Die STOPP-Regel: Bei STOPP ist Schluss!

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1 Die STOPP-Regel: Bei STOPP ist Schluss! Was ist die Stopp-Regel? Die Stopp-Regel ist eine Hilfe für den Umgang der Kinder untereinander. Bei Beleidigung, körperlicher Gewalt, Wegnehmen meiner Sachen oder Verfolgung auf dem Schulgelände, im Schulgebäude und in der Sporthalle sollen unsere Kinder sie anwenden. Was steckt dahinter? Leitgedanke dieses Konzeptes ist: Niemand hat das Recht, den Anderen zu beleidigen, auszugrenzen oder zu verletzten. Wir wollen den Kindern mit der Stopp-Regel bewusst machen, dass sie sich für sich und ihre Rechte und auch für Achtung ihrer eigenen Grenzen einsetzen dürfen und sollen. Bei der Stopp-Regel geht es um Klarheit zwischen den Konfliktpartnern. Es wird nicht endlos diskutiert, wer angefangen hat und warum, sondern es wird dem anderen Kind deutlich gezeigt, dass das Verhalten nicht erwünscht ist. Die Kinder übernehmen also vermehrt Verantwortung für ihr eigenes Handlen, aber auch dafür, sich für die eigenen Rechte einzusetzen. Dies ist für Kinder nicht leicht. Sie sind es gewohnt, derartige Streitigkeiten mit Hilfe von Erwachsenen, durch Aushalten oder durch Rangeleien zu lösen. Um so eine Form der gewaltfreien Konfliktlösung anwenden zu können, brauchen sie viel Unterstützung durch uns als Lehrer und Sie als Eltern. Gemeinsam können wir das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl der Kinder stärken und sie handlungssicher im Umgang mit alltäglichen Konflikten machen. Jeden Freitag besprechen die Kinder im Klassenrat besondere Probleme im Umgang miteinandern und wie man diese lösen kann. Wie wird sie angewendet? 1. Laut und deutlich sagen/rufen und Handzeichen dazu machen: Stopp, (wenn möglich mit Namen des Kindes). Ichmöchte nicht, dass du...(z.b.mich schlägst)! Danach geht das Kind weg! 2. Bei wiederholtem Regelverstoß ein zweites und drittes Mal laut und deutlich Stopp rufen mit Handzeichen! 3. Zum Lehrer/Betreuer gehen und zu dem betreffenden Kind sagen: Komm mit zum Lehrer! 4. Der Lehrer/Betreuer wendet vereinbarte Maßnahmen an. Die Maßnahmen gelten für alle Kinder gleichermaßen, die auf diese Stopp-Regel nicht reagiert haben und darüber wird auch nicht diskutiert. Welche Maßnahmen gibt es? 3 x Verstoß gegen die Stopp-Regel auf dem Schulhof / in der Klasse: Kind meldet sich bei der Pausenaufsicht: Ich habe gegen die Stopp-Regel verstoßen. Das Kind wird aufgeordert, die Pause auf der Wartebank zu verbringen. Es darf am Spiel der anderen Kinder nicht teilnehmen.

