Kennzahlen der letzten drei Geschäftsjahre

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2 Kennzahlen der letzten drei Geschäftsjahre Beiträge Veränderung zum Vorjahr in % gebuchte Bruttobeiträge Mio. 255,6 4,9 243,7 230,9 Neuzugang laufender Jahresbeitrag Mio. 28,7 6,2 27,1 25,5 Versicherungssumme Mio ,8 8, , ,9 Beitragssumme Mio. 801,5 10,2 727,1 621,2 Versicherungsbestand Versicherungssumme Mio ,2 7, , ,3 laufender Jahresbeitrag Mio. 258,4 5,0 246,2 234,7 Leistungen für unsere Kunden Aufwendungen für Versicherungsfälle f.e.r. 1 Mio. 25,8 23,3 33,7 22,4 Kapitalanlagen Bestand Mio. 565,3 2,7 550,7 524,6 Nettoergebnis 2 Mio. 18,6 7,7 20,1 18,6 Nettoverzinsung (in %) 2 3,3 3,7 3,7 Eigenkapital (nach Gewinnausschüttung) Mio. 40,8 40,8 40,8 1 für eigene Rechnung 2 ohne Fondsgebundene Versicherungen (Kapitalanlagen für Rechnung und Risiko von Inhabern von Lebensversicherungspolicen) Aus rechentechnischen Gründen können in den Tabellen und Texten Rundungsdifferenzen auftauchen.

3 Inhalt Aufsichtsrat... 1 Vorstand... 2 Bericht des Aufsichtsrats... 3 Lagebericht... 4 Wichtige Ereignisse... 5 Gesamtwirtschaftliche Lage... 7 Finanzmärkte... 8 Versicherungswirtschaft... 8 Geschäftsentwicklung der Dialog Lebensversicherungs-AG...13 Kapitalanlagen...15 Beziehungen zu verbundenen Unternehmen...16 Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter...16 Chancen...17 Risiken der zukünftigen Entwicklung und deren Steuerung...19 Ausblick...34 Finanzratings...37 Nachtragsbericht...37 Anlage zum Lagebericht...38 Jahresabschluss Jahresbilanz zum 31. Dezember 2014: Aktiva...43 Jahresbilanz zum 31. Dezember 2014: Passiva...46 Gewinn- und Verlustrechnung für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember Anhang...52 Bilanzierungs-, Bewertungs- und Ermittlungsmethoden...53 Erläuterungen zur Bilanz Aktiva...62 Erläuterungen zur Bilanz Passiva...69 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung...72 Sonstige Angaben...75 Anlage zum Anhang Deklaration der Überschussbeteiligung für das Geschäftsjahr Bestätigungsvermerk Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers Zukunftsbezogene Aussagen Impressum...107

4 Aufsichtsrat Dr. Torsten Utecht Vorsitzender Mitglied des Vorstands der Generali Deutschland Holding AG Finanzen Christoph Schmallenbach stellvertretender Vorsitzender Mitglied des Vorstands der Generali Deutschland Holding AG Personal, Betrieb und IT Christoph Gloeckner ab Generalbevollmächtigter der Generali Deutschland Holding AG Markus Hofer bis Geschäftsführer der Generali Deutschland Schadenmanagement GmbH Dr. Dieter Strasser Vorsitzender des Vorstands i.r. der Generali Lebensversicherung AG Markus Pfanzelt* Leiter Vertriebsservice & Angebote der Dialog Lebensversicherungs-AG Barbara Wagner* Leiterin Betrieb-Teams Österreich und Schnellschiene der Dialog Lebensversicherungs-AG *Arbeitnehmervertreter/in 1

5 Vorstand Oliver Brüß Sprecher des Vorstands (seit ) Mitglied des Vorstands (seit ) Ressort Vertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit Rüdiger R. Burchardi Sprecher des Vorstands (bis ) Ressort Vertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit Dr. Christoph Ebert Ressort Finanzen, Controlling, Revision, Risikomanagement, Recht und Zentrale Dienste Edgar Hütten Ressort IT, Aktuariat, Betrieb, Personal, Kapitalanlagen und Rückversicherung 2

6 Bericht des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat hat die Geschäftsführung der Gesellschaft während des Geschäftsjahres laufend überwacht. Er wurde durch vierteljährliche schriftliche Berichterstattung des Vorstands über die Geschäftsentwicklung sowie über wesentliche Vorgänge unterrichtet und trat darüber hinaus zu zwei ordentlichen Sitzungen mit dem Vorstand zusammen. Dem Aufsichtsrat hat der Erläuterungsbericht der Verantwortlichen Aktuarin vorgelegen. In der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats wurde der Bericht von der Verantwortlichen Aktuarin dargelegt und vom Aufsichtsrat eingehend erörtert. Aus der umfassenden Prüfung ergaben sich für den Aufsichtsrat keine Einwände gegen den Erläuterungsbericht. Die Prüfung gemäß 317 des Handelsgesetzbuches wurde durch die Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorgenommen. Es ergaben sich keine Beanstandungen. Der Bestätigungsvermerk ist uneingeschränkt erteilt. Alle Aufsichtsratsmitglieder haben den Bericht des Abschlussprüfers unverzüglich erhalten. Der Bericht ist in der Bilanzsitzung des Aufsichtsrats von den Wirtschaftsprüfern erläutert und mit dem Aufsichtsrat ausführlich erörtert worden. Den Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014 und den Jahresabschluss hat der Aufsichtsrat geprüft. Er hat den Jahresabschluss gebilligt, der damit festgestellt ist. Herr Rüdiger R. Burchardi hat sein Mandat als Sprecher des Vorstands der Dialog Lebensversicherungs- AG mit Ablauf des 30. September 2014 niedergelegt. Der Aufsichtsrat hat hierzu seine Zustimmung erteilt. Ihm gilt für seine geleistete Arbeit besonderer Dank. Mit Wirkung ab dem 1. August 2014 wurde Herr Oliver Brüß vom Aufsichtsrat zum Mitglied des Vorstands der Dialog Lebensversicherungs-AG bestellt. Ferner wurde Herr Oliver Brüß mit Wirkung zum 1. Oktober 2014 zum Sprecher des Vorstands ernannt. Herr Markus Hofer hat sein Aufsichtsratsmandat mit Ablauf des 31. Mai 2014 niedergelegt. Mit außerordentlicher Hauptversammlung am 27. Mai 2014 wurde Herr Christoph Gloeckner mit Wirkung ab dem 1. Juni 2014 für das ausscheidende Mitglied in den Aufsichtsrat bestellt. Der Aufsichtsrat spricht dem ausgeschiedenen Aufsichtsratsmitglied Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit aus. Der Aufsichtsrat hat einen Allgemeinen Ausschuss sowie einen Ausschuss für Vorstandsangelegenheiten gebildet. Den genannten Ausschüssen gehören der Vorsitzende sowie der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats an. Darüber hinaus gehört Herr Christoph Gloeckner den Ausschüssen an. München, 18. März 2015 Der Aufsichtsrat Dr. Torsten Utecht Vorsitzender 3

