Aus BS OHSAS wird 2016 ISO 45001

Ähnliche Dokumente
I SO ISO DQS DQS

Zuordnung der Anforderungen der DIN EN ISO 9001:2015 im QMS-Reha

ISO 9001: Einleitung. 1 Anwendungsbereich. 2 Normative Verweisungen. 4 Qualitätsmanagementsystem. 4.1 Allgemeine Anforderungen

ÄNDERUNGEN UND SCHWERPUNKTE

QM nach DIN EN ISO 9001:2015. copyright managementsysteme Seiler Tel:

Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9000ff

Fachbereich Organisation des Arbeitsschutzes

BS OHSAS 18001:2007 BS OHSAS Schulung durch Produktmanager (PM) TÜV SÜD Management Service GmbH

Übersicht über ISO 9001:2000

11. Westsächsisches Umweltforum 12. November 2015, Meerane. Informationen zur Revision der DIN EN ISO 14001:2015

Managementsystems (IMS) (Forderungen von ISO und OHSAS 18001) DQS GmbH DQS GmbH

abcd abc LRQA Webinar DIN SPEC der neue Standard zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement

HERZLICH WILLKOMMEN. Revision der 9001:2015

Arbeitsschutz-Partnerfirmen-Management

Managementsysteme und Arbeitssicherheit

3. Kongress der Umweltbeauftragten. Umweltmanagement. Wesentliche Änderungen durch die Revision ISO

Überblick über Arbeitsschutzmanagementsysteme

WER ist er? Was macht er? Was will er?

Herzlich Willkommen Thema Arbeitsschutzmanagementsysteme (AMS) Einführung. Warum beschäftigen wir uns mit AMS?

Auditprogramm für die Zertifizierung. von Qualitätsmanagementsystemen. in Apotheken

Know-How für die Medizintechnik

Leitfaden für einen erfolgreichen Übergang von ISO 9001:2008 zu ISO 9001:2015

Die neue ISO 9001:2015 Neue Struktur

Systematischer Arbeitsschutz im Baubetrieb AMS BAU

Der Weg zur gerichtsfesten Organisation!

Kundeninformation DIN EN ISO 9001: die nächste große Normenrevision

Produktinformation zum Thema OHSAS 18001

gegen Pflichtverletzungen Managementsysteme Integration von Managementsystemen für Qualität, Umweltschutz und Arbeitssicherheit

Informationen zum QM-System

Brancheninfotag Revision der ISO 9001 Änderungen und Auswirkungen

Vergleich ISO 9001:2008 zu ISO/DIS 9001:2014

Regionalkreise DGQ OWL & AK OWL Mitarbeiterideen

DQS-Forum Arbeits- und Gesundheitsschutz für Profis. 15. November 2011 München

Information zur Revision der ISO Sehr geehrte Damen und Herren,

Betriebliches Gesundheitsmanagement Anforderung nach DIN SPEC Schloss Herrenhausen, , Hannover

ISO QM-Dienstleistungen Holger Grosser Simonstr Fürth Tel: 0911/

Arbeitsschutztag Eckpunkte für die Entwicklung und Bewertung. von AMS-Konzepten. Bundesarbeitsblatt 2/99 Seite 43 bis 46

Einführung von Umweltmanagementsystemen (unter Berücksichtigung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes) DQS GmbH DQS GmbH

Das GDA-Arbeitsprogramm ORGANISATION

Aktuelle Informationen zur Revision der ISO 14001:2015 Umwelt Forum Saar Franz-Josef-Röder-Straße 9, Saarbrücken

Informationsveranstaltung von InnovaKom. Revision der ISO 9001 aus Zertifizierersicht. 27. August 2015, Paderborn

6 Teilnehmerunterlage (nur auf CD-ROM)

TÜV NORD CERT GmbH DIN EN ISO 9001:2015 und Risikomanagement Anforderungen und Umsetzung

