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1 WORKFLOW- UND MANAGEMENTSYSTEME Von Dipl.-Ing. Hans-Georg Wenke und Klaus-Peter Nicolay Mega-Üersicht Software Erklärung der einzelnen Parameter der Marktüersicht Workflow- und Management-Systeme, Anieterverzeichnis und Taellenwerk MARKTÜBERSICHT Mit der umfassenden Marktüersicht»Workflow- und Managementsysteme«a Seite 29 legt der»druckmarkt«erstmals eine Gesamtschau der Software für die professionelle grafische Industrie vor. Es ist eine momentane Bestandsaufnahme. Beasichtigt ist, diese Taelle häufig zu aktualisieren. In diesem Zusammenhang verweisen wir unsere Leser auf die Möglichkeit, nach der Veröffentlichung die jeweils aktualisierte Fassung in unserem Internet-PDF-Archiv azurufen (www.druckmarkt.com). Wir haen uns ei den Parametern, die wir auf den folgenden Seiten erläutern, auf die wichtigsten konzentriert. In allen Segementen gäe es mehr Details. Zu anderer Gelegenheit werden wir Taellen mit zusätzlichen Informationen veröffentlichen. Die jetzt vorliegende Fassung unserer»nicht vergleicharen«parameter, erstmals in dieser Art üerhaupt in einem Fachmagazin veröffentlicht, hat den Vorteil, dass Sie alles zusammenfassend gegenüer und in Verindung stellt, was in der Druck- und Medienvorstufe, in den Büros der Verlage, in Druckereien und Mediaproduktionsetrieen, im Drucksaal eenso wie in den Repround Vorstufen-Studios zur Anwendung kommt. Da es sich um eine völlig neue und eenso komplexe Darstellung handelt, sind wir dankar für Hinweise, wie wir die Üersicht noch veressern könnten und welche Fehler zu eseitigen sind. Vor allem aer erhet diese Taelle keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Viel zu reit gefächert ist inzwischen das Angeot an Software, die in der grafischen Industrie als Stand-Alone-Lösung oder innerhal eines Workflows verwendet werden kann. Die Begriffe, die wir für die Taellen der Marktüersicht definiert haen, sind möglicherweise auf den ersten Blick nicht sofort verständlich. Auch wir haen Stunden um Stunden diskutiert, neu definiert, geändert und letztlich die hoffentlich aussagekräftigsten Begriffe gefunden. Dennoch halten wir es für notwendig, die einzelnen Definitionen und Parameter zu erläutern und damit jedem die Chance zu geen, die Interpretationen nachvollziehen zu können. Generell kommen für unsere Branche zwei wichtige Software-Gattungen in Frage: Software, die als Branchen-Software die kaufmännischen und organisatorischen Vorgänge unterstützt und zum zweiten die Produktionssoftware, die den Weg des Produktes von der Eingae is zur Verareitung egleitet. 22 W Druckmarkt 20 W Herst 2002

2 Wir möchten Ihnen mit unserer Marktüersicht und den entsprechenden Erläuterungen den sprichwörtlichen»roten Faden«ieten. Ganz so, wie es die Heidelerg-Tochter in der Schweiz trefflich ins Bild setzte. CHARAKTERISTIK Jede Software hat grundsätzliche Eigenheiten und Merkmale, die sich in irgendeiner Form zusammenfassend afragen lassen. Dazu gehören Betriessysteme, Hardware-Voraussetzungen und Eigenschaften der Kompatiilität und Netzwerkfähigkeit. Daraus alleine lässt sich jedoch noch nicht aleiten, welche Art von Software und für welchen Verwendungszweck sie eingesetzt werden kann. Daher haen wir dem Bereich der Charakteristik die Kategorie»Typus«untergeordnet, die das jeweilige Programm gro und auf einen Blick charakterisiert. TYPUS Es git sowohl»single task«-software, Werkzeuge, die im Sinne von Expertensystemen spezifische Funktionen mit professioneller Vielfalt, Qualität und Geschwindigkeit ermöglichen. Und es git Programme, die verschiedene Funktionen, Schritte und Aläufe zu einem Paket oder einer gemeinsamen Benutzersystematik vereinen. Vieles lässt sich nicht genau agrenzen, manches ist fließend, einiges davon in Veränderung. Dennoch zeichnen sich fünf Kategorien a: Management Information Systems (MIS) Software für die kaufmännische und organisatorische Auftragseareitung. Sie