Vorgehen zur Modernisierung kommunaler Innen- und Straßenbeleuchtung.

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1 Anton Barckhausen Vorgehen zur Modernisierung kommunaler Innen- und Straßenbeleuchtung. Ennepetal, 25. April

2 Die Kompetenz- und Handlungsfelder der dena. 2

3 Initiative EnergieEffizienz - Inhalte. Dachmarken-Kommunikation mit Entscheidungsträger aus Politik, Verbänden und Wirtschaft. Information, Motivation, Beratung und Service zu Technologien, Kauf- und Nutzerverhalten und Wirtschaftlichkeit für private Haushalte. Themen: Energieeffizienter Haushalt Haushaltsgeräte I&K-Technik (TV, PC & Co.) Beleuchtung Warmwasser/ Heizungspumpe Information, Motivation, Beratung und Service zu Technologien, Systemen und Wirtschaftlichkeit für Industrie & Gewerbe. Themen: Energiemanagement Querschnittstechnologien. (Druckluft, Pumpen, Lufttechnik, Kältetechnik, Förderung) Prozesswärme Beleuchtung Information, Motivation, Beratung und Service zu Technologien, Nutzerverhalten, Wirtschaftlichkeit und Beschaffung für Dienstleistungsunternehmen und öffentliche Einrichtungen. Themen: Energiemanagement Lüftung und Klimatisierung (Straßen-)Beleuchtung Bürogeräte, Rechenzentren Mitarbeitersensibilisierung Broschüren, Leitfäden, Handbücher, Auswahlhilfen, Datenbanken, Tools, Internet, Fachveranstaltungen, Schulungen, Aktions-/ Beratungstage, Ausstellungen, Wettbewerbe, Auszeichnungen, Referenzprojekte, Pressearbeit, Mediaschaltungen, Hotline, Mailings, Newsletter, Netzwerke, Umfragen, Marktanalysen. 3

4 EnergieEffizienz lohnt sich. Aus vielen Gründen: Klima- und Umweltschutz Verordnungen und Gesetze Risiko steigender Energiepreise minimieren Image Betriebskosten senken 4

5 Effizienzpotenziale im Gebäudesektor. Quelle: Studie Kosten und Potenziale zur Vermeidung von Treibhausgasen in Deutschland, 2007 (McKinsey & Company, Inc. im Auftrag von BDI Initiativ Wirtschaft für Klimaschutz AG Industrie) 5

6 Lotse Energieeffiziente Innen- und Straßenbeleuchtung. Ziele Beschleunigung des Austausches kommunaler Beleuchtungsanlagen gegen moderne energieeffiziente Systeme. Befähigung kommunaler Entscheidungsträger, Systeme mit hoher Beleuchtungsqualität und optimalen Lebenszykluskosten zu planen und auszuschreiben. Übergeordnetes Ziel ist die konsequente Implementierung von Energieeffizienzkriterien in den Beschaffungsprozess. Partner dena ZVEI - Fachverband Elektroleuchten KfW Bankengruppe DStGB - Inhaltliche Mitwirkung und Multiplikator 6

7 Der Lotse energieeffiziente Innenbeleuchtung. 7

8 Der Lotse Innenbeleuchtung 8

9 Der Ablauf des Modernisierungsprozesses. Ist-Analyse Planung Finanzierung Beschaffung Wartung und Kontrolle 9

10 Projektstart. Relevante Akteure in den Prozess einbeziehen. Überzeugende Argumente entwickeln. Kompetenzbeschreibung Mit Basisinformationen zu den Rahmenbedingungen ausstatten. Projektteam gebildet; Handlungsbedarf wurde erkannt 10

11 Projektteam bilden. Hauptverantwortlichen bestimmen, z.b. Energie oder Klimamanager. Die Stelle des Klimamanagers wird staatlich gefördert (Klimaschutzinitiative des BMU). Verwaltungsmitglieder involvieren: Technische Mitarbeiter (Facility Management). Kaufmännische Mitarbeiter (Kämmerer). Mitarbeiter der Beschaffungsstelle. Vorhandene Dienstleister frühzeitig in den Prozess einbinden. 11

