JAHRES BERICHT. 48. Wettbewerbsrunde

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1 JAHRES BERICHT 48. Wettbewerbsrunde

2 02 editorial Liebe Partner, Freunde und Macher von Jugend forscht, dankbar dürfen wir auf eine weitere, sehr erfolgreiche Wettbewerbsrunde zurückblicken. Auch im vergangenen Jahr erreichten wir erneut einen Anmelderekord und das zum sechsten Mal in Folge Jungforscherinnen und Jungforscher haben wir für die Teilnahme an Jugend forscht begeistern können, und somit neue Mitglieder für die große Jugend forscht Familie gewonnen. Diese Familie ist ein Netzwerk der ganz besonderen Art, das insbesondere vom ehrenamtlichen Engagement vieler Beteiligter lebt. Zu diesen gehören die Projektbetreuerinnen und Projektbetreuer, die junge Talente auf ihrem Weg unterstützen. Und das nicht nur fachlich, denn Sie machen den Jungforschern auf ihrem mitunter beschwerlichen Weg zum Projekterfolg auch immer wieder den nötigen Mut zum Weitermachen. Diese Betreuer sind unsere Talentscouts vor Ort. Zur Jugend forscht Familie gehören ebenso die Wettbewerbsleiter und Sponsorpoolverwalter. Sie haben dafür gesorgt, dass die Wettbewerbe auch in der 48. Runde in allen Regionen Deutschlands unter den gleichen, professionellen Bedingungen stattfanden. Dies gilt auch für die mehr als Juroren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Schule, die 2013 über Projekte auf Regional-, Landes- und Bundesebene bewerteten. Ihnen allen danke ich im Namen der Jungforscherinnen und Jungforscher für Ihren herausragenden Einsatz! Ein wichtiger Teil des Jugend forscht Netzwerks sind darüber hinaus Unternehmen und Institutionen, ohne deren Unterstützung Jugend forscht undenkbar wäre. Dies gilt vor allem auch für das Wirken der Patenbeauftragten. Wir sprechen hier nicht vom üblichen Sponsoring, es geht um weit mehr: Mit der Ausrichtung von 106 Wettbewerben haben diese Unternehmen und Institutionen Jugend forscht ein Gesicht in den Regionen und Ländern gegeben. Sie ermöglichten einen frühen und sehr fruchtbaren Kontakt zwischen Schule und Wirtschaft, der für Lehrkräfte ebenso nützlich ist wie für Schüler. Schließlich zählen renommierte Forschungsinstitutionen und Verbände zu unserem Netzwerk. Damit haben wir ein enormes Potenzial, unsere jungen Forscherinnen und Forscher genau dorthin zu bringen, wo wir sie individuell am besten fördern können. Praktika und Studienreisen eröffnen neue Dimensionen für ihren weiteren Karriereweg. Jugend forscht ist einzigartig in Deutschland, in seiner Vielfalt und Breite vielleicht sogar in der Welt. Wir wollen das aktive Netzwerk gezielt weiter ausbauen, um junge Menschen an Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) heranzuführen. Denn für die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft brauchen wir alle Talente. Dies wollen wir unter anderem erreichen, indem wir MINT- Räume schaffen: In der Schule sollen zusätzliche räumliche, materielle und zeitliche Ressourcen geschaffen werden, um junge Talente für forschendes Lernen zu begeistern. Außerschulisch wollen wir den Ausbau von Schülerforschungszentren vorantreiben, indem wir die Akteure vor Ort mit Know-how und Kontakten versorgen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise steht auch bei uns in Europa noch immer auf der Agenda: Viele Länder sind auf der Suche nach Lösungen für ihre Probleme. Im Bildungs- und Ausbildungssektor fällt ihr Blick immer häufiger auf Deutschland. Unser System der dualen Berufsausbildung wird offenbar zu einem Modell für andere Staaten. Trotz der teilweise zweifellos berechtigten Kritik an den deutschen Schulsystemen bringt unser Land Jahr für Jahr fähige und leistungswillige Schülerinnen und Schüler hervor, die von unseren Unternehmen und Hochschulen dankbar aufgenommen werden. Dieses Potenzial an talentierten Jugendlichen gilt es weiterhin zu finden und gezielt zu fördern. Gemeinsam ziehen Schule, Wissenschaft, Unternehmen und Politik unter dem Dach von Jugend forscht an einem Strang. Lassen Sie uns weiterarbeiten an unserem gemeinsamen Ziel: der Verbreitung der MINT-Begeisterung in unserem Land! Und es gilt auch, neue wirkungsvolle Ansätze zur Talentförderung im MINT-Bereich zu entwickeln und umzusetzen. Hier befinden wir uns meiner Ansicht nach erst am Beginn unseres Weges. Dr. Sven Baszio

3 inhalt WETTBEWERBSRUNDE bundeswettbewerb Bundesbildungsministerin Wanka kürt Jugend forscht Sieger 2013 Bundessieger 2013 Deutschlands beste Nachwuchsforscher Statistik Die Bedeutung außerschulischer Lernorte für Jugend forscht Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Stiftung Jugend forscht e. V. mit neuem Internetauftritt VERANSTALTUNGEN UND AKTIVITÄTEN Empfang der Bundeskanzlerin Forscherdrang der Bundessieger begeistert Angela Merkel Tag der Talente 2012 Gipfeltreffen der Preisträger bundesweiter Schülerwettbewerbe Jugend forscht in Brüssel Preisträger des Jugend forscht Finales 2013 zu Gast in Brüssel Stockholm International Youth Science Seminar 2012 Jugend forscht bei der Nobelpreisverleihung messen Jungforscher präsentieren sich auf internationalen Fachmessen LONDON INTERnational youth science forum 2012 Junge Talente aus aller Welt treffen sich in der englischen Hauptstadt INTERNATIONALE WETTBEWERBE european union contest for young scientists Bundessieger überzeugen beim EU-Wettbewerb 2012 in Bratislava intel international science and engeneering fair 2013 Jugend forscht Sieger auch in den USA erfolgreich stockholm junior water prize 2012 Jugend forscht Preisträger bei der World Water Week in Stockholm STIFTUNG JUGEND FORSCHT E. V projektbetreuerkampagne Initiative zur Gewinnung neuer Projektbetreuer erfolgreich fortgesetzt Alumni-Netzwerk Attraktive Förderaktivitäten für ehemalige Teilnehmer AuSSerschulische lernorte Gemeinsame Initiative für den Aufbau weiterer Schülerforschungszentren Partner 2013 Sie alle engagieren sich bei Jugend forscht Finanzen Jahresabschluss 2012 Bundespatenunternehmen 2014 Die Adolf Würth GmbH & Co. KG Impressum

