4 / Editorial. Volume 67 (2014) Published bimonthly No. 4 July / August 2014 ISSN GDMB Verlag GmbH

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1 Zinkhaltige Stäube werden im Wälzrohrofen angereichert; S / 2014 Editorial World of Metallurgy ErzMEtall Metall und Erz Zeitschrift für Erzbergbau und Metallhüttenwesen ERZMETALL Volume 67 (2014) Published bimonthly No. 4 July / August 2014 ISSN GDMB Verlag GmbH Publisher: GDMB Verlag GmbH POB Clausthal-Zellerfeld Germany Editor-in-Chief: Dipl.-Ing. Jürgen Zuchowski Editorial Staff: Dipl.-Min. Frank-Detlev Liese Ulrich Waschki The externally peer-reviewed articles are marked Printing: Oberharzer Druckerei Fischer & Thielbar GmbH Clausthal-Zellerfeld Germany Liebe Leserinnen und Leser, die deutsche Industrie hat seit dem Ausbruch der Finanzkrise deutlich an Reputation gewonnen. Die gute Bewältigung der Krise in Deutschland aufgrund des noch hohen Anteils an Industrie von ca. 22 Prozent am Bruttoinlandsprodukt hat ein Umdenken bewirkt. Heute fordert auch die EU-Kommission in ihrem Anfang des Jahres veröffentlichten Papier zur industriellen Renaissance einen europaweiten Anstieg des Industrieanteils an der Wirtschaftsleistung von heute ca. 15 Prozent auf 20 Prozent. Dirk Böttcher Eigentlich sollte man erwarten, dass in Deutschland alle Stakeholder die Erfolgsstory der deutschen Industrie fortschreiben möchten, aber besonders die hohe Regelungsdichte im Umweltrecht birgt ein hohes Risiko für eine weitere Deindustrialisierung. Gerade für kleine und mittlere Unternehmen ist die Flut an Vorschriften und neuen Gesetzesinitiativen kaum noch zu überblicken und nur mit einem überproportional hohen Aufwand zu begleiten. Hier zeigt sich, dass wir weiterhin gefordert sind, die regulatorische Entwicklung auf nationaler und europäischer Ebene positiv mitzugestalten. Dies betrifft auch die stark mittelständisch geprägte deutsche Zinkindustrie, die mit den Auswirkungen verschiedener derzeitiger Schwerpunkte der Umweltdiskussion konfrontiert wird. Die Zunahme an Komplexität in der Umweltgesetzgebung führt dabei nicht nur zur bereits erwähnten Unübersichtlichkeit, sondern teilweise sogar zu Zielkonflikten mit anderen Umweltrechtsbereichen. Ein Beispiel dafür ist die geplante Einstufung von metallischem Blei als reproduktionstoxisch, die den Weg bereiten würde für ein Zulassungsverfahren für Blei und bleihaltige Legierungen unter REACH. Diese Veränderung hätte erhebliche Auswirkungen auf die Recyclingkreisläufe und damit auch auf die Recyclingraten von Zink, da gerade viele zu recycelnde Materialien höhere Bleigehalte aufweisen. Ein weiterer Zielkonflikt kann sich bei der Umsetzung der EU-Immissionsrichtlinie (IED) durch die Verrechtlichung der Besten Verfügbaren Technik (BAT) bei der Grenzwertsetzung ergeben. Je nach Grenzwert kann es dann dazu kommen, dass zur Verbesserung im Umweltschutz Maßnahmen ergriffen werden müssen, die die Energieeffizienz verschlechtern. In der Diskussion um einen Umweltfußabdruck für Produkte geht es ebenfalls um Abwägungen verschiedener Umweltwirkungen: Welche Umweltwirkung ist wichtiger, das Potenzial zur globalen Erwärmung 181

2 4 / 2014 Editorial (continued) Zinc/carbon battery; p. 222 Technical Advisory Board: Prof. Dr. mont. Helmut Antrekowitsch Montanuniversität Leoben, Austria Prof. Dr.-Ing. Ihsan Barin Thermochem GmbH, Germany Maurits van Camp UMICORE Research, Belgium Dr.-Ing. André Ditze TU Clausthal, Germany Dr. Tanja Eckardt Heraeus Holding GmbH, Germany Ass. Prof. Dr. Christian Edtmaier Vienna Univ. of Technology, Austria Prof. Dr. Sc. (Tech.) Olof Forsén Helsinki Univ. of Technology, Finland Prof. Tekn. Dr. Eric Forssberg Luleå Univ. of Technology, Sweden Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Bernd Friedrich RWTH Aachen, Germany Dr. Florian Kongoli Flogen Technologies, Canada/USA Dr. Günther Leuprecht Aurubis, Germany Dr. Adalbert Lossin Aurubis, Germany Dr. Urban Meurer BERZELIUS Stolberg GmbH, Germany Dipl.-Ing. Norbert L. Piret Piret & Stolberg Partners, Germany Prof. Dr.-Ing. Mohammad Ranjbar University of Kerman, Iran Prof. Dr. Markus Andreas Reuter Outotec, Finland Prof. Dr.-Ing. Georg Rombach Hydro Aluminium Rolled Products GmbH, Germany Dr. Bruno Schwab Mülheim an der Ruhr, Germany Prof. Dr.