Tierleben im kredit-dschungel

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1 Geschäftsbericht 2012 presents Tierleben im kredit-dschungel 1

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3 der Geier Pleiıteıgeiıer, der Substantiv : Zusammenfassende Bezeichnung für adlerartige, mit wenigen Ausnahmen Aas fressende Vögel. Bevorzugtes Jagdrevier sind eigenkapitalschwache und cashflowlose Sumpfgebiete. Ob seines Schädlingscharakters jahrelang vom PRISMA Team bekämpft, mit Aussterben ist dennoch nicht zu rechnen.

4 das Schaf Schwarızes Schaf, das Tatsache : Tarnt sich gut, hält sich im Hintergrund, bevorzugte Mahlzeit: Nachtschattengewächse. Macht durch listiges und unseriöses Verhalten auf sich aufmerksam. Feindbild Nummer 1 im PRISMA Land. PRISMA Ranger sind darauf spezialisiert, es aufzuspüren und ihm den Pelz zu waschen.

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7 der Hecht Tolıler Heıcht, der geflügeltes Wort : Bezeichnet einen Typ der männlichen Spezies, fällt durch ausgeprägtes Imponiergehabe auf, neigt zum Aufplustern und ist krisenanfällig. Hat in den PRISMA Fischgründen einen schweren Stand und gilt als eine vom Aussterben bedrohte Art.

8 der Hase Alıter Haıse, der Gattung : Besonders verbreitet in der österreichischen Kreditversicherungs- und Bankenszene. Besticht durch umfangreiche Branchenkenntnis. Vermertes Auftreten unter den seldenen Tieren des PRISMA Reiches. Sorgt für Ruhe in stürmischen Zeiten, schlägt seine Haken ausschließlich zum Wohle des gesamten Öko(nomischen)-Systems.

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10 Kennzahlen per ** Prämie (abgegrenzte) Eigenmittel* EGT Jahresgewinn** * inklusive unversteuerter Rücklagen in TEUR ** Trotz des rückläufigen Umsatzes und einer höheren Schadensquote haben sich Eigenmittel, EGT und Jahresgewinn im Vergleich zum Vorjahr wesentlich verbessert. Das ergibt sich aus Sondereffekten infolge einer Verschmelzung der OeKB Südosteuropa Holding mit PRISMA und den Auswirkungen einer geänderten Rückversicherungsstruktur. PRISMA ist unangefochten Marktführer in Österreich. PRISMA arbeitet verstärkt im Sanierungsmanagement angeschlagener Unternehmen. PRISMA rüstet sich mit einem respektablen Ergebnis für unsichere Zeiten. PRISMA etabliert in Serbien eine Servicegesellschaft. PRISMA Mitarbeiter geben ihren Führungskräften ein sehr gutes Feedback. 10

11 Inhalt Vorwort des Vorstandes 13 Bericht des Aufsichtsrates 14 Organe der Gesellschaft 15 Lagebericht 17 Was für eine Safari? 17 Wirtschaftliches Umfeld 20 Finanzielle Leistungsindikatoren 23 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 29 Risikobericht 31 Ausblick Geschäftsergebnis 36 Gewinnverwendung 36 Sonstige Angaben 36 Jahresabschluss 37 Bilanz 38 Gewinn- und Verlustrechnung 40 Anhang 44 Business Report 54 Report of the Supervisory Board 55 Introduction from the Board of Management 57 Management Report 58 Annual Financial Statements 62 Profit and Loss Account 64 Impressum 66