regelt das, was früher mit Briefen, Formularen, Listen und Karteikarten in den Büros und Verwaltungen organisiert wurde und ist als Branchen-Software noch immer ein gängiger Begriff. Content- und Document- Management Bei diesen Lösungen geht es um die Verwaltung von Inhalten und grafischen Elementen ohne direkten Zusammenhang mit einer konkreten Pulikation. In diesen Lösungen können einzelne Elemente, die zur Pulikation vorgesehen oder geeignet sind, oder komplette Jos agelegt sein. Typische Beispiele sind Text- und Bilddatenanken, aer auch Software, die diese Systeme steuern und automatisieren. Content- und Document-Management- Systeme haen tendenziell ordnenden, strukturierenden Charakter und sind ein»leendiges«gegenwartsarchiv.»verlag«muss im weiteren Sinne definiert werden, denn Verlagssysteme passen hervorragend auch zu den Aufgaenstellungen in Industrieetrieen oder Verwaltungen: Sammeln, redigieren, zusammenstellen, pulizieren von Inhalten der unterschiedlichsten Art, das ad-hoc- Zusammenstellen immer wieder neuer, anderer»documents«. Von reinen Content Management Systemen unterscheiden sie sich durch mehr oder weniger vielfältige integrierte Werkzeuge der direkten Beareitung (Editing). Daei git es spezielle Lösungen, die für den jeweiligen Bedarf der Zeitungs- und Verlagsproduktion angepasst sind. Diese Lösungen waren die ersten, die das Prädikat Workflow (von der Redaktion is zur gedruckten Seite) wirklich verdienten. Alles, was der rein technischen Beareitung, der Herstellung von Druckvorlagen, Drucksachen oder Multimedia-Mastern dient, wird in einem produktionstechnischen Areitsalauf verareitet. Dies muss kein durchgängiger Workflow sein, es können eenso auch einzelne Komponenten wie ein mit verschiedenen Funktionen sein. Der Produktionsworkflow integriert und geht daei üer den reinen PDF-Workflow hinaus. So git es Lösungen für Spezialereiche, die proprietär sind. Verindungen zu anderen Systemen (Verlag, MIS) sind möglich und oft esondere Merkmale. Software-Modul/Module Daei handelt es sich um einzelne Programme, die estimmte Funktionen ermöglichen. Sie können Teil einer Gesamtlösung sein, aer auch spezielle Funktionen als Stand-Alone-Lösungen ausüen. e-business/e-procurement Zum e-business gehören Software oder Softwarepakete, die (ülicherweise üer das Internet oder Intranets) den Kontakt zum Markt und zu Kunden herstellen. Der sachlichen Logik nach sind dies auch Teile von Verlagslösungen oder Management Informations Systeme (MIS). Diese Lösungen sind mit anderen Lösungen verunden oder integriert. Auch können Verindungen zu typischer Office-Software gegeen sein, etwa im Bereich von Kundendatenanken und Marketing-Lösungen. BETRIEBSSYSTEME Die Hardware, also die sogenannten Plattformen, spielen auch weiterhin eine entscheidende Rolle. Denn Software muss immer zu den sonstigen Möglichkeiten und der Areitsweise der Prozessoren einer Rechnerkonfiguration passen, sie muss exakt auf das Betriessystem angepasst werden. Viele Software läuft een nicht unter jeder Version eines Betriessystems; im Bereich der Apple-Computer stellt zur Zeit Mac OS X eine solche Zäsur dar, Proleme sind aer auch ei den verschiedenen Windows-Versionen ekannt. DATENBANK. ARCHIV Gemeint sind hier Datenanken in Produktionsumgeungen und nicht Stand-alone-Datenanken für allgemeine Zwecke. Denn ein wesentliches Charakteristikum produktionsund organisations-optimierter Programme ist die Möglichkeit, Eingaen, Daten, Zustände, Aläufe usw. zur Wieder- und Weiterverwendung zu speichern. Datenanken ermöglichen auch dem Prinzip nach die Mehrplatzfähigkeit, weil das Lagern der Datei dann nicht an einem isolierten Computer erfolgt, sondern den Zugriff für andere Benutzer zulassen kann. SQL-Datenank SQL ist der wesentliche Standard im Software-Segment Datenanken. SQL-Datenanken ieten die Voraussetzung der flexilen Afrage und des Arufes und helfen damit entschieden, vorhandene Daten