4 bundeswettbewerb Bundesbildungsministerin Wanka kürt Jugend forscht Sieger 2013 Es ist ein Traum, der wahr geworden ist, jetzt hier zu stehen als Bundessieger. Maximilian Reif, Bundessieger Technik 2013 Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka und Bayer-Chef Dr. Marijn Dekkers mit den Technik-Bundessiegern Maximilian Reif und Michael Stark Das Bundesfinale vom 30. Mai bis 2. Juni 2013 in Leverkusen war der Höhepunkt der 48. Wettbewerbsrunde von Jugend forscht. Die Bayer AG als Bundespatenunternehmen richtete die diesjährige Endrunde anlässlich ihres 150-jährigen Firmenjubiläums gemeinsam mit der Stiftung Jugend forscht e. V. aus. Das Chemieund Pharmaunternehmen war bereits zum vierten Mal Gastgeber des Bundeswettbewerbs. Deutschlands beste Jungforscherinnen und Jungforscher präsentierten ihre herausragenden Projekte in der BayArena, dem Stadion des Fußballbundesligisten Bayer 04 Leverkusen. Dieser besondere Veranstaltungsort war ein Novum in der Jugend forscht Geschichte. Für das Finale qualifizierten sich 189 junge Talente. Mit bundesweit Anmeldungen hatten sich in der 48. Runde so viele Jugendliche an Jugend forscht beteiligt wie nie zuvor. In Leverkusen zeigten die Finalisten 108 ambitionierte Forschungsprojekte in den sieben Jugend forscht Fachgebieten. Chemie war in diesem Jahr mit 19 Projekten das stärkste Fach. Die größte Teilnehmerzahl gab es mit 32 Jungforschern im Fachgebiet Mathematik/Informatik. Eine Reihe von Jungforschern hatte sich bereits in den Vorjahren für das Finale qualifizieren können. An der Spitze lag hier Linn Bieske aus Thüringen, die 2013 zum vierten Mal am Bundeswettbewerb teilnahm. Inhaltlich spiegelten sich auch in diesem Jahr viele Themen in den Projekten wider, die allgemein auf der Agenda von Wissenschaft und Gesellschaft stehen. So befasste sich rund ein Fünftel der Arbeiten mit Fragestellungen zum Themenbereich Klima, Umwelttechnik und Naturschutz. Ferner stand die weiterhin anhaltende Finanz- und Wirtschaftskrise nun auch im Fokus der Jungforscher: Gleich zwei Projekte in Mathematik/Informatik analysierten Aspekte dieses aktuellen Themas. Unmittelbar nach ihrer Ankunft am Donnerstag, dem 30. Mai wurden die Jugendlichen von über 60 sogenannten Jufo-Paten Auszubildende der Bayer AG in Empfang genommen, die den Jungforschern während der kommenden vier Wettbewerbstage jederzeit mit Rat und Tat zur Seite standen. Zunächst galt es, bis zum Nachmittag die Stände im VIP-Bereich der BayArena aufzubauen. Währenddessen stellten Marion Kreins aus Nordrhein-Westfalen und Gabriel Salg aus Bayern stellvertretend für die übrigen Finalisten den Medienvertretern bei der Auftaktpressekonferenz ihre Projekte vor. Am Abend folgte die offizielle Begrüßung der Teilnehmer durch den Vorsitzenden des Vorstands der Bayer AG und Bundespatenbeauftragten, Dr. Marijn Dekkers, sowie den Geschäftsführenden Gemeinsames Grillen beim Begrüßungsabend im BayKomm

5 48. bundeswettbewerb 05 Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Jugend forscht Finales 2013 Vorstand der Stiftung Jugend forscht e. V. und Bundeswettbewerbsleiter, Dr. Sven Baszio, im Bayer-Kommunikationszentrum BayKomm in Leverkusen. Dieser Ort bot den Rahmen für einen interessanten und stimmungsvollen Kennenlernabend: Nach einem Vortrag von Dr. Bernd Riedl über die Pharmaforschung bei Bayer erhielten die Jungforscher bei Führungen durch das BayKomm Einblicke in die verschiedenen Forschungsaktivitäten des Unternehmens. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Barbecue. Freitagmorgen wurde es dann ernst: Für die nächsten anderthalb Tage forderten die Jurygespräche höchste Konzentration von den jungen Forscherinnen und Forschern. Auf Grundlage eines intensiven wissenschaftlichen Dialogs wurden die Projekte von 32 Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft und Schule begutachtet. Zum neuen Bundesjurysprecher wählten die Jurorinnen und Juroren unter ihnen auch acht ehemalige Bundeswettbewerbsteilnehmer Mario Schubert, Leiter Grundlagen- und Prozessentwicklung bei der NCTEngineering GmbH in Unterhaching. Ziel der Gastgeber war es auch, den Besuchern aus ganz Deutschland die Region um Leverkusen mit einem attraktiven Rahmenprogramm nahe zu bringen: So konnten die Jungforscher zunächst am frühen Freitagabend bei einem geführten Rundgang die Kölner Altstadt kennenlernen. Anschließend galt es für sie, sich im Deutschen Sport- und Olympiamuseum in Gruppen einem sportlich-spielerischen Mehrkampf zu stellen. Auch den Juroren und Gästen wurde am Freitag und Samstag eine Reihe interessanter Exkursionen geboten: Neben einer Rundfahrt durch den Chempark Leverkusen und einer Besichtigung des BayKomm konnten sie unter anderem die eindrucksvolle Sammlung moderner Kunst im Museum Schloss Morsbroich bewundern. Nach dem Ende der Jurybefragung am Samstagmittag war die Wettbewerbsausstellung nachmittags für interessierte Besucher geöffnet. Am Abend stand dann bereits die Sonderpreisverleihung auf dem Programm. Bei der Veranstaltung im Kasino Leverkusen Juroren und Jungforscherinnen beim Jurygespräch Festliches Abendessen der Jurorinnen und Juroren im Schloss Morsbroich

