten Anstieg der Arbeitslosenquote geben. 4

Prof. Dr. Thomas Gries Lehrstuhl für Internationale Wachstums- und Konjunkturtheorie, Universität Paderborn: Der Arbeitsmarkt ist flexibler und wird auch schneller nach unten reagieren. Prof. Dr. Juergen B. Donges Emeritus am Institut für Wirtschaftspolitik, Universität zu Köln: Die Konjunkturabkühlung schlägt durch, obwohl dank der Verlängerung der Kurzarbeitsgeldregelung der Anstieg der registrierten Arbeitslosigkeit moderat bleiben dürfte. Prof. Dr. Horst Löchel German Centre of Banking and Finance, Frankfurt School of Finance & Management: Das Wachstum in 2013 dürfte noch zu schwach sein, um signifikante Effekte auf dem Arbeitsmarkt zu hinterlassen. Prof. Dr. Wilfried Fuhrmann Lehrstuhl für Makroökonomische Theorie und Politik, Universität Potsdam: Bei steigendem Standortwettbewerb werden weniger Ausgebildete noch größere Schwierigkeiten bekommen; die Nachfrage insgesamt wird sinken. Ich hoffe, dass ich mich täusche! Dr. Michael Stahl Geschäftsführer Volkswirtschaft/Bildung, Arbeitgeberverband Gesamtmetall: Die Unternehmen werden weiter ihr Personal soweit wie möglich halten. Prof. Dr. Georg Stadtmann Lehrstuhl für VWL, insb. Wirtschaftstheorie (Makroökonomik), Europauniversität Viadrina Frankfurt/Oder: Das Wachstum wird sich etwas abschwächen und lässt damit gemäß des Okun'schen Gesetzes die Arbeitslosigkeit leicht ansteigen.. Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Peter Lang Institut für Volkswirtschaftslehre, TU Braunschweig: Die Quote wird sich kaum verändern, da die beschäftigungsbestimmenden Rahmenbedingungen dieselben sein dürften wie in der Gegenwart. Prof. Dr. Oskar Kurer Institut für Wirtschaftswissenschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: Es ist keine Konjunkturbelegung in Sicht. Prof. Dr. Till Requate Lehrstuhl für Innovations-, Wettbewerbs- und Institutionenökonomik, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel: Schleichend flächendeckende Mindestlöhne werden sich negativ bemerkbar machen. Prof. Dr. Horst Schellhaaß em. Professor, Universität zu Köln: Es wird vor allem weniger Neueinstellungen geben. 5

FRAGE Die Euro-Finanzminister haben sich nach schwierigen Verhandlungen vor gut einer Woche auf die Deckung einer Milliarden-schweren Finanzlücke Griechenlands sowie die Freigabe weiterer Finanzhilfen im Volumen von insgesamt 43,7 Milliarden Euro geeinigt. In Paris, Berlin und anderen europäischen Hauptstädten gibt es Befürchtungen, dass mittelfristig weitere Finanzhilfen nötig werden. Wie schätzen Sie die Wahrscheinlichkeit ein, dass Griechenland auf Sicht von zwei Jahren weitere Finanzhilfen von IWF und der Eurozone benötigt? Prof. Gabriel Felbermayr, Ph.D. Forschungsbereich Internationaler Handel, ifo Institut und Griechenland ist à la longue nicht fähig, sich auf dem privaten Kapitalmarkt zu finanzieren. Zumindest, solange es im Euroraum verbleibt und nicht nominal abwerten kann. Prof. Dr. Hans Jürgen Schlösser Zentrum für Ökonomische Bildung, Universität Siegen: Griechenland kann seine Schulden nicht stemmen, noch mehr Kredite würden sie noch weiter erhöhen. Am Ende des Tages wird es zu direkten Transfers kommen, also zur Transferunion trotz aller gegenteiligen Beteuerungen in der Vergangenheit. Dr. Dirk H. Ehnts Gastdozent im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin: Es ist seit Anfang 2010 klar, dass die Schulden der griechischen Regierung unter realistischen Annahmen nicht zurückgezahlt werden können. Allerdings könnte Griechenland in der Folge politischer Instabilität direkt oder indirekt nicht mehr auf weitere Finanzhilfen angewiesen sein. Volker Hofmann Direktor, Wirtschaftspolitik und internationale Beziehungen, Bundesverband deutscher Banken: Die zuletzt beschlossenen zusätzlichen Hilfen sind auf Kante genäht". Hinzu kommt das Risiko, dass die wirtschaftliche Entwicklung schlechter verläuft, als in den Kalkulationen