mehrfach, für viele Areitsplätze und Gelegenheiten zu nutzen. Nicht selten lassen sich so»on the fly«daten oder Pulikationen auch automatisiert zusammenstellen. File-Server Den Begriff indexiert haen wir deshal hinzugesetzt, weil jeder Computer mit Festplatte aufgrund seiner Funktion eigentlich ein Fileserver ist. Gemeint sind jedoch hier die File- Server, denen in einem Netzwerk diese Funktion zugewiesen und die mit entsprechender Speichermedien-Kapazität ausgestattet sind. Auch dies wäre nur ein Datenfriedhof, wenn nicht Organisations-Software oder die Einhaltung estimmter Datenformat-Standards ermöglichen, aus der Flut der Dateien auf Anfrage so schnell wie möglich die gewünschte zu finden und diese dann zu üernehmen. Archiv, Speicher Solche Systeme sind von der Funktions-Software her eine eigene Kategorie; hier geht es oft auch um juristisch-technische Dinge, wie eispielsweise den unanfechtaren Druckmarkt 20 W Herst 2002 W 23

3 Nachweis des Inhalts estimmter Dateien zu einem jeweiligen Zeitpunkt. Die Backup-Funktion ist von ihrer Natur her hal statisch, hal dynamisch: Sie wird durch aktuelle Daten zeitnah ergänzt oder ersetzt, leit aer»astellkammer«, solange nichts passiert, ei dem man dringend auf Daten-Rückschreiung angewiesen ist. Archiv- und Speichersysteme gewinnen in modernen. digitalen Workflows zunehmend an Bedeutung, da das physikalische Archiv (Filme, Montagen) entfällt. Diese Systeme müssen entsprechend wohl organisiert sein und mit komfartalen Such-Routinen ausgestattet sein. Der isolierte Einzelareitsplatz ist in der heutigen Produktionsumgeung eine vernachlässigare Ausnahme. Das LAN, internes Netzwerk, ist die immer anzutreffende Regel. Die Eineziehung von WANs, vor allem des Internets, ist heute so gut wie selstverständlich (und wenn nicht heute, dann schon recht ald). Auch sollte die Zeit der geschlossenen Systeme vorei sein, vorausgesetzt, die Isolation hat gute Gründe, die zum Beispiel in einem hocheffizienten Datenformat, der Kompatiilität zu anderen oder alten Systemen und Lösungen, zu anderer Technologie oder ganz einfach in der gewollten Aschottung auf dem Markt liegen können (Kunden»ei der Marke«halten). Für moderne Soft- und Orgware-Architektur ist jedoch die Einindung der jeweils aktuellen und sinnvollen Daten- und Datenaustausch-Standards wesentlich. Internetfähigkeit Wenn WAN (Wide Area Network), dann Internet. Alternativen zum Internet sind zur Zeit nicht ernsthaft im Gespräch, es sei denn ei speziellen Lösungen, etwa der landes-, kontinent- oder weltweiten Datenüertragungen innerhal von (Zeitungs-, Zeitschriften-) Verlagen oder im Bereich der Funk-/Fernseh-Medien. Die Internetfähigkeit gewinnt also an Bedeutung. Nicht nur im Internet, auch ei den gängigen Netzwerktypen und -Protokollen der LANs ist dieser Adressierstandard heute verreitet und dominant. Er indiziert also Kompatiilität und gut ausgeaute Infrastruktur. Ein Standard, der für die meisten Anwender»unter der Oerfläche«leit, weil sich die -Fähigkeit auf die Daten-/Speicher-/Programmierstruktur auswirkt, weniger aer auf Funktionen an/auf der Bedienoerfläche (Interfaces). edeutet aer heute, dass man mit diesen Daten»etwas anfangen kann«, sie also in einem estimmten Maße kompatiel sind. Dies hat vor allem Bedeutung ei der Konvertierung von Daten oder ganzen Programmen in eine nächste Applikation. Diese Systematik steht gleichedeutend und symolisch für die Mehrplatzfähgikeit. Daten und/oder Programme sind auf einem Server zentral gespeichert, die Clients (sprich Areitsplätze) greifen also immer auf die aktuelle und von allen in der Areitsgruppe gemeinsam e- und erareiteten Daten/Dateien zu. CIP3/CIP4 CIP 3 ist der alte, CIP 4 der sich nun etalierende Standard, der gleichzeitig JDF einhaltet. CIP ist ein weltweites Konsortium vieler Dutzend Hersteller (Software, Prepress, Druckmaschinen, Verareitung und anderer Produktionstechniken) der grafischen Industrie und ermöglicht