Inhalt. Die vielen Gesichter des Erfolgs. Erfolg definiert sich stark durch die eigene Einstellung, was einem im Leben wichtig ist.

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1 Inhalt 8 Bildung Wie viel verdienen Akademiker wirklich? Ist ein Studium finanziell rentabel, wie hoch sind die Einstiegsgehälter und wie viel verdient ein Akademiker nach 15/20 Jahre Berufstätigkeit? 22 Die vielen Gesichter des Erfolgs. Erfolg definiert sich stark durch die eigene Einstellung, was einem im Leben wichtig ist. 40 Bologna-Lexikon. Was man über Bachelor, Master und Co alles wissen sollte? 48 Uniabsolventen. Die Vorteile der neu entstandenen Möglichkeiten für Studierende Die richtige Entscheidung. Die Ausbildungs- bzw. Berufswahl soll kein Zufallsprodukt sein! Lehre und Matura. Entweder in berufsbegleitender oder integrativer Form.

2 Bildung Bildung Preisträger Johannes Marckhgott, Magalie Berghahn (2.) und Bettina Schagerl (3.). Durch die Trendbrille Als absoluter Hit entpuppte sich der Brillen-Designwettbewerb der Berufsschule in Hall in Tirol, der Augenoptiker-Schmiede Österreichs. Rund 250 Augenoptiker- Lehrlinge aus ganz Österreich nahmen die kreative und handwerkliche Herausforderung an und beteiligten sich unter dem Motto Design your glasses an zahlreichen Workshops, die von Silhouette-Brillendesignerin Sonia Serlenga abgehalten wurden. Anfang September entstanden Prototypen der besten 20 Entwürfe einzelne Entwürfe könnten bei Silhouette in Serie gehen. Spielend forschen an der Uni Innsbruck Zwischen 27. Oktober und 23. November können Jung und Alt am Technik Campus der Innsbrucker Uni selbständig experimentieren und forschen. Möglich ist dies im Rahmen einer Führung durch die interaktive Ausstellung Erlebnis Netz(werk)e, wo Besucher elf Science Center Stationen durchlaufen. Thematisch reichen die Stationen von Netzen in Zellen über Spinnennetze, physikalische Netzstrukturen bis hin zu Kommunikationsnetzen und sozialen Netzwerken. Weitere Infos unter www. jungeuni.uibk.ac.at/erlebnisnetzwerke Interaktiv: Am Technik-Campus kann man Netzwerke erforschen. Rechtswissenschaftliche Studien erfordern Universitätsniveau. Wir bieten es. Informiert ins Uni-Studium Wer an der Uni Innsbruck studiert, wählt gar aus 80 Studienmöglichkeiten. Darunter 17 neue Bachelors und Master-Studien insgesamt sind damit 36 Studien auf Bologna umgemodelt. Um dieser Qual der Wahl eine Ende zu machen, gingen Ende September die Orientierungstage Informiert ins Studium über die Bühne Studienanfänger stürmten das Infoangebot. Iris Weiskopf von der Studien- und Maturant/-innenberatung wollte den Neulingen mit Campustouren, Vorträgen und einer breiten Info- Messe den Start erleichtern. 1. Diplomstudium Rechtswissenschaften Das bewährte klassische Studium für die klassischen Juristenberufe: Richter/Richterin, Staatsanwalt/Staatsanwältin, Rechtsanwalt/Rechtsanwältin, Notar/Notarin 2. Diplomstudium Wirtschaftsrecht Die ideale Kombination von Recht und Wirtschaft Die maßgeschneiderte Ausbildung für Juristen für die Wirtschaft und snahe Berufe, vom KMU bis zum Großunternehmen Die mit Abstand beste Vorbildung für Wirtschaftstreuhänder, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Seit dem Berufsrechtsänderungsgesetz 2008 auch für die klassischen Juristenberufe 3. Integriertes Diplomstudium Rechtswissenschaften (italienisches Recht) Vollstudium des italienischen Rechts Einziges Studium des italienischen Rechts außerhalb von Italien Neugierig?

3 Bildung Bildung Festgäste feierten Am 17. Und 18. Oktober fanden in der Aula der Fachhochschule die Sponsionen der Kufsteiner-Studiengänge statt. In diesem Rahmen wurden heuer zum ersten Mal auch Bachelor- und Master-Urkunden (204 Bachelor und acht Master) verliehen. Bereits im Jahr 2005 hat die Fachhochschule Kufstein ihr Studienangebot auf das zweistufige Bachelor-Master-System umgestellt. Die neuen Studienabschlüsse, die an Stelle der bisherigen Fachhoschul-Diplome treten, werden von Seiten der Wirtschaft stark begrüßt. Mit den neuen akademischen Titel Bachelor und Master werden den Absolventen sehr gute Berufsaussichten auf dem Arbeitsmarkt bescheinigt. Von Erfolg gekrönt waren die intensiven Bemühungen des Management Centers Innsbruck (MCI), des Landes Tirol und der heimischen Industrie. Nun konnte Anfang Oktober das international ausgerichtete Mechatronik-Studium am MCI mit 38 von insgesamt 75 Bewerbungen ausgewählt werden. Zwei Drittel der Teilnehmenden stammen aus dem Ausland und die meisten sind männlichen Geschlechts. Der Studiengangsleiter des Studienlehrgangs Mechatronik/ Maschinenbau Dr. Andreas Wierschem war zuletzt auf der TU München als kommissarischer Lehrstuhlleiter und besitzt umfassende Kenntnisse in Wissenschaft und Praxis. Ab 2009 star- Mechatronikstudium mit Erfolg gestartet tet eine ergänzende berufsbegleitende Form und ab 2011 ein aufbauendes Mechatronik-Masterstudium. Das Mechatronik-Studium ist nicht nur für die heimische Wirtschaft von elementarer Bedeutung, um die technologische Spitzenstellung auf internationalen Märkten zu behaupten. Es ist auch für die Jugend eine enorme Chance, weil Ingenieure mit den Schwerpunkten Mechatronik & Maschinenbau am Arbeitsmarkt außerordentlich begehrt sind. Studiengangsleiter Wierschem: Studierende besitzen erstklassige Berufsaussichten. Erasmus ist beliebter denn je Österreichs Studierende zieht es nach Spanien, Frankreich oder Italien. Doch auch Schweden und Großbritannien boomen. Studienaufenthalte im Baltikum, aber auch in Tschechien, Ungarn und Slowenien gehören noch zu den Geheimtipps. Dies sagt Ernst Gesslbauer vom Österreichischen Austauschdienst (ÖAD). Verglichen mit 2007 hat die österreichische Teilnehmeranzahl am Erasmus- Programm um 15 Prozent zugelegt. In absoluten Zahlen: Mit Studierenden waren es 600 mehr als zuletzt. Ein Spitzenwert in Europa, weiß Gesslbauer. Seit Start des Programms entdeckten österreichische Studiosi die Vorteile eines Auslandssemesters für sich. Europaweit waren während der letzten 20 Jahre Studierende neugierig auf andere Uni-Kulturen. Armin Graber wird Rektor der Privatuni UMIT. Graber neuer UMIT-Rektor Anfang November folgt der Bioinformatiker Armin Graber auch offiziell seinem Vorgänger Bernhard Tilg, der einen Ruf in die Politik erhielt und Landesrat wurde, als UMIT-Rektor nach. Die Wahl sei einstimmig auf Graber gefallen, so Georg Bartsch, Sprecher des Wissenschaftlichen Beirates der UMIT, weil der 45- Jährige international vernetzt sei und über entsprechende Managementerfahrung, etwa bei der Tiroler Biotech- Firma Biocrates, verfüge. Erstmalig wird die UMIT heuer die magische 1000-Marke bei den Studierenden übertreffen.

4 Bildung Wie viel verdienen Akademiker wirklich? Ob Arzt oder Psychologe, Dolmetscher oder Musikwissenschafter, die Einstiegsgehälter junger Akademiker in Tirol belaufen sich durchschnittlich auf rund Euro brutto pro Monat. Wie viel nach einigen Jahren Berufstätigkeit verdient werden kann und ob sich ein Studium finanziell auszahlt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. von Katharina Ötzbrugger Aussagen wie, Eine fundierte Ausbildung ist Grundvoraussetzung dafür, später einen attraktiven Job zu bekommen, Gut ausgebildete Menschen haben gute Jobaussichten am Arbeitsmarkt und Hochschulabsolventen finden gute Verdienstmöglichkeiten vor, sind einem vertraut. Ein Zusammenhang zwischen dem Bildungsgrad und der Höhe des Einkommens wird festgestellt und Fragen nach der finanziellen Rentabilität eines Studiums werden immer wieder aufgeworfen. Auch Zweifel, ob sich die jahrelange Schufterei, das stundenlange Büffeln von Büchern und Lehrveranstaltungsunterlagen, das Gedränge in überfüllten Hörsälen etc. überhaupt jemals finanziell rechnen, werden laut. Es gibt keine Garantie, dass sich ein Studium geldmäßig rentieren wird, das Risiko liegt bei einem selbst. Was sagen Experten, wenn die Frage nach der lichen Rentabilität aufgeworfen wird? ausgiebig mit der Frage der Rentabilität beschäftigt. Dabei kamen sie zum Schluss, dass der durchschnittliche Ertrag eines zusätzlichen Jahres an Bildung im Zeitraum von 1982 bis 1997 von 9,9 auf 6,7 Prozent des durchschnittlichen Pflichtschulabgänger-Einkommens gefallen ist. Anfang 1980 verdienten Akademiker doppelt so viel als Pflichtschulabsolventen und wer damals eine HTL oder eine HAK absolvierte, verdiente rund 70 Prozent mehr. Im Jahr 1997 war es bei Hochschulabsolventen um 70 und bei HTL-Absolventen um 50 Prozent. Da heißt, dass der Vorsprung sich zwar kontinuierlich verringerte, jedoch trotz eventuell weiterem Absinken in Zukunft gegeben ist. Aber wie viel verdienen Akademiker nun wirklich? Akademikereinkommen. Aussagen über Gehaltsangaben von Freunden und Bekannten am Stammtisch sollten wie auch veröffentliche Gehaltsangaben in Presse oder Internet mit Vorsicht und nicht als absolut betrachtet w e r d e n. Denn bei Angab e n Bildung über das Einkommen ist immer wichtig, die Einflussfaktoren, die Gegebenheiten, die sich explizit auf die Höhe der Gehälter auswirken, Bescheid zu wissen. In diesem Sinne sind die Angaben auf den kommenden Seiten nur als Anhaltspunkt und durchschnittlichen Richtwert gedacht und nicht universell gültig. Allgemein betrachtet liegen die Einstiegsgehälter der Akademiker in Tirol im Schnitt bei bis Euro brutto pro Monat. Absolventen technischer Studiengänge wie beispielsweise Informatiker, aber auch Bauingenieure können Bezüge bis zu Euro brutto im Monat in Tirol beim Einstieg ins Berufsleben verdienen. Marketer und Personalisten, die überwiegend von Absolventen der Geistes- bzw. Betriebswissenschaften besetzt werden, bewegen sich hier im Mittelfeld. Im unteren Bereich auf der Gehaltsskala beim beruflichen Eintritt angesiedelt sind Absolventen der Geisteswissenschaftlichen Fakultäten wie Politologen, Pädagogen, aber auch diejenigen, die sich für eine Universitätslaufbahn entscheiden. W e i t e r e Faktoren, die über die Lohnhöhe mit entscheiden, beziehen sich auf das Unternehmen (Branche, Umsatz, Größe, Mitarbeiterzahl usw.) sowie auf die Position, die jemand im Unternehmen bekleidet. So werden im Banken- oder Industriebereich meist höhere Löhne gezahlt als im Dienstleistungsbereich sowie Mitarbeiter in Groß- bzw. Mittelbetrieben besser bezahlt als jene in Kleinunternehmen. In der im heurigen Jahr von Triconsult (Österreichisches Wirtschaftsanalytisches Forschungsinstitut) veröffentlichten Studie in Buchform (Wieviel Österreichs Manager verdienen) steht geschrieben, dass den Managern der Unternehmen der Kategorie Genussmittel und Andere, was den Dienstleistern und Non-Profit-Betrieben entstpricht, geringere Löhne bezahlt werden. Mitarbeiter mit Führungsverantwortung erhalten höhere Einkommen als jene ohne, sowie Mitarbeiter der ersten Führungsebene gegenüber Mitarbeitern der zweiten Ebene etc.. Je mehr Verantwortung, je mehr Mitarbeiter geleitet werden, desto besser ist der Lohn. Die Frage nach der Rentabilität. Der Bildungsexperte und Geschäftsführer von Duftner & Partner in Innsbruck, Mag. Dieter Duftner, ist der Auffassung, dass sich heutzutage ein Studium bzw. eine andere weiterführende Hochschule wie eine Fachhochschule oder ein Kolleg durchaus auszahlen. Denn ein Studienabschluss hat derzeit denselben Wert wie früher der Abschluss einer Reifeprüfung, so der Akademische Bildungsmanager (siehe auch Interview auf Seite). Laut der Ende 2007 erschienenen Gehaltsstudie der OECD Bildung auf einem Blick ist das Einkommensgefälle von Hoch- und Geringqualifizierten in Österreich sehr hoch, so hoch wie in kaum einem anderen Land Europas. Anfang dieses Jahrtausends haben sich zwei Herren, Josef Fersterer und Rudolf Winter-Ebmer, Universität Linz (2003),

