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1 aufgeschlossen Das Förderermagazin des Landesmuseums Württemberg »Wahre Schätze«suchen wahre Freunde I

2 Titelmotiv»Wenn ich tanze, sagen die Leute manchmal, ich würde über die Bühne schweben«, sagt Eric Gauthier, Leiter von Gauthier Dance im Theaterhaus und Stuttgarter Publikumsliebling, mit einem Augenzwinkern. Deshalb ist der elegante Götterbote Merkur mit den Flügeln an Helm und Schuhen auch seine ganz persönliche Empfehlung für ein Patenobjekt. Mehr zur aktuellen Spendenaktion»Kulturpatenschaft«, mit der Sie die kommende Ausstellung»Wahre Schätze. Antike Kelten Kunstkammer«unterstützen können, lesen Sie ab Seite 16. Impressum Ausgabe 1/2015 Herausgeber: Landesmuseum Württemberg, Altes Schloss, Schillerplatz 6, Stuttgart Redaktion und Texte: Markus Wener / Anne Eichmann Gestaltung: die umsetzer agentur.de Druck: Bildnachweis: Bechtel Druck GmbH & Co. KG, Ebersbach / Fils Alle Landesmuseum Württemberg, Stuttgart; Hendrik Zwietasch / Dominik Drasdow; außer: Seite 20 Klaus Mellenthin, Seite 23 Markus Wächter, Seite 25 Gottfried Stoppel/EMH

3 aufgeschlossen Das Förderermagazin des Landesmuseums Württemberg » Unsere Kultur. Unsere Geschichte. «

4 Inhaltsverzeichnis Wahre Freunde für»wahre Schätze«... 4»Christoph « Gesellschaft zur Förderung des Landesmuseums Württemberg e. V Unsere aktuelle Spenden-Aktion Jetzt Kulturpatin oder Kulturpate werden! Es ist soweit: Unsere»Wahren Schätze«sind auf der Suche nach Paten. Eirene, die modebewusste Schönheit aus Ägypten, die filigranen keltischen Bronzepferdchen oder die exotische Götterfigur»Xolotl«welches Exponat wird Ihr»Wahrer Schatz«? Wie Sie Pate oder Patin werden, lesen Sie ab Seite 16.

5 Liebe Freundinnen und Freunde des Landesmuseums Württemberg, in diesem Jahr können Sie sich auf ein wahres Feuerwerk von Sonderausstellungen freuen: Kaum aus dem»traum von Rom«erwacht, geht es mit den wunderbaren»kunstschätzen aus Hohenlohe«weiter, die im Sommer bei uns zu sehen sind, bevor ab Ende Oktober Herzog Christoph im Mittelpunkt stehen wird. Wie Sie in dieser Ausgabe von aufgeschlossen lesen werden, ist ein solch dichtes und vielfäl tiges Programm ohne Förderer nicht zu realisieren. Allen Unterstützern möchte ich an dieser Stelle meinen herzlichen Dank aussprechen. Hinter den Kulissen wird selbstverständlich auch weiterhin mit Hochdruck an der neuen Schausammlung»Wahre Schätze. Antike Kelten Kunstkammer«gearbeitet, die ab 21. Mai 2016 im Alten Schloss präsentiert wird. Lassen Sie sich ab Seite 4 von uns auf den neuesten Stand dieses Großprojektes bringen. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie sich von unserer Begeisterung anstecken lassen und die Realisierung der Ausstellung mit einer Kulturpatenschaft unterstützen würden. Mehr zu unserer aktuellen Spendenaktion finden Sie ab Seite 16. Viel Freude bei der Lektüre wünschen Ihnen Cornelia Ewigleben und das Team des Landesmuseums Württemberg 3

6 Wahre Freunde für»wahre Schätze«

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8 Die»Wahren Schätze«kommen näher Rasant nähert sich der Eröffnungstermin für die neue Schausammlung»Wahre Schätze«. Schon im Mai 2016 soll der erste Stock des Alten Schlosses in neuem Glanz erstrahlen. Aber wie steht es mit den Vorbereitungen? Wie weit sind die Planungen und ihre Umsetzung vorangeschritten? In einem kleinen Update von A wie»ausstellungsräume«bis Z wie»zitronengelb«bringen wir Sie auf den neuesten Stand. Ausstellungsräume: eröffnet! Ein großer Meilenstein der Bauarbeiten ist bewältigt: Ganz im Zeitplan wurde Anfang des Jahres die Sanierung der Ausstellungsräume abgeschlossen. Neue Decken, ein neuer Boden, Brandschutzvorrichtungen, barrierefreie Zugänge und die technischen Voraussetzungen für die Ausstellung alles ist fertiggestellt. Dieser erste große Schritt wurde im März gebührend gefeiert, als das Landesmuseum Württemberg zu einem Tag der offenen Tür einlud. 6