Interne und externe Auditierung von Umwelt- und Arbeitsschutzmanagementsystemen

Bestandsaufnahme AMS Arbeitsschutz mit System

Kundencheckliste zur DIN EN ISO 9001

01050 Methodischer Aufbau eines Arbeitsschutzmanagementsystems

Arbeitsschutz als ein Teil von integrierten Managementsystemen

Integrierte und digitale Managementsysteme

Arbeitsschutzmanagement- Mit System sicher zum Erfolg

Arbeitsschutz mit System zum Erfolg

Kundeninformation zu den Änderungen der ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015

Alle Neuerungen auf einen Blick

Information zur Revision ISO (14001:2015)

ISO Revisions. ISO Revisions. ISO 9001 Whitepaper. Die Änderungen verstehen. Annäherung an die Änderungen

MANAGEMENTSYSTEME - EIN GEWINN FÜR VERANTWORTLICHE?

abcd LRQA Webinar DIN SPEC der neue Standard zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Umweltmanagementsystem & Energiemanagementsystem

Finanzielle Anreize für Prävention und Qualitätsmanagement Das Modell der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege

Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement

Produktvorstellung. Seiler. Regelwerk 18001:2007 / OHSAS. Zielgruppe: Alle Unternehmen, welche ein Arbeitsschutzsystem aufbauen möchten

Die Neuerungen bei den Anforderungen nach dem DStV-Qualitätssiegel. Anforderungen nach dem DStV-Qualitätssiegel

Die Neue Revision der ISO 9001:2015

Gegenüberstellung ISO 9001:2015 ISO 9001:2008

AMS BAU. das Konzept der BG BAU. Arbeitsschutz mit System Dipl. oec. troph. Petra Engelke Braunschweig, den

Prozessorientierte Zertifizierung - Nachhaltigkeitsorientierte Zertifizierung Unterschied aus Sicht der Hersteller

Neue Norm Was nun? 3-teilige Veranstaltungsreihe zur Revision der DIN EN ISO 9001:2015

Release: 001 Stand 02.Juni 2003 Stand:

2.3 Aufgaben und Befugnisse Führungsaufgaben

Qualität auf einen Blick. Zertifi zierung nach DIN EN ISO 9001:2015. TÜV SÜD Management Service GmbH

Betriebliches Gesundheitsmanagement (A91)

Die neue DIN EN ISO 9001:2015. Struktur-Inhalt-Änderungen

Gegenüberstellung von ISO 9001:2015 und ISO 9001:2008

4 A&G Management Elemente (nur Teil 1)

Kundeninformation Revision der ISO 9001:2015

ISO 9001:2015 REVISION. Die neue Struktur mit veränderten Schwerpunkten wurde am 23. September 2015 veröffentlicht und ist seit

ISO Zertifizierung

Ganzheitliche Integration themenspezifischer Managementsysteme

DGQ Regionalkreis Hannover

01./ , Erkner, Forum 10

In Scope I wird zwischen drei möglichen Zertifikaten unterschieden:

Die Umsetzung des gesetzlichen Auftrags zum Arbeitsschutz ist mehr als die Erfüllung einer Pflichtaufgabe

Was geht Qualitätsmanagement/ Qualitätsicherung die Physiotherapeutenan? Beispiel einer zertifizierten Abteilung

Aktuelles zur Revision der ISO 9001:2015

AMS BAU Arbeitsschutz mit System. Dipl.-Ing. Ludwig Donker BG BAU

Sicherheitsmanagement. Integration des Arbeits-/ Gesundheitsschutzes. in das Qualitätsmanagement

QM-Handbuch. Kurzversion für Psychotherapie- und andere Einzelpraxen Oktober 2015

Handlungshilfe Selbstcheck Sicherheit und Gesundheit - Schule -

Managementsystems (IMS) (Schwerpunkte der DQS-Auditierung) DQS GmbH DQS GmbH

Ingenieurbüro Lippitsch. Arbeitssicherheit Baukoordination Managementsysteme Mitarbeitercoaching

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in der Parlamentsdirektion. Wien, 28. Jänner 2013 Mag. a Birgit Kriener

Softwareentwicklung nach der ISO9001?