-Ing. Michael Stelter TU Bergakademie Freiberg, Germany oder die potenzielle Ökotoxizität? Was ist höher zu bewerten, ein aus recyceltem Material hergestelltes Produkt oder die Recycelbarkeit des Produktes? Für Zink ist es wichtig, dass die gute Bilanz von annähernd 100 % recycelbarem Material bei der Ermittlung des Umweltfußabdrucks entsprechend berücksichtigt wird. Auf der anderen Seite zeigt die EEG-Novelle, dass die deutsche und europäische Politik versucht, die Wettbewerbsnachteile für die energieintensiven Betriebe der NE-Metallindustrie durch hohe Energiekosten zu vermeiden. Auch für die Unternehmen der Zinkindustrie ist dies ein wichtiges Signal, denn bei der Zinkerzeugung ist die Wertschöpfungskette mit nur einer verbliebenen Zinkhütte bereits heute äußerst fragil. Am Beispiel der EEG-Novelle wird deutlich, dass wir durchaus akzeptable Lösungen gemeinsam mit den einzelnen Behörden erarbeiten können, wenn wir uns an den Gesetzgebungsprozessen frühzeitig beteiligen und sie positiv begleiten. Die Zinkindustrie in Deutschland ist nach wie vor erfolgreich die jährliche Verwendung von Zink liegt seit Jahren relativ konstant bei über Tonnen. Für eine Umweltpolitik mit Augenmaß müssen wir alle Beteiligten davon überzeugen, dass die Zink- und NE-Metallindustrie ein Teil der Lösung sind, denn ohne Metalle sind eine nachhaltige Wirtschaft und Fortschritte in vielen Bereichen nicht möglich. Ohne Zink, und die anderen Metalle dreht sich kein Windrad, gibt es keine E-Mobilität, klingelt kein Handy. Ihr Dirk Böttcher Mitglied des Vorstands der Grillo-Werke AG und Vorsitzender der Initiative Zink in der WirtschaftsVereinigung Metalle 182

3 4 / 2014 Non-metallic inclusion in superalloy IN718 p. 232 Contents Subscription and Advertising: GDMB Verlag GmbH POB Clausthal-Zellerfeld Germany Telephone: +49 (0) Telefax: +49 (0) Subscription Rates 2014 Germany: Euro incl. surface mail postage Worldwide: Euro incl. surface mail postage Single issue price: Euro Subscription rates apply to a minimum subscription period of one calendar year. Cancellation: at the latest 3 months before the end of the calendar year. Renewal invoices to be sent out in October. Claims for non receipt of issues must be made in writing within 6 months of publication of the issue or they cannot be honored without charge. Advertising Manager: Philipp Migura Telephone: +49 (0) It is a condition of publication that manuscripts submitted to this journal have not been pub lished and will not be published elsewhere. Exceptions to this rule will only be made by agreement in writing between the author and the publisher. By submitting a manuscript, the authors agree that the copyright for their article is transferred to the publisher if and when the article is accepted for publication. All rights reserved (including those of trans lation into foreign languages). The cop yright covers the exclusive rights to reproduce and distribute the article, including reprints, photo graphic reproductions, micro form or any other re pro ductions of similar nature and trans lations. No part of this publication may be re pro d uced, stored in a retrieval system or transmitted in any form or by any means, elec tronic, elec trostatic, magnetic tape, mechanical, photo copying, recording or otherwise, without the permission in writing from the copyright holder. The publisher cannot accept responsibility for unsolicited papers. All views expressed in this journal are those of the respective contributors. Editorial Dirk Böttcher 181 Contents 184 Categories Economics, Technology and Science 186 Personals 198 Price of Raw Materials 199 Events 200 Articles Sabina Grund 202 Ressourcen- und Klimaschutz durch Zinkrecycling in der EU Positive Effects of Zinc Recycling on Resource Efficiency and Climate Protection in the EU Michael Stelter, Hartmut Bombach 207 Abtrennung von Chlorid aus schwefelsauren Zinkelektrolyten durch anodische Oxidation Separation of Chloride from Sulfuric Acid Zinc Electrolyte by Anodic Oxidation Stefan Steinlechner, Jürgen Antrekowitsch 213 Behavior of Halogen Compounds in Secondary Zinc Oxide during Thermal Treatment Verhalten von Halogenverbindungen in sekundären Zinkoxiden während eines thermischen Behandlungsschrittes Printed and bound in Germany 184