9 Exponate, Exponate Die Stars der Ausstellung, die Exponate, halten die Kollegen auf Trab: Mit der wissenschaftlichen Bearbeitung allein sind 17 Kolleginnen und Kollegen am Landesmuseum befasst. Was dabei die größte Herausforderung ist?»wenn wir aus Platzgründen Exponate aus dem Ausstellungskonzept wieder herausnehmen müssen. Alle Objekte haben spannende Geschichten zu erzählen. Da fällt es schwer, einige doch im Depot zurückzulassen«, sagt Dr. Nina Willburger, die den Bereich der Antike kuratiert. Einige Stücke haben aber bereits einen Platz in der Startelf sicher. Carmen Fischer aus der Marketingabteilung kann sich entspannt zurücklehnen, denn ihr Lieblingsobjekt, der»xolotl«, wird ganz bestimmt in der Kunstkammer gezeigt werden (s. Foto, vorherige Seite). Warum sie so von dem aztekischen Gott begeistert ist?»ich find s total spannend, aus welchen Teilen der Welt die Wahren Schätze alle so kommen. Und beim Anschauen des Xolotl packt mich immer gleich das Fernweh.«Mein Stück Altes Schloss: Wahre Freunde für»wahre Schätze«Es ist wunderbar, dass dem Landesmuseum auch bei der Realisierung der»wahren Schätze«wieder zahlreiche Bürgerinnen und Bürger zur Seite stehen. Im Rahmen der Auftaktkampagne»Mein Stück Altes Schloss«gingen bereits mehr als 80 Spenden ein, die direkt der Ausstellung zugutekommen. Zum Dank erhielten alle Spender ab 50 ein Original-Stück vom Alten Schloss, das von Umbauarbeiten stammt. Über weitere»wahre Freunde«freuen wir uns sehr! Sie möchten dazugehören? Einige der kleinen Steine sind noch vorhanden der Countdown läuft! Mehr zu dieser und zu anderen Möglichkeiten, wie Sie sich engagieren können, lesen Sie in der Rubrik»Spenden und Fördern«auf 7

10 Vorfreude: prominente Stimmen zur Ausstellung Auch einigen bekannten Württemberger Persönlichkeiten liegt die Ausstellung schon jetzt sehr am Herzen. Dazu gehört auch Dr. Gerhard Raff Historiker, Schriftsteller und Verleger. Sein Urteil zu den»wahren Schätzen«:»Schon Justinus Kerner sang: Unser Land trägt Edelstein. Und unsere Region ist eine Schatztruhe. Einige ihrer Wahren Schätze sind bald im Alten Schloss zu sehen. Auf die Wiedereröffnung der Kunstkammer der Herzöge von Württemberg freue ich mich als württembergischer Geschichtsschreiber mit den Worten von Matthias Claudius wie s Kind zur Weihnachtsgabe.«Dr. Gerhard Raff im Innenhof des Alten Schloss. 8

11 Bei Anruf Kultur! Zitronengelb und informativ: die Telefonzelle im Innenhof des Alten Schlosses Und warum können Gerlinde Kretschmann und Eric Gauthier die Ausstellungseröffnung nicht erwarten? Welcher Kurator verspricht von seinem Ausstellungsteil:»Um so viel Gold zu sehen, müssten Sie eigentlich in den Keller der Schweizer Nationalbank gehen.«? Wo macht Direktorin Cornelia Ewigleben auf ihrer Zeitreise durch die letzten zehn Jahre im Alten Schloss Station? Welches Objekt, für das Sie Patin oder Pate werden können, rühmt sich als»der eher natürliche Typ, mit dem einem auch mal etwas schwindelig werden kann«? Informatives und Unterhaltsames rund um die Ausstellung in Wort und Bild bietet die gelbe Telefonzelle im Innenhof des Alten Schlosses. Schauen Sie doch mal vorbei! 9

12 Die Restaurierung der Kunstkammerobjekte Schönheitskur für die»wahren Schätze«Damit die»wahren Schätze«im Mai 2016 im wahrsten Sinne des Wortes in vollem Glanz erstrahlen können, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im vierten Stock des Alten Schlosses gefragt. Hier haben, für die Besucher verborgen, die Restauratoren ihren Arbeitsplatz. Insbesondere bei den Objekten aus der Kunstkammer der Herzöge von Württemberg sind restauratorische und konservatorische Maßnahmen nötig: Mit etwa sechshundert Münzen, über einhundert Waffen, knapp 80 wissenschaftlichen Instrumenten sowie verschiedenen kleineren Objektgruppen ist erst die Spitze des Eisbergs bewältigt. Bis zur Eröffnung stehen noch fast 900 Objekte auf der Liste von kleinteiligen lierten Schmuckstücken bis zu großen, mit exotischen Naturmaterialien kombinierten Goldschmiedearbeiten. Routine oder gar Langeweile kann dabei nicht aufkommen: Jedes Objekt stellt neue Fragen und birgt neue Herausforderungen. Kunstwerke unter Strom Beim Turboschneckenpokal beispielsweise bestand die besondere Problematik darin, eine schonende Reinigungsmethode zu finden. Die vergoldeten Beschläge des Pokals bestehen im Kern aus Silber und das oxidierte mit Schwefelverbindungen in der Luft zu Silbersulfit, das als farbig schillernde Schicht die Oberfläche bedeckte. Lange war es gängig, solche Korrosionen auf Vergoldungen chemisch zu entfernen.»das Problem dabei ist, dass handelsübliche Silbertauchbäder oft langfristig schädliche Chemikalien im Objekt hinterlassen, wodurch das Silber schneller wieder anläuft«, erläutert Moritz Paysan, der die Restaurierung der kunsthandwerklichen Metallobjekte im Landesmuseum verantwortet. Seine Lösung des Problems ist die sogenannte elektrolytische Reinigung: Das Objekt wird mit einer leitenden Flüssigkeit, dem Elektrolyt, benetzt und an eine Messelektrode und eine Stromquelle angeschlossen. Durch die gezielt wechselnde Anwendung niedriger Spannungen wird aus der Korrosion zunächst der Schwefel entfernt. Danach werden verbleibende Rückstände durch Umpolung der Spannung ohne mechanische Einwirkung von der Vergoldung abgetragen. Aufwendig blieb die Reinigung des Pokals dennoch: Die zwei Turboschneckenpokale: einer vor und einer nach der Restaurierung w 10

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14 Er musste sorgfältig in seine Einzelteile zerlegt und partiell abgedeckt werden, denn das Perlmutt und unvergoldetes Silber hätten im Elektrolyt Schaden nehmen können. So waren Moritz Paysan und seine Helfer drei Wochen mit der Restaurierung des Pokals beschäftigt. Das glänzende Ergebnis belohnte für die Arbeit und gibt neuen Schwung für den zweiten Turbo schneckenpokal, der bereits auf die Schönheitskur wartet.»kk blau 42«ein kniffliger Fall Wegen des großen Arbeitsumfangs werden für bestimmte Bereiche auch externe Restauratoren herangezogen. Das Landesmuseum ist in der glücklichen Lage, mit der Wüstenrot Stiftung einen Förderer gefunden zu haben, dem die Objektrestaurierung am Herzen liegt (s. Interview auf den folgenden Seiten). Dank der Unterstützung konnten unter anderem die anfallen den Kosten für die Restaurierung einiger Bergkristallgefäße gedeckt werden. Bei diesen Gefäßen sollten die älteren, vergilbten Klebungen Restaurator Moritz Paysan bereitet den Deckel des Pokals für die elektrolytische Reinigung vor. Kunstkammer-Kuratorin Dr. Katharina Küster-Heise blickt ihm über die Schulter. 12

15 In der Antike hielt man Bergkristall für versteinertes Eis. Dank der neuen, dezenten Klebungen sieht der Bergkristall nun wieder genauso aus: strahlend klar und natürlich kühl. und Ergänzungen entfernt und durch ein modernes Kunstharz ersetzt werden. Diese Aufgabe übernahm die Restauratorin Birgit Schwahn. Über zwei Wochen hieß es für sie: Alte Klebungen vorsichtig quellen und entfernen, Flächen reinigen, passgenaue Silikonmanschetten zum Auffüllen von Fehlstellen herstellen und natürlich alle Einzelteile wieder sorgsam zusammensetzen. Der Fall»KK blau 42«, das ist die Inventarnummer der Drachenschale, war besonders schwierig. Fünf verschiedene Lösungsmittel kamen zum Einsatz, keines konnte die alten Klebungen lösen. Ein spezielles Gel galt als letzter Versuch und somit als letzte Hoffnung. Über Nacht wirkte es ein und am nächsten Morgen lag die Drachenschale in voneinander gelösten Fragmenten vor, die neu verklebt werden konnten. Und nun sieht nur, wer ganz genau hinschaut, dass die Schale einmal zerbrochen war. 13