6 bundeswettbewerb auf dem Bayer-Werksgelände mit rund 550 geladenen Gästen überreichten Vertreter von Ministerien, Stiftungen und akademischen Gesellschaften zahlreiche attraktive Auszeichnungen, darunter hochwertige Geldpreise und Studienreisen. Am Sonntagmorgen fand als Höhepunkt des Bundesfinales in Anwesenheit von Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung und Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung Jugend forscht e. V., die Siegerehrung statt. Zuvor sah sich die Ministerin bei einem Presserundgang gemeinsam mit dem Bayer-Vorstandsvorsitzenden Dr. Marijn Dekkers und weiteren Ehrengästen ausgewählte Wettbewerbsprojekte an. Die Feierstunde in der BayArena, durch die die ZDF-Moderatorin Barbara Hahlweg führte, war mit rund Honoratioren, Gästen und Pressevertretern sehr gut besucht. Eigens für die Siegerehrung im Stadion hatten die Veranstalter am Fuß der Haupttribüne eine große Bühne installiert. Traditionell begann die Veranstaltung mit dem beeindruckenden Einzug aller Finalistinnen und Finalisten. Umrahmt wurde die Feierstunde durch das bei Jugend musiziert siegreiche Percussion-Ensemble Bi- Cussion sowie Showacts der Gruppe Theater Mobilé, die die Besucher nicht nur passend zum Veranstaltungsort zur La Ola animierten, sondern auch jedes Fachgebiet mit einer speziellen Performance visualisierten. In seiner Eröffnungsrede begrüßte Bayer-Chef Dr. Marijn Dekkers Jungforscher und Gäste sehr herzlich in Leverkusen. Er betonte, dass Deutschland junge Talente brauche: Sie sind unsere Zukunft, rief er den Teilnehmern zu. Denn noch nie habe die Welt so dynamische wissenschaftliche und technologische Veränderungen erlebt wie in den vergangenen Jahrzehnten. Es liege nun an den jungen Forscherinnen und Forschern, die Zukunft zu gestalten: Die Welt braucht Sie, denn die Herausforderungen, Sonderpreisverleihung im Kasino Leverkusen die in den kommenden Jahren auf uns warten, sind enorm: etwa durch eine wachsende Weltbevölkerung, die steigende Lebenserwartung, knappe Ressourcen oder den Klimawandel, betonte Dekkers, der die Jungforscher aufforderte, ihre Talente zu nutzen, um die Welt durch kleine Schritte zu verändern und zu verbessern. Nach der Preisübergabe an die Platzierten der einzelnen Fachgebiete war die Spannung kaum mehr zu überbieten: Es folgte die Bekanntgabe der Bundessieger. Die Erstplatzierten wurden auch in diesem Jahr von hochrangigen Vertretern der Preisstifter der Fachgebietspreise geehrt. So zeichnete beispielsweise Dr. Ralf Brauksiepe, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, den neuen Arbeitswelt-Sieger aus, und Prof. Dr. Ferdi Schüth, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Rats der Max-Planck-Gesellschaft, hielt die Laudatio für den Bundessieger im Fachgebiet Physik. Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka zeigte sich in ihrer Ansprache begeistert von den großartigen Ideen der Nachwuchswissenschaftler, denen sie zu ihren herausragenden Leistungen gratulierte. Es sei immer wieder erstaunlich, welche exzellenten Ergebnisse die jungen Forscherinnen und Forscher beim Jugend forscht Finale präsentierten. Die Bundesbildungsministerin unterstrich die gesellschaftliche Bedeutung des Wettbewerbs und hob dabei zwei Aspekte besonders hervor: Zum einen würden junge Menschen durch Jugend forscht motiviert, kreativ zu sein. Auch vermittele der Wettbewerb sehr erfolgreich, wie viel Spaß es mache, sich an naturwissenschaftlich-technischen Fragestellungen zu versuchen. Und bei sehr vielen ist es die Initialzündung, einen Beruf oder ein Studium in dieser Richtung aufzunehmen, betonte Prof. Dr. Johanna Wanka. Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka testet beim Presserundgang den tragbaren Holzspalter der Arbeitswelt-Bundessieger Patrick Ziesel und Joshua Rikker

7 48. bundeswettbewerb 07 Jugend forscht ist seit vielen Jahren sehr erfolgreich, wenn es darum geht, Jugendliche für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka überreicht Korbinian Urban den Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit Wichtig ist nach Ansicht der Bundesbildungsministerin zum anderen aber auch der volkswirtschaftliche Aspekt. Die Bundesrepublik sei die viertstärkste Industrienation der Welt, obwohl in Deutschland nur 1,2 Prozent der Weltbevölkerung lebten. Dieses Ergebnis sei aber nur zu halten, wenn man künftig konsequent auf Forschung und Wissenschaft setze. Vor allem gelte es, wirklich alle Talente und Ressourcen im Land zu mobilisieren. Deutschland habe daher in den letzten Jahren in der Zeit der Finanz- und Wirtschaftskrise gegen den internationalen Trend die Ausgaben für Forschung und Wissenschaft nicht gekürzt, sondern diese sogar beträchtlich erhöht. Im Anschluss an ihre Rede überreichte Prof. Dr. Wanka den Preis des Bundespräsidenten für eine außergewöhnliche Arbeit, den Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit und den von ihr gestifteten Preis für die beste interdisziplinäre Arbeit. Bereits zuvor war das Berliner Romain-Rolland-Gymnasium durch den Kultusminister von Sachsen-Anhalt und Präsidenten der Kultusministerkonferenz (KMK), Stephan Dorgerloh, mit dem Preis Jugend forscht Schule 2013 der KMK ausgezeichnet worden. Die Jury lobte vor allem die konsequente Vernetzung des sprachlichen Profils der Schule mit der MINT-Förderung in allen Jahrgangsstufen. Den Teilnehmern, Juroren und Gästen wird der Bundeswettbewerb in Leverkusen als eine in jeder Hinsicht gelungene Veranstaltung in Erinnerung bleiben. Das nächste Bundespatenunternehmen, die Adolf Würth GmbH & Co. KG, hat bereits mit der Vorbereitung des 49. Bundesfinales begonnen und freut sich, Deutschlands beste Nachwuchsforscher gemeinsam mit der Stiftung Jugend forscht e. V. vom 29. Mai bis 1. Juni 2014 in Künzelsau begrüßen zu dürfen erstmals im Stadion: die Siegerehrung in der BayArena Leverkusen

8 08 bundessieger 2013 DEUTSCHLANDS BESTE NACHWUCHSFORSCHER ARBEITSWELT der tragbare holzspalter Das innovative Gerät der Jungforscher macht das Spalten von Holz und das Fällen von Bäumen einfacher und sicherer. Ein Schnitt mit einer handelsüblichen Motorsäge genügt, um Stämme mittels eines Scharniers und einer Zugspindel aufzuspalten. Mit kleinen Veränderungen lässt sich der Holzspalter auch als Fällhilfe verwenden. Da dabei keine Vibration entsteht, wird die Gefahr durch herunterfallende Äste minimiert. Patrick Ziesel (18), Andreas Stihl AG & Co. KG, Waiblingen Joshua Rikker (18), Robert Bosch GmbH, Waiblingen Baden-Württemberg BIOLOGIE Vogellebensraum Stadt?! avifaunistische Erfassung im Stadtbereich Brakel In seiner wissenschaftlichen Untersuchung zeigte David Singer, dass Brachflächen, heimische Gehölze, aber auch Übergangsbereiche zwischen Wohngebieten und Grünflächen besonders beliebte Lebensräume heimischer Vögel sind, auch von gefährdeten Arten. Seine Empfehlung lautet daher: Ein alter Baumbestand, extensiv genutzte Brachflächen und viele Nistmöglichkeiten machen eine Stadt aus Vogelperspektive lebenswert. David Singer (19) Gymnasium Brede, Brakel Nordrhein-Westfalen CHEMIE Herstellung leitender Kohlenstoffschichten durch chemische Umwandlung von Graphenoxid Michael Laue entwickelte eine neuartige Methode zur Herstellung elektrisch leitender Kohlenstoffschichten mit einfachen Mitteln. Dafür oxidierte er handelsüblichen Graphit mit starken Säuren zu Graphitoxid. Mittels Ultraschall spaltetet er davon einzelne Schichten ab: das Graphenoxid. Um schließlich noch den Sauerstoff auszutreiben, experimentierte er mit Blitzlicht, Laserstrahlen, Mikrowelle und verschiedenen Chemikalien. Michael Laue (17) Walther-Rathenau-Gymnasium Bitterfeld Sachsen-Anhalt

9 bundessieger GEO- UND RAUMWISSENSCHAFTEN Entwicklung und Erprobung von Stratosphärensonden zur Fernerkundung und Messdatengewinnung Als Alternative zu teuren Satelliten konstruierte Julian Petrasch einen neuartigen Stratosphärenballon für die sogenannte Fernerkundung: beispielsweise zur Aufnahme hochaufgelöster Luftbilder oder zur Gewinnung von Wetterdaten. In mehreren Testflügen konnte er die Funktionsfähigkeit seines Trägersystems zeigen und die Qualität der aufgenommenen Bilder sowie der GPS- und Wetterdaten unter Beweis stellen. Julian Petrasch (21) Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und Energie Berlin MATHEMATIK/INFORMATIK Conways Labyrinth Bei dem mathematischen Spiel Game of Life werden auf einem schachbrettartigen Feld Zellen mit dem Zustand lebendig oder tot platziert. So entstehen komplexe, lebensähnliche Strukturen. Doch wie viele lebende Zellen passen auf das Spielfeld, ohne sich ins Gehege zu kommen? Jessica Lackas zeigte unter anderem, dass zwei ursprünglich völlig verschiedene Lösungswege für das Problem in ihrem mathematischen Kern äquivalent sind. Jessica Lackas (18) Max-Planck-Gymnasium, Saarlouis Saarland PHYSIK Vermessung von Wasserwellen Daniel Pflüger entwickelte eine neue Methode, um das Auftreffen eines Tropfens auf eine spiegelglatte Wasseroberfläche zu analysieren. Er konnte erste Ansätze zur Messung des komplexen Wasserspiels beim Tropfeneinschlag realisieren, indem er die Höhe der entstehenden Wellen mit Laser und Digitalkamera präzise maß. Auf diese Weise präsentierte er eine Alternative zu teuren Hochgeschwindigkeitskameras. Daniel Pflüger (18) Johanneum, Lüneburg Niedersachsen TECHNIK safecopter der Quadrocopter mit der virtuellen Knautschzone Maximilian Reif und Michael Stark haben einen Quadrocopter von Grund auf neu konstruiert. Ihr mit vier horizontal angeordneten Rotoren angetriebenes Fluggerät eignet sich zum Beispiel für die Luftbildfotografie. Das Besondere des safecopters ist die Software, die eigenständig vor Kollisionen und Pilotenfehlern schützt. Darüber hinaus zeichnen ihn sein geringes Gewicht und die hohe Steifigkeit aus. Maximilian Reif (18), Justus-von-Liebig-Gymnasium Neusäß Michael Stark (19), Maria-Theresia-Gymnasium, Augsburg Bayern

10 10 bundessieger 2013 Preis des Bundespräsidenten für eine aussergewöhnliche Arbeit FreeGeo dynamische Geometrie optimiert für Tablet-PCs und Smartphones Lennart Kleinwort schrieb eine Software, mit der sich auf Smartphones und Tablet-Computern geometrische Figuren darstellen und verändern lassen. Mit seinem Programm lassen sich Kreise bewegen, drehen oder vergrößern, einfach indem man mit mehreren Fingern gleichzeitig über den Bildschirm streicht. Darüber hinaus ist es möglich, im Freihandmodus geometrische Objekte auf das Display zu malen. Lennart Kleinwort (14) Friedrich-Koenig-Gymnasium, Würzburg Bayern Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit Kurzzeitfotografie mithilfe einer Flächenlichtschranke Mithilfe moderner Technologie gelang es Korbinian Urban, Hochgeschwindigkeitsaufnahmen mit nur minimalem Aufwand zu erstellen. Das Prinzip: Ein schnell nach unten fallendes Objekt löst eine Lichtschranke aus. Diese aktiviert ein Blitzlicht, wodurch der Chip einer Digitalkamera belichtet wird. Mit seinem Aufbau kann er eindrucksvolle Bilder von fallenden Wassertropfen und zerspringenden Glasplatten aufnehmen. Korbinian Urban (18) Gabriel von Seidl Gymnasium, Bad Tölz Bayern Preis der Bundesministerin für Bildung und Forschung für die beste interdisziplinäre Arbeit Pflanzliche Selbstheilung unter dem Mikroskop Eine hauchdünne Wachsschicht schützt Blätter und Früchte vor Schäden und Austrocknung. Johannes Reinhart fand heraus, dass Pflanzen diese nanoskopisch kleinen Strukturen selbst reparieren können. Dazu entfernte der Jungforscher das Wachs von Efeu, Orchideen und anderen Zimmerpflanzen und untersuchte unter dem Rasterkraftmikroskop die Selbstheilungsprozesse an der geschädigten Blattoberfläche. Johannes Reinhart (17) Hans-Thoma-Gymnasium, Lörrach phaenovum Schülerforschungszentrum Lörrach-Dreiländereck Baden-Württemberg

