Was steht in Impfausweis und Impfkalender?

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1 Was steht in Impfausweis und Impfkalender? Aufgabe 1: Hilf doch deinem Sitznachbarn noch einmal schnell auf die Sprünge: Wie funktioniert noch mal gleich eine Impfung? Der Impfausweis, auch Impfpass oder Impfbuch genannt, gibt auf Deutsch, Englisch und Französisch an, welche Impfungen du bereits bekommen hast und welche Impfstoffe dabei verwendet wurden. Er soll verhindern, dass Impfungen vergessen oder doppelt durchgeführt werden. Bei der ersten Impfung, die im Alter von zwei Monaten erfolgen sollte, erhält jedes Kind vom Kinderarzt einen gelben Impfausweis. Dort werden durchgeführte Impfungen mit Datum notiert, damit ablesbar ist, welche Impfstoffe bereits verabreicht wurden und welche in Zukunft noch nötig sind. Außerdem sollen die Daten verhindern, dass versehentlich doppelt oder auch gar nicht geimpft wird. Der Impfausweis ist mehrsprachig, damit auch Ärzte im Ausland die Möglichkeit haben, die Informationen aus dem Impfausweis zu verstehen. Quelle: Deutsches Grünes Kreuz Aufgabe 2: Schau dir den Video-Clip zum Impfausweis an. Warum will Tom in seinen Impfausweis schauen? Erkläre. Aufgabe 3: Warum hilft der Impfausweis auch im Auslandsurlaub? Erörtere. Modul 3: Impfschutz aufbauen und erhalten Blatt 1

2 Was steht in Impfausweis und Impfkalender? Aufgabe 4: Was wird im Impfausweis notiert? Beschreibe. Impfungen im Kindes- und Jugendalter Datum Tetanus Diphtherie Keuchheusten (Pertussis) Kinderlähmung (Polio) Hepatitis B Mumps, Masern, Röteln (MMR) Windpocken (Varizellen) Meningokokken Unterschrift und Stempel des Arztes X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X X Dr. Meyer X X X Dr. Meyer X X Dr. Meyer Quelle: In Anlehnung an den Impfausweis des DGK Aufgabe 5: Schaue nun den Impfausweis von Tom an, und versuche herauszufinden, gegen welche Krankheiten er bereits geimpft worden ist? Das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin ist die zentrale Einrichtung der Bundesregierung auf dem Gebiet der Krankheitsüberwachung und -vorbeugung. Zu den Aufgabenfeldern des RKI zählen die Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von Krankheiten, insbesondere von Infektionskrankheiten. Um diese Aufgaben zu erfüllen, wurde u.a. die Ständige Impfkommission beim Robert Koch-Institut (STIKO) ins Leben gerufen. Sie spricht Empfehlungen für Schutzimpfungen aus, die regelmäßig veröffentlicht werden. Darin ist ein Impfkalender für Säuglinge und kleine Kinder enthalten. Der Impfkalender gibt an, welche Impfungen in diesem Alter erforderlich sind, damit von einem optimalen Impfschutz ausgegangen werden kann. Damit gerade Kinder und Säuglinge nicht zu oft zum Arzt müssen, um den mehr oder weniger unangenehmen Piks der Impfung über sich ergehen zu lassen, empfiehlt die STIKO die Verwendung von Kombinationsimpfstoffen. Die Impfstoffe gegen Mumps, Masern und Röteln beispielsweise werden in der Regel mit einer einzigen Injektion, genannt MMR, gespritzt. Modul 3: Impfschutz aufbauen und erhalten Blatt 2