16 »Wunderbar, was die Restauratoren hier geleistet haben!«die Wüstenrot Stiftung vor Ort Die Wüstenrot Stiftung finanzierte die Restaurierung von fragilen Objekten aus der Kunstkammer der Herzöge von Württemberg. Joachim E. Schielke, Vorstandsvorsitzender, und Philip Kurz, Geschäftsführer, waren im Museum, um sich über die Restaurierungsarbeiten zu informieren. Waren Sie schon einmal in einer Restaurierungswerkstatt? Ja, denn die Wüstenrot Stiftung unterstützt neben vielen eigenen Projekten, z. B. in der Denkmalpflege, bundesweit mehrere Museen bei der Erschließung und Sicherung ihrer Depots. Dazu gehört auch die Konservierung und Restaurierung von Exponaten, die wir im Bündnis»Kunst auf Lager«zusammen mit 12 weiteren öffentlichen und privaten Stiftungen bundesweit fördern. Bei Besuchen in Restaurierungswerkstätten stellen wir immer wieder fest, welch bedeutende Objekte in Museumsdepots lagern und dass diese Schätze oft nur durch die Arbeit kompetenter Restauratoren»ausstellungsfähig«gemacht werden können. Manche Objekte aus der Kunstkammer waren in schlechtem Zustand: Einige Bergkristallarbeiten lagen nur in kleineren und größeren Fragmenten vor, Gold- und Silberschmiedearbeiten waren verschmutzt und mussten aufwendig gereinigt werden. Wie wirken die nun restau rierten Preziosen auf Sie? Es ist wunderbar, was die Restauratoren hier geleistet haben! Es ist ihnen gelungen, den repräsentativen Charakter der Exponate trotz der sehr schwierigen Materialzustände wieder zur Geltung zu bringen. Die Objekte wirken intakt, ohne dass sie die Spuren ihres Alters oder ihre Patina verloren haben. Sie erstrahlen nicht aufdringlich in»neuem Glanz«, sondern zeigen ihre Geschichte. Sehr interessant ist auch, wie die Restauratoren elektrolytische Prozesse heranziehen, um Oberflächenabtrag durch Reinigung zu vermeiden. Ein wirklich hervorragendes Stück Arbeit, auf die man hier im Landesmuseum stolz sein kann. Gibt es ein Objekt, das Ihnen besonders gut gefällt? Das fragile Bergkristallgefäß, bei dem verfärbte frühere Klebungen des Bergkristalls ersetzt und sogar Fehlstellen ergänzt wurden, ist besonders 14

17 Joachim E. Schielke und Philip Kurz nehmen die detailreich gearbeitete»rossstirn«aus dem 16. Jahrhundert in Augenschein, die früher für einen glanzvollen Auftritt von Reiter und Ross sorgte. Das Objekt konnte dank der Unterstützung der Wüstenrot Stiftung restauriert werden. beeindruckend. Es offenbart beispielhaft die Pracht der Kunstkammer der württembergischen Herzöge durch seine handwerkliche, vor allem aber durch seine künstlerische Qualität. Das zeigt sich auch im feinen Zusammenspiel der verschiedenen Materialien. Das Publikum wird sich freuen, wenn es dieses Objekt nächstes Jahr in der Schausammlung wieder zu sehen bekommt. Warum passen die Wüstenrot Stiftung und das Landesmuseum Württemberg so gut zusammen? Ein Schwerpunkt unserer Stiftungsarbeit ist die Erhaltung und Pflege unseres kulturellen Erbes und die Sicherung und Verankerung kultureller und künstlerischer Leistungen im Gedächtnis der Gesellschaft. Dieses Anliegen teilen wir mit dem Landesmuseum. Außerdem eint uns die Verbundenheit mit unserer Region, die ja nicht nur wirtschaftlich eine der stärksten Regionen Europas ist, sondern auch besonders reich an kulturellen Hinterlassenschaften. 15

18 Unsere»Wahren Schätze«suchen Paten! Die Vorfreude steigt! In der kommenden Schausammlung»Wahre Schätze. Antike Kelten Kunstkammer«ist ein großes Wiedersehen mit einzigartigen Objekten in Sicht. Dann ziehen Eirene, die modebewusste Schönheit aus Ägypten, die filigranen keltischen Bronzepferdchen oder die exotische Götterfigur»Xolotl«endlich zurück ins Alte Schloss! Und damit sie und die vielen anderen Berühmtheiten aufwendig restauriert und gebührend ins Licht gesetzt, die Vitrinen professionell gebaut und die Ausstellungsräume modern gestaltet werden können, suchen über 150»Wahre Schätze«Paten darunter zum Beispiel auch der Hut des berühmten»keltenfürsten von Hochdorf«oder ein schicker Vorläufer des Plateauschuhs aus dem frühen 17. Jahrhundert. Haben Sie ein Exponat besonders ins Herz geschlossen? Unterstützen Sie die»wahren Schätze«mit einer Patenschaft für Ihr Lieblingsobjekt und leisten Sie damit einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der neuen Ausstellung! Und so funktioniert s! Unter können Sie sich Ihren ganz persönlichen»wahren Schatz«ab 50 Euro aussuchen und direkt per Online- Spende oder klassischer Überweisung Patin oder Pate werden. Gerne helfen wir Ihnen auch telefonisch bei der Auswahl. Als kleines Dankeschön für Ihre Spende erhalten Sie eine individuelle Patenurkunde, eine exklusive Einladung zum Besuch Ihres»Patenkindes«und natürlich eine steuerlich absetzbare Zuwendungsbescheinigung. 16

19 Eine persönliche Empfehlung! Museumsaufsicht Elies Rovira freut sich besonders auf diesen antiken Priesterkopf und ist gespannt, ob die Besucher die kleinen eingemeißelten Götterszenen auf dem Hinterkopf entdecken.»und wenn nicht, dann mache ich sie darauf aufmerksam. Denn dieses Detail sollte man sich nicht entgehen lassen!«17

20 Was genau unsere»wahren Schätze«zu bieten haben, das verraten sie Ihnen am besten selbst: Die Schönheit aus Ägypten»Chaire! Sei gegrüßt! Ich bin Eirene. Das ist griechisch und heißt Frieden. Auch wenn ich auf den ersten Blick vielleicht aussehe wie eine Römerin, lebe ich doch in Ägypten. Aber ich liebe die römische Kleidung und vor allem typisch römische Frisuren. Wenn Sie also eine echte Dame mit Flair, Stil und Modebewusstsein suchen, die Ihnen noch dazu etwas über ihre ägyptische Heimat und den dortigen Brauch der Mumienporträts erzählen kann, dann melden Sie sich bei mir.«das Traumpaar auf Goldkurs»Guten Tag! Dürfen wir uns vorstellen? Wir zwei sind der goldene Hit auf jeder Speisetafel. Sie müssten mal sehen, wie sich die schicken Damen und Herren der höheren Gesellschaft amüsieren, wenn wir kreuz und quer zwischen Teller und Obstschale, Suppenterrine und Löffelchen umher sausen. Die Etikette bei Tisch kennen wir bestens und natürlich auch den neuesten Klatsch und Tratsch. Also: Holen Sie uns auf Ihren Tisch, und wir lockern jede noch so spießige Runde auf.«die Sportskanone»Heute gehen die jungen Herren ins Fitnessstudio und stählen ihre Körper, um gut auszusehen und bei den Mädchen anzukommen. In der klassischen Antike trainierte man dagegen vor allem, um seine Stadt vor Feinden zu schützen und moralisch vollkommen zu sein. Aber sportliche Wettkämpfe sind zeitlos. Und da ich immer noch top in Form bin, sind Sie mit mir auf der Gewinnerseite des Lebens. Also: Werden Sie mein Pate!«18

21 Der geheimnisvolle Exot»Ich gebe zu, mit meinem Totenkopf, der dreieckigen Nase, dem roten Stein im offenen Mund, den Löchern im Bauch und den Sandalen an den Füßen sehe ich erst mal etwas irritierend aus. Aber ich bin aus kostbarer Jade und noch dazu eine Götterfigur aus dem fernen Mexiko. Lange glaubte man, ich sei der der aztekische Gott Xolotl aber ob das wirklich so ist? Vielleicht verrate ich Ihnen als Patin oder Pate mein Geheimnis ja... «Die Glücksbringer»Wenn Sie ein Herz für Pferde und gleichzeitig ein Faible für die Kunst der Kelten haben, dann sind wir genau die richtigen Patenkinder für Sie. Wir wurden mit ganz viel Sorgfalt und Liebe aus Bronze gegossen und saßen auf dem Joch des Wagens aus dem Hochdorfer Fürstengrab. Vorne am Wagen die echten Zugpferde, oben auf dem Geschirr wir. Die Kelten glaubten nämlich, das Symbol des Pferdes bringe dem Fahrer und dem Gespann Glück. Und wer möchte das Glück nicht gerne pachten?!«der Hingucker schlechthin»meine Damen! Jede Frau fängt an zu schwärmen, wenn sie mich sieht. Geht es Ihnen nicht auch so? Trotz meiner fast 400 Jahre bin ich noch todschick. Als ich damals in Italien auf den Markt kam, war ich der Inbegriff von Extravaganz. Weißes und zerhacktes Leder: Da haben die Leute gestaunt, kann ich Ihnen sagen. Und auch jetzt bin ich noch ein echter Hingucker. Wenn Sie mich adoptieren, müssen Sie mich nur anschauen und ich erzähle Ihnen automatisch etwas von dreckigen Gossen und frisch gewienerten Parkettböden. Na?«Weitere»Patenkinder«finden Sie unter Oder rufen Sie uns einfach an:

22 CHRISTOPH Ein Renaissancefürst im Zeitalter der Reformation»Herzog Christoph hat das Land nach vorn gebracht. Es ist schön, dass das Landesmuseum die prägende Persönlichkeit Herzog Christophs in dieser bedeutenden Ausstellung zeigt.«landesbischof Frank Otfried July

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24 Einer der bedeutendsten Herzöge wird 500 Anlässlich des 500. Geburtstags von Herzog Christoph im Jahr 2015 präsentiert das Landesmuseum ab dem 24. Oktober die Ausstellung CHRISTOPH Die Kuratoren Dr. Matthias Ohm und Delia Scheffer geben im Interview einen kleinen Einblick in die Ausstellung. Warum ist Herzog Christoph eine bedeutende historische Figur? Ohm: Er konnte die Reformation zuerst im linksrheinischen Mömpelgard, dann in ganz Württemberg fest etablieren. Seine konfessionellen, sozialen und politischen Vorstellungen fanden im gesamten evangelischen Europa Verbreitung. Die 1559 von ihm erlassene Große Württembergische Kirchenordnung diente von Skandinavien bis Slowenien als Vorbild. Haben sie ein persönliches Lieblingsexponat in der Ausstellung? Scheffer: Ich freue mich sehr auf die»melancholia«von Matthias Gerung. Es ist eine Art»Wimmelbild«mit Szenen aus dem Renaissanceleben. 22

25 Die Ausstellung erhält eine großzügige Unterstützung von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters MdB:»Ich freue mich, dass mein Haus die Ausstellung CHRISTOPH Ein Renaissancefürst im Zeitalter der Reformation des Landes museums Württemberg unterstützen wird. Im Rahmen der Lutherdekade leistet diese Ausstellung einen wichtigen Beitrag zur Vorbereitung auf das Reformationsjubiläum.«Ohm: Das Alte Schloss, das von Christoph im Renaissance-Stil umgebaut wurde, ist eigentlich das größte und prachtvollste Exponat. Als der französische Botschafter anlässlich der Ausstellung»Im Glanz der Zaren«zu Besuch kam, stand er bewundernd im Innenhof und schwärmte:»hier ist es so wunderschön wie in Blois«einem der bedeutendsten Renaissance-Schlösser in Frankreich. Gab es überraschende Aspekte auf die Sie bei der Recherche zur Ausstellung gestoßen sind? Scheffer: Eine bekannte Redewendung entstand wohl im Zusammenhang mit Christoph und zwar das»hornberger Schießen«: Die Einwohner von Hornberg wollten Herzog Christoph, der die Stadt besuchen kam, mit Salutschüssen begrüßen. Das Pulver wurde aber bereits bei der Vorhut des Herzogs verschossen, so dass man ihn bei seiner Ankunft nicht mehr gebührend begrüßen konnte. 23

26 »Ein wichtiger Schritt auf das Gedenkjahr der Reformation hin«die Reformationsdekade, ausgerufen von der Evangelischen Kirche in Deutschland, bereitet auf die 500. Wiederkehr der Veröffentlichung der 95 Thesen Martin Luthers im Jubiläumsjahr 2017 vor. Das Jahr 2015 steht unter dem Motto»Reformation Bild und Bibel«. Die Ausstellung CHRISTOPH ist ein Beitrag zu diesem Jahr. Landesbischof Frank Otfried July hat gemeinsam mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Schirmherrschaft der Ausstellung übernommen. Herr Landesbischof, welche Bedeutung hat das Ausstellungs projekt für Sie? Es ist schön, dass das Landesmuseum die prägende Persönlichkeit Herzog Christophs in dieser bedeutenden Ausstellung zeigt. Herzog Christoph hat das Land nach vorn gebracht. Die Ausstellung ist ein wichtiger Schritt auf das Gedenkjahr der Reformation 2017 hin. Im Zuge der Ausstellung sind zahlreiche Kooperationen zwischen dem Museum und der Evangelischen Landeskirche in Württemberg entstanden. Worüber freuen Sie sich am meisten? Ich freue mich über die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum, an der ich gerne mitwirke. Das zeigt sich zum Beispiel am landeskirchlichen Kunstpreis, der in diesem Jahr ausgeschrieben wird und die Bedeutung Herzog Christophs reflektieren soll. Die Übergabe des Preises wird im Zusammenhang der Ausstellung im März 2016 stattfinden. Außerdem werde ich eine»ehrenpatenschaft«für die Kinder übernehmen, die in diesem Jahr geboren werden, Christoph heißen und getauft werden. Wir können nie genug»christusträger«haben! 24

27 Welche Rolle nimmt die Evangelische Landeskirche in Württemberg im Kulturleben des Landes Baden-Württemberg ein? Hier lasse ich zunächst Zahlen sprechen: In ca Ensembles der Kirchenmusik sind Menschen verbunden, die von nebenamtlichen und 150 hauptamtlichen Chorleitern und Chorleiterinnen betreut werden. In der schulischen Bildung und der Erwachsenenbildung tragen wir zur Kultur bei. Mit dem aktiven Verein»Kirche und Kunst«pflegen wir die Beziehung besonders zur Bildenden Kunst. Ich denke außerdem an die vielfältige Erinnerungskultur in unseren Kirchengemeinden. Und in diesem Jahr erwarten wir über Gäste des Deutschen Evangelischen Kirchentags, die im Juni eine besondere gesellschaftliche Diskurs-Kultur in Stuttgart praktizieren, die nachwirken wird. 25

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29 Gesellschaft zur Förderung des Landesmuseums Württemberg e. V.»Wir sind Mitglieder, weil das Alte Schloss für uns ein Stück Heimatgeschichte birgt«

30 Auf dem Sofa der Fördergesellschaft Diesmal haben die Eheleute Eva und Christian Himmelhan auf dem Sofa der Fördergesellschaft Platz genommen. Sie wohnen in Öhringen, besuchen aber jede Sonderausstellung des Landesmuseums Württemberg in Stuttgart. Erinnern Sie sich noch an den Anlass, der Sie dazu bewogen hat, der Fördergesellschaft beizutreten? Eva Himmelhan: Es war seine Idee, und er kann sich nicht mehr daran erinnern (lacht). Die Entscheidung fiel spontan. Kennengelernt haben wir das Museum, als wir noch in Stuttgart gewohnt haben und es sonntags eine Führung durch die Restaurierungswerkstätten gab. Hier haben wir die Mitarbeiter kennengelernt, die dafür verantwortlich sind, dass ein Objekt ausgestellt und erhalten werden kann. Diese Menschen bekommt man ja sonst nicht zu Gesicht. Christian Himmelhan: Landesgeschichte ist uns sehr wichtig. Und wir haben uns gesagt, dass wir die Arbeit am Museum durch eine Mitgliedschaft unterstützen möchten. Im Sommer zeigt das Landesmuseum Württemberg die Ausstellung»Kunstschätze aus Hohenlohe«. Was verbinden Sie mit diesem Thema? Eva Himmelhan: Wir sind vor 30 Jahren nach Hohenlohe gezogen, daher freut es uns sehr, dass diese Ausstellung kommt. Durch die vielen ehemaligen Fürstentümer gibt es sicherlich so manchen kleinen oder großen Schatz aufzuspüren. Ich bin auch auf den Bogen in die Neuzeit gespannt, denn wir haben auch bedeutende»industriefürsten«, die sammeln. So kann man die Kunstwerke zeigen, die aus der Idee des Künstlers entstanden sind. Die Preziosen aus den Fürstenhäusern waren auch nach dem Geschmack der Auftraggeber gearbeitet. Das ist ein anderer Ansatz. Welches Ausstellungsthema würden Sie sich einmal wünschen? Christian Himmelhan: Wir könnten uns gut eine Ausstellung zu Oberschwaben vorstellen: eine sehr spannende Geschichte mit den vielen Klöstern und den verschiedenen Adelshäusern. Auch wenn von Österreich viel beeinflusst wurde, gab es trotzdem zahlreiche eigene Entwicklungen.»Neuwürttemberg«ist einfach zeigenswert! 28

