Verbesserung der Chemielogistik zwischen Deutschland und Polen

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1 ChemLog+ Positionspapier Verbesserung der Chemielogistik zwischen Deutschland und Polen Einleitung ChemLog+ ist ein europäisches Kooperationsprojekt zwischen regionalen Körperschaften, der Chemieindustrie und wissenschaftlichen Einrichtungen aus Deutschland, Polen, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn, Österreich und Italien mit dem Ziel der Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie durch eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Logistik in Mittel- und Osteuropa. (www.chemlog-plus.eu) ChemLog+ möchte Barrieren für den grenzüberschreitenden Transport in West-Ost und Ost West Richtung überwinden durch die Initiierung eines breitangelegen Prozesses des Erfahrungsaustausches und der Unterstützung der Entwicklung von transnationalen Infrastrukturprojekten mit hoher Relevanz für die Chemieindustrie. Die ChemLog+ Partner wollen eine fruchtbare Zusammenarbeit mit den relevanten öffentlichen Behörden auf regionaler, nationaler und Europäischer Ebene, Kammern, Verbänden, Unternehmen und Logistikdienstleistern etablieren, um Prioritäten zu identifizieren und gemeinsame Lösungen für die Verbesserung der Logistikinfrastruktur in Mittel- und Osteuropa zu finden. Im ChemLog Projekt wurde 2010 eine Machbarkeitsstudie erstellt, welche die Bedarfe für die Verbesserung des intermodalen Transportes entlang der wichtigen Verkehrskorridoren von Deutschland über Polen nach Russland analysierte. Diese Studie hat ein Verlagerungspotential von 4,3 Millionen Tonnen von Chemiegütern identifiziert, welche bis 2025 von der Straße auf die Schiene verlagert werden könnten. Dies entspricht Kontainern pro Jahr oder 22 Vollzügen in der Woche (Download Auf der Basis dieser Ergebnisse wurde eine tiefere Diskussion zwischen Deutschen und Polnischen Partnern aus der Chemieindustrie, Logistikdienstleistern und der Politik initiiert, um konkrete Schritte für Verbesserungen beispielsweise in der Infrastrukturentwicklung zu diskutieren. ECRN Präsidentin und Ministerin für Wissenschaft und Wirtschaft Sachsen-Anhalts Prof. Birgitta Wolff hat diese Themen mit dem Polnischen Ministerium für Wirtschaft und dem Ministerium für Verkehr während der ChemLog Abschlusskonferenz am 5. Oktober 2011 in Warschau besprochen. Der 10. Europäische Kongress der Chemieregionen wird am 5. und 6. Dezember 2012 in Warschau stattfinden und die Herausforderungen der Chemielogistik werden in einem speziellen Workshop hervorgehoben. ECRN Präsidentin Prof. Wolff wird sich wieder mit Vertretern der polnischen Regierung treffen um die Anforderungen für eine Verbesserung der Chemielogistik in Mittel- und Osteuropa zu diskutieren. Dieses Positionspapier fasst die wesentlichen Fragen zusammen, welche zwischen den involvierten Akteuren diskutiert wurden und sollte eine Basis für einen regelmäßigen Dialog bilden der im Rahmen des ChemLog+ Projektes etabliert wird. Das Projekt ChemLog+ wird mit Mitteln des Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) und durch das Land Sachsen-Anhalt im Rahmen des Programms Sachsen-Anhalt interregional gefördert und vom isw Institut ggmbh in Kooperation mit der Provinz Novara durchgeführt.

2 * [PLN/trainkm] Anforderungen für eine Verbesserung der Chemielogistik 1. Preispolitik für den Schienenverkehr Die Chemieindustrie möchte mehr intermodalen Transporte organisieren und ihren Transport auf der Straße reduzieren. Deswegen muss die Preispolitik für Schienentransporte so gestaltet werden, dass keine Wettbewerbsnachteile für den intermodalen Verkehr im Vergleich zur Straße entstehen. In der Vergangenheit hat die polnische Staatsbahn eine Preispolitik umgesetzt, welche die wirtschaftliche Situation der Schienentransporte verschlechtert hat. Dieser wirtschaftliche Nachteil führte zu einer Verlagerung von der Schiene auf die Straße. In der Konsequenz hat dies zu einer erhöhten Umweltverschmutzung und höheren Sicherheitsrisiken geführt. Schienentarife sind nur für ein Jahr festgeschrieben und werden sehr kurzfristig für das nächste Jahr festgelegt. Dies erschwert die Planung von wirtschaftlichen Dienstleistungen für den intermodalen Transport in der mittel- und langfristigen Perspektive. Schiene Nutzungsentgeld in Polen Zloty (PLN) pro Zug km (Kosten für die Nutzung von 1 km für einen durchschnittlichen Zug (Kategorie 3) freight trains intermodal trains Vergleich der Nutzungsentgelder zwischen Polen und Europa [PLN pro Zug km] 1EUR=4,2 PLN Polen durchschnittliche Rate für Zug t Deutschland durchschnittliche Rate für Zug bis 2700 t Niederlande durchschnittliche Rate für Zug t 27,18 12,39 12,39