Zertifizierung von Energiemanagementsystemen nach ISO 50001: Anforderungen und Hinweise

ISO 9001:2015. Theorie & Praxis Leoben. Akkreditiert durch das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft

QM-Handbuch. der. ReJo Personalberatung

PEFC SCHWEIZ NORMATIVES DOKUMENT ND 003. Anforderungen zur Zertifizierung auf Ebene eines Betriebes

Transkript:

Aus BS OHSAS 18001 wird 2016 ISO 45001 Der Arbeits- und Gesundheitsschutz, einschließlich der Förderung von Gesundheit in Unternehmen und Organisationen wird u. a. aufgrund des Demographischen Wandels, dem Fachund Führungskräftemangel, der Zunahme von Erkrankungen sowie der Digitalisierung und Beschleunigung der Arbeits- und Freizeitwelt immer wichtiger. Die effektivste Form, Themen in Organisationen zu managen, ist das Implementieren, regelmäßige Auditieren und ständige Verbessern [KVP] von zuvor definierten Aufbaustrukturen und Prozessen, in Form von Managementsystemen. Dies gilt für Qualität, Umwelt und Energie ebenso, wie für Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit. Arbeitsschutzmanagementsysteme [AMS] Schon 1999 wurde die BS OHSAS 18001 von der British Standards Institution [BSI] entwickelt und 2007 revidiert. Die BS OHSAS 18001 gilt mittlerweile als internationaler Standard, nach dem sich zahlreiche Unternehmen und Organisationen zertifizieren ließen, um den Nachweis zu erbringen, in Besitz eines wirksamen und effektiven Arbeitsschutzmanagementsystem zu sein. Daneben gibt es internationale Leitfäden, wie die ILO-OSH [Internationalen Labour Organisation] sowie die SCC [Safety Certifikat Contraktoren]. National existieren wiederum Standards, wie OHRIS [Occupational Health and Risk Managementsystem] oder ASCA [Arbeitsschutz und Sicherheitstechnischer Check in Anlagen] sowie branchenspezifische Arbeitsschutzmanagementsysteme, wie z. B. MAAS-BGW oder Mit System zu Erfolg, herausgegeben von den Berufsgenossenschaften. [siehe Anhang 1: Überblick über verschiedene Arbeitsschutzmanagementsysteme] Die Entwicklung der ISO 45001 Im März 2013 reichte die BSI bei der ISO [International Organisation for Standardisation] einen Vorschlag zur Erarbeitung einer internationalen Arbeitsschutz-Norm, auf Basis der BS OHSAS 18001, ein. Im Juli 2013 wurde dieser Vorschlag von den ISO-Mitgliedern mehrheitlich angenommen. Das Projektkomitee ISO/PC 283 entwickelte im Oktober 2013 einen Working Draft, in dem u.a. die Namensgebung [ISO 45001] beschlossen wurde. Als Rahmen für die Erarbeitung der ISO 45001 diente die High Level Structure [HLS], um die Integration des AMS in andere Managementsysteme, wie z. B. Qualität, Energie und Umwelt zu ermöglichen. Das zur ISO/PC 283 gegründete Spiegelgremium in Deutschland [NA AA 175 00-02] entwickelte parallel zu anderen Gremien Kommentare, die in den weiteren Sitzungen des ISO/PC 283 berücksichtigt wurden. Im Juli 2014 wurde der erste Comitee Draft, welcher sich u. a. aus dem Working Draft ergab, bekannt gegeben. Im Februar 2015 folgte der zweite. Die relativ langen Bearbei- Artikel Seite 1