den Austausch von Maschinen-, Systemsteuer- und Voreinstelldaten plus Transfer anderer Regel-, Steuer, Mess- und Kapazitätsdaten. JDF-kompatiel Diese Fähigkeit signalisiert, dass Daten von MIS ( oder Auftragseareitung) an Maschinen, Aggregate und deren Steuerpulte weitergeleitet, Daten aus kaufmännischen Applikationen unterneinander getauscht werden, in den technischen Workflow einezogen und Produktionsdaten (Maschinendaten) wieder in die»bürodaten«zurückfließen können, zum Beispiel für die Nachkalkulation oder Leistungskataloge. Dieser Offenheit folgend sind natürlich auch Dispositions- und Belegungsdaten hin wie her austauschar und ermöglichen elektronische Leitstände oder die Produktionsüerwachung von elieigen Stellen aus. PDF Der Standard für Druckseiten, die praktisch üerall (Büro, Internet, Dokumentationen) Verwendung finden können. Die produktionstechnischen Systeme der Druckvorstufe eruhen weitgehend auf PDF. Einzelne proprietäre Formate haen noch eine gewisse Bedeutung, werden aer im Workflow immer wieder hin- und hergerechnet. remote-/rowserfähig Eine Eigenschaft, die in jüngster Zeit rapide an Bedeutung gewonnen hat, weil sie einerseits entschieden dazu eiträgt, Applikationen in Netze einzuinden und andererseits solche Produktions-, Organisations-, Daten- und Dispositions-Workflows auch via Internet weltweit einsehund nutzar zu machen. Natürlich unter Beachtung von Schutzmaßnahmen wie Firewall und Passworte, gesicherte (verschlüsselte) Üertragungen usw. Inzwischen setzen eine Reihe von Programmen auf diese»remote Production & Pulishing«- Fähigkeiten hochinteressante Funktionen auf, die die Zusammenareit mit Kunden und Lieferanten dramatisch veressern und vereinfachen können. MIS MIS Management Informations Systeme sind, vereinfacht gesagt, die kaufmännische Software, die Module»für das Büro«und alles, was für die Berechnung, Beschreiung und Organisation von (Druck- und Crossmedia-) Jos sinnvoll und notwendig ist. Bisher waren diese Programme auch unter dem Begriff Branchen-Software ekannt. ORGANISATIONS-FUNKTIONEN Bei dieser Kategorie sind nur die wichtigsten Funktionen agefragt. Die Auswahl sollte aer einen ersten Aufschluss üer die Leistungsfähigkeit eines Programms (auch eines einzelnes Moduls) geen. Hier git es große Unterschiede: Von einfachen Programmen, ei denen jeder Jo völlig neu eingegeen werden muss is zu solchen, die prototyische Muster arufen lassen oder kontextahängig nur noch die Eingaen anieten, die für einen gewählten Auftragstyp üerhaupt in Frage kommen. Diese Spezifikationen leien einer separaten Marktüersicht vorehalten. Auch hier reicht die Bandreite von selst»geastelten«taellen is hin zu Möglichkeit, Preislisten eispielsweise von Papierlieferanten komplett zu üernehmen und automatisch Bestellungen auszulösen. Auftragseareitung Ein Modul, das die Beareitung eines Auftrags in allen Stufen egleitet. Dazu gehören Funktionen wie das datenankgestützte Ausfüllen von Vordrucken, die als konventionelle Auftragstasche die Produktion egleiten und reicht is zur elektronischen Auftragstasche mit allen relevanten Daten üer Auftrag, Kunde etc. Elektronische Auftragstasche Zentrale Auftragsdatenank, die von vielen (Berechtigten) aktualisiert und eingesehen werden kann. Kapazitätsplanung In der Software auch elektronische Plantafel genannt, mit deren Hilfe die mittel- und kurzfristige Belegungsplanung und -kontrolle durchgeführt wird. Jo-Tracking Gemeint ist das Verfolgen eines Auftrags und damit verunden das automatische Rückmelden der Jos im digitalen Workflow einschließlich der Maschinenleitstände in Bezug auf ihren jeweiligen Beareitungszustand (wartend, in Areit, fertig). Dies kann an einzelnen Areitsplätzen, an einzelnen oder zusammengefassten Kostenstellen (Scanner, Vorstufe usw.) üer Netze erfolgen. Betriesdatenerfassung Eine moderne Betriesdatenerfassung ersetzt den früher manuell ausgefüllten»lügen«- oder Tageszettel«. Durch die Verknüpfung mit Workflow und Leitstand wird eine exakte Zeiterfassung möglich. Diese dient oft auch der manuellen, aer computerasierten Eingae von Merkmalen (z. B. für Störzeiten). 24 W Druckmarkt 20 W Herst 2002

