HSH Blue Race über den Nordatlantik vom Logbuch der SY Cheri Raffay Hamburg. Der Eigner / Skipper, die Crew und ihr Schiff

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1 HSH Blue Race über den Nordatlantik vom Logbuch der SY Cheri Raffay Hamburg Der Eigner / Skipper, die Crew und ihr Schiff Die SY cheri - eine Swan 51, gebaut 1984 bei Nautor in Finnland, nimmt an dem 2. Nordatlantikrennen des NRV erneut teil. Auch 2003 war sie bereits unter den Teilnehmern und konnte einen beachtenswerten 18. Platz von 65 teilnehmenden Yachten ersegeln. Der Eigner Herr Ronald Wulff überführte sein Schiff traditionsgemäß auch dieses Mal wieder aus Europa auf eigenem Kiel über das Mittelmeer, die Kanaren, die Karibik bis nach Newport/RI. Bei Ankunft in Newport am hat die Yacht bereits mehr als Seemeilen klaglos zurückgelegt und so nebenbei beim ARC über den Südatlantik in 2006 einen 9. Platz erzielt. Das Schiff ist in den wenigen Tagen vor dem Start in Newport so weit erforderlich aus Vorsorge technisch zu überholen, mit neuen Segeln auszurüsten, das Unterwasserschiff wird geschliffen, gestrichen und erneut geschliffen, bis eine total glatte Fläche entsteht, die das Schiff möglichst schnell segeln läßt. Die Touringausrüstung ist komplett gegen eine regattataugliche Ausstattung zu wechseln. Hierbei leistet Raffay Hamburg wertvolle Unterstützung. Eine optimale Ausstattung für Schiff und Crew schafft beste Voraussetzungen. Die Vorbereitungen Das Schiff ist in den wenigen Tagen vor dem Start in Newport so weit erforderlich aus Vorsorge technisch zu überholen, mit neuen Segeln auszurüsten, das Unterwasserschiff wird geschliffen, gestrichen und erneut geschliffen, bis eine total glatte Fläche entsteht, die das Schiff möglichst schnell segeln läßt. Die Regattacrew reist per Flugzeug an. Andre fährt die Strecke schon mal mit der Qeen Mary II ab (Fliegen ist ihm zu gefährlich). Alle arbeiten in den Tagen von morgens bis abends, um die Voraussetzungen für das Rennen zu optimieren. Dennoch, es bleibt eine Tourenyacht, die es gegen die Konkurrenz schwer haben wird, sich zu behaupten. Dafür handelt es sich um eine Swan der älteren Generation, mit der man diese Herausforderung ohne Bedenken annehmen kann. Dieses Schiff läßt sich nicht unterkriegen. Die Tage bis zum Start sind schnell vergangen. Die Crew hat zur Zufriedenheit des Eigners ein Ergebnis erarbeitet, das sich sehen lassen kann. Da die Regattausrüstung noch im Einsatz zu Testen ist werden in de Bucht von Newport Probeschläge gefahren. Es gilt auch noch mal die essentiellen Manöver durchzuspielen, die auf hohe See Reibungslos laufen müssen. Wie zum Beispiel Reffen, Segelwechsel.. So hat sich der Spruch etabliert: Wir gehen noch mal segeln bevor wir nach Hause fahren. Die Probeschläge belegen, Yacht und Crew sind gut vorbereitet

2 Der Start der 1. Tag Der Start steht unmittelbar bevor. Die Wetterbedingungen scheinen optimal, besonders für die ersten Tage, bis alles seinen Platz gefunden und sich die Crew eingelebt hat. Dem Eigner und Skipper gelingt nahezu ein Nullstart. Mit wenigen Sekunden Zeitverlust steuert er die cheri Raffay Hamburg über die Startlinie, auch um den nötigen Sicherheitsabstand zu den Wettbewerbern und Zuschauerbooten zu halten Sicherheit geht vor. Bei einer Rennstrecke von mehr als Seemeilen sollte es um diesen Zeitverlust nicht ankommen, dennoch will die Crew die Herausforderung sportlich angehen. Bei Kaiserwetter werden die Kreuzschläge und der kurze Spinnackergang in Begleitung unserer Frauen auf den Zuschauerbooten reibungslos abgesegelt, bis uns an der letzten Marke in der Bucht die Abschiedsgrüße von den Zurückgebliebenen zufliegen. Letzte Foto- und Filmaufnahmen aus den Hubschraubern und die Flotte der Yachten zieht allein in den Abend auf den Atlantik hinaus. In ca. 3 Wochen wollen wir uns in Hamburg wieder sehen. Der Reachgang auf See hinaus ist ein Genuß. Schnell flaut der Wind etwas ab, so dass die Genoa III der Startkreuz gegen die leichte Genoa I gewechselt wird. So halten wir unsere gute Startposition. Gegen Abend wurde es kühl und feucht, blieb aber klar. Wir beobachteten viele Lichter um uns herum, einige blue-race-teilnehmer waren sicherlich dabei. Das Verkehrstrennungsgebiet südlich Boston war gut befahren. Leo munterte die Crew durch eine vorbereitete Mahlzeit auf. Er ist hauptsächlich für den Bordservice zuständig. Essen und trinken hält die Stimmung hoch sagt Ronald. Daher haben wir uns mit Menus aus der Vierländer Remise von Klaus Wagner versorgt, u.a. Rouladen und Gulasch in verschiedenen Variationen. Es ist ein Genuß, hoffentlich werden sie bis Point Alpha nicht schon verbraucht sein. Es wurde ein Etmal von 185 Seemeilen erzielt. Der 2. Tag Die Nachtwache hatte sich entschlossen, nach Point Charlie den Spinnacker zu setzen (sicherheitshalber den kleineren im Bergeschlauch) und hielt damit dennoch eine Durchschnittsgeschwindigkeit von über 8 Knoten. Die Crew machte in der ersten Nacht kein Auge zu, wurde aber durch das Frühstück von Leo Rührei mit Pfifferlingen für den ganzen Tag wieder aufgebaut. Der Wind stand mit ca Kn gleichmäßig durch, so dass es ein relaxtes Segeln wurde und die Freiwachen den Schlaf der letzten Tage nachholen konnte. In der Nacht und während des Tages hatten wir andere Teilnehmeryachten in Sichtnähe, was zusätzlich zu trimmen motiviert. Das Feld zieht sich jedoch zunehmend auseinander. Leider segelten wir den ganzen Tag im kalten Wasser des Labradorstroms, Temperaturen um 11 C und immer Strom von ca. 1,5 2 Kn von vorn baden leider nicht möglich. Delphine, Schildkröten, Wale und Haie begleiteten uns.

3 Die neueste Wetterkarte bestätigte leichte Winde für die nächsten 12 Stunden, so dass wir den Spinnacker auch in der Nacht stehen lassen konnten. Wir werden den Kurs mehr nach Osten halten, um früher den Golfstrom zu erreichen, auch um im warmen Wasser des Golfstroms an Deck zu duschen. Gegen Abend wird es wieder kalt und diesig. Zum Teil Sichtweiten von nur 100 m. Es wurde ein Etmal von 195 Seemeilen ersegelt. Wir beschlossen, die Bordzeit auf UTC umzustellen. Der 3. Tag Die Suche nach dem Golfstrom bzw. den Eddies geht weiter. Wir versuchen die Eddies zu finden, da diese uns dem Point Alpha näher bringen. Der eigentliche Golfstrom verläuft sehr weit südlich und bedeutet erhebliche Umwege, die wir nicht ausgleichen können. Die Eddies sind schwer zu finden. In der Morgenwache steigt die Wassertemperatur von 11 auf 19 - der warme Eddie? Der mitlaufende Strom hat noch nicht eingesetzt. Alle nutzen die Gelegenheit zu einer warmen Dusche per Pütz im Cockpit. Nachmittags ein Aufschrei der Wache der Spinnacker ist abgerissen. Alle Mann an Deck und bei noch 6 Knoten Fahrt das Tuch aus dem Wasser ziehen. Es gelingt, jedoch der Segelkopf fehlt einfach abgerissen. Das Fall mit dem Rest des Spinnackers hängt im Top. Es wird geknobelt, wer in den Mast muss unser Skipper. Nachmittags ein Aufschrei der Wache der Spinnacker ist abgerissen. Alle Mann an Deck und bei noch 6 Knoten Fahrt das Tuch aus dem Wasser ziehen. Es gelingt, jedoch der Segelkopf fehlt einfach abgerissen. Das Fall mit dem Rest des Spinnackers hängt im Top. Es wird geknobelt, wer in den Mast muss unser Skipper? Wir müssen die Gelegenheit nutzen, die See ist relativ ruhig und wir brauchen das Fall. Zum Glück war dies nicht der einzige Spinacker.Mit viel gejohle ziehen wir Ronni die 23 Meter zum Top hoch,nach 15 Minuten war die Arbeit vollbracht.ronni kam weiß wie ein Bettlaken mit dem Spinnackerfall unten an.wir haben unser Fall wieder und eine leckere Mahlzeit gespart. Wir fahren etwas nördlicher, um die kalten Eddies zu finden, zumal der Großkreiskurs auch nördlicher verläuft. So segeln wir mit der Genoa I weiter. Der 4. Tag Die Wassertemperatur schwankt zwischen 17 und 23, nur noch immer kein Strom mit. Im Gegenteil 2 3 Knoten gegenan. Sollen wir doch weiter nach Süden gehen? Die Ergebnisse des Fleettrackers zeigen, dass einige Schiffe dies tun, andere im Norden bleiben wir auch.

4 Täglich verfolgen wir die Platzierungen. Mal geht s rauf, mal runter mit unserem Platz. Was zählt ist Point Alpha. Der Wetterbericht stimmt mit der aktuellen Lage nicht überein. Jedoch ist das angekündigte Tief bereits zu erkennen. Der Wind nimmt zu. In der Nachtwache soll die schwere Genoa I aufgerollt werden, da reiß die Rollleine. Die starke Zugkraft auf die Rolle des Vorstagprofils hat es am Einfedler eingerissen und verdreht. Damit kann man nicht rechnen ein Materialfehler? Die Genoa ist blockiert und kann nicht geborgen werden. Wir bergen das Großsegel und segeln nur mit der Genoa weiter. Nach einigen Stunden ist die Rollleine wieder montiert. Vorsichtiges Einrollen für einige Umdrehungen gelingt, jedoch verdreht sich das Profil immer mehr auch zum Vorteil, denn es öffnet sich und nach Demontage des Einfedlers können wir die Genoa I gegen die III wechseln. Der 5. Tag Wir haben die halbe Strecke zum Point Alpha geschafft. Lohnt sich noch der Umweg weiter nach Süden? Noch immer 3 4 Knoten Strom gegenan. In der Nacht hat der Wind zugelegt in Boen bis 60 Knoten. Zum Glück laufen wir immer ca Knoten und mehr durch das Wasser und kommen relativ gut voran gegen den Strom. Wir sind die letzten Tage auf der Suche nach den Eddies zickzack gefahren und hatten kurzzeitig sogar Strom mit, leider nicht beständig. Inzwischen sind wir ratlos, welche Entscheidung richtig ist. Die Mannschaft diskutiert. Nach den Stromkarten kann es alles nicht sein. Die Yacht rauscht durch die See Mächtige Wellenberge rollen heran und Wälzen sich unter uns durch. Manchmal bricht eine Welle vorher und nimmt sodann einen kleinen Umweg durch das Cockpit und wenn die Luke nicht zu ist auch zum Ärger von Rainer bis in sein Bett. Ohne Mond und Sterne sind die Nächte, wie auf einer Autobahn im Nebel Man fährt einfach ins nichts. Das Schlechtwettergebiet Hat auch bei uns seine Spuren hinterlassen. Im innern des Schiffs sind Anzeichen leichter Unordnung zu erkennen.die Wachkleidung wird nicht mehr rechtzeitig zur nächsten Wache trocken. Waschen und Zähneputzen muss vertagt werden. Rainer und Ronni haben heute wieder im warmen Golfwasser mit der Pütz ein Bad genommen.das An und Ausziehen gleicht einem Akrobatiktraining.Die Zubereitung einfachster Mahlzeiten macht Leo hervorragend. Heute gab es frischen Salat Kartoffelbrei und Spiegeleier. Der 6 Tag. Nach einer stürmischen Nach und Wellen von allen Seiten war jeder froh wenn seine Wache beendet war.henning konnte heute seine Wache nicht antreten, da er nicht fit war.also musste Leo einspringen und Ronni unterstützen.gegen Morgen haben wir dann den Sturm- Spi gesetzt.er bescherte uns eine rauschende Fahrt von bis zu 14 Knoten.leider nicht über Grund. Wir hatten wieder die ganze Nacht und Tag den Strom von bis zu 4,5 Knoten gegenan. Wir hätten nach gesegelten Meilen schon längst Point Alpha erreichen müssen.es ist zum verzweifeln. Die Stimmung ist trotzdem gut.leo hat uns gerade wieder mit Köstlichkeiten verwöhnt.

