RAUS AUS DER GAUSSKURVE

Ähnliche Dokumente
VON UNWIRKSAMKEITEN UND UNVERTRÄGLICHKEITEN. Medikamentöse Therapien im genetischen Fokus. Pressekonferenz Therapiesicherheit Tamoxifen

Mehr Therapiesicherheit durch DNA-Diagnostik Informationsveranstaltung der saar.is & Gesundheitsregion Saar Saarbrücken, 27.

Antidepressiva Risiko Suizidalität, Suizid

Gendiagnostik für eine individualisierte Therapie

diesen darf übrigens jeder Arzt veranlassen, dazu muss man keineswegs Humangenetiker

Chancen und Grenzen einer individualisierten Arzneimitteltherapie

Mehr Therapiesicherheit durch DNA-Analyse

Internationaler Vergleich der Antidepressiva-Therapie bei Kindern und Jugendlichen

Pharmakogenetik der Cytochrom P450 Enzyme

Antidepressiva: Einheitliche Warnhinweise zum erhöhten Risiko für suizidales Verhalten bei jungen Erwachsenen

2 Schwangerschaft und Entbindung bei psychischer Erkrankung... 7

CYP2D6 und der Östrogenrezeptor

wann er die CYP-Genotypisierung im Rahmen einer Depressionstherapie für sinnvoll hält.

Therapeutisches Drug Monitoring (TDM) am Beispiel Psychopharmaka. Prof. Dr. Christoph Hiemke

Acetaminophen F (Paracetamol) N-Acetylprocainamid F (NAPA) Acetylsalicylsäure F. Ajmalin F. Amantadin F. Amikacin F. Amiodaron.

Rehazentrum Bad Dürrheim Klinik Hüttenbühl der Deutschen Rentenversicherung Bund. Vortrag zum Thema: Psychopharmaka

Grundlagen der Neuropsychopharmakologie &

schwierige und langwierige Präparate- in Einklang zu bringen. Ein Hilfsmittel

Medikamentöse Therapiestrategien bei Therapie-resistenter Depression

a) Citalopram b) Desipramin c) Nortryptilin d) Mianserin e) Reboxetin

Interaktionspotenzial bei Psychopharmaka Verordnungen

Johanniskraut Metaanalyse 2005

Depression. Fühlen Sie sich in letzter Zeit ständig lustlos und haben Mühe, die Alltagsaufgaben zu bewältigen? RANA Pharma Solutions

allesgute :) stada-diagnostik.de

Probleme mit Psychopharmaka im Verlauf der Altersphasen

ANTIDEPRESSIVA. Monoaminhypothese der Depression

Medikamentöse Behandlung von Depressionen

Brustkrebspatientinnen individuell angepasste adjuvante, antihormonelle Therapie

Antidepressiva. Pharmakologie, therapeutischer Einsatz und Klinik der Depressionen. Medizinisch-pharmakologisches Kompendium Band 5

Fallvignette. Unipolare Depression. Frau K., 32 J., Einweisung nach Suizidversuch mit Tabletten und Alkohol, dritte stationäre Aufnahme.

Pressemitteilung der EMEA vom in deutscher Übersetzung:

Depression, Angst und Zwang- SSRI + weitere Substanzen. Paul L. Plener

Leuphana Universität Lüneburg. Verordnungspraxis von Antidepressiva bei älteren und jüngeren Patienten Eine Routinedatenauswertung

Post-OP Therapie des Oestrogenrezeptor+ Mamma-Ca. 2. Aromatasehemmer Hemmung des Enzyms Aromatase, das Androgene in Oestrogene umwandelt

Beschluss. I. Die Anlage XII wird in alphabetischer Reihenfolge um den Wirkstoff Vortioxetin wie folgt ergänzt:

Bekanntmachung über die Registrierung und Zulassung von Arzneimitteln

Medikamentöse und andere biologische Behandlungsansätze

Katalog zur Inhaltsanalyse von Fachinformationen bezüglich Therapeutischem Drug Monitoring (TDM)

Psychopharmakotherapie im Alter

Unerwünschte Wirkungen bei der Behandlung mit Antidepressiva

2

/ November 2008

Universitäres Partnerspital der Med. Fakultät Basel. Therapie der Depression

Cytochrom P450 Iso Enzym 2C19 (CYP2C19) Genotypisierung Molekulare Untersuchung des Clopidogrel Ansprechens

Psychopharmakotherapie im Rahmen der Schmerztherapie

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Depression im Alter. Angelika Karl

Therapeutisches Drug Monitoring der Antidepressiva Amitriptylin, Clomipramin, Doxepin und Maprotilin unter naturalistischen Bedingungen

Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doktorwürde der Medizinischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg

in den Händen des Apothekers:

Meilenstein in der personalisierten Medizin FDA-Zulassung für Pertuzumab beim HER2-positiven metastasierten Mammakarzinom

AGNP-Konsensus-Leitlinien für therapeutisches Drug-Monitoring in der Psychiatrie: Update 2011*

Therapeutisches Drug Monitoring in der Psychiatrie TDM

Antidepressiva Fakten und Mythen

Anhang III. Änderungen der relevanten Abschnitte der Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels und der Packungsbeilage

Inhalt. Die wichtigsten Grundregeln der Reproduktions toxikologie 1. Wirkstoffe nach Indikationen Herz, Kreislauf Schmerzen...

Zentral dämpfende Pharmaka

Im Verlauf von Demenzerkrankungen treten sehr häufig Verhaltensauffälligkeiten auf. Diese können das Zusammenleben mit Demenzerkrankten massiv

Interaktionen von Psychopharmaka mit somatischen Medikamenten

Apotheker als Partner in der Arzneimittelsicherheit Christian Hoffmann Apothekerkammer Hamburg

Personalisierte Medizin Das Beispiel Antidepressiva

der antidepressiven Therapie

Therapeutisches Drug-Monitoring in der Psychiatrie

Neues zur Behandlung der Depression: Fokus auf chronobiologische Therapieansätze

Altersdepression. Fragen. Diagnose Depression - 1

Rauchstopp. A. Deman/Medizinische Poliklinik M. Liechti/Klinische Pharmakologie

Psychopharmakotherapie griffbereit

Dr. Katrin Reuter. Markus Birmele. Dr. Martina Prinz- Zaiss. Textfeld

Pharmakovigilanz Herausforderung für die KJP

Helfen Sie Ihren Patienten aus dem Dauertief!

Labordiagnostik der Benzodiazepinabhängigkeit

26 Psychopharmakotherapie Pharmakologische Grundlagen

Medikamenteneinnahme während der Stillzeit: Weiterstillen, Stillpausen, Abstillen?

Häufigste Arzneimittelwechselwirkungen in der Palliativmedizin. Eckhard Beubler Institut für Exp. & Klin. Pharmakologie Medizinische Universität Graz

Morgens vor der ersten Medikamenteneinnahme (d.h. im Talspiegel).

Arzneimittelfachinformation

Allgemeines zur psychopharmakologischen Therapie und zu sonstigen biologisch fundierten Verfahren

Labortests für Ihre Gesundheit. Therapie nach Maß 26

Komplexität der oralen Tumortherapie. Justyna Rawluk

Depression im Alter. Dr. M. Schifferdecker Fliedner Krankenhaus Ratingen 11/01. NW/Pharmakogenetik Dassow 1. Epidemiologie in in Deutschland

Diagnostik STADA. Statine Schulungsunterlagen. allesgute :) stada.de

Polypharmakotherapie ein Dilemma der modernen Medizin?

Antidepressiva im Alter

Arzneimittelinteraktionen bei bipolaren Störungen

Eine Informationsbroschüre für Patienten mit Nervenschmerzen durch Diabetes. Diabetische Polyneuropathie - was ist das?

Depression: "Ich sehe alles grau, bin ich krank?" Prof. Dr. med. Ulrich Voderholzer, Prien am Chiemsee

Block 11 Seminar Pharmakologie Pharmakotherapie Blutgerinnung

Therapieresistente Depression

Differentialindikation Antidepressiva und Antipsychotika

Evidenzbasierte und unabhängige Antidepressiva-Therapie

Frauen und HIV. Marianne Rademacher. Referentin für Prävention für Weibliche Sexarbeit/Frauen im Kontext von HIV, STI und Hepatitis der DAH e.v.

Therapie depressiver Syndrome

Krank durch Nebenwirkungen

Genetische Unterschiede beeinflussen die Wirkung von Anti-Brechmitteln

Zur Therapie der Zwangsstörung

Antidepressiva zählen zu den kritischen Indikationen 1. Die Erstverordnung Ihre Beratung ist gefragt 2

Anlage 3: Arbeitshilfe zum Umgang mit Multimedikation Stand:

Transkript:

RAUS AUS DER GAUSSKURVE Stratifizierte Arzneimitteltherapie im Apotheken-Alltag Prof. Theo Dingermann Institut für Pharmazeutische Biologie Biozentrum Max-von Laue-Str. 9 60438 Frankfurt am Main Dingermann@em.uni-frankfurt.de 02/12/12 Disclaimer Ich bin Mitglied des Aufsichtsrats der Firma Humatrix AG, die auf meine Anregung hin Testsysteme für eine stratifizierte Arzneimitteltherapie entwickelt. Ich bin nicht an den Umsätzen der Firma Humatrix AG oder der Firma Axeleris Pharma GmbH, dem Vertriebspartner der Humatrix AG, beteiligt. Ich bin ferner Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Firma Humatrix. 1

Der Interaktions-Check Der Interaktions-Check 2

Der Interaktions-Check Die Erklärung http://medicine.iupui.edu/clinpharm/ddis/main-table 3

Die Erklärung http://medicine.iupui.edu/clinpharm/ddis/main-table Die Erklärung Omeprazol 4

Die Erklärung Die Erklärung 5

Die Erklärung Die klassische Diagnostik Klassische Diagnostik: Erkennen von Krankheiten 6

Die neue Diagnostik Molekulare Diagnostik: Erkennen von Krankheiten Erkennen von Krankheitsrisiken Vorhersage von Arzneimittel-Wirksamkeit Arzneimittel-Verträglichkeit Das Arzneimittel bekommt seine Diagnostik Nur wenig beachtet: Arzneimittel interagieren mit einer Vielzahl anderer Strukturen, die mit der zu behandelnden Krankheit nichts zu tun haben. 7

Das Arzneimittel bekommt seine Diagnostik ABC-Transporter, z.b. ABCB1 ABCG2 Das Arzneimittel bekommt seine Diagnostik Einwärts-Transporter, z.b. OATP2B1 OATP1B1/SLCO1B1 OATP1B3 8

Das Arzneimittel bekommt seine Diagnostik Abbauende und/oder detoxifizierende Enzyme, z.b. DPYD TMT NAT2 Das Arzneimittel bekommt seine Diagnostik Co-Substrat-Recycler, z.b. VKORC1 9

Das Arzneimittel bekommt seine Diagnostik Modifizierende Enzyme, z.b. Phase-I-Enzyme Phase-II-Enzyme Alle diese Strukturen sind polymorph Diese Eigenschaften ergeben sich aus Buchstabenvariationen. Sie sind ererbt und sind somit in allen Zellen abgespeichert. 10

SNPs und Arzneimittelwirksamkeit wirksam SNPs und Arzneimittelwirksamkeit wirksam partiell wirksam 11

SNPs und Arzneimittelwirksamkeit wirksam partiell wirksam unwirksam Responder vs. Non-Responder 12

SNPs und Arzneimittelwirksamkeit verträglich SNPs und Arzneimittelwirksamkeit verträglich problematisch 13

SNPs und Arzneimittelwirksamkeit verträglich problematisch unverträglich Stratifizierte Arzneimitteltherapie Auswahl eines Arzneimittels aus dem allgemeinen Arzneimittelschatz, wobei sowohl molekulare Charakteristika der Krankheit als auch die individuelle Ausstattung des Patienten mit Enzymen berücksichtigt werden, die für Arzneimittel relevant sind. Responder Non-Responder ADR-Responder 14

Konsequenzen der CYP450-Polymorphismen CYP- Phänotyp Definition Mögl. Konsequenz bei Verabreichung einer aktiven Substanz Mögl. Konsequenz bei Verabreichung eines Prodrugs Langsame (PM) Intermediäre (IM) Extensive (EM) Ultraschnelle (UM) Keine Enzymaktivität: Zwei inaktive Allele Verminderte Enzymaktivität: Nur ein inaktives Allel oder zwei mutierte Allele Normale Enzymaktivität: Zwei Wildtyp-Allele Sehr hohe Enzymaktivität: Amplifizierte aktive Allele Mehr Nebenwirkungen bei der normalen Dosis, da reduzierter Metabolismus und erhöhte Plasmakonzentration Ähnliche, aber abgeschwächte Konsequenzen wie bei PM Erwartetes Ansprechen auf die Standarddosis Kein Ansprechen auf die Therapie! Wegen zu schneller Metabolisierung lassen sich therapeutische Plasmakonzentrationen mit der Standarddosis nicht erreichen. Kein Ansprechen auf die Therapie, da weniger aktiver Metabolit als erwartet Ähnliche, aber abgeschwächte Konsequenzen wie bei PM Erwartetes Ansprechen auf die Standarddosis Mehr Nebenwirkungen bei der normalen Dosis, da erhöhte Plasmakonzentration des aktiven Metaboliten Konsequenzen der CYP450-Polymorphismen CYP- Phänotyp Definition Mögl. Konsequenz bei Verabreichung einer aktiven Substanz Mögl. Konsequenz bei Verabreichung eines Prodrugs Langsame (PM) Intermediäre (IM) Extensive (EM) Ultraschnelle (UM) Keine Enzymaktivität: Zwei inaktive Allele Verminderte Enzymaktivität: Nur ein inaktives Allel oder zwei mutierte Allele Normale Enzymaktivität: Zwei Wildtyp-Allele Sehr hohe Enzymaktivität: Amplifizierte aktive Allele Mehr Nebenwirkungen bei der normalen Dosis, da reduzierter Metabolismus und erhöhte Plasmakonzentration Ähnliche, aber abgeschwächte Konsequenzen wie bei PM Erwartetes Ansprechen auf die Standarddosis Kein Ansprechen auf die Therapie! Wegen zu schneller Metabolisierung lassen sich therapeutische Plasmakonzentrationen mit der Standarddosis nicht erreichen. Kein Ansprechen auf die Therapie, da weniger aktiver Metabolit als erwartet Ähnliche, aber abgeschwächte Konsequenzen wie bei PM Erwartetes Ansprechen auf die Standarddosis Mehr Nebenwirkungen bei der normalen Dosis, da erhöhte Plasmakonzentration des aktiven Metaboliten 15

Konsequenzen der CYP450-Polymorphismen CYP- Phänotyp Definition Mögl. Konsequenz bei Verabreichung einer aktiven Substanz Mögl. Konsequenz bei Verabreichung eines Prodrugs Langsame (PM) Intermediäre (IM) Extensive (EM) Ultraschnelle (UM) Keine Enzymaktivität: Zwei inaktive Allele Verminderte Enzymaktivität: Nur ein inaktives Allel oder zwei mutierte Allele Normale Enzymaktivität: Zwei Wildtyp-Allele Sehr hohe Enzymaktivität: Amplifizierte aktive Allele Mehr Nebenwirkungen bei der normalen Dosis, da reduzierter Metabolismus und erhöhte Plasmakonzentration Ähnliche, aber abgeschwächte Konsequenzen wie bei PM Erwartetes Ansprechen auf die Standarddosis Kein Ansprechen auf die Therapie! Wegen zu schneller Metabolisierung lassen sich therapeutische Plasmakonzentrationen mit der Standarddosis nicht erreichen. Kein Ansprechen auf die Therapie, da weniger aktiver Metabolit als erwartet Ähnliche, aber abgeschwächte Konsequenzen wie bei PM Erwartetes Ansprechen auf die Standarddosis Mehr Nebenwirkungen bei der normalen Dosis, da erhöhte Plasmakonzentration des aktiven Metaboliten Konsequenzen der CYP450-Polymorphismen CYP- Phänotyp Definition Mögl. Konsequenz bei Verabreichung einer aktiven Substanz Mögl. Konsequenz bei Verabreichung eines Prodrugs Langsame (PM) Intermediäre (IM) Extensive (EM) Ultraschnelle (UM) Keine Enzymaktivität: Zwei inaktive Allele Verminderte Enzymaktivität: Nur ein inaktives Allel oder zwei mutierte Allele Normale Enzymaktivität: Zwei Wildtyp-Allele Sehr hohe Enzymaktivität: Amplifizierte aktive Allele Mehr Nebenwirkungen bei der normalen Dosis, da reduzierter Metabolismus und erhöhte Plasmakonzentration Ähnliche, aber abgeschwächte Konsequenzen wie bei PM Erwartetes Ansprechen auf die Standarddosis Kein Ansprechen auf die Therapie! Wegen zu schneller Metabolisierung lassen sich therapeutische Plasmakonzentrationen mit der Standarddosis nicht erreichen. Kein Ansprechen auf die Therapie, da weniger aktiver Metabolit als erwartet Ähnliche, aber abgeschwächte Konsequenzen wie bei PM Erwartetes Ansprechen auf die Standarddosis Mehr Nebenwirkungen bei der normalen Dosis, da erhöhte Plasmakonzentration des aktiven Metaboliten 16

Konsequenzen der CYP450-Polymorphismen CYP- Phänotyp Definition Mögl. Konsequenz bei Verabreichung einer aktiven Substanz Mögl. Konsequenz bei Verabreichung eines Prodrugs Langsame (PM) Intermediäre (IM) Extensive (EM) Ultraschnelle (UM) Keine Enzymaktivität: Zwei inaktive Allele Verminderte Enzymaktivität: Nur ein inaktives Allel oder zwei mutierte Allele Normale Enzymaktivität: Zwei Wildtyp-Allele Sehr hohe Enzymaktivität: Amplifizierte aktive Allele Mehr Nebenwirkungen bei der normalen Dosis, da reduzierter Metabolismus und erhöhte Plasmakonzentration Ähnliche, aber abgeschwächte Konsequenzen wie bei PM Erwartetes Ansprechen auf die Standarddosis Kein Ansprechen auf die Therapie! Wegen zu schneller Metabolisierung lassen sich therapeutische Plasmakonzentrationen mit der Standarddosis nicht erreichen. Kein Ansprechen auf die Therapie, da weniger aktiver Metabolit als erwartet Ähnliche, aber abgeschwächte Konsequenzen wie bei PM Erwartetes Ansprechen auf die Standarddosis Mehr Nebenwirkungen bei der normalen Dosis, da erhöhte Plasmakonzentration des aktiven Metaboliten Alles Wissen an einer Stelle 17

Antidepressiva paradigmatisch für eine Optimierung durch Stratifizierung Wirkstoffgruppen: Trizyklika, SSRIs, SSNRIs Wirkstoffe: Amitriptylin, Citalopram, Clomipramin, Desipramin, Doxepin, Duloxetin, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Imipramin, Mirtazapin, Moclobemid, Nortriptylin, Paroxetin, Sertralin, Trimipramin, Venlafaxin. Antidepressiva: paradigmatisch für eine Optimierung durch Stratifizierung Wirkstoff ABCB1-Substrat CYP2C19-Substrat CYP2D6-Substrat Amitriptylin + + + + Citalopram + + + Clomipramin + + + + Desipramin + Doxepin + + + Escitalopram + + Fluoxetin + + + Fluvoxamin + + Imipramin + + + + Mitrazapin + + Moclobemid + Nortryptilin + + + Paroxetin + + + Sertralin + + + + Trimipramin + + Venlafaxin + + +: Guideline des Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium (CPIC) +: Guideline der Dutch Pharmacogenetics Working Group (DPWG) 18

Antidepressiva: paradigmatisch für eine Optimierung durch Stratifizierung Metabolismus von Imipramin/Desipramin durch die polymorphen Cytochrom-P450- Isoenzyme CYP2C19 und CYP2D6 beispielhaft für etliche andere Trizyklika. Antidepressiva: paradigmatisch für eine Optimierung durch Stratifizierung Dosisempfehlungen des Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium (CPIC) für die Trizyklika Amitriptylin, Clomipramin, Doxepin, Imipramin, und Trimipramin sowie die aktiven Metabolite Desipramin und Nortriptylin auf Basis der CYP2C19-Phänotypen (Hicks et al., 2013). Phänotyp Konsequenz Empfehlung (Grad der Empfehlung) CYP2C19 UM Verstärkte Metabolisierung der Trizyklika zu weniger aktiven Verbindungen verglichen zu extensiven n (EM). Vom Einsatz von Trizyklika sollte abgesehen werden (optional). Kann auf ein Trizyklikum nicht verzichtet werden, sollte die Therapie durch ein therapeutisches Drug- Monitoring kontrolliert werden. 19

Antidepressiva: paradigmatisch für eine Optimierung durch Stratifizierung Dosisempfehlungen des Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium (CPIC) für die Trizyklika Amitriptylin, Clomipramin, Doxepin, Imipramin, und Trimipramin sowie die aktiven Metabolite Desipramin und Nortriptylin auf Basis der CYP2C19-Phänotypen (Hicks et al., 2013). Phänotyp Konsequenz Empfehlung (Grad der Empfehlung) CYP2C19 IM Abgeschwächte Metabolisierung der Trizyklika zu weniger aktiven Verbindungen verglichen zu extensiven n (EM). Therapiebeginn mit der empfohlenen Dosis (stark). Antidepressiva: paradigmatisch für eine Optimierung durch Stratifizierung Dosisempfehlungen des Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium (CPIC) für die Trizyklika Amitriptylin, Clomipramin, Doxepin, Imipramin, und Trimipramin sowie die aktiven Metabolite Desipramin und Nortriptylin auf Basis der CYP2C19-Phänotypen (Hicks et al., 2013). Phänotyp Konsequenz Empfehlung (Grad der Empfehlung) CYP2C19 PM Deutlich abgeschwächte Metabolisierung der Trizyklika zu weniger aktiven Verbindungen verglichen zu extensiven n (EM). Deutlich höhere Plasma-Konzentrationen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für UAWs signifikant. Zu Therapiebeginn wird eine Reduzierung der Anfangsdosis um 50 % empfohlen (moderat). Ferner sollte die Therapie durch ein therapeutisches Drug-Monitoring kontrolliert werden. 20

Antidepressiva: paradigmatisch für eine Optimierung durch Stratifizierung Dosisempfehlungen des Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium (CPIC) für die Trizyklika Amitriptylin, Clomipramin, Doxepin, Imipramin, und Trimipramin sowie der Metabolite Desipramin und Nortriptylin auf Basis der CYP2D6-Phänotypen (Hicks et al., 2013). Phänotyp Konsequenz Empfehlung (Grad der Empfehlung) CYP2D6 UM Verstärkte Metabolisierung der Trizyklika zu weniger aktiven Verbindungen verglichen zu extensiven n (EM). Vom Einsatz von Trizyklika absehen, da diese wegen der schnellen Inaktivierung nicht ausreichend wirksam sein können (stark). Zu niedrige Plasmakonzentrationen machen ein Therapieversagen wahrscheinlich. Kann auf ein Trizyklikum nicht verzichtet werden, sollte eine höhere Anfangsdosis in Betracht gezogen werde. Gegebenenfalls sollte die Therapie durch ein therapeutisches Drug- Monitoring kontrolliert werden. Antidepressiva: paradigmatisch für eine Optimierung durch Stratifizierung Dosisempfehlungen des Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium (CPIC) für die Trizyklika Amitriptylin, Clomipramin, Doxepin, Imipramin, und Trimipramin sowie der Metabolite Desipramin und Nortriptylin auf Basis der CYP2D6-Phänotypen (Hicks et al., 2013). Phänotyp Konsequenz Empfehlung (Grad der Empfehlung) CYP2D6 IM Abgeschwächte Metabolisierung der Trizyklika zu weniger aktiven Verbindungen verglichen zu extensiven n (EM). Höhere Plasma-Konzentrationen der Trizyklika erhöhen das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen (UAW). Eine Reduzierung der Anfangsdosis um 25 % sollte in Erwägung gezogen werden. Gegebenenfalls sollte die Therapie durch ein therapeutisches Drug- Monitoring kontrolliert werden (moderat). 21