5 10 Bildung Bildung 11 Arzt Die Funktion eines Arztes im Sinne von heilen ist eine der ältesten der Menschheit überhaupt. In das Beschäftigungsfeld eines Arztes fallen die Prävention, die Diagnostik, die Behandlung sowie Nachversorgung von Krankheiten und Verletzungen. Durch die Vielfalt an verschiedenen Krankheitsbildern kam es zu einer Aufgliederung in der Humanmedizin in viele Fachgebiete wie Orthopädie, Pathologie, Gynäkologie und vieles mehr. Im Gesundheitswesen nehmen die Ärzte eine Schlüsselposition ein. Lehrer sind Personen, die es sich in ihrem Beruf zur Aufgabe gemacht haben, andere dabei zu unterstützen, sich Bildung bzw. Ausbildung anzueignen. Ein Lehrer ist jemand, der beruflich lehrt, unterrichtet, unterweist, erzieht und an den individuellen Entwicklungen der Lernenden teilnimmt. Der Begriff Lehrer wird vor allem auf Personen bezogen, die mit Kindern und Schülern arbeiten. Er kann aber auch in der Erwachsenenbildung Anwendung finden. Lehrer Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren: bis Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.000 bis Richter Ein Richter ist ein Inhaber eines öffentlichen Amtes bei Gericht, der Aufgaben der rechtsprechenden Gewalt wahrnimmt. Dabei soll er als neutrale Person unparteiisch Gerechtigkeit gegen jedermann/-frau üben. Bei der Entscheidungsfindung, die er entweder allein oder im Beisein anderer Richter fällt, ist er an Recht und Gesetz gebunden. Der Chemiker ist ein Naturwissenschaftler, der sich mit der Chemie im Allgemeinen befasst. Die Chemie wird aus traditionellen Gründen in die organische, anorganische und später in die physikalische Chemie geteilt. Weitere Unterteilungen wie Biochemie, technische, analytische und theoretische Chemie und spezielle Fachgebiete wie bioanorganische Chemie, Lebensmittelchemie, Chemoinformatik etc. kamen im Laufe der Zeit hinzu. Chemiker Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.500 bis Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.200 bis 4.000

6 12 Bildung Bildung 13 Marketer Mit dem Begriff Marketer bezeichnet man im Allgemeinen jemanden, der für die Vermarktung eines Produktes bzw. einer Dienstleistung zuständig ist. Sein Wirkungsbereich umfasst Marketing, Werbung und Verkauf und beinhaltet Aufgaben wie strategische Marktplatzierung eines Produktes, Verkaufsstrategien sowie das richtige Anwenden der Marketinginstrumente. Marketer kann man in großen Unternehmen in Marketingabteilungen oder in Marketing- und Werbeagenturen vorfinden. Politologen werden als Generalisten charakterisiert, die besonders durch ihre Kommunikationsfähigkeit hervorstechen. Dies führt dazu, dass sie jenseits der wissenschaftlichen Tätigkeit in vielen Berufsfeldern anzutreffen sind. klassisch sind dabei die Bereiche Politische Bildung, Publizistik und Medien, öffentliche Verwaltung, die Arbeit in Parteien und Parlamenten und in der Wirtschaft. Die Berufslaufbahn orientiert sich bei den Politologen stark nach den Zusatzqualifikationen. Politologe Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.000 bis Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.000 bis Controlling Die Aufgabe des Controllers ist es, im Auftrag des Managements über die Wirtschaftlichkeit im Unternehmen zu wachen, jedoch nicht, diese zu garantieren. Controlling befasst sich mit der Konzeption, dem Betrieb von Steuerungselementen, der Ausrichtung der Steuergrößen auf die strategischen Zielgrößen, mit der Interpretation der Messergebnisse und im Endeffekt mit der Unterstützung der Entscheidungsprozesse des Managements. Da die Informationstechnologie in der heutigen Zeit eine überaus tragende Rolle in fast allen Branchen spielt, findet man Informatiker quer durch den ganzen Gemüsegarten in vielen Bereichen wieder. Die Beschäftigungsfelder liegen dabei in der Entwicklung und Wartung von Software und Hardware, aber auch in der Forschung. Manche Informatiker untersuchen ausschließlich Probleme theoretischer Natur wissenschaftlich in der Informatik. Informatiker Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.000 bis Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.500 bis 4.500

7 14 Bildung Bildung 15 Bauingenieur Der Beruf des Bauingenieurs ist unter den Ingenieurberufen am weitesten gefächert. Die Aufgabenbereiche liegen in der Konzeption, Planung, Berechnung, Herstellung und dem Betrieb von Bauwerken des Hoch-, Tief- und Wasserbaus. In der Regel leisten Bauingenieure inhaltliche oder organisatorische Beiträge zu Aufgaben, die nur in großen Teams zu lösen sind. Anzutreffen sind sie in Unternehmen in Bauindustrie und Bauhandwerk, in Ingenieurbüros sowie im Bereich der öffentlichen Verwaltung. Das Berufsbild eines Architekten ist nicht klar definiert und auch von Land zu Land verschieden. Es reicht von Baukünstlern über Ingenieure und technisches Entwerfen von Gebäuden bis hin zu den Bauleitern, welche die Bauplanung koordinieren und ihr Augenmerk insbesondere auf Baukosten bzw. Terminen richten. Dabei befassen sie sich mit der technischen, lichen, funktionalen und gestalterischen Planung und Errichtung von Gebäuden und Bauwerken vor allem des Hochbaus. Architekt Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.500 bis Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.500 bis Psychologe Ein Psychologe befasst sich mit der Wissenschaft vom Erleben und Verhalten des Menschen. Dabei sind die beruflichen Arbeitsfelder überaus breit gefächert: Psychologen findet man in der Diagnostik und Entwicklung, in der Beratung und im Training, in klinischen und arbeits-, betriebs- und organisationspsychologischen Arbeitsfeldern und in der Verkehrs-, Schul-, Medienpsychologie etc. Universitär ausgebildete Psychologen forschen über psychische Strukturen und Prozesse. Ein Historiker ist ein Wissenschaftler, der sich mit der Materie der Erforschung und Darstellung der Geschichte beschäftigt; die antiken und mittelalterlichen Historiker werden meist weniger als Wissenschaftler und mehr als Literaten begriffen. Berufliche Felder tun sich für Historiker meist auf universitärer Ebene in Forschung und Lehre auf. Historiker Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren: bis Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.000 bis 3.500

8 16 Bildung Bildung 17 Hotelmanager Ein Manager ist eine Führungskraft. Betrieblich leitet und verantwortet er Geschäfte, Finanzen, Personalwesen und Planung einer lichen Organisation. Von einem Manager wird auch immer unternehmerisches Handeln und Denken verlangt. Der Unterschied liegt darin, dass Manager sich einzig den Gewinninteressen der Kapitalgeber, nicht denen des Unternehmens verpflichtet fühlen. Ein Journalist ist jemand, der an der Verbreitung von Informationen, Meinungen und Unterhaltung beteiligt ist. Jeder darf Journalist werden, das heißt ohne spezielle Voraussetzung bzw. einen bestimmten Ausbildungsweg. Voraussetzung ist in erster Linie die Kommunikation. Journalisten arbeiten in Printmedien wie Zeitungen, Zeitschriften und Magazinen, aber auch im Hörfunk und im Fernsehen, in der Öffentlichkeitsarbeit sowie in Nachrichtenagenturen oder Pressebüros. Journalist Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.500 bis Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.500 bis Dolmetscher Ein Dolmetscher ist Sprachvermittler, der im Gegensatz zum Übersetzer, gesprochene Texte mündlich oder mittels Gebärdensprache von einer Ausgangs- in eine Zielsprache übersetzt. Das Dolmetschen ist zum einem durch die Flüchtigkeit des Wortes, zum anderen durch nonverbale Faktoren wie die Gestik, Mimik, Körpersprache sowie durch die Redegeschwindigkeit und verständlichkeit geprägt. Die Pharmazie oder die Pharmazeutik ist eine Naturwissenschaft, die sich mit der Beschaffenheit, Wirkung, Prüfung, Herstellung und der Abgabe von Arzneimitteln in der Industrie und den Apotheken beschäftigt. Die Pharmazie vereint Aspekte aus anderen Naturwissenschaften, vor allem aus der Chemie und der Biologie. Das Studium der Pharmazie ist Voraussetzung zur Ausübung des Berufs eines Apothekers. Pharmazeut Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren: bis Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.500 bis 4.500

