Dienstleistungen 2014

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1 Dienstleistungen

2 Inhalt Überblick Regionale Verteilung des Handels mit Dienstleistungen.. 5 Dienstleistungsbilanz Sektorale Verteilung des Handels mit Dienstleistungen 8 Reiseverkehr Sonstiger Dienstleistungsverkehr Transport. 11 Bauleistungen.. 11 Versicherungsdienstleistungen.. 12 Finanzdienstleistungen. 12 Wissensintensive Dienstleistungen. 13 Technisch-innovative Dienstleistungen 13 Wissensbasierte Dienstleistungen.. 14

3 Österreichs Außenhandel mit Dienstleistungen im Jahr 2014 Überblick Im Jahr 2014 stiegen die Dienstleistungsexporte um 4,6% (2013: 4,3%), die Dienstleistungsimporte sogar um 6,9% (2013: 2,1%). Die Exportquote bei DL (in % des BIP 1 ) erhöhte sich auf 15,3% (2013: 15,0%), die Importquote stieg auf 12,2% (2013: 11,6%). Der Bilanzüberschuss betrug 10,3 Mrd. Euro (2013: 15,4 Mrd. Euro). Die Krise 2009 hatte einen Rückgang des Außenhandels mit Dienstleistungen gebracht, davor war aber seine Bedeutung kontinuierlich gestiegen: Der Anteil der Dienstleistungsexporte am BIP erreichte 2008 mit über 14,9% den bisherigen Spitzenwert und hatte sich damit seit 1995 um die Hälfte erhöht. Der Anteil der Dienstleistungsimporte am BIP stieg im gleichen Zeitraum auf 10,0%, was einer Steigerung von rund 30% entsprach konnten diese Höchstwerte überboten werden. Graphik 1: Entwicklung der Dienstleistungsex- bzw. -importe Mrd. Euro in Prozent Quelle: OeNB, BPM6; Statistik Austria Exporte Importe Exp/BIP Imp/BIP 1

4 Die österreichischen Gesamtexporte (Waren und DL) stiegen 2014 um 1,6% auf 174,2 Mrd. Euro (um rd. 8% höher als das Vorkrisenniveau von 2008). Die Gesamtexportquote blieb mit 52,9% etwas geringer als in den letzten Jahren (2013: 53,1%, 2008: 54,9%). Mrd. Euro Graphik 2: Entwicklung der Gesamtexporte Güter DL Gesamt 60% Graphik 3: Entwicklung der Gesamtexporte Exportquoten in Prozent des BIP 50% 40% 30% 20% 10% 0% Quelle: OeNB, BPM6; Statistik Austria Waren DL Gesamt 1 Seit September 2014 wird das BIP nach einer neuen Erhebungsmethode berechnet (ESVG 2010). Dadurch wird der Wert des BIP höher und daher die Export- bzw. Importquoten niedriger. 2

5 Die Gesamtimporte stiegen um 2,2% nach einem leichten Wachstum im Vorjahr (+0,2%) wieder stärker auf 166 Mrd. Euro (und liegen rd. 13% über dem Vorkrisenniveau). Die Gesamtimportquote erreichte 50,5% (2013: 50,4%, 2008: 50,1%). Graphik 4: Entwicklung der Gesamtimporte Mrd. Euro Quelle: OeNB;BPM6 Güter DL Gesamt 60% Graphik 5: Entwicklung der Importquoten in Prozent des BIP Graphik 5: Entwicklung der Gesamtimporte in Prozent des BIP 50% 40% 30% 20% 10% 0% Quelle: OeNB, BPM6; Statistik Austria Waren DL Gesamt 3

6 Der Anteil des Handels mit DL am gesamten Außenhandel weist keine ausgeprägte Tendenz aus, er betrug im Durchschnitt ( ) 26,9% (Exporte) bzw. 21,5% (Importe). %Anteil Graphik 6: Anteil der Dienstleistungen am Gesamtaußenhandel Exporte Importe Im längerfristigen Trend konnte sich die Außenhandelsbilanz i.w.s. (Waren und DL) insbesondere auch durch den Abbau der Defizite im Warenhandel verbessern: Der Überschuss erreichte 2007 mit knapp 4 Mrd. Euro seinen Höchstwert und nahm dann wieder ab stieg das Defizit mit über 3,6 Mrd. Euro auf seine Höchstmarke. Seitdem sind die Defizite wieder rückläufig lag das Defizit bei 2,3 Mrd. Euro (-0,7% des BIP). Graphik 7: Entwicklung der Außenwirtschaftsbilanz Mrd. Eruo % 4% 3% 2% 1% 0% -1% % Quelle: OeNB, BPM6; Statistik Austria Saldo Güter Saldo DL in % des BIP Güter in % des BIP DL 4