3 Was steht in Impfausweis und Impfkalender? Die aktuellste Fassung des Impfkalenders der STIKO sieht folgende Impfungen vor: Impfstoff/Antigen-Kombination Alter in Jahren ab 18 ab 60 Tetanus G A A A A ggf. N A ggf. N Diphtherie G A A A A ggf. N A ggf. N Keuchhusten (Pertussis) G A A A A ggf. N A ggf. N Haemophilus influenzae Typ b (Hib) G Kinderlähmung (Polio) G A A N N Hepatitis B G N N N Pneumokokken G S Meningokokken G N N N Mumps, Röteln G N N N Masern G N N N S Windpocken (Varizellen) G N N N Grippe S Humane Papillomviren (Gebärmutterhalskrebs) G (nur Mädchen) Quelle: Robert Koch-Institut, Impfkalender 2011 vom G = A = S = N = Grundimmunisierung (besteht aus mehreren Impfungen in kurzen zeitlichen Abständen) Auffrischungsimpfung Standardimpfung Nachholimpfung (Grundimmunisierung aller noch nicht Geimpften/ Komplettierung einer unvollständigen Impfserie) Den aktuellen Impfkalender findest du immer auf der Webseite des Robert Koch- Instituts ( > Infektionsschutz > Impfen > Impfempfehlungen). Modul 3: Impfschutz aufbauen und erhalten Blatt 3

4 Welche Impfrisiken und Impfnebenwirkungen gibt es? Bevor ein Impfstoff auf den Markt und damit in unsere Körper kommt, muss er in streng regulierten Zulassungsverfahren viele Hürden überwinden. Nach den Zell- und Tierexperimenten erfolgen Untersuchungen am Menschen, denen eine medizinische Ethikkommission zustimmen muss. Zur Sicherheit von Impfstoffen Impfstoffe müssen im Zulassungsverfahren drei Phasen überstehen: In der ersten Phase muss die tatsächliche Wirksamkeit nachgewiesen werden, dann folgt die Untersuchung der Verträglichkeit (Phase II), und zuletzt werden aussagefähige Parameter zur Prüfung der Wirksamkeit bestimmt (Phase III). Viele Impfstoffe scheitern wegen einer negativen Nutzen-Risiko-Bewertung bereits in den Phasen I und II. Selbst wenn Impfstoffe eine Zulassung erhalten, ist die ärztliche und behördliche Beobachtung bzw. Kontrolle von Impfstoffen nicht beendet. Auffälligkeiten und Nebenwirkungen müssen dem Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeldet werden, das im Fall eines Risikos für unsere Gesundheit Maßnahmen zur Risikominimierung ergreift. Impfstoffe unterliegen strengen Zulassungsverfahren und ständiger Kontrolle durch das Paul-Ehrlich-Institut (PEI). Trotzdem können Nebenwirkungen von Impfungen nicht vollkommen ausgeschlossen werden. In Einzelfällen kommt es immer wieder vor, dass Menschen einzelne Impfungen nicht gut vertragen. Durch die Impfung kann außerdem ein schwacher Schmerz an der Einstichstelle auftreten, ähnlich wie bei einem Muskelkater. Ebenso ist es möglich, dass es zu Rötungen rund um die geimpfte Stelle, meist am Oberarm, kommt. Diese Symptome sind eine normale Impfreaktion und klingen in der Regel nach einigen Tagen wieder ab. Unter Impfrisiken oder Impfkomplikationen versteht man Krankheiten oder Symptome, die selten durch Impfungen hervorgerufen werden können. Alle Anzeichen, die über eine normale Impfreaktion hinausgehen, werden als Impfkomplikationen bezeichnet. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) mit Sitz in Langen (Hessen) wurde bereits 1896 gegründet und ist ein deutsches Bundesinstitut, welches dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellt ist. Durch Forschung und stetige Prüfung unterstützt das PEI die Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln. Zu den Hauptaufgaben des PEI zählt die Zulassung von Impfstoffen und biomedizinischen Arzneimitteln. Die Risiken einer gefährlichen Infektionskrankheit sind um ein Vielfaches höher als die Risiken für Komplikationen durch eine Impfung. Vor allem bei Kleinkindern, aufgrund ihres noch nicht ausreichend ausgeprägten Immunsystems, oder bei Menschen mit Immunschwäche können Infektionskrankheiten zu schweren Komplikationen, Spätfolgen oder zum Tod führen. Modul 3: Impfschutz aufbauen und erhalten Blatt 4

5 Welche Impfrisiken und Impfnebenwirkungen gibt es? An Statistiken gemeldeter Krankheitsfälle wird über Jahre hinweg deutlich, dass viele Krankheiten durch vorbeugende Schutzimpfungen extrem zurückgedrängt wurden. Die Pocken konnten weltweit sogar ganz ausgerottet werden. Deshalb muss heute gegen Pocken nicht mehr geimpft werden. Der letzte Fall weltweit wurde 1977 gemeldet. Als zweite Infektionskrankheit konnte die Kinderlähmung in Europa eliminiert werden. Manche Menschen sehen durch das seltene Vorkommen bestimmter Infektionskrankheiten keine Notwendigkeit mehr zur Impfung. Doch was würde passieren, wenn sich niemand mehr impfen lassen würde? Impfnebenwirkungen oder Impfreaktionen sind gelegentliche Begleiterscheinungen bei Impfungen wie Rötungen an der Einstichstelle, erhöhte Körpertemperatur oder Schwellungen. Sie klingen meist nach wenigen Tagen ab. Die Empfehlungen der STIKO sollen den Menschen einerseits einen individuellen Schutz vor Infektionskrankheiten bieten. Andererseits soll dadurch eine Herdenimmunität aufgebaut werden. Herdenimmunität erreicht man, wenn die durch die Impfung erzeugte oder durch die Infektion erworbene Immunität gegen einen Krankheitserreger innerhalb der Bevölkerung so verbreitet ist, dass auch nicht immune Personen geschützt sind, weil der Erreger sich nicht ausbreiten kann. Dies ist vor allem wichtig für Menschen, die chronisch krank sind, oder für Säuglinge, die im Fall einer Infektion schwer erkranken, sich aber nicht impfen lassen können, da für sie ein hohes Risiko für Impfkomplikationen besteht. Alle groß dargestellten Menschen sind geimpft, die klein dargestellten nicht. Doch durch die Gesundheit bzw. den Impfschutz der Großen kommen die Kleinen nie mit der für sie schwerwiegenden Krankheit in Kontakt. Wenn alle geimpft sind, bietet dies auch einen Schutz für die Nicht-Geimpften. Dies ist das Prinzip der Herdenimmunität und das Ziel der Impfempfehlungen. Aufgabe 6: Begründe folgende Aussage. Herdenimmunität schützt ungeimpfte Babys. Modul 3: Impfschutz aufbauen und erhalten Blatt 5

6 Was spricht für das Impfen und was dagegen? Länder Masernfälle BaWü Bay B BBG HB HH He MV NdS NRW RP Saar Sa SaAN SH Th Quelle: SurvStat; www3.rki.de/survstat; Datenstand Aufgabe 7: Betrachte die folgende Grafik. Im Jahr 2011 gab es in Baden- Württemberg 521 Masernfälle. Woran könnte das liegen? Aufgabe 8: Teilt die Klasse in zwei gleich große Gruppen: Die eine steht dem Impfen kritisch gegenüber, die andere ist für das Impfen. Diskutiert erst innerhalb der Gruppe eure wichtigsten Argumente. Ernennt dann eine/n Gruppensprecher/in, der/die eure Standpunkte vor der Klasse präsentiert. Notiert die wichtigsten Argumente. Wie lautet euer Fazit nach der Diskussion? Pro Impfen Contra Impfen Modul 3: Impfschutz aufbauen und erhalten Blatt 6

7 Was spricht für das Impfen und was dagegen? Aufgabe 9: Begründe folgende Aussage. Die Eliminierung von Masern gelang bislang nur in den Kontinenten Australien und Amerika, nicht aber in Europa. Warum nicht? Aufgabe 10: Was ist mit größerem Risiko verbunden: Impfen oder nicht impfen? Beschreibe. Aufgabe 11: Wärst du für oder gegen die Einführung einer Impf-Pflicht? Und warum? Beschreibe. Aufgabe 12: Ziehe ein Fazit aus der Diskussion. Sollten Impfungen weiterhin durch die STIKO empfohlen werden oder nicht? Beschreibe. Modul 3: Impfschutz aufbauen und erhalten Blatt 7

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