1. Welche Fragen bewegen Eltern (früher und heute?)

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1 1. Welche Fragen bewegen Eltern (früher und heute?) 1

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3 2. Arbeit zu Kompetenzen von Eltern sowie Versorgung, Entwicklung und Bindung von Kindern 3

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6 3. Elternarbeit und Familienbildung Weitere Informationen dazu: Familienbildung in Leipzig/ Strukturanalyse der öffentlich geförderten Angebote 6

7 4. Erreichbarkeit von Eltern 7

8 5. Diskussion Weitere Fragen zum Austausch... 1.Wer sind die schwer erreichbaren Eltern? 2. Wie würden Sie sich gut eingeladen fühlen? 3. Was würde mich persönlich davon abhalten, ein Angebot anzunehmen? Womit würde man mich verprellen? 8

9 6. Anhänge Es gibt nicht Die Eltern: siehe auch: Dazu eine Literaturempfehlung zum Thema Lebenslagen von Eltern: Tanja Merkle und Carsten Wippermann: Eltern unter Druck: Selbstverständnisse, Befindlichkeiten und Bedürfnisse von Eltern in verschiedenen Lebenswelten: Lucius & Lucius Stuttgart

10 Benachteiligte Lebenslagen lassen sich anhand verschiedener Dimensionen darstellen: 1. Materielle Dimension Höhe des Einkommens, Grad der Unabhängigkeit von staatlichen Transferleistungen, Verschuldung, Erwerbstätigkeit Wohnverhältnisse, Wohnumgebung 2. Kulturelle Dimension Bildungs- und Berufsabschlüsse, beruflicher Status, Lerngeschichte, kulturelle Kompetenzen, Sprache Alltagskompetenzen 3. Soziale Dimension Gesamtheit aktueller und potentiell verfügbare sozialer Netze, Zugang zu öffentlichen oder privaten Dienstleistungen, soziale Kompetenzen Zeit: Belastungen aus Erwerbs- und Haushaltsarbeit, Freizeitvolumen 4. Familiale Dimension familiale Lebensform Familienklima, Paarbeziehung, Eltern- Kind-Beziehung, Erziehungskompetenzen) 5. Physische und psychische Dimension Gesundheitszustand, Entwicklung, subjektives Wohlbefinden Darstellung in Mengel 2007 nach Hock et.al. 2000, Schwarze/Mühling 2003, Meier/Preuße/Sunnus 2003, Brüning 2002) Haltung Grundsätzliche Bereitschaft, mit (diesen) Eltern zu arbeiten, ist Voraussetzung für die Arbeit Eine Haltung den Eltern gegenüber ist geprägt von dem Verständnis, nicht als Lehrer, sondern als dialogischer Partner oder Coach zu agieren. Das schließt den Respekt vor der Lebensgeschichte der Eltern und ein wertschätzendes Begegnen dieser ein. Hierbei erscheint es unerlässlich, eigene Wertvorstellungen und Meinungen zurückzustellen. Folgende Grundannahmen bestimmen dieses Verständnis: Es gibt keine allgemeingültigen Rezepte. Eltern werden beim Suchen eigener Antworten auf eigene Erziehungsfragen begleitet. Eltern suchen im Dialog Stärken statt Fehler. 10