7 Lagebericht 4

8 Wichtige Ereignisse Bessere Strukturen und Prozesse In Zeiten niedriger Zinsen an den Kapitalmärkten wird das Kostenmanagement zunehmend zum Wettbewerbsfaktor für Versicherungsunternehmen: Im Berichtsjahr haben wir das im Vorjahr begonnene Kostensenkungsprogramm Operational Excellence fortgesetzt. In diesem prüfen wir in internationalen Initiativen, auf Ebene der Generali Deutschland Gruppe sowie in den einzelnen Konzernunternehmen, wie wir unsere Abläufe noch besser organisieren sowie unsere Ressourcen noch effizienter einsetzen können. Beispielsweise werden wir zukünftig unsere Einkaufsaktivitäten zentraler steuern und die Beschaffung von externen Dienstleistungen optimieren. Stabsfunktionen werden wir in den Gesellschaften weiter verbessern und die Bereiche Personal und Unternehmenskommunikation für den gesamten deutschen Konzern bündeln. Die steigenden Reputationsrisiken in der Versicherungsbranche, das zunehmend kritische mediale Umfeld sowie die durch das beschleunigte Zusammenwachsen auf internationaler Ebene auch intern gestiegenen Anforderungen erfordern eine höhere Flexibilität, Geschwindigkeit und Konsistenz in der Unternehmenskommunikation. Im Berichtsjahr haben wir daher die Zusammenführung der wesentlichen Kommunikationsfunktionen der deutschen Gruppe in einer zentralen Kommunikationsabteilung in der Generali Deutschland Holding vorangetrieben. Die Umstellung erfolgt im laufenden Geschäftsjahr Leitbild Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung der Generali Group haben wir unsere bisherigen Leitbilder in das neue globale Leitbild der internationalen Generali Gruppe überführt. Über Ländergrenzen hinweg verbinden uns gemeinsame Werte, an denen wir unser Handeln ausrichten. Eine besondere Rolle spielt dabei Deliver on the promise : Unsere Leistungsversprechen verbindlich gegenüber unseren Kunden einzuhalten. Um Vertrauen zu schaffen und unsere Reputation zu verbessern, müssen wir unsere Versprechen gegenüber Kunden, Mitarbeitern und Aktionären sowie allen anderen Stakeholdern einlösen. Dabei sind die unterschiedlichen Fähigkeiten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von besonderer Bedeutung, da das Versicherungsgeschäft ein Geschäft ist, das von Menschen für Menschen gemacht wird. Organisationsformen und Prozesse sind hierbei sehr wichtig, aber die Menschen selbst machen den entscheidenden Unterschied. Die Interessen, Vorstellungen, Bedürfnisse und Anforderungen von Menschen entscheiden über unseren Erfolg und haben daher einen hohen Stellenwert ( Value our people ). Versicherer leisten zudem einen gesellschaftlichen Beitrag. Wir arbeiten in einer Gesellschaft, wir arbeiten für Menschen, indem wir sie dabei unterstützen, ihren Lebensstandard abzusichern und zu verbessern. Daher tragen wir eine gesellschaftliche Verantwortung und haben diesen Wert in unserem Leitbild fest verankert ( Live the community ). In unseren sich täglich verändernden Märkten wird ein Wert zum besonderen Erfolgsfaktor: unsere Offenheit gegenüber Neuem ( Be open ).Die Fähigkeit, zuzuhören, Feedback anzunehmen, den Markt zu kennen, Intoleranz zu vermeiden, Herausforderungen anzunehmen und Lösungen zu erarbeiten, unterstützt uns bei unserem Ziel, erste Wahl beim Kunden zu sein und kennzeichnet die Ausrichtung der internationalen Generali Gruppe. Digitalisierungsstrategie Die Digitalisierung von Prozessen und Produkten wird ein zunehmend wichtiger Wettbewerbsfaktor. Es wird für Versicherungsunternehmen immer entscheidender, schnell zu reagieren und flexible Informations-, Kommunikations- und Servicemöglichkeiten zu bieten. Wir setzen auf die Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette, vor allem mit Blick auf künftige Kundenbedürfnisse. Daher haben wir im Berichtsjahr zahlreiche Maßnahmen in unseren Konzernunternehmen, aber auch konzernübergreifend vorangetrieben. Treiber unserer Entwicklung ist CosmosDirekt, der führende Direktversicherer in Deutschland. Zahlreiche Maßnahmen unserer Digitalisierungstrategie wurden im Berichtsjahr direkt für die Berater und Kunden spürbar, beispielsweise die Berater-App der Dialog Lebensversicherung, die den Antrags- 5

9 prozess digitalisiert, oder die Rechnungs-App der Central Krankenversicherung, die den papierlosen Versand von Rechnungen ermöglicht. Bei CosmosDirekt können Versicherte unter meincosmosdirekt ihre Versicherungen verwalten und mit der neuen App FinanzAssist einen vollständigen Überblick über ihre Finanzen ergänzen: Nicht nur Girokonten und Kreditkarten, sondern auch Depots, Sparbücher und Tagesgeldkonten lassen sich mit der App steuern und Transaktionen wie Überweisungen oder Daueraufträge durchführen. Kooperation der Generali Group mit Discovery Seit November 2014 kooperiert die Generali-Group mit dem südafrikanischen Unternehmen Discovery. Ziel der Kooperation ist es, die länderspezifische Entwicklung von innovativen Produkten ( Vitality ) für Deutschland, Österreich und Frankreich zu ermöglichen, die eine gesunde Lebensweise belohnen. Damit tragen wir den Erwartungen derjenigen Kunden Rechnung, die gesundheitsbewusst leben oder leben wollen, und die eine risikogerechte Einordnung ihrer Lebensweise für ihre Versicherung berücksichtigt wissen möchten. Innovativ sind dabei der ganzheitliche Ansatz sowie die technische Umsetzung. Die risikogerechte Tarifierung ist eines der Grundmerkmale der privaten Versicherungswirtschaft. Es entspricht den Erwartungen vieler Kunden, dass die persönliche Risikosituation auch Auswirkungen auf die Versicherungsprämie hat. Bei der Entwicklung der Produkte haben Datenschutz und Transparenz für uns höchste Priorität. Denn der sensible und vertrauliche Umgang mit personenbezogenen Daten gehört seit jeher zu unseren Kernkompetenzen. Erste marktreife Produkte für Deutschland erwarten wir ab Ende Gründung einer deutschen Niederlassung der Generali Infrastructure Services Um die IT-Infrastruktur innerhalb der Generali Group zu verbessern, wurde am 1. Juli 2014 eine deutsche Niederlassung der internationalen IT Infrastruktur Gesellschaft Generali Infrastructure Services (GIS) gegründet. Rund 350 MitarbeiterInnen gingen per Betriebsübergang von der GD-Informatik in die Zweigniederlassung Deutschland der GIS über. Gleichzeitig wurden Anlagegüter (im Wesentlichen Hardware, Software und Mietereinbauten) zum Marktwert von 44,3 Mio. sowie Rückstellungen für Altersversorgung und Personal (Urlaub, Gleitzeit) in Höhe von 13,0 Mio. auf die GIS übertragen. Die GIS übernimmt die Verantwortung für die Entwicklung und den Betrieb der Infrastruktur. Die Schnittstelle zu den Konzernunternehmen verbleibt in der GD-Informatik. Die GIS geht aus dem 2013 gestarteten Group Infrastructure Excellence Program hervor, das das Zielbild der IT-Infrastruktur der Generali Gruppe in Europa definiert. Hierzu gehören auch die Konsolidierung der Rechenzentren nach Aachen und Mogliano/Italien sowie die Harmonisierung von Arbeitsplatz- Lösungen. Das Projekt umfasst ein Gesamteinsparziel von ca. 130 Mio.. An dem Programm nehmen die Generali Gesellschaften in Deutschland, Italien, Frankreich, Österreich, Ungarn und Tschechien teil. Vorstandswechsel bei der Dialog Lebensversicherungs-AG Seit 1. Oktober ist Oliver Brüß neuer Sprecher des Vorstands der Dialog Lebensversicherungs-AG. Er hat die Nachfolge von Rüdiger R. Burchardi angetreten, der am 30. September 2014 in den Ruhestand getreten ist. Die Ressortzuständigkeit des neuen Vorstandssprechers umfasst unverändert die Bereiche Vertrieb, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit. 6

10 Gesamtwirtschaftliche Lage In Deutschland schwächte sich die Konjunktur ab. Dennoch hat das gesamtwirtschaftliche Wachstum im Jahr ,5% erreicht. Zurückzuführen ist diese geringere Konjunkturdynamik auf eine stärkere Verunsicherung vieler Unternehmen angesichts der geografischen Nähe zum Konfliktherd Ukraine, der Sanktionen gegenüber Russland sowie weiteren geopolitischen Faktoren, wie beispielsweise die Eskalation der Konflikte im Nahen Osten. Entsprechend ergaben sich nicht nur in Deutschland, sondern im gesamten Euroraum negative Folgen für die Investitionstätigkeit und somit das Wirtschaftswachstum. Speziell in Deutschland führten die ungünstigeren konjunkturellen Daten zu einer lebhaften Diskussion um vermeintliche Investitionsschwächen. Die Zuwachsrate der gesamtwirtschaftlichen Investitionen lag 2014 mit 3,1% gegenüber dem Vorjahr niedriger als erwartet. Das verfügbare Einkommen der privaten Haushalte in Deutschland hat 2014 um 2,2% zugelegt. Dazu trug insbesondere ein kräftiger Anstieg der Löhne bei. Der Arbeitsmarkt sorgte mit einer Arbeitslosenquote von 5,0% sowie einem Rekordstand der Beschäftigten für eine positive Entwicklung des privaten Konsums, der durch den Preisrutsch beim Öl im letzten Quartal zusätzlich gestärkt wurde. Der Außenhandel war eine bedeutende Konjunkturstütze und trug gut ein Viertel zum Anstieg der Wirtschaftsleistung in Deutschland bei. Der Euroraum wuchs im 3. Quartal 2014 nur um 0,2% im Vergleich zum Vorquartalszeitraum. Innerhalb des Euroraums entwickelten sich die Länder weiterhin sehr unterschiedlich. Länderspezifische Probleme verstärkten zum Teil internationale Risiken: Italien musste sich den Auswirkungen einer Rezession stellen, Frankreich verzeichnete weiterhin eine hohe wirtschaftspolitische Unsicherheit, während sich Spanien konjunkturell weiter erholte. Die Inflation setzte ihre Abwärtsbewegung fort: Die jährliche Inflationsrate im Euroraum lag im Dezember 2014 bei minus 0,2% gegenüber dem Vorjahr und damit weit unterhalb des angestrebten Wertes der Europäischen Zentralbank (EZB) von rund 2%. Obwohl rund drei Viertel des Inflationsrückgangs auf volatile Komponenten wie Nahrungsmittel und Energiepreise zurückzuführen sind und die Kerninflationsrate mit rund 0,8% deutlich höher lag, nahmen die Sorgen vor einer Deflation beträchtlich zu. Der sehr geringe strukturelle Preisauftrieb ist auch der Tatsache geschuldet, dass viele südeuropäische Staaten ihre Wettbewerbsfähigkeit stärken müssen und dies in einer Währungsunion nur durch eine interne Abwertung, also einen unterdurchschnittlichen Preisanstieg, erfolgen kann. Vor diesem Hintergrund hat die EZB ihre Geldpolitik weiter gelockert: Im Juni senkte sie ihren Leitzinssatz auf 0,15%, drückte den Zinssatz für ihre Einlagenfazilität in den negativen Bereich, erweiterte die verfügbare Liquidität und initiierte zielgerichtete langfristige Refinanzierungsgeschäfte, um die Kreditvergabe der Banken anzukurbeln. In einem weiteren Schritt senkte die EZB ihre Leitzinssätze erneut und kaufte gezielt forderungsbesicherte Wertpapiere und gedeckte Schuldverschreibungen auf. Die USA haben sich 2014 als deutlich robuster gegenüber internationalen Krisenherden gezeigt als der Euroraum. Nach einem schwachen 1. Quartal gewann die US-Wirtschaft kräftig an Fahrt und dürfte im Gesamtjahr 2014 voraussichtlich um 2,4% wachsen. Die für den gesamtwirtschaftlichen Konsum wichtige Beschäftigungsentwicklung zeigte deutliche Zuwächse. Vor diesem Hintergrund hat die US- Notenbank ihr Ankaufprogramm von Staatsanleihen im Laufe des Jahres schrittweise zurückgefahren und Ende Oktober eingestellt. Die Inflationsrate hat zwar unter dem Einfluss eines deutlich rückläufigen Rohölpreises nachgegeben, lag aber mit 1,3% gegenüber dem Vorjahr auf einem höheren Niveau als im Euroraum. 7

11 Finanzmärkte Die wiederkehrenden Wachstumssorgen im Euroraum, in Japan und China, aber auch die robusten Wirtschaftsdaten in den USA und in Großbritannien, haben die Finanzmärkte 2014 geprägt. Die fallenden Inflationsraten und divergierenden Ausrichtungen der jeweiligen Zentralbankpolitik bestimmten das Geschehen. Deflationssorgen im Euroraum und weitere zinssenkende Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) ließen die Renditen von Staatsanleihen auf neue historische Tiefstände sinken. Auch die Verzinsung von US-Staatsanleihen ging trotz des geringeren Aufkaufs von Wertpapieren durch die USamerikanische Fed deutlich zurück, wenn auch weniger stark als in Europa. Risikobehaftete Wertpapiere entwickelten sich insgesamt positiv, aber regional unterschiedlich. Im Euroraum profitierten in erster Linie risikobehaftete Rentenpapiere von der massiven Unterstützung durch die EZB. Die Risikoaufschläge auf südeuropäische Staatsanleihen und auf Unternehmensanleihen im Euroraum fielen nochmals merklich und beflügelten die Kurse der Titel. Ausnahme hierbei waren jedoch griechische Staatsanleihen. Wesentliche Gründe für diese Entwicklung waren Sorgen um einen Verbleib Griechenlands in der Eurozone. Die Ankündigung der griechischen Regierung im September, der Aufsicht durch die Troika aus EZB, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Union (EU) entkommen zu wollen, sowie Befürchtungen eines Wahlsiegs der linksgerichteten Syriza-Partei bei vorgezogenen Neuwahlen Anfang 2015 ließen die Risikoaufschläge auf griechische Finanztitel im letzten Quartal stark ansteigen. Die amerikanischen Aktienmärkte setzten den Höhenflug aus den Vorjahren zu neuen Rekordständen fort und beendeten das Jahr mit Zuwächsen im unteren zweistelligen Prozentbereich. Das Aktienumfeld im Euroraum erwies sich dagegen als deutlich schwieriger. Geopolitische Konflikte wie die militärische Auseinandersetzung in der Ukraine und der Vormarsch des sogenannten Islamischen Staates verunsicherten die Investoren. Darüber hinaus belasteten Sorgen um die wirtschaftliche Erholung des Euroraums die Nachfrage nach europäischen Aktientiteln. Entsprechend blieb die Performance von europäischen Aktien (Stoxx600) merklich hinter den US-amerikanischen Märkten zurück. Noch verhaltener fiel die Kursentwicklung bei Indizes aus, die auf den Euroraum beschränkt waren. Versicherungswirtschaft Die deutsche Versicherungswirtschaft entwickelte sich aus unserer Sicht im Jahr 2014 trotz des Niedrigzinsumfeldes stabil. Nach vorläufiger Einschätzung der Generali Deutschland Gruppe verzeichnete die deutsche Versicherungswirtschaft 2014 insgesamt ein moderates Beitragswachstum, das voraussichtlich bei rund 1,5% lag. Insbesondere die gute Entwicklung in der Sachversicherung konnte das im Niedrigzinsumfeld nach wie vor schwierige Lebensversicherungsgeschäft in Teilen kompensieren. Neben den zunehmenden Herausforderungen im Kapitalanlageumfeld belastet der hohe Regulierungsdruck die Margen durch zusätzlichen technischen und finanziellen Aufwand. In der Lebensversicherung (ohne Pensionsfonds und -kassen, inklusive Direkt- und Rückdeckungsversicherungen) erwarten wir, dass die gebuchten Bruttobeiträge in der Branche gestiegen sind. Die Profitabilität ist von externen Rahmenbedingungen abhängig und eher rückläufig. Das im August 2014 in Kraft getretene Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) wird das Geschäftsmodell der Lebensversicherer 2015 mit der Absenkung des Garantiezinses auf 1,25% weiter unter Druck setzen. Vorzieheffekte haben eine teilweise Belebung zum Ende des Jahres 2014 bewirkt. Die Risikolebensversicherung war 2014 von einem hartem Wettbewerb und Preiskampf geprägt. Wir gehen deshalb davon aus, dass im Saldo ein hohes, aber gegenüber 2013 rückläufiges Bestandswachstum verzeichnet werden wird. Aufgrund 8