tungszeiten ergaben sich, da unter den mitwirkenden Akteuren differenzierte Sichtweisen zu Begrifflichkeiten, wie z. B. Well-being oder Wellness aufkamen. Seit November 2015 liegt ein Draft International Standard vor, der bis Herbst 2016 als ISO 45001:2016 veröffentlich werden soll, vorausgesetzt es wird kein Final Draft International Standard [FDIS] mehr erstellt. Aufbau der ISO 45001 1. Anwendungsbereich 2. Normative Verweisungen 3. Begriffe und Definitionen 4. Kontext der Organisation 5. Leitung 6. Planung 7. Unterstützung 8. Betrieb 9. Leistungsbewertung 10. Verbesserung Abb. 1 Inhalte der ISO 45001 Folgende Neuerungen und Spezifizierungen sind nach dem CD 2 in der ISO 45001 festgelegt: 1. Definitionen zu Begriffen, wie z. B. Gefährdungen, Risiken, Arbeitnehmer/innen und Vorfall sind festgelegt. 2. Dem Kontext der Organisation wird mehr Beachtung geschenkt und in den wesentlichen Kriterien des Managementsystems berücksichtig [Politik, Ziele, Prozesse, Aufbauorganisation]. Insbesondere gilt dies bei Veränderungen des Marktes [z.b. Kundenanforderungen] oder Produktionsprozessen [z.b. verändertes Material]. 3. Die oberste Führung muss Verantwortung und Engagement im Arbeits- und Gesundheitsschutz tragen und seine Führungskräfte ausreichend einbinden. Das Bewusstsein der Führungskräfte hinsichtlich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes muss gestärkt werden. 4. Nicht nur Risiken werden ermittelt und bewertet, sondern auch Chancen für mehr Sicherheit und Gesundheit identifiziert und gefördert. Arbeitsbelastungen sind nicht per se ungesund für alle Beschäftigte. Es existieren auch gesundheitsfördernde Faktoren. 5. Alle Beteiligten im und außerhalb des Unternehmens, wie z. B. Leiharbeitnehmer werden berücksichtigt. Das Unternehmen kann ihr Risiko nicht einfach auslagern. 6. Alle psychischen und physischen Gefährdungen und Belastung werden identifiziert und bewertet. 7. Eine systematische Gefahrenermittlung, Risikobestimmung, Planung, Steuerung und Definition von Maßnahmen sind notwendig, um Gefahren zu vermeiden bzw. zu verringern. Geleichzeitig sind Ermittlung, Planung und Steuerung zur Erhöhung der Chancen und somit der Gesundheit durchzuführen. Artikel Seite 2

8. Neben dem systematischen Bearbeiten von Verbesserungsmaßnahmen, muss auch die Effektivität des Managementsystems ständig überprüft werden. 9. Die Bewusstseinsbildung bei allen Akteuren erhält höhere Relevanz und geht über Schulungen und Unterweisungen hinaus. [Siehe Punkt 3, Politik + Ziele] 10. Die Beteiligung der Arbeitnehmer/innen und Arbeitnehmervertreter wird berücksichtigt. 11. Für interne Audits wird auf die DIN EN ISO 19011:2013 verwiesen. 12. Die Anforderungen an die ISO 45001 sind gesetzliche und ergänzende Bestimmungen. 13. Das Wissen der Organisation hinsichtlich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes wird berücksichtigt. 14. Die Integration des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in alle Prozesse des Unternehmens ist notwendig. So werden auch nicht gesundheits- und arbeitsschutzspezifische Prozesse, wie z. B. Beschaffung berücksichtigt [siehe Abb. 2]. Integration des Arbeits- und Gesundheitsschutzes in den Prozess Beschaffung Abb. 2 Schnittmengen zwischen der DIN SPEC 91020 und der ISO 45001 Die ISO 45001 hat aufgrund des High Level Structure große Nähe zu anderen Managementsystemen, wie z. B. Qualität, Energie und Umwelt, aber auch zur DIN SPEC 91020 [siehe Anhang 2: Gegenüberstellung ISO/DIS 45001:2016 DIN SPEC 91020:2012 OHSAS Artikel Seite 3

18001:2007]. Schnittmengen zwischen der DIN SPEC 91020 und der ISO 45001 sind an folgenden Punkten gegeben: 1. Nicht nur Risiken, sondern auch Chancen für mehr Sicherheit und Gesundheit werden ermittelt und bewertet. Chancen für mehr Gesundheit können salutogene Faktoren, wie z. B. die Verstehbarkeit von betrieblichen Zusammenhängen sein. 2. Gefährdungen psychischer Faktoren werden, wie auch andere Faktoren, ermittelt und bewertet. Hier ist die Nähe und insbesondere die Integrationsmöglichkeit der DIN SPEC 91020 in die ISO 45001 deutlich erkennbar. Es ist gelungen den traditionellen Arbeitsschutz und das betriebliche Gesundheitsmanagement in der ISO 45001 zusammenzuführen. Themen die verbunden sind, werden in der Norm auch als zusammengehörig betrachtet. Die teilweise irrtümliche Trennung ist zumindest in der Norm Vergangenheit. Dies gilt nicht nur für Risiken bei Sicherheit und Gesundheit, sondern auch für Chancen, also mögliche salutogene Faktoren. Die Frage, ob mit der ISO 45001 die DIN SPEC 91020 obsolet erscheint, drängt sich auf. Man sieht jedoch auch bei anderen Managementsystemen, wie z. B. Energie- und Umweltmanagement Koexistenz. Dies erscheint bei der DIN SPEC 91020 und der ISO 45001 ebenfalls möglich. Umstellung von der OHSAS 18001 auf die ISO 45001 Unternehmen, die die Zertifizierung nach 45001 anstreben, aber bereits ein zertifiziertes System nach BS OHSAS 18001 vorweisen können, sollten ihre Prozesse und Aufbaustrukturen noch einmal überprüfen und mögliche Lücken schließen. Nur dann kann eine erfolgreiche Zertifizierung nach ISO 45001 gewährleistet werden. Nach Inkrafttreten der ISO 45001 werden die internationalen und nationalen Akkreditierungsstellen, nach vorhergehender Abstimmung, das Außerkrafttreten der BS OHSAS 18001 beschließen. Eine Übergangsfrist wird hierbei sicherlich berücksichtigt, um einen reibungslosen Umstieg zu ermöglichen. Weitere Informationen zur ISO 45001 Informationshilfen zur ISO 45001 erhalten Sie in dem Annex A. Weitere Informationen zur ISO 45001 und DIN SPEC 91020 erhalten Sie unter: www.gesundheitsmanagement.com/seminar-menue/seminare/seminarkalender/ Informationsseminar zur ISO 45001: 04.04.2016 Köln 05.04.2016 Leipzig 06.04.2016 Sulzbach-Rosenberg 24.10.2016 Köln 25.10.2016 Leipzig 26.10.2016 Sulzbach-Rosenberg Ausbildung zum Internen Auditor nach ISO 45001: 26.04. 27.04.2016 / 26.10. 27.10.2016 Sulzbach-Rosenberg Artikel Seite 4