5 Leider mussten wir feststellen, das unser Spi Fall durchgescheuert ist.die Ummantelung hat sich an 2 Stellen im Mast durchgescheuert. Der Spi muss schnell geborgen werden. Eine Pause tut der Crew auch Mal gut. Das bergen hat bei 7-8 gut geklappt.nun haben wir ein erneutes Problem: Wer geht in den Mast hoch.ronni hat abgelehnt. Ich habe noch genug vom letzten mal. Andre ist ganz heiß darauf in den Mast zugehen. Der Skipper hat es aber bei dem Wellengang von 4-5 Metern aus Sicherheit gründen abgelehnt und auf später verschoben. Der 7 Tag. Der Wind flaut etwas ab, nach einer kurzen Pause umlaufender Winde dreht der Wind auf Südwest. Ideal für uns, um nach Point Alpha zu segeln. Wir haben jetzt nur 20 Kn Wind, ideal um die Genua I zu setzen. Der frühe Morgen bringt uns Segelwetter, wie wir es schon lange geträumt haben. 34 Knoten Wind aus 120. Die Cheri Raffay Hamburg pflügt mit 11 Knoten über Grund durchs Wasser. Point Alpha, wir kommen keine 100 sm mehr. Uns erreichte die Nachricht der HSH-Nordbank dass sich Kerstin das Fußgelenk gebrochen hatte. Achtung : Sollte dies eine weitere Warnung sein, die ganze Sache nicht zu unterschätzen?! Kerstin war mehrfach Mitglied von Überführungscrews der cheri, hatte mit Rainer und Ronald Kurse in Hamburg absolviert und uns in Newport häufig an Bord kontaktet. Wir hoffen alle, dass es optimale Lösungen der Probleme geben wird, denn es wäre bedauerlich, wenn die HSH- Nordbank aufgeben müsste. Immer wieder sind unsere Gedanken bei Kerstin. Im warmen Golfstrom war noch einmal duschen mit der Pütz angesagt. Damit wir alle wieder gleich gut riechen. Das Fiebern auf Point Alpha hat seinen Höhepunkt: wer wird wohl in der Wache den Point Alpha passieren? Etwa 60 sm vor erreichen des Point Alpha (PA), wird ein Licht achtern gesichtet wie es sich später herausstellt, ein Segler, also ein Verfolger, nur wer kann das sein? Kurz darauf taucht in Backbord die Beleuchtung eines anderen Fahrzeuges auf, fast auf der Höhe von PA. Als wir das Fahrzeug passiert haben wechselt die Lichtführung zu rot und orange blinkend ganz etwas anderes. Dann werden wir von der Maiden, unserem Verfolger, über Funk gerufen. Die können auch nicht erkennen was sich denn da in Lee abspielt. Alle versuchen über Radar das Fahrzeug mit dem Wunderlicht zu erfassen, es wird wohl ein Fischer sein. Ronni hatte bei PA eine nette Überraschung versprochen - was kann das sein? Ist es ein Empfangskomitee mit Wurstbuden, Bierständen, Musik, Tanz und Frauen? Nichts ist, außer dunkler Nacht und Regen. Nun ist es soweit UTC am passieren wir Point Alpha, Andre und Ivo haben Wache. Alles wird haarklein dokumentiert und der Kartenplotter dafür auch mehrfach abgelichtet. Danach wird erneut noch kurz der Plan für die Weiterfahrt anhand des aktuellen Wetters diskutiert: 30 abfallen und mit der großen Genoa weiter. Die Maiden, ein alter Whitebread Racer, hat aufgeholt, setzt den Spinnacker und zieht davon.

