Beiträge zur Transfusionsmedizin

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1 Ausgabe Beiträge zur Transfusionsmedizin Blutspendewesen - eine humanitäre Aufgabe des Deutschen Roten Kreuzes Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Knut Ipsen Die Globalisierung der Infektionskrankheiten von Prof. Dr. med. Reinhard Kurth Preis für Transfusionsmedizin 2003 der Forschungsgemeinschaft der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes Prof. Dr. med. Erhard Seifried Infektionsrisiken durch Blutkomponenten und Blutprodukte Prof. Dr. med. W. K. Roth und Prof. Dr. med. Erhard Seifried

2 Inhalt Impressum In eigener Sache Eins für alle, das gemeinsame Journal der DRK-Blutspendedienste 3 Herausgeber: Die Ständige Konferenz der Geschäftsführer der DRK-Blutspendedienste vertreten durch: den Sprecher: Dr. med. Hans Lefèvre, Feithstraße 182, Hagen den Vorsitzenden: Prof. Dr. med. Erhard Seifried, Sandhofstraße 1, Frankfurt/M. beteiligte und für die Regionalteile zuständige Blutspendedienste: DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg - Hessen ggmbh, Mannheim Blutspendedienste des Bayerischen Roten Kreuzes, München DRK-Blutspendedienst Berlin - Brandenburg ggmbh, Berlin DRK-Blutspendedienst Mecklenburg-Vorpommern ggmbh, Neubrandenburg DRK-Blutspendedienste Nord ggmbh, Lütjensee Blutspendedienst der Landesverbände des DRK Niedersachsen, Sachsen- Anhalt, Thüringen, Oldenburg und Bremen ggmbh, Springe DRK-Blutspendedienst Sachsen ggmbh, Dresden DRK-Blutspendedienst West ggmbh, Ratingen Redaktion (verantwortlich): Dr. Bernd Küpper, München Friedrich-Ernst Düppe, Hagen Feithstraße 182, Hagen Tel.: 02331/ Fax: 02331/ Redaktion: Dr. Jörgen Erler, Baden-Baden; Peter Heimer, Berlin; Dr. Markus M. Müller, Frankfurt/M.; Dr. Detlev Nagl, Augsburg; Dr. Joachim Sternberger, Hagen; Eberhard Weck, Frankfurt/M. Realisation: concept-design GmbH & Co. KG deltacity.net GmbH & Co. KG SIGMA-DRUCK GmbH Auflagen: Gesamtauflage: Ex. ISSN-Angaben auf der Rückseite Zitierweise: hämotherapie,, Seite... Blutspendewesen - eine humanitäre Aufgabe des Deutschen Roten Kreuzes Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Knut Ipsen Die Globalisierung der Infektionskrankheiten von Prof. Dr. med. Reinhard Kurth Schwierigkeiten in der Infektionsbekämpfung Risiken durch technologischen und medizinischen Fortschritt Risiken durch Veränderungen in der Umwelt Mobilität und Lebensstil als Risikofaktoren Bedingungen für Ausbreitungserfolge von Infektionserregern Sind wir neuartigen Infektionskrankheiten schutzlos ausgeliefert? Preis für Transfusionsmedizin der Forschungsgemeinschaft der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes Prof. Dr. med. Erhard Seifried ++ REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ Die bisherigen Preisträger Forschungsengagement für sicherere Blutprodukte Priv. Doz. Dr. med. Thomas Müller Neuartige Techniken zur Inaktivierung von Viren und anderen Pathogenen in Thrombozytenkonzentraten Infektionsrisiken durch Blutkomponenten und Blutprodukte Prof. Dr. med.w. K. Roth und Prof. Dr. med. Erhard Seifried Extrem geringes Restrisiko durch Viren verlagert den Focus auf Bakterien Humanes Immundefizienzvirus 1/2 (HIV-1/2) Hepatitis-C-Virus (HCV) Hepatitis-B-Virus (HBV) Cytomegalie Virus (CMV) Hepatitis-A-Virus (HAV) Parvovirus B19 (PB19) Humanes T-Zell-Leukämie-Virus I/II (HTLV I/II) West-Nil-Virus (WNV) SARS Corona-Virus (SARS CoV) Sonstige Viren (Herpes-Viren einschließlich EBV und HHV 8, GBVC, TTV, u.a.) Bakterien Protozoen Variante Form der Creutzfeld-Jakob-Erkrankung (vcjd) Aktuelle Risikobewertung von Blutkomponenten und Blutprodukten Zum Titelbild Foto: Dr. Markus M. Müller, Frankfurt/M. Die Paulskirche ist das nationale Symbol für Freiheit und Demokratie in Deutschland, trat doch hier am 18. Mai 1848 die erste frei gewählte Nationalversammlung zusammen. Seit dem Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Paulskirche nicht mehr für geistliche Zwecke genutzt, sondern konzentriert sich auf ihre Rolle als Wiege der deutschen Demokratie. Am 26. September 2003 wird an diesem historischen Ort zum vierten Mal der Preis für Transfusionsmedizin der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes verliehen