12 schwieriger Rahmenbedingungen, einer weiterhin eher kritischen Berichterstattung in der Presse und der Absenkung des Rechnungszinses im Jahr 2012 waren Abschlüsse von Riesterprodukten 2014 erneut stark rückläufig. Erste Lebensversicherer stellen das Geschäft bereits ein. Wachstumsperspektiven und eine gute Entwicklung für 2014 ergaben sich dagegen unterstützt durch neue Produktvarianten bei der Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung. Solvency II Solvency II reformiert das europäische Versicherungsaufsichtssystem grundlegend. Die neuen Regeln auf EU-Ebene bringen ab dem 1. Januar 2016 Änderungen für Versicherer, Aufsichtsbehörden und Kunden. Das Gesetzesvorhaben will zudem den Versichertenschutz stärken, einheitliche Wettbewerbsstandards im europäischen Versicherungssektor schaffen und damit eine einheitliche Aufsichtspraxis gewährleisten. Das neue Aufsichtssystem Sovency II ist in drei Säulen unterteilt: Die erste Säule verlangt von Versicherungsunternehmen eine risiko- bzw. marktwertorientierte Bewertung ihrer Kapitalanlagen und Leistungsverpflichtungen. Kapitalanforderungen sollen sich künftig an den eingegangenen Risiken orientieren. Die zweite Säule umfasst qualitative Anforderungen an das Governance-System und beinhaltet die Qualifikationsanforderungen bestimmter Personengruppen bis hin zu Vorschriften für Ausgliederungen von Funktionen und Tätigkeiten. Säule drei erweitert die Berichtspflichten von Versicherern: Zukünftig wird es einen jährlich zu veröffentlichenden Bericht über die Solvabilität und Finanzlage (Solvency and Financial Condition Report, SFCR) sowie einen mindestens alle drei Jahre zu erstellenden Bericht an die Aufsichtsbehörde (Regular Supervisory Report, RSR) geben. Bis zum 31. März 2015 muss die Richtlinie durch das Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) in nationales Recht umgesetzt sein. Versicherungsunternehmen wird es ermöglicht, die Genehmigung eines internen Modells bereits ab April 2015 zu beantragen. Der Umsetzungszeitrahmen bleibt nach unserer und der Einschätzung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ambitioniert. Novelle des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) Die zehnte Novelle des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) überführt die europäische Solvency-II- Richtlinie in deutsches Recht und leitet einen Paradigmenwechsel in der Versicherungsbranche ein. Das bislang bestehende und auf HGB-Werten der Bilanzposten aufbauende Aufsichtssystem wird auf eine vollständige Marktwertbilanzierung umgestellt und damit modernisiert. Der von der Bundesregierung am 22. Oktober 2014 vorgelegte Gesetzentwurf sieht zahlreiche Änderungen vor: umfassende Neuregelungen zu risikoorientierten Solvenz- und Eigenmittelanforderungen, Marktwerte als neue Bewertungsvorschriften für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, höhere Anforderungen an die Unternehmensorganisation und die Berichterstattung gegenüber Aufsichtsbehörde und Öffentlichkeit sowie Anforderungen an die zusätzliche Aufsicht über Versicherer. Vollerhebung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) UND EIOPA- Stresstest Am 12. November 2014 hat die BaFin die Ergebnisse der Vollerhebung unter den deutschen Lebensversicherern vorgestellt. Der GDV hat die Generalprobe für Solvency II als insgesamt gelungen bewertet, gleichzeitig aber betont, wie sehr die anhaltende Niedrigzinspolitik die Branche weiterhin herausfordert. Die BaFin hatte alle 87 Lebensversicherer befragt, wie sich die neuen aufsichtsrechtlichen Regeln auf die Eigenmittelausstattung auswirken werden (mit Bilanzdaten vom 31. Dezember 2013), und die Daten anschließend analysiert. Wenige Unternehmen mit einem Marktanteil von zusammen weniger als 1% konnten trotz Anwendung von Übergangsmaßnahmen und Volatilitätsanpassung keine ausreichenden Eigenmittel nachweisen. Die BaFin wird mit diesen Unternehmen umgehend die nötigen Schritte erörtern. Mit unseren Lebensversicherern sind wir für Solvency II gut aufgestellt. Auch die Europäische Aufsichtsbe- 9

13 hörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA, englisch European Insurance and Occupational Pensions Authority) hat mit einem Stresstest für die Versicherungswirtschaft. die Kapitalanforderungen nach Solvency II überprüft. Unsere Gruppe verfügt über eine solide Kapitalausstattung und kann auch stärkeren Verwerfungen an den Finanzmärkten standhalten. Zwar stellen die künstlich niedrig gehaltenen Zinsen langfristig eine Herausforderung dar. Auf diese Situation haben wir uns bereits jedoch frühzeitig mit einer Vielzahl von Maßnahmen vorbereitet. Die Generali Deutschland Gruppe ist finanziell solide aufgestellt und kann daher auch mittelfristig ihre Zusagen gegenüber den Versicherten einhalten. Verbraucherschutz Das Kapitalanlagegesetzbuch, das am 22. Juli 2013 in Kraft getreten ist, wurde durch ein Kleinanlegerschutzgesetz ergänzt. Der Schutz der Kleinanleger soll Regelungslücken und Umgehungsmöglichkeiten schließen, die Transparenz der Finanzprodukte erhöhen und die produkt- und vertriebsbezogenen Vorgaben schärfen. Neben dem kollektiven Verbraucherschutz, der als Aufsichtsziel bei der BaFin gesetzlich verankert ist, schafft die Bundesregierung mit den sogenannten Finanzmarktwächtern bei den Verbraucherzentralen eine neue Instanz, die Geldanlageprodukte prüfen soll. Geplant ist, dass die Kontrolleure Anfang 2015 ihre Arbeit aufnehmen und im Sinne des Anlegers mögliche Fehlentwicklungen aufdecken. Code of Conduct Zu den zahlreichen Eigeninitiativen, mit denen die Versicherungswirtschaft die Beratungsqualität absichert und stetig weiter entwickelt, zählt seit Mitte 2013 auch der verschärfte Verhaltenskodex des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft für den Vertrieb von Versicherungsprodukten. Die Generali Deutschland Gruppe hat sich frühzeitig dem neuen Kodex verpflichtet und richtet ihr vertriebliches Handeln konsequent an dessen Leitlinien aus mit dem Ziel, die Beratungs- und Betreuungsqualität für unsere Kunden zu sichern und zu optimieren. Hierzu wird die Generali Deutschland Gruppe die Umsetzung des Verhaltenskodex in den betreffenden Konzernunternehmen durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer testieren lassen. Die Bereiche Compliance und Weiterbildung von Versicherungsvermittlern genießen in der Versicherungswirtschaft und bei der Generali Deutschland Gruppe einen hohen Stellenwert. Mit dem Code of Conduct hat die Versicherungswirtschaft darüber hinaus einheitliche Standards für die Rechtssicherheit und Transparenz bezüglich der Datenverwendung für die Versicherten geschaffen. Zum 1. Januar 2014 sind die Erstversicherungsunternehmen der Generali Deutschland Gruppe dem Code of Conduct beigetreten. Zusätzlich zu den geltenden Datenschutzbestimmungen verpflichten wir uns damit, den im Code of Conduct festgelegten Grundsätzen nachzukommen. Infrastruktur-Investitionen Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat im August 2014 die Absicht geäußert, Versicherungsunternehmen zu mehr Investitionen im Straßenbau und in Infrastrukturmaßnahmen zu bewegen und entsprechende Anreize zu schaffen. In Zeiten der Niedrigzinspolitik zielte Gabriel insbesondere auf die Lebensversicherer, die alternative Anlagemöglichkeiten suchen. Auf dem Versicherungstag am 26. November 2014 unter dem Motto Werte. Verantwortung. Vertrauen betonte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel die Bedeutung der Versicherer für den Standort Deutschland. Sie warb um deren finanzielles Engagement vor dem Hintergrund des von der EU-Kommission geplanten 315 Mrd. starken Investitionspaketes. Der Europäische Fonds für Strategische Investitionen (EFSI) soll zur Finanzierung der bestehenden und aufzubauenden Infrastruktur sowie für Forschungsprojekte und den Internet- Breitbandausbau genutzt werden. Die Generali Deutschland Gruppe ist grundsätzlich offen für einen Dialog mit der Politik, um entsprechende Rahmenbedingungen zu erörtern und zu schaffen. Die deutsche 10

14 Versicherungswirtschaft betonte auf dem Versicherungstag, ihr Geschäftsmodell mache sie zu natürlichen Partnern der Investitionsoffensiven in Deutschland und Europa. Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) Mit dem am 7. August 2014 in Kraft getretenen Gesetzespaket zur Reform der Lebensversicherung hat die Bundesregierung auf die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) reagiert. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung bleibt absehbar, dass für die Mehrheit der deutschen Bevölkerung die gesetzliche Rente zukünftig nicht ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard auch im Alter zu halten. Lebenslang garantierte Auszahlungen bieten als Vorsorgeform nur die private Lebens- und Rentenversicherung. Deshalb bleibt die Lebensversicherung ein unverzichtbarer Baustein der Altersvorsorge. Mit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise wird es für Lebensversicherer aber immer schwieriger, das Geld ihrer Kunden lukrativ anzulegen, da sie vorwiegend in bonitätsstarke festverzinsliche Wertpapiere investieren. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber einige Neuerungen auf den Weg gebracht, deren Ziel es ist, die Lebensversicherung auch für die kommenden Jahre stabiler aufzustellen. Insbesondere die Anpassung von Garantiezins und Höchstzillmersatz sowie die Einführung einer Rendite-Kennziffer stellen für Versicherungsunternehmen jedoch einen enormen technischen und finanziellen Aufwand dar, der in weniger als einem halben Jahr umzusetzen ist. 1. Absenkung des Höchstrechnungszins (Garantiezins) Zum 1. Januar 2015 wird der Garantiezins von 1,75% auf 1,25% gesenkt. Die Absenkung betrifft ausschließlich Neuverträge. Der Garantiezins ist jedoch nur ein Baustein der Gesamtrendite einer Lebensversicherung, die vertraglich garantierte Versicherungssumme erhöht sich durch die Überschussbeteiligung. Nach Berechnungen von Assekurata lag die durchschnittliche laufende Verzinsung 2014 über alle Tarifausprägungen und -generationen der Lebensversicherer bei rund 3,5%. 2. Neuregelung der Beteiligungen an den Bewertungsreserven Das Gesetz würdigt die Lebensversicherung in Zeiten extrem niedriger Zinsen als attraktive, faire und generationengerechte Altersvorsorge. Seit dem 7. August 2014 erhalten ausscheidende Sparer bei festverzinslichen Wertpapieren nur noch die Hälfte der Reserven, die den sogenannten Sicherungsbedarf übersteigen. An den Bewertungsreserven von Aktien oder Immobilien bleiben ausscheidende Kunden weiterhin zur Hälfte beteiligt. Im Sinne der Verbraucher und Kunden begrüßen wir die Neuregelung bei der Beteiligung der Bewertungsreserven, weil sie dabei hilft, langfristig stabile Gesamtleistungen für alle Kunden zu sichern. 3. Höhere Beteiligung der Versicherungsnehmer am Risikoergebnis Das LVRG sieht vor, dass die Mindestbeteiligung der Neu- und Bestandskunden an den Risikoüberschüssen von 75% auf 90% steigt. Risikoüberschüsse bilden neben Kostenüberschüssen und Kapitalerträgen die dritte Säule der Überschussbeteiligung. 4. Ausschüttungssperre für Unternehmen Im Rahmen des LVRG hat der Gesetzgeber eine Ausschüttungssperre für Dividenden beschlossen. Sie gilt seit dem 7. August Aktionäre erhalten dann keine Dividende, wenn die Liquidität mittel- und langfristig zur Garantiesicherung eingesetzt werden muss. 11

15 5. Einführung der Effektivkostenquote Mit Beginn des Jahres 2015 müssen Lebensversicherungsverträge die effektive Kostenbelastung für die Kunden mit einer Kennzahl ausweisen. Die Effektivkostenquote (Reduction in Yield) weist aus, wie sich die Kosten auf die jeweilige Policenrendite auswirken, und sorgt für mehr Kostentransparenz für den Kunden. 6. Absenkung des Höchstzillmersatzes Lebensversicherer können ab dem 1. Januar 2015 in den ersten fünf Jahren der Vertragslaufzeit die Abschlusskosten nur noch in Höhe von bis zu 25 der Beitragssumme eines Lebensversicherungsvertrages kalkulatorisch und bilanziell anrechnen. Auch die Generali Deutschland Gruppe wird hierauf reagieren und z.b. verstärkt von der Abschlussvergütung auf eine stärkere Bestandsvergütung umstellen. Betriebliche Altersvorsorge (bav) Die EU-Kommission hat am 27. März 2014 einen Vorschlag zur Verbesserung der Bereiche Governance und Transparenz in der betrieblichen Altersvorsorge (EbAV II) vorgelegt, bis Ende 2016 muss die Umsetzung in nationales Recht erfolgen. Anfang 2015 soll ein Diskussionsentwurf der Bundesregierung für die Umsetzung der EU-Richtlinie vorgelegt werden. Die Generali Deutschland Gruppe begrüßt die in der Richtlinie vorgegebene Bereitstellung klarer und relevanter Informationen für Versorgungsanwärter, mögliche Versorgungsanwärter und Leistungsempfänger. Das in Deutschland bestehende Drei-Säulen-Modell der Alterssicherung mit der gesetzlichen Rente, der privaten Vorsorge und der bav hat sich bewährt, um die wachsenden Versorgungslücken der gesetzlichen Rente zu schließen. Der Altersarmut mit Konzepten und passenden Produkten effektiv entgegenzutreten, ist Teil des Geschäftsmodells der Generali Deutschland Gruppe. Die Große Koalition und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles wollen die betriebliche Altersvorsorge insbesondere in kleineren und mittleren Betrieben mit der sogenannten verpflichtenden bav stärken, beispielsweise flächendeckend über Regelungen in den Tarifverträgen. Ein erster Vorschlag aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales sieht vor, dass die Arbeitgeber für Leistungszusagen nicht haften müssen, wenn die bav-beiträge in gemeinsam mit den Gewerkschaften geschaffene Einrichtungen fließen. Die Haftung läge stattdessen bei diesen Einrichtungen, die Mitglied in einem Sicherungsfonds sein müssten. Aus Sicht der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände würde die Ausgestaltung zu hohen Kosten führen, denn für den Sicherungsfonds würden die Kapitalvorschriften von Solvency II gelten. Damit wären sehr hohe Eigenmittel erforderlich. Das Bundesfinanzministerium hat zu den Plänen der Bundesarbeitsministerin eine Studie in Auftrag gegeben, die Kosten und mögliche Folgen analysieren soll. Wir sind ebenso wie der GDV der Meinung, dass eine freiwillige automatische Entgeltumwandlung und eine zeitgemäße steuerliche Förderung in Niedrigzinszeiten größere Anreize schaffen, um in eine bav zu investieren. Honorarberatung Verschärft durch das LVRG werden immer wieder Forderungen nach einer Begrenzung der Vermittlerprovisionen laut. Ein solcher Schritt stellt aus unserer Sicht eine Gefährdung der Beratungskapazität und -qualität des Vertriebs dar. Wir sind mit dem GDV der Meinung, dass viele Menschen sich ausschließlich aufgrund der aktiven Ansprache durch Versicherungsvermittler mit ihrer Risikoabsicherung und Altersvorsorge auseinandersetzen. Die einseitige Ausrichtung auf Honorarmodelle würde zu einer sozialpolitisch nicht gewollten und auch nicht vertretbaren Unterversorgung der Bevölkerung beim Versicherungsschutz führen. Darüber hinaus würden Einschnitte in die gewachsenen Vertriebsstrukturen die Existenzgrundlage zahlreicher Vermittler bedrohen. Darum engagiert sich die Generali Deutschland Gruppe weiterhin für eine faire Entlohnung der beratenden Vertriebskräfte und den grundsätzlichen Erhalt des Provisionsmodells. 12

16 Geschäftsentwicklung der Dialog Lebensversicherungs-AG 2014 war für die Dialog Lebensversicherungs-AG wieder ein sehr erfolgreiches Jahr. Mit ihrer überzeugenden Positionierung als Spezialversicherer für biometrische Risiken und ihrer klaren Fokussierung auf den Maklervertrieb war sie für die Herausforderungen des Marktes bestens gerüstet. Die Marktposition verstärkte sich weiter, in einem insgesamt rückläufigen Markt erhöhte sich damit der Marktanteil deutlich. Dank unterjähriger Produktoptimierungen, der Erweiterung des Produktportfolios und laufender Innovationen im Service konnte das Geschäft ausgebaut werden. Das kontinuierliche Wachstum und die hohe Akzeptanz in der Maklerschaft bilden die Basis für eine positive Zukunftsperspektive. Gegen den Markttrend steigendes Neugeschäft Der Markt für biometrische Produkte ist hart umkämpft und zieht immer mehr Wettbewerber an. In diesem schwierigen Umfeld konnte die Dialog im Gegensatz zum Wettbewerb deutlich weiter wachsen. Das bedarfsgerechte Produktangebot sorgte in Verbindung mit einer intensiven Marktbearbeitung für hohe Wachstumsraten. Im laufenden Beitrag nahm das Neugeschäft um 5,9% von 27,1 Mio. auf 28,7 Mio. zu. Besonders groß war die Steigerungsrate in der Versicherungssumme; sie stieg um 8,5% von 5.860,9 Mio. auf 6.361,8 Mio.. Die Stückzahl nahm um 4,0% von auf zu. Kontinuierliches Bestandswachstum Seit ihrer Neupositionierung als Spezialversicherer für biometrische Risiken vor mehr als zehn Jahren erzielt die Dialog Jahr für Jahr ein stetiges Bestandswachstum. Aufgrund des hervorragenden Neugeschäfts nahm 2014 der laufende Jahresbeitrag um 5,0% von 246,2 Mio. auf 258,4 Mio. zu. Die Stückzahl stieg um 4,6% von auf , die Versicherungssumme um 7,8% von ,9 Mio. auf ,1 Mio.. Steigende Beitragseinnahmen Der deutsche Lebensversicherungsmarkt verzeichnete ein Wachstum gegenüber dem Vorjahr von 3,1% bei den gebuchten Bruttobeiträgen. Die Dialog konnte auf der Basis ihres Bestandswachstums ihre Beitragseinnahmen überproportional um 4,9% von 243,7 Mio. auf 255,6 Mio. steigern. Erweiterung des Produktportfolios Bisher sicherte die Dialog Lebensversicherungs-AG mit den von ihr angebotenen Produkten die Risiken Todesfall und Invalidität finanziell ab. Im Berichtsjahr wurde ein neues Produkt zur Absicherung der Pflegebedürftigkeit entwickelt und auf den deutschen Markt gebracht. Entsprechend setzt sich das Produktportfolio nun aus Risikoversicherungen, Berufsunfähigkeitsversicherungen, Erwerbsunfähigkeitsversicherungen und Pflegeversicherungen zusammen. In ihrem Hauptgeschäftsfeld, der Risikolebensversicherung, konnte die Dialog 2014 entgegen dem Markttrend (-5,1%) weiter wachsen. Nach laufendem Beitrag nahm das Neugeschäft um 4,5% von 25,3 Mio. auf 26,5 Mio. zu. Die Zahl der eingelösten Versicherungsscheine stieg um 2,7% von auf , die Versicherungssumme nahm um 7,4% von 5.552,1 Mio. auf 5.972,3 Mio. zu. Dank des erfolgreichen Geschäftsverlaufs stieg der Marktanteil der Dialog in der Risikolebensversicherung im Zeitraum Dezember 2013 bis Dezember 2014 von 6,70 % auf 7,41% an (gemäß vorläufiger Schätzung des GDV vom Januar 2015). Die durchschnittliche Versicherungssumme der eingelösten Versicherungsscheine nahm von auf zu. Sie liegt damit erheblich höher als der Marktdurchschnitt von (vorläufige Schätzung des GDV vom Januar 2015). Zur Absicherung des biometrischen Risikos der Berufsunfähigkeit bietet die Dialog selbständige Versicherungen und Zusatzversicherungen an, die alle über Spitzenbewertungen der namhaften Rating-Agenturen 13

17 verfügen. Zur Auswahl stehen Tarife mit fester Kalkulation (SBU-professional) wie mit altersabhängiger, also risikoadäquater Kalkulation (SBU-solution ), wobei letztere gerade jungen Menschen zu einem bezahlbaren Risikoschutz verhelfen. Im Herbst 2013 führte die Dialog eine Reihe von Produktoptimierungen in ihrer Berufsunfähigkeitsversicherung ein: das erweiterte Lebensphasenmodell mit Beitragsbefreiung bei finanziellen Engpässen, die Ausweitung der Überbrückungshilfe auf gesetzlich Krankenversicherte, die Möglichkeit des Einschlusses einer Pflegerentenoption im deutschen Markt oder die Bessereinstufung verschiedener Berufe, insbesondere von Schülern und Studenten. Dieses Maßnahmenbündel führte zu einem bemerkenswerten Zuwachs im Neugeschäft. Im laufenden Beitrag nahm das Neugeschäft um 24,2% von 1,7 Mio. auf 2,1 Mio. zu, die Stückzahl stieg um 26,9% von auf 2.444, die Versicherungssumme um 21,2% von 300,4 Mio. auf 376,7 Mio.. Im Segment der Erwerbsunfähigkeitsversicherung bietet die Dialog den Tarif SEU-protect an. Er bietet finanzielle Sicherheit für den Fall, dass der Versicherungsnehmer überhaupt keiner Erwerbstätigkeit mehr nachgehen kann. Zudem stellt er für Berufe mit körperlicher Belastung oder künstlerische Berufe, die gegen Berufsunfähigkeit nur schwer versicherbar sind, eine bezahlbare Alternative dar. Die Verkaufszahlen lagen im Geschäftsjahr auf niedrigem Niveau. Mit dem im Mai 2014 eingeführten Tarif SPR-care bietet die Dialog erstmals ein Produkt der Pflegerentenversicherung an und rundet damit ihr Produktportfolio als biometrischer Spezialversicherer ab. Der Bedarf für eine private Absicherung des Pflegerisikos ist da, doch hat der Markt sich 2014 rückläufig entwickelt. So konnten im Geschäftsjahr von der Dialog noch keine wesentlichen Absatzzahlen erreicht werden. Leistungen für unsere Kunden Die Zahlungen für Versicherungsfälle (brutto) verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 6,1%. Insgesamt wurden im Geschäftsjahr 49,8 Mio. (Vj. 53,0 Mio. ) an Leistungen erbracht. Hauptgrund für die Abnahme sind die geringeren Todesfallleistungen in Höhe von 23,7 Mio. (Vj. 28,4 Mio. ). Den Rückstellungen für noch nicht abgewickelte Versicherungsfälle (brutto) wurden 0,5 Mio. zugeführt, im Vorjahr waren aufgrund einer großen Anzahl gemeldeter Schadenfälle 8,8 Mio. zugeführt worden. Verbesserte Abschluss- und Verwaltungskostenquoten Die Abschlusskosten lagen mit 27,7 Mio. um 2,6% über dem Vorjahreswert von 27,0 Mio.. Aufgrund eines Einmaleffektes durch die Berechnungsänderung bei den Provisionsüberträgen haben sich die Provisionen trotz gestiegenen Neugeschäftes und wachsenden Bestandes von 16,0 Mio. auf 15,6 Mio. verringert. Die sonstigen Abschlusskosten erhöhten sich aufgrund allgemeiner Kostensteigerungen von 11,0 Mio. auf 12,1 Mio.. Die Abschlusskostenquote, die sich als Verhältnis zwischen den Aufwendungen und der Beitragssumme des Neugeschäfts bemisst, verbesserte sich aufgrund der deutlich gestiegenen Beitragssumme von 3,71% auf 3,46%. Die Verwaltungskosten lagen analog dem Vorjahr bei 6,7 Mio.. Der Anteil der Verwaltungskosten an den gebuchten Beiträgen verbesserte sich in Folge des erfreulichen Bestandswachstums von 2,74% auf 2,61%. Erhebliche Steigerung des Jahresergebnisses auf 15 Mio. Das Risikoergebnis bildet wie in den Vorjahren die wichtigsten Quelle des Gesamtüberschusses. Die Dialog Lebensversicherungs-AG erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2014 nach Steuern einen Rohüberschuss in Höhe von 160,9 Mio. (Vj. 144,5 Mio. ). Davon gingen 116,8 Mio. (Vj. 110,7 Mio. ) als Direktgut- 14

18 schrift an die Versicherungsnehmer. Der Rückstellung für Beitragsrückerstattung wurden 29,2 Mio. (Vj. 24,8 Mio. ) zugeführt. Somit konnte das Geschäftsjahr 2014 mit einem erheblich verbesserten Jahresergebnis in Höhe von 15,0 Mio. (Vj. 9,0 Mio. ) abgeschlossen werden. Überschussbeteiligung Die für das Geschäftsjahr 2015 deklarierten Überschussanteilsätze sind in der Anlage zum Anhang dieses Geschäftsberichtes auf den Seiten 79 bis 103 dargestellt. Die Verzinsung für angesammelte Überschussguthaben betrug in ,4% und wird ab Januar 2015 auf 3,1% gesenkt. Kapitalanlagen Weiter steigender Kapitalanlagebestand Die Kapitalanlagen der Dialog ohne den Anlagestock der fondsgebundenen Versicherung stiegen um 2,7% von 550,7 Mio. auf 565,3 Mio. an. Der Schwerpunkt der Neu- und Wiederanlage lag weiterhin im Bereich der Zinspapiere unter Berücksichtigung einer breiten Mischung und Streuung. Bei Inhaberschuldverschreibungen wurden 41,5 Mio., bei Namensschuldverschreibungen, Schuldscheinforderungen und übrigen Ausleihungen 16,6 Mio. angelegt. In Investmentanteile und Aktien wurden 31,0 Mio. brutto neu investiert. Der Aktienbestand beträgt per 31. Dezember 21,2 Mio. (HGB), davon sind 17,1 Mio. im Spezialfonds allokiert. Geplante Käufe im Immobiliendirektbestand wurden aufgrund der Marktlage im Geschäftsjahr nicht getätigt. Der Anlagestock der Fondsgebundenen Versicherungen erreichte am Bilanzstichtag einen Buchwert von 7,4 Mio. (Vj. 6,3 Mio. ). Einzelheiten zur Zusammensetzung der Kapitalanlagen sind im Anhang (Erläuterungen zur Bilanz Aktiva) dargestellt. Rückläufiges Kapitalanlageergebnis Die Zinsen sind weiter gefallen. So lag die 10-jährige Bundesanleihe per nur noch bei 0,54% (Dezember ,93%). Dagegen partizipierte die Dialog von der positiven Entwicklung der Aktienmärkte. Das ordentliche Ergebnis aus Kapitalanlagen in Höhe von 18,1 Mio. liegt aufgrund des Kapitalmarktumfelds mit weiterhin sehr niedrigen Zinsen für die Neuanlage um 0,6 Mio. unter dem Vorjahreswert von 18,7 Mio.. Beim außerordentlichen Ergebnis stehen Zuschreibungen und Gewinne aus dem Abgang von Kapitalanlagen in Höhe von 1,6 Mio. Abschreibungen in Höhe von 1,2 Mio. entgegen. Insgesamt liegt das Ergebnis aus Kapitalanlagen mit 18,6 Mio. unter dem des Vorjahres von 20,1 Mio.. Die Nettoverzinsung beträgt 3,32% (Vj. 3,74%). Die saldierten stillen Reserven liegen mit 77,9 Mio. und einer Quote von 13,8% deutlich über den Vorjahreswerten von 37,3 Mio. bzw. 6,8%. 15

19 Beziehungen zu verbundenen Unternehmen Die Dialog Lebensversicherungs-AG gehört zum weltweit tätigen Generali Konzern, Triest. Sie ist eine 100%ige Tochter der Generali Beteiligungs- und Verwaltungs-AG, München, die wiederum im Mehrheitsbesitz der Generali Deutschland Holding AG steht. Mit den Gesellschaften der Generali Deutschland Gruppe arbeiten wir zur Erzielung von Synergieeffekten in diversen Verwaltungsbereichen zusammen. Gewinnabführungsvertrag Auf Basis des bestehenden Gewinnabführungsvertrags wird das Ergebnis in Höhe von 15,0 Mio. zu 100% an die Generali Beteiligungs- und Verwaltungs-AG abgeführt. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Mit Engagement und Leistung zum Unternehmenserfolg Auch im Jahr 2014 trugen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entscheidend zum Unternehmenserfolg bei. Dank ihrer Kompetenz und ihrer Einsatzbereitschaft ist im Geschäftsjahr ein hervorragendes Jahresergebnis erzielt worden. Ihre Serviceorientierung ist ein Garant dafür, dass die Anforderungen und Wünsche der Vertriebspartner zu jedem Zeitpunkt schnell und zuverlässig erfüllt werden. In besonderem Maße zeigte sich der Einsatzwille unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Umsetzung größerer Projekte. Nach der erfolgreichen Einrichtung von SEPA (Single Euro Payments Area) für den Zahlungsverkehr im Jahr 2013 stand im Geschäftsjahr die Einführung der neuen Pflegerentenversicherung sowie die Umsetzung des Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) an. Diese Projekte wurden termingerecht zum Abschluss gebracht. Aber auch im täglichen Geschäft leisteten die Mitarbeiter in der Bearbeitung des gewachsenen Antragsvolumens und der immer größer werdenden regulatorische Anforderungen über das übliche Arbeitspensum hinaus Vorbildliches. Für die Dialog ist die ständige Weiterbildung ihrer Mitarbeiter von großer Bedeutung. Die Personalentwicklung nimmt in unserem Hause daher einen hohen Stellenwert ein. Hiervon profitieren nicht zuletzt unsere Vertriebspartner. Durch das Engagement unserer Mitarbeiter in allen Bereichen wurden wieder außerordentliche Leistungen der Dialog gegenüber ihren Vertriebspartnern erbracht. Der Vorstand dankt daher allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihren Einsatz und dem Betriebsrat für die stets vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit. Im Jahresdurchschnitt waren 2014 bei der Dialog 108 (Vj. 106) Angestellte beschäftigt. Hiervon waren 56% Frauen und 44% Männer. Im Ausbildungsverhältnis standen 3 Mitarbeiter(innen). X 16

20 Chancen Die Dialog Lebensversicherungs-AG verfügt über ausgezeichnete Marktchancen. Hierfür sind drei Gründe maßgeblich: Erstens: Die Dialog hat ein unverwechselbares Profil: Sie ist der führende Spezialversicherer für biometrische Risiken. Zweitens: Die vertriebliche Ausrichtung ist eindeutig: Die Dialog ist ein reiner B2B-Versicherer und arbeitet ausschließlich mit freien Vertriebspartnern zusammen Einzelmaklern, Pools, Mehrfachagenten, unabhängigen Vertrieben, Banken und Sparkassen. Drittens: Die Dialog ist seit ihrer Neupositionierung als biometrischer Spezialist vor gut einem Jahrzehnt stets schneller als der Markt gewachsen; hier hat sich ein zukunftsfähiges Erfolgsmodell etabliert. Spezialistentum ist im Markt geschätzt, da es in der Regel mit einer entsprechenden Kompetenz einhergeht. Die Dialog will und kann sich nicht mit den Branchenriesen messen, aber ist stolz darauf, nicht mit einem willkürlichen Sortiment aufzutreten, sondern mit einem ihrem Geschäftsmodell entsprechenden klar definierten Angebot. Es hat sich gezeigt, dass die 2003 beschlossene Neupositionierung als Spezialversicherer für biometrische Risiken zukunftsweisend war und ist. War seinerzeit die Dialog noch der einzige Spezialist auf dem Gebiet, so drängt heute eine Vielzahl von Versicherern in dieses Segment. Neben der wachsenden Nachfrage nach biometrischen Produkten spielt hier ebenso die nachlassende Attraktivität klassischer Lebensversicherungsprodukte eine Rolle. Wettbewerb belebt das Geschäft, die Dialog ist hierfür dank ihrer Kompetenz und jahrzehntelangen Erfahrung in der Risikobewertung bestens gerüstet. Analysiert man die Marktposition der einzelnen Produkte des Dialog-Portfolios, so werden zwei Erfolgsfaktoren deutlich: Zum einen die reife Dominanz aus einer jahrzehntelangen, kontinuierlichen Entwicklung wie bei der Risikolebensversicherung, zum anderen die laufende Anpassung an sich ändernde Bedarfssituationen, wie sie symptomatisch die Berufsunfähigkeitsversicherung mit sich bringt. Die Dialog ist in der Risikolebensversicherung unbestritten die Nummer 1 im Maklermarkt. Bei allen repräsentativen Befragungen zeigt sich, dass sie mit weitem Abstand wichtigster Geschäftspartner des Maklers ist. Die Gründe für diese Wertschätzung liegen neben der Reputation des Unternehmens in der einmaligen Variabilität und Flexibilität des Tarifangebots, so dass jeder individuelle Bedarf passgenau erfüllt werden kann. In der Berufsunfähigkeitsversicherung haben wir eine spezielle und ambivalente Entwicklung. Nach einer zunächst zögerlichen Akzeptanz durch die Bevölkerung ist die Marktdurchdringung immer noch unzureichend, hat aber inzwischen 22% erreicht. Doch offenbaren sich große Unterschiede: Bedingt durch erhebliche Prämiendifferenzen sind Berufe mit akademischem Hintergrund oder Bürotätigkeiten in weit höherem Maße abgesichert als handwerkliche Berufe. Die Dialog hat diese unbefriedigende Situation analysiert und als Antwort ein integrales Arbeitskraftabsicherungs-Konzept entwickelt. Es bietet für jeden Bedarf und für jeden Geldbeutel eine Lösung. Eine hochwertige Absicherung bietet der klassische Tarif SBU-professional mit über die Laufzeit konstantem Beitrag. Ebenso hochwertig ist der altersabhängig und damit immer risikoadäquat kalkulierte Tarif SBU-solution, der speziell jungen Leuten eine außerordentlich günstige Absicherung ermöglicht. Die dritte Alternative ist die Erwerbsunfähigkeitsversicherung SEU-protect, die mit wichtigen Features der beiden anderen Tarife, wie Verkürzung der Prognosezeit auf sechs Monate, erweitertes Lebensphasenmodell mit Beitragsbefreiung bei finanziellen Engpässen oder den zuwählbaren Dread-Disease- und Pflegerentenoptionen, substantiell optimiert wurde. So kommen auch Handwerker, Künstler oder Personen mit gefahrgeneigten Berufen, also Berufsgruppen, die sonst nicht oder nur zu hohen Prämien versicherbar sind, zu einem soliden Schutz gegen den Verlust der Arbeitskraft. Zur Vermeidung einer negativen Risikoselektion wurde die Anzahl der Berufsgruppen von der Dialog in der Berufsunfähigkeitsversicherung von fünf auf acht, in der Erwerbsunfähigkeitsversicherung von drei auf vier erweitert. 17

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