9 18 Bildung Bildung 19 Geologe Ein Geologe befasst sich mit der Wissenschaft vom Aufbau, von der Zusammensetzung und der Struktur der Erde, ihren physikalischen Eigenschaften und ihrer Entwicklungsgeschichte sowie der Prozesse, die sie formten und auch heute noch formen. Das Sachgebiet Geologie wird in die allgemeine, historische und angewandte Geologie unterteilt. Die Materie, mit der sich die Geologie vorwiegend beschäftigt, sind Gesteine. Wie der Name ausdrückt, ist die Medienwissenschaft die Wissenschaft über die Beschäftigung mit den Medien, insbesondere den Massenmedien und der öffentlichen Kommunikation. Forschungsobjekte sind zum einem die Medien (Hörfunk, Fernsehen, Presse, Internet) und zum anderen die Entstehung, die Verbreitung und die Wirkung der öffentlichen Meinung. Medienwissenschafter Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.000 bis Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.500 bis Germanist Die Germanistik ist eine Disziplin der Geisteswissenschaften, die sich mit der deutschen Sprache und Literatur beschäftigt, die historische und gegenwärtige Erscheinungsformen dokumentiert und vermittelt. Die Germanistik hat sich zur Aufgabe gesetzt, die germanische Sprache mit ihrer Kultur und Literatur zu erforschen. Sie ist in drei Teilgebiete aufgegliedert, in die germanistische Linguistik, die neuere deutsche Literatur und die Mediävistik. Meist durchlaufen Germanisten eine wissenschaftliche Laufbahn an der Universität. Die Schwerpunkte der Ausbildung liegen im Kennenlernen physiologischer Vorgänge von Zellen und Organen, in ökologischen und neurobiologischen Themen, je nachdem welchen Zweig man einschlägt. Heutzutage stellen vor allem die Bereiche Genetik und Gentechnik sowie Mikro- und Molekularbiologie typische Tätigkeitsfelder für Biologen dar. Zwei Drittel aller Biologen arbeiten in den Bereichen Schule, Hochschule und in der Forschung. Die Mehrzahl davon sind wiederum Lehrer an einer öffentlichen Schule. Biologe Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.500 bis Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.500 bis 4.000

10 20 Bildung Bildung 21 Physiker Physiker wenden Methoden der theoretischen, experimentellen und angewandten Physik an und sind heutzutage in den unterschiedlichsten Berufsfeldern anzutreffen. Dort lösen sie Aufgaben in der Grundlagen- und Industrieforschung, Entwicklung, Produktion, Beratung und Verwaltung, im Marketing, im öffentlichen Dienst sowie in der Lehre an Schulen und Hochschulen. Meist sind Physiker spezialisiert auf zum Beispiel Kern-, Elementar-, Cluster-, Atom-, Energiephysik, Hydro-, Aero-, Thermodynamik, Optik, Akustik etc.. Für Absolventen einer Kunstuniversität liegen die Beschäftigungsmöglichkeiten einerseits im Bereich der Kunsterzieher (als Lehrer in der Bildnerischen Erziehung, im Werkunterricht oder eines spezifischen Faches) und andererseits im Bereich der ausübenden künstlerischen Tätigkeiten. Diese können entweder in festen befristeten Anstellungsverhältnissen oder freiberuflich ausgeübt werden. In vielen Fällen ist es insbesondere zu Beginn der beruflichen Laufbahn notwendig, beide Bereiche zu kombinieren. Kunstwissenschafter Foto: CERN Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.500 bis Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.000 bis Pädagoge Mit der Ausweitung des Blickes der Pädagogik auf alle Altersstufen (zumindest in der Forschung) hat sich die Ausrichtung der Erziehungswissenschaften wesentlich verändert. So findet man heutzutage Pädagogen in den unterschiedlichsten Berufsgruppen wie im Schulwesen als Lehrer oder Erzieher, in der Sozial-, Heil- und Förderpädagogik, im Personalwesen, in der Erwachsenenund Weiterbildung sowie in der Geragogik vor. Die Musikwissenschaft ist die Bezeichnung für die wissenschaftliche Disziplin, deren Inhalt die theoretische Beschäftigung mit Musik (Erforschung und Reflexion) ist. Rein musikwissenschaftliche Stellen sind in Österreich eher selten, beinahe ausschließlich an den Hoch- und Mittelschulen (als Musiklehrer) zu vergeben. Weitere Tätigkeitsfelder finden sie in Bibliotheken, Archiven und Museen, in der Kultur und im Medienbereich vor. Musikwissenschafter Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.000 bis Einstiegsgehalt: bis nach 15/20 Jahren:.000 bis 3.800

11 22 Bildung Die vielen Gesichter Bildung des Erfolgs V Die Frage kommt nicht von ungefähr und lässt sich dennoch nicht so einfach beantworten, wie man vielleicht glauben möchte. Denn welche sind wirklich die entscheidenden Punkte, die einen Menschen erfolgreicher als einen anderen machen. Heerscharen von Psychologen mühten sich bereits ab, darauf eindeutige Antworten zu finden. Aber Glück und Erfolg muss letztlich jeder für sich selbst finden. von Oliver Pohl or ein paar Monaten titelte das Fachmagazin Psychologie heute mit einer überraschenden Erkenntnis: Das Geheimnis des Erfolgs: der lange Atem. Das Autorenteam nahm darin Bezug auf neue US amerikanische Studienergebnisse, die die entscheidenden Faktoren für den beruflichen Erfolg hinterfragten. Schon zuvor hatte das Time Magazin festgestellt, dass der Ehrgeiz der ultimative Schlüssel zum Erfolg sei. Doch so einfach liegt die Sache nicht, obwohl beides irgendwie richtig ist. Die Grundlage für den Erfolg und das scheint unstrittig zu sein ist die allgemeine Intelligenz. Denn ohne sie nützen auch langer Atem und Ehrgeiz nichts oder zumindest nur wenig. Allerdings muss sich der IQ mit Fachwissen verbinden, denn das bildet die Basis, ohne die beruflich auf der Karriereleiter gar nichts läuft. Vor allem dann, wenn die Aufgabenstellungen komplex sind. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass in den verschiedenen Branchen unterschiedliche Faktoren den Ausschlag geben. Leistungsmotivation zu wenig. Zweifellos allen gemeinsam ist die Leistungsmotivation für den Job. Gemeint ist damit die Motivation, die Arbeit gut erledigen zu wollen, ohne dass dafür von außen Anreize erzeugt werden müssten. Dass dafür Freiräume eingeräumt werden, ist eine Sache, diese nicht auszunützen, um beispielsweise blau zu machen oder den Arbeitgeber zu schädigen, eine andere. Gefragt ist daher Integrität. Aber nicht nur das. Denn um in Teams gut arbeiten zu können, braucht es auch soziale 23 Kompetenz. Die wiederum der Schlüssel für gute Kommunikation ist. Wer in der Hierarchie nach oben will, so die Meinung der Experten, muss zusätzlich emotional stabil und gewissenhaft sein. Denn die Gewissenhaften verabscheuen Schlampereien und sind auch bereit, Verantwortung zu übernehmen. Um immer noch gut schlafen zu können, wenn es einmal hoch hergeht und man Verantwortung übernommen hat, empfiehlt sich auch Stressresistenz, die eine Folge emotionaler Stabilität zu sein scheint. Zweifellos notwendig erscheint für Führungskräfte auch die Kontaktstärke zu sein. In Summe macht die Persönlichkeit den entscheidenden Unterschied aus. Das hat immer schon bei Beförderungen Diskussionen ausgelöst, warum der eine Bewerber vorgezogen wurde, obwohl die reine Fachkompetenz ganz klar für einen anderen Kandidaten gesprochen hätte. Die Kehrseite der Medaille ist, dass leitende Mitarbeiter sich nicht in Details aufhalten können, sondern viel stärker strategische Aufgaben zu erfüllen haben. Das macht Detailverliebte in Führungspositionen unglücklich, weil nicht mehr das einzelne Zahnrad, sondern nur das Funktionieren des Ganzen entscheidet. Auch wenn die Kleinigkeiten letztlich mitentscheiden, ob es funktioniert. Personalpsychologen kamen schon vor Jahren zu dem Schluss, dass weder bei der Intelligenz noch bei der Persönlichkeit im Erwachsenenalter viel veränderbar ist. Menschen lassen sich zwar durch das Versprechen von Belohnungen oder dem Androhen von Nachteilen beeinflussen, entscheidend ist aber die intrinsische Motivation, also jene, die aus der

12 24 Bildung Die Hauptantriebe für den Menschen sind laut dem Psychologen David McClelland das Bedürfnis nach Erfolg, Macht und Zugehörigkeit: Entscheidende Kriterien für den Erfolg bleiben die Intelligenz und die Persönlichkeit. Person selbst, aus ihrem Inneren kommt. Zu finden soll sie im emotionalen Bereich der Psyche sein. Und die lässt sich offensichtlich nur schwer beeinflussen. Das mussten auch die Motivationstrainer zur Kenntnis nehmen, die nach einem Hype in den 1980er Jahren mit über heiße Kohlen laufen und Seminarteilnehmer im Chor schreien lassen inzwischen unter einem Nachfragetief leiden. Denn der Motivationsschub verpuffte schnell wieder. Zum Trost aller Schüler, die sich in ihrer Schulkarriere bis zur Matura hin plagen, kann heute auch festgestellt werden, dass gute Noten zwar ein gutes Studienergebnis erwarten lassen, aber noch lange nichts über die berufliche Karriere aussagen. Denn dafür sind andere Faktoren bedeutend wichtiger, wie der Motivati- onspsychologe David McClelland ( ) feststellte. In seinem Buch The achieving society (1961) nannte er drei Hauptantriebe für den Menschen: das Bedürfnis nach Erfolg (N-Ach), Macht (N-Pow) und Zugehörigkeit (N-Affil). Die subjektive Bedeutung jedes Bedürfnisses variiert von Individuum zu Individuum und hängt auch vom kulturellen Hintergrund des Einzelnen ab. Das Leistungsmotiv stellt auf die Begeisterung für die Arbeit an sich ab, wobei die Zielsetzung als Bedürfnisäußerung zu sehen ist. Das Machtmotiv (Motiv gegenüber anderen Personen, etc.) beschreibt die Sehnsucht nach Geltung, Dinge zu bewegen, Einfluss auszuüben. Während das Zugehörigkeitsmotiv soziale Bedürfnisse anspricht, die sich in Gruppenzugehörigkeit niederschlagen. Machtstreben macht erfolgreich. McClelland These besagt, dass die diejenigen die fähigsten Führer sind, die vom Machtstreben getragen werden. Nur irgendwo dazu gehören zu wollen, macht noch keinen Leader, weil die Durchsetzungskraft fehlt. Das bestätigen inzwischen auch andere Studien: Berufserfolg und Machtmotiv hängen eng miteinander zusammen. Personen, die also sehr gewillt sind, Führungsverantwortung zu übernehmen, sind objektiv wie subjektiv erfolgreicher. Anders gesagt: Führungsmotivation fördert den objektiven und den subjektiven Karriereerfolg. Dagegen ist der Einfluss der Leistungsmotivation, Gewissenhaftigkeit, emotionalen Stabilität, Kontaktfähigkeit und Flexibilität auf objektive Merkmale des Karriereerfolgs zwar nachweisbar, aber nicht sehr hoch, erklärte der Wiener BWL-Professor Wolfgang Mayrhofer, der die Abteilung für verhaltenswissenschaftlich orientiertes Management an der Wirtschaftsuniversität Wien leitet, dem deutschen Nachrichtenmagazin Spiegel, nachdem seine Studie über die Einflussfaktoren für die Karriere interessante Details zu Tage förderte. Nach der Befragung von BWL Studenten kristallisiert sich auch heraus, dass es Schmeichler und Kriecher leichter haben weiter zu kommen als grade Michel. Noch besser als die Schleimer erwischt haben es anscheinend die Blender und Selbstinszenierer. Tue Gutes und rede darüber soll sich auszahlen, wenn es auch nicht alleine selig machend ist. Dass sich mehr Arbeit positiv auf die Karriere auswirkt, liegt auf der Hand. Wie Mayrhofer meint, muss es dann aber schon ordentlich mehr sein: Die Schwelle liegt bei 55 bis 60 Stunden. Darüber zahlt sich Mehrarbeit aus. Unterhalb dieser Schwelle ist dies faktisch auch schon als Mehrarbeit anzusehen, aber gilt schon fast als erwartete Mehrarbeit und hat keinen Effekt. Die Botschaft ist also: Wer mehr arbeitet, sollte signifikant mehr arbeiten, um auf der Karriereleiter hinaufzuklettern. Wahrscheinlich bringen es auch deshalb Männer weiter, so ein weiteres Studienergebnis, die mit einer Hausfrau verheiratet sind als solche, die eine berufstätige Frau ehelichten. Interessanterweise stimmt der Zusammenhang zwischen höherem Einkommen, wenn man aus besserem Hause stammt, bei den Burschen aber nicht bei den Frauen. Der wichtigste Erfolgsfaktor scheint es nach wie vor zu sein als Mann geboren zu sein, auch wenn viel davon die Rede ist, dass die Frauen die besseren Chefs sein sollen. Belege in der Wissenschaft sucht man dafür vergeblich. Fakt ist, dass Männer dominanter und aggres- Bildung 25 Mit der Industrialisierung wurde Erfolg neu definiert: In der westlichen Welt gelten Wohlstand und Image als Insignien, besser zu sein als andere. siver sind, Frauen dafür wortgewandter. Dabei sind diejenigen, die es unabhängig vom Geschlecht nicht so weit schafften, ursprünglich keineswegs unzufrieden, wie das Forschungsergebnis zeigt. 41 Prozent der Frauen und 22 Prozent der Männer, die nicht bekamen, was sie wollten, sind mit ihrer Situation zufrieden. Dagegen sind neun Prozent der Frauen und 28 Prozent der Männer, die es geschafft haben, unzufrieden. Das belegt auch die These, dass beruflicher Erfolg nicht unter allen Umständen glücklich macht. Umgekehrt lässt sich allerdings der Theorie einiges abgewinnen, dass glückliche Menschen erfolgreicher im Leben sind. Aufgrund der Auswertung von 225 einschlägigen Studien zum Thema mit Versuchspersonen kommen US-amerikanische Psychologen zum Schluss, dass nicht der Erfolg glücklich macht, sondern die Glücklichen oft

13 26 Bildung Impressum Chefredakteur: Mag. Oliver Pohl (op) Stv. Chefredakteurin: MMag. Monika Pichler (mpi) Redaktion (verantwortlich): Gerhard Weissenberger (gw) Mag. Helmuth Thöny (hth) Mag. Andrea Salzburger (asa) Mag. Katharina Ötzbrugger (oka) Maria Natale (mana) Mag. Glo ria Staud (gst) Melanie Hollaus Sabine Moll Redaktionsassistenz: Mag. Petra Meilinger (pem) Gastautoren: Ingelies Zimmermann Abo-Service: +43(0) (Jahres-Abo 10 Ausgaben inkl. Postversand und MwSt. im Inland Euro 23) Medieninhaber, Herausgeber, Verleger: Pohl & Partner Verlags GmbH Anschrift für alle: Rennweg 9, A-6020 Innsbruck Anzeigenverwaltung u. Hersteller: Pohl & Partner Verlags GmbH Rennweg 9, A-6020 Innsbruck Tel. +43 (0) Fax +43 (0) Grafik, Satz, Litho: Mag. (FH) Gertrude Maynollo, Kathrin Ettel, Alan Rainbow Druck: Kärntner Druckerei Alle in diesem Magazin angeführten Daten und Fakten wurden nach bestem Wissen recherchiert. Trotzdem muss sich die Redaktion Irrtümer sowie Satz- und Druck fehler vorbehalten. Bildquellen: photocase, BilderBox, wia Die nächste Ausgabe erscheint am: Anzeigenschluss: Erfolgreiche Menschen sind aktiv im Beruflichen wie im Privaten: Studien zeigen, dass sich Schleimer leichter tun weiterzukommen als grade Michl. durch Erfolg in Arbeit, Beziehungen und Gesundheit belohnt werden (siehe Kommentar S. 98). Denn letztlich entscheidet jeder für sich selbst, was ihn/sie glücklich macht egal in welchem Bereich. Aktiv sein ist die Basis. Erfolgreiche Menschen kennzeichnet in erster Linie ihre Aktivität. Denn sie haben den Mut, etwas Neues auszuprobieren, setzen sich Ziele, lieben ihre Aufga- be und erfüllen diese mit Leidenschaft, lieben sich selbst und andere Menschen. Probleme werden von ihnen als Chancen gesehen und mit Misserfolgen hält man sich nicht lange auf, sondern nützt sie für die persönliche Weiterentwicklung. Erfolgreiche Menschen zeichnet aus, dass sie Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Sie glauben an sich und an ihren Erfolg, den sie auch genießen können. Sie sind flexibel, haben Visionen und gestalten ihr Leben aktiv. Dabei stellt Erfolg für verschiedene Menschen auch ganz unterschiedliche Wertigkeiten dar. Für den einen ist Erfolg, eine Prunkvilla zu besitzen, für einen anderen eine Familie und viele Kinder zu haben. Wiederum andere sehen als Erfolg, einen interessanten Job zu machen, eine Familie zu haben, mit der man glücklich und zufrieden ist. Wichtig ist, dass es die eigenen Wünsche sind, die man/frau versucht, umzusetzen. Um das herauszufinden, empfiehlt es sich, eine gute (positive) Kommunikation nicht nur mit anderen, sondern vor allem mit sich selbst zu führen, wie Persönlichkeitstrainer vorschlagen. Damit kann man mehr und mehr seine eigenen Ziele fokussieren. Vor allem aber: Die Art und Weise, wie wir mit uns selber kommunizieren, bestimmt unsere Lebensqualität. Dabei lassen sich unabhängig von Persönlichkeitsmerkmalen, die über die berufliche Karriere entscheiden, einige Punkte für den persönlichen Erfolg festmachen, die jeder Mensch beherzigen sollte, der ein glückliches Leben anstrebt. Die einschlägige Literatur empfiehlt, dass man handeln und nicht nur bloß reagieren sollte. Wer bloß abwartet, was passiert, wird es nicht weit bringen. Denn zum Ernten gehört zuerst das Säen. Wenn das Naturgesetz stimmt, und daran gibt es keinen Zweifel, dass jede Wirkung eine Ursache hat, dann bin ich auch dafür persönlich verantwortlich. Wenn ich etwas tue, werde ich eine Wirkung bzw. ein Ergebnis erzielen. Nur in den seltensten Fällen sind andere die Schuld, dass es nicht so kommt, wie man es sich selbst vorgestellt hat. Der Schmied seines eigenen Glücks ist man selbst! Wer immer nur das tut, was er ohnehin schon kann, wird sich nicht weiterentwickeln. Damit ist Stillstand verbunden und die eigenen Potentiale entwickeln sich nicht weiter. Stillstand bedeutet Rückschritt. Das ist unbefriedigend. Genauso wie das Handeln hinter dem man Bildung 27 Was für den persönlichen Erfolg entscheidet, wählen sich Menschen nach ihren Wünschen selbst: Wichtig ist zu handeln, statt bloß zu reagieren. nicht voll und ganz steht. Das hat einen interessanten Effekt, der sich im Kopf abspielt, man macht plötzlich nicht mehr irgendwas aus Interesse an, sondern mit vollem Einsatz für. Bei Gesprächen mit anderen kann man aus den Antworten vieles für sich lernen. Denn Kommunikation ist bedeutend mehr als nur der Austausch von Worten. Sollte Ihre Kommunikation nicht zum gewünschten Ziel führen, überdenken Sie die Wortwahl, die Tonalität, die Laut- stärke, die Körpersprache etc. Eine Veränderung in der Kommunikation kann ganz erstaunliche Ergebnisse nach sich ziehen. Vom Glück zum Erfolg? Dabei sollte man nie die Zielerreichung aus dem Auge verlieren. Realistisch gesteckte Ziele einfach nach unten zu revidieren, kann nicht die Lösung sein. Steht man voll und ganz dahinter, ist kein

