Ich bin so unglaublich dankbar für all die Menschen, die Gott in mein Leben gestellt hat, die in mich investieren und an mich glauben!

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1 Ausgabe 2/2011 1/2012 Ich bin so unglaublich dankbar für all die Menschen, die Gott in mein Leben gestellt hat, die in mich investieren und an mich glauben! (Sirliane, 15 Jahre)

2 Liebe Freunde und Mitglieder von educare, das vergangene Jahr hat uns wieder einmal gezeigt, wie wichtig unsere Arbeit in Brasilien ist. Viele Kinder und Jugendliche konnten ganz konkret Hilfe erfahren, nicht nur in Sachen Bildung, sondern auch im zwischenmenschlichen Bereich. Für viele ist es immer noch nicht selbstverständlich jemanden zu haben, der ihnen zuhört und ihre Sorgen und Nöte ernst nimmt. Am besten können die Kinder selbst beschreiben, wie wichtig Ihnen educare ist. Aus diesem Grund möchten wir sie auch in diesem Newsletter wieder zu Wort kommen lassen: Ein Dankeschön Hallo, durch diesen Brief möchte ich mich ganz herzlich für alle Unterstützung bedanken. Durch educare habe ich im letzten Jahr die Möglichkeit bekommen eine private Schule zu besuchen. Die Qualität des Unterrichts dort ist viel besser als an der öffentlichen Schule, die ich vorher besucht habe. Außerdem konnte ich durch den Wechsel ganz neue Erfahrungen machen. Die Mehrheit meiner Mitschüler hat einen völlig anderen Hintergrund als ich und die meisten Menschen in meinem sonstigen Umfeld. Viele kommen aus gut situierten Familien und bringen ganz andere Ansichten über Bildung, Familie, Gesellschaft und das Leben an sich mit. Durch das gemeinsame Arbeiten in der Schule und die Freundschaften, die sich dadurch entwickelt haben, konnte ich im vergangenen Jahr viele neue Dinge kennenlernen. Nicht nur in den Unterrichtsfächern habe ich mir viel Wissen angeeignet, sondern vor allem die Diskussionen über Politik und Gesellschaft haben mein Denken geprägt und verändert. Manchmal geht es ganz schön zur Sache, weil in vielen Punkten wirklich verschiedene Welten aufeinanderprallen, aber es ist unglaublich gut! Vor Kurzem habe ich mich für ein Vollstipendium der Schule beworben. Dafür musste ich eine Prüfung ablegen. Noch habe ich kein Ergebnis, aber der Direktor hat mir gesagt, ich hätte große Chancen. Ich hoffe

3 sehr, dass es klappt. Ich weiß, dass das ein entscheidendes Ereignis in meinem Leben wäre. Denn dann wäre garantiert, dass ich diese Schule bis zu meinem Abschluss besuchen kann. Ich weiß, dass ich nie so weit gekommen wäre, wenn educare das vergangene Schuljahr nicht finanziert hätte. Es ist ein Wunder, dass ich so eine Chance überhaupt bekommen habe. Ich bin so unglaublich dankbar für all die Menschen, die Gott in mein Leben gestellt hat, die in mich investieren und an mich glauben! Vielen Dank educare!!! Eure Sirliane Ein Anfang Wir haben schon mehrmals über die Probleme der öffentlichen Schulen berichtet. In manchen Fällen, wie bei Sirliane, ist die Diskrepanz zwischen dem, was die Kinder wollen und können, und den Möglichkeiten innerhalb der öffentlichen Schulen so groß, dass wir akuten Handlungsbedarf sehen. Insgesamt ist unser Ziel aber nicht, alle unsere Kinder und Jugendlichen in Privatschulen unterzubringen. Denn damit umgehen wir das Problem, anstatt wirklich etwas zu bewirken. Wir möchten etwas an den Zuständen der öffentlichen Schulen ändern. Wir möchten, dass die Kinder auch dort tatsächlich lernen. Wir möchten, dass auch ein Abschluss an einer öffentlichen Schule dazu befähigt weiterführende Bildungseinrichtungen zu besuchen und gut bezahlte Arbeit zu bekommen. Genau deshalb ist für educare die Kooperation mit den Schulen von großer Wichtigkeit. Im vergangenen Jahr haben wir daher viel Zeit und Energie darauf verwendet mit der Schule Joao Kopke in Dialog zu treten, die von den meisten unserer Kinder und Jugendlichen besucht wird. Viele Gespräche mit Schulleitung und Lehrkräften fanden statt und wir konnten gemeinsam Projekttage an der Schule organisieren. Neben einer großen Veranstaltung, bei der unser Leiter Martinano Borges de Melo die Arbeit von educare vorgestellt hat, wurden viele verschiedene Workshops angeboten. Insgesamt nahmen etwa 400 Schüler teil und wir können wirklich sagen, dass die Tage ein voller Erfolg waren. Einige der Kinder und Jugendlichen kommen seitdem auch zu den regelmäßig stattfindenen Angeboten von educare. Die Schule hat uns außerdem zugesagt, dass wir dieses Jahr weitere solche Tage veranstalten dürfen.