6 Der 8. Tag Die Nacht war ruhig, die Wachen konnten ihren Dienst ruhig angehen und gut steuern. Von der Crew der letzter Nachtwache und der ersten Tageswache wird die Genoa geschiftet und ausgebaumt. Der Morgen mit der Brise von Süd bietet Gelegenheit der wachsenden Entropie (geringerer Ordnungszustand) entgegen zu wirken. Es wird geräumt, geputzt und gescheuert. Unter Deck lichtet sich das Chaos und die Gesichter aller sind heiter und noch unrasiert. Die Wunden der letzten Tage werden geleckt, d.h. hier und da ist die eine oder andere Reparatur nötig. Nun wird es spannend, Andre will / muss in den Mast, das Spi-Fall wechseln und eine Sorgeleine sichern. Das Unternehmen in 24 Metern Höhe, bei leichter Atlantikwelle, wird sehr sorgfältig geplant und unter der Aufsicht von Rainer durchgeführt. Mit Spannung und voller Konzentration, nun sind Fehler unverzeihlich, wird das Manöver von allen, mit Andre in der Höhe bewältig - alles klappt gut. Einigen sind noch die Bilder vom Americas Cup im Sinn als ein Crewmitglied bewusstlos am Mast hang und schwer verletzt geborgen werden musste. Andre, unser Held des Tages, berichtet von den Schwankungen und den Kräften die nötig sind, den Halt dort oben nicht zu verlieren wie Dauerliegestütze. Die Aktion hat etwa 30 Minuten gedauert und alle sind erleichtert, nun haben wir wieder zwei Spinnackerfallen. Die Genoa wird geborgen und der Spi geht rauf. So machen wir uns mit 8 9 Knoten auf die Fahrt am Großkreis entlang auf zum nächsten Ziel unserer Reise gen Schottland. Und wieder mal haben wir Strom gegen an! Eine relativ ruhige Fahrt, im Vergleich zur vergangenen Woche. Heute vor einer Woche sind wir gestartet und die 2. Etappe wird heute in Newport starten. Uns erreicht die erfreuliche Nachricht, dass Kerstin sicher abgeborgen wurde und die HSH-Nordbank das Race fortsetzen kann. Also Jungs lernt daraus Sicherheit geht vor. Kein unnötiges Risiko für Crew und Schiff!! Der 9. Tag Auch dieser Tag verspricht auseichend Ruhe und Entspannung. Achterlicher Wind um 15 Kn verschafft dem großen leichten Spinnacker den nötigen Schub es geht gut voran. Wir pokern weiterhin auf Wind entlang des Großkreiskurses. Rein Schiff, Kojen lüften und trocknen, duschen, sonnen für die Freiwachen. Seit wir in der frisch gereinigten Oase die Panoramafenster öffnen können, findet man überall einen Ort, um zu relaxen. Segeln für die nächsten Tage wie auf dem Südatlantik, aber die Vorhersagen drohen Temperaturen von ca. 10 an Zu den zahlreichen Delphinen, die täglich und nachts wie Torpedos das Schiff begleiten, gesellen sich seit heute auch einzelne Wale. Wir erkennen sie durch das Ausblasen, den Buckel und die Schwanzflosse, die kurz aus der Wasseroberfläche taucht zuletzt wenige Meter neben dem Schiff. Alles passiert so schnell, dass wir noch nicht mal Fender ausbringen konnten. Beim nächsten Wal werden wir versuchen, einen Raffay-Aufkleber anzubringen. Wir vertrauen darauf, dass der Wal

7 uns viel früher bemerkt, als wir Ihn sehen können und den nötigen Abstand hält. Dennoch wird verstärkt Ausschau gehalten. Das heutige Iridium-Telefongespräch mit unserem Berliner Freund Eddi Ziegler motiviert uns, die Fitnessübungen wieder aufleben zu lassen. Er hat in so vielen Törns täglich Fitnesstraining an Bord der Cheri geleitet. So finden nach längerer Pause wieder Übungen auf dem Oberdeck statt. Der 10. Tag Während der Nacht können wir wieder zahlreiche Delphine auf der Jagd beobachten. Sie hinterlassen durch ihr Kielwasser Spuren, die genau ihre Bahnen beschreiben. Auch die gejagten Fischschwärme, die vor den Delphinen und uns flüchten, zeichnen sich derart gespenstisch ab ein beeindruckendes Schauspiel. Man glaubt, allein auf dem Atlantik zu sein, nur weil es zu selten gelingt, diese Unterwasserwelt so zu beobachten. Der Tag beginnt leider mit Nebel, der schon in der Nacht aufgezogen war. Temperaturen um 16, nasses Deck, leichter Nieselregen versprechen ungemütliche Wachen. Wir hoffen auf etwas Sonne während des Tages - vergeblich. Laufend müssen wir die Umgebung mit dem Radar überwachen. Heute ist Bergfest die halbe Strecke ist nach 10 Tagen geschafft. Leo verspricht uns Kaffee und Kuchen zum Nachmittag sowie ein schönes Risotto mit Rindfleisch und Pilzen als Abendessen. Ronald will eine Flasche Weißwein (für alle 9!) dazu aus der Bordapotheke freigeben. Alkohol gibt es, wenn überhaupt, nur in geringen medikamentösen Dosen und auch nur nach besonderer Erlaubnis des Skippers. Der Wind ist maßgeschneidert ca. 15 Kn aus SW, kaum Wellen. Mit dem großen Gennacker rauschen wir mit 9 10 Kn in den Dunst. Unsere Position der heutigen Auswertung ist zufrieden stellend. Wir bewundern die Entwicklung der Peter von Sestermühe und hoffen, dass die HSH-Nordbank nicht zu sehr nach hinten fällt. Es hätte auch uns treffen können denken wir so oft. Am frühen Abend ein dumpfer Knall und ein Ruck durchs Rick nein bitte nicht schon wieder ein Spinnackerfall. Ein Aufschrei der Wache : Der Gennacker ist am Kopf abgerissen. Schnell alle Mann an Deck und das Tuch bergen, bevor wir darüber fahren und sich die Tuchtaschen mit Wasser füllen, unter Wasser gedrückt werden und als Treibanker wirken. Leider zu spät bei der Geschwindigkeit. Bevor sich das Tuch um Kiel, Ruder und Propeller wickelt, müssen wir ihn aufgeben und die Schoten kappen. Die Ursachenforschung hat ein neues Ergebnis und eine Überraschung für uns parat. Nicht das Fall war diesmal im Mast durchgescheuert, sondern der Spleiß des Fallschäkels war gebrochen. Zum Glück können wir das Fall ohne Probleme aus dem Mast ziehen und es somit wieder einsetzen. Das in Newport vorsorglich eingebaute neue Fall wurde schlampig gespleißt, so dass die ganze Kraft nur durch den Mantel getragen wurde. Keine Ausführung für den havy duty-einsatz auf dem Nordatlantik. Heute Abend ist es zu naß, zu unsicher noch in den Mast zu gehen also gleich morgen früh und die Nacht mit der Genoa I weitersegeln. Somit fehlen uns leider 2 Kn Fahrt.

8 Der 11. Tag Die Nacht verlief ohne Zwischenfälle keine fuck ups - würden die Mädels von der KPMG sagen. Die Nacht und die Morgenwache bereiteten das Frühstück, als Andre im Bademantel erschient und sich beklagte, dass das warme Wasser schon nach ca. 30 Minauten Duschzeit ausgegangen sei doch ein fuck up? Der Spruch des Tages. Die gemeinsamen Mahlzeiten, Frühstück und Abendessen werden geradezu zelebriert. Der letzte Gossip von den Nachtwachen wird ausgetauscht und die Aussichten und Erwartungen im Regattaverlauf abgeglichen. Nach dem Frühstück ging diesmal Ivo nach einer kurzen Diskussion in den Mast, um das Spinnackerfall vom Vortag neu einzufädeln. Andre hatte von seiner Königin ein stricktes Aktionsverbot mit ernstzunehmenden Androhungen per Mail erhalten, als sie von der 1. Aktion erfuhr woher bloß? Er stand aber mit hilfreichem Rat zur Seite. Nach bekannter Methode verlief alles routinemäßig und der nächste Gennacker konnte gesetzt werden. Die Reise ging mit Speed weiter. Wir müssen so langsam unsere Segel einteilen, sonst wird s am Ende knapp damit. Der 12. Tag Das Bordleben nimmt seinen Lauf. Zwischen den Wachen ergibt sich die eine oder andere Skatrunde. Zum Preisskat reicht s noch nicht so richtig. Seit Tagen zieht uns der Gennacker tapfer durch die Wellen. Es wird zunehmend kälter. Die warmen Socken, langen Unterhosen, Handschuhe, Mütze und Schal sind für die Nacht nötig das volle Programm. Es wird Sommer im Norden. Gegen Mittag kommt sogar die Sonne etwas durch, bringt leider nicht mehr sehr viel Wärme. Der aktuelle Wetterbericht droht mit einem neuen Sturmtief für Donnerstag / Freitag. Mal sehen, was in drei Tagen davon übrig bleibt. Je dichter wir Fair Isle kommen, desto mehr interessieren die täglichen Positionsmeldungen sagenhaft, wie die Sägemühle läuft (so heißt die Peter von Seestermühe, da sie alle versägt und der Spitznahme für den Sprachgebrauch an Bord kürzer ist. Seit heute bekommen wir vom Fleettracker die Hochrechnung der Reststunden und die voraussichtliche Ankunftszeit in Cuxhafen sehr sportlich. Unsere Hochrechnungen werden überprüft, Spekulationen angestellt. Die Toilettenpumpe des vorderen Wc s bringt keine Leistung mehr. Nicht gut, aber wenn es denn sein muß, besser heute als morgen, falls schweres Wetter kommen sollte. Toilette zerlegen hm ein Hochgenuß beim Segeln. Nur wer dieses Vergnügen schon einmal hatte, weiß wovon die Reede ist. Wehe, die Ursache ist wieder irgendetwas, was nicht in eine Bordtoilette gehört besser auch kein Papier. Toilette demontiert aha, die Pumpe ist s. Nicht lange fackeln, neue Pumpe montieren. Zum Glück haben wir derart lebensnotwendige Ersatzteile immer an Bord. Den Rest können wir genüsslich zerlegen, wenn wir in Hamburg sind.

9 Der 13. Tag Bis auf Dietmar und Leo wurde beschlossen, sich nicht zu rasieren. Am Frühstücktisch erscheinen neue Gesichter mit wildem Bartwuchs. Das Haupthaar vereint sich gleichmäßig mit dem Gesichtshaar, da sich alle die Kopfhaare vor dem Start extrem geschnitten / rasiert hatten. Zur Ankunft in Cuxhafen müssen wir uns wohl etwas einfallen lassen, damit wir auch wieder erkannt werden. Besser, wir sehen nicht mehr so häufig in den Spiegel, denn eine gewisse Verwilderung ist nicht zu verleugnen. Seit Stunden laufen wir hoch am Wind. Der versprochene Wind ist mit ca. 30 Kn ist schon mal da. Der bequemste Platz ist in der Koje. Die Hörbücher werden ausgepackt, hin und her getauscht, kopiert vom Laptop auf den ipot usw.. Der Laptop quittiert die dauernden Spielereien und Experimente letztendlich mit einem Streik nichts geht mehr. Keine s, kein Wetter. Jetzt wird s ernst. Alles wieder löschen, runterfahren und wieder von vorn. Ab jetzt absolute Sperre, denn der Rechner hat Vorrang für den Bordgebrauch. Als nächstes lässt sich das Iridium- Telefon jetzt nicht mehr betreiben??? Zum Glück haben wir auch dafür Ersatz ein Iridium-Handy. Stunden später - alles wieder ok. Auch dieses Problem wird später in Hamburg geklärt. Nur zu den Mahlzeiten kriechen wir z.zt. im Salon zusammen. Die versprochene Gourmetküche lässt auf sich warten. Die eine oder andere Tüte wird mit Wasser aufgefüllt und deren Inhalt auf dem Boden sitzend gelöffelt. Leo hat seine Mühe, die einfachsten Gerichte zuzubereiten, wir die Mühe, alles ohne Sauerei zu uns zu nehmen, denn Hunger haben wir eigentlich immer. Es kommt die eine oder andere Frage nach artgerechter Haltung auf um einen Vergleich zum Tierreich zu ziehen. Kommentar : Solange das Tier schläft und frisst, ist es gesund. Der 14. Tag Tag Die nächsten Tage werden von den Vorgaben des Sturmtiefs bestimmt. Es hat uns voll im Griff. Nicht nur der bequemste Platz ist in der Koje, inzwischen auch der sicherste. Wer seine Freiwachen nicht zum Ballast trimmen auf der hohen Kante mit Regen und Salzwasserduschen bei 12 verbringen will (haha), zieht sich in die Horizontale zurück. Für die Kojen im Vorschiff werden inzwischen Platzreservierungen angenommen, denn das Erlebnis für eine Sekunde über der Koje zu schweben und zwischendurch mit einem Blick wie in eine Waschmaschinentrommel alle Geräusche des Schiffes und des vorbeigurgelden Wassers zu erleben, toppt die schärfste Geister- und Achterbahn sagen Thorsten, Henning und Ivo. Vielleicht eine Anregung für den nächsten Dombesuch. Unsere Kommunikation beschränkt sich auf die Zeit der Wachen, die Diskussionen über das aktuelle Wetter, die Segelführung und über den taktisch besten Kurs unter dem geringsten Bruchrisiko. Willkommene Abwechslung sind immer die s aus der Heimat. Zunächst führt uns der Kurs nach Nord, beste Möglichkeit, den Windstärken von 9 und? Auszuweichen und nicht zurück zu fahren, denn unser Ziel liegt im Nordosten und der Wind kommt auch daher. Bei ca Kn Wind halten wir das