4 4 / 2014 Large scale EB-furnace for remelting of titanium and titanium alloys; p. 235 Bewerbungsschluss: 23. September 2014 Deutscher Rohstoffeffizienz-Preis 2014 Innovative Lösungen aus Praxis und Forschung gesucht Die Entwicklungen auf den internationalen Rohstoffmärkten in den letzten Jahren haben aufgezeigt, dass eine nachhaltige und sichere Rohstoffversorgung eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft ist. Der intelligente und nachhaltige Einsatz von Rohstoffen ist daher ein sehr wirksames Mittel um Deutschlands Abhängigkeiten von Importen zu begegnen. Ein effizienter Umgang mit Ressourcen stärkt zudem die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft. Mit dem Deutschen Rohstoffeffizienz- Preis zeichnet das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Unternehmen und Forschungseinrichtungen für die Entwicklung und die Umsetzung von rohstoff- und materialeffizienten Produkten, Prozessen, aber auch Dienstleistungen aus. Im Rahmen der Fachkonferenz Rohstoffe effizient nutzen erfolgreich am Markt werden auch in diesem Jahr vier mittelständische Unternehmen und eine Forschungseinrichtung mit je Preisgeld prämiert. Besonders innovative Lösungen im Produktionsverfahren, im Produktdesign und bei Dienstleistungen haben in diesem Wettbewerb ausgezeichnete Chancen. Gleiches gilt für neue anwendungsorientierte Forschungsergebnisse. Senden Sie Ihre Bewerbung per Post oder per Mail an: Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), Wilhelmstraße 25-30, Berlin-Spandau Tel , Fax Detaillierte Informationen: Contents Carsten Hillmann 220 Recovery of Zinc from Spent Batteries by the Treatment in a Shaft Furnace Zinkgewinnung aus Altbatterien im Hochofen Rolf Brisberger 224 Schmelztauchsimulatorversuche zur Unter suchung des Benetzungs- und Erstarrungsverhaltens von Zinklegierungen auf Stahl Hot-dip Simulator Experiments to Investigate the Wetting and Solidification Behavior of Zinc Alloys on Steel Markus Holz, Henrik Franz 230 Modern Vacuum Metallurgy Competitive Edge at Changing Market Conditions Moderne Vakuumtechnologie Wettbewerbsvorsprung unter sich ändernden Marktbedingungen About the Authors

5 Economics, Technology and Science Economics Verfügbarkeit von Kupfer langfristig unkritisch. Deutschland zählt als wichtige Industrienation zu den größten Rohstoffkonsumenten der Welt. Ein Großteil der Massenrohstoffe, zum Beispiel Kies, Sand, Kalkstein, Ton und auch Salz wird innerhalb des Landes aus heimischen Lagerstätten gewonnen. Metallrohstoffe, viele wichtige Industriemineralien, Seltene Erden und fossile Rohstoffe müssen fast vollständig importiert werden, wobei Verfügbarkeiten verschiedener Rohstoffe inzwischen im kritischen Bereich liegen und nicht ohne weiteres abrufbar sind. Dass man sich hier um das bedeutende Funktionsmetall Kupfer entgegen allen Unkenrufen auch langfristig keine Sorgen machen muss, bestätigte nun die Deutsche Rohstoffagentur (DERA) in einer Diskussionsrunde des Deutschen Kupferinstituts mit Medienvertretern und der WirtschaftsVereinigung Metalle, die in diesem Zusammenhang auch oft zitierte Falschmeldungen korrigierte, dass die aktuellen Kupfervorräte nur noch 40 Jahre ausreichen: Ein oft verwandtes, aber an sich falsches Kriterium für die Bemessung der Verfügbarkeit eines Rohstoffs ist die statische Reichweite der Reserven, das Verhältnis aus aktuellen Reserven und der jährlichen Bergwerksförderung, die bei Kupfer durchschnittlich bei rund 40 Jahren liegen. Das heißt aber nicht, dass wir dann kein Kupfer mehr haben ganz im Gegenteil, die potenziellen Vorräte von Kupfer steigen eher an, so Maren Liedtke von der DERA. Laut DERA wurden im Jahr 2012 die weltweiten Reserven mit ca. 660 Mio. t Kupfer angegeben. Dies sind definitionsgemäß die zu heutigen Preisen und mit heutiger Technik wirtschaftlich gewinnbaren Anteile an den Vorräten. Ressourcen sind übrigens Vorräte, die zurzeit nicht wirtschaftlich gewinnbar sind, jedoch zur Verfügung stehen würden. Deren Menge beläuft sich heute auf über 3000 Mio. t, wie die US-amerikanische United States Geological Survey (USGS) schätzt. Die Menge der Kupferressourcen berücksichtigt aber noch nicht die enormen Mengen an Kupfer, die in Tiefseeknol- len und massivsulfidischen Lagerstätten enthalten sind. Durch laufende