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13 Vorwort des Vorstandes Sehr geehrte Damen und Herren, was sind wir eigentlich? Jäger oder Gejagte? Ehrlich gesagt: Im vergangenen Jahr haben wir uns das so manches Mal gefragt. Warum? Weil die Zeiten so anders geworden sind, als wir es lange gewohnt waren. Die konjunkturellen Entwicklungen sind viel unsteter und widersprüchlicher als noch vor fünf Jahren, die Prognosen viel ungenauer und unsicherer. Unser Euro ist der überhaupt noch stabil? Prominente Unternehmen fordern uns überraschend im Krisen- und Sanierungsmanagement besonders im letzten Quartal Welche Rolle wollen wir dabei übernehmen, für Sie und für uns? Ganz klar: Natürlich wollen wir der Jäger sein! Wir wollen so weit und so gut wie möglich gestalten. Zum Glück sind wir dabei nicht allein: Mutige Löwen, fleißige Bienen und alte Hasen begleiten uns in diesem Ökosystem. Sie helfen uns, brenzlige Situationen zu bewältigen, schwarze Schafe zu identifizieren oder kreisende Pleitegeier einzufangen. Konkreter: In immer mehr Verhandlungen mit Banken und anderen Gläubigern setzen wir uns für die Fortführung von Betrieben ein. Damit handeln wir in erster Linie im Sinne unserer Kunden, der Lieferanten. Wir werden damit der wichtigsten Rolle des Kreditversicherers gerecht, nämlich Schadensvermeidung und -verminderung zu betreiben. Dennoch ist unsere Schadensquote angestiegen, besonders im letzten Quartal, das natürlich auch ein Indikator für das neue Jahr ist. Auch wurden wir mit einem Umsatzminus konfrontiert. Dieses lag zum einen an der sehr verhaltenen Marktnachfrage und zum anderen an konjunkturbedingten Umsatzrückgängen bei den bestehenden Kunden. Bettina Selden zieht sich nach 18 erfolgreichen PRISMA Jahren in den Ruhestand zurück. Damit geht für uns als Vorstandsduo eine Ära zu Ende. Ab 1. April 2013 wird Helmut Altenburger bei PRISMA und weiterhin in der Schwestergesellschaft OeKB Versicherung AG als Vorstand die internen Servicebereiche verantworten. Die beiden Unternehmen werden enger zusammenarbeiten, zugleich aber ihre spezifischen Kompetenzen stärken. Ludwig Mertes wird in Zukunft bei PRISMA die Verantwortung für alle marktnahen Bereiche tragen. Zurück in die Wildbahn! Wir freuen uns auf weitere Safaris mit Ihnen, sind mit mutigen Löwen, fleißigen Bienen und alten Hasen ein gut aufgestelltes Expeditionsteam und wollen Sie gerne sicher und erfolgreich durch den Dschungel geleiten. Konkreter: Wir kämpfen auch dieses Jahr wieder für Risikoübernahmen im bestmöglichen Umfang und im Sinne unserer Kunden. Wir danken Ihnen für das Vertrauen! Unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken wir für das große Engagement. Bettina Selden Mitglied des Vorstandes Ludwig Mertes Mitglied des Vorstandes 13

14 Bericht des Aufsichtsrates Sehr geehrte Damen und Herren, auch 2012 war von konjunktureller Instabilität und Unsicherheit geprägt. Um als Unternehmen erfolgreich zu sein, ist die flexible und rasche Anpassung an ein geändertes wirtschaftliches Umfeld wesentlich. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates gratuliere ich dem Management und den Mitarbeiter(inne)n zum respektablen Geschäftsergebnis Es spiegelt die Professionalität des Unternehmens wider. Der Aufsichtsrat wurde vom Vorstand laufend und umfassend über die Geschäftsentwicklung sowie die Lage der Gesellschaft und ihrer Beteiligungen informiert. Regelmäßige Sitzungen sowie zeit nahe mündliche und schrift liche Be - richte des Vorstandes ermöglichten es uns, die vom Gesetz und der Satzung übertragenen Aufgaben wahrzunehmen. Die KPMG Austria AG Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft hat Buchführung, Jahresabschluss 2012 und Lagebericht geprüft und erteilt den uneingeschränkten Bestätigungsvermerk. Der Aufsichtsrat stimmt mit dem Prüfungs ergebnis der Abschlussprüfung überein. Wir haben den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012, den Lagebericht und den Vorschlag des Vorstandes für die Gewinnverwendung geprüft. Nach dem abschließenden Ergebnis dieser Prüfung ist kein Anlass zur Beanstandung gegeben. Wir billigen den vom Vorstand aufgestellten Jahresabschluss, der damit nach 96 Absatz 4 Aktiengesetz festgestellt ist. Dem Vorschlag des Vorstandes für die Gewinnverwendung schließen wir uns an und empfehlen der Hauptversammlung, ihn anzunehmen. Bettina Selden scheidet am 31. März 2013 aus dem Vorstand aus. Ich bedanke mich für ihre langjährige hervorragende Arbeit für das Unternehmen und die gute Zusammenarbeit mit ihr. Im Namen des Aufsichtsrates wünsche ich ihr für ihren Ruhestand das Allerbeste. Helmut Altenburger übernimmt ab 1. April 2013 neben der OeKB Versicherung AG auch eine Vorstandsfunktion in der PRISMA Kreditversicherungs-AG. Wir wünschen ihm viel Erfolg für seine zukünftigen Aufgaben. Für den Aufsichtsrat Dr. Rudolf Scholten Wien, im März 2013 Vorsitzender 14