unterstellt. Nun muss zunächst einmal das Ergebnis des Anleiherückkaufs abgewartet werden. Prof. Dr. Mathias Erlei Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, TU Clausthal: Das Kurieren von Symptomen beseitigt nicht deren Ursachen. Prof. Dr. Bruno Schönfelder Lehrstuhl für Allgemeine VWL, TU Bergakademie Freiberg: Solange Griechenland beim Euro bleibt, kommt es nur ganz schwer wieder auf die Beine. Das schlägt auf die Steuereinnahmen durch. Prof. Dr. Aloys Prinz Institut für Finanzwissenschaft II, Westfälische Wilhelms-Universität Münster: Griechenland ist nicht in der Lage, seine Schulden zu tragen. 6

Frank Hübner Stellvertretender Chefvolkswirt, Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaA: Auch mit den aktuellen Maßnahmen ist eine nachhaltige Schuldentragfähigkeit Griechenlands (noch) nicht erreicht worden. Prof. Dr. Martin Leschke Lehrstuhl VWL V Insb. Institutionenökonomik, Universität Bayreuth: Die Strukturkrise Griechenlands wird uns noch Jahre begleiten. Damit geht ein längerer Finanzbedarf des Landes einher, zumal Deutschland sich gegen einen weiteren Schuldenschnitt wehrt. Dr. Boris Augurzky Kompetenzbereichsleiter Gesundheit, Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.v.: Die Finanzprobleme werden in Griechenland langfristig bestehen. Prof. Dr. Andreas Freytag Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik, Friedrich-Schiller-Universität Jena: Ohne Schuldenschnitt ist Griechenland nicht zu retten. Frage: Soll Griechenland überhaupt gerettet werden? Prof. Dr. Thomas Gries Lehrstuhl für Internationale Wachstums- und Konjunkturtheorie, Universität Paderborn: Die Gesamtverschuldung ist nach wie für die erzielbaren Steuereinnahmen zu hoch. Prof. Dr. Helmut Wagner Lehrstuhl für Makroökonomik, Fern-Universität Hagen: Es handelt sich bei den bisherigen Finanzhilfen nur um Maßnahmen zur Zeitgewinnung (aus deutscher Sicht bis zu den Bundestagswahlen im Herbst 2013). Prof. Dr. Juergen B. Donges Emeritus am Institut für Wirtschaftspolitik, Universität zu Köln: Die unabdingbaren Strukturreformen kommen nur sehr langsam voran, so dass die Wirtschaft nicht wachsen kann und damit der Staat nicht genügend Steuereinnahmen generieren wird, um den hohen Schuldenberg abzutragen. Prof. Dr. Horst Löchel German Centre of Banking and Finance, Frankfurt School of Finance & Management: Griechenland muss von Grund auf saniert werden. Die jetzt gefundene Lösung verharmlost die Problemlage nicht zuletzt mit Blick auf die anstehenden Wahlen in Deutschland in 2013. Prof. Dr. Wilfried Fuhrmann Lehrstuhl für Makroökonomische Theorie und Politik, Universität Potsdam: Die Strukturreformen (Liberalisierungen, Flexibilisierungen usw.) hängen noch weit zurück, ausländische Direktinvestitionen mit neuen Technologien sind nicht in Sicht. 7

Prof. Dr. Oliver Holtemöller Professur für Volkswirtschaftslehre, insb. Makroökonomik und Ko-Interimspräsident des IWH, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH): Die öffentliche Verschuldung ist nach wie vor nicht tragbar. Besser als neue Kredite wäre ein Schuldenschnitt mit anschließenden konditionierten Hilfen bei der Stimulierung der wirtschaftlichen Aktivität. Dr. Manfred Schweren Vorstand, PRIVALOR Vermögens-Management AG: Die Abwärtsspirale ist noch nicht zu Ende. Prof. Dr. Robert Schwager Lehrstuhl für Finanzwissenschaft, Georg-August-Universität Göttingen: Griechenland kann nur durch dauerhafte Finanzhilfen seine Verpflichtungen erfüllen. Dr. Michael Stahl Geschäftsführer Volkswirtschaft/Bildung, Arbeitgeberverband Gesamtmetall: Die notwendigen Veränderungen kommen bislang noch nicht richtig voran (auch: funktionierendes Steuersystem), so dass sich der Prozess des Strukturwandels noch länger hinziehen dürfte. Prof. Dr. Georg Stadtmann Lehrstuhl für VWL, insb. Wirtschaftstheorie (Makroökonomik), Europauniversität Viadrina Frankfurt/Oder: Griechenland wird nicht aus der Rezession kommen, der Aufbau einer funktionierenden Steuerbehörde wird nicht funktionieren, wenn man die Steuerbeamten alle drei Monate austauscht. Prof. Dr. Thomas Huth Institut für VWL, Universität Lüneburg: Das Hauptproblem sind die Zinslasten. Prof. Dr. Michael Braulke Lehrstuhl für VWL-Außenwirtschaft, Universität Osnabrück: Die blutige Deflationspolitik der Troika hat Griechenlands Zahlungsfähigkeit dramatisch verschlechtert, anstatt sie zu verbessern. Kluge Köpfe wie Krugman und Stiglitz sehen das seit langem. Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Peter Lang Institut für Volkswirtschaftslehre, TU Braunschweig: Weitere Finanzhilfen werden nötig sein, wenn es nicht zu einem europäischen Länderfinanzausgleich kommt, der allerdings nur nach konsequenten Reformen im Lande realisiert werden dürfte. Prof. Dr. Oskar Kurer Institut für Wirtschaftswissenschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: Strukturreformen in Griechenland werden schleppend durchgeführt und sind langfristig orientiert. Kurzfristig wird sich die Lage nicht bessern und entsprechend auch nicht die Finanzlage. 8

Dr. Alfred Boss Forschungsbereich Das Wohlfahrtssystem", Institut für Weltwirtschaft Kiel: Die Reformen in Griechenland kommen nur unzureichend voran. Wahrscheinlich wird es bald eine Regierung geben, die noch weniger reformwillig ist. Prof. Dr. Horst Schellhaaß em. Professor, Universität zu Köln: Bisher waren die offiziellen Zahlen stets zu optimistisch. FRAGE Griechenland hat seit Ausbruch der Krise 2009 über ein Fünftel (21,1%) seiner Wirtschaftsleistung verloren. Der IWF rechnet für 2013 mit weiteren -4% Wirtschaftswachstum, womit das BIP insgesamt so stark wie in der Großen Depression in Deutschland gesunken wäre. Wann trauen Sie dem Land wieder Wachstum zu? Prof. Dr. Friedrich Breyer Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpolitik, Universität Konstanz: Das hängt ganz davon ab, ob Griechenland im Euro bleibt (dann wird es weiter vor sich hin siechen) oder die Chance erhält, mit einer eigenen Währung abwerten zu können, dann geht es schneller. Prof. Gabriel Felbermayr, Ph.D. Forschungsbereich Internationaler Handel, ifo Institut und Endlich beginnen in Griechenland die Preise zu sinken. Das ist eine Folge der Rezession. Dieser Trend muss sich fortsetzen und verstärken. Dann kann das Land Leistungsbilanzüberschüsse erzielen, die notwendig sind, um die Kapitalmärkte zu stabilisieren und Investitionen anzuschieben. Prof. Dr. Ekkehart Schlicht Lehrstuhl am Seminar für Theorie und Politik der Einkommensverteilung, Wenn die Restriktionspolitik dort sofort beendet wird. Prof. Dr. Hans Jürgen Schlösser Zentrum für Ökonomische Bildung, Universität Siegen: Griechenland muss sich neu erfinden, was Jahre dauern wird. Die Prognose der EU-Kommission Wachstum ab 2014 ist zu optimistisch. Dr. Dirk H. Ehnts Gastdozent im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin: Das Land wird dann wieder wachsen, wenn die Staatsverschuldung auf ein nachhaltiges Maß zurückgestutzt wird. Dies ist eine politische Entscheidung, da die Troika dafür verantwortlich ist. Volker Hofmann Direktor, Wirtschaftspolitik und internationale Beziehungen, Bundesverband deutscher Banken: Die Anpassungsrezession hat sich vor allem durch die große Unsicherheit verschärft, dass Griechenland die Währungsunion verlässt. Bleibt das politische Bekenntnis der Euro-Staaten, Griechen- 9

land weiterhin innerhalb der EWU zu unterstützen, bestehen und auch glaubwürdig, dann könnte die Rezession in Griechenland 2014 ein Ende finden. Prof. Dr. Peter Oberender ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftstheorie, Universität Bayreuth: Erst dann, wenn das Land das Schuldenproblem gelöst hat. Prof. Dr. Mathias Erlei Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, TU Clausthal: Das weiß kein Mensch. Letztlich hängt es davon ab, ob die griechische Regierung ihre Reformen auch umsetzt. Prof. Dr. Bruno Schönfelder Lehrstuhl für Allgemeine VWL, TU Bergakademie Freiberg: Die realwirtschaftliche Anpassung schreitet nur ganz langsam voran. Prof. Dr. Aloys Prinz Institut für Finanzwissenschaft II, Westfälische Wilhelms-Universität Münster: Wenn es 2013 zu einem radikalen Schuldenschnitt kommt, könnte Griechenland etwa ab 2014/15 wieder wachsen, sofern die Rezession in der Eurozone bis dahin überwunden ist. Frank Hübner Stellvertretender Chefvolkswirt, Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaA: Nach dem kräftigen Einbruch rechnen wir mit einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Aktivität im Verlauf des kommenden Jahres und einem moderaten Wachstum in 2014. Dies dürfte aber zu schwach ausfallen, um für eine Entlastung beim Thema Staatsverschuldung zu sorgen. Prof. Dr. Martin Leschke Lehrstuhl VWL V Insb. Institutionenökonomik, Universität Bayreuth: 2015 dürfte der Tiefpunkt überwunden sein. Die Strukturreformen beginnen zu greifen. Dr. Boris Augurzky Kompetenzbereichsleiter Gesundheit, Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.v.: Es folgen erst noch Jahre der Lohn- und Preisreduktion, bis Griechenland wieder wettbewerbsfähig wird. Danach geht es aufwärts. Prof. Dr. Thomas Gries Lehrstuhl für Internationale Wachstums- und Konjunkturtheorie, Universität Paderborn: Das Land muss strukturelle Reformen durchführen, sonst bleibt auch ein positives Wachstum schwach. Prof. Dr. Helmut Wagner Lehrstuhl für Makroökonomik, Fern-Universität Hagen: Die notwendige institutionell-politische Governance zur Umsetzung von erfolgversprechenden Wirtschaftsprogrammen ist in Griechenland derzeit einfach noch nicht vorhanden. Es dauert eben relativ lange, so etwas zu ändern/aufzubauen. 10

Prof. Dr. Juergen B. Donges Emeritus am Institut für Wirtschaftspolitik, Universität zu Köln: Erfahrungsgemäß dauert es Jahre, bis die Haushaltskonsolidierung und die grundlegenden Strukturreformen die erwarteten positiven Wirkungen in der Realwirtschaft voll entfalten und dies auch nur, wenn eine kohärente Spar- und Reformpolitik konsequent verfolgt wird, was in Griechenland nicht gewährleistet ist. Prof. Dr. Horst Löchel German Centre of Banking and Finance, Frankfurt School of Finance & Management: Die Talsohle dürfte durchschritten sein und die anziehende Weltkonjunktur auch Griechenland zu Gute kommen, wenn auch noch verhalten. Prof. Stephan Klasen, Ph.D. Lehrstuhl für Volkswirtschaftstheorie und Entwicklungsökonomik, Georg-August-Universität Göttingen: Die Talsohle scheint langsam erreicht und die Wettbewerbsfähigkeit hat sich durch fallende Arbeitskosten dramatisch verbessert. Prof. Dr. Wilfried Fuhrmann Lehrstuhl für Makroökonomische Theorie und Politik, Universität Potsdam: Wenn es dann immer noch bergab geht und kein tragendes Wachstum einsetzt, gibt es Chaos. Aber wahrscheinlich haben die sechs Clans das Land weiter im Würge"-Griff. Prof. Dr. Oliver Landmann Direktor der Abteilung für Wirtschaftstheorie, Albert-Ludwigs- Universität Freiburg: Die Volkswirtschaft befindet sich im freien Fall. Währenddessen reden sich die Kreditgeber die Situation mit völlig aus der Luft gegriffenen optimistischen Wachstumsprognosen schön und verzetteln sich in reinen Alibi-Übungen wie den bevorstehenden Anleihe-Rückkäufen. Dr. Manfred Schweren Vorstand, PRIVALOR Vermögens-Management AG: Die notwendige Aufbruchstimmung ist in Griechenland selbst mit sehr empfindlichen Sensoren nicht erkennbar. Prof. Dr. Robert Schwager Lehrstuhl für Finanzwissenschaft, Georg-August-Universität Göttingen: Die Rückkehr zu Wachstum gelingt nie, solange die nötige reale Abwertung nicht stattfindet. Dr. Michael Stahl Geschäftsführer Volkswirtschaft/Bildung, Arbeitgeberverband Gesamtmetall: 2015 sollte der Tiefpunkt der Entwicklung erreicht sein. Prof. Dr. Georg Stadtmann Lehrstuhl für VWL, insb. Wirtschaftstheorie (Makroökonomik), Europauniversität Viadrina Frankfurt/Oder: Wenn die Zeit reif ist und Löhne und Preise gesunken sind. Und die Ärmel aufgekrempelt werden und gearbeitet wird anstatt gestreikt. 11

Prof. Dr. Thomas Huth Institut für VWL, Universität Lüneburg: Es gibt eine katastrophale Politik im Umgang mit Griechenland. Prof. Dr. Michael Braulke Lehrstuhl für VWL-Außenwirtschaft, Universität Osnabrück: So lange die schmerzhafte, aber unwirksame Sparpolitik weiter erzwungen wird, ist keine Besserung in Sicht. Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Peter Lang Institut für Volkswirtschaftslehre, TU Braunschweig: Ausgehend von einen niedrigen Niveau kann der Tourismus Wachstumstreiber werden, zumal sich viele der übrigen Mittelmeeranrainer zunehmend ihrem rückwärtsgewandten Islamismus ergeben. Prof. Dr. Volker Nitsch Lehrstuhl für Internationale Wirtschaft, TU Darmstadt: Die Frage des Zeitpunktes ist Kaffeesatzleserei. Die entscheidende Frage ist vielmehr die der Nachhaltigkeit: Gelingt es den Griechen, ihre Volkswirtschaft so umzugestalten, dass ein sich selbst tragendes Wachstum möglich ist. Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen Leiter des Instituts für Finanzwissenschaft I, Albert-Ludwigs- Universität Freiburg: Die verlorene Wirtschaftsleistung war doch vorher real auch nicht da! Prof. Dr. Horst Schellhaaß em. Professor, Universität zu Köln: Zuerst muss die Wettbewerbsfähigkeit hergestellt werden. Das ist unter dem Euro schwierig. FRAGE In welchen Bereichen der griechischen Wirtschaft sehen Sie hierzu die größten Wachstumstreiber? Prof. Gabriel Felbermayr, Ph.D. Forschungsbereich Internationaler Handel, ifo Institut und Tourismus ist die zentrale Wachstumsbranche in Griechenland. Außerdem gibt es nach bald fünf Jahren Rezession einen starken Nachholbedarf bei den Investitionen. Prof. Dr. Hans Jürgen Schlösser Zentrum für Ökonomische Bildung, Universität Siegen: Tourismus und regenerative Energien sind die Hoffnungsträger. PD Dr. Friedrich Heinemann Leiter des Forschungsbereichs Unternehmensbesteuerung und öffentliche Finanzwirtschaft, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim: Der Konsum hat zunächst keine Chance. Die Anpassung an ein dauerhaft niedrigeres Einkommensniveau erzwingt eine jahrelange Konsumzurückhaltung. 12

Dr. Dirk H. Ehnts Gastdozent im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin: Die Exporte sind in der Krise relativ stabil geblieben, die Binnennachfrage ist jedoch abgestürzt. Eine Erholung wird über diese Komponenten laufen müssen. Prof. Dr. Mathias Erlei Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, TU Clausthal: Die griechische Volkswirtschaft hat ein Strukturproblem. Erst wenn dieses durch Investitionen angegangen wird, ist Wachstum denkbar. Dazu müsste das Verhalten der griechischen Regierung jedoch berechenbar sein. Prof. Dr. Bruno Schönfelder Lehrstuhl für Allgemeine VWL, TU Bergakademie Freiberg: Sie können nur in diesen Bereichen liegen. Wenn es da nicht klappt, klappt es nirgends. Prof. Dr. Aloys Prinz Institut für Finanzwissenschaft II, Westfälische Wilhelms-Universität Münster: Ohne Investitionen und Dienstleistungsimporte (Reiseverkehr) fehlen die Grundlagen für Wachstum. Frank Hübner Stellvertretender Chefvolkswirt, Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaA: Wir sehen sehr wenig Potenzial für positive Wachstumsimpulse von der Binnennachfrage. Prof. Dr. Martin Leschke Lehrstuhl VWL V Insb. Institutionenökonomik, Universität Bayreuth: Wenn sich die Standortbedingungen verbessern, werden die Investitionen spürbar anziehen, Löhne und Konsum ziehen erst später nach. Prof. Dr. Thomas Gries Lehrstuhl für Internationale Wachstums- und Konjunkturtheorie, Universität Paderborn: Solange sich die Lohnstückkosten nicht weiter nach unten bewegen und Arbeitsmarkt, Bildungsund Strukturreformen umgesetzt werden, bleibt die internationale Wettbewerbsfähigkeit schwach und es gibt keinen Wachstumsimpuls von außen. Prof. Dr. Juergen B. Donges Emeritus am Institut für Wirtschaftspolitik, Universität zu Köln: Mit dem Ausländertourismus kann das Land trotz des intensiven Wettbewerbs in der Mittelmeerregion, insbesondere aus der Türkei, durchaus punkten. Prof. Dr. Horst Löchel German Centre of Banking and Finance, Frankfurt School of Finance & Management: Der Konsum dürfte schwach bleiben und die Fiskalpolitik weiter auf restriktivem Kurs. Umgekehrt besteht ein hoher Nachholbedarf an Investitionen und das Land ist auch wettbewerbsfähiger geworden. 13