Anhang 1: Überblick über verschiedene Arbeitsschutzmanagementsysteme Bezeichnung Wesentliche Inhalte / Kriterien / Audits- und Zertifizierungsmöglichkeiten ASCA [Arbeitsschutz und Sicherheitstechnischer Check in Anlagen] Lande Hessen Ursprünglich [nur] Arbeitsschutz und sicherheitstechnischer Check in Anlagen, mittlerweile zur Überprüfung und Verbesserung von Arbeitsschutzorganisation ausgebaut OHRIS [Occupational Health and Risk Managementsystem] Bayerisches Ministerium für Arbeit und Soziales SCC [Sicherheits Certifikat Contraktoren] Contraktoren = Dienstleister in Petrooder Großchemie BS OHSAS 18001:2007 [British Standard Occupational Health - and Safety Assessment Series] ILO OSH 2001 [International Labour Organization] Arbeitsschutzorganisation der UN AMS BAU [Arbeitsschutzmanagementsystem der BG der Bauwirtschaft] Arbeitsschutzmanagementsystem der BG Verkehr Arbeitsschutzmanagementsystem der BG ETEM MAAS-BGW der BGW Keine Zertifizierung, nur Überprüfung des AMS Verbesserung des Schutzes vor arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren sowie der Sicherheit bei technischen Anlagen Reduktion von Gesundheitsrisiken sowie der Verringerung von Arbeitsunfällen und Steigerung der Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter Verknüpfung mit ISO 9001 ist möglich kleine und mittlere Unternehmen werden gefördert Beratung, Audit und Anerkennung durch Gewerbeaufsichtsamt mit GABEGS kombinierbar Sicherheit, Gesundheit, und Umweltschutz überprüfen Kein Managementsystem, sondern ein Fragenkatalog [Checkliste von 10 Kapiteln] Audit auf Basis der Checkliste möglich Zertifizierung ist möglich Neben SCC existiert auch ein SCC p [Petrochemie] und ein SCP [Personaldienstleister] Orientiert sich an der Norm ISO 9001 Integriertes Managementsystem ist möglich Zertifizierung ist möglich Wird 2016 von der ISO 45001:2016 abgelöst Leitfaden für AMS Als nationaler Leitfaden für AMS übernommen Zertifizierung ist nicht möglich Basiert auf dem Nationalen Leitfaden für Arbeitsschutzmanagementsysteme Branchenspezifisches AMS für Betriebe der BG Bau, berücksichtigt dabei schwierige Rahmenbedingungen Beratung, Begutachtung und Zertifizierung ist möglich Möglichkeiten zur Organisation und Dokumentation von Arbeitssicherheit und Gesundheit Begutachtungsverfahren ist möglich Beratung, Schulungen, Begutachtung und Erteilung eines Nachweises sind möglich BG fördert konkrete Projekte zur Einführung des AMS Managementanforderung der BGW zum Arbeitsschutz Orientiert sich an der DIN EN ISO 9000 Integration des Arbeitsschutzes in ein QM-System ist möglich BGW lässt MAAS-Auditoren zu Zertifizierungsstellen müssen nach MAAS BGW akkreditiert sein Zertifizierungsstellen können beraten und zertifizieren Artikel Seite 5

Anhang 2: Gegenüberstellung ISO/DIS 45001:2016 DIN SPEC 91020:2012 OHSAS 18001:2007 ISO/DIS 45001:2016 DIN SPEC 91020:2012 OHSAS 18001:2007 4 Kontext der Organisation 4.1 Das Umfeld der Organisation verstehen 4 Anforderungen an ein A&G- Managementsystem 4.1 Verständnis der Organisation und ihres Kontextes 4.1 Das Umfeld der Organisation verstehen 4 Anforderungen an ein A&G- Managementsystem 4.2 Verstehen der Bedürfnisse und Erwartungen von arbeitenden Personen und anderen interessierten Parteien 4.1 4.2 8.1.3 Das Umfeld der Organisation verstehen Die Erfordernisse und Erwartungen der Interessierten Parteien verstehen Mitarbeiterorientierung 4 4.3.2 4.4.3 Anforderungen an ein A&G- Managementsystem Rechtliche Verpflichtungen und andere Anforderungen Kommunikation, Mitwirkung und Beratung 4.3 Festlegen des Anwendungsbereiches des A&G-Managementsystems 4.3 Der Anwendungsbereich des BGM-Systems 4.1 Allgemeine Anforderungen 4.4 A&G-Managementsystem 4.4 Betriebliches Gesundheitsmanagementsystem 4.1 Allgemeine Anforderungen 5 Führung, Mitwirkung und Beratung 5 Führungsverhalten 4.4 Implementierung und Durchführung 5.1 Führung und Verpflichtung 5.1 Führung und Selbstverpflichtung der Leitung 4.4.1 Ressourcen, Aufgaben, Verantwortlichkeit und Befugnis 5.2 Politik 5.2 Betriebliche Gesundheitspolitik 4 A&G-Politik 5.3 Rollen, Verantwortlichkeiten, Haftung und Befugnisse 5.4 Beteiligung, Mitwirkung, Beratung und Vertretung der arbeitenden Personen 5.3 Aufgaben, Verantwortung und Befugnisse 4.4.1 Ressourcen, Aufgaben, Verantwortlichkeit und Befugnis 8.1.3 Mitarbeiterorientierung 4.4.3 Kommunikation, Mitwirkung und Beratung Artikel Seite 6