15 Organe der Gesellschaft Aufsichtsrat Dr. Rudolf Scholten Mitglied des Vorstandes der Oesterreichischen Kontrollbank AG Vorsitzender Mag. Sylvia Doritsch-Isepp Direktorin der Oesterreichischen Kontrollbank AG Ralf Meurer Vorsitzender des Vorstandes der Euler Hermes Deutschland AG Vorsitzender-Stellvertreter Silke Grimm Mitglied des Vorstandes der Euler Hermes Deutschland AG Mag. Angelika Sommer-Hemetsberger Direktorin der Oesterreichischen Kontrollbank AG Vorstand Ludwig Mertes Geboren 1960 in Versailles. Seit 2006 Mitglied des Vorstandes der PRISMA Kreditversicherungs-AG. Seit 2008 Mitglied des Vorstandes der OeKB EH Beteiligungs- und Management AG. Zuständig für die Bereiche Verkauf, Vertrag, IT, Unternehmenskommunikation/Marketing. Mag. Bettina Selden Geboren 1952 in Salzburg. Seit 1995 Mitglied des Vorstandes der PRISMA Kreditversicherungs-AG. Seit 2008 Mitglied des Vorstandes der OeKB EH Beteiligungs- und Management AG. Zuständig für die Bereiche Kreditprüfung, Versicherungsleistung, Risikomanagement und Controlling, Rechnungsund Personalwesen. Prokuristen Mag. Herbert Gspan Frank Henze Mag. Georg Höller Mag. Elfriede Holnsteiner Holger Köhn Mag. Marion Koinig Mag. Marina Machan-Kaiser Dr. Irmgard Paul Mag. Melitta Schabauer Dr. Hubert Viehauser 15

16 die Elster Dieıbiısche Elsıter, die Redewendung : Bezeichnet einen Vogel aus der Familie der Raben, im Mittelalter auch Galgenvogel. Typisches Beuteschema: der gedeckte Tisch von Verwandten wie etwa blinden Hühnern und Unschuldslämmern. Taucht hie und da an PRISMA Wasserstellen auf, wurde jedoch über die Jahre durch den gezielten Einsatz von Bonitätsmonitoring dezimiert.

17 Lagebericht Was für eine Safari? Unser Einstieg in den Geschäftsbericht entführt heuer in das Tierreich. Großwild, Jagd, Abenteuer, Risiko, Freiheit diese Begriffe fallen uns ein, wenn wir an das abgelaufene Jahr 2012 denken. Im vorliegenden Geschäftsbericht stellen wir Ihnen Typen vor, die Sie und wir alle gut kennen, oder? Zu jeder einzelnen Spezies haben wir angenehme, Furcht einflößende oder auch spannungsgeladene Assoziationen. Was war 2012 im Dickicht von Wirtschaft, Politik, Konjunktur und Krisenbewältigung los? Schwächelnde Entwicklungen in den Industrieländern und stark aufholende Wirtschaftsräume in Asien und Südamerika, Skandale und Unregelmäßigkeiten in der Finanzindustrie alles Umstände, zu deren Bewältigung Wirtschaftstreibende eine besonders dicke Elefantenhaut benötigen, um zu bestehen. Pleitegeier schwangen sich durch die Lüfte, diebische Elstern trieben ihr Unwesen, und so manchem alten Hasen hat es die Rede verschlagen. Es war nicht immer einfach, die Übersicht zu behalten. Lagebericht Wir haben gearbeitet wie immer: Mit Adleraugen beobachtet, mutig wie Löwen Entscheidungen getroffen und dabei Ruhe und einen kühlen Kopf bewahrt. In Deckung gehen oder in Deckung bleiben? Wann brauchen wir Ruhe und einen kühlen Kopf? In kritischen Risikosituationen stellt sich für Kreditversicherer immer wieder die Frage: In Deckung gehen oder so lange wie vertretbar in Deckung bleiben? Das gilt vor allem für Entscheidungen, die weitreichende Konsequenzen haben, im Unternehmensumfeld, aber auch in der Volkswirtschaft. Der Informationsdschungel ist oft undurchdringlich, und aufgeregte Safariteilnehmer müssen gebändigt werden. So sind wir auch sehr stolz auf unsere nachhaltige Begleitung von großen Sanierungsfällen, die wir im abgelaufenen Jahr zu bewältigen hatten. Wann immer Unternehmen, die in finanziellen Problemen stecken, bereit sind, mit Banken und Kreditversicherern konstruktiv über Sanierungsmöglichkeiten zu sprechen, tun wir aus unserem Verständnis heraus alles, was sinnvoll und machbar scheint, um den Fortbestand der Betriebe mitzutragen. Auf der Basis von finanziellen Analysen werden Fortführungsszenarien erarbeitet und die Gläubiger einigen sich auf ein gemeinsames Konzept. Dieses Konzept sieht in der Regel Beiträge aller Kreditgeber einschließlich der Kreditversicherer und der Eigentümer vor. So hat der Pleitegeier keine Chance. Es ist zu erwarten, dass die Volumina an Lieferantenkrediten aufgrund von Basel III sogar stärker als Bankkredite steigen, da die Banken in der Kreditvergabe restriktiver werden könnten. Unsere Position im Sanierungsmanagement wird also tendenziell an Bedeutung gewinnen. 17