11 statistik 11 Die Bedeutung ausserschulischer Lernorte für Jugend forscht Jugend forscht Projekte werden von Schülerinnen und Schülern erarbeitet, die ihr Talent in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) unter Beweis stellen möchten. Dazu benötigen sie ein anregendes und förderndes Umfeld. In der 48. Wettbewerbsrunde entstand die mit Abstand größte Anzahl an Jugend forscht Projekten in der Schule. Die jungen MINT-Talente wurden dort ebenso gezielt wie nachhaltig von engagierten, ehrenamtlich wirkenden Lehrkräften gefördert. Diese verstehen sich analog zu Trainern im Sportverein als Coaches auf Augenhöhe, die beraten und motivieren. 71 Prozent der Forschungsprojekte in der Alterssparte Jugend forscht, die bei den Regionalwettbewerben 2013 präsentiert wurden, entstanden im schulischen Kontext. Zu Hause oder privat wurden 17 Prozent erarbeitet. Die Jugendlichen erstellten immerhin 5 Prozent der Projekte in Zusammenarbeit mit einer universitären oder außeruniversitären Forschungseinrichtung, an Schülerforschungszentren und Erfinderwerkstätten wurden insgesamt 4 Prozent der Ideen realisiert. Außerschulische Lernorte wie Schülerforschungszentren, Erfinderwerkstätten oder Universitäten spielen also auf Regionalebene in der Sparte Jugend forscht mit zusammengenommen 9 Prozent eine relativ geringe Rolle. Bei dieser eher pauschalen Betrachtung ist zu berücksichtigen, dass es bislang vergleichsweise wenige Schülerforschungszentren gibt und eine Flächenabdeckung bei Weitem noch nicht gegeben ist. So existieren derzeit etwas mehr als 20 dieser Fördereinrichtungen, mehrheitlich in Süddeutschland. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang die vergleichende Betrachtung mit den Entstehungsorten der Projekte, die beim Bundeswettbewerb 2013 starteten. Hier erhöhte sich der prozentuale Anteil an Arbeiten aus Erfinderwerkstätten und Schülerforschungszentren von 4 auf 10 Prozent. Der Anteil der Projekte, die mit der Unterstützung universitärer oder außeruniversitärer Forschungseinrichtungen verwirklicht wurden, steigerte sich sogar von 5 auf 16 Prozent. Insgesamt wurde also mehr als ein Viertel aller Projekte beim Bundeswettbewerb 2013 auf Grundlage von außerschulischer Betreuung realisiert. Ein weiteres Viertel der Arbeiten entstand weitgehend ohne Unterstützung von außen im häuslichen Umfeld. Vor diesem Hintergrund bleibt beachtenswert, dass bei Weitem der größte Anteil an Projekten, die alle Hürden bis zum 48. Bundesfinale nehmen konnten, von erfahrenen MINT-Lehrkräften an Schulen betreut wurde. Diese Zahlen belegen eindrucksvoll, dass das ehrenamtliche Engagement von Fachlehrern eine unverzichtbare Voraussetzung für die wirkungsvolle Talentförderung unter dem Dach von Jugend forscht ist. Zusätzlich sollten bundesweit aber auch außerschulische Strukturen geschaffen oder ausgebaut werden, damit die Betreuungsarbeit nicht allein auf den bereits stark belasteten Lehrkräften ruht. Außerschulische Lernorte sollten sich insbesondere darauf konzentrieren, im schulischen Bereich identifizierte Talente individuell zu fördern.

12 12 statistik verteilung der erarbeitungsorte von projekten in der alterssparte jugend forscht regionalwettbewerbe % 5% 3% anzahl projekte Schülerforschungszentrum/Erfinderwerkstatt (82) (außer-)universitäre Forschungseinrichtung (99) 17% Ausbildungsstätte (66) 71% zu Hause (373) Schule (1521) bundeswettbewerb 2013 anzahl projekte 10% Schülerforschungszentrum/Erfinderwerkstatt (11) (außer-)universitäre Forschungseinrichtung (17) 48% 16% 1% Ausbildungsstätte (1) zu Hause (27) 25% Schule (52)

13 presse- und öffentlichkeitsarbeit 13 Stiftung Jugend forscht e. V. mit neuem Internetauftritt Anfang Dezember 2012 ging der neue Internetauftritt der Stiftung Jugend forscht e. V. online. Die Website wurde strukturell und visuell komplett neu konzipiert. Ziel war neben einer modernen Gestaltung vor allem eine Verbesserung der Nutzerführung, die mit der sogenannten Flyout-Navigation realisiert werden konnte. Den Nutzern ist es jetzt möglich, sich schneller zu orientieren. Ferner können die unterschiedlichen Zielgruppen direkter auf für sie relevante Inhalte zugreifen. Ergänzt wird der Aufritt durch eine erstmals realisierte mobile Version. Die Nutzerzahlen auf blieben im Berichtszeitraum auf dem Vorjahresniveau. Nach dem Rekordergebnis in 2012 mit einzelnen Besuchen der Website gab es 2013 insgesamt Visits. Das ist das zweitbeste Ergebnis in der Jugend forscht Historie. In der 48. Runde wurden insgesamt Pageimpressions gezählt, womit sich die Anzahl der abgerufenen Einzelseiten gegenüber dem Vorjahr um 1,8 Prozent nur leicht verringerte. Der Monat mit dem größten Nutzeraufkommen war mit Visits der Januar Als besucherstärkste Tage gingen der 2. und 3. Juni 2013, also der Sonntag der Siegerehrung beim Bundesfinale und der nachfolgende Montag, mit bzw Visits in die Webstatistik ein. Im vergangenen Jahr gelang es, die Reichweite der Social Media-Aktivitäten als wichtigen Bestandteil der Online-Kommunikation der Stiftung Jugend forscht e. V. weiter zu steigern. Im Ergebnis erhöhte sich insbesondere die Zahl der auf dem Facebook-Auftritt verlinkten Nutzer um über 900 auf nunmehr Fans. Grund für die steigende Beliebtheit der Seite waren neben dem regelmäßigen Posten tagesaktueller Infos rund um die Aktivitäten von Jugend forscht vor allem auch attraktive Angebote und Aktionen von Partnern aus dem Netzwerk. Eine deutliche Zunahme des Facebook-Traffics gab es während des Bundeswettbewerbs in Leverkusen: Grund dafür war zum einen eine enge Verknüpfung mit den umfangreichen Social Media-Aktivitäten der Bayer AG. Zum anderen wurde beim Finale erstmals ein Social Media-Publikumspreis ausgelobt, bei dem die Nutzer per Online-Voting über die Vergabe eines Preises der Herzen für einen der Teilnehmer abstimmen konnten. An der Aktion beteiligten sich über 500 Facebook-User. Sehr positiv entwickelten sich auch die Abonnentenzahlen des -Newsletters Jugend forscht Alumni News. Von Juli 2012 bis Juni 2013 erhöhte sich die Zahl der Registrierungen um 8,8 Prozent auf knapp Nutzer. Die neue Jugend forscht Website Im Fokus der Medien: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Finales

14 14 presse- und öffentlichkeitsarbeit Bundesfinale 2013: Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka im TV-Interview für die Tagesschau Die Stiftung Jugend forscht e. V. veröffentlichte in der 48. Runde durchschnittlich alle neun Tage eine Pressemitteilung. Trotz dieser aktiven Pressearbeit verzeichnete der Wettbewerb speziell in den Printmedien einen unerwarteten Rückgang in der Berichterstattung. Mit insgesamt Beiträgen gab es eine Abnahme um 16,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Es ist zu vermuten, dass ein entscheidender Grund für dieses Ergebnis im Wandel der Medienlandschaft begründet liegt, weshalb die Berichterstattung über Jugend forscht immer weniger in gedruckten Medien, dafür aber zunehmend über digitale, webbasierte Informationskanäle erfolgt. Trotz der Tatsache, dass der Auftakt-Donnerstag beim Bundeswettbewerb in Leverkusen auf den Feiertag Fronleichnam fiel, akkreditierten sich an den vier Finaltagen insgesamt 28 Medien beziehungsweise Redaktionen. Direkt vom Veranstaltungsort berichteten unter anderem die Nachrichtenagentur dpa, die Tageszeitungen Augsburger Allgemeine, Bild, Rheinische Post und Westdeutsche Zeitung. Vor Ort waren zudem die Fernsehsender Deutsche Welle, WDR, RTL und RTL 2, wobei der WDR die Berichterstattung für die gesamte ARD übernahm. Die Print-Berichterstattung zum Bundeswettbewerb generierte insgesamt 982 Berichte. Hinzu kamen hier noch einmal 238 Clippings in der Kategorie Projekte und Teilnehmer, die in direktem Zusammenhang mit der Endrunde standen. Auf große Resonanz in der Presse stieß der Besuch der Siegerehrung beim Bundesfinale durch die neue Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka. Bei der Rundfunkberichterstattung zum 48. Bundeswettbewerb erreichte Jugend forscht insgesamt 253 Berichte nach 276 Beiträgen im Vorjahr. Im Bereich Hörfunk wurden 188 Berichte gezählt, nach 197 im Jahr Die Gesamtreichweite lag bei über 170 Millionen Hörern. Im TV-Bereich verzeichnete das Finale einen Rückgang um 14 Clippings auf 65 Beiträge bei einer Reichweite von insgesamt knapp 14 Millionen Zuschauern. Am Sonntag des Bundeswettbewerbs gab es unter anderem einen längeren Beitrag zu Jugend forscht in der 20-Uhr-Tagesschau. Große öffentliche Aufmerksamkeit erzielte der Wettbewerb auch im vergangenen Jahr durch die Einwerbung kostenloser Füllanzeigen in Printmedien. Das gemeinsam mit der Werbeagentur des stern entwickelte Jahresmotiv Deine Idee lässt Dich nicht mehr los? erwies sich wieder als äußerst attraktiv und ermöglichte so einen wirksamen Imagetransfer. Insgesamt 17 Jugend forscht Anzeigen unter anderem in Beilagen der Tageszeitung Die Welt und dem TV-Magazin des stern generierten eine Gesamtauflage von mehr als 4,2 Millionen. Auftaktpressekonferenz des 48. Bundeswettbewerbs in der BayArena Leverkusen

15 presse- und öffentlichkeitsarbeit 15 jugend forscht in den printmedien juli juni 2013 agenturen ohne foto mit foto/ Motiv gesamt 48. Runde gesamt 47. Runde Aufruf und Endspurt Anmeldezahlen/Rekord Bundeswettbewerb Projekte und Teilnehmer Ehemalige Jugend forscht Veranstaltungen Messen und Veranstaltungen Dritter Förderer, Preisstifter und Sponsoren Schulen und Lehrer Bildung Länder und Regionen Allgemeines gesamt print-beiträge nach bundesländern juli juni 2013 bundesland agenturen ohne foto mit foto/ Motiv gesamt 48. Runde gesamt 47. Runde Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen gesamt gesamtnutzerzahlen im jahresüberblick 48. Runde 47. Runde monat visits pageimpressions monat visits pageimpressions Juli 2012 August 2012 September 2012 Oktober 2012 November 2012 Dezember 2012 Januar 2013 Februar 2013 März 2013 April 2013 Mai 2013 Juni gesamt Juli 2011 August 2011 September 2011 Oktober 2011 November 2011 Dezember 2011 Januar 2012 Februar 2012 März 2012 April 2012 Mai 2012 Juni gesamt

16 16 empfang der bundeskanzlerin Forscherdrang der Bundessieger begeistert Angela Merkel Die Bundessieger Christian Dreier und Fabian Bronner präsentieren der Bundeskanzlerin ihr preisgekröntes Projekt Grußwort der Bundeskanzlerin Für die Sieger und Platzierten des Jugend forscht Finales ist der traditionelle Empfang durch die Bundeskanzlerin eine besondere Anerkennung ihrer gezeigten Leistungen. Ende September 2012 waren die 60 Preisträgerinnen und Preisträger des 47. Bundeswettbewerbs in Berlin zu Gast bei Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel. Im Mittelpunkt der Veranstaltung im Kanzleramt standen Christian Dreier (19) und Fabian Bronner (20) aus dem nordrheinwestfälischen Moers, die beim Bundesfinale in Erfurt mit dem Preis der Bundeskanzlerin für die originellste Arbeit ausgezeichnet worden waren. Die Jungforscher präsentierten Dr. Angela Merkel vor der versammelten Hauptstadtpresse ihr innovatives Projekt aus dem Fachgebiet Physik. Die beiden hatten ein neuartiges Verfahren zur Erzeugung einer räumlichen Akustik entwickelt. Sie experimentierten mit verschiedenen Mikrofonanordnungen und programmierten eine Software, die die optimale Ausrichtung ermittelt. Dadurch gelang es ihnen, einen dreidimensionalen Höreindruck zu erzeugen, der das Klangerlebnis einer herkömmlichen Stereoanlage deutlich übertrifft. In ihrer Ansprache würdigte Dr. Angela Merkel die beachtlichen Leistungen der Jungforscher. Sie seien ein beeindruckender Beleg für den Forschergeist und Tatendrang junger Menschen. Mit dem Empfang im Bundeskanzleramt möchte ich den besonderen Erfolg der Preisträgerinnen und Preisträger persönlich würdigen, sagte die Bundeskanzlerin. Sie ermunterte die Jugendlichen, ihre Freude an Naturwissenschaften und Technik auch auf ihrem künftigen Lebensweg zu bewahren. In dem Zusammenhang zeigte sie sich erfreut, dass die Zahl der Studienanfänger in diesen Fächern wieder sehr viel größer geworden ist. Ferner dankte Dr. Angela Merkel den vielen Beteiligten, die Jugend forscht bundesweit unterstützen. Sie machten es erst möglich, dass der Wettbewerb überhaupt in dieser Breite stattfinden könne: Das sind Patenunternehmen, Förderer, Preisstifter, Partner, ehrenamtliche Projektbetreuer, Juroren und Wettbewerbsleiter. Der Wettbewerb Jugend forscht ist für viele junge Menschen der Eintritt in die faszinierende Welt der Forschung. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel Wie in jedem Jahr wurde den Nachwuchswissenschaftlern aus ganz Deutschland während der zwei Tage in der Hauptstadt ein attraktives Rahmenprogramm geboten: Sie besichtigten das Kanzleramt und lernten das Regierungsviertel bei einer Stadtrundfahrt kennen. Darüber hinaus erhielten die Jugendlichen am Berlin Center for Advanced Neuroimaging und am Institut für Sportwissenschaften einen theoretischen und praktischen Einblick in die naturwissenschaftliche Forschung an der Humboldt- Universität.