Prof. Dr. Wilfried Fuhrmann Lehrstuhl für Makroökonomische Theorie und Politik, Universität Potsdam: Tourismus und (durch Sicherheiten sowie Dritt-Sachwalter) ausländische Direktinvestitionen sind Hoffnungsträger, aber das Risiko stellen die inländischen politischen Eliten dar. Dr. Manfred Schweren Vorstand, PRIVALOR Vermögens-Management AG: Wer soll es außer dem Staat richten? Prof. Dr. Martin Kocher Lehrstuhlinhaber, Verhaltensökonomik und experimentelle Wirtschaftsforschung, Es gibt einen Investitionsstau in Griechenland. Dr. Michael Stahl Geschäftsführer Volkswirtschaft/Bildung, Arbeitgeberverband Gesamtmetall: Die Sparprogramme der öffentlichen Haushalte und die Anstrengungen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit lassen bei Konsum und Staatsausgaben keine Spielräume für Wachstumsimpulse. Prof. Dr. Georg Stadtmann Lehrstuhl für VWL, insb. Wirtschaftstheorie (Makroökonomik), Europauniversität Viadrina Frankfurt/Oder: Es wird einen Nachholbedarf an Konsum geben, wenn es positive Signale gibt. Ob es mit einer nationalen Währung nicht einfacher zu haben ist als mit einer Deflation, das ist die große Frage. Jeder hat Angst vor dem D-Wort, für die Südländer ist es die Medizin, die geschluckt werden muss. Wenn ein Kind krank ist und seine Medizin nicht nehmen will und sich in einen Heulkrampf weint, dann macht es keinen Sinn, die Medizin weiterhin auf dem Löffelchen vor den Mund zu halten. Irgendwann muss man einsehen, dass die Medizin nicht genommen wird. Prof. Dr. Thomas Huth Institut für VWL, Universität Lüneburg: Wachstumsaussichten bestehen nirgends. Prof. Dr. Michael Braulke Lehrstuhl für VWL-Außenwirtschaft, Universität Osnabrück: Eine Erholung kann nicht vom Staatshaushalt ausgehen. Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Peter Lang Institut für Volkswirtschaftslehre, TU Braunschweig: Nur der Tourismus und die Qualitätsverbesserung der entsprechenden Infrastruktur kann relativ rasch zum Wachstumstreiber werden, da hier zudem ein breiter Mittelstand in der Fläche aktiv ist. Prof. Dr. Volker Nitsch Lehrstuhl für Internationale Wirtschaft, TU Darmstadt: Der komparative Vorteil Griechenlands scheint mir im Dienstleistungsexport (Reiseverkehr, Transportdienstleistungen) zu liegen. Prof. Dr. Horst Schellhaaß em. Professor, Universität zu Köln: Die Chancen liegen vor allem im Tourismus. 14

FRAGE Die CDU will auf ihrem Parteitag eine Verbesserung der Rentenansprüche Frauen beschließen. Danach sollen auch Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, künftig in der Rentenberechnung statt wie bislang ein Jahr drei Jahre anerkannt bekommen. Bislang gilt diese Regelung nur für Frauen, die ab 1992 Kinder geboren haben. Nach Schätzungen von Haushaltsexperten würde ein solcher Schritt zu Mehrbelastungen von rund 13 Milliarden Euro führen. Sollte die Regelung der Rentenansprüche entsprechend ausgeweitet werden? Prof. Dr. Matthias Wrede Lehrstuhl für Sozialpolitik, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen- Nürnberg: Bei dieser Regelung gibt es keine Anreizeffekte, es handelt sich um Windfall profits". Prof. Dr. Friedrich Breyer Lehrstuhl für Wirtschafts- und Sozialpolitik, Universität Konstanz: Diese Regelung war als Anreiz gedacht, Kinder zu bekommen. Als nachträgliche Belohnung ist sie zu teuer. Prof. Dr. Olaf Hübler Institut für empirische Wirtschaftsforschung, Leibniz-Universität