14 28 Bildung Die Mehrheit der Studenten will nach den Ergebnissen aller einschlägigen Studien im Beruf nicht mehr exzellent sein: Die Anerkennung für die Arbeit bleibt trotzdem wichtig, auch wenn nur wenige Verantwortung wollen. Der Erfolg hat viele Gesichter: Was für die einen die Prunkvilla ist, ist für andere die Familie mit Kindern. Preis zu hoch, das Ziel zu erreichen. Und schließlich sollte man auch darauf vertrauen, dass es funktioniert. Denn Wünsche lassen sich immer nur so weit realisieren, wie man selbst daran glaubt. Dafür gibt es keine wissenschaftliche Absicherung. Aber es gelingt, wenn man es macht. Die vielen möglichen Gesichter des Erfolgs lassen sich wahrscheinlich persönlich besser entdecken, wenn man sich die Geschichte des Wortes Erfolg vor Augen hält. Ursprünglich wurde mit dem Wort lediglich das Erfolgen bzw. der Verlauf eines Ereignisses beschrieben. Erst später erhält Erfolg die Bedeutung eines zunächst wertfreien, neutralen Resultats. Für das, was später als Erfolg bezeichnet wurde, dienten zunächst Begriffe wie Sieg oder Glück. Erst mit der Industrialisierung nahm Erfolg die positiv bewertete Stellung ein, die zuvor mit beiden Begriffen beschrieben wurde. früher immer wichtiger wird. Berufliche Anerkennung bleibt aber dennoch für die Studiosi wichtig. Leitungspositionen in Unternehmen streben aber immer weniger an. Die Übernahme von Verantwortung schreckt offensichtlich viele ab. Und die Männer gleichen sich dem weiblichen Geschlecht an: Früher kämpften die Frauen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, jetzt anscheinend beide. Da der Begriff Sieg eine tendenziell globale Dimension aufwies, erwies er sich für den als privat verstandenen Charakter des Unternehmertums als ungeeignet. Ebenso wenig schien der Glücksbegriff für die neue Situation geeignet, weil er eine schicksalhafte Mithilfe von anderer Seite (Gottes, des Zufalls) voraussetzte. Erfolg wurde so zu einem auf der eigenen Leistung basierenden Voranschreiten auf ein Ziel hin. Dabei kam dem Gelingen wie dem ökonomischen Wachsen eine entscheidende Bedeutung zu. Jeder Einzelschritt Richtung Ziel wurde zum Erfolg. Der Erfolg wurde das Ziel. Wobei interessant ist, dass Erfolg nur dann erreicht werden kann, wenn es auch die Möglichkeit des Scheiterns gibt bzw. wo man besser als andere sein kann. Ursprünglich wurde er daher auch nur von einzelnen erwartet und nicht von allen. Erfolg hat immer zwei Seiten, eine indi- viduelle (ich mache etwas) und eine gesellschaftliche (Ich bekomme dafür Anerkennung), wobei das bei weitem nicht für alle Bereiche des Lebens Gültigkeit hat. Genauso wie gute Arbeit oder Qualität nicht automatisch die entsprechende Bezahlung voraussetzt und auch umgekehrt. Dazu kommt, wie alle einschlägigen Umfragen zeigen, dass die Bereitschaft, Überdurchschnittliches im Beruf zu leisten, schon seit Jahren bei Studenten stetig abnimmt. Wobei sich eine Beziehung zwischen der Studienrichtung und dem Streben nach Erfolg durchaus ableiten lässt. Wirtschaftswissenschaftler wollen erfolgreich sein, während ihre Kommilitonen in anderen Studienrichtungen das für sich nicht unbedingt so sehen. Wobei bei allen der Trend bei den Lebenszielen unübersehbar ist, dass die Vereinbarung von Familie und Beruf im Vergleich zu Wollen und Können. In einem interessanten Lebens-Experiment untersuchte der Schriftsteller Dieter Kühn die Biographie Napoleon Bonapartes, was ihn erfolgreich machte. Nach jedem Lebensabschnitt kann der Leser eine Wahrscheinlichkeit einsetzen, ob der Kaiser der Franzosen so oder anders hätte entscheiden können. Über alle Abschnitte hinweg, die man auch als die persönlichen Weggabelungen identifizieren kann, ergibt sich daraus eine Wahrscheinlichkeit von eins zu 14 Billionen, dass Napoleon zu dem wurde, was er war. Kühn zeigt zunächst, wie Die Zeit in ihrer Buchbesprechung von N bereits 1971 beschrieb, dass es nicht Napoleons Bestimmung war, die militärische Laufbahn einzuschlagen, wenn Bildung 29 man als seine Bestimmung das definiert, was nach Maßgabe seiner Herkunft, der sozialen Verhältnisse, in die er hineingeboren wurde, und der Interessen und Talente, die er als Knabe zu erkennen gab, für ihn im Bereich des Möglichen lag. Man kann dem Autor durchaus folgen, wenn er sich und uns N als reformfreundlichen Geistlichen oder als Lehrer vorstellt, als Astronom oder als Mathematiker, als korsischen Separatisten, als politischen Essayisten, als Geschichtsschreiber oder als Verfasser blutrünstiger Kolportageromane. Doch Kühn imaginiert diese Alternativlaufbahnen nicht, um Napoleon vielseitige Qualitäten zu bescheinigen. Er wäre geradlinig seinen Lebensweg abgeschritten. Überzeugte diese Hypothese, so ließe sich Napoleons wirkliche Karriere in der Tat nur damit erklären, dass sie in einem ganz und gar außergewöhnlichen Maße von Zufällen dirigiert und begünstigt wurde. Das wird in der Zeit bestritten, dennoch ist das Gedankenexperiment interessant. Hätte man sich in einer bestimmten Situation anders entschieden, womöglich wäre das ganze Leben anders verlaufen. So gesehen ist die historische Ableitung des Wortes Erfolg mit einem wesentlichen historischen Bedeutungsinhalt von Glück nicht ganz zu verwerfen. Denn Glück braucht man im Leben allemal. Aber noch wichtiger ist es, zu Handeln und nicht nur auf ein Wunder zu warten oder von vorneherein andere für den eigenen Misserfolg verantwortlich zu machen.

15 30 Bildung Promotion 31 Der Industrie-Preis wird heuer wieder vergeben! Nach dem großen Erfolg des ersten Lehrer-Industriepreises sucht die Industriellenvereinigung Tirol nun bereits zum zweiten Mal für das kommende Schuljahr 2008/09 jene Lehrerin bzw. jenen Lehrer heraus, der/die die Schüler am meisten für naturwissenschaftliche Fächer begeistern kann. Neue Wege in der Bildung Mit dem Schulversuch Modellschule Tirol, einem massiven Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen, der Erweiterung der vorschulischen Sprachförderung und den Richtlinien für Kinderkrippen setzt LR in Beate Palfrader wichtige Initiativen. Foto: IV Tirol Dr. Erwin Koler, Dr. Beate Palfrader, Dr. Reinhard Schretter und Mag. Josef Lettenbichler: Die Neugier und das Interesse für Naturwissenschaften sollen so früh wie möglich geweckt werden. In Tirol gibt es leider zu wenig Menschen mit einer technischen oder naturwissenschaftlichen Ausbildung. Um jene Pädagogen vor den Vorhang zu holen, die in den Lehrfächern Mathematik, Physik und Chemie die Schülerinnen und Schüler begeistern und in hohem Maß Interesse für Naturwissenschaften und Technik wecken, schreibt die Industriellenvereinigung Tirol gemeinsam mit dem Land Tirol und dem Landesschulrat für Tirol wiederum den Industriepreis für Lehrerinnen und Lehrer naturwissenschaftlicher Fächer aus. Dr. Erwin Koler, Amtsführender Präsident des Landesschulrates Tirol, Dr. Beate Palfrader, Landesrätin für Bildung und Kultur, Dr. Reinhard Schretter, Präsident der Industriellenvereinigung Tirol, und Mag. Josef Lettenbichler, Geschäftsführer der Industriellenvereinigung Tirol, präsentierten die IV-Initiative am 7. Oktober. Naturwissenschaft sind cool. Die Industriellenvereinigung Tirol vergibt einen Preis für Lehrer, die Schüler besonders für die Gegenstände Mathematik, Physik und Chemie begeistern und in hohem Maß Interesse für Naturwissenschaft und Technik wecken. Denn naturwissenschaftlich gut ausgebildete Menschen bestimmen die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen, Standorten und Regionen. Derzeit sind diese Fächer nicht unbedingt jene, für die ein Großteil der jungen Menschen Begeisterung zeigt. Das setzt sich auch im universitären Bereich fort. Der Mangel an wissenschaftlichem Nachwuchs, an Technikern und Facharbeitskräften in diesen Disziplinen ist Realität. Aufgaben und Ziele. Die Industriellenvereinigung als Interessenvertretung der Industrie sieht es deshalb auch als eine ihrer Aufgaben an, junge Menschen davon zu überzeugen, dass naturwissenschaftliche Bildung nicht nur eine gute Voraussetzung bei der Suche nach einem Arbeitsplatz, sondern gleichzeitig auch für Fortschritt, Wachstum und Wohlstand in Tirol notwendig ist. Die Neugierde und das Interesse für Naturwissenschaften müssen so früh wie möglich an den Schulen geweckt und bis zu den Bildungsabschlüssen hin gepflegt werden. Das ist aber nur durch Lehrerinnen und Lehrer möglich, die neben fundiertem Wissen vor allem auch die Begeisterung für diese Gegenstände selbst ausstrahlen und an die jungen Menschen weitervermitteln können. Die Industriellenvereinigung Tirol sucht daher den Lehrer oder die Lehrerin, der/die den begeisterndsten Unterricht in einem naturwissenschaftlichen Fach Mathematik, Physik, Chemie hält und setzt dafür einen Preis in der Höhe von Euro aus. Für den Preis vorgeschlagen werden kann eine Person, die gegenwärtig im Bundesland Tirol an Schulen der Sekundarstufe I und/oder II oder an der Berufsschule einen oder mehrer Gegenstände Mathematik, Physik oder Chemie unterrichtet. Jeder Vorschlag ist schriftlich einzureichen und muss gut begründet bis spätestens 1. Dezember bei der IV Tirol eingelangt sein. Neue Maßnahmen: Modellschule Tirol, Aufstockung des Betreuungsangebots und Richtlinien für Kinderkrippen. Die Modellschule Tirol ist heuer an den vier Hauptschulen Achensee, Elbigenalp, Ebbs und Westendorf gestartet. Eines der wesentlichen Ziele dieses Schulversuches ist es, die Chancen der Hauptschüler/-innen zu verbessern und ihnen einen Umstieg in eine AHS zu erleichtern, erläutert Bildungs-LRin Beate Palfrader. Die Schüler haben in den ersten zwei Jahren Zeit, ihre schulischen Interessen zu definieren. Erst ab der dritten Klasse HS müssen sie sich dann gemeinsam mit ihren Eltern und Lehrern entscheiden, ob der Unterricht weiter nach dem Hauptschullehrplan oder nach dem AHS-Lehrplan mit einer zweiten lebenden Fremdsprache ausgerichtet werden soll. In den ersten zwei Jahren sollen Stärken der Schüler erkannt und ausgebaut werden. Maximal 20 Schüler pro Klasse werden in der zweiten und dritten Leistungsgruppe gemeinsam unterrichtet. Die Kosten für den Schulversuch belaufen sich auf Euro, fünf zusätzliche Lehrer werden eingestellt, sagt LRin Palfrader. Ein besonderer Fokus wird auf das verstärkte Förderangebot gelegt. Ohne Leistungsdruck und durch individuelle Betreuung kann so das Potenzial jedes einzelnen Schülers besser erkannt werden. Eine Arbeitsgruppe beschäftigt sich auch bereits mit dem Projekt Neue Mittelschule. Neue Betreuungsangebote Das Land Tirol hat eine Vereinbarung mit dem Bund gemäß Artikel 15a B-VG über den Ausbau des institutionellen Kinderbetreuungsangebots und über die Einführung der verpflichtenden sprachlichen Förderung in institutionellen Kinderbetreuungseinrichtungen sowie über die Schaffung eines bundesweiten vorschulischen Bildungsplans unterzeichnet. Derzeit werden Richtlinien zur Umsetzung dieser Vereinbarung erarbeitet. Im Interesse der Vereinbarkeit von Beruf und Familie soll das Angebot an Kinderbetreuungsplätzen entsprechend dem regionalen Bedarf erhöht werden, skizziert Palfrader. Gefördert werden soll besonders die Neuschaffung von Betreuungsplätzen bei Trägern institutioneller Kinderbetreuungseinrichtungen sowie bei Tageseltern. Mobile Sprachförderung Mit dem Schuljahr 2008/2009 hat das Projekt Mobile Sprachförderpädagoginnen in den Kindergärten begonnen. Ziel dieses Projektes ist es, Kinder mit bestmöglicher Förderung in ihrer sprachlichen Entwicklung zu unterstützen. Die 17 mobilen Sprachförderpädagoginnen werden in allen Tiroler Bezirken eingesetzt und unterstützen die Pädagogen vor Ort, indem sie in Kleingruppen die Kinder zusätzlich fördern. Für das Projekt sind im Beschäftigungsjahr 2008/2009 rund Euro vorgesehen. Richtlinien für Kinderkrippen Kinderkrippen rücken als erste pädagogische Bildungseinrichtungen im Zusammenhang mit den Bemühungen um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, aber auch im Zusammenhang mit neuen Erkenntnissen um die Bedeutung des frühkindlichen Lernpotentials zunehmend in den Blick der Öffentlichkeit. Um den notwendigen quantitativen Ausbau der Kinderkrippen auch auf qualitativer Ebene zu sichern, wurden von der Tiroler Landesregierung Richtlinien für Kinderkrippen beschlossen. Diese Maßnahme stellt ein wichtiges Qualitätsmerkmal in der Weiterentwicklung der Tiroler Kinderbetreuungseinrichtungen dar.