17 Tag der Talente Gipfeltreffen der Preisträger bundesweiter Schülerwettbewerbe Deutschland braucht junge Menschen, die mit Leidenschaft ihre Ideen verfolgen und auf ihren Gebieten Herausragendes leisten. Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung Mitte September 2012 veranstaltete das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin den siebten Tag der Talente. Das Treffen der Preisträgerinnen und Preisträger von 25 bundesweiten Schülerwettbewerben stand in Anlehnung an das Nachhaltigkeitsthema Zukunftsprojekt Erde des Wissenschaftsjahres 2012 unter dem Motto Grenzenlos. Die Teilnehmer sollten ermutigt werden, über den eigenen Tellerrand zu blicken und untereinander einen fachübergreifenden Dialog zu wichtigen Zukunftsfragen voranzutreiben. An der Veranstaltung in der Hauptstadt nahmen 300 junge Menschen teil, unter ihnen auch wieder Bundessieger von Jugend forscht. Dem talentierten Nachwuchs wurde an drei Tagen ein abwechslungsreiches Programm geboten. Bei der Auftaktveranstaltung im TIPI am Kanzleramt präsentierten Preisträger verschiedener Wettbewerbe ihre prämierten Beiträge. Darüber hinaus diskutierten Maurice Stanszus, Gründer Staatssekretär Thomas Rachel mit Preisträgerinnen und Preisträgern bundesweiter Schülerwettbewerbe beim Tag der Talente 2012 Staatssekretär Thomas Rachel zeichnet Jugend forscht Preisträgerin Miriam Löcke stellvertretend für ihren Wettbewerb aus von WeGreen, die Schauspielerin Ruby O. Fee, die Verlegerin Sineb el Masrar und Felix Finkbeiner, Initiator von Plant for the Planet, die Frage Wie gestaltest du deine Zukunft?. Am zweiten Tag erwartete die Teilnehmer ein Ausflug in die Praxis: In Workshops befassten sie sich zum Beispiel mit der Zukunft der Weltklimapolitik, mit den Herausforderungen bei Unternehmensgründungen oder der Frage, wie die Welt von morgen aussieht. Beim Science Slam konnten sie ihren Präsentationsstil optimieren oder sie produzierten einen Kurzfilm über die Veranstaltung. Bei dem Abschlussevent im TIPI am folgenden Vormittag forderte der stellvertretende Direktor und Chefökonom des Potsdam- Instituts für Klimafolgenforschung, Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, die Teilnehmer in seinem Festvortrag auf, sich nicht den Erwartungen anderer unterzuordnen, sondern den großen Fragen nachzugehen: Geben Sie Ihren Talenten Raum, interessieren, informieren und engagieren Sie sich, um mit Ihren Ergebnissen zum Zukunftsprojekt Erde beizutragen. Anschließend zeichnete Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung, ausgewählte Preisträger stellvertretend für ihren Wettbewerb aus. In seiner Rede würdigte er die herausragenden Leistungen der Jugendlichen: Was die Preisträger der vielen Bundeswettbewerbe schaffen, ist immer wieder beeindruckend, sei es mit kreativen Ideen für die Lösung der Probleme von morgen oder mit ihren vielfältigen künstlerischen Werken. Ziel des Tags der Talente sei es aber nicht nur, die Sieger zu ehren. Vielmehr solle die Veranstaltung auch die Talentvielfalt in Deutschland sichtbar machen.

18 18 Jugend forscht in brüssel Preisträger des Jugend forscht Finales 2013 zu Gast in Brüssel Der Wettbewerb Jugend forscht begeistert seit fast einem halben Jahrhundert von Jahr zu Jahr mehr junge Menschen und motiviert sie dazu, ihrer Neugierde nachzugehen und ihren Wissensdurst zu stillen. Prof. Dr. Alexander Lorz, Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium Gruppenfoto mit den Teilnehmern des Jugend forscht Empfangs in der Hessischen Landesvertretung in Brüssel Bereits zum sechsten Mal präsentierten Preisträgerinnen und Preisträger von Jugend forscht ihre herausragenden Wettbewerbsarbeiten in Brüssel. Auf Einladung des Hessischen Ministers der Justiz, für Integration und Europa, Jörg-Uwe Hahn, waren Mitte Juni 2013 elf begabte Nachwuchswissenschaftler in der Vertretung des Landes Hessen bei der Europäischen Union zu Gast. Dort stellten sie im Rahmen einer exklusiven Ausstellung die Projekte vor, mit denen sie im Monat zuvor erfolgreich am 48. Bundeswettbewerb teilgenommen hatten. Sein innovatives Projekt im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften präsentierte Julian Petrasch, Bundessieger Der 21-Jährige konstruierte als kostengünstige Alternative zu teuren Satelliten einen Stratosphärenballon für die sogenannte Fern-erkundung: beispielsweise zur Aufnahme hochaufgelöster Luftbilder oder zur Gewinnung von Wetterdaten. In mehreren Testflügen konnte er die Funktionsfähigkeit seines Trägersystems zeigen und die Qualität der aufgenommenen Bilder sowie der GPS- und Wetterdaten unter Beweis stellen. Den Jugendlichen wurde während der drei Tage in Brüssel ein attraktives Besuchsprogramm geboten. Beispielsweise erhielten sie in Gesprächen mit Experten in der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission einen Einblick in die Breite der Aktivitäten im Umfeld der europäischen Forschungspolitik. Bei einer Stadtführung konnten sie zudem Geschichte und Sehenswürdigkeiten von Brüssel kennenlernen. Das große Interesse von Vertretern europäischer Institutionen ist eine besondere Wertschätzung der herausragenden Leistungen unserer Jungforscherinnen und Jungforscher, so das Fazit von Dr. Sven Baszio, Geschäftsführender Vorstand der Stiftung Jugend forscht e. V. Durch den Empfang in Brüssel lässt sich die beispielhafte Rolle der Talentschmiede Jugend forscht auf exzellente Weise auch auf europäischer Ebene vermitteln. Bundessieger Julian Petrasch präsentiert sein Projekt Wir Hessen sind stolz darauf, dass wir es sind, die unseren Nachwuchsforschern in Brüssel eine Bühne bieten und es ihnen ermöglichen, Europa von ihren Ideen zu begeistern, sagte der Staatssekretär im Hessischen Kultusministerium Prof. Dr. Alexander Lorz. Begeistert waren insbesondere die mehr als 150 Gäste der Ausstellung, darunter Mitarbeiter der EU-Kommission, Abgeordnete des Europaparlaments sowie Vertreter der Wirtschaft. Sie hatten die Gelegenheit, sich an den Ständen der Nachwuchswissenschaftler über das große Spektrum an spannenden Forschungsfragen zu informieren. Grußwort von Staatssekretär Prof. Dr. Alexander Lorz