und zukünftige Explorationsmöglichkeiten wird sich die Zahl der Reserven und bekannten Ressourcen weiter erhöhen. Über die bekannten Reserven und Ressourcen hinaus gibt es auch noch nicht erfasste Ressourcen (potenzielle Vorräte). Die Reserven sind auch keine statische Größe, sondern unterliegen einem dynamischen Prozess. Die Grenzen zwischen Reserven und Ressourcen sind immer in Bewegung. Durch die Explorationstätigkeit der Bergbaufirmen werden fortlaufend neue Reserven entdeckt. Außerdem werden neue Technologien zur Gewinnung und Aufbereitung entwickelt und eingesetzt. Zudem beeinflusst die Entwicklung der Rohstoffpreise die Wirtschaftlichkeit des Abbaus maßgeblich, was wiederum die Reserven im definierten Sinne verändert, erläutert die DERA-Expertin Liedkte. Dabei drückt die oftmals falsch interpretierte statische Reichweite der Reserven theoretisch aus, wie lange die heute verfügbaren Reserven eines Rohstoffs bei heutiger Förderrate noch produziert werden könnten. Aufgrund der bereits beschriebenen Dynamik bei der Entwicklung der Reserven kann dieser Kennwert allerdings immer nur eine Momentaufnahme sein und dient als Hinweis dafür, in welchem Maße zukünftig Explorationsaktivitäten notwendig sind. Die statische Reichweite sagt aber nichts über den Erschöpfungszeitpunkt eines Rohstoffs weltweit aus und darf nicht als konstantes Maß für die dauerhafte Verfügbarkeit eines Rohstoffs verstanden werden, kommentiert Liedtke die Falschmeldungen zur Kupferverfügbarkeit. Historische Zeitreihen zeigen, dass die Reserven parallel zur Bergwerksförderung stetig ansteigen und sich seit den 1990er-Jahren nahezu verdoppelt haben. Von den etwa 1000 Kupferprojekten, die zur Exploration angesetzt sind, sind nahezu 100 bereits im Bau. Dazu erklärt Maren Liedtke: Die Auswertung von Kupferprojekten, die sich in der Entwicklung oder im Aufbau befinden, hat ergeben, dass in den nächsten Jahren mit einem Kupferüberschuss am Markt zu rechnen ist. Die meisten neuen Kapazitäten der Kupferproduktion werden auch in naher Zukunft in den klassischen Kupferregionen Südamerikas (z.b. Peru und Chile) entstehen. Die WirtschaftsVereinigung Metalle (WVM) betrachtet dabei diese Entwicklung naturgemäß aus ökonomischer Sicht: Deutschland ist ein Land der Kupfererzeugung und -verarbeitung. Jedes Jahr werden rund t Kupfer produziert, ein Drittel davon aus Recyclingmaterial. Rund 1,6 Mio. t Kupfer werden zu Halbzeugen, Leitmaterial und Gussprodukten verarbeitet. Die deutsche Kupferindustrie gehört zu den ersten Gliedern der industriellen Werkschöpfungskette und ist als Lieferant eng mit ihren Kunden verbunden. Diese enge Bindung macht die deutsche Industrie stark und international wettbewerbsfähig, spezifiziert Dr. Michael Niese von der WVM. Die Versorgung mit Rohstoffen und Energie ist die Basis des wirtschaftlichen Erfolgs. Für beides gilt: Sie müssen sicher und bezahlbar sein. Daher engagiert sich die Kupferindustrie für einen fairen Welthandel. Rohstoffpartnerschaften leisten einen wichtigen Beitrag, um die Lieferungen aus der ganzen Welt nach Europa zu beiderseits fairen Bedingungen zu sichern. Für uns ist es wichtig, dass sich die verarbeitende Industrie darauf verlassen kann, dass mit Kupfer ein langfristig verfügbarer und nachhaltiger Rohstoff zur Verfügung steht, der seine Berechtigung in technologisch und gesellschaftlich relevanten Produktionsprozessen hat, beschreibt Dr. Anton Klassert, Geschäftsführer des Deutschen Kupferinstituts in Düsseldorf, sein Interesse an der Verfügbarkeitsdiskussion. Wir wollen erreichen, dass Kupfer auch in Zukunft als wichtigster Funktionswerkstoff mit seinem einzigartigen Eigenschaftenprofil und seiner Anwendungsvielfalt weiterhin diese Rolle spielt und den Beitrag zum Wohlstand unserer Gesellschaft leistet, statt diese aufgrund von Missverständnissen und Fehlinterpretationen zu gefährden. (Presse-Information v ) 186 World of Metallurgy ERZMETALL 67 (2014) No. 4