31 Praktikantin Sabrina Kunz erklärt Konservierungsmaßnahmen an Skulpturen. Was bedeutet für Sie der Ort Museum? Christian Himmelhan: Für mich ist es die Bewahrung von Kulturgütern und auch ein Stück weit Identifikation. Ich finde es immer spannend zu wissen, woher etwas kommt und wie die Zusammenhänge sind. Das Feld der Vermittlung ist ebenfalls ein wesentlicher Aspekt. Das Museum baut hier die Brücke zur Auseinandersetzung mit der eigenen Kulturgeschichte. Was möchten Sie anderen Museumsbesuchern mit auf den Weg geben? Eva Himmelhan: Seien Sie immer neugierig! Es ist gerechtfertigt, weil das Spektrum, das man hier im Museum erleben kann, so groß ist und es so vieles zu entdecken gibt. 29

32 Ein eingespieltes Team bei der Arbeit: Die Gestalterin Brigitte Renner, Kuratorin Inke Beckmann und Projektkoordinatorin Janna Meyer (v.l.n.r.) stimmen sich im Grafikatelier ab. 30

33 »Einer der schönsten Edelsteine in Württembergs Krone«So bezeichnete 1826 Karl Julius Weber die Region Hohenlohe. Und da das auch heute noch gilt, zeigt das Landesmuseum die Sonderausstellung»Kunstschätze aus Hohenlohe«. Die Fördergesellschaft ermöglichte die Realisierung der Ausstellung mit einer großzügigen finanziellen Unterstützung. In zehn Räumen präsentiert die Ausstellung das Wirken der weit verzweigten Fürstenfamilie Hohenlohe, die Blüte der ehemaligen freien Reichstadt Schwäbisch Hall und überregional bedeutende Kunstsammlungen. Das Thema»Sammeln«zieht sich dabei wie ein roter Faden durch die Ausstellung. Viele Kunstwerke stammen aus Privatbesitz.»Wir haben Wert darauf gelegt, verborgene Kunstschätze aus der Region zu zeigen, die lange nicht oder noch nie in der Öffentlichkeit zu sehen waren«, berichtet Ausstellungskuratorin Dr. Inke Beckmann.»Dazu gehört beispielsweise die wertvolle und wirklich grandiose Sammlung von Max Kade mit Druckgraphiken von Dürer und Rembrandt.«Die große Vielfalt der Objekte stellt auch andere Abteilungen, die hinter einer Ausstellung stehen, vor knifflige Fragen:»Das Spektrum reicht von der Ahnengalerie über Druckgraphiken bis zur Kunst von Christo. Deshalb erforderte jeder Raum der Ausstellung eine ganz eigene Atmosphäre«, erläutert die Grafikerin Brigitte Renner.»Das haben wir unter anderem über ein wechselndes Farbkonzept realisiert: Klassische aristokratische Farben wie zum Beispiel tiefrot und jagdgrün, die an traditionelle Landsitze erinnern, oder das Smaragdgrün im Bloomsburystyle prägen den kulturhistorischen Ausstellungsteil; die Kunstwerke aus der Sammlung Würth wirken hingegen mit elegantem, sachlichen Understatement auf grau, um nur zwei Beispiele herauszunehmen.«projektkoordinatorin Janna Meyer ergänzt:»diese Abwechslung ist für die Besucher schön: Nach der stimmungsvollen Fülle der fürstlichen Kunstkammer stößt man auf Schützenscheiben, die ganz nüchtern und unaufgeregt an der Wand hängen. Und dann kommt noch diese tolle graphische Sammlung und zur Krönung Picasso, Munch, Kiefer und weitere Hochkaräter der Moderne und der Gegenwartskunst aus der Sammlung Würth. So eine Breite von Objekten ist ein echtes Novum im Alten Schloss.«31

34 Wir danken allen Förderern herzlich! Kunstschätze aus Hohenlohe (13. Juni bis 23. August 2015) CHRISTOPH Ein Renaissancefürst im Zeitalter der Reformation (24. Oktober 2015 bis 3. April 2016) Die Ausstellung wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

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