3 In eigener Sache Eins für alle, das gemeinsame Journal der DRK-Blutspendedienste Das gemeinsame Publikationsorgan aller deutschen Rotkreuz-Blut- Blutdiagnostik zu informieren. Wir sehen unsere Verantwortung darin, schluss und der gemeinschaftlichen Ausgabe für alle Rotkreuz-Blutspen- 3 spendedienste ist nach intensiver dem in der Klinik tätigen Arzt eine dedienste einen Gewinn an inhalt- Projektphase druckfrische Realität Orientierung in der Flut von Infor- licher Qualität. So ist es uns ein geworden. Auf einer soliden Basis, wachsender Akzeptanz und steigen- mationen und Publikationen anzubieten. Unsere tägliche Arbeit als großes Anliegen, an jeden in der Transfusionsmedizin Tätigen zu der Erfolge der beiden Rotkreuz- Rotkreuz-Blutspendedienste und appelieren, mit eigenen Veröffentli- Publikationen hämotherapie des der daraus resultierende permanen- chungen in dieser Publikation zum Blutspendedienstes des Bayeri- te Kontakt mit Kliniken und Kranken- Erfolg des ambitionierten Vorha- schen Roten Kreuzes und Beiträge häusern wird immer sinnvoll in die bens beizutragen. zur Transfusionsmedizin des DRK- inhaltliche Gestaltung der Ausgaben Blutspendedienstes-West, gründet einfließen und so in logischer Kon- Dem erfahrungsgemäß vorhan- sich der Entschluss und auch der sequenz zu Praxisnähe und gemein- denen Bedürfnis nach regionalem Optimismus, den von Bayern und schaftlicher Problemlösung führen. Bezug wird in einem speziellen West eingeschlagenen Weg gemein- Wie bereits vor 20 Jahren, bei der Teil des Journals in der Heftmitte sam zum Nutzen aller fortzu- Einführung der hämotherapie und spezifisch für die einzelnen DRK- führen. der Beiträge zur Transfusionsmedi- Blutspendedienste Rechnung ge- zin, sollen die von uns angebotenen tragen. Unser Ziel ist es, das gemeinsame Informationen stets den Nutzen für Journal in den kommenden Jahren die tägliche Arbeit im Auge haben zu einem viel gelesenen und aufla- und so eine Hilfe für die unmittelba- genstarken transfusionsmedizini- re Anwendung darstellen. Eine kons- schen Publikationsorgan in Deutsch- truktive Kritik Ihrerseits wird uns land zu entwickeln. Aufgabe der jederzeit Ansporn sein, die Hefte hämotherapie - Beiträge zur Transfusionsmedizin wird es sein, Klinikärzte und Transfusionsmediziner über die neuesten Entwicklungen inhaltlich zu optimieren. Neben der wesentlich größeren Verbreitung und der dadurch zuge- Prof. Dr. med. Erhard Seifried Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Geschäftsführer Dr. Bernd Küpper Redaktion auf dem Gebiet des Transfusionswesens, der Hämotherapie und der wonnenen Auflagenstärke versprechen wir uns von dem Zusammen- Friedrich-Ernst Düppe Redaktion

4 Blutspendewesen - eine humanitäre Aufgabe des Deutschen Roten Kreuzes 4 Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Knut Ipsen Das Deutsche Rote Kreuz ist in den letzten Jahrzehnten - verstärkt durch die Wiedervereinigung unseres Landes - zu einer der leistungsfähigsten und bedeutendsten Hilfsorganisationen und Wohlfahrtsverbände der Welt gewachsen. Wir verdanken diese großartige Leistung neben unseren professionellen Einrichtungen vor allem der engagierten und qualifizierten Arbeit unserer Kreis- und Ortsverbände, unserer starken Gemeinschaften vor Ort. Bürgernähe, föderale Strukturen und der unