Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten

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1 Wahlpflichtfach Interfacedesign Dozent: Mario Prokop Wintersemester 2006/07 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten Verfasser: Simon Winiger, Martin Hoffmann im Februar 2007

2 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 2 Winiger Inhaltsverzeichnis 1 Analyse der Handhabung/Gebrauchsfunktion Nutzen des Automaten Anordnung der physischen Elemente Grundlegende Anordnung der virtuellen Betätigungselemente Anordnung der Betätigungselemente am Beispiel des Hauptmenüs Analyse im Gebrauch Vorgehensweise bei gewöhnlicher Nutzung Vorgehensweise beim Erwerb anderer Fahrscheine Vorgehensweise beim Erwerb mehrerer Fahrscheine Vorgehensweise beim Nutzen der Zusatzfunktionen der Seitenleiste Vorgehensweise beim Nutzen Handyauflade-Funktion Benutzerfreundlichkeit Fehlermeldungen Kritik Positive Kritik Negative Kritik / gefundene Defekte Benutzung durch unterschiedliche Benutzergruppen Verbesserungsvorschläge Generelle Verbesserungsvorschläge Verbesserungsvorschläge zu einzelnen Bildschirmseiten Abschließendes Urteil Menüfluss des BVG - Automaten... 17

3 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 3 Winiger 1 Analyse der Handhabung/Gebrauchsfunktion 1.1 Nutzen des Automaten Erwerb von Fahrscheinen des VBB (Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg) Information - u.a. über BVG-Netz, Tarifbedingungen und touristische Angebote Aufladen von Prepaid-Handykarten Anzeige von Werbung (im Ruhemodus, siehe Abbildung 3) 1.2 Anordnung der physischen Elemente Der Automat steht auf einem schwarzen Sockel Gesamtabmaße (ca:): Höhe 1,80m, Breite: 0,9m, Tiefe: 0,5m Logo "BVG" rechts oben, links daneben Hinweis auf primäre Funktion in Deutsch und Englisch (Schrifthöhe 4,4cm). Am linken Rand Logos der Verkehrsmittel Die weiße Front ist, bis auf einen 12cm breiten Streifen auf der linken Seite, nach außen gewölbt. Auf den Seiten gleiche Grafikelemente und vertikale Schrift. Alle Betätigungselemente sind in einem gelb hinterlegten und versenkten Bereich. Das Ausgabefach befindet sich unterhalb. Hauptbetätigungselement ist ein Touchscreen: Größe: 32x25cm, um etwa 15 Grad nach hinten geneigt. Der untere Bildschirmrand befindet sich auf einer Höhe von 1,13m. Er hat eine spiegelnde Oberfläche. Der Münzschlitz befindet sich in einer Höhe von 1,52m, angeordnet über dem Touchscreen Abbildung 3:Herantreten an das Gerät Rechts neben dem Münzschlitz befindet sich ein Interface zur Bezahlung mit EC/Geldkarte. Es besteht aus einem Kartenschlitz und einem nach innen geneigten Betätigungsfeld (Tastenhöhe ca. 2cm, robuste, nicht hervorstehende Metalltasten, Anordnung siehe Abblidung links). Oberhalb des Tastenfeldes befindet sich ein Display (4-zeilig, monochrom, grüne Hintergrundbeleuchtung). Unter dem EC-Interface befindet sich eine Einheit zum Bezahlen mit Geldscheinen. (Diese ist jedoch nicht bei allen Automaten vorhanden) Das EC-Interface ist bei Zahlungsaufforderung beleuchtet. Ebenso das Ausgabefach nach dem Fahrkartendruck Abbildung 4: Das EC- Interface

4 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 4 Winiger 1.3 Grundlegende Anordnung der virtuellen Betätigungselemente grauer Bildschirmhintergrund, schwarze Schrift (Schrifthöhe 6mm) gelbe, abgerundete Schaltflächen mit 3D-Rahmen, Höhe 130mm, Breite unterschiedlich Immer sichtbare weiß hinterlegte Seitenleiste mit BVG & VBB- Logo und runden Schaltflächen (Durchmesser 2cm): " blau hinterlegtes "i" " 4 Landesflaggen " rot hinterlegtes "C" " Pfeil nach links Akustisches und visuelles Feedback nach Tastendruck (Piepton und Animation einer gedrückten Schaltfläche) 1.4 Anordnung der Betätigungselemente am Beispiel des Hauptmenüs Oben Hinweis: "Wählen Sie den gewünschten Fahrschein" Deutliche Gruppierung durch vier hellgraue Bereiche; in diesen: " Links die Tarifbereiche AB, BC oder ABC. Dabei farbliche Unterscheidung der Buchstaben und einrücken von BC, so dass alle drei B in einer Linie sind. Darüber jeweils in deutlich kleinerer Schrift "Berlin" mit umfassender Klammer " im obersten Bereich, mittig im Bildschirm: "Kurzstrecke" " darunter 3x "Einzelfahrschein", daneben "Tageskarte" Im unteren Bildschirmbereich nebeneinander "Andere Fahrscheine" und "Handy aufladen" Abbildung 5: Der Anfangsbildschirm

5 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 5 Winiger 2 Analyse im Gebrauch 2.1 Vorgehensweise bei gewöhnlicher Nutzung Gewöhnliche Nutzung: Es werden nur Fahrscheine benötigt, die direkt auf dem Anfangsbildschirm gelistet sind. Der Kunde tritt an den Automaten heran und aktiviert den Anfangsbildschirm durch Berühren des Touchscreens. Die sieben am häufigsten gewählten Tickets sind direkt über den Anfangsbildschirm wählbar. Im nächsten Schritt folgt der Bezahlbildschirm mit Anzeige " des gewählten Tickets, " der Anzahl, " des Tarifniveaus, " des Preises, " des noch zu zahlenden Betrages und " den akzeptierten Zahlungsmitteln. Das Geräusch des sich öffnenden Münzschlitzes signalisiert die Bereitschaft des Automaten zur Münzannahme. Hier ist es ebenfalls möglich, den Ermäßigungstarif oder mehrere Fahrscheine (siehe 2.3) zu wählen. Der Kunde zahlt auf die gewünschte Weise. Nach der Zahlung informiert eine Anzeige über die baldige Ausgabe des Fahrscheins mit dem Hinweis auf die notwendige Entwertung des Fahrscheins vor Antritt der Fahrt. Der Fahrschein und evtl. das Restgeld werden ausgegeben. Abbildung 6: Der Bezahlbildschirm

6 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 6 Winiger 2.2 Vorgehensweise beim Erwerb anderer Fahrscheine Andere Fahrscheine: Fahrscheine, die nicht direkt auf dem Anfangsbildschirm aufgeführt und über den Button "Andere Fahrscheine" vom Anfangsbildschirm aus zu erreichen sind. Der Kunde tritt an den Automaten heran und aktiviert den Anfangsbildschirm durch Berühren des Touchscreens. Wird ein Ticket benötigt, das nicht über die Direktwahl des Anfangsbildschirms wählbar ist, gelangt der Kunde über den Button "Andere Fahrscheine" in ein Untermenü, in dem auf drei Seiten alle an diesem Automaten käuflichen Fahrscheine gelistet sind. Die drei Seiten der Liste sind über die Buttons "Pfeil nach unten" bzw. "Pfeil nach oben" wählbar. Kontextabhängig folgen der Wahl des gewünschten Fahrscheins weitere Auswahlmöglichkeiten wie Tarifbereich, Preisklasse, Reisewegs- oder Datumsbzw. Monatswahl. Sind alle notwendigen Informationen zum gewünschten Fahrschein gesammelt, folgt der Bezahlbildschirm mit Anzeige " des gewählten Tickets, " der Anzahl, " des Tarifniveaus, " des Preises, " des noch zu zahlenden Betrages und " den akzeptierten Zahlungsmitteln. Das Geräusch des sich öffnenden Münzschlitzes signalisiert die Bereitschaft des Automaten zur Münzannahme. Hier ist es ebenfalls möglich, den Ermäßigungstarif oder mehrere Fahrscheine (siehe 2.3) zu wählen. Der Kunde zahlt auf die gewünschte Weise. Nach der Zahlung informiert eine Anzeige über die baldige Ausgabe des Fahrscheins mit dem Hinweis auf die notwendige Entwertung des Fahrscheins vor Antritt der Fahrt. Der Fahrschein und evtl. das Restgeld werden ausgegeben. 2.3 Vorgehensweise beim Erwerb mehrerer Fahrscheine Mehrere Fahrscheine: Nach der Auswahl eines Fahrscheins ist dem Kunden vom Bezahlbildschirm aus die Möglichkeit gegeben, weitere Fahrscheine zu wählen. Die Fahrscheinwahl erfolgt wie unter 2.1 und 2.2 beschrieben. Werden mehrere Fahrscheine gewählt, erscheint nach jeder Wahl der Warenkorb mit einer Zusammenstellung der momentan gewählten Fahrscheine, deren Einzelpreis und dem Gesamtpreis. Im Warenkorb sind einzelne Artikel über den Button "Löschen" (dargestellt durch ein X) wieder entfernbar. Vom Warenkorb aus hat der Kunde dann die Möglichkeit, über den Button "Fahrschein hinzufügen" weitere Fahrscheine zu wählen oder über den Button "Jetzt bezahlen" zum Bezahlbildschirm zu wechseln.

7 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 7 Winiger 2.4 Vorgehensweise beim Nutzen der Zusatzfunktionen der Seitenleiste Seitenleiste: Die vier Funktionen Info, Sprache, Abbrechen und Zurück) des Navigationsmenüs in der Seitenleiste auf der rechten Seite des Bildschirms sind immer sichtbar und wählbar. Informationen: Der Automat bietet dem Kunden die Möglichkeit, sich über Tarifgebiete, Preisklassen, einzelne Fahrscheine, das Streckennetz, Touristisches usw. zu informieren. Durch Betätigen des Info-Buttons (Weißes "i" im blauen Kreis) gelangt der Nutzer in das Hilfemenü. Im Hilfemenü sind über blau gehaltene Buttons die jeweiligen Untermenüs erreichbar. Das Verlassen des Hilfemenüs erfolgt über den "Zurück" - Button (siehe unten). Sprachen: Die gesamte Menüführung ist in mehreren Sprachen verfügbar. Nach Betätigen des Sprach-Buttons (vier Nationalflaggen in gelbem Kreis) gelangt der Nutzer in das Sprachwahl-Menü. Der Nutzer wird in den sechs Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch, Polnisch, Spanisch und Türkisch aufgefordert, die gewünschte Sprache zu wählen. Die Wahl der Sprache erfolgt durch Tippen auf die jeweilige Flagge. Nach der Sprachwahl kehrt der Nutzer automatisch in das Menü zurück, von dem aus er die Sprachwahl aufgerufen hatte. Abbrechen: Eine Aktion des Nutzers kann jederzeit abgebrochen werden. Unabhängig davon, wo in der Menüstruktur sich der Kunde befindet, kann er über den Button "Abbrechen" (Weißes "C" in rotem Kreis) zum Anfangsbildschirm zurückkehren. Alle bisher gewählten Fahrscheine werden annulliert, der Warenkorb geleert. Vom Anfangsbildschirm aus ist diese Funktion aus nahe liegenden Gründen nicht verfügbar. Zurück: Dem Nutzer ist es jederzeit möglich, zum vorher angezeigten Bildschirm zurückzukehren. Durch Betätigen des Buttons "Zurück" (Schwarzer Pfeil nach links in gelbem Kreis) gelangt der Nutzer zu dem Bildschirm zurück, der vor dem aktuellen angezeigt wurde. Wird der Button direkt nach einer Fahrscheinwahl betätigt, wird diese annulliert, der Warenkorb bleibt unverändert. Vom Anfangsbildschirm aus ist diese Funktion aus nahe liegenden Gründen nicht verfügbar.

8 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 8 Winiger 2.5 Vorgehensweise beim Nutzen Handyauflade-Funktion Handy-Aufladen: Diese Funktion ist ebenfalls über das Hauptmenü (Anfangsbildschirm erreichbar), wird aber hier nicht näher untersucht. 2.6 Benutzerfreundlichkeit Dynamisches Verhalten bei der Nutzung Wird ein Button richtig angewählt, wird dies angezeigt durch ein entsprechendes Ändern der angedeuteten dreidimensionalen Oberfläche sowie durch einen Quittungston (kurzer Piepton) Hier treten teilweise deutliche Verzögerungen von bis zu drei Sekunden auf. Wird ein Button nicht getroffen, kommt nur der Piepton und der Nutzer schließt aus dem Ausbleiben einer Reaktion des Automaten, dass eine wiederholte Betätigung notwendig ist. Die Ladezeiten der Seiten sind mit etwa 2 Sekunden deutlich höher als der Standard, an den der Durchschnittsmensch heute gewöhnt ist. Der Münzschlitz öffnet sich etwa 2 Sekunden nach Erscheinen des Bezahlbildschirms. Übersichtlichkeit während der Nutzung Es werden klare Strukturen zur Menüführung verwendet: " Auffällige gelbe Buttons in angemessener Größe und gut lesbarer Schrift ohne Serifen. " Zusammenfassung zusammengehöriger Menüpunkte mit hellgrauer Unterlegung. " Eindeutige Bezeichnung der Menüpunkte. Eine Kontexthilfe steht nicht zur Verfügung. Standortabhängige Informationen stehen nicht zur Verfügung. Eine Übersicht darüber, wo im Menü sich der Nutzer gerade befindet, steht nicht zur Verfügung. 2.7 Fehlermeldungen Eine versehentliche Fehlnutzung des Automaten im Sinne einer von der Automaten-Software unerlaubten Handlung ist durch die eng vorgegebene Menüführung fast nicht möglich. Erkannte Einschränkungen Nicht alle verfügbaren Tickets lassen sich im Warenkorb zusammentragen; die Jahreskarte zum Beispiel kann nur einzeln gekauft werden. In diesem Fall erscheint eine entsprechende Fehlermeldung. Anschließend springt die Software zum letzten gültigen Menüpunkt zurück.

9 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 9 Winiger 3 Kritik 3.1 Positive Kritik Physisch Der Automat ist schlicht und funktional gehalten. Der Schriftzug "Fahrscheine/Tickets" ist von weit her ablesbar Die Betätigungselemente sind klar und übersichtlich angeordnet Der Bildschirm lässt sich auch von Kindern und kleineren Menschen betätigen Die Tasten des EC-Interfaces sind angemessen groß und gut ablesbar. Durch das nach Innen geneigte Tastenfeld ist eine verdeckte Eingabe der Geheimzahl möglich Des Bildschirmmenüs Die Bildschirmanzeige ist klar strukturiert, schlicht gehalten und nicht überladen. äs erfolgt ein akustisches und visuelles Feedback (siehe 2.6) Schrift und Buttons 3ind angemessen groß u.d kontrastreich. Der Anfangsbildschirm ist klar strukturiert und die Elemente sind gut gruppiert. Der Nutzer kann die dargebotene Information schnell erfassen und die gewünschte Fahrkarte wählen. Die am meisten gebrauchten Fahrkarten sind (wird gerade keine Werbung eingeblendet) mit nur einem Tastendruck abrufbar Die Buttons der Seitenleiste sind gut gewählt und international verständlich. Dies ist besonders bei der Sprachwahl von Bedeutung. Die Landkreiswahl (zb für Anschlussfahrschein) ist durch eine Landkarte Brandenburgs intuitiv möglich (siehe Abbildung 7). Bei der "Reisewegwahl" (siehe Abbildung 8) lassen sich die Orte über die QWERTZ-Tastatur mit Echtzeit-Vorschlägen rasch finden. Die Datumswahl erfolgt über einen virtuellen Kalender, in dem Wochentage und Wochennummer dargestellt sind (siehe Abbildung 9). Im Bezahlbildschirm ist über das Geräusch des sich öffnenden Münzschlitzes intuitiv verständlich, dass der Nutzer jetzt bezahlen kann. Abbildung 7: Landkreiswahl Abbildung 8: QWERTZ-Tastatur mit Echtzeitvorschlägen

10 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 10 Winiger Die Unterscheidung Regeltarif - Ermäßigungstarif wurde nicht auf den Anfangsbildschirm gelegt (was zur Verdopplung der Buttons geführt hätte und somit die Übersichtlichkeit zerstört hätte), sondern erfolgt erst im Bezahlbildschirm. Hierbei wurde auf den menschliche Gedankengang geachtet: Das übliche, das was man "normal braucht", also der Regeltarif ist bereits vorausgewählt (klar erkennbar durch einen grünen gedrückten Button). Nur wenn man den Ermäßigungstarif will, ist noch ein Tastendruck nötig. Und da eine Ermäßigung "was besonderes" ist, denkt man in dem Moment auch daran. Der Button "mehrere Fahrscheine" wurde ebenfalls aus dem Anfangsbildschirm herausgelassen. (Wenn ein Kunde mehrere Fahrscheine möchte, wird er zwangsläufig erstmal einen kaufen - und dann automatisch auf diese Option stoßen.) Im Bezahlbildschirm ist das wichtigste, der noch zu bezahlende Betrag klar hervorgehoben. Zudem erhält der Nutzer über Symbole Auskunft über die akzeptierten Zahlungsmittel Nach erfolgter Bezahlung wird darauf hingewiesen, dass der Fahrschein noch entwertet werden muss. Abbildung 9: Datumswahl Abbildung 10: Hinweis auf Entwertung 3.2 Negative Kritik / gefundene Defekte Der Automat weist im Ruhemodus nicht ständig darauf hin, dass man den Bildschirm berühren muss. Die Reaktionszeit des Automaten ist deutlich zu hoch. Der Nutzer hat oft den Eindruck, es geschehe nichts. Die Information, was AB, BC und ABC bedeutet, ist praktisch nicht zu finden. Der Nutzer kann nicht erkennen, in welchem Untermenü er sich gerade befindet Die Informationen links im Bezahlbildschirm (siehe Abbildung 6) können verwirren. Hat man im Anfangsbildschirm auf "AB Einzelfahrschein" gedrückt, steht hier "Einzelfahrausweis B1". Erst weiter unten steht "Berlin Tarifgebiet A-B". Die Anzeige "1 Regeltarif" kann entfallen, da rechts daneben der gedrückte Button Regeltarif steht. Hier wurde eine unnötig kleine Schrift gewählt und der Platz mit Leerzeilen gefüllt Der Automat wirft das Wechselgeld erst nach erfolgtem Fahrscheindruck aus Für Kinder und insbesondere Rollstuhlfahrer ist der Münzschlitz nur schwer und das EC-Interface praktisch nicht erreichbar. Im Sprachwahlmenü fehlen die gelben Buttons. Der Nutzer weiß im ersten Moment nicht, worauf er drücken soll. Der Schriftzug "Wählen Sie die gewünschte Sprache" in allen 6 Sprachen ist überflüssig. Durch die sonst in allen Menüs vorhandenen Buttons wäre intuitiv klar gewesen, was zu tun ist.

11 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 11 Winiger Die Menüstruktur zum Kauf mehrerer Fahrscheine weist zahlreiche Schwachstellen auf: " Im Bildschirm "Wahl der Anzahl" (Abbildung 11) ist die Anweisung "Wählen Sie die Gesamtanzahl der Fahrscheine" missverständlich. Es entsteht der Eindruck, man müsse angeben, wie viele (verschiedene) Fahrscheine man kaufen möchte. Die Auswahl bezieht sich aber nur auf den anfangs ausgewählten Fahrkartentyp. Auch ist hier die Gruppierung nicht gelungen. Man sieht alle Buttons als zusammengehörig und fragt sich, was das "oder" soll " Nach der Auswahl von "weitere Fahrscheine wählen" auf diesem gelangt man zum Anfangsbildschirm. Es erscheint keinerlei Hinweis, dass man sich noch beim Kaufen mehrerer Fahrscheine befindet (siehe Abbildung 12). Erst bei genauerem hinschauen erkennt man, dass die Buttons "C" und zurück auswählbar sind und dass die Handyauswahloption fehlt. (Ein Mann, der während unserer Analyse an den Automaten wollte, dachte er sei tatsächlich im Anfangsbildschirm) " Im nächsten Bildschirm (Abbildung 13) findet sich plötzlich eine Darstellungsweise wie sie bei den Tram-Fahrkartenautomaten üblich ist: links Regeltarif, rechts Ermäßigunsgtarif. Darunter die Schaltflächen der Tarife. Der Nutzer durch diesen "Interfacewechsel" verwirrt. Zwei Buttons nebeneinander tragen denselben Text und die wesentliche Information steht erst darüber. " Im Warenkorb werden mehrere Fahrkarten gleichen Typs nicht zusammengefasst, sondern einzeln aufgeführt (siehe Abbildung 14) Abbildung 11: Wahl der Anzahl Abbildung 13: Preisklassewahl Abbildung 12: Anfangsbildschirm in Menüstruktur mehrere Fahrscheine Abbildung 14: Warenkorb

12 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 12 Winiger Der Hilfetext zur Bedienung des Automaten weist einige Mängel auf: " Er ist zu schwer erreichbar " Die Schrift ist zu klein " Er ist zu lang " Es werden Dinge erklärt, die man - hat man den Hilfetext gefunden - bereits verstanden hat " Der Text betrachtet den Nutzer nicht als mündig. " "Unterhalb der Bezahlmaske " ist nicht verständlich. (gemeint ist vermutlich der Bereich direkt über "Noch zu bezahlender Betrag"). Der Abschnitt kann außerdem entfallen, da die dort angezeigte Information nicht wesentlich ist. " Es gibt keinen "Button neben dem jeweiligen Bezahlartsymbol". Diese Information bezieht sich vermutlich auf eine ältere Softwareversion Beim Streckennetz lässt sich auf der Übersichtskarte nichts erkennen. Detaillierter lässt es sich nur in neun festgelegten Ausschnitten betrachten. Da sich diese nicht überlappen, ist es quasi unmöglich, einen Reiseweg auf diesem Plan zu suchen. Die für Touristen interessanten Tarife "CityTourCard" und "WelcomeCard" finden sich erst auf der zweiten und dritten Seite des Menüs "weitere Fahrscheine". Zusätzlich sind hier alle einzelnen Möglichkeiten (Tarifgebiet&Dauer) extra - und ungruppiert - gelistet. Abbildung 16: Hilfe - Seite 1 Abbildung 17: Streckennetz - Übersicht Abbildung 15: Hilfe - Seite 2 Abbildung 18: Streckennetz - Auschnitt

13 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 13 Winiger 3.3 Benutzung durch unterschiedliche Benutzergruppen In Kurzszenarien wird hier auf die Benutzung des Automaten durch verschiedene Benutzergruppen eingegangen: Laie 1 - Technikunerfahren (zb ältere Menschen) Findet kein Interface, da er nicht weiß, dass man den Bildschirm berühren muss. Ist durch die langen Reaktionzeiten irritiert/verunsichert Findet die Hilfe nicht Weiß nicht, wie er eine Fehlbedienung rückgängig macht ( erkennt "C" / Pfeil zurück nicht) Erkennt Pfeil nach unten/oben nicht -> findet einige Fahrscheine nicht Laie II - Tourist Weiß nicht, was AB, BC und ABC bedeutet. Weiß nicht, was Kurzstrecke beinhaltet Weiß nicht, welchen Tarif er am besten wählen soll (zb: "Tagesk!rte lohnt sich ab 3x fahren") Findet für Ihn interessante Tarife nicht Jedoch: Findet Sprachwahl intuitiv Wird vom Automaten darauf aufmerksam gemacht, dass er den Fahrschein entwerten muss. Halbprofessioneller Nutzer - Einwohner Berlins Kann mit einem Tastendruck die "übliche" Fahrkarte kaufen Findet sich auch beim Kauf anderer Fahrkarten zurecht, muss aber aufgrund von Fehlbedienungen manche Schritte wiederholen. Kennt nicht alle Funktionen des Automaten (zb konnten wir beobachten, dass statt direkt auf "C" oftmals auf Pfeil zurück gedrückt wurde) Weiß nicht, dass es auch (über)regionale Angebote wie zb das Schönes-Wochenende-Ticket zu kaufen gibt. Professioneller Nutzer- zb BVG-Angestellter Findet sich in allen Menüs zurecht und kennt die Möglichkeiten des Automaten Ist von der langen Reaktionszeit genervt bzw. hat sich mit ihr abgefunden Stockt lediglich ab und zu bei den oben erwähnten nicht intuitiven Bildschirmen (zb beim Kauf mehrerer Fahrscheine)

14 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 14 Winiger 4 Verbesserungsvorschläge Der Kauf der wichtigsten Fahrkarten (Kurzstrecke, Einzelfahrkarte, Tageskarte) ist mit diesem Automaten für Berliner intuitiv und schnell möglich. Ebenso ist das physische Erscheinungsbild funktional und ästetisch gelungen. Deshalb verzichte ich auf den Entwurf eines komplett neuen Interfaces - wenn folgendende Verbesserungsvorschläge berücksichtigt werden, ist der Automat für alle Nutzergruppen gut geeignet: 4.1 Generelle Verbesserungsvorschläge Erhöhung der Reaktionsgeschwindigkeit des Automaten Dies könnte zb durch vorbereiten der jeweils auswählbaren Seiten im Hintergrund geschehen Anzeige der Position in der Menüstruktur In der obersten Zeile des Bildschirms steht immer, wo man sich gerade befindet - oder zumindest, welche Fahrkarte man ausgewählt hat. Das Streckennetz in gedruckter Form auf dem Automaten Wie dies zb beim S-Bahn-Automat der Fall ist (vgl Abbildung 19). So finden sich auch Touristen schnell zurecht. Auswerfen des Wechselgeldes bereits während dem Fahrkartendruck Erspart unnötige Wartezeiten - der Kunde kann zumindest das Geld schon mal verstauen Tourist-Info-Button im Anfangsbildschirm während der WM bereits eingeführt (siehe Abbildung 20), aber unverständlicherweise wieder abgeschafft Nach Drücken dieses Buttons eine kurze, Stichpunktartige Einführung: Was ist AB, BC und ABC? Wie weit gilt Kurzstrecke? Wann lohnt sich & wie lang gilt Tageskarte? (Hinweis auf CityTour- & WelcomeCard) Danach direkte Anwahlmöglichkeit dieser Fahrscheine Abbildung 20: Anfangsbildschirm mit WM-Button Abbildung 19: S-Bahn- Automat

15 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 15 Winiger Gedruckte Kurzanleitung auf dem Automaten zb im gelb lackierten Bereich des Automaten in der Ecke links oben: Berühren Sie die gelben Schaltflächen auf dem Bildschirm bringt Sie zurück zum letzten Bildschirm C bringt Sie zum Anfangsbildschirm Ausführliche Hilfe: Drücken Sie i und "Hilfe" oder rufen Sie uns an: 0800-xxxxxxx 4.2 Verbesserungsvorschläge zu einzelnen Bildschirmseiten Ruhe/Werbemodus Dauerhafte Anzeige von "bitte berühren Sie den Bildschirm", zb in der untersten Zeile Sprachwahl Kein Text, sondern nur 6 große gelbe Buttons in 2 Reihen. Darin Landesflaggen und darüber der Name der Sprache (siehe Abbildung 21). Bezahlbildschirm - (weißer Bereich) Layout auch beim Kauf einer Fahrkarte wie beim Kauf mehrerer Fahrscheine (siehe Abbildung 22) Abbildung 21: Vorschlag Sprachwahl Abbildung 22: Bezahlbildschirm mit mehreren Fahrscheinen

16 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 16 Winiger Wahl der Anzahl ( Abbildung 11) Statt diesem Bildschirm direkte Anzeige des Warenkorbs mit 1 Element (siehe Abbildung 23) Warenkorb Einfügen einer Spalte mit Menge, darin Buttons + und - (Dazu engeres Zusammenrücken der Spalten) Somit auch Wegfall von Mehrfachauflistungen gleicher Fahrkarten. (siehe Abbildung 23) Preisklasse (beim Kauf mehrerer Fahrscheine, Abbildung 13) Aufbau wie zb Bildschirm Preisklasse bei Monatskarte (vgl Abbildung 24) : 2 Buttons untereinander, "Regeltarif", "Ermäßigungstarif" Abbildung 23: Vorschlag Warenkorb Abbildung 24: Preisklasse 5 Abschließendes Urteil Der Automat ist gut durchdacht und für tägliche Berliner Bedürfnisse ausgelegt. Eine Kurzbetrachtung des S-Bahn-Automaten ergab jedoch, dass bei diesem die Anordung der physischen Elemente besser gelöst ist (Liniennetz oben auf Automat, Münzschlitz etwas tiefer). Zudem ist die Reaktionszeit dieses Automaten schneller (vermutlich schnellerer Prozessor). Jedoch ist das Bildschirmmenü nicht so übersichtlich. Deshalb lautet mein abschließender Vorschlag: Die (durch meine Vorschläge) verbesserte BVG-Software auf den S-Bahn-Automaten aufzuspielen und diesen in U-Bahn, S-Bahn und auch in der Tram aufzustellen. So müssten sich Touristen nicht mehr mit drei verschiedenen, sondern nur noch mit einem Automaten auseinandersetzen.

17 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 17 Winiger 6 Menüfluss des BVG - Automaten

18 Analyse des BVG-Fahrkartenautomaten - Seite 18 Winiger

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