Hannover: Der Vorschlag ist nur schwer finanzierbar außer durch eine Umverteilung der Ausgaben. Sozialpolitisch ist es jedoch nicht nachvollziehbar, dass Frauen, die vor 1992 Kinder geboren haben, schlechter gestellt werden. Das Betreuungsgeld in Form von Barleistungen sollte zurückgenommen werden und eine einheitliche, aber finanzierbare Regelung bei der Rentenanrechnung eingeführt werden. Prof. Gabriel Felbermayr, Ph.D. Forschungsbereich Internationaler Handel, ifo Institut und Das ist ein fairer Schritt; warum sollte man Frauen mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden, anders behandeln? Prof. Dr. Ekkehart Schlicht Lehrstuhl am Seminar für Theorie und Politik der Einkommensverteilung, Dies gebietet die Fairness. Prof. Dr. Hans Jürgen Schlösser Zentrum für Ökonomische Bildung, Universität Siegen: Die 13 Milliarden müssen an anderer Stelle eingespart werden. PD Dr. Friedrich Heinemann Leiter des Forschungsbereichs Unternehmensbesteuerung und öffentliche Finanzwirtschaft, Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung Mannheim: Nachträgliche Anerkennungen haben keinerlei Anreizwirkungen mehr. Auch hat diese Müttergeneration nicht mit höheren Rentenleistungen aus der Kindererziehung gerechnet. Insofern sind diese Erhöhungen auch unter Fairnessgesichtspunkten nicht zwingend. 15

Prof. Dr. Günter Franke Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre insbesondere Internationales Finanzmanagement, Universität Konstanz: Kinder haben ist in erster Linie eine Familienangelegenheit, keine staatliche. Dr. Dirk H. Ehnts Gastdozent im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin: Die willkürliche Grenze 1992 ist nicht zu rechtfertigen. Prof. Dr. Peter Oberender ehemaliger Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftstheorie, Universität Bayreuth: 1992 als Stichtag ist willkürlich gewählt. Aus Gründen der Gleichbehandlung deshalb erforderlich. Prof. Dr. Bruno Schönfelder Lehrstuhl für Allgemeine VWL, TU Bergakademie Freiberg: Das ist ein Kontrapunkt zu der Neigung, Kindererziehung immer weiter zu sozialisieren. Prof. Dr. Aloys Prinz Institut für Finanzwissenschaft II, Westfälische Wilhelms-Universität Münster: Diese Maßnahme scheint stärker auf die Bundestagswahlen im nächsten Jahr ausgerichtet als sozialpolitisch motiviert zu sein. Dr. Klaus Schrüfer Leiter Investment Strategy, Santander Bank: Trotz relativ guter Konjunktur besteht kein Spielraum für neue staatliche soziale Leistungen. Frank Hübner Stellvertretender Chefvolkswirt, Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaA: Diese Ungleichbehandlung ist nicht akzeptabel. Die Frage ist aber grundsätzlich, ob die Anerkennung der Kindererziehung nicht eher über das Steuersystem und nicht die Rentenversicherung geleistet werden sollte. Prof. Dr. Martin Leschke Lehrstuhl VWL V Insb. Institutionenökonomik, Universität Bayreuth: Fragen der Gerechtigkeit werden in der Bevölkerung immer wichtiger. Daher kann man nicht nur in kurzfristiger Anreizsteuerung denken. Dr. Boris Augurzky Kompetenzbereichsleiter Gesundheit, Rheinisch-Westfälisches Institut für Wirtschaftsforschung e.v.: Es ist einfach kein Geld dafür da. Damit würden schon wieder neue Lasten geschaffen, die die Jungen von heute in 20 Jahren bezahlen müssen. Hört dieser Spuk nie auf? Prof. Dr. Andreas Freytag Lehrstuhl für Wirtschaftspolitik, Friedrich-Schiller-Universität Jena: Die staatlichen Budgets sind auch hierzulande großen (zukünftigen) Belastungen ausgesetzt. Weitere Wahlgeschenke senken den finanziellen Spielraum für die Zukunft weiter und verschärfen die Bedrohung. 16