16 32 Bildung Bildung 33 Nur was ich gerne mache, mache ich wirklich gut wicklung in der Technologie widmen, zu den Zukunftsberufen zählen. Wir wissen aber auch, dass Facharbeiter in den verschiedenen Bereichen fehlen und zum Beispiel auch an Schulen ein Mangel an Chemie- und Physiklehrkräften herrscht. Heutzutage haben wir unumstritten eine bunte Bildungslandschaft. Glauben Sie, dass das für junge Menschen eine Überforderung darstellt, sich darin zurecht zu finden? Als Bildungslandesrätin kann ich dazu nur sagen, dass aus meiner Sicht in der Bildung die Vielfalt sehr wohl gewünscht ist. Für mich stellt diese Vielfalt etwas sehr Positives dar. Und auch nach meiner Erfahrung und den vielen Gesprächen, die ich mit jungen Menschen führte, muss ich sagen, dass diese perfekt informiert sind. Junge Menschen sind, was Bildung anbelangt, am Laufenden und am neuesten Stand. Sie wissen ganz genau über alle Änderungen, beispielsweise über neue Lehrgänge, Bescheid. scheidungsweg mitgeben möchten? Ja, junge Menschen sollten heutzutage örtlich mobil und flexibel sein. Es ist nicht mehr so, dass die Ausbildungsstätte und der Arbeitsplatz vor der Haustür liegen. Was liegt Ihnen in Ihrer Funktion als Bildungslandesrätin besonders am Herzen und wo setzen Sie künftig Schwerpunkte? Mein Motto ist: Bewegung an der Schule statt Stillstand. Damit meine ich nicht, dass altbewährte Strukturen zerschlagen werden sollten, sondern dass man kreativ und offen neuen Reformen gegenüber sein soll, die an der Schule sowohl von LR Beate Palfrader: Mein Motto ist: Bewegung an der Schule statt Stillstand. den vier Hauptschulen Achensee, Elbigenalp, Westendorf und Ebbs mit Erfolg. Bei diesem Projekt geht es darum, die Chancen der Hauptschüler zu verbessern und einen Umstieg der Schülerinnen und Schüler in die AHS zu erleichtern. Außerdem habe ich für das Projekt Neue Mittelschule eine Arbeitsgruppe mit Experten aus dem Schulbereich sowie Elternvertretern installiert, die den Schulversuch Neue Mittelschule entwickeln werden. Dieses Modell wird dann 2009/10 in einer Modellregion umgesetzt. Ein weiteres Anliegen ist mir, das Bild der Lehrerinnen und Lehrer in der Öffentlichkeit ins rechte Licht zu rücken, Die Landesrätin für Bildung, Dr. Beate Palfrader, rät jungen Menschen sich auf ihre individuellen Fähigkeiten und Neigungen zu besinnen und empfiehlt nicht nur geistige, sondern auch örtliche Flexibilität zu leben. Der Beherrschung von Sprachen in einer globalisierten Welt kommt eine besondere Bedeutung zu. wia: Frau Landesrätin, als Mitglied der Tiroler Landesregierung sind Sie unter anderem für den Bereich Schul- und Weiterbildungswesen zuständig. Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die sich zwischen Lehre oder weiterführenden Schule bzw. Fachhochschule oder Universität entscheiden? Worauf sollten sie insbesondere achten? LR Beate Palfrader: Es gibt kein allgemeines Rezept, das auf alle anwendbar wäre und zutreffen würde. Junge Menschen sollen in der Entscheidung ihres weiteren beruflichen Weges bzw. Bildungsweges vor allem auf ihre individuellen Fähigkeiten und Neigungen achten. Oft habe ich mit Bedauern festgestellt, dass Betroffene sich bei ihrer Schulwahl leider danach richten, welche Schule der Freund bzw. die Freundin wählt. Hier eine falsche Entscheidung zu treffen, bringt zwangsläufig Schwierigkeiten mit sich. Deshalb plädiere ich dafür, dass jeder junge Mensch sich in seinem Entscheidungsprozess, und das kann ich nicht oft genug betonen, auf die eigenen Neigungen und Fähigkeiten sowie auf die eigenen Talente und Interessen besinnen soll. Es gibt dafür eigene Beratungsstellen, wo man Hilfe bekommt und Informationen über weitere Ausbildungswege erhält. Auch die Tage der offenen Tür an den einzelnen Schulen sind sehr hilfreich, um einen ersten Eindruck der Schule zu bekommen. In Gesprächen von Katharina Ötzbrugger mit dortigen Schülerinnen und Schülern können Interessierte so einiges aus der Schülersicht erfahren und genauer nachfragen. Zusätzlich sollte man sich die Frage stellen, wie die Berufschancen in Zukunft aussehen. Weil Sie die künftigen Berufschancen gerade ansprechen: Gibt es aus Ihrer Sicht Zukunftsberufe? Lassen sich diese heutzutage überhaupt noch feststellen? Ich glaube, dass in der globalisierten Welt, in der wir leben, sicherlich auch künftig den Sprachen große Bedeutung zukommen wird, und zwar der Beherrschung von Sprachen, die von vielen Menschen gesprochen werden. Weiters glaube ich, dass alle Berufe, die sich der Weiterent- Wie beurteilen Sie die neuen Anforderungen an junge Menschen, die sich daraus ergeben, dass es den Beruf fürs Leben nicht mehr gibt bzw. geben wird? Als Chance oder Erschwernis? Ich sehe das als absolute Chance und persönliche Bereicherung für jeden Einzelnen. Auch ich habe in meinem Leben schon so einiges getan. Von der Richtung her blieb ich der Bildung immer treu, aber von meinen Tätigkeiten und Funktionen her gab es immer wieder Veränderungen. So arbeitete ich nach meinem Jusstudium als Assistentin an der Universität Innsbruck und hatte meine ersten Lehraufträge. Später war ich als Lehrerin an der Handelsakademie Wörgl tätig, dann fungierte ich als Direktorin an den Tourismusschulen St. Johann und nun bin ich seit drei Monaten Tiroler Bildungslandesrätin. Jedes neue Berufsfeld bringt eine unheimliche Bereicherung fürs Leben mit sich. Gibt es sonst noch einen Tipp, den Sie jungen Menschen auf ihrem Berufsent- Unterrichtenden als auch von Unterrichteten getragen werden. Auch sollen diese Neuerungen in Zusammenhang mit den gesellschaftlichen Veränderungen und Bedingungen gesetzt werden. Schulentwicklung ist ein kontinuierlicher und eben nicht ein abgeschlossener Prozess. Wichtig dabei sind die ständige Evaluation, die Erhebung der Leistungen der Lehrerinnen und Lehrer, sowie die Förderung der Kreativität der Schülerinnen und Schüler sowie ganzheitlicher Unterrichtsformen. Schule darf nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung, sondern soll ein Ort der Lebensschule sein, ein Lebensraum für alle Betroffenen, an dem gerne mit Spaß und Freude gelehrt und gelernt wird. Welche Maßnahmen werden Sie in Zukunft setzen? Mit dem neuen Schuljahr 2008/09 starteten wir mit der Modellschule Tirol an denn es ist teilweise verzerrt. Dafür plane ich ab Jänner 2009 den Start einer Imagekampagne, um der ausgezeichneten Unterrichts- und Erziehungsarbeit an unseren Schulen die Wertschätzung zu verschaffen, die sie verdient. Wir sind derzeit in der Erarbeitung der inhaltlichen Ausrichtung. Bei der Auswahl an auszubildenden Lehrern sollen nur die Besten berücksichtigt werden. Um diese herauszufiltern, bedarf es einer genauen Bewertung. Tatsache ist, dass die Erziehung und der Unterricht in den letzten Jahren und Jahrzehnten sicherlich nicht leichter geworden sind. Daher bin ich der Auffassung, dass unsere Kinder und Jugendlichen einfach die besten Lehrkräfte verdient haben. Auch im Bereich der Fortbildung sind wir gefordert, die Inhalte den gesellschaftlichen Bedingungen und Veränderungen anzupassen und uns immer am Laufenden zu halten.