4 Nachkalkulation Das Verfahren dient der Gegenüerstellung von Soll- und Ist-Kosten mit anschließenden Analysen nach Wahl und gegeenenfalls einem Aufau von Leistungskatalogen. Automatische Ermittlung der Platzund Stückkostenrechnung, von Leistungswerten oder Kapazitätsprofilen usw. PRODUKTIONS-WORKFLOW Von der Skizze, vom Layout, der Reinzeichnung (natürlich alles digitaler Art) üer Manuskripte oder Texte aus Datenanken is hin zum fertigen Druck und der Druckweiterverareitung kann heute alles üer Netze, mit Hilfe von Datenanken, umfangreicher und vielfältiger Editier, Proof-, Steuerungs- und Verwaltungswerkzeuge organisiert und produziert werden. Es geht schon längst nicht mehr um die digitale Medienproduktion im Gegensatz zur analogen. Medienproduktion ist digital. Und ein entscheidendes Kriterium für Zeit- und Kostenoptimierung ist een die Art und Weise der eingesetzten Programme, ihre Funktionsvielfalt und Zusammenareit. Nach wie vor gilt das Grundprinzip der EDV, nämlich die drei Schritte EVA = Eingae, Verareitung, Ausgae. Hinzu kommt die Speicherung (eigentlich Teil der Ausgae), weil sie inzwischen eine eigene Funktionalitätsklasse ildet. INPUT Zum Input (zur Eingae) zählen nach wie vor die Erfassung, Gestaltung und Veränderung von grafischen Elementen wie Text, Bild und Grafik. Wesentliches Element der Eingae sind neen Bildscannern inzwischen Laufwerke, die Daten ereitstellen und die für die eine oder andere Applikation konvertiert werden müssen. Bilderfassung, Bildverareitung Für die Bilderfassung (o üer Scanner oder Digitalkameras) stehen Programme oder Plug-Ins ereit, die inzwischen oft mit Funktionen der Bildverareitung verknüpft sind. Das heißt, das Digitalisieren von Bildern und deren unmittelare Verareitung sind inzwischen fast eine Funktionseinheit geworden. Für den textorientierten Teil der Seitenproduktion (für Print und Screen) sowie die Umsetzung von Entwürfen ins Layout (Umruch) stehen nur noch wenige Programme zur Verfügung. Meist werden hier»standard- Lösungen«eingesetzt. Datenüernahme, Konvertierung Der klassische EDV-Vorteil, die Wieder- und Weiterverwendung von aus anderen Quellen stammenden Daten,zu ermöglichen, hat nach wie vor hohen Stellenwert. Inzwischen lösen Konvertiermodule aer das händische Anpassen a. VERARBEITUNG Gemeint ist die Datenverareitung (nicht uchinderische Papierweiterverareitung). Woei die Möglichkeit des»elektronischen Zusammentragens«, einer Funktion im dynamischen Digitaldruck, natürlich eingeschlossen ist. Die Verareitung umfasst im wesentlichen das, was früher Setzer, Reprofachleute und Druckformenhersteller aus den Eingangs- und Vorlagendaten gemacht haen, also die Herstellung von Druckvorlagen höchstmöglicher Qualität und Fehlerfreiheit. Im Segment»Verareitung«sind die typischen Funktionen der Workflow- Management-Systeme der Vorstufe angesiedelt. Neen den umfassenden Systemen sind hier auch Einzelkomponenten aufgeführt. Fehler verhüten, evor sie (großen) Schaden anrichten oder die Produktion lockieren, das ist die wesentliche Aufgae der»eingangs-qualitätskontrolle«. Hier lässt sich unter anderem schnell feststellen, o alle Schriften vorhanden sind oder die Bilder im richtigen Datenformat vorliegen. Weil heute zunehmend viele Daten als PDF-Seiten angeliefert, wiederund weiterverwendet werden, ist es sinnvoll, solche Seiten grundsätzlich oder in letzter Minute vor dem Druck noch korrigieren/editieren zu können, was sich aufgrund der Funktionalität von PostScript und PDF generell in Grenzen hält, zunehmend aer durch spezielle Programme ermöglicht wird, um Fehler im PDF zu eheen. Grundsätzlich ergänzen diese Programme den -Check um die Möglichkeit, Fehler nicht nur sichtar zu machen, sondern