Antidepressiva: paradigmatisch für eine Optimierung durch Stratifizierung Dosisempfehlungen des Clinical Pharmacogenetics Implementation Consortium (CPIC) für die Trizyklika Amitriptylin, Clomipramin, Doxepin, Imipramin, und Trimipramin sowie der Metabolite Desipramin und Nortriptylin auf Basis der CYP2D6-Phänotypen (Hicks et al., 2013). Phänotyp Konsequenz Empfehlung (Grad der Empfehlung) CYP2D6 PM Deutlich abgeschwächte Metabolisierung der Trizyklika zu weniger aktiven Verbindungen verglichen zu extensiven n (EM). Deutlich höhere Plasma-Konzentrationen erhöhen die Wahrscheinlichkeit für UAWs deutlich. Auf den Einsatz von Trizyklika sollte wegen der möglich UAWs verzichtet werden. Stattdessen sollten Wirkstoffe gewählt werden, die nicht über CYP2D6 metabolisiert werden (stark). Kann auf ein Trizyklikum nicht verzichtet werden, sollte eine Reduzierung der Anfangsdosis um 50 % in Erwägung gezogen werden. Die Therapie sollte durch ein therapeutisches Drug-Monitoring kontrolliert werden. Antidepressiva: paradigmatisch für eine Optimierung durch Stratifizierung Dosisempfehlungen der Dutch Pharmacogenetics Working Group (DPWG) für das Trizyklikum Imipramin und das Tetrazyklikum Mirtazapin, auf Basis der CYP2D6-Phänotypen (Swen et al., 2011). Phänotyp Imipramin Doxepin CYP2D6 UM Nicht ausreichende Daten, um eine Dosisempfehlung zu geben. Möglichst einen alternativen Wirkstoff (z.b. Citalopram, Sertralin) verordnen oder die Plasmaspiegel von (E-10- hydroxy)-amitriptylin kontrollieren. Möglichst einen alternativen Wirkstoff (z.b. Citalopram, Sertralin) verordnen oder Anfangsdosis um 100 % erhöhen. Anpassung der Erhaltungsdosis an die durch TDM ermittelten (Nor)-Doxepin-Plasmakonzentrationen. 22

Antidepressiva: paradigmatisch für eine Optimierung durch Stratifizierung Dosisempfehlungen der Dutch Pharmacogenetics Working Group (DPWG) für das Trizyklikum Imipramin und das Tetrazyklikum Mirtazapin, auf Basis der CYP2D6-Phänotypen (Swen et al., 2011). Phänotyp Imipramin Doxepin CYP2D6 IM Anfangsdosis um 25% reduzieren und Plasmaspiegel kontrollieren oder einen alternativen Wirkstoff (z.b. Citalopram, Sertralin) verordnen. Anfangsdosis um 20% reduzieren. Anpassung der Erhaltungsdosis an die durch TDM ermittelten (Nor)-Doxepin-Plasmakonzentrationen. Antidepressiva: paradigmatisch für eine Optimierung durch Stratifizierung Dosisempfehlungen der Dutch Pharmacogenetics Working Group (DPWG) für das Trizyklikum Imipramin und das Tetrazyklikum Mirtazapin, auf Basis der CYP2D6-Phänotypen (Swen et al., 2011). Phänotyp Amitryptilin Doxepin CYP2D6 PM Nicht ausreichende Daten, um eine Dosisempfehlung zu geben. Möglichst einen alternativen Wirkstoff (z.b. Citalopram, Sertralin) verordnen oder die Plasmaspiegel von Amitriptylin und Nortriptylin kontrollieren. Anfangsdosis um 60% reduzieren. Anpassung der Erhaltungsdosis an die durch TDM ermittelten (Nor)-Doxepin-Plasmakonzentrationen. 23

Antidepressiva: paradigmatisch für eine Optimierung durch Stratifizierung Stratipharm Ein Diagnostiksystem als Basis für die stratifizierte Arzneimitteltherapie 24

Stratipharm Ein Diagnostiksystem als Basis für die stratifizierte Arzneimitteltherapie Stratipharm: Genprofil T.D. 25

Stratipharm: Problemmedikamente T.D. Stratipharm: Problemmedikamente T.D. 26

Stratipharm: Problemmedikamente T.D. Stratipharm: Problemmedikamente T.D. 27

Stratipharm: Problemmedikamente T.D. Stratipharm: Problemmedikamente T.D. 28

Stratipharm: Problemmedikamente T.D. Stratipharm: Problemmedikamente T.D. 29

Stratipharm: Problemmedikamente T.D. RAUS AUS DER GAUSSKURVE Stratifizierte Arzneimitteltherapie im Apotheken-Alltag Prof. Theo Dingermann Institut für Pharmazeutische Biologie Biozentrum Max-von Laue-Str. 9 60438 Frankfurt am Main Dingermann@em.uni-frankfurt.de 02/12/12 30