Zusammenfassung CVTS3 Studie, Betriebliche Weiterbildung in Deutschland

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1 Zusammenfassung CVTS3 Studie, Betriebliche Weiterbildung in Deutschland Die dritte europäische Erhebung zur betrieblichen Weiterbildung CVTS3 (erschienen in 2008) zeigt die Veränderungen zur Studie CVTS2 (erschienen 2002) auf. Bei einigen wichtigen Kennziffern sind in Deutschland Rückgänge zu verzeichnen: So nahmen der Anteil weiterbildender Unternehmen und der Anteil der Unternehmen, die Weiterbildung in Form von Kursen und Seminaren anbieten, ab. Ebenfalls sank der Anteil der Beschäftigten, die an betrieblichen Weiterbildungskursen teilnahmen, leicht. Die finanziellen Aufwendungen der Unternehmen waren deutlich rückläufig. Allein die Zahl der Weiterbildungsstunden je Beschäftigten blieb stabil. 1. Teilnahmequote im Vergleich der Länder in Europa Teilnahmequote: Angleichungstendenz in Europa, Rückgang in Deutschland Anteil der Teilnehmenden an betrieblichen Weiterbildungskursen (in Prozent der Beschäftigten in allen Unternehmen) Seite 1 von 8

2 Weitere Darstellungen beziehen sich nur auf Deutschland. 2. Angebot und die Teilnahme steigen mit Betriebsgröße 3. Die Weiterbildungsaktivitäten in innovativen Unternehmen Mit der Einführung neuer Produkte, Dienstleistungen oder Verfahren steigt die Weiterbildungsaktivität. Auch werden in diesem Zusammenhang andere Formen stärker als Lehrveranstaltungen genutzt. 4. Das Weiterbildungsangebot nach Wirtschaftsbereichen Höchste Werte bei Versicherungen und Kreditgewerbe (ca. 97%). Niedrigste Werte bei Baugewerbe (ca. 25%), Gastgewerbe (ca. 39%) und Einzelhandel ( ca. 40%). Seite 2 von 8

3 5. Kosten für Unternehmen mit Lehrveranstaltungen 6. Indirekte und direkte Kosten im Vergleich Die Personalausfallkosten (Lohnkosten) liegen höher als die direkten Kosten für die Lehrveranstaltungen. Im Durchschnitt 345 indirekte Kosten, zu 306 direkte Kosten je Beschäftigten. 7. Ermittlung des Weiterbildungsbedarfs Seite 3 von 8

4 Weiterbildende Unternehmen die nie eine systematische Entwicklung durchführen, bei KMU bis 250 Mitarbeiter: (ca. 60%). bei Unternehmen größer 1000 Mitarbeiter: (ca. 16%). 8. Weiterbildungsorganisationen Eigene Weiterbildungsorganisationen gibt es nennenswert nur bei Kredit- und Versicherungsgewerbe, (ca. 25% aller Unternehmen). 9. Mitarbeitergespräche Formalisierte Mitarbeitergespräche in weiterbildenden Unternehmen gibt es nie bei KMU bis 250 Mitarbeiter: (ca. 51%). bei Unternehmen größer 1000 Mitarbeiter: (ca. 20%). Formalisierte Mitarbeitergespräche in weiterbildenden Unternehmen gibt es regelmäßig bei KMU bis 250 Mitarbeiter: (ca. 17 %). bei Unternehmen größer 1000 Mitarbeiter: (ca. 45%). 10. Erfolgskontrolle Ohne jede Erfolgskontrolle nach Abschluss einer Weiterbildungsmaßnahme bei KMU bis 250 Mitarbeiter: (ca. 40 %). bei Unternehmen größer 1000 Mitarbeiter: (ca. 11 %). Seite 4 von 8