auch zu eliminieren. Der wird in den verschiedenen Workflow-Lösungen unterschiedlich enannt, ist aer in jedem Fall und vereinfacht mit»code- und Strukturveresserer«zu üersetzen. Der ist ein Modul im Workflow, das PDF-Daten so weit wie möglich in die gewünschte oder notwendige Qualität, Quantität und Organisationsform ringt. Früher handelte es sich um ein Programm plus spezieller Rechnerkarte, die direkt mit einem meist Belichter in Verindung stand zw. eingeaut war. Heute werden praktisch nur noch Software-s eingesetzt, die auf Standardrechnern laufen. In jedem Fall dient der (in welcher Form auch immer) dem Wandeln der mathematischen, geometrischen oder nach Programmiersprache kodierten und definierten grafischen Elemente wie Schrift, Flächen, Bilder, Faren usw. in die Belichtungsund Beilderungspunkte gemäß Auflösung und Funktionalität des jeweiligen Gerätes und seiner Treier (auch Trommeln in Digitaldruckern werden elichtet). Ursprünglich als Open Prepress Interface ekannt geworden, ist mit das Austauschen von niedrig aufgelösten Bildern (LowRes-Daten) gegen die Feindaten (HighRes) gemeint. LowRes-Daten eanspruchen im Stadium der Seitenaufereitung und -kreation weniger Speicherplatz, entlasten Netzwerke und reduzieren damit die Verareitungsgeschwindigkeit auch die Reaktionszeit ei der Anzeige auf dem Monitor). Vor der Ausgae auf Belichtern, CtP-Systemen oder Digitaldruckmaschinen werden die niedrig aufgelösten 72-dpi-Daten gegen die hochaufgelösten Feindaten automatisch ausgetauscht. In Workflow-Umgeungen gehören -Lösungen zum Standard, sie werden aer auch als separate Lösungen angeoten. Farseparation Trennen der Farilder, Grafiken, Farflächen und Texte in die für das jeweilige Druckverfahren notwendigen Dateien für die Einzeldruckformen (meist CYMK, aer auch 2-, 6- oder 8-Faren-Druck usw.). Dem Prinzip nach git es auch unterschiedliche Separationen je nach Druckverfahren (wichtig: Tiefdruck anders als Offset). Es git eine Vielzahl von Theorien, Algorithmen und Programmen, die mittels spezifischer Rasterformen, Rasterfrequenzen und anderer Charakteristika die Qualität vor allem der Bildwiedergae oder Farkraft eeinflussen. Hier ist vor allem zu unterscheiden in Rastertechniken für die konventionelle Rasterung, für FM-Raster und andere spezielle Lösungen. Ein weites Feld der verschiedensten Funktionen und Effekte zur Erzielung einer vorherseharen und gezielt eeinflussaren Fardruck- Güte (Farrichtigkeit, Bildqualität, Farstailität usw.). kann integrativer Bestandteil einer einzelnen Software sein als auch eine Einzellösung. Die einen nennes es üertrieen, andere enötigen diese Funktion dringend, wie eispeilsweise Verpackungsdrucker. ist in jedem Fall ein Qualitätsmerkmal des Mehrfarendrucks zur Vermeidung optisch störender»blitzer«(weiße Punkte oder Linien) ei aneinanderstoßenden Farflächen und -Elementen. Das (Üer- oder Unterfüllen) wird je nach Software im oder als einzel einsetzare Funktion ermöglicht. Ausschießen (Imposition) Wie seit Jahrhunderten gehört das Ausschießen eines Bogens zum Alltag der Drucker. Das Anordnen der Seiten auf einem Druckogen, so dass sie nach dem Falzen in der richtigen Reihenfolge stehen, kennt schier unendlich viele Varianten, die per Software leicht arufar wer- 26 W Druckmarkt 20 W Herst 2002

5 den. Workflow-Systeme setzen entweder externe Software ein, die auch als Einzel- oder Mehrplatzlösungen angeoten werden, oder integrieren eigene und fremde Lösungen. OUTPUT Vor allem im Hinlick auf noch offene Investitionsentscheidungen für Technologien, Verfahren, zur Umstellung von Aläufen usw. ist es wichtig, dass eine Software so flexiel wie möglich mehre Ausgaekanäle edienen kann. Viele Lösungen (selst -Software) ieten die Möglichkeit, nach dem Ende der Verareitung das Ergenis mit (oder ohne) Farverindlichkeit im Rahmen der physikalischen Grundsätze (zwei verschiedene Farmischprinzipien RGB und CMYK) am Bildschirm zu etrachten. Als