12 Erster Schritt die Istanalyse. Begründung der Notwendigkeit einer Bestandserfassung. Detaillierte Bestandsanalyse erstellen. Argumente Erste Einordnung des eigenen Stromverbrauchs. Technische und wirtschaftliche Kenntnisse; Erste Potenzialabschätzung mit Benchmarks 12

13 Erste Abschätzung des Einsparpotenzials. -65% 13

14 Quick-Check-Tool 14

15 Ist-Analyse Von der Blackbox zur Detailansicht. Stromverbrauch der Beleuchtung Benchmark Einsparpotenzial vorhanden Kataster Anlagen mit großem Einsparpotenzial Analgen mit geringem Einsparpotenzial 15

16 Beispiel für ein Leuchtenkataster. Der Standort Allgemeines Die Leuchte Die Lampe Berechnung des Stromverbrauchs 16

17 Stromverbrauch MWh/ (km a) Erste Abschätzung des Einsparpotenzials. Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung Länge der beleuchteten Straßen Einwohnerzahl Einwohnerzahl Quelle: WIBERA-Umfrage: Straßenbeleuchtung eine kommunale Aufgabe im Wandel,

18 Dritter Schritt Planung und Finanzierung. Maßnahmen zur Energieeinsparung Vorgabe des rechtlichen Rahmens Übersicht Finanzierungsoptionen Technologieübersicht Priorisierung von Maßnahmen Sanierungsplan; Bewertung nach Lebenszykluskosten; Parameter für Ausschreibung 18

19 Einsparpotenziale und Maßnahmen Innenbeleuchtung. Verwendung von effizienten Leuchtmitteln an elektronischen Vorschaltgeräten. Einsatz effizienter Leuchten mit guter Lichtlenkung. Maximale Ausnutzung des verfügbaren Tageslichts durch tageslichtabhängige Lichtsteuerung. Vermeiden unnötiger Beleuchtung bei Abwesenheit durch die Verwendung von Präsenzmeldern. Vermeiden zu hoher Leistungszuschläge bei der Planung von Neuanlagen. Besonders bei hoher Schmutzbelastung: Einsatz von Lampen mit hoher Schutzart. 19

20 Investitionskosten vs. Lebenszykluskosten. 20

21 Priorisierung notwendig. Finanziell angespannte Situation macht eine weitere Priorisierung notwendig. Ziele überprüfen: Stromverbrauch reduzieren. Erstellung interner Benchmarks. Konkrete Planung aufsetzen. Lebenszykluskostenrechnung. Abgleich mit übergeordneten Zielen: Auswahl von Maßnahmen mit hoher Zielerfüllungsquote. Nutzung von Fördermitteln. 21

22 Finanzierungsentscheidung. Dank der Nutzung von Fördermitteln konnte das Projektbudget erheblich erhöht werden. Die Erhöhung des Projektbudgets mittels Contracting oder Kredit wurde im ersten Schritt negativ beschieden. Ca. 150 LP Ca. 260 LP Projektbudget Eigenmittel Projektbudget mit Eigenmitteln und Förderung Projektbudget mit Contracting oder Kredit Erwartete Einsparung ca. 5 Prozent. Maßnahmenplan sieht kontinuierlichen Austausch vor. Gesamtersparnis wird mit 60 Prozent abgeschätzt. 22

23 Vierter Schritt Beschaffung. Einbindung von Effizienzkriterien. Bestimmung des anzuwenden Vergabeverfahrens. Vorgehen Auswahl des wirtschaftlichen Angebots. Beschaffung unter Berücksichtigung von Lebenszykluskosten und Energieeffizienz. 23