5 11. Formen der betrieblichen Weiterbildung Andere Formen der betrieblichen Weiterbildung sind ebenfalls rückläufig und weniger genutzt als Lehrveranstaltungen. Derzeit ist jedenfalls die betriebliche Weiterbildung in Kursen und Lehrveranstaltungen in Deutschland, gemessen an den Beteiligungsquoten, bedeutsamer als die arbeitsplatznahen/ arbeitsintegrierten Formen der Weiterbildung 12. Zunehmende Bedeutung fachübergreifender Kompetenzen Seite 5 von 8

6 13. Problemdruck bei Branchen Eine deutliche Mehrheit der befragten weiterbildenden Unternehmen bejaht die Aussage, dass sich aus dem prognostizierten Rückgang des Arbeitskräfteangebotes in Deutschland ab 2010 zukünftig Probleme für ihr Unternehmen ergeben können. Seite 6 von 8

7 14. Maßnahmen für ältere Beschäftigte Um ältere Beschäftigte längerfristig zu halten, werden Maßnahmen zum Erhalt der Arbeitsfähigkeit und innerbetriebliche Maßnahmen eingesetzt. Alternsgerechte Maßnahmen im Bereich der Personalentwicklung/ Weiterbildung spielen eine deutlich geringere Rolle. Die Unternehmen unterstützen ihre älteren Beschäftigten sowohl finanziell als auch durch Arbeitszeitregelungen. 15. Verzahnung zwischen beruflicher Ausbildung und betrieblicher Weiterbildung Nach den in der CVTS-Zusatzerhebung ermittelten Ergebnissen zeigt sich, dass eine enge Verzahnung zwischen beruflicher Ausbildung und betrieblicher Weiterbildung in lediglich 12 % der befragten weiterbildenden Unternehmen gegeben ist. Den befragten Verantwortlichen in den Unternehmen ist bewusst, dass eine solche Verzahnung künftig wichtiger wird. Indikatoren für die Intensität der Verzahnung der beruflichen Ausbildung und der betrieblichen Weiterbildung: Innerbetriebliche Organisation (Planung von Aus- und Weiterbildung und Einsatz des Ausbildungspersonals) Seite 7 von 8

8 Lernaktivitäten in den Unternehmen umschreiben (Nutzung von Wahlqualifikationen sowie von Zusatzqualifikationen als Instrumente der Ausbildung, die auch für die betriebliche Weiterbildung eingesetzt werden können) Externe Kooperation (Kooperation der Unternehmen mit anderen Unternehmen) 16. Un- und Angelernte Eine Differenzierung der verschiedenen Beschäftigtengruppen an den Weiterbildungsaktivitätenzeigt, dass Un- und Angelernte an allen Lernformen teilnehmen, allerdings in einem viel geringerem Maße als die anderen Beschäftigtengruppen. Die Fachkräfte nehmen im Vergleich zu den anderen Beschäftigtengruppen an allen Lernformen intensiv teil. Die Führungskräfte nehmen vor allem an externen Lehrveranstaltungen und Informationsveranstaltungen teil. 17. Teilnahme der Beschäftigten mit atypischen Beschäftigungsverhältnissen Die Beschäftigten mit Teilzeitarbeitsverträgen, befristeten Arbeitsverträgen und Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer werden in den Unternehmen unterschiedlich stark bei der Weiterbildung berücksichtigt: Vor allem Bildungsmaßnahmen für Beschäftigte mit Teilzeitarbeitsverträgen sowie mit befristeten Arbeitsverträgen sind wichtig. Leiharbeitnehmerinnen und arbeitnehmer nehmen deutlich weniger an betrieblicher Weiterbildung teil. Quellen: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2008 Berufliche Weiterbildung in Unternehmen Dritte europäische Erhebung uber die berufliche Weiterbildung in Unternehmen (CVTS3) BIBB-Report 7 / 2009 Betriebliche Weiterbildung in Deutschland: Erste ausgewählte Ergebnisse der CVTS3-Zusatzerhebung Projekt des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), Bonn 2008 Seite 8 von 8

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