Remote-Lösungen per Datenüertragung zum Kunden wird das Soft-Proofing in aseharer zeit massiv an Attraktivität gewinnen. Form- und Farproof Ausdruck eines»standogens«. Er zeigt, o alle notwendigen Elemente einer Druckform vorhanden sind (Texte, Bilder, Grafiken, Taellen, Linien, Fläche usw.). Kann auch Schwarzweiß sein, in keinem Falle jedoch verindlich für die exakte Fare. Wichtig im Zusammenhang mit der Software, dass entsprechende Treier und Schnittstellen für Plotter, LFP-Printer und wie auch immer geartete digitale Proof-Systeme ereit stehen. High-End-Ausgae Produktionssysteme müssen üer Schnittstelle und Treier für Computer-to-Film (CtF), Computer-to-Plate (CtP) und/oder Computer-to-Cylinder (CtC) verfügen, um Filmelichter, Plattenelichter oder Digitaldruckmaschinen anzusteuern. Multimedia, HTML, steht summarisch als Parameter für die Fähigkeit, Output für die Nonprint-Verwendung zu generieren (CD-Präsentationen, Internet usw.). Bitmap-Pixeldateien Eine technisch egründete, nicht untypische Art, gerippte Daten zu speichern und zu archivieren, um sie mehr als einmal für das Drucken zu verwenden und daei -Fehler auszuschließen. Auch für das Belichten auf Fremdsystemen relevant. LEITSTAND PRINT/POSTPRESS Einen Leitstand»Prepress«git es de facto nicht, Input und Verareitung in dieser Taelle repräsentieren nur wenige Funktionalitäten. Leitstände sind die Bedienerpulte, von denen aus Maschinen gesteuert, kontrolliert, eingestellt werden. Also das»cockpit«der Druckmaschinen und in escheidenerem Maße auch für Papierverareitungsmaschinen. Hier laufen Voreinstelldaten und Daten der Organisation zusammen. Üernahme Voreinstelldaten Moderne Leitstände sollten zumindest eine Üernahme von Daten der Vorstufe (CIP3) erlauen. Weitergehende Lösungen üernehmen Daten aus dem Büro (z. B. im Rahmen von MIS) oder aus Elementen des digitalen Workflows, um als Vorgaedaten Druck- und Verareitungsmaschinen einzustellen. Betriesdatenerfassung Automatische Erfassung von Rüst-, Produktions-, Störungszeiten und deren Zuordnung zu Jos und Kostenstellen inklusive Quantitäts- und Qualitätsprotokoll sowie Aufzeichnung von technischen Messdaten. Rückgae Ist-Daten an MIS Kaufmännische Daten (Zeiten, Mengen, Bedienungspersonen, andere Faktoren) werden automatisch an die Auftragseareitungs-Software für die Erstellung von Nachkalkulation oder Leistungsstatistiken gemeldet. Jotracking / Jotracing Jotracking stellt fest, wo sich der Auftrag in welchem Zustand wo efindet, eventuell mit Aufzeichnung solcher Daten. Jotracing ist die»spur«des Auftrages, eine Art Fertigungs-/Fluss-Protokoll (»Flugschreier«des Jos). ZUR MARKTÜBERSICHT Auf den folgenden Seiten starten wir mit unserer Marktüersicht»Workflow- und Management- Systeme«, die in dieser Form wohl einzigartig ist, da sie isher»unvergleichare«software-lösungen im Gesamtzusammenhang etrachtet, die sich an den aktuellen Erfordernissen eines Print- und Medienhauses ausrichtet. Auf den Seiten 22 is 27 haen wir in Manier eines Glossars die Begriffe erläutert, die die Basis der Afragekriterien unserer Marktüersicht sind. Auf der folgenden Seite 28 haen wir dem Taellenwerk das Anieterverzeichnis vorangestellt. Hier sind die wichtigsten Hersteller und Handelsunternehmen aufgelistet, die entsprechende Software und Komponenten vertreien. A Seite 29 haen wir in Taellenform alle uns ekannten Systeme und Einzellösungen zusammengetragen. Wir wissen, dass die Üersicht nicht jegliche Software enthält, die innerhal eines Workflows einsetzar ist und wir haen ei durchgängigen Workflows auch darauf verzichtet, die einzelnen Software-Module aufzulisten. Dies würde einerseits den Rahmen der Martüersicht sprengen und andererseits die Durchgängigkeit estimmter Areitsaläufe verzerrt wiedergeen. Die Redaktion

6 Anieter ABB Industrie AG a..graph GmH Adoe Systems GmH Agfa-Deutschland alfa Media Partner GmH alphagraph-team GmH Artwork Systems GmH & Co. KG Atex Media GmH Basysprint GmH Best GmH Building Systems GmH Callas (siehe impressed) Canto Software AG CCI Europe GmH CCS GmH CGS GmH CoDesCo GmH Comix Software GmH Creo Deutschland GmH Dalim Software GmH Dahm Print & Medien datamedia GmH Delta Information Systems dds Data Service delta magic AG DVS System Software GmH & Co. ECRM GmH Elaplan Newspaper Techno. GmH Enfocus Software nv eo ipso Systeme Esko-graphics Extensis Farrukh Systems GmH Fuji Photo Film Europe GmH Funkinform GmH GMG Weihing GmH Gretag-Maceth GmH Heidelerg Druckmasch. Vertrie D Helios Software GmH Henke & Partner GmH Hiflex GmH impressed GmH Jaws (siehe impressed) Jorg Graphische Produkte KBA Koenig & Bauer-Alert AG Kodak Polychrome Graphics Krause-Biagosch GmH LaserSoft Imaging GmH Lector Computersysteme GmH Lüscher AG MAN - Roland Druckmaschinen AG MAN Roland (PPI Media GmH) Markstein Software Medata GmH Megalith GmH Merlin GmH Microsoft One Vision Orga Soft GmH PPI PrePress & Imaging Printplus AG Quark Deutschland GmH Ringier Print Zofingen AG Screen Media Technology GmH soft&heart Development, Inc. softcare GmH Softline GmH SSB Software Service GmH Techkon GmH Tera Digital Pulishing GmH Ultimate (siehe PPI) Unisys Viva Software GmH XCite Europe X-Rite GmH ANBIETERVERZEICHNIS WORKFLOW- UND MANAGEMENT-SYSTEME Straße Postfach Kurt-Moosdorf-Straße 45 Edison-Straße 8 Im Mediapark 5 Steinheimer Straße 117 Im Teelruch 130 Burkheimer Straße 3 Kurhessenstraße 13 Gülzer Straße 15 Mevissenstraße 65 Amsterdamer Straße 230 Alt-Moait An der Trift 65 Schwanenwik 32 Kettelerstraße 24 Im Hegen 11 Am Bahnhof 4a Martin-Kollar-Straße 13 Straßurger Straße 6 Heerdter Landstraße 7 Parkstraße 5 Max - Planck - Straße 9 Konstanzerstraße 42a Bollstraße 61 Freiligrathstraße 6 Postfach 1252 Eichkamp 19 Kleindokkaai 3-5 Ostlandstraße 9 H.-Martin-Schleyer-Straße 37 Schallengasse 1 Heesenstraße 31 Rudolf-Plank-Straße 31 Mömpelgarder Weg 10 Siemensstraße 11 Haerstraße 1 Steinriede 3 Am Alten Bahnhof 4 B Rotter Bruch 26a Bahrenfelder Chaussee 49 Leostraße 15 Friedrich-Koenig-Straße 4 An der Bahn 80 Paul-Schwarze-Straße 5 Luisenweg 8 Trompeterallee 108 Hauptstraße 246 Stadtachstraße 1 Hindenurgstraße 9 Hintergasse 2 Am reiten Bäumchen 1 Schramerger Straße 20a Gildemeisterstraße 143 Edisonstraße 1 Dr. Leo-Ritter-Straße 9 Seewiesstraße 33a Tiefenroicher Weg 35 Hintere Kirchstraße 3 Egolsheimer Straße 41 Brühlstraße 5 Mündelheimer Weg 39 Langerückstraße 34 Kehrwieder 13 Appenweirerstraße 45 Hofer-Straße 15 Wiesadener Straße 27 Eppendorfer Weg 138 Am Unisys-Park 1 Züchner Straße 6-8 Joseph-Haydn-Straße 18 Stollwerkstraße 32 PLZ, Ort CH-5401 Baden-Dättwil Limeshain Unterschleißheim Köln Seligenstadt Essen Freiurg Mörfelden-Waldorf Boizenurg Krefeld Köln Berlin Dreieich Hamurg Hainurg Oststeinek Gilching München Kehl Düsseldorf Baierronn Dreieich CH-8280 Kreuzlingen TG CH-3076 Wor Iserlohn Egelsach Schönerg B-9000 Gent Sittensen Willich Laichingen Düsseldorf Ettlingen Tüingen Neu-Isenurg Heidelerg Garsen Braunschweig Aachen Hamurg Dortmund Würzurg Osterode Bielefeld Kiel Mönchengladach CH-5725 Leutwil Augsurg Hamurg Pfungstadt Sinsheim St. Georgen Bielefeld Unterschleißheim Regensurg Feldafing Düsseldorf CH-9444 Diepoldsau Ludwigsurg CH-4800 Zofingen Düsseldorf Eckernförd Bönningstedt Oerkirch München Königstein Hamurg Sulzach/Taunus Kolenz Bad Kissingen Köln Telefon o Telefax Internetadresse W Druckmarkt 20 W Herst 2002

40549 Düsseldorf 76275 Ettlingen 72072 Tübingen 63263 Neu-Isenburg 69126 Heidelberg 38122 Braunschweig 52068 Aachen 22761 Hamburg

40549 Düsseldorf 76275 Ettlingen 72072 Tübingen 63263 Neu-Isenburg 69126 Heidelberg 38122 Braunschweig 52068 Aachen 22761 Hamburg Anieter ABB Industrie AG a..graph GmH Adoe Systems GmH Agfa Deutschland Vertriesges. mh alfa Media Partner GmH alphagraph-team GmH Artwork Systems GmH Atex Media Command GmH.comp GmH Best GmH itslip GmH

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