10 Schiff unter Kutter segel und dreifach gerefftem Groß. Wenn nur nichts zu Bruch geht. Alle Luken zu, damit wir nicht mehr Feuchtigkeit als nötig ins Innere bekommen. Die Segelanzüge werden genauso nass wieder an wie vorher ausgezogen. Trotz Heizung innen bessert sich die Situation nicht, da die nötige Lüftung fehlt. Eine Luft, wie im Pavian Käfig. Es ist so weit, genug nach Norden gefahren. Wende, Kurs passt nach Nordost, genau nach Fair Isle denkste, denn nach ein paar Stunden können wir gerade noch nach Osten segeln, aber in Großkreisnähe soll und das nächste Tief moderate Winde aus Nordwest bringen. Also zunächst weiter nach Osten. Hoffentlich gelingt uns dieser Zauberschlag und bringt uns endlich wieder voran. Uns erreichen die Nachrichten anderer Teilnehmer, denen es nicht besser geht. Bruch hier und da zwingt den einen oder anderen, aufgeben zu müssen. Wir verstehen diese deutlichen Warnungen sehr wohl. 16. Tag Vorübergehend verbessert sich unsere Platzierung wieso eigentlich? Aha, in der nächsten Meldung sind wir schon wieder weiter hinten wie befürchtet. Der Wind lässt auf 25 Kn weiter nach. Wir beschließen Segelwechsel, weil die Sturmbesegelung unzureichende Fahrt durch die alte Welle und Dünung erlaubt. 7 Kn Fahrt durchs Wasser sollten schon sein. Der Alarm unserer Lenzpumpe macht sorgen, denn eigentlich ist kein Wasser da, sollte auch nicht. Nur die Automatik ausschalten ist zu risikovoll. Also leben wir damit, dass der Summe unregelmäßig anspringt Tag und Nacht. Auch der Echoalarm kommt immer mal wieder, obwohl die Tiefe kein Problem ist. Sind es wieder Wale, jetzt unter uns, die den Alarm auslösen? Hat sich unsere Idee mit dem Wal und dem Raffayaufkleber in Walkreisen rumgesprochen. Jetzt wollen hoffentlich nicht alle einen haben, denn so viele Aufkleber haben wir gar nicht dabei???? Am Abend machen wir nun gute Fahrt mit einer leichteren Besegelung und beobachten unsere Platzierung, den Wettbewerb und deren Winkelzüge argwöhnisch. Bei Regen und der kriechenden Kühle werden die Wachen recht ungemütlich, aber was soll s da müssen wir nun alle durch. Das erhöht eben die Vorfreude auf eine warme Dusche, ein trockenes gerades Bett und einen frischen Salat. Brief an Klaus Lieber Klaus (bei einigen hier noch unbekannter Weise), hier mischen sich die Gefühle, wenn wir daran denken die Reise sollte bald zu Ende sein. Unbestritten waren die Mahlzeiten an Bord der Cheri die allerbeste aller Regattateilnehmer. Leo hat die beeindruckenden Dosen mit dem köstlichen Inhalt so hingabevoll geöffnet und die Zubereitung zelebriert, das es eine wahre Pracht ist. Hier sind wir uns einig ohne die super Kost wären wir nicht wo wir jetzt sind, nämlich weit vorne. Die meisten können sich an so gute Rouladen und Gulasch nur von Mama gemacht erinnern, wenn überhaupt schon mal so lecker gegessen. Von der

11 Bolognese Sauce waren nicht nur die Nudelliebhaber an Bord, derart überwältigt, dass Leo dem Ansturm auf die Pantry nur mit Mühe Einhalt gebieten konnte. Einige ziehen es in Erwägung gleich wieder gen Osten zurück zu segeln, nur wenn der nächste Stopp Rio ist, sollten wir noch neuen leckeren Proviant erhalten. Mit wohlig gefüllten Mägen und viele lieben Grüßen auf dem Weg gen Cuxhaven, die Crew der Cheri Raffay Hamburg Ronny, Rainer, Leo, Andre, Thorsten, Rollo, Henning, Ivo und Dietmar Der berühmte Rock Hall mitten im Atlantik steht noch wie beruhigend, wenn dieser Felsen wenigstens in unserer elektronischen Seekarte gewesen wäre..... Schon beim DCNACH hatten wir uns über diese Unvollständigkeit der Karte gewundert. Es soll uns eine Warnung sein. Der 17. Tag Die Tiefs ziehen hin und her. Keine klare Linie im Wetterablauf. Um den optimalen Kurs muss immer wieder gepokert werden, um nicht in die Flauten oder Gegenwinde zu geraten. Wir hatten gehofft, am 4.7. Fair Isle zu runden - wer weiß. 2 Schiffe sind durchs Ziel, unsere Gedanken sind bei ihnen zu Hause. Wir gratulieren der Outsider und der Chieftain per für deren Leistungen. Der Tagesablauf gestaltet sich durch die eine oder andere Reparatur, z.b. am Stromgenerator, an Segeln usw. Die heutige Ausgabe von Küchen und Toilettenpapier brachte die Überraschung, dass der Restvorrat komplett naß geworden ist. Also die Bestände streng einteilen und zur Not die Toilettenbürste benutzen? Heute kommen die ersten schottischen Fischer in Sicht. Ebenso die Seeadler. Auch die Maiden soll in der Nähe sein, die wir schon beim Point Alpha getroffen hatten. Schön, mal wieder menschliche Lebenszeichen zu sehen. Seit Tagen plagt sich Ronald mit Rückenbeschwerden. Seine Wachen müssen übernommen werden, denn er kann sich trotz Voltaren nur sehr mühsam und unter Schmerzen bewegen. Die harten Drogen werden wir Ihm für den Zieleinlauf aufsparen, denn er wird sich dann nichts anmerken lassen wollen und ohne den Skipper am Ruder können wir die Ziellinie nicht passieren. Seine Schmerzen hindern ihn nicht daran, heute die komplette Modenschau ablaufen zu lassen. Gennacker Genoa schwer Genoa leicht aus- und einpacken, rauf und runter. Dann endlich kommen wir wieder auf unser Soll von min. 7 Kn Fahrt. Die neue Genoa I leicht zieht uns wie ein Ochse durch die See. Gerade wurden noch die Skatkarten im Cockpit gemischt, schon zieht sich innerhalb von Minuten eine feuchte Nebelgardine um uns zu. Nur wenige Meter Sicht. Der 18. Tag Nun visieren wir das nächste Etappenziel - Fair Isle mit dem Leuchtturm Skroo an. Der Wind ist jedoch heute auch wieder gegen uns und das führt dazu, dass die Crew