6 BDI-Präsident Grillo: Umsetzung der Energiewende erfordert sichere Versorgung mit Rohstoffen. Die sichere Rohstoffversorgung der Industrie ist eine entscheidende Voraussetzung für die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende. Für den Ausbau der Windkraft und der Photovoltaik, für den Netzausbau und für Elektromobilität wird ein Vielfaches an Kupfer, Stahl oder Seltenen Erden benötigt. Das sagte Ulrich Grillo, Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), auf dem 4. BDI-Rohstoffkongress in Berlin. Auch wenn sich die Situation auf den globalen Rohstoffmärkten etwas entspannt hat, existieren nach wie vor strukturelle Probleme und Wettbewerbsverzerrungen, sagte Grillo. Es besteht weiterhin Handlungsdruck. Sorge bereiten der Industrie auch Korruption und Konflikte in instabilen, rohstoffreichen Ländern wie der Demokratischen Republik Kongo. Die deutsche Industrie wird sich weiterhin an sinnvollen Ansätzen der EU zu einem verantwortungsvollen Rohstoffbezug konstruktiv beteiligen. Der BDI unterstützt die Extractive Industries Transpareny Initiative (EITI), der nun auch Deutschland beigetreten ist. Darüber hinaus hatte sich der BDI vom Öko-Institut Empfehlungen zum Umgang mit Konfliktrohstoffen erarbeiten lassen. Bezogen auf die Nutzung von heimischen Rohstoffen, forderte der BDI-Präsident von der Politik, dem technologischen Fortschritt in einem verantwortungsvollen Rahmen eine Chance zu geben: Die Bürgerinnen und Bürger haben einen Anspruch darauf, dass Wirtschaft und Politik die Bedenken beim Thema Fracking ernst nehmen, sagte Grillo. Deshalb sollten wir die Schiefergas-Gewinnung in Deutschland testen, und zwar in einem von Wissenschaft und Öffentlichkeit eng begleiteten Pilotprojekt. (Presse-Information v ) Geringe Chancen für Fracking in Deutschland. Die Bundesregierung gibt dem Thema Fracking in Deutschland wenig Raum. Umwelt- und Wirtschaftsministerium verständigten sich am 4. Juli auf Eckpunkte einer gesetzlichen Regelung für dieses Verfahren zur Erdgasförderung. Demnach soll Economics, Technology and Science das Fracking von Schiefergas nur zu Testzwecken und in Tiefen jenseits von 3000 m unter der Erdoberfläche möglich sein. Außerdem soll es in Wasserschutz- und Wassereinzugsgebieten ganz verboten bleiben. Erlaubt bleiben soll dagegen das bereits seit Anfang der 60er-Jahre in Deutschland praktizierte konventionelle Fracking. Die Energiewirtschaft kritisierte die Pläne scharf. Sie passten nicht in eine Zeit, in der über Energiepreise und Versorgungssicherheit für Erdgas nachgedacht werde, hieß es beim Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG). Sollten die Pläne wie vorgeschlagen umgesetzt werden, gibt es hier auf absehbare Zeit keine Erdgasproduktion mehr. Deutschland hängt dann zu 100 % von Importen ab, sagte WEG-Hauptgeschäftsführer Josef Schmid. Derzeit stammen rund 12 % des in Deutschland verbrauchten Erdgases aus heimischer Produktion. Vor einigen Jahren waren es noch 20 %. Der WEG forderte die Bundesregierung auf, bei der Formulierung des Gesetzesentwurfs nachzubessern, dabei die Beurteilung von Projekten im Einzelfall zuzulassen und eine Perspektive für die Nutzung der Schiefergaspotenziale zu eröffnen. Der Begriff Fracking umschreibt eine Bohrmethode, bei der ein Gemisch aus Wasser, Chemikalien und Sand unter die Erde gepresst wird. Dadurch entstehen Risse im Gestein, das Gas wird frei und kann gefördert werden. Die Methode wird auch in Deutschland zur Ausbeutung konventioneller Gaslagerstätten eingesetzt ( konventionelles Fracking ), in Ländern wie den USA auch zur Förderung nichtkonventioneller Vorkommen, etwa in Schiefer- oder Kohleflözgestein ( unkonventionelles Fracking ). Insbesondere am Fracking nichtkonventioneller Vorkommen entzündet sich in Deutschland seit Jahren Streit. Grüne und Umweltschützer kritisieren, dass nach der geplanten Regelung Fracking in tiefer als 3000 m liegenden Gesteinsschichten erlaubt bleiben solle. (HB v ) Peru proposes long-term tax stability contracts with mining companies. Peru President Ollanta Humala has proposed a new tax stability contract with mining companies, where the taxation rates will remain unchanged for 15 years on investments of at least $ 500 mill. The proposal is part of a package that Humala has sent for approval to the Peruvian Congress to facilitate investment in the Andean region. The country s economy, which has been consistently growing at 6 %, posted a 4 % growth in the first four months of this year. Mining contributes 15 % to Peru s GDP and forms 60 % of its total exports; the country mainly exports copper, gold and