7 Regionale Verteilung des Handels mit Dienstleistungen Wie beim Warenexport ging mit rd. 62,8% bzw. 75,7% der größte Anteil der Dienstleistungsexporte in die EU-15 bzw. EU-28. Auch bei den Dienstleistungen war Deutschland Haupthandelspartner innerhalb der EU (Exportanteil: 40,4%). Der Zuwachs der Exporte in die EU-15 betrug 4,1% (2013: 8,0%), der in die EU-28 3,9% (2013: 8,1%). Die Exporte in die neuen Mitgliedsstaaten stiegen um 3,0% (2013: 8,6%). Graphik 8: Österreichs Dienstleistungsexporte 2014; Anteile nach Regionen EU-15; 62,8% Sonst. Länder; 15,0% Asien; 4,8% Amerika; 4,4% NMS-13; 12,9% Bei den Importen lag die EU-15 bzw. EU-28 mit einem Anteil von 57,7% bzw. 78,5% ebenfalls an der Spitze (Anteil Deutschland: 31,0%). Die Importe aus der EU-15 stiegen um 8,3% (2013: 11,0%), aus den EU-28 um 8,0% (2013: 10,3%), jene aus den neuen MS um 7,3% (2013: 8,6%). Der Anteil der neuen Mitgliedsstaaten der EU betrug bei den Exporten 12,9% und 20,8% bei den Importen. Der Anteil der mittel- und osteuropäischen Länder 2 an den Dienstleistungsexporten erreichte 16,2%, jener der Importe betrug 23,7%. Von den außereuropäischen Destinationen erreichten wie schon bisher nur Amerika und Asien nennenswerte Anteile, bei den Exporten 4,4% bzw. 4,8%. Bei den Importen lag der Anteil Amerikas bei 5,0% und der Asiens bei 4,8%. 2 Mittel- und osteuropäische Länder: NMS-Ost (Baltikum, Bulgarien, Kroatien, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, Tschech. Rep., Ungarn,), Albanien, Bosnien-Herzegowina, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Belarus, Moldau, Russland, Ukraine. 5

8 Der Großteil der Exporte und Importe nach Amerika ging in die USA (2,8% der Gesamtexporte; 3,4% der Gesamtimporte). Graphik 9: Österreichs Dienstleistungsimporte 2014; Anteile nach Regionen EU-15; 57,7% Sonst. Länder; 11,8% Asien; 4,8% Amerika; 5,0% NMS-13; 20,8% Dienstleistungsbilanz Die Dienstleistungsbilanz Österreichs wies einen positiven Saldo von 10,4 Mrd. Euro auf (2013: 10,8 Mrd. Euro). Dieser Überschuss 3 im Verhältnis zum BIP lag 2014 bei 3,1%. Seinen höchsten Wert erreichte er 2008 mit 4,2%. Seither ist er kontinuierlich rückläufig Graphik 10: Dienstleistungssaldo nach Regionen Mio. Euro EU-15 NMS-13 Asien Amerika Sonst. Länder 3 Auf Basis der Berechnung lt. BPM6 und VGR lt ESVG

9 Der größte Überschuss wird mit der EU-15 erzielt. Dieser Wert erreichte 2014 einen Wert von 8,5 Mrd. Euro (2013: 9,1 Mrd. Euro). Die Bilanz mit den neuen MS war nur 2008 positiv und lag 2014 bei -1,8 Mrd. Euro (2013: -1,4 Mrd. Euro). Mit der EU-28 wurde ein Überschuss von 6,7 Mrd. Euro erzielt (2013: 7,6 Mrd. Euro). Die Bilanz mit den mittel- und osteuropäischen Ländern war negativ -1,4 Mrd. Euro (2013: -1,0 Mrd. Euro). Gegenüber den Ländern außerhalb der EU wurde ein 2014 ein Plus von 3,6 Mrd. Euro erwirtschaftet (2013: 3,1 Mrd. Euro), davon Asien 0,5 Mrd. Euro (2013: 0,3 Mrd. Euro), Amerika 0,3 Mrd. Euro (2013: 64 Mio. Euro). Die Bilanz mit Asien war bis 2008 noch negativ, seit 2009 stieg der positive Saldo kontinuierlich. Der positive Saldo mit Amerika ergab sich v.a. im Handel mit den USA (56 Mio. Euro). 100% Graphik 11: Dienstleistungssaldo nach Sektoren 80% 60% 40% 20% 0% -20% Reiseverkehr Versicherungs- und Finanz-DL Restl. DL Traditionelle DL Knowledge Intensive Business Services Die höchsten Überschüsse werden weiter im Reiseverkehr mit 7,4 Mrd. Euro und den Wissensintensiven Unternehmensbezogenen DL (Knowledge Intensive Business Services) mit 3,1 Mrd. Euro erzielt. 7