12 weiter am Morgen noch zahlreiche Segelwechsel durchführen muss. Einige überlegen im Ölzeug in die Koje zu liegen, der nächste Wechsel kommt bestimmt nur wann genau? Leider hat der Wind die Tendenz aus genau der Richtung zu wehen in die wir müssen, von Fair Isle. Am Ende ist die die leichte Genoa I die beste Option mit der wir die Höhe laufen können, aber eben nicht hoch genug, um das Ziel anzuliegen. Wir hoffen auf den von den Wettergöttern angekündigten Winddrehern nach NO. Noch ist es nicht soweit und wir kreuzen bei Wind zwischen 10 und 18 Kn nördlich der Orkney Islands. Aus sicheren Quellen wissen wir, anderen Teilnehmern geht es nicht besser und einige versuchen ihr Glück unter Land in Richtung Wendemarke. Zu sehen sind keine anderen Teilnehmer, obwohl wir fieberhaft Ausschau halten der eine oder andere sollte doch in Sichtweite sein! Bestandsaufnahmen für Verpflegung, Wasser etc. bestätigen, wir könnten es noch einige Tage länger durchhalten nur das Toilettenpapier? Brief an den Sponsor: Cheri-Raffay-Hamburg.de Liebes Raffay Team, Hier ist die Crew der Cheri Raffay Hamburg. Wir sind nun bald am nördlichsten Punkt unserer Strecke, um genau zu sein genau auf N und W - beim Leuchtturm Skroo auf Fair Isle den Shetlands. Auch wenn hier Sommer sein soll, ist es recht kühl und wir haben gelegentlich Schauer, die für die Wachen kein Spaß sind. Nicht wie in südlichen Gefilden, als wir unsere Wachen in T-Shirt und kurzen Hosen fuhren. Nun sind wir ja so vorzüglich mit Schwer-Wetter-Kleidung dank Raffays großzügiger Unterstützung ausgestattet. Mit der Segelbekleidung von Gaastra, das Ölzeug ist wunderbar wasserdicht und die Fleece sind kuschlig warm, da haben wir schon eine sehr gute Ausrüstung. Mit dieser Bekleidung sind wir in der Lage unter allen Bedingungen die Performance zu leisten, die hier notwendig ist. Gerade in den vergangenen Tagen hat sich diese professionelle Bekleidung bewährt und wir konnten dem widrigen Wetter zufrieden trotzen. Das ist eine große Erleichterung aber entbindet uns nicht, bei Nacht und Wetter unseren Dienst zu tun, um weiter vorne mit dabei zu sein, es fällt einfach ein wenig leichter. Beim Segeln, hoch am Wind oder von achtern, sind uns immer die hervorragenden Segel, die wir hier auf der Cheri durch die Firma Raffay zur Verfügung haben, präsent. Besonders die leichte Genoa I zieht das Schiff noch bei 10 Kn Wind durch die alte See sie zieht wie ein Ochse. Nicht nur beim Empfang im Yacht Club New York gaben wir die best gekleidete Crew ab, sonder auch für das Wetter hier auf dem Nord Atlantic sind wir bestens gerüstet, dank Raffay. Daher tragen wir gern den Namen Raffay Hamburg mit der Cheri in die Welt und kehren sehr stolz zurück nach Hamburg. Wir freuen uns auf das Finish in Cuxhaven und die anschließende Fahrt über die Elbe nach Hamburg - zum Tor der Welt.