18 Die Solvency-Vorschriften für Versicherer Solvency II sind Vorschriften für Versicherungsunternehmen ähnlich wie Basel II für die Banken. Es geht um Kapitalausstattung, Risikobewertung und Reportingsysteme. Es stellt den größten Eingriff in die Versicherungswirtschaft seit 30 Jahren dar und bedeutet für die gesamte Branche eine enorme Belastung. Eine Vielzahl von organisatorischen Erfordernissen kostet nicht nur Geld, sondern bindet auch zeitliche Kapazitäten. Die neuen Vorschriften reichen weit in alle Bereiche des Hauses hinein. Um die Veränderungen gut zu managen, wurde bei PRISMA ein Projekt gestartet. Das Projektteam hat von Anfang an ein spezielles Augenmerk darauf gelegt, dieses komplexe Thema allen Mitarbeitern zu vermitteln. Aus heutiger Sicht lässt sich sagen: Positiv betrachtet ist es ein gutes Instrument, der Weg dorthin ist jedoch tierisch anstrengend und sehr komplex. Strenge Gewaltenteilung ein Gebot der Stunde Analog zu den Strukturen im Euler Hermes-Konzern sind wir dabei, den Bereich Kreditprüfung neu zu organisieren. Diese Entscheidung folgt dem Erfordernis einer klaren Gewaltentrennung zwischen Informationsbeschaffung, Rating und individueller Kreditentscheidung. In der neuen Organisation entstehen die drei Bereiche Information & Rating, Risk Underwriting und Credit Management. Sie werden inhaltlich sehr eng verbunden sein, organisatorisch jedoch unabhängig voneinander arbeiten. Besonderes Augenmerk wird auf streng abgegrenzte Kompetenzen und Verantwortlichkeiten gelegt. Information & Rating ist für die Einholung und Verarbeitung von Informationen über Unternehmen in Österreich und den Ländern Ex-Jugoslawiens verantwortlich. Auf der Basis dieser Informationen werden Ratings festgelegt und die Risiken überwacht. Risk Underwriting legt Kreditentscheidungen fest, überwacht die Gesamtengagements und trifft Entscheidungen über allenfalls notwendige risikobezogene Maßnahmen. Credit Management gewährleistet im Einzelfall kundenspezifische, eventuell von der Norm abweichende Regelungen. Daneben werden in diesem Bereich die Kreditentscheidungen für Investitionsgütergeschäfte getroffen. Die Umsetzung wird bis Mitte 2013 erfolgt sein. Die IT die fleißigen Bienen im Hintergrund Neben den ohnehin schon hohen Anforderungen an die IT, die aus dem laufenden Betrieb entstehen, beschäftigt sich der Bereich seit einiger Zeit mit zwei Großprojekten: der Umsetzung des Solvency- II-Projektes und den Bestimmungen für den Zahlungsverkehr SEPA, die einheitliche Standards für den Eurozahlungsverkehr festlegen. Diese beiden großen Vorhaben erfordern einen enormen Einsatz, der darüber hinaus stark termingebunden ist. Die Einführung des Planungstools JIRA als Konsequenz aus der Mitarbeiterbefragung Mitte des Jahres soll die Priorisierung, Transparenz, Planbarkeit und Termintreue im Hinblick auf IT-Projekte für alle Beteiligten verbessern. 18