24 Fünfter Schritt Wartung. Strukturierter Wartungsplan Maßnahmen zur Reduzierung der Betriebskosten. Übersicht Regelmäßige Evaluierung Wartungsplan wird gepflegt, evaluiert und ist Teil des Planungsprozesses 24

25 Optimierung im Rahmen eines Energiemanagements. 25

26 Rechenbeispiel Innenbeleuchtung, Kreditfinanziert, gefördert (BMU) Alte Anlage (T8) Neue Anlage (LED)

27 Umfrage zu kommunaler Straßenbeleuchtung. 27

28 Straßenbeleuchtung in Deutschland. Deutsche Kommunen betreiben ca. 9 Millionen Lichtpunkte. Ein Großteil der Straßenbeleuchtungsanlagen ist überaltert. Etwa 30 Prozent aller Anlagen stammen aus den 1960er Jahren. Moderne Anlagen kommen mit einem Bruchteil der Energie die zum Betrieb veralteter Anlagen benötigt wird aus. Stromkosten machen den weitaus größten Teil der Gesamtkosten aus. Quelle: Licht.de (Daten) Quelle: Licht.de 28

29 Verwendete Technologien. Im Betrieb befinden sich zu großen Teilen ineffiziente Leuchten und Lampen mit schlechten Lichttechnischen Eigenschaften. Über 30% der Leuchten sind noch mit Quecksilberdampflampen bestückt. Quelle: Licht.de (Daten) Quelle: Licht.de (Daten) 29

30 Anteil an Quecksilberdampflampen. 17,4% 20,7% 32,8% 29,2% Nicht vorhanden < 20% 20 bis 60% >60% 30

31 Bewirtschaftungsmodelle der Straßenbeleuchtung. 35,0% 3,1% 27,4% > EW 5000 < EW < < EW 10,0% 24,5% 0% 50% 100% Eigene Bewirtschaftung Eigene Bewirtschaftung mit Outsourcing von Leistungen Bewirtschaftung über Stadtwerke Bewirtschaftung über überregionalen Energieversorger Contracting 31

32 Technischer Zustand der Straßenbeleuchtung (Selbsteinschätzung). Über 50 % der Befragten bezeichnen die Straßenbeleuchtung in ihrer Kommune als (stark) modernisierungsbedürftig. 37,1% 11,7% 8,0% 43,2% Contracting Bewirtschaftung überregionales EVU Bewirtschaftung Stadtwerke Eigene Bewirtschaftung/Outsourcing Eigene Bewirtschaftung 0% 20% 40% 60% 80% 100% Stark modernisierungsbedürftig Modernisierungsbedürftig In gutem allgemeinem Zustand Kürzlich modernisiert 32

33 Vorhandensein eines Leuchtenkatasters. Nur gut die Hälfte der Befragten verfügt über ein strukturiertes, regelmäßig gepflegtes Leuchtenkataster. > EW 47,8% 52,2% 5000 < EW < < EW 0% 50% 100% Ja Nein 33

34 Bedeutung von Energieeffizienz bei Sanierungsentscheidungen. 20,7% 2,1% 77,3% 34

35 Einsatz von LED in der Straßenbeleuchtung. Kommunen sind immer noch zögerlich beim Einsatz von LED in der Straßenbeleuchtung. 48,2% 3,0% 8,1% 40,6% 35

36 Hemmnisse, die bei der Sanierung die Umsetzung verzögern oder verhindern können. Geringe öffentliche Akzeptanz befüchtet Geringere Priorität im Vergleich zu anderen Investitionsvorhaben Konzeption ist zu komplex Personalmangel Vertragliche Hemmnisse (z.b kein Einfluss durch bestehenden Konzessionsvertrag) Geringes (angenommenes) Kosteneinsparpotenzial Keine Finanzierungsmöglichkeiten Fehlender politischer Wille Trifft zu 0% 20% 40% 60% 80% 100% Trifft nicht zu 36

37 37

38 NASA/Chris Hadfield 38

39 Vielen Dank. 39

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