13 Zusammen mit Raffay sind wir ein schlagkräftiges Team, freuen uns auf den Empfang und vor allem die Begeisterung und das Mit fiebern der Raffay Belegschaft, von der wir hier mit Freude gehört haben. Unser Ziel ist es, hiermit einen Funken des Teamgeistes von Bord auch an das tolle Team an Raffay Hamburg weiterzugeben. Übrigens wurden wir vielfach während der ganzen Reise von Europa über die Karibik und die USA auf das VW-Logo angesprochen. VW ist vielfach ein Begriff, VW Raffay die Perfektion der Automobiltechnik und Service. In diesem Sinne haben wir den Namen der Firma Raffay und die Unterstützung für das blue race anerkennend und dankend erwähnt. Auf diesem Wege schon mal ein ganz großes Dankeschön von der Crew Cheri Raffay Hamburg - Skipper Ronny und den Atlantic Racern Rainer, Leo, Andre, Thorsten, Rollo, Henning und Dietmar - an das Team Raffay Hamburg, auf ein baldiges Treffen in Hamburg P.S. Auf diesem Wege wollen wir den Crews der Outsider und der Chieftain für Ihre erfolgreiche Überfahrt und Ankunft gratulieren Der Tag An der Zahl der s von Freunden und Angehörigen ist zu merken, wie die Daheimgebliebenen mit fiebern und unsere Ankunft gebührend vorbreiten wollen. Die Planung laufen vielerorts auf Hochtouren. Viele möchten uns gerne im Ziel in Cuxhaven begrüßen. Nur gestaltet Sicht die Planung wegen der Unsicherheit etwas schwierig, wird es Samstag oder doch erst Montag noch kann niemand eine halbwegs verlässliche Aussage machen! An Bord wird gefiebert - wann sind wir in der Nordsee und wie wird das Wetter dann dort sein? Die Stimmung der Crew ist dennoch sehr entspannt, noch sind genügend Rouladen vorrätig. Die ersten Überlegungen gehen durch die Köpfe, wie werden die Tage nach der Ankunft verlaufen. Schiff reinigen, Container ausräumen, Ausrüstungen prüfen, ersetzen, sortieren für die Restsaison, Segel zum Segelmacher etc.. Gedanken an den kommenden beruflichen Alltag erobern sich hier und da die eine oder andere Gehirnzelle neu. Man sagt, segeln reinigt die Gedanken und befrei von seelischem Ballast. Bisher war es so, hoffentlich versiegt dieser Vorrat nicht schon zu schnell. Natürlich freuen wir uns auf die Events, die in Cuxhaven und am City-Sportboothafen in Hamburg auf uns warten. Zum Vorteil gereicht uns nun die große Auswahl an Leichtwindsegeln alles Versionen aus Rollos Schlafzimmer, in die er jeden Abend sein Haupt bettet, denn seine Koje ist die Segellast. Es gelingt, nahezu jeden Windhauch in Fahrt umzusetzen. Auch die Strömungen auf der Rückseite der Shetlands meinen es endlich gut mit uns und schieben, was das Zeug hält. So kommen wir mit dem Wechsel von Nebelwänden und Privatbriesen heil durch das Verkehrstrennungsgebiet. Inzwischen sind wir Meister im Wechseln der Segel, zupfen / trimm hier und da, immer wieder. an Torben Knappe (NRV Marketing und Regattaorganisation): Hallo Torben,

14 Hier ist die Crew der Cheri Raffay Hamburg, allen voran Ronny Wulff. Seit gestern Abend hatten wir Topfschlagen um den besten Wind und eine günstige Strömung. Nun, da wir wieder mit 8 10 Kn Wind gesegnet sind, und mal wieder den Strom mit haben, holen wir das Beste raus. So langsam müssen wir uns aber über die Versorgungslage Gedanken machen. Unsere Vorräte reichen voraussichtlich noch bis Sonntag maximal. Nun unse Bitte an Dich, auch um das Wohl der anderen Crews könnte die Regattaleitung kurzfristig einen Versorgungsposten auf Fair Isle einrichten? Wir würden uns über Wasser, frische Milch, Obst, Gemüse und ein paar saftige Steaks sehr freuen, vor allem Toilettenpapier! Bitte teile uns mit, wo und wann die Shetland Coastguard die Crews hier in der Gegend mit dem Nachschub versorgen kann. Mit vielen Grüßen von der gutgelaunte Crew auf der Cheri - in freudiger Erwartung Gegen Mittag hören wir die Meldung der Haspa Hamburg über VHF, dass Fair Isle gerundet wird. Sie müssen kurz vor uns im Nebel stecken. Kurzzeitig bilden wir uns ein, ein Segel sehen zu können. Gegen 14:05 UTC runden wir Fair Isle und begrüßen die Nordsee mit einem bescheidenen Schluck Champagner. Jetzt sind wir schon fast zu Hause, nur noch ca. 450 Sm bis in die Elbmündung also nur noch ca. 2-3 Tage zum Ziel. Neue Hochrechnungen beginnen, z.t. sehr optimistisch, denn alle wollen nach Hause. Ein Hurra wir haben Handy-Netz. Schnell eine halbe Stunde mit der / den Liebsten telefonieren welche Freude, mal wieder deren Stimmen zu hören. O2 sowei Vodafon UK werden ihre Freude an der Regatta haben. Der 21. Tag Die Nacht segeln wir am Wind zügig auf Zielfahrt in Richtung Elbmündung. Die zahlreichen Bohrinseln werfen ihre Lichter in die Nacht Beleuchtungen wie ein Kreuzfahrer, dem der Schornstein brennt. Zumindest ist hier Hilfe nicht weit im Fall eines Falles, da hier reger Helikopter Verkehr von und zu den Bohrplattformen und zwischen den verschiedenen Versorgungsschiffen herrscht. Alle Überlegungen, zunächst mehr Süd zu halten (mehr Wind?) werden verworfen. Wir können den Umweg nicht mit mehr Speed nutzen und pokern auf den angekündigten Nordwest. Am späten Vormittag wird nach einer kurzen Gennackerbriese der große Spinnacker gesetzt und es geht mit 8-10 Kn durchs Wasser - ab die Post. Cuxhaven wir kommen! Die Sonne kommt raus, es wird richtig warm. Wir werden gleich übermütig, da uns schon lange nach Duschen ist. Die erste Decksdusche wird unter lautem Geschrei mit 13 Nordseewasser von Ronald genommen. Er wird gnadenlos abgepützt war auch wieder nötig. Der eine oder andere schließt sich dem Geplansche an ohne großes Theater, denn es ist tatsächlich angenehmer als erwartet und in der Sonne wird man schnell wieder warm. Der Tag vergeht mit Lesen und Skatspiel Ronald, Ivo und Andre haben sich zu Zockern entwickelt halsen / schiften und relaxen. So richtig entspanntes und zügiges Nordseesegeln.

15 Wir haben nun auch eine Lösung für die Herausforderung mit der Toilettenpappierknappheit gefunden: ein Imodium pro Tag, für jeden - das blockiert jegliche Verdauung! Unser Vorrat in der Bordapotheke sollte bis zu unserer geplanten Ankunft am Sonntag reichen Geschrieben von Hans

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