Curari Jugendhilfe Lateinamerika. Rechenschaftsbericht für das Jahr 2011

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1 Curari Jugendhilfe Lateinamerika Rechenschaftsbericht für das Jahr 2011 Der Verein Curari Jugendhilfe Lateinamerika wurde am 27. Januar 2009 gegründet und mit Schreiben vom 19. Februar 2009 als gemeinnütziger Verein vom Finanzamt Rosenheim anerkannt. Zweck des Vereins ist die Förderung der Jugend in Lateinamerika, insbesondere durch Erziehung, Schul- und Berufsausbildung einschließlich Studentenhilfe. Der Verein hat daher die Aufgabe, die allgemeinen Lebensbedingungen nicht nur für Kinder und Jugendliche, sondern auch für die Familien zu verbessern und damit langfristig sogar die Entwicklung in den Regionen zu fördern. Für Familien, die unter dem Existenzminimum leben, wird der Verein Patenschaften für Kinder und Jugendliche übernehmen und durch Geldzuwendungen für deren Schulund Berufsausbildung sorgen. Finanzielle Situation: Die Buchhaltungsunterlagen der Einnahmen und Ausgaben für das Jahr 2011 wurden von zwei gewählten Kassenprüfern geprüft und für richtig befunden. Dazu liegt ein Prüfbericht mit Datum vom vor. Vereinsbericht 2011: Einnahmen Spenden ,00 Ausgaben Verwaltungsgebühren 176,06 Ausgaben für Projekte insgesamt ,00 Projekt Calle Fría, Kolumbien ,00 Projekt Popoy, Bolivien ,00 Finanzbestand zum 31. Dezember ,80 Die Verwaltungskosten waren mit ca. 0,65% der gesamten Spendensumme sehr gering. Den größten Posten der Verwaltungsausgaben machten die Bankgebühren in Höhe von 93,06 aus. Es wird auch zukünftig das Bestreben des Vereins sein, die Verwaltungsausgaben auf gleich niedrigem Niveau zu halten Seite 1 von 6

2 Verwendungsbericht der Spendenausgaben Projekt Calle Fría, Kolumbien Curari hat insgesamt ,00 im Jahr 2011 an den Verein Fundacion Calle Fría für das Projekt Calle Fría in Kolumbien überwiesen. Die Spenden wurden wie folgt verwendet: - ca (Peso ) Schulgebühren für mehrere Kinder, für den Besuch von verschiedenen weiterführenden Schulen. Im Einzelnen waren das: - o ca (Peso ) für die monatlichen Schulgebühren im Schuljahr 2011 für acht Kinder für das private Gymnasium Decroly, Sicelejo. o ca (Peso ) für die Einschreibung für das Schuljahr 2012 von vier Schülern für das staatliche Gymnasium Colegio San Vicente de Paul, Sicelejo. o ca (Peso ) für die jährlichen Schulgebühren von zwei Schülern für die Berufsschule. o Ca (Peso ) für die Zusatzbildung drei Schülern Außerdem wurde für die Unterhaltung des Schulbetriebs der Grund- und Hauptschule Calle Fría ca ,00 (ca. Peso ) ausgegeben. Im Einzelnen waren das: für die Helferinnen ca Schulmaterial und Bücher ca Schulgeld zum Frühstück ca Schuluniformen ca Lebensmittel ca Nachhilfeunterricht ca Ausflüge mit den Kindern ca Weihnachtsgeschenke und Weihnachtsfeier ca Verschiedene Reparaturen ca Seite 2 von 6

3 Die tatsächlichen Kosten für den Schulbetrieb waren etwas höher als hier aufgeführt. Die Differenz wurde durch anderweitige Spenden von der Fundacion Calle Fría beglichen. Im Schuljahr 2010/11 besuchten bereits 8 Schüler erfolgreich das private Gymnasium Decroly. Im Schuljahr 2010/11 gingen ca. 140 Kinder zum Unterricht in die Grundund Hauptschule Calle Fría. Davon waren ca. 68 Kinder aus der Gemeinde Calle Fría. Von diesen Kindern besuchen ca. 50 regelmäßig die Nachmittagsbetreuung, die durch die Fundacion Calle Fría organisiert wird. Da die Kinder und Jugendlichen aus ärmsten Verhältnissen kommen und zu Hause in einer Großfamilie auf engstem Raum leben, benötigen sie dringend diese Nachmittagsbetreuung. Erst durch sie wird ihnen unter anderem das Erledigen der Hausaufgaben ermöglicht. Für die Betreuung sind zwei Frauen aus dem Nachbarort zuständig. Zusätzlich helfen zwei Jugendliche aus Calle Fría, die letztes Jahr die Schule mit dem Abitur abgeschlossen haben. Sie verdienen dabei ein wenig und finanzieren damit ihre Ausbildungen durch das Aushilfsgeld. Die beiden sind die ersten aus Calle Fria, die nach der Schule eine Ausbildung in einer Berufsschule absolvieren Zwei Mal in der Woche kommt ein Lehrer und gibt Nachhilfeunterricht in Spanisch. Da die Eltern oft Analphabeten sind und die Kinder nur wenig mit geschriebenen Texten in Berührung kommen, haben sie Probleme im Ausdruck in ihrer Muttersprache. Es ist sehr schwierig, in Sincelejo einen Nachhilfelehrer für Englisch zu finden. Einerseits gibt es dort nicht viele qualifizierte Lehrer, andererseits wäre ein solcher für die Stiftung leider auch zu teuer. Im Jahr 2011 haben zwei junge Frauen aus Deutschland jeweils 4 Monate dort verbracht um die Kinder nachmittags zu betreuen und auch in English Nachhilfeunterricht zu geben. Seite 3 von 6