19 Was tut sich im Markt? Die R+V Versicherung AG ist ein in Deutschland gut eingeführter Versicherer, der neben diversen anderen Produkten auch Kreditversicherungen anbietet. Nach unseren Informationen ist das Unternehmen im Laufe des Jahres 2012 damit auch in Österreich auf den Markt gekommen. Es dürfte sich auf den KMU-Sektor konzentrieren. Wir beobachten diesen neuen Safariteilnehmer mit unserem PRISMA Fernglas. Aktivitäten in Südosteuropa Mit dem Verschmelzungsvertrag vom 22. März 2012 wurde die OeKB Südosteuropa Holding Ges. m. b. H. als übertragende Gesellschaft mit der PRISMA Kreditversicherungs-AG als aufnehmender Gesellschaft verschmolzen. PRISMA hat somit eine Minderheitsbeteiligung an HKO Hrvatsko Kreditno Osiguranje d. d. in Kroatien erworben. Diese Anteile wurden 2012 wieder verkauft. Die Partner beabsichtigen, zukünftig in einzelnen Geschäftsfällen zusammenzuarbeiten. Als weitere Folge der Verschmelzung wurde PRISMA 100-prozentiger Eigentümer von PRISMA Risk Services d. o. o. Dieses Investment entwickelt sich positiv. Bettina Selden geht Helmut Altenburger wird Vorstand bei PRISMA Bettina Selden geht nach 18 Jahren Vorstandstätigkeit mit April 2013 in Pension. Sie hat die Entwicklung von PRISMA nachhaltig mitgestaltet und ist in der Öffentlichkeit eine gefragte Expertin in Sachen Kreditversicherung, Sanierungsunterstützung und Insolvenzvermeidung. Damit ist es ihr nicht nur gelungen, den Weg von PRISMA zum Marktführer in Österreich zu begleiten, sondern auch Zahlungsausfälle für PRISMA Kunden und Schäden für PRISMA selbst im Rahmen zu halten. Sie konnte als oberste Risikomanagerin von PRISMA im Speziellen für Zufriedenheit bei den Kunden sorgen, wenn sie in Deckungen blieb, solange es irgendwie machbar war. Diese Aufgaben wird zukünftig Ludwig Mertes übernehmen. Helmut Altenburger wird ab 1. April 2013 Mitglied des Vorstandes bei PRISMA und der Schwestergesellschaft OeKB Versicherung AG. Er verantwortet in beiden Unternehmen die internen Servicefunktionen Rechnungswesen, Personalwesen, Risikomanagement, Controlling, IT und Versicherungsleistung. Damit geht eine intensivere Zusammenarbeit der beiden Gesellschaften PRISMA und OeKB Versicherung AG einher. Bei aller Unterschiedlichkeit gilt es, Gemeinsamkeiten zu stärken und die beiden Markenprofile zu schärfen. 19

20 Wirtschaftliches Umfeld Das Österreichische Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) meldet mit Ende des Jahres 2012 für Österreich eine leichte Konjunkturbelebung. Für 2013 wird ein reales Wachstum von 1 Prozent erwartet. Für 2014 geht man sogar von 1,8 Prozent aus. Damit würde sich das Wachstum der österreichischen Wirtschaft wieder längerfristig positiv entwickeln. Unsere heimische Nachfrage bleibt zwar anhaltend schwach, das konnte allerdings durch zunehmende Exporte kompensiert werden. Diesem Umstand verdanken wir auch die Wachstumsaussichten. Voraussetzung dafür ist, dass sich die Staatsschuldenkrise nicht signifikant verschärft und Investoren wie Konsumenten wieder Mut fassen. Letztere könnten mit Blick auf den Verbraucherpreisindex (VPI) Sicherheit gewinnen. Unter der Annahme eines leichten Rückganges der Rohölnotierungen entwickelt sich der Preisdruck in Österreich moderat. Nach einer Teuerungsrate von 2,4 Prozent im Jahr 2012 dürfte der VPI 2013 um 2,1 Prozent und 2014 um 2 Prozent steigen. Das WIFO weist ausdrücklich auf das hohe Maß an Unsicherheit in dieser Prognose hin. Erholen sich die Wirtschaft im Euroraum und die Weltkonjunktur schneller, wird Österreich aufgrund der guten Grundkonstitution vorne mit dabei sein und im Vergleich zu anderen europäischen Ländern kräftig expandieren. Dem stehen Abwärtsrisiken wie eine langsamere Belebung der Weltwirtschaft und eine neuerliche Verschärfung der Schuldenkrise in einigen Ländern gegenüber. Wirtschaftswachstum Veränderung des realen BIP in Prozent Quelle: Statistik Austria, WIFO 5,0 4,5 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0, Problemzonen unter der Lupe Die Arbeitslosigkeit in Europa hat sich trotz anhaltender Beschäftigungsausweitung im letzten Jahr erhöht. Das Angebot an Arbeitskräften nahm stärker zu als die Nachfrage. Vor allem Saisoneffekte belasten den Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote blieb im Oktober 2012 außerordentlich hoch: im Euro-Raum 11,7 Prozent, in der EU insgesamt 10,7 Prozent. Die Kluft innerhalb der eu- 20