17 34 Bildung Bildung 35 Orchideenfächer mit Extras abrunden Ägyptologie oder doch lieber Domotronik? Warum sich die Margret Friedrich, Hüterin über Studierende, davor scheut, eine Studienempfehlung abzugeben, erklärte sie Andrea Salzburger. Für die Fächerwahl seien immer noch die Interessen ausschlaggebend - auch bei düsteren Jobaussichten. Bei den Studiosi boomt Weiterbildung. wia: Anfang Oktober öffnete die Uni für die Erstsemestrigen ihre Pforten. Rund Erstsemestrige strömten heuer zu den Orientierungstagen. Wenn Ihnen große fragende Augen begegnen, die von der Auswahl unter 80 Studienmöglichkeiten überfordert sind, was raten Sie dann? Univ.-Prof. Mag. Dr. Margret Friedrich: Zunächst frage ich nach dem persönlichen Interesse nach den Fähigkeiten, den Fertigkeiten und den Neigungen. Ob es Sinn macht, ein abseitiges Fach wie Klassika und Orientalia zu studieren, hängt von vielen Faktoren ab. Beispielsweise welche Berufswünsche man damit verknüpft. Oder ob sich jemand in einer wissenschaftlichen Karriere sieht. Eine achtzehnjährige Gymnasiastin liebt das alte Babylon, die Perser und Nofretete. Soll sie das Risiko eingehen, ein Orchideenfach zu studieren? Dieses Risiko kann man nur dann eingehen, wenn man - begleitend zum Studium - sehr viele Zusatzqualifikationen erwirbt. Auch an den Geisteswissenschaftlern sehen wir, dass dies doch sehr hilft, einen Arbeitsplatz zu finden. Darauf reagieren wir an der Uni mit dem Weiterbildungsformat Kompetenzenmappe, wo abgestimmte Module zu Bio Ethics, Genderkompetenz, Medien und Kommunikation oder auch Neue Medien, Informations- und Computerkompetenz genauso wie European Studies und Italienischem Recht angeboten werden. Zugang zu diesem Format haben Hörerinnen aller Fakultäten. Für eine Orientalistin wären etwa Kompetenzen in den Bereichen Museumspädagogik, Journalismus und selbstverständlich auch Sprachen sinnvoll. Uni-Absolventen müssen sich klar darüber sein, was sie wollen. Wer weiß, was er kann und will, tut sich auch bei der Jobsuche leichter. Margret Friedrich, Vizerektorin für Lehre und Studierende der Uni Innsbruck Sind Vorhersagen wie der Arbeitsmarkt in Zukunft aussieht, nicht insgesamt sehr schwierig geworden? Während die Wirtschaft heute einen Technikermangel beklagt, denke ich an die Ingenieurs-Arbeitslosigkeit während der neunziger Jahre. Andererseits: Wer hätte vor fünfzehn Jahren gesagt, dass Russisch als Sprache für den Tiroler Raum so wichtig werden würde. Eine Volluni, wie die unsere, bietet stets die Grundausstattung dieser Fächer an. Um für Unwägbarkeiten gerüstet zu sein, müssen sich aber auch die Uni-Absolventen klar darüber werden, was sie wollen. Wer weiß, was er kann und will, tut sich auch bei der Jobsuche leichter. Derzeit scheinen technische und naturwissenschaftliche Studien Vorrang zu haben vor geistes- oder sozialwissenschaftlichen Zweigen? Wir zeigen auf Bildungsmessen und Info- Tagen die Risiken und Konsequenzen auf. Aber welchen Sinn macht es, jemandem der mit Begeisterung Politikwissenschaften oder Geschichte studiert, ein Ingenieursstudium nahe zu legen? Nur weil der Arbeitsplatz sicher ist. Zu jedem Studium egal ob technisches oder philosophisches muss man die notwendige Affinität mitbringen. Zum Studienangebot generell: Inwiefern kann die Uni sicherstellen, dass Studierende eine Ausbildung erhalten, die am Arbeitsmarkt nachgefragt wird? Vielleicht am Beispiel der Informatik, die auch auf Betrieben der Wirtschaft vor fünf Jahren eingerichtet wurde. Die Mehrzahl der IT-Forschungsgruppen arbeitet an Themen, die auch für den Arbeitsmarkt von aktueller Bedeutung ist. Nicht von ungefähr kommt also auch die große Nachfrage nach den theoretisch wie praktisch gut ausgebildeten Informatikern der Uni Innsbruck. Die Absolventen gehen sowohl zu IT-Anwendern als auch Herstellern und zwar in verantwortlicher Position. Bereits Studierende haben oft schon studiennahe Arbeitsplätze. Dank intensiver Kontakte zwischen der Tiroler Wirtschaft und dem Institut für Informatik erhalten viele Studierende nach Durchführung ihrer Studienarbeit direkt ein Stellenangebot. Der Bologna-Prozess hat das Studienangebot immens bereichert. Zu den traditionellen Diplomstudien kamen viele neue Bachelor- und Masterstudien. Hat die Uni ihre Hausaufgaben gemacht? Was die Umstellung auf Bachelor- und Masterstudien anbelangt, braucht die Universität Innsbruck den internationalen Vergleich nicht zu scheuen: Ab dem Wintersemester 2008/09 stehen Studieninteressierten 36 Bologna-Studien davon 17 neue zur Auswahl. Daneben werden in einigen Disziplinen bewährte Diplomstudien beibehalten. Die Vergleichende Literaturwissenschaft kommt als vertiefendes Masterstudium wieder ins Programm, auch wird das Lehramtsstudium Griechisch wieder angeboten. Zudem sind weitere neue Studien geplant? Völlig neu konzipiert wurden für die Uni Innsbruck zwei Masterstudien: Domotronik sowie das Masterstudium Material- und Nanowissenschaften. Domotronik vereint Module aus Bereichen wie Elektrotechnik, Automatisierungstechnik, Regelungstechnik, Sensorik, Robotik, Gebäudetechnik und Informatik.

18 36 Bildung Bildung 37 Dank unserer Baufakultät, auch durch die jüngsten Berufungen, sind wir hier wissenschaftlich auf dem allerneuesten Stand. Die Hochschullandschaft ist im Umbruch. Ab Oktober 2009 soll es endgültig ein dreigliedriges Hochschulsystem geben. Wie weit ist die Uni Innsbruck mit der Umstellung auf Bachelor, Master und Doktorat? Gerade die beiden großen geisteswissenschaftlichen Fakultäten befinden sich bei der Erstellung der Bachelor- und Masterprogramme im Endspurt. Wir hoffen, dass alle so weit sein werden. Der Druck seitens des Wissenschaftsministeriums ist sehr groß. Neue Angebote gibt es auch in der berufsbegleitenden Weiterbildung. Ganz genau. Zu den Lehrgängen ist ein zweisemestriges Spezialprogramm gekommen, wo die Uni sehr viel Knowhow einfließen lassen kann. Der weiterbildende Uni-Lehrgang Schutztechnik im Alpinen Raum qualifiziert Ingenieure für die Planung von Schutzmaßnahmen gegen Naturgefahren im alpinen Raum. Die Lehrveranstaltungen reichen von Wi l d b a c h, L a w i n e, Rutschung, S t e i n - schlag und Erosion. Solche Spezialisten werden derzeit, nicht zuletzt durch den Klimawandel, stark nachgefragt. Die Uni gilt doch als klassischer Bildungstempel. Gehört es zu ihren Kernaufgaben auch Weiterbildung anzubieten? Laut Universitätsgesetz sind die Unis dazu verpflichtet, das Wissen ihrer Absolventen auf dem je aktuellen Stand der Zeit zu halten. Lebenslanges Lernen ist ja kein leeres Schlagwort. Bei den Uni- Lehrgängen kann die Uni schneller auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes reagieren. Die Kurse müssen sich finanziell selbst tragen. Wenn das Interesse zu gering ist, dann startet der Kurs nicht. Der Prozess der Einrichtung geht auch wesentlich schneller. Ab kommendem Semester fallen die Studiengebühren weg. Welche Konsequenzen hat die Streichung für Budgetsituation und den Studierendenmix in Innsbruck? Wenn wir die Studiengebühren ersetzt bekommen, dann ist das alles kein Problem. Es geht um 143 Millionen Euro für die österreichischen Universitäten allein an der Uni Innsbruck fehlen jährlich rund 15 Millionen Euro. Diese Gelder müssen den Unis ersetzt werden. Und zwar unabhängig davon, dass die Universitäten ohnehin besser dotiert werden sollten. Die Krux liegt wohl auch im möglicherweise s t a t i s c h e n Berechnungsrahmen, den der Bund anlegen will? Das heißt die Zuwachsra- ten durch den offenen Zugang könnten unberücksichtigt bleiben. Auch wir können noch nicht vorhersagen, in welchem Ausmaß die Studierendenzahlen steigen. Wenn mehr Studierende aus Deutschland kommen, dann braucht es über kurz oder lang ein bilaterales Abkommen, um die Ausbildung zu finanzieren. Es kann nicht sein, dass wir in Innsbruck deutsche Staatsbürger ausbilden, die Absolventen zurückgehen und wir keinen Cent dafür bekommen. Danke für das Gespräch. Einzigartiger Universitätslehrgang in Innsbruck: Schutztechnik im Alpinen Raum Für Ingenieure aller Richtungen tut sich ab kommendem Herbst eine höchst interessante Möglichkeit zur fachlichen Spezialisierung auf: Dann startet nämlich der in Österreich einzigartige Universitätslehrgang Schutztechnik im Alpinen Raum. Bereits ein Jahr später werden sich die Techniker mit dem Titel eines Akademischen Experten für Schutztechnik im Alpinen Raum schmücken. Dem geht eine intensive Beschäftigung mit Prozessen und Simulation von Wildbächen, Lawinen & Co voran. Dank der erlernten rechtlichen, logistischen und kommunikationstechnischen Fertigkeiten im Risikomanagement sind die Absolvent/-innen für die Planung und Ausführung von Schutzmaßnahmen gegen Naturgefahren qualifiziert, erklärt Barbara Gant, Leiterin Weiterbildung der Uni Innsbruck. Somit erhöhe der zweisemestrige Lehrgang die Flexibilität im Arbeitsleben. Nähere Info: DI Lukas Umach, Arbeitsbereich Wasserbau, Universität Innsbruck Tel Ich liebe Renovierungsarbeiten Susi Schreyer, Studentin auf der Baufakultät, glüht für ihre Studienwahl. Was ihr nichts ausmacht: Nur zehn Prozent Frauen drücken mit ihr die Bank im Hörsaal. Doch akzeptiert wird frau in einer Männerdomäne schnell - sofern das Interesse echt ist. Falls dann noch Hürden sind, hilft das Projekt FIT - Frauen in die Technik weiter. Team von Projekt FIT: Susanne Schreyer, Anna Schwitzer, Iris Weiskopf, Elisabeth Bichler und Desiree Dafner. Es ist kurz vor acht Uhr. Vor der Baufakultät stehen Studentengrüppchen. Kaffee soll müde Köpfe aufwecken. Es ist das klassische Jeden-Tag-Bild, wenn Susi Schreyer morgens auf die Uni marschiert. Wo die 24-Jährige im siebenten Semester Bauingenieurin studiert. Kein klassisches Frauenstudium und immer noch viele Hürden in den Köpfen, weiß FIT-Projektleiterin Desirée Dafner. Denn wer als Mädchen Informatik oder Physik studiere, müsse schon etwas mehr Mut mitbringen als gleichaltrige Burschen. Damit der Weg vom technischen Interesse zum handfesten Studieren leichter fällt, informiert das Projekt FIT Frauen in die Technik und Naturwissenschaften Schülerinnen seit Jahren über rund 20, ausschließlich technische und naturwissenschaftliche Studienmöglichkeiten. Das erklärte Ziel: den Frauenanteil in Technikstudien zu heben. Susi und sieben andere Mädchen standen anfänglich über 70 Burschen gegenüber. Doch Susi liebte eben Renovierungsarbeiten und Handwerkliches wie Fließen legen oder Wände streichen. Statt Architektur, womit sie zunächst liebäugelte, fiel die Wahl dann auf ein anderes Technikstudium - Bauingenieurswesen. Logisch war das aber keineswegs. In der Schule war ich in Mathe oder darstellender Geometrie nie besonders gut. Leider habe ich FIT damals nicht gekannt, sonst wäre mir die Entscheidung noch leichter gefallen, meint sie rückblickend. Beweisen müssen sich Männer und Frauen. Sobald sie von ihrem Werdegang erzählt, kommt prompt die eine Frage: Ist es nicht schwer als Frau in einer solchen Männerdomäne? Für Susi ist die Antwort klar: Nein. Weil sich jeder, egal ob männlich oder weiblich, beweisen müsse. Sobald Studienkollegen merken, dass man interessiert sei und das Studium wirklich machen wolle, ist man akzeptiert. Dabei stammt die Studentin beileibe aus keiner Techniker-Familie: Zuhause bin ich die einzige Technikerin, aber alle können meine Begeisterung verstehen und sind sehr stolz. Vielleicht auch deswegen legten ihr die Eltern glücklicherweise keine Steine in den Weg - ein wichtiger Motivationsgrund. Glühendes Interesse. von Andrea Salzburger Über FIT hat Susi auch andere Ingenieurs-Anwärterinnnen kennen gelernt. Alles keine typischen Technik-Frauen, meint sie. Sondern ganz normale Frauen, die sich eben für Technik interessieren. Dies ist zweifelsohne auch gut für ihre Berufschancen: Denn Techniker/-innen sind begehrt wie nie zuvor: Egal ob Mann oder Frau. Was im Studium gilt, gelte im Job umso mehr: Wer sich beweist, wird akzeptiert. Und genau das hat Susi vor.