4 Mehrere Mal in der Woche kommt zusätzlich ein Lehrer, der mit den Kindern und Jugendlichen Sport treibt. An anderen Tagen erhalten die Schüler Musikunterricht wo sie lernen, auf typischen Musikinstrumenten der Region zu spielen. Da die Gemeinde Calle Fría in einer ruralen Zone liegt, zu der nur ein schlecht passierbarer Weg führt, sind leider nur wenige Lehrer bereit zu helfen. Vor dem täglichen Abendessen wird zusammen gebetet und über Ereignisse, Erfolge, Leistungen und Schwierigkeiten mit den Kindern gesprochen. Danach bekommen die Kinder ein warmes Essen mit frisch gepresstem Fruchtsaft von der Fundacion Calle Fria. Einmal im Jahr organisiert die Fundacion einen Ausflug. Dieses Jahr fuhren die Kinder und Jugendlichen zum fünftenmal an das nur 60 km entfernte Meer. Die meisten von den Jüngeren waren zum ersten Mal dort ein unvergessliches Erlebnis für alle! Am Heiligen Abend fand eine Weihnachtsfeier mit den Familien in der Schule statt, wobei sich die Kinder bei der Gestaltung des Ablaufs beteiligten. Für die Teilnehmer an diesem Fest ist diese Veranstaltung die einzige Möglichkeit ein Weihnachtsgeschenk zu bekommen. Das Schulgelände ist für die Kinder und Jugendlichen Lehrstätte und zugleich Spielplatz auf dem sich alle treffen. Es ist ein wichtiger Mittelpunkt ihrer täglichen Aktivitäten und es gelingt, sie dadurch von der Straße zu holen und an die Schule zu binden. Nur durch Schul- und Ausbildung bekommen sie eine Perspektive für die Zukunft. Ohne Ausbildung hätten die Jugendlichen kaum eine Chance, Arbeit zu finden. Sie könnten sich höchstens als Tagelöhner oder einfache Hilfskräfte durchschlagen oder würden in die Kriminalität und das Drogenmilieu abgleiten. Seite 4 von 6

5 Das Verhalten der Kinder ist deutlich besser geworden. Sie grüßen und haben gelernt sich zu bedanken. Ihre Bildung konnte deutlich verbessert werden. Sie spielen fröhlich miteinander und die Aggressivität ist deutlich zurück gegangen, was auf die ständige Arbeit mit den Kindern zurückzuführen ist. Das Bewusstsein, dass sie nur durch Bildung die Möglichkeit bekommen, ein besseres Leben als ihre Eltern zu haben, muss weiter geschärft werden. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Eltern begreifen, wie wichtig Schulbildung ist. Nur durch die Spenden von Curari an die Fundacion Calle Fría hat diese die Möglichkeit, die Nachmittagsbetreuung mit viel Zeit und Geduld weiterzuführen und fortschrittlich zu gestalten. Zukünftig sind auch weitere Verbesserungsmaßnahmen auf dem Schulgelände geplant, wie z.b. die Vervollständigung des Zaunes und der Ausbau eines Multifunktionssportplatzes. Kürzlich ist das biologische Abwasserreinigungssystem gebrochen und es muss durch eine neue Sickergrube ersetzt werden. Täglich arbeitet die Fundacion Calle Fría für eine bessere Zukunft zugunsten der Kinder. Dies ist allerdings ein langwieriger Prozess und nur durch die Spendeneinnahmen von Curari realisierbar. Projekt Internat Popoy, Bolivien Auch im Jahr 2011 wurde das Internat mit Erfolg weitergeführt. Es hat ca. 140 Jugendlichen beherbergt und betreut. Der Verein hat im Jahr 2011 das Internat mit einem Betrag von ,00 ( ,00.-bs) unterstützt und dieser Betrag wurde wie besprochen für die allgemeinen Betriebskosten des Internats Johannes Paul II verwendet. Seite 5 von 6

6 Das Internat Johannes Paul II liegt in der Ortschaft Popoy; dieser gehört zur Gemeinde Palos Blancos in der Provinz Sud-Yungas des Departements La Paz. Das Internat wird vom apostolischen Vikariat von Reyes verwaltet. Aus schulischer Sicht repräsentiert das Internat einen wesentlichen Bestandteil der weiterführenden Schulen in Popoy, da nur so die Kinder aus der Region (tiefstes Urwaldgebiet) die Schule besuchen können. Daher ist das Internat eine zentrale Institution des Ortes. Das gute an diesem Internat und der Schule ist, dass die Kinder nicht aus ihrem ländlichen Umfeld herausgerissen werden. Für sie ist dieses Internat noch immer die einzige Möglichkeit in der näheren Umgebung die Schule zu besuchen und dadurch eine Perspektive für die Zukunft zu bekommen. Ohne die Unterstützung von Curari wäre es nicht möglich gewesen, das Internat in Betrieb zu halten, da wir die wesentliche Einnahmequelle darstellen. Es ist wichtig den vielen Kindern einen Platz und damit auch einen Lebensmittelpunkt während der Schulzeit zu bieten und das Internat erfolgreich weiter zu führen. Curari Jugendhilfe Lateinamerika Wasserburg, den Carmen Görlich Franz Görlich Doris Kowasch Seite 6 von 6

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