silver. Humala s proposal also included expanding the existing tax stability contracts to cover additional investments, enhancing efforts to reduce red tape, improving transparency and relaxing environmental regulations. Peru Prime Minister Helbert René Cornejo Diaz is reportedly hopeful that Congress will approve the measures quickly. National Association of Business Organisations director Jose Miguel Morales said that global mining companies rolling out big projects in Peru in the coming years, such as Southern Copper, MMG and Newmont Mining, would likely benefit under the new tax stability system. According to data released by the energy and mines ministry, Peru has an investment pipeline of more than $ 60 bn in the mining industry. (mining-technology.com, June 20, 2014) Pará investment boom: Alumina, iron projects big winners. The major projects benefiting from mining sector investment in Brazil s Pará state are Vale s Carajás Serra Sul S11D and Votorantim Metais (VM) Alumina Rondon. That s according to Pará state s minerals industry association, Simineral. The association s president, José Fernando Gomes Júnior, told BNamericas the local minerals sector could receive around US$ 47 bn in investment over the next four years. He said: Mining companies will invest US$ 34 bn in Pará until Another US$ 13 bn will be invested in infrastructure, mineral processing and other businesses such as biodiesel production. He added that Vale s project would generate more than 3000 direct jobs and produce 90 Mt/a of iron ore, roughly equivalent to the total production of Vale s five open pit mines on the northern range of Carajás. With World of Metallurgy ERZMETALL 67 (2014) No

7 the planned production, together with other developments at the site, Vale s S11D will lift the mineral province s importance to the same level as that of Minas Gerais Iron Quadrangle. We see Vale producing a total of 230 Mt/a of iron ore in Pará by 2018, he said. Meanwhile, the Rondon do Pará municipality is home to VM s Alumina Rondon bauxite-alumina project, which holds an integrated mine and alumina refinery. The project has excellent quality mineral resource potential in excess of 1 bn t. VM earmarked almost 6 bn reais (US$ 2.7 bn) for the initial production of 3 Mt/a of alumina. With the expansion, it will become the second largest alumina refinery in the world. Simineral expects that overall investment throughout the mineral supply chain will generate 99,000 jobs in the region. (alcircle.com. July 7, 2014) Inalum begins $ 1.9 bn expansion with new power plant. State-owned aluminium maker PT Indonesia Asahan Aluminium (Inalum) will spend around US $ 750 mill. on a steam-fueled power plant, which would double its production capacity, starting from mid-next year in anticipation of higher energy demand. Inalum president director Winardi Sunoto said that the firm expected to cover 35 % of the 600-MW power plant project from internal cash. It was now seeking to generate the rest from external sources. The new power plant project is part of $ 1.9 bn that Inalum will spend on a wide array of development projects over the next few years, including a new aluminium smelter and seaport. This expansion will enable Inalum, the operator of Southeast Asia s sole aluminium smelter, to double its capacity to 500,000 t of aluminium ingots in 2019 following the acquisition of the firm from Nippon Asahan Aluminium (NAA), a consortium of 12 Japanese firms, in early November last year when its 30-year partnership ended. The company has gradually increased its production capacity since its takeover. It produced about 260,000 t of ingots last year, up 4 % from The firm expects to totally stop exports and sell its output domestically next year to meet surging national consumption. Winardi said that Inalum also aimed to conclude a joint venture agreement Economics, Technology and Science Fig. 1: The first production-sized ingot successfully cast at Novelis new recycling and casting center in Nachterstedt (JVA) with state-owned mining firm PT Aneka Tambang for a refinery project in Mempawah, West Kalimantan, at the end of this year. The construction of the refinery, which will process bauxite into alumina, is estimated to cost $ 1.5 bn. It will be able to