1. Impfsituation in unserer Region 2. FSME - Update Juni 2008

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1 Landratsamt/Gesundheitsamt Amberg-Sulzbach. Impfsituation in unserer Region. FSME - Update Juni Impfungen zählen zu den einfachsten und wirkungsvollsten Maßnahmen zum Schutz vor Infektionskrankheiten. Ziel der Impfungen ist es, Infektionskrankheiten vorzubeugen, bei denen schwere Komplikationen auftreten oder die sogar tödlich verlaufen können. Kinderkrankheiten sind nicht immer harmlose Krankheiten. Das Risiko schwerer Komplikationen und bleibender Schäden durch Erkrankungen wie zum Beispiel Masern übersteigt bei allen öffentlich empfohlenen Impfungen die ausgesprochen seltenen Impfrisiken bei weitem. Zudem ist die Teilnahme an den öffentlich empfohlenen Impfungen ein Beitrag zur Solidarität mit denjenigen Personen, die ihrer speziellen gesundheitlichen Situation entsprechend über keinen Impfschutz verfügen können (z.b. Patienten mit Krebs, schwerem Immundefekt oder Kinder, bei denen ein Impfschutz erst aufgebaut werden muss). Dank des Engagements der niedergelassenen Ärzte haben die meisten Personen in unserer Region dieses Impfangebot aufgegriffen und in vielen Bereichen ist ein hoher Schutz der Bevölkerung erreicht worden. Als Leiter des Gesundheitsamtes möchte ich aktuell über die Durchimpfungsraten bei Schulanfängern in unserem Zuständigkeitsbereich (Stadt Amberg und Landkreis Amberg-Sulzbach) informieren. Die allgemein zur Grundimmunisierung empfohlenen Impfungen sollten alle Kinder erreichen, soweit keine medizinischen Kontraindikationen vorliegen. Die Tabelle auf der folgenden Seite zeigt die Situation bei den Schulanfängern in unserem Kreis. Ab bestimmten Durchimpfungsraten in der Bevölkerung kann eine Herdenimmunität erreicht werden, die zumindest vor Ausbrüchen schützt. Hierfür ist die Immunität der Gesamtbevölkerung entscheidend, die Durchimpfungsraten bei Schulanfängern können hier nur eine Orientierung geben.

2 Durchimpfungsraten bei Einschulung 6/7 (siehe auch aktueller Gesundheitsmonitor Bayern /, ) Durchimpfungsrate bei Schulanfängern Bewertung der Durchimpfungsraten Impfung unser Kreis (%) Durchschnitt Bayern (%) Ziel erreicht Mit Lücken Unzureichend Kinderlähmung 97, 9, >9% 9% -,% <,% Diphtherie 97,6 97, >9% 9% -,% <,% Tetanus 97, 97, >9% 9% - 9% <9% Keuchhusten 9, 9, >9% 9% - 9,% <9,% Hib 9, 9, >9% 9% -,% <,% Hepatitis B,, >9% 9% - % <% Masern mind. 9, 9,7 >9% 9% - 9,% <9,%. Impfung Masern. Impfung 76, 7,7 >9% 9% - % <% Mumps 9, 9, >9% 9% - 9% <9% Röteln 9,7 9,9 >9% 9% - 6% <6% Windpocken Noch keine Noch keine >9% 9% - 7,% <7,% Angaben Angaben bezogen auf Kinder mit vorgelegtem Impfausweis (9,% für Bayern gesamt) abgeleitet aus der individualmedizinischen Zielsetzung die untere Grenze orientiert sich, sofern zutreffend, an der für eine spezifische Herdenimmunität der Gesamtbevölkerung notwendigen Durchimpfungsrate (nicht zutreffend bei Tetanus) Sehr gute Werte in unserer Region sind also für die folgenden Impfungen erreicht worden: Kinderlähmung Diphtherie Tetanus (Wundstarrkrampf) Hib (bakterielle Infektion) Wie der Tabelle aber auch entnommen werden kann, gibt es noch Nachholbedarf v. a. bei den folgenden Impfungen: Keuchhusten Hepatitis B. Masern

