Steuerberater Das Original Klausur aus dem Gebiet Körperschaftsteuer

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1 GFS Seite 1 Steuerberater Das Original Klausur aus dem Gebiet Körperschaftsteuer (aktualisiert für Steuerberaterprüfung / Steuerberaterexamen 2016) A. Allgemeines Die 2014 gegründete A-UG (haftungsbeschränkt) - im Folgenden A-UG" - betreibt ein Autohaus in Berlin. Gesellschafter der A-UG sind die B-GmbH mit Sitz in Potsdam mit 60 %, X mit 30 % und Y mit 10 % (X und Y sind natürliche Personen mit Wohnsitz in Deutschland). Nach dem Gesellschaftsvertrag der A- UG sind Beschlüsse mit einer Dreiviertelmehrheit des vorhandenen Stammkapitals zu treffen. Das Geschäfts- und Wirtschaftsjahr der A-UG und der B-GmbH entspricht dem Kalenderjahr. Alleiniger Geschäftsführer der A-UG ist X. An der B-GmbH sind X mit 51 % und die Ehefrau des X mit 49 % beteiligt. Geschäftsführerin der B-GmbH ist die Ehefrau des X. Im Wirtschaftsjahr 2014 hat die A-UG einen Jahresüberschuss von erzielt. Ausschüttungen haben bisher nicht stattgefunden. Die A-UG hat für das Wirtschaftsjahr 2015 folgende Steuerbilanz erstellt: Steuerbilanz Beteiligung an T-GmbH Gezeichnetes Kapital Forderung ggü T-GmbH Gesetzliche Gewinnrücklage Sonstige Aktiva Bilanzgewinn Sonstige Passiva

2 GFS Seite 2 B. Einzelsachverhalte 1. Steuern und Erbschaften Die A-UG hat im Wirtschaftsjahr 2015 die Bildung einer Körperschaftsteuerrückstellung ihv ergebniswirksam gebucht. Im Januar 2015 fiel der A-UG die Erbschaft eines fremden Dritten ihv zu, für die sie Erbschaftsteuer ihv an das zuständige Finanzamt entrichtete. Beide Beträge wurden ergebniswirksam gebucht. 2. Pensionszusage Zeitgleich mit Abschluss des Anstellungsvertrags erteilte die A-UG schriftlich und zivilrechtlich wirksam dem zu diesem Zeitpunkt 45-jährigen Geschäftsführer X in 2014 die Zusage einer Pensionszahlung ab der Vollendung des 67. Lebensjahres. X war bisher nicht als Geschäftsführer tätig. Die steuerrechtlich zutreffenden Teilwerte der Pensionsverpflichtung der A-UG betrugen zum : und zum : Zur Finanzierung der Zusage schloss die A-UG eine Rückdeckungsversicherung ab, für die sie in 2014 und 2015 Prämien ihv jeweils entrichtete, die ergebniswirksam gebucht wurden. Die aus den Zahlungen resultierenden Rückdeckungsansprüche gegen die Versicherung sind steuerrechtlich zum mit und zum mit zu bewerten. Aufgrund eines Rechtsirrtums des Buchhalters der A-UG erfolgten mit Ausnahme der ergebniswirksamen Buchung der gezahlten Prämien hinsichtlich des gesamten Vorgangs weder in 2014 noch in 2015 irgendwelche Buchungen. 3. Ausländische Einkünfte In 2015 erzielte die A-UG aus einer Beteiligung an einer der deutschen Kapitalgesellschaftsform der GmbH vergleichbaren Gesellschaft mit Sitz und Geschäftsleitung in Oman eine Dividende ihv Die Beteiligung an dieser Gesellschaft besteht seit Gründung der A-UG ihv. 20%. Von dieser Dividende behielt die ausländische Gesellschaft Quellensteuern ihv ein. Die einbehaltene ausländische Steuer entspricht der deutschen Körperschaftsteuer und unterliegt keinem Ermäßigungsanspruch. In der Buchführung der A-UG wurde der Nettobetrag ihv als Beteiligungsertrag erfasst (per Bank an Beteiligungserträge). In Oman unterhielt die A-UG in 2015 eine Betriebsstätte. Der Gewinn vor Steuern der Betriebsstätte betrug Oman erhob anlässlich der Unterhaltung der Betriebsstätte in 2015 Steuern ihv Die ausländische Steuer wird zwar vom Einkommen erhoben, entspricht aber nicht der deutschen Körperschaftsteuer. In der Buchführung der A-UG wurden weder der Gewinn noch die Steuern erfasst. Deutschland hat mit Oman kein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen.