10 Sektorale Verteilung des Handels mit Dienstleistungen 4 Anteilsmäßig die wichtigsten Dienstleistungskategorien sind Reiseverkehr (Exporte 30,7%; Importe 20,2%) und Traditionelle DL (Exporte 33,3%; Importe 45,3%). Die Einnahmen aus dem Reiseverkehr wuchsen zwischen 2006 und 2014 jährlich um durchschnittlich 2,0%, die Ausgaben um 0,8%. Die Exporte Traditioneller Dienstleistungen nahmen um 3,7% zu, die Importe um 5,3%; das durchschnittliche jährliche Wachstum der Ausfuhren der gesamten Dienstleistungen betrug 4,2%, der Einfuhren 4,6%. Zunehmendes Gewicht gewinnen die sogenannten Knowledge Intensive Business Services, deren Anteil bei den Exporten stieg von rd. 22,5% (2006) auf 28,7% (2014) und bei den Importen von rd. 22,5% (2006) auf 28,4% (2014); vgl. Graphik 12 und Graphik 13. Dienstleistungen Sektoren Export Import Mio. Euro % Ant.% Mio. Euro % Ant.% Reiseverkehr ,6 30, ,9 20,2 Sonstige DL ,9 69, ,5 79,8 --Traditionelle DL ,6 33, ,8 45,3 Transport ,6 24, ,2 31,5 Gebühren für Lohnveredelung ,6 1, ,8 4,1 Bauleistungen ,6 1, ,8 1,7 --Versicherungs- u. FinanzDL ,8 6, ,1 5,9 --Knowledge Intensive Busin. Ser ,1 28, ,6 28,4 Technisch-innovative DL: ,7 22, ,2 18,5 EDV- u. InfoDL ,1 9, ,3 8,1 Forschung u. Entwicklung ,3 3, ,8 1,7 Wissensbasierte DL: ,5 6, ,5 9,9 Werbung, Marktforsch ,0 2, ,5 5,0 DL pers., Kultur u. Freizeit 359 5,3 0, ,4 2,1 --Übrige DL o. Reiseverk ,3 0,9 92-5,2 0,2 DL Gesamt ,6 100, ,9 100,0 4 Die neue Klassifikation der OeNB teilt den Handel mit DL einerseits in Reiseverkehr und Sonstige DL; die Sonstigen DL teilen sich weiter in Traditionelle DL, Versicherungs- und Finanz-DL und Knowledge Intensive Business Servises und Übrige DL ohne Reiseverkehr (Vgl. Tabelle im Text). 8

11 Graphik 12: Sektorale Aufteilung der Dienstleistungsexporte 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% Reiseverkehr Versicherungs- und Finanz-DL Restl. DL Traditionelle DL Knowledge Intensive Business Services Graphik 13: Sektorale Aufteilung der Dienstleistungsimporte 100% 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% Reiseverkehr Versicherungs- und Finanz-DL Restl. DL Traditionelle DL Knowledge Intensive Business Services 9

12 Reiseverkehr Der Reiseverkehr gilt weiterhin als Stabilisator und tragende Säule der österreichischen Leistungsbilanz betrugen die Einnahmen aus dem Reiseverkehr (ohne Int. Personentransport) 15,5 Mrd. Euro (+1,6%), der Anteil an den gesamten Dienstleistungsexporten war 30,6%. Die Ausgaben sind auf 8,1 Mrd. Euro gestiegen (+4,9%), Anteil: 20,2%. Der Saldo belief sich auf 7,4 Mrd. Euro. Reiseverkehr Export Import Saldo Mio. Euro % Mio. Euro % Mio. Euro , , , , , , , , , , , , , , , ,

13 Sonstiger Dienstleistungsverkehr Transport 2014 trugen die Transportdienstleistungen (insgesamt) 24,5% zu den Exporten und 31,5% zu den Importen bei. Die Exporte bzw. Importe erhöhten sich um 5,6% bzw. 7,2%. Der Saldo betrug -0,3 Mrd. Euro. Transport Export Import Saldo Mio. Euro % Mio. Euro % Mio. Euro , , , , , , , , , , , , , , , ,2-250 Bauleistungen Die Bauleistungen verzeichneten 2014 bei den Exporten Rückgange von -11,6%, die Einfuhren sind um leichte 1,8% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Der Anteil der Baudienstleistungen betrug 1,2% (Exporte) bzw. 1,7% (Importe), die Bilanz war leicht negativ. Baudienstleistungen Export Import Saldo Mio. Euro % Mio. Euro % Mio. Euro , , , , , , , , , , , , , , , ,