produce 1.2 mill. t of smelter-grade alumina once it starts operation in Inalum will need at least 1 mill. t of alumina to make 500,000 t of aluminium ingots. At present, it imports the material from Australia as Indonesia does not have an alumina refinery despite its abundant bauxite ore supply. (alcircle.com, June 16, 2014) Novelis casts first ingot at new aluminium recycling centre in Nachterstedt. Novelis has successfully cast the first production-sized ingot almost 10 m long (Figure 1) at its 200 mill. aluminium recycling and casting centre in Nachterstedt, Germany. Located adjacent to the company s existing aluminium rolling mill, the new plant will produce up to 400,000 t of aluminium sheet ingot from recycled material annually, and is projected to be the world s largest aluminium recycling centre. The company is still in the process of actively recruiting qualified candidates to fill the centre s 200 new jobs. After laying the first stone in March 2013, celebrating the roofing ceremony in June 2013 and installing the first equipment in November 2013, the project continues to progress on schedule. Successful casting of the first full-sized trial ingot represents another important milestone leading to the planned production of full commercial volumes, and to the official opening in fall The new recycling centre will support the company s drive to significantly expand its recycling activity in Europe, a region in which Novelis is already the leading recycler of used beverage cans. The centre will process cans as well as numerous other forms of aluminium scrap from across continental Europe. (Press Release, June 11, 2014) Trimet übernimmt Aluminiumhütte in Voerde. Die Trimet Aluminium SE übernimmt die Voerde Aluminium GmbH mit 280 Mitarbeitern. Das in Insolvenz befindliche Unternehmen stellt Primäraluminium und Kohlenstoffanoden her, die im Elektrolyseprozess zur Metallgewinnung eingesetzt werden. Trimet wird die Aluminiumhütte und die Anodenfabrik am bisherigen Standort am Niederrhein weiterführen und alle Mitarbeiter übernehmen. Wir freuen uns, dass wir den zukunftsfähigen Produktionsstandort weiterführen und die bestehenden Arbeitsplätze erhalten können, sagt Heinz-Peter Schlüter, Inhaber und Aufsichtsratsvorsitzender der Trimet Aluminium SE. Voraussetzung für die Übernahme sei gewesen, dass die EU-konforme Entlastungsregelung für die stromintensive Industrie im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes bestehende Rechtsunsicherheit beseitigt und Planungssicherheit geschaffen habe. Wir setzen darauf, dass diese Rechtssicherheit Bestand hat, sagt Schlüter. Mit dem Standort Voerde erweitert der Werkstoffspezialist seine Produktionskapazität für Primäraluminium und setzt seinen Wachstumskurs der vergangenen Jahre fort. Die europäischen Schlüsselindustrien haben großen Bedarf an Aluminium. Mit dem Standort Voerde können wir 188 World of Metallurgy ERZMETALL 67 (2014) No. 4

8 die wachsende Nachfrage bedienen., sagt Dr. Martin Iffert, Vorsitzender des Vorstands der Trimet Aluminium SE. An acht Standorten betreibt das mittelständische Familienunternehmen Produktionswerke für Herstellung, Guss und Recycling von Aluminium. Im Dezember 2013 hat Trimet zwei Produktionswerke in Frankreich übernommen. (Presse-Information v ) Outotec to provide smelting technology for Nyrstar s Port Pirie redevelopment in Australia. Outotec has agreed with Nyrstar, a global integrated mining and metals company, to provide Outotec Ausmelt technology to the Port Pirie redevelopment in South Australia. Outotec will provide a technology licence, engineering, proprietary equipment and advisory services for the redevelopment of Nyrstar Port Pirie into an advanced metals recovery and refining facility. Nyrstar s Port Pirie smelter has been in continuous operation since 1889, with many of the core production assets having been in service for up to 60 years. While considered the best practice at the time, these assets are no longer capable of meeting the increasingly stringent environmental and operational standards expected of a modern base metals facility. Outotec Ausmelt technology will be used to upgrade the facility to an advanced poly-metallic processing and recovery facility capable of processing a wide range