21 ropäischen Wirtschaftsräume ist unverändert groß: Die höchste Arbeitslosenquote verzeichneten Spanien (26,2 Prozent) und Griechenland (25,4 Prozent), die niedrigste wurde in Österreich (4,3 Prozent) gemessen. Die Wirtschaftsleistung einzelner Länder entwickelt sich unterschiedlich: Wirtschaftszuwächse im klassischen Sinn waren nur in den baltischen Ländern zu finden (Litauen 1,3 Prozent, Estland und Lettland 1,7 Prozent). Die Lage in den Krisenländern Spanien, Portugal, Italien und Zypern blieb und bleibt kritisch. Während die Wirtschaftsleistung in Deutschland und Frankreich um jeweils 0,2 Prozent zunahm, ging sie in den Krisenländern Spanien, Italien und Portugal weiter zurück. Ausgehend von der Nachfrageschwäche in den Industrieländern war der Welthandel zuletzt insgesamt weiter rückläufig. In den USA wurden die Daten zur Inlandsnachfrage nach unten revidiert, Japans Wirtschaft leidet unter dem Exportrückgang, in China dürfte der Tiefpunkt der Wachstumsverlangsamung durchschritten sein. Die Weltwirtschaft eine gemischte Bilanz Das Weltwirtschaftswachstum hat sich 2012 das zweite Jahr in Folge verlangsamt. Die Entwicklungsländer verzeichneten einen deutlichen Abschwung, sind aber insgesamt mit einem Wachstum von 4,5 Prozent weiterhin die Motoren der weltweiten Konjunktur. Für die zweite Jahreshälfte 2013 wird eine allmähliche Erholung prognostiziert, getragen vom Wachstum in den Entwicklungsländern. In den großen Schwellenländern beginnen wirtschaftspolitische Maßnahmen wie die Förderung von Infrastrukturprojekten oder die Ankurbelung des Konsums Wirkung zu zeigen. Im Falle der Erholung der Gesamtwirtschaft könnte die Nachfrage nach Rohstoffen in den Schwellenländern wieder ansteigen, was wiederum für Preis- und Inflationsdruck sorgen wird. Internationale Insolvenzentwicklung Die weltweite Konjunkturschwäche treibt die Firmeninsolvenzen nicht nur 2012, sondern auch noch 2013 nach oben. Österreich lag Ende letzten Jahres bei 2,9 Prozent. Für 2013 rechnen die Euler Hermes-Experten mit einem neuerlichen Plus von 1 Prozent. Weit weniger optimistisch sieht der KSV die Entwicklung für 2013 in Österreich und geht von einer Zunahme um 5 bis 7 Prozent aus, weil er die Probleme aus der Finanzkrise 2008 als bei Weitem noch nicht ausgestanden betrachtet. PRISMA registriert vermehrt Schadens- und Problemfälle, die sowohl zahlenmäßig als auch betragsmäßig massiv nach oben gehen. Darüber hinaus ist die Entwicklung in Österreich traditionell stark mit jener in Deutschland und Italien verbunden, den beiden großen Absatzmärkten der österreichischen Exportwirtschaft. Die Prognosen für Deutschland sind derzeit gedämpft optimistisch, und die Insolvenzen in Italien steigen. In beinahe allen Ländern, die 2011 einen Rückgang der Insolvenzen verzeichneten, hat sich dieser Abwärtstrend verflacht, wie zum Beispiel in den USA, Kanada und Deutschland. In manchen Ländern wie in Österreich, Schweden oder Russland sind die Insolvenzen von 2011 auf 2012 schon wieder gestiegen. 21