2 Das Kind folgt der Maßnahme und verbringt die Pause auf der Wartebank. Danach ist die Sache erledigt. Verweigert es die Maßnahme der Lehrperson, geht die L. auf Deeskalationsabstand und fordert das Kind klar auf, der Maßnahme zu folgen. Es werden keine weiteren Erklärungen gegeben. Verweigert das Kind weiterhin die Maßnahme, lässt die Lehrperson durch andere Kinder die 2. Aufsicht / 2. Lehrperson holen. Die 2. Person bleibt auf Deeskalationsabstand und fordert das Kind klar auf, der Maßnahme zu folgen. Es werden keine weiteren Erklärungen gegeben. Verweigert das Kind weiterhin die Maßnahme, wird die Schulleitung (dienstälteste Lehrperson) geholt. Die Person bleibt auf Deeskalationsabstand und fordert das Kind klar auf, der Maßnahme zu folgen. Verweigert das Kind weiterhin die Maßnahme, werden die Eltern zwecks Abholung informiert. Sind die Eltern nicht erreichbar, wird die Notfallnummer genutzt. Sollte auch diese nicht zum Erfolg führen, wird die Polizei informiert: Kind widersetzt sich pädagogischen Maßnahmen und muss in Obhut genommen werden. Warum ist die STOPP-Regel sinnvoll? 1. Mit der STOPP-Regel können Schüler ihre Grenzen selbst definieren. Sie erlaubt Schülern sich auf konstruktive Weise abzugrenzen und sie fördert den Respekt vor den Grenzen der anderen. Kinder und Jugendliche sollten Spaß haben. Sie dürfen kämpfen, rangeln und necken, Grenzen testen, frech und witzig sein. Aber nur, solange es beiden Seiten Spaß macht und niemand dabei zu Schaden kommt. Da die Schüler ihre Grenzen selbst bestimmen dürfen, müssen Lehrpersonen nicht mehr die Bestimmerin spielen, die entscheidet, was gut oder schlecht ist. Sie werden nicht mehr so oft in die Richterrolle gedrängt. 2. Die STOPP-Regel ist ein Kommunikationstraining. Ziel dieses Trainings ist, dass Kinder und Jugendliche Nein sagen lernen und sich abgrenzen können und dass sie formulieren können, was sie ärgert, verletzt, kränkt, enttäuscht, stört, nervt und wütend macht. 3. Mit der STOPP-Regel können Schüler für einen gewaltfreien Ausgleich sorgen, wenn die definierte Grenze überschritten wird. 4. Schüler können nicht mehr als Petzer hingestellt werden, wenn sie sich gegen Übergriffe zur Wehr setzen. Da erst dann Lehrer eingeschaltet werden, wenn sich die andere Partei zweimal eindeutig über ein klares STOPP hinweggesetzt hat und genau weiß, was dann passiert, fehlt die Heimlichtuerei, die für das Petzen charakteristisch ist. 5. Die STOPP-Regel wirkt deeskalierend. Da die Schüler nicht mehr zur Gewalt greifen müssen, um sich zu wehren, kommt es seltener zu einer Spirale von Gewalt und Gegengewalt. Die Zahl eskalierender Konflikte und schwererer Formen der Gewalt sinkt. Es kommt seltener zu Situationen, in denen Schüler sich unversöhnlich gegenüberstehen, weil der Konflikt schon lange andauert und die gegenseitigen Verletzungen so tief sind, dass keine Verständigung mehr möglich ist. 6. Lehrer müssen weniger Zeit in Konfliktlösungen investieren. Die Schüler haben mit der STOPP-Regel ein Werkzeug in der Hand, mit dem sie sich selbst um ihre Konflikte kümmern können.

3 7. Lehrer werden seltener als bequeme Streitschlichter missbraucht. Sie bieten einem Schüler erst dann Ihre Hilfe an, wenn er die STOPP-Regel korrekt angewandt hat. Die Schüler können ihre Verantwortung nicht mehr so leicht an die Lehrpersonen abgeben. 8. Langatmige Wer-hat-Recht-Spielchen werden verhindert. Durch den Plausibilitätstest beim Opfer erübrigt sich in der Regel die Nachfrage beim Täter. Dadurch sparen Sie sich nicht nur eine Menge Zeit, sondern auch die anstrengende Beschäftigung mit den Schutzbehauptungen und den Leugnungs- und Rechtfertigungsstrategien der Täter. Welche Fragen und Sonderfälle gibt es noch? Woher weiß die Aufsicht, wer auf die Wartebank muss? Wann muss ein Kind auf die Wartebank, wenn die Stopps am Ende der Pause entstehen? Wann muss ein Kind auf die Wartebank, wenn Stopps am Ende des Tages entstehen? Wann muss ein Kind auf die Wartebank, wenn Stopps am Bus entstehen? Woher weiß die nächste Aufsicht dann, wer auf die Wartebank muss? Welches ist die konkrete Wartebank? Wer ist Dienstältete?

4 Die Ampel - Alles im grünen Bereich! Was ist die Ampel? Die Ampel ist ein Plakat in der Klasse, an der jedes Kind ablesen kann, wie gut er oder sie sich gerade an die Klassenregeln hält. Es gibt Kreise in grüner, gelber und roter Farbe. Für jedes Kind gibt es eine Wäscheklammer mit dem Namen. Diese Klammern lassen sich einfach an die jeweiligen Kreise hängen. Was steckt dahinter? Die Ampel als Rückmeldesystem steuert das Verhalten der Kinder im Unterricht. Die Idee beruht auf der Annahme, dass für ein gelingendes Arbeiten in der Schule Respekt, Aufmerksamkeit und Disziplin notwending sind. Wir gehen davon aus, dass alle Kinder lernen und im Unterricht mitarbeiten wollen. Wie wird sie angewendet? Der größte Teil der Kinder zeigt täglich, dass sie arbeiten und lernen wollen. Sie alle befinden sich an der Ampel an der Farbe Grün. Stört ein Kind mehrfach (3x) massiv den Unterricht, wechselt es eine Stufe und landet an der Farbe Gelb. Dabei sind keine Kleinigkeiten oder Ausrutscher als Störungen gemeint, sondern Verhaltensweisen, die das Lernen der anderen Kinder nachhaltig beeinträchtigen, oder Verstöße gegen bekannte Klassenregeln. Kommt es weiterhin zu Störungen, wechselt das Kind von Gelb auf Rot. Die Fortsetzung der Störung oder massive Regelverstöße führen zum Wechsel auf Doppel-Rot. Hat ein Kind die Farben Gelb, Rot, Doppel-Rot eingenommen, beginnt es am nächsten Tag an der Farbe Gelb. Es kann nun zeigen, dass es sich an die geltenden Regeln halten kann. Gelingt dies, so kann es sich im Verlauf des Vormittages wieder auf Grün vorarbeiten. Welche Maßnahmen gibt es? Gelb: Das Kind geht in die Nachbarklasse; muss dort erklären, dass es seine Klasse verlassen musste; schreibt dort die Schulordnung ab, bis die Stunde endet. Danach kehrt es in die eigene Klasse zurück. Rot: Das Kind muss zu Hause anrufen; es teilt den Eltern mit, dass es an dem Tag sofort eine Stunde länger in der Schule arbeiten muss. Dort schreibt es die Schulordnung ab. Doppel-Rot: Das Kind muss zu Hause anrufen; es teilt den Eltern mit, dass es umgehend von der Schule abgeholt werden muss. Zu Hause muss es den versäumten Unterrichtsstoff nacharbeiten. Das Kind folgt der Maßnahme und setzt die geforderte Maßnahme um. Danach ist die Sache erledigt.

5 Verweigert es die Maßnahme der Lehrperson, geht die L. auf Deeskalationsabstand und fordert das Kind klar auf, der Maßnahme zu folgen. Es werden keine weiteren Erklärungen gegeben. Verweigert das Kind weiterhin die Maßnahme, lässt die Lehrperson durch andere Kinder eine 2. Lehrperson holen. Die 2. Person bleibt auf Deeskalationsabstand und fordert das Kind klar auf, der Maßnahme zu folgen. Es werden keine weiteren Erklärungen gegeben. Verweigert das Kind weiterhin die Maßnahme, wird die Schulleitung (dienstälteste Lehrperson) geholt. Die Person bleibt auf Deeskalationsabstand und fordert das Kind klar auf, der Maßnahme zu folgen. Verweigert das Kind weiterhin die Maßnahme, werden die Eltern zwecks Abholung informiert. Sind die Eltern nicht erreichbar, wird die Notfallnummer genutzt. Sollte auch diese nicht zum Erfolg führen, wird die Polizei informiert: Kind widersetzt sich pädagogischen Maßnahmen und muss in Obhut genommen werden. Warum ist Ampel sinnvoll? Die Ampel zeigt der Kindergruppe auf einfache Weise, wie gut sie sich bereits an geltende Regeln halten können. Sie lobt die Kinder, die wie selbstverständlich arbeiten und lernen. Sie zeigt aber auch denen klar auf, dass es Probleme gibt, die die Regeln nicht einhalten. Kommt es zu Maßnahmen, hatten diese Kinder vorab die erkennbare Gelegenheit, ihr Handeln zu ändern. Willkür und Überraschungen bleiben aus. Alle Kinder haben das Recht, angstfrei und störungsfrei zu arbeiten. Das regelwiedrige Verhalten einiger Kinder, darf nicht das Lernen der gesamten Gruppe beeinträchtigen. Auch die Kinder, die es zu Hause nicht gelernt haben, Regeln zu kennen und zu befolgen, haben da Recht darauf, dieses Grundkonstrukt des Zusammenlebens zu erlernen. Wir arbeiten damit im Rahmen unseres Erziehungsauftrags im Sinne eines doppelten Nachteilsaufgleichs. Welche Fragen und Sonderfälle gibt es noch? Gelten 3 Ermahnungen pro Unterrichtsstunde? Kann eine einheitliche Arbeit in der Nachbarklasse das Abschreiben der Schulordnung sein? laminiert vorhanden Wie regelt der Sportlehrer Verschiebungen auf der Ampel? Wo bleibt das Kind, das bei einer LZK stört? Wo bleibt das Kind, wenn die Nachbarklasse nicht da ist? Wo bleibt das Kind, wenn keine Klasse mehr da ist? Was passiert, wenn die gelbe Stufe kurz vor dem Ende der Stunde erreicht wird? Was ist kurz vor dem Ende? Was passiert, wenn die gelbe Stufe kurz vor dem Ende des Schultages erreicht wird? Was passiert, wenn die rote Stufe kurz vor dem Ende des Schultages erreicht wird? Was passiert, wenn die doppel-rote Stufe kurz vor dem Ende des Schultages erreicht wird? Das Kind muss länger bleiben, aber die Eltern sind nicht erreichbar! Das Kind soll abgeholt werden, aber die Eltern sind nicht erreichbar!

6 Wie lang sind 24 Stunden beim Phasenwechsel? Beginnt man morgens egal von welcher Farbe stets auf Gelb? Holen wir beim Klassenwechsel auch 2. L und SL oder rufen wir gleich an, falls das Kind verweigert? Holen wir beim Nachsitzen auch 2. L oder Sl oder rufen wir gleich an, falls das Kind verweigert? Nachsitzplan für Lehrer Erstellung für drei Standorte für einen Monat

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