Prof. Dr. Thomas Gries Lehrstuhl für Internationale Wachstums- und Konjunkturtheorie, Universität Paderborn: Warum soll eine Generation anders als eine andere behandelt werden. Prof. Dr. Juergen B. Donges Emeritus am Institut für Wirtschaftspolitik, Universität zu Köln: Die fiskalischen Kosten sprechen für sich: für ein Wahlgeschenk zu hoch! Prof. Dr. Martin Werding Lehrstuhl für Sozialpolitik, Ruhr-Universität Bochum: Die Berücksichtigung der Kindererziehung in einem umlagefinanzierten Rentensystem ist eine wichtige Errungenschaft. Von einer rückwirkenden Korrektur sind allerdings keine systemstabilisierenden Effekte mehr zu erwarten. Wenn man zeigen könnte, dass die erweiterte Anrechnung genau diejenigen Personen begünstigen, für die wegen Lücken in der Erwerbsbiographie mittelfristig das größte Risiko der Altersarmut besteht, während sie von Mindestrenten bei langer Erwerbstätigkeit nicht profitieren würden, könnte man die Maßnahmen unter verteilungspolitischen Aspekten erwägen. Aus finanziellen Gründen könnten aber auch dann nicht alle Umverteilungsmaßnahmen realisiert werden, die derzeit diskutiert werden. Prof. Dr. Horst Löchel German Centre of Banking and Finance, Frankfurt School of Finance & Management: Die jetzige Regelung erscheint willkürlich. Prof. Stephan Klasen, Ph.D. Lehrstuhl für Volkswirtschaftstheorie und Entwicklungsökonomik, Georg-August-Universität Göttingen: Es ist weiterhin der Fall, dass Familien mit Kindern, Alleinerziehende und Leute mit geringen Qualifikationen deutlich höhere Armutsquoten als Rentner (mit oder ohne Kindererziehung aufweisen). Von daher gibt es keinen Grund, die Situation der Rentner jetzt weiter zu verbessern. Prof. Dr. Wilfried Fuhrmann Lehrstuhl für Makroökonomische Theorie und Politik, Universität Potsdam: Das ist ein peinliches politisches Wahlkampfgeschenk und Indikator für eine kommende Umverteilungspolitik. Letztlich sinken die Renten später für alle! Prof. Dr. Oliver Holtemöller Professur für Volkswirtschaftslehre, insb. Makroökonomik und Ko-Interimspräsident des IWH, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH): Materiell kann ich das nicht beurteilen; ohne Ausgabenkürzungen an anderer Stelle besteht dafür aber kein Spielraum. Dr. Manfred Schweren Vorstand, PRIVALOR Vermögens-Management AG: Parteipolitisch induzierte Geschenke an die Bevölkerung zu Lasten der Rentenkasse können wir uns nicht mehr erlauben. Kommende Generationen werden es schwer genug haben, das aktuelle Rentenniveau zu halten, wenn das überhaupt möglich ist. 17

Prof. Dr. Martin Kocher Lehrstuhlinhaber, Verhaltensökonomik und experimentelle Wirtschaftsforschung, Das ist eine teure Maßnahme, die sozialpolitisch nicht treffsicher ist. Natürlich kann man andere Argumente neben den sozialpolitischen dafür finden, aber sie bleibt trotzdem sehr teuer. Dr. Michael Stahl Geschäftsführer Volkswirtschaft/Bildung, Arbeitgeberverband Gesamtmetall: Die Rentenfinanzen bieten keinen Spielraum für zusätzliche Ansprüche, zumal mit dieser Maßnahme auch keine familienpolitischen Ziele verfolgt werden können. Prof. Dr. Thomas Huth Institut für VWL, Universität Lüneburg: Die Gleichstellung ist sozial geboten. Prof. Dr. Michael Braulke Lehrstuhl für VWL-Außenwirtschaft, Universität Osnabrück: Die bisherige Ungleichbehandlung ist ein Skandal. Prof. Dr. Dr. h.c. Franz Peter Lang Institut für Volkswirtschaftslehre, TU Braunschweig: Ganz einfach wegen der sozialen Gerechtigkeit! Prof. Dr. Bernd Raffelhüschen Leiter des Instituts für Finanzwissenschaft I, Albert-Ludwigs- Universität Freiburg: Das Geschenk wäre schuldenfinanziert und ist daher keines! Prof. Dr. Oskar Kurer Institut für Wirtschaftswissenschaft, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg: Das Rentensystem ist jetzt schon völlig überfordert. Eine Erhöhung der Leistungen ist verantwortungslos. Dr. Alfred Boss Forschungsbereich Das Wohlfahrtssystem", Institut für Weltwirtschaft Kiel: Die Ausweitung der Rentenansprüche würde es erforderlich machen, den Beitragssatz über das ohnehin absehbare Maß hinaus zu erhöhen mit negativen Folgen für Wachstum und Beschäftigung. Prof. Dr. Horst Schellhaaß em. Professor, Universität zu Köln: Dies sollte nicht auf Kosten der Rentenkasse geschehen. 18