3 GFS Seite 3 4. Geschäftsführergehalt Am wurde das Geschäftsführergehalt des X von monatlich auf gerade noch angemessene erhöht. Die entsprechende Änderung des Anstellungsvertrags wurde zuvor ausschließlich von X in seiner Eigenschaft als Arbeitnehmer der A-UG und in seiner Eigenschaft als alleiniger Geschäftsführer der A-UG unterzeichnet. Die A-UG überwies X von Januar bis Dezember 2015 ein entsprechend erhöhtes Gehalt, das in der Buchführung der A-UG als Lohnaufwand erfasst wurde. Durch notariell beurkundeten Gesellschafterbeschluss der A-UG vom genehmigte die Gesellschafterversammlung mit den Stimmen der B-GmbH und Y die Erhöhung und beschloss zugleich die Änderung des Gesellschaftsvertrags dergestalt, dass X von den Beschränkungen des 181 BGB befreit wird. Der bei der Gesellschafterversammlung anwesende X wurde gem 47 (3) S. 2 GmbHG nicht zur Abstimmung zugelassen. Die Befreiung von den Beschränkungen des 181 BGB wurde am im Handelsregister eingetragen. Ein externer Sachverständiger vertritt gegenüber X die Auffassung, dass der Gewinn mindernde Abzug des erhöhten Geschäftsführergehalts am sog. Rückwirkungsverbot scheitern könnte. 5. Zuwendungen an den örtlichen Tierschutzverein e.v. Im Januar 2015 übertrug die A-UG diverse Aktien aus ihrem Anlagevermögen auf den örtlichen Tierschutzverein e.v. (Körperschaftsteuerfreistellungsbescheid liegt vor), dessen langjähriger Vorstandsvorsitzender der Sohn des X ist, der seinen Vater um Spenden für den Verein gebeten hatte. Der Sohn des X erhält bei dem Verein wegen seiner hohen zeitlichen Beanspruchung satzungsgemäß eine monatliche Vergütung von Dem Verein droht aufgrund der finanziellen Folgen eines Wasserschadens die Zahlungsunfähigkeit. Die Anschaffungskosten und der Buchwert der übertragenen Aktien betrugen ; der gemeine Wert der Aktien betrug im Januar 2015 aufgrund einer vorübergehenden Wertminderung 800. Der Vorgang wurde wie folgt gebucht: Außerordentlicher Aufwand an Wertpapiere Eine ordnungsgemäße Zuwendungsbestätigung liegt vor. Es handelt sich um die einzige Spende der A- UG seit ihrer Gründung Spenden an andere Organisationen sind nicht geplant. 6. Umwandlung Die A-UG ist seit 2014 zu 100 % an der T-GmbH beteiligt. Mit steuerlicher Wirkung zum wurde die T-GmbH auf die A-UG verschmolzen. Für die Beteiligten entstanden keine Umwandlungskosten.

4 GFS Seite 4 Der Anmeldung der Umwandlung der T-GmbH zum Handelsregister wurde die folgende Schlussbilanz beigefügt: Schlussbilanz T-GmbH Aktiva Gezeichnetes Kapital Verlustvortrag./ Jahresüberschuss Verbindlichkeiten ggü A-UG sonstige Passiva Die in der Bilanz ausgewiesene Verbindlichkeit gegenüber der A-UG resultiert aus einer von dieser in 2014 vorgenommenen Warenlieferung an die T-GmbH. Die A-UG hat von der korrespondierenden Kaufpreisforderung bereits zum steuerlich zulässig abgeschrieben (vgl Steuerbilanz zum der A-UG unter A. Allgemeines). Bis auf einen selbst geschaffenen Firmenwert ihv sind keine stillen Reserven vorhanden. Der ausgewiesene Jahresüberschuss entspricht dem laufenden steuerlichen Ergebnis vor Berücksichtung des Umwandlungsvorgangs und eines Verlustabzugs. Für die T-GmbH ist zum ein steuerlicher Verlustvortrag isd 10d EStG ihv festgestellt worden. Der Übergang des Vermögens der T-GmbH auf die A-UG ist in der von dieser aufgestellten Steuerbilanz auf den (s.o. unter Allgemeines) bisher nicht berücksichtigt. Aufgabe Ermitteln Sie unter Berücksichtigung der allgemeinen Angaben und der Einzelsachverhalte in den Textziffern 1 bis 6 das zu versteuernde Einkommen und die festzusetzende Körperschaftsteuer der nach 1 (1) KStG unbeschränkt steuerpflichtigen und buchführungspflichtigen A-UG für den Veranlagungszeitraum Bei der Ermittlung des zu versteuernden Einkommens ist kenntlich zu machen, ob Hinzurechnungen zum bzw Abrechnungen vom ermittelten Jahresüberschuss inner- oder außerbilanziell vorzunehmen sind. Zu ermitteln ist das für die A-UG jeweils günstigste Ergebnis. Begründen Sie Ihre Entscheidung unter Würdigung des gesamten Sachverhalts und unter Angabe der einschlägigen Rechtsgrundlagen.

5 GFS Seite 5 Hinweise Die Veranlagung des Jahres 2014 der A-UG ist bestandskräftig und nach den Vorschriften der AO nicht mehr änderbar. Erforderliche Anträge gelten als gestellt. Auf Cent lautende Beträge sind abzurunden. Aus Vereinfachungsgründen sind Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag nicht zu berücksichtigen. Die T-GmbH hat für den Veranlagungszeitraum 2015 keine Steuererklärungen eingereicht und sich auch nicht in anderer Weise gegenüber dem Finanzamt zum Verschmelzungsvorgang geäußert. Stellen Sie dar, wie dieser Vorgang für die A-UG und die T-GmbH zu gestalten ist, um für beide Gesellschaften das günstigste steuerliche Ergebnis zu erreichen und bauen Sie darauf die weitere Lösung auf.

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