22 In anderen Ländern, wo die Insolvenzzahlen bereits 2011 zunahmen, hat sich der Anstieg der Unternehmenspleiten fortgesetzt, wie in Griechenland und Italien, oder tatsächlich verstärkt, wie in Spanien. Nur Norwegen kann einen signifikanten Rückgang der Unternehmensinsolvenzen verzeichnen. Der wirtschaftliche Ausblick für 2013 lässt insgesamt keine Verbesserung bei den Insolvenzzahlen erwarten, da die erhoffte Rückkehr zum Wachstum insbesondere in der Eurozone zu spät kommt und der Aufschwung im Rest der Welt zu schwach und uneinheitlich sein wird, um sich 2013 spürbar auf die Lage der Unternehmen auszuwirken. Insgesamt werden die Insolvenzen 2013 voraussichtlich neuerlich signifikant über dem Tief von 2007 liegen, allerdings nicht den Rekordwert von 2009 erreichen. Besonders hart wird es erneut Spanien (+22 Prozent) und Griechenland (+10 Prozent) treffen. Internationale Insolvenzentwicklung 2012 Veränderung zum Vorjahr in % und Zahl VERÄNDERUNG Westeuropa 2011/ /2013 Spanien 29,9 % 22,4 % Griechenland 30,0 % 10,0 % Belgien 7,4 % 5,4 % Italien 6,7 % 2,3 % Dänemark -1,2 % 1,9 % Frankreich 2,8 % 1,6 % Irland 7,4 % 1,1 % Deutschland 0,0 % 1,0 % Schweiz 1,0 % 0,0 % Schweden 9,9 % 0,0 % Finnland 5,0 % -0,3 % Portugal 48,1 % -1,8 % Großbritannien -1,5 % -3,0 % Norwegen -10,0 % -4,1 % Luxemburg 13,1 % -4,5 % Niederlande 25,1 % -5,0 % Quelle: Schätzung Euler Hermes, Stand: 10/2012; Österreich-Daten KSV1870, Stand: 01/2013 ANZAHL Mittel-/Osteuropa Tschechien 5,2 % 5,9 % Slowakei 2,0 % 5,0 % Polen 15,0 % 2,0 % Russland 5,0 % -3,9 % Ungarn 15,7 % -8,7 % Übersee Japan -2,6 % 2,4 % China -5,2 % 2,1 % Kanada -2,8 % -2,0 % USA -10,5 % -8,1 % Österreich 2,9 % 6,0 %

23 Für Lieferanten, die Zahlungsziele gewähren müssen, heißt dies weiterhin, dass sie das Debitorenrisiko genau im Auge behalten müssen. Die Bestimmungen von Basel III für Banken lassen auch vermuten, dass Bankkredite restriktiver vergeben und oftmals durch Lieferantenkredite ersetzt werden. Damit hat der Lieferant vermehrt das Ausfallsrisiko zu tragen. Finanzielle Leistungsindikatoren Erfolgswirksame finanzielle Leistungsindikatoren Prämienentwicklung Die verrechneten und die abgegrenzten Prämien entwickelten sich wie folgt: Verrechnete Prämien (in TEUR) Veränderung Veränderung absolut in % Kreditversicherung ,9 Vertrauensschadenversicherung ,0 Gesamt direktes Geschäft ,9 Indirektes Geschäft ,7 Abgegrenzte Prämien (in TEUR) Veränderung Veränderung absolut in % Kreditversicherung ,1 Vertrauensschadenversicherung ,0 Gesamt direktes Geschäft ,2 Indirektes Geschäft ,7 Entwicklung des Versicherungsbestandes Umsatzentwicklung Die Umsatzentwicklung ist leicht unter dem Plan und auch unter den Vorjahresergebnissen geblieben. Die verrechneten Prämien im direkten Geschäft betrugen 54,6 Millionen Euro, das ist ein Minus von 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Davon entfallen auf die beiden Hauptsparten Prisma Global und Prisma Plus 54 Millionen Euro. Prisma Invest, die Versicherung für Investitionsgütergeschäfte, brachte 0,6 Millionen Euro. Der Gesamtumsatz aus direktem und indirektem Geschäft liegt mit 56,8 Millionen Euro um 3,3 Prozent unter dem Vorjahr. Sehr gut entwickelte sich das Geschäft der PRISMA Risikoservice 23