3 : Die Polnische Regierung und die STaatsbahn sollten eine wettbewerbsfähige Preispolitik für den Schienentransport absichern, welcher eine Verlagerung von der Straße auf die Schiene unterstützt und damit einen nachhaltigen und sichern Transport fördert. Dies stimmt auch überein mit den Empfehlungen des EU Weissbuches für Verkehr. 2. Verbesserung der Schieneninfrastruktur Die Schieneninfrastruktur in Polen hat ein großes Verbesserungspotential. Gegenwärtig kann das Schienennetz nur Transporte mit einem Brutto-Gewicht von 80 Tonnen (C-Netz) abwickeln. Für die Durchführung eines wettbewerbsfähigen intermodalen Transportes von Chemiegütern ist es wichtig, die Infrastruktur auszubauen, um 90 Tonnen zu bewältigen (D-Netz). Dies würde eine bessere Nutzung der Güterzüge ermöglichen und Transporte reduzieren. In einem ersten Schritt sollten die Schienenstrecken entlang der wichtigen internationalen Transportkorridore ausgebaut werden, um einen Transport von 90 Tonnen von Tankwagen (D-Netz) zu ermöglichen. In einem nächsten Schritt ist es wichtig, die Teilstrecken zu identifizieren, welche die Chemieindustrie mit Ihren Kunden verbindet und diese sukzessive auszubauen. 3. Beseitigung von Engpässen Das ChemLog Projekt hat ein hohes Potential für die Entwicklung des intermodalen Transportes entlang der wichtigen Pan-Europäischen Korridore II und III von West nach Ost identifiziert. Gegenwärtig überarbeitet die Europäische Kommission die TEN-T Richtlinien mit dem Ziel ein Kernund Gesamtnetz für Verkehrsinfrastruktur zu entwickeln. Heute gibt es eine Vielzahl von Engpässen entlang dieser Korridore, welche einen effizienten intermodalen Transport behindern. Investitionen zur Beseitigung dieser Engpässe sind dringend notwendig. Die Polnische und Deutsche Regierung sollten die Bereitstellung einer leistungsfähigen Schieneninfrastruktur entlang der wichtigen internationalen Transportkorridore absichern. Investitionen sollten sich auf die Beseitigung von Engpässen fokussieren. 4. Umladekapazitäten an der EU Schengen Grenze Der intermodale Transport zu den Wachstumsmärkten im Osten, z.b. Russland, Ukraine oder China, muss die Herausforderungen der unterschiedlichen Spurbreiten zwischen der EU und Russland überwinden. Die ChemLog Machbarkeitsstudie hat ein Verlagerungspotential von 4,3 Mio Tonnen identifiziert welche bis 2025 von der Straße auf die Schiene verlagert werden könnten. Dementsprechend müssen ausreichende Umladekapazitäten an der EU Außengrenze zwischen Polen, Weißrussland und der Ukraine etabliert werden.

4 Estimate of the Long Term Modal Switch Potential (t) Year 2025 Source: Railistics Inter-Modal Feasibility Study Die Umladekapazitäten an der EU Schengen grenze sollten in der mittel- langfristigen Perspektive ausgebaut werden, um ausreichende Kapazitäten für das erwartete Wachstum der Transporte abzusichern. Desweiteren sollten die intermodalen Terminals entsprechende Dienstleistungen für den Transport von Chemiegütern bereitstellen. 5. Entwicklung der Verkehrskooperation mit den östlichen Nachbarstaaten Im Oktober 2011 haben die Europäische Kommission und die EU Mitgliedstaaten eine neue Verkehrskooperation mit den östlichen Nachbarn initiiert. Das Ziel ist die bessere Vernetzung zwischen der Transportinfrastruktur der EU und de östlichen Nachbarn. Prioritäre Infrastrukturprojekte sollten gemeinsam identifiziert und in der Umsetzung unterstützt werden. Die Polnische und Deutsche Regierung sowie die Europäische Kommission sollten die neue Nachbarschaftspartnerschaft für Verkehr aktiv umsetzen, um die Verkehrsinfrastrukturentwicklung in den östlichen Ländern voranzutreiben. Die ChemLog Partner sind bereit mit Ihren Erfahrungen in diesem Prozess beizutragen. 6. Entwicklung der EU Russland Beziehungen im Verkehrsbereich Russland ist einer der wichtigsten Zielmärkte für die Chemieindustrie in Osteuropa. Deswegen ist die Verbesserung des Zuganges zum russischen Markt sehr wichtig für die Absicherung der

5 Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Chemieindustrie. Der Transport von der EU nach Russland ist verbunden mit einer Vielzahl von Barrieren, welche gemeinsam diskutiert und beseitigt werden sollten. Europäische Kommission, die polnische und deutsche Regierung sollten gemeinsam die Infrastrukturentwicklung und Verbesserung der Chemielogistik zwischen Europa und Russland diskutieren. 7. Nutzung von Strukturfonds für Verkehrsprojekte Gegenwärtig bereiten die EU Mitgliedsstaaten die strategischen Dokumente für die nächste Strukturfondsperiode vor. Das Operationelle Programm wird den neuen Rahmen für die Förderung im Bereich der Verkehrsinfrastruktur und der Logistikentwicklung bilden. Die Notwendigkeit zur Kürzung der öffentlichen Haushalte und neue Konditionalitäten durch die Europäische Union können zu reduzierten Budgets für die Infrastrukturinvestitionen führen Die Deutsche und die polnische Regierung sowie die deutschen Länder und polnischen Woiwodschaften sollten die Verfügbarkeit von ausreichenden Ressourcen für die Entwicklung von der Transportinfrastruktur und logistikrelevanten Projekten absichern.

6 Involvierte Partner Ministerium für Wissenschaft und Wirtschaft Sachsen-Anhalt Ministerium für Regionalentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt European Chemical Regions Network Verband der Chemischen Industrie- VCI Nordost Dow Olefinverbund GmbH isw Institute für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung ggmbh Polnische Kammer der Chemieindustrie Woiwodschaft Masoien PCC Intermodal CTL Logistics Kontakt isw Institute für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung ggmbh

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