of high value, high margin raw materials with improved environmental footprint and reduced airborne metal and dust emissions. Specifically Outotec technology will replace the outdated sinter plant with a state-ofthe-art oxygen enriched bath smelting Economics, Technology and Science furnace. The redeveloped facility will produce the current range of metals including lead, zinc oxide, gold, silver, and copper. However, the application of Outotec s high temperature top submerged lance (TSL) bath smelting technology will allow a wider range of raw materials to be processed. The increased furnace flexibility will allow Nyrstar Port Pirie to process a wider range of high value and high margin concentrates and residues from Nyrstar s existing smelters. (Press Release, June 25, 2014) Hydro takes control of Søral aluminium plant. Aluminium company Hydro and Rio Tinto Alcan (RTA) have signed an agreement for Hydro to take over RTA s share of the aluminium smelter Sør-Norge Aluminium AS (Søral) in Norway. Following the closing of the agreement, the plant will become Hydro s fifth fully owned aluminium smelter in Norway. Søral is a primary aluminium plant situated in Husnes on the Norwegian west coast (Figure 2), with an annual production capacity of about 180,000 t of primary aluminium. The plant, which has been operated as a stand-alone unit, idled one of its two production lines in 2009, and is currently producing around 90,000 t/a. Søral has 230 employees, and prior to the agreement has been owned by Rio Tinto Alcan (50 %) and Hydro (49.9 %). Closing of the transaction is pending, including approval from relevant competition authorities in Norway and France, and is expected in second half of Until closing of the agreement, Søral will still be governed by the current board of directors. The terms of the agreement are confidential. (Press Release, July 3, 2014) Fig. 2: Søral is situated in Husnes on the Norwegian west coast, with a production capacity of about 180,000 t/a of primary aluminium (Photo: Norsk Hydro) Horsehead starts zinc production at Mooresboro. Horsehead Holding Corp., Pittsburgh, announced that production of zinc metal has begun at its new zinc facility in Mooresboro, NC. The cell house has been loaded with electrolyte, the rectifiers have been switched on and plating of zinc metal is underway. The facility, which started construction in September 2011, is expected to have initial capacity to produce 155,000 t/a of zinc. Ramp up to the initial capacity is expected to take up to six months. Construction of the co-product recovery circuit at the plant is expected to be completed mid-year and its ramp up is expected to occur over a twelve month period. Horsehead Holding Corp. is the parent company of Horsehead Corporation, a leading U.S. producer of specialty zinc and zinc-based products and a leading recycler of electric arc furnace dust; The International Metals Reclamation Company (INMETCO), a leading recycler of metals-bearing wastes and a leading processor of NiCd batteries in North America; and Zochem Inc., a zinc oxide producer located in Brampton, Ontario. (Business Wire, May 21, 2014) Enova supports Hydro s technology pilot at Karmøy. Enova, a public enterprise which supports new energy and climate-related technology development, has decided to contribute NOK 1.5 bn toward Hydro s full scale next-generation electrolysis pilot project at Karmøy, on the west coast of Norway (Figure 3). The technology pilot at Karmøy has the potential of becoming the world s most energy-efficient production line for aluminium. We are pleased that Enova sees how important this effort is for Norwegian industry and for Hydro, and that they are supporting the project, says Hydro President and CEO Svein Richard Brandtzæg. The pilot plant is planned to have a capacity of 70,000 t/a of aluminium, and could begin production in 2017, at the earliest. The project is projected to cost NOK 3.6 bn, of which NOK 1.5 bn comes as support from Enova. Enova will send its decision to ESA for approval. Other conditions that must be in place before Hydro can make an investment decision include that the state power grid company World of Metallurgy ERZMETALL 67 (2014) No

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