24 GmbH & Co KG. Sonstige Gebühren für Kreditprüfung, Gebühren für die Prüfung österreichischer Risiken, die von Euler Hermes-Konzerngesellschaften angefragt werden, sowie auslaufende Gebühren aus Inkasso und Rating liegen mit einer Steigerung von 4,6 Prozent über dem Vorjahr und betragen 12,2 Millionen Euro. Neugeschäft Das Neugeschäft einschließlich Ausweitungen und Prämienerhöhungen im Bestandsgeschäft liegt über dem Vorjahr, obwohl die Kundengewinnung insgesamt schwierig war. Vertragsbestand Am hatten wir Verträge im Bestand. Das waren um 0,6 Prozent weniger als am Die Vertragskündigungen waren vom Prämienvolumen und von der Anzahl her weit niedriger als im Vergleichszeitraum Kreditprüfung Die Zahl der neuen Kreditprüfungsanträge ist um 0,5 Prozent auf gestiegen. Das Gesamtobligo ist um 6,7 Prozent auf 20,7 Milliarden Euro gestiegen. Versicherungsleistungen Die wirksamen Schäden erreichten 2012 eine Höhe von ,92 EUR, das sind 39,88 Prozent (2011: 35,64 Prozent) der abgegrenzten Prämien. Versicherungsleistungen Gesamtrechnung (in TEUR) Veränderung absolut Kreditversicherung Vertrauensschadenversicherung Gesamt direktes Geschäft Indirektes Geschäft Aufwendungen für die erfolgsunabhängige Prämienrückerstattung (in TEUR) Veränderung absolut Kreditversicherung Gesamt Entwicklung der Kosten Die Kosten für das Gesamtunternehmen entwickelten sich im Vergleich zum Vorjahr wie folgt: 24

25 Kosten (in TEUR) Veränderung Veränderung absolut in % Versicherungsabschluss ,3 Sonstige Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb ,0 Schadensregulierungsaufwand ,1 Aufwendungen für die Vermögensverwaltung ,6 Gesamt ,6 Die Kostenquote, die sich als Verhältnis der Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb und der Schadensregulierungsaufwendungen zu der abgegrenzten Prämie errechnet, beträgt 22,93 Prozent (2011: 21,77 Prozent). Kombinierte Schadens- und Kostenquote in %, Combined ratio Schadensquote 39,88 35,64 Kostenquote 22,93 21,77 Schadens- und Kostenquote 62,81 57,41 Abgegebene Rückversicherung Die abgegebene Rückversicherung zeigt folgende Entwicklung: Rückversicherungssaldo (in TEUR) Veränderung Veränderung absolut in % Abgegrenzte Rückversicherungsprämien Kreditversicherung ,6 Vertrauensschadenversicherung ,0 Indirektes Geschäft ,5 Aufwendungen für Versicherungsfälle Kreditversicherung ,1 Vertrauensschadenversicherung ,6 Aufwendungen für die erfolgsunabhängige Prämienrückerstattung Kreditversicherung ,1 Rückversicherungsprovisionen und Gewinnanteile Kreditversicherung ,4 Vertrauensschadenversicherung ,0 Gesamt ,8 25

26 Versicherungstechnisches Ergebnis Nach Auflösung der Schwankungsrückstellung in Höhe von ,00 EUR (2011: Dotierung ,00 EUR) stellt sich das versicherungstechnische Ergebnis wie folgt dar: Versicherungstechnisches Ergebnis (in TEUR) Veränderung Veränderung absolut in % ,8 Die Auswirkung des indirekten Geschäftes auf das Geschäftsjahresergebnis ist unwesentlich. Ertragssteuern Ertragssteuern (in TEUR) Körperschaftsteuer Geschäftsjahr Bilanzbezogene Leistungsindikatoren Veranlagungen Die Durchführung der Vermögensverwaltung und Vermögensveranlagung (Beobachtung und Evaluierung unterschiedlicher Veranlagungsmöglichkeiten, Durchführung, Betreuung und Monitoring der bestehenden Veranlagungen, regelmäßiges Reporting) ist seit dem mit Genehmigung der Finanzmarktaufsicht an die Oesterreichische Kontrollbank AG ausgelagert. Die Kapitalveranlagung des Unternehmens erfolgt unter Bedachtnahme auf die Gesamtrisikolage des Unternehmens nach der dafür vorgesehenen Strategie in fix und variabel verzinsten Anleihen, Investmentfonds und strukturierten Anlageprodukten. Bei der Festsetzung der Volumina wird auf den entsprechenden Risikogehalt der vorgesehenen Kategorien und auf das Marktrisiko Rücksicht genommen. Grundsätzlich erfolgt die gesamte Kapitalveranlagung des Unternehmens risikoarm. Sie findet im Rahmen von Veranlagungsrichtlinien statt, deren Einhaltung im Wege eines Berichtswesens und jährlicher Kontrollen durch die interne Revision überprüft wird. Zu den Risiken aus Kapitalanlagen zählen folgende Bereiche: Marktrisiko: Potenzieller Verlust aufgrund von nachteiligen Veränderungen von Marktpreisen oder preisbeeinflussenden Parametern. Das Marktrisiko umfasst nach Einflussfaktoren: Zinsänderungsrisiken Risiken aus Aktien und sonstigen Eigenkapitalpositionen Währungsrisiken 26

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