14 Versicherungsdienstleistungen Diese erreichten einen Anteil von 1,4% bzw. 2,1%; einen starken Rückgang haben die Exporte mit -19,0% zu verzeichnen, die Importe legten um 7,3% zu. Die Bilanz war mit -0,1 Mrd. Euro leicht negativ (2013: 0,08 Mrd. Euro). Export Import Saldo Mio. Euro % Mio. Euro % Mio. Euro , , , , , , , , , , , , , , , ,3-138 VersicherungsDL Finanzdienstleistungen Der Anteil der Finanzdienstleistungen betrug exportseitig 5,1%, importseitig 3,8%. Die Exporte sind im Vergleich zum Vorjahr um starke 14,0% gestiegen, Importe sogar um 26,8%. Der Saldo lag bei 1,0 Mrd. Euro. Damit hat sich der Überschuss seit 2006 knapp verdreifacht. FinanzDL Export Import Saldo Mio. Euro % Mio. Euro % Mio. Euro , , , , , , , , , , , , , , , ,

15 Wissensintensive Dienstleistungen (Knowledge Intensive Business Services) Diese Dienstleistungskategorie gewann in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung: 2014 war Österreich Nettoexporteur technologischen Know-hows. Der Saldo betrug rd. 3,1 Mrd. Euro. Vor allem EDV-Dienstleistungen nahmen an Bedeutung zu und lösten Architektur- und Ingenieursleistungen als Spitzenreiter ab. Die Exporte stiegen um insgesamt 8,1% und die Importe um 6,6%. Der Anteil am Dienstleistungsverkehr betrug ,7% bei den Exporten, bzw. 28,4% bei den Importen. Die Wissensintensiven Dienstleistungen Business Services teilt man in zwei größere Subkategorien: Technisch-innovative DL und Wissensbasierte DL (vgl. im Detail weiter unten). Wissensintensive DL Export Import Saldo Mio. Euro % Mio. Euro % Mio. Euro , , , , , , , , , , , , , , , , Technisch-innovative Dienstleistungen Dazu gehören: EDV- und Informationsdienstleistungen Einen markanten Anstieg gibt es sowohl beim Export sowie beim Import von EDV- und Informationsdienstleistungen. Diese erreichten 2014 einen Anteil von 9,6% an den Exporten und 8,1% an den Importen. Das Wachstum im Vergleich 13

16 zum Vorjahr betrug mit 11,1% bzw. bei 10,3%. Der Saldo belief sich auf 1,6 Mrd. Euro (Deckungsquote: 149%). Dienstleistungen der Forschung und Entwicklung Exportseitig betrug ihr Anteil 3,8%, importseitig 1,7%. Die Ausfuhren stiegen 2014 um 16,3%, die Einfuhren erhöhten sich um 9,8%. Mit einem Überschuss von über 1,2 Mrd. Euro erweist sich diese Sparte als eine der ertragreichsten unter den innovativen DL (Deckungsquote: 283%). Patente und Lizenzen Die Bedeutung von Patenten und Lizenzen ist ausfuhrseitig noch immer relativ gering, ihr Anteil betrug 1,6% bzw. 3,6%. Die Exporte nahmen um 1,0% zu, die Importe um -3,8% ab. Das Defizit lag bei 0,61 Mrd. Euro (2013: -0,68 Mrd. Euro). In dieser Bilanz wird deutlich, dass Österreich netto weiter ein "Technologienehmer" ist: Die Deckungsquote erreichte 57,0% (Höchstwert 2009: rd. 59%). Architektur-, Ingenieur- und sonstige technische Dienstleistungen Ihr Exportanteil liegt bei 6,3%, der Importanteil bei 4,0%, die Ausfuhren erhöhten sich um 1,8%, die Einfuhren sanken um -2,0%. Mit einem Überschuss von 1,5 Mrd. Euro (2013: 1,5 Mrd. Euro) liegt diese Branche an der Spitze innerhalb der innovativen DL (Deckungsquote: 196%). Wissensbasierte Dienstleistungen Diese Dienstleistungskategorie umfasst: Rechts- und Wirtschaftsdienste, Werbung und Marktforschung, Dienstleistungen für persönliche Zwecke, für Kultur und Erholung. Sowohl die Exporte als auch die Importe verzeichneten mit 9,5% bzw. 11,5% Zuwächse. Die Anteile lagen bei 6,5% exportseitig und bei 9,9% importseitig. Der Abgang belief sich auf -0,7 Mrd. Euro. 14

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