19 stockholm international youth science seminar Jugend forscht bei der nobelpreisverleihung Gruppenfoto der Jungforscherinnen und Jungforscher vor Beginn der Nobelpreisverleihung It s the most wonderful thing ever dieser Ansicht des Medizinnobelpreisträgers von 2007, Sir Martin Evans, über das Nobelbankett konnte sich Simon Chen (19) nach seiner Reise nach Stockholm im Dezember 2012 nur anschließen. Ein ganzes Büchlein für die Sitzordnung, handgeschriebene Platzkarten, Champagner und Kaviar wer kann schon behaupten, einmal bei der Nobelpreisverleihung dabei gewesen zu sein? Ermöglicht wurde dem Nachwuchswissenschaftler aus Dortmund dieses einmalige Erlebnis durch seine erfolgreiche Teilnahme am Jugend forscht Finale im Mai 2012 in Erfurt. Dort errang er nicht nur den Bundessieg in Biologie, sondern erhielt auch von der Bremer Ernst A. C. Lange-Stiftung das begehrte Ticket nach Schweden. Drei Jahre lang hatte Simon Chen zuvor den Lebensraum der Schilfeulen, einer Schmetterlingsgruppe, im Naturschutzgebiet Heiliges Meer westlich von Osnabrück erforscht. Er wollte feststellen, welche Faktoren ihr Vorkommen beeinflussen. Bislang ist nur lückenhaft bekannt, welche Ansprüche diese pflanzenfressenden Insekten haben. Die Beobachtungen des Jungforschers liefern nun wichtige Beiträge zu Ökologie und Artenschutz. Gemeinsam mit 28 Jungforscherinnen und Jungforschern aus 20 Ländern durfte Simon Chen in den Tagen vor der Nobelpreisverleihung am Stockholm International Youth Science Seminar (SIYSS) teilnehmen, das seit 38 Jahren von der Nobel-Stiftung und der Schwedischen Vereinigung junger Wissenschaftler veranstaltet wird. Geboten wurde den talentierten Nachwuchsforschern ein spannendes Programm rund um die Veranstaltungen der Nobelwoche: Neben Stadtbesichtigung und Präsentation der eigenen Forschungsprojekte konnten sie den Vorlesungen der Nobelpreisträger beiwohnen, an Diskussionsrunden mit renommierten Wissenschaftlern und politischen Entscheidungsträgern teilnehmen und hatten nicht zuletzt die Möglichkeit, bei einem Empfang aktuelle und ehemalige Preisträger hautnah kennenzulernen. Den Höhepunkt bildete die Nobelpreisverleihung in Frack und Abendkleid mit anschließendem Bankett sowie Ball und Party bis in die frühen Morgenstunden. Für einen Abend in eine andere, verzauberte Welt eintauchen und am frühen Morgen mit zerknittertem Frack zurück in die Realität. Simon Chen, Bundessieger Biologie 2012 Die Zeit in Stockholm wird Simon Chen wohl für lange Zeit in Erinnerung behalten: Es war nicht nur eine besondere Ehre, den deutschen Forschernachwuchs zu vertreten. Es war auch eine außergewöhnliche Woche, in der kein Tag ohne spannende, lehrreiche und eindrucksvolle Erlebnisse verging. Zu Hause wartet nun eine banale Welt von aufzuarbeitenden Vorlesungen, verschobenen Bewerbungsgesprächen und umfangreicher Projektarbeit.

20 20 messen Jungforscher präsentieren sich auf internationalen Fachmessen Durch den Austausch mit interessierten Besuchern bei der CeBIT konnte ich viele neue Ideen mit nach Hause nehmen. Jan Rapp, Bundessieger 2012 Fachmessen wie CeBIT, Motek und Arbeitsschutz aktuell sind das perfekte Betätigungsfeld für erfolgreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Jugend forscht. Denn hier können sie ihre Forschungsergebnisse einem großen Fachpublikum präsentieren, Experten kennenlernen, die an ähnlichen Projekten arbeiten, und oftmals bekommen sie dabei Praktikumsplätze angeboten. Seit Langem ist daher der Besuch von Messen und Ausstellungen ein wichtiger Bestandteil der Anschlussförderung von Jugend forscht und auch im vergangenen Jahr konnten ausgewählte Teilnehmer von diesem Angebot profitieren. Die begehrte Einladung zur weltweit größten Computermesse erhielten Jan Rapp (20) und Timo Schmetzer (18) aus Ostfildern. Die Bundessieger 2012 präsentierten ihr Projekt b3 Informationstechnik einer Regelung Anfang März dieses Jahres am Stand des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) auf der CeBIT in Hannover. Ihnen war es gelungen, ein Echtzeit-Regelungssystem zu entwickeln, mit dem sich ein Tischtennisball auf einer ebenen Platte balancieren lässt. Eine 3-D- Kamera erfasst dabei die Ballbewegung. Diese Bilder werden von einer programmierten Software analysiert und die Platte über Motoren so gesteuert, dass der Ball nicht herunterfällt. Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka besucht den Stand von Jan Rapp und Timo Schmetzer bei der CeBIT 2013 Für die Jungforscher war die Vorstellung ihres Projekts auf der CeBIT ein einmaliges Erlebnis. Dazu trug sicherlich bei, dass Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka dem Ausstellungsstand der beiden einen Besuch abstattete. Obwohl von Fotografen umlagert, gelang es ihnen, der ehemaligen Mathematikprofessorin souverän ihr Projekt vorzustellen. Auch Regional- und Landeswettbewerbsleiter von Jugend forscht fördern Messeauftritte ihrer Teilnehmer. So war beispielsweise Dr. Marianne Rädle, Landeswettbewerbsleiterin für Jugend forscht in Baden-Württemberg, Ende April 2013 mit sechs Projekten auf der REHAB in Karlsruhe vertreten, der internationalen Fachmesse für Rehabilitation, Therapie und Prävention. Die Jungforscher zeigten dort unter anderem einen innovativen Seifenspender, eine anpassungsfähige Sägemaschine für den Einsatz in Behindertenwerkstätten und eine intelligente Sohle für einen Sehbehindertenschuh. In der zurückliegenden Runde präsentierten sich Jungforscher in ganz Deutschland auf Messen und Ausstellungen und überall begeisterten sie mit ihren Ideen und ihrem Fachwissen. Neben CeBIT, Motek, Arbeitsschutz aktuell und REHAB war Jugend forscht auch auf der weltweit führende Erfindermesse IENA, der Rehacare für Rehabilitation und Pflege, der Renexpo für regenerative Energien sowie auf zahlreichen regionalen Veranstaltungen vertreten. Ein Jungforscher im Gespräch mit einem Messebesucher auf der REHAB 2013

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