11 Eltern sind Fachleute und Verantwortliche in eigener Sache. Eltern sind gleichwertige Dialogpartner. Man kann Eltern nicht verändern. Ziel ist es, die Überzeugung der Eltern zu bestärken, selbstwirksame und eigenverantwortliche Gestalter ihres Lebens zu sein. (In: Johannes Schopp: Eltern Stärken Dialogische Elternseminare ein Leitfaden für die Praxis). Daraus folgt zwangsläufig, die Verantwortung der Eltern nicht zu übernehmen sondern diese ganz klar bei ihnen zu belassen....kleiner Exkurs zum Thema Selbstwirksamkeitserwartung Salutogenese (Antonovsky) Im Konzept der Salutogenese wird danach gefragt, was einen gesund erhält. Antonovsky entwirft das Bild eines gefährlichen Flusses, in dessen Strömungen, Stromschnellen, Strudeln und Windungen sich die Menschen in einem ständig bedrohten gesundheitlichen Gleichgewicht befinden. Gleich einem Rettungsschwimmer würde ein ärztlicher Therapeut mit seiner pathogenetisch ausgerichteten Medizin versuchen, einen Ertrinkenden aus dem Strom zu retten. In der Salutogenese hingegen will man den Menschen ermöglichen, zu schwimmen, gut und besser zu schwimmen. Dieses gute Schwimmen wird für Antonovsky dadurch möglich, dass die Menschen grundsätzlich Schwimmer sind. Sie verfügen über geistig-seelische Fähigkeiten und Sinnorientierungen, um mit Herausforderungen, Problemen und Bedrohungen umgehen zu können. So können sie gesund bleiben bzw. sich wieder erholen. Gesundheit bzw. Gesundung wird durch den Zusammenhang von drei dauerhaften geistigseelischen Grundorientierungen bzw. Einstellungen (Sense of Coherence= Kohärenzerleben oder Kohärenzgefühl) befördert, über die gesunde Menschen in besonders ausgeprägter Weise verfügen: Verstehbarkeit: Umwelt, Situationen, Ereignisse, Entwicklungen, andere Menschen und auch das eigene Selbst werden erlebt als irgendwie strukturiert, geordnet, verstehbar, erklärbar und in gewisser Weise als vernünftig vorhersagbar. Welt und Selbst erscheinen nicht als schicksalhaft und unergründlich. Handhabbarkeit/Bewältigbarkeit: Vor dem Hintergrund der Verstehbarkeit erwächst der Eindruck von Handhabbarkeit. Man hat gleichsam die Gewissheit, generell über geeignete Ressourcen und Hilfsquellen zu verfügen, um innere und äußere Herausforderungen, Probleme und Schwierigkeiten tatsächlich meistern zu können. Dazu können eigene Ressourcen sowie Helfer beitragen. Sinnhaftigkeit/Bedeutsamkeit: Bei dieser wichtigsten Komponente geht es um das Ausmaß, in dem jemand sein Leben, seine Biographie, sein Tun, seine Ziele und Werte als sinnvoll, interessant und lebenswert erachtet. Stressoren und Widerstandsressourcen 11

12 Gleich den Stromschnellen, Strudeln und Untiefen des gefährlichen Lebensflusses sind die Menschen zahlreichen Stressoren ausgesetzt. Diese müssen ver- und bearbeitet werden. Bei der Verarbeitung von Stressoren bzw. der Bearbeitung von Stressreaktionen helfen neben gut ausgeprägten generellen Einstellungen (Kohärenzgefühl) persönliche Widerstandsressourcen, die es im salutogenetischen Ansatz aufzufinden und zu fördern gilt. Als Protektivfaktoren der Gesundheit benennt Antonovsky neben körpereigenen und genetischen Abwehrkräften, auch individuelle, kulturelle und soziale Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Problemlösung wie Ich- Stärke, Intelligenz, Einfühlungsvermögen, soziale Unterstützung, materieller und geistiger Wohlstand und alltagspraktische Bewältigungsstrategien. Hinter dem Konzept steht die Überzeugung, dass Menschen Ressourcen und Hilfsquellen nutzen können, um ihre Belange eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt gestalten und vertreten zu können. Bandura benennt vier verschiedene Quellen, die Selbstwirksamkeitserwartung einer Person beeinflussen können: 1. Meisterung von schwierigen Situationen Erfolg bei der Bewältigung einer schwierigen Situation stärkt den Glauben an die eigenen Fähigkeiten - man traut sich auch in Zukunft solche Situationen zu -, während Misserfolge dazu führen können, an der eigenen Kompetenz zu zweifeln und einen in Zukunft vergleichbare Situationen eher meiden lässt. Dabei muss die Person jedoch diese (Miss-)Erfolge ihrer eigenen (Un-)Fähigkeit zuschreiben (d.h. internal und stabil ). 2. Beobachtungen von Modellen attribuieren Meistern Menschen eine Aufgabe mit Fähigkeiten, die den eigenen gleichen, traut man sie sich selbst auch eher zu. 3. Soziale Unterstützung Menschen, denen gut zugeredet und zugetraut wird, eine bestimmte Situation zu meistern, strengen sich eher an. 4. Physiologische Reaktionen Die eigenen physiologischen Reaktionen auf eine neue Anforderungssituation sind oft Grundlage unserer Situations- und Selbstwirksamkeitsbewertung. Herzklopfen, Schweißausbrüche, Händezittern, Frösteln, Übelkeit z.b. gehen oft mit den emotionalen Reaktionen wie Anspannung oder Angst einher. 12

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