19 38 Promotion Promotion 39 Universität Innsbruck: (Aus)Bildung mit Mehrwert Als Landesuniversität für Tirol, Vorarlberg, Südtirol und Liechtenstein ist die Universität Innsbruck die zentrale Anlaufstelle für Hochschulbildung im Westen Österreichs. Mit einem breiten Studienangebot, ausgezeichneten Forscherinnen und Forschern sowie bester internationaler Vernetzung bietet die Innsbrucker Alma Mater ihren Studierenden (Aus)Bildung auf höchstem Niveau. Die Universität Innsbruck hat alle Vorteile einer Volluniversität. Studierende können aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Studienrichtungen aus den Bereichen Geistes-, Natur- und Rechtswissenschaften, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften, Theologie sowie Technik wählen und profitieren von der vorhandenen Forschungskompetenz an der Tiroler Alma Mater. Als Volluniversität liegt unsere Stärke im Zusammenwirken einer Vielfalt von Wissenschaften. Dies sollten wir zukünftig noch intensiver nutzen und interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern, wo immer sie möglich ist, betont Rektor Karlheinz Töchterle. Marktführer im tertiären Bildungssektor. Neben der Interdisziplinarität stellt die forschungsgeleitete Lehre ein weiteres markantes Alleinstellungsmerkmal der Universität Innsbruck im tertiären Bildungsbereich dar. Die Forscherinnen und Forscher sollen unseren Studierenden nicht nur Wissen vermitteln, sie sollen sie auch lehren, Fragen zu stellen, erklärt Töchterle. Die Lehrveranstaltungen an der Universität Innsbruck werden zum größten Teil von Wissenschaftler/- innen abgehalten, die mitten im Forschungsprozess stehen und ihre Forschungserfahrungen in die Lehre einbringen. Dadurch wird bei unseren Studienanfänger/- innen die Lust auf wissenschaftliches Denken und Forschung geweckt. Fortgeschritteneren Studierenden ermöglicht die forschungsgeleitete Lehre fachwissenschaftliche Spezialisierungen sowie eine Vertiefung in wissenschaftlichen Theorien und Methoden, ist Prof. Margret Friedrich, Vizerektorin für Lehre und Studierende der Uni Innsbruck, überzeugt. Breites Angebot. Der Prozess der Umstellung der Studien gemäß der Bologna-Deklaration, die die internationale Vergleichbarkeit der Studien erhöhen, die Drop- Out-Raten reduzieren und die Employability - Beschäftigungsfähigkeit - der Studierenden erhöhen soll, läuft an der Uni Innsbruck sehr erfolgreich. Die breite Auswahl an Studienmöglichkeiten nach der Matura finden Sie auf Seite 39.

20 40 Bildung Bildung 41 Bologna-Lexikon Was man über Bachelor, Master & Co einfach wissen muss Bakkalaureatsstudium (nach Universitäts-Studiengesetz) ist der Vorläufer des Bachelorstudiums. Es ist ein ordentliches Studium und umfasst 180 ECTS-AP und dauert sechs Semester. Das Studium vermittelt, wie ein Bachelorstudium, eine breite Grund(aus)bildung im jeweiligen Fach. Es dient der wissenschaftlichen Berufsvorbildung und der Qualifizierung für berufliche Tätigkeiten, welche die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden erfordern. Den Absolventen/- innen wird der akademische Grad Bakkalaurea/Bakkalaureus verlihen. Fakultät, Institut Die Universität Innsbruck besteht, eingeteilt nach Wissenschaften, aus 15 Fakultäten. Eine Fakultät ist wiederum in Institute untergliedert. leichter vergleichbar und Studieren, Arbeiten und Forschen im Ausland wird dadurch einfacher. Im Zuge der Umstellung der Studien auf die Bologna-Struktur wird in Zukunft der erste Universitätsabschluss ein Bachelorabschluss sein. Auf diesen aufbauend kann ein Masterstudium absolviert werden. Diplomstudien und Lehramtsstudien werden in Ausnahmefällen weitergeführt. Das Doktoratsstudium als höchster Bildungsabschluss in Österreich wird ebenso an die neuen Anforderungen der Bologna Studienreform adaptiert und ist ab Wintersemester 2009/2010 dreijährig. Mehr Informationen zum Thema Bologna finden Sie unter: Weitere Begriffserläuterungen finden Sie online unter: Masterstudium (nach Universitätsgesetz 2002) ist ein ordentliches Studium, das der Vertiefung und Ergänzung der wissenschaftlichen und künstlerischen Berufsvorbildung auf Grundlage der Bachelorstudien dient. Das Studium umfasst 120 ECTS-AP. Dies entspricht einer Studiendauer von zwei Jahren bzw. vier Semestern. Den Absolventen/-innen wird der akademische Grand Master mit einem im Curriculum festgelegten Zusatz verliehen. Wer erstmals eine Uni betritt, reißt zunächst mal Augen und Ohren auf. Urplötzlich wird man mit rätselhaftem Fachvokabular wie Curriculum und Fakultät bombardiert. Dazu gesellen sich Anglizismen wie Bachelor oder gar verwegene Akronyme wie ECTS. Dank Lexikon ist Schluss mit dem Begriffdschungel. Bachelorstudium (nach Universitätsgesetz 2002) ist ein ordentliches Studium, das der wissenschaftlichen und künstlerischen Berufsvorbildung und der Qualifizierung für berufliche Tätigkeiten dient, welche die Anwendung wissenschaftlicher und künstlerischer Erkenntnisse und Methoden erfordert. Das Studium umfasst 180 ECTS-AP. Dies entspricht einer Studiendauer von drei Jahren bzw. sechs Semestern. Den Absolvent/-innen wird der akademische Grad Bachelor mit einem im Curriculum festgelegten Zusatz verliehen. Curriculum (nach alten Studienvorschriften als Studienplan bezeichnet) Curriculum ist die Verordnung, mit der das Qualifikationsprofil, der Inhalt und der Aufbau eines Studiums und die Prüfungsordnung festgelegt werden. Diplomstudium ist ein ordentliches Studium, dessen Abschluss zum Erwerb des akademischen Grades Magistra/Magister oder Diplomingenieur/- in führt. Ein Diplomstudium dauert acht bis zehn Semester und besteht aus zwei oder drei Studienabschnitten, die jeweils mit einer Diplomprüfung abgeschlossen werden. Bei einem Teil der Diplomstudien wird die Spezialisierung ab dem zweiten Studienabschnitt durch Gliederung in Studienzweige zum Ausdruck gebracht. Doktoratsstudium Doktoratsstudien sind die ordentlichen Studien, die der Weiterentwicklung der Befähigung zu selbstständiger wissenschaftlicher Arbeit sowie zur Heranbildung und Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses auf der Grundlage von Diplom- und Masterstudien dienen. Lehramtsstudium ist ein Diplomstudium und gliedert sich in zwei Abschnitte mit insgesamt neun Semestern. Es handelt sich um ein Kombinationsstudium von zwei Unterrichtsfächern, das die forschungsgeleitete Lehre, die Fachdidaktik, die Pädagogik und die Schulpraxis verbindet. Nach Erlangung des akademischen Grades einer Magistra bzw. eines Magisters an der Universität Innsbruck folgt ein einjähriges Unterrichtspraktikum organisiert durch den Landesschulrat. Magisterstudium (nach Universitäts- Studiengesetz) ist der Vorläufer des Masterstudiums. Das Studium dient, wie ein Masterstudium, der Vertiefung und Ergänzung der wissenschaftlichen und künstlerischen Berufsvorbildung. Es umfasst ECTS- AP. Dies entspricht einer Studiendauer von zwei bis vier Semestern. Den Absolventen/-innen wird der akademische Grad Magistra/Magister verliehen. Bologna Studienreform Der Bologna-Prozess ist die größte Studienreform der letzten Jahrzehnte. Durch die Europäisierung und Internationalisierung der Studien werden Abschlüsse Kleines Bologna-Lexikon Diploma Supplement Der Anhang zum Diplom enthält detaillierte Angaben über den erworbenen Abschluss und bietet eine klare und standardisierte Beschreibung des absolvierten Studiums und seiner Inhalte. Employability Berufsbefähigung; Qualifizierung für berufliche Tätigkeiten European Credit Transfer-Anrechnungspunkte (ECTS-AP) Die von den Studierenden in einem Studium zu erbringenden Studienleistungen werden in ECTS-AP ausgedrückt. Jedem Modul bzw. jeder Lehrveranstaltung sind ihren zeitmäßigen Anforderungen entsprechende Punkte zugeteilt. Die Vergabe der ECTS-AP ist mit dem Erreichen der Lernziele eines Curriculums (Studienplan) direkt verbunden. 25 Stunden Arbeitsbelastung entsprechen einen ECTS-AP. Die Anführung der ECTS-AP dient der leichteren Vergleichbarkeit der Studien und ist ein wesentliches Merkmal der Studienreform. Learning Outcomes, Lernziele Unter Learning Outcomes oder Lernzielen versteht man, was Studierende nach der erfolgreichen Absolvierung eines Moduls in der Lage zu tun sind bzw. welche Handlungsfähigkeit durch den erfolgreichen Besuch des Moduls initiiert worden ist. Modul/e Module sind die thematischen Einheiten eines Studiums, die in der Regel mehrere Lehrveranstaltungen umfassen. Ein Modul erstreckt sich über ein, in Ausnahme auch über mehrere Semester. Qualifikationsprofil Das Qualifikationsprofil ist die Festlegung der fachlichen und außerfachlichen Kompetenzen, die den Absolventen/-innen vermittelt werden. Das Qualifikationsprofil bildet die Grundlagen für die Festlegung der Lernziele der einzelnen Module. Workload Arbeitsbelastung

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