4 Ein Rückblick Neben der Nachhilfe in verschiedenen Schulfächern haben wir im letzten Jahr auch das schulergänzende Bildungsangebot ausgebaut. So bieten wir beispielsweise einmal in der Woche Kochen als Unterrichtsfach an. Natürlich gibt es auch weiterhin besondere Veranstaltungen, Ausflüge und Aktionen. Vor allem der Ausflug in das Museum Catavento (Museum der Kultur und Wissenschaft) war für die Teilnehmer sehr beeindruckend. Auch die persönliche Betreuung und Begleitung der Kinder und Jugendlichen sowie ihrer Familien macht nach wie vor einen großen Teil der Arbeit aus. Dazu gehören Besuche und Anteilnahme, viele lange Stunden, in denen wir einfach zuhören, klare Worte hier und da oder auch praktische Hilfe in Notsituationen, beispielsweise durch die monatlichen Lebensmittelpakte. Ein neues Projekt von educare ist der Bazar. In regelmäßigen Abständen werden Sachspenden vor allem Kleidung für wenig Geld an Bedürftige verkauft. Die Einnahmen fließen direkt in die Arbeit. Auf diese oder andere Arten versuchen wir immer wieder unser Budget zu vergrößern, denn es gibt noch so viel mehr, was wir gerne tun würden. Trotzdem wird unsere Arbeit zurzeit noch hauptsächlich durch unsere treuen Spender finanziert. Obwohl wir dafür sehr dankbar sind, wollen wir langfristig erreichen, dass die Arbeit von educare durch staatliche Fördergelder und Spenden brasilianischer Unternehmen getragen wird. Im letzten Newsletter haben wir davon berichtet, dass wir hoffen die Anerkennung als Jugendhilfeträger durch den Staat zu bekommen. Denn diese Anerkennung ist die Grundlage dafür, dass eine gemeinnützige Organisation Spendengelder von großen brasilianischen Unternehmen erhalten kann. Es war ein langwieriger und schwieriger Prozess, an dem wir seit nunmehr drei Jahren arbeiten. Umso mehr freuen wir uns, dass wir mit unserem Pro-

5 jekt Wach auf, von dem wir ebenfalls berichtet haben, erfolgreich waren. Damit sind wir einen großen Schritt gegangen, auf den dieses Jahr hoffentlich viele weitere folgen werden. Ein Ausblick Die Erfolge im letzten Jahr sind gleichzeitig die Herausforderungen für dieses Jahr. Vor allem werden wir uns bemühen Kontakte zu Firmen herzustellen um Spendengelder für unsere Projekte zu erhalten. Das Thema Fundraising bekommt durch unsere offizielle Anerkennung eine ganz neue Dimension. In den letzten Wochen haben wir das Informationsmaterial entwickelt, das wir für unsere Werbebauftritte brauchen. Bisher haben wir Kontakt mit drei Firmen. Eine davon ist Telefónica, der größte brasilianische Telefonnetzbetreiber. Ende Dezember haben wir educare auf einer Messe für Non-Profit-Organisationen vorgestellt, die auch von vielen Firmen besucht wird. Das Interesse von Seiten der Firmen war groß und wir hoffen, dass sich aus einigen der dort geschlossenen Kontakte eine Zusammenarbeit ergibt. Noch können wir schwer einschätzen, was in diesem Bereich möglich ist. Klar ist, dass wir vorbereitet und motiviert sind. Es ist ein Wunder, dass wir jetzt tatsächlich so weit gekommen sind und wir sind unglaublich gespannt, was im nächsten Jahr passiert! Der zweite große Bereich, auf den wir uns dieses Jahr konzentrieren wollen, ist die Kooperation mit der Schule Joao Kopke. Durch den Erfolg der Projekttage ist die Akzeptanz von Seiten des Schulpersonals sehr gestiegen. Diese Offenheit wollen wir nutzen und gleich am Anfang des Jahres noch einmal ein ähnliches Event wie die Projekttage organisieren. Wir möchten uns auf diese Weise bei den Schülern vorstellen und sie dafür gewinnen das Angebot von educare wahrzunehmen. Neben vielen anderen Aktivitäten ist für 2012 außerdem geplant, mit den Schülern von educare eine Stadtteilzeitung zu publizieren. Zum einem

6 möchten wir dadurch die Menschen im Stadtteil über Aktuelles bei educare informieren. Zum anderen soll die Zeitung eine praktische Umsetzung dessen sein, was educare den Kindern und Jugendlichen vermittelt. Die Schüler von educare sollen lernen, die guten und schwierigen Dinge in ihrer Umgebung differenziert wahrzunehmen. Und sie sollen die Möglichkeit bekommen ihre eigenen Ideen dazu publik zu machen, wie man die Lebensumstände im Stadtteil zum Besseren verändern kann. Ein letzter Gedanke Es ist bewegend zu sehen, wie sich unsere Arbeit zunehmend verselbstständigt, dass immer wieder Menschen in Brasilien für die Arbeit begeistert werden können und auch tatkräftig mithelfen. Die Anerkennung als Träger der Jugendhilfe in Brasilien war ein wichtiger Meilenstein, um nachhaltig arbeiten zu können. Denn genau das ist es, was wir wollen: Langfristig vor Ort sein und die Kinder und Jugendlichen möglichst nachhaltig begleiten. Dazu gehört auch immer wieder neue Chancen zu geben, wieder auf die Beine zu helfen und neu an unsere Kinder und Jugendlichen zu glauben. So wie Gott es getan hat an Weihnachten. Er glaubte an uns, so sehr, dass er selbst zu uns kam, um uns auf unserem Weg zu begleiten, zu unterstützen und wieder auf die Beine zu helfen, wo es nötig ist. Daran haben wir uns in den letzten Wochen wieder neu erinnert und das möchten wir allem was wir im neuen Jahr tun zu Grunde legen. Ihnen allen herzlichen Dank für ihre Unterstützung und ein frohes Jahr 2012! Ihr Marius Ritzi educare e. V. Gutenbergstraße Trossingen / Bankverbindung: Konto-Nr.: BLZ: Volksbank Nordschwarzwald

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