ISO/DIS 45001:2016 DIN SPEC 91020:2012 OHSAS 18001:2007 6 Planung 6 Planung 4.3 Planung 6.1 Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen 6.1 Ermittlung und Bewertung von Gesundheitschancen und -risiken 4.3.1 Gefährdungserkennung, Risikoeinschätzung und Festlegung der Lenkungsmaßnahmen 6.2 Planung und Erreichung von A&G-Zielen 6.2 Betriebliche Gesundheitsziele und Planung der Zielerreichung 4.3.3 Zielsetzungen und Programme 7 Unterstützung 7 Unterstützung 4.4 Implementierung und Durchführung 7.1 Ressourcen 7.1 Bereitstellung von Ressourcen 4.4.1 Ressourcen, Aufgaben, Verantwortlichkeit und Befugnis 7.2 Kompetenzen 7.2 Kompetenz, Qualifikation 4.4.2 Fähigkeit, Schulung und Bewusstsein 7.3 Bewusstsein 7.3 Bewusstsein 4.4.2 Fähigkeit, Schulung und Bewusstsein 7.4 Information und Kommunikation 7.4 Kommunikation 4.4.3 Kommunikation, Mitwirkung und Beratung 7.5 Dokumentation 7.5 Dokumentation 4.4.4 4.4.6 4.5.4 Dokumentation Lenkung von Dokumenten Lenkung von Aufzeichnungen 8 Betrieb 8 Betrieb 4.4 Implementierung und Durchführung 8.1 Betriebliche Planung und Steuerung 8.1 Betriebliche Planung und Steuerung 4.4.6 Ablauflenkung 8.2 Management von Veränderungen 8.1.2 Produkt- und dienstleistungsspezifische Auswirkungen auf das BGM-System 4.3.2 Rechtliche Verpflichtungen und andere Anforderungen 8.3 Ausgegliederte Prozesse 8.1.5 Ausgegliederte Prozesse 4.4.6 4.3.1 Ablauflenkung Gefährdungserkennung, Risikoeinschätzung und Festlegung der Lenkungsmaßnahmen Artikel Seite 7

ISO/DIS 45001:2016 DIN SPEC 91020:2012 OHSAS 18001:2007 8.4 Beschaffung 8.1.4 Infrastruktur 4.4.6 4.3.1 Ablauflenkung Gefährdungserkennung, Risikoeinschätzung und Festlegung der Lenkungsmaßnahmen 8.5 Vertragspartner 8.1.2 6.1 Produkt- und dienstleistungsspezifische Auswirkungen auf das BGM-System Ermittlung und Bewertung von Gesundheitschancen und -risiken 4.4.6 4.3.1 Ablauflenkung Gefährdungserkennung, Risikoeinschätzung und Festlegung der Lenkungsmaßnahmen 8.6 Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr 8.1.2 Produkt- und dienstleistungsspezifische Auswirkungen auf das BGM-System 4.4.7 Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr 9 Leistungsbewertung 9 Evaluation der Leistung 4.5 Überprüfung 9.1 Überwachung, Messung, Analyse und Bewertung 9.1 Überwachung, Messung, Analyse und Evaluation 4.5.1 4.5.2 Leistungsmessung und Überwachung Bewertung der Einhaltung von Rechtsvorschriften 9.2 Internes Audit 9.2 Internes Audit 4.5.5 Internes Audit 9.3 Managementbewertung 9.3 Managementbewertung 4.6 Managementbewertung 10 Verbesserung 10 Verbesserung 4.5.3 Vorfalluntersuchungen, Nichtkonformität, Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen 10.1 Störungen, Nichtkonformität und Korrekturmaßnahmen 10. Fehler und Korrekturmaßnahmen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement 4.5.3.1 4.5.3.2 Vorfalluntersuchung Nichtkonformität, Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen 10.2 Kontinuierliche Verbesserung 10.2 Kontinuierliche Verbesserung 4.5.3.1 4.5.3.2 Vorfalluntersuchung Nichtkonformität, Korrektur- und Vorbeugungsmaßnahmen Artikel Seite 8