3 Insgesamt liegen die Impfraten bei uns erfreulicherweise fast immer höher als die gesamtbayerischen Durchschnittswerte. Eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr konnte bei der. Masernimpfung erzielt werden (76,% gegenüber 7,%). Es besteht aber noch ein deutlicher Abstand zum Bundesdurchschnitt von,%. Bei der Hepatitis B-Impfung fiel bei uns der Anstieg von 79,9% im Vorjahr auf,% geringer aus als bei der. Masernimpfung. Im Bundesdurchschnitt sind 7, % der Schulanfänger gegen Hepatitis B geimpft.. FSME ( = die durch Zecken übertragene Hirnhaut- bzw. Gehirnentzündung) Die Stadt Amberg und der Landkreis Amberg-Sulzbach sind vom Robert Koch-Institut (RKI) als FSME- Risikogebiete () deklariert worden. Seit Einführung der Meldepflicht im Jahr wurden in der Stadt Amberg und im Landkreis Amberg-Sulzbach FSME-Fälle registriert, 9 Männer und 6 Frauen, teilweise mit schweren Krankheitsverläufen (). Männer sind in den letzten Jahren an den Folgen einer FSME verstorben. Das RKI zieht für seine Risikokarten seit 7 Inzidenzberechnungen (Erkrankungsfälle je. Einwohner) über Jahre heran. Aus dem nachfolgenden Diagramm ist zu ersehen, dass der Landkreis Amberg-Sulzbach bundesweit an fünfter Stelle liegt. FSME-Fünfjahresinzidenz -7 (Quelle: RKI, Anlage zum Epidem.Bulletin 7,) Fälle je. E AS LK Odenwaldkreis LK Ortenaukreis LK Main-Spessart LK Freudenstadt LK Amberg-Sulzbach LK Calw LK SAD LK Freihung-G. LK Bergstraße LK Weißenburg-G Kreis

4 Erfreulicherweise sind bei uns die jährlich gemeldeten Fälle nach einem Höchststand im Jahr in den darauf folgenden beiden Jahren zurückgegangen, was sicherlich vorwiegend der verstärkten Impfaufklärung und den von den Haus- und Fachärzten durchgeführten Grund- und Auffrischimpfungen zuzuschreiben ist. FSME-Fälle -7 AM AS Zahl Jahr Die Altersverteilung der gemeldeten FSME-Fälle ist folgendem Diagramm zu entnehmen. Über 6% waren Jahre und älter, so dass diesen Altersgruppen auch künftig besondere Aufmerksamkeit zukommen sollte. FSME-Fälle AM/AS -7 nach Alter Zahl der Fälle Altersgruppen

5 In diesem Zusammenhang sind auch die diesbezüglichen Impfraten unserer Einschulungskinder von Interesse: immerhin, % (Bayern:, %,) haben eine abgeschlossene Grundimmunisierung (mind. Impfdosen). Auch für Erwachsene ist es wichtig, regelmäßig an Auffrischimpfungen zu denken. Ein Arztbesuch oder eine geplante Reise können Anlass sein, den Impfstatus zu überprüfen. Umfassende Informationen und Entscheidungshilfen zum Thema Impfen bieten Hausärzte, Kinder- und Jugendärzte und das Gesundheitsamt. Dr. Roland Brey Landratsamt/Gesundheitsamt Amberg-Sulzbach Hockermühlstr. 9 Amberg Tel.: 96/966 Fax: 96/76 Quellen u. weitere Informationen:. [pdf]. Boessenecker, W.: Durch Zecken übertragene Krankheiten: FSME und Lyme-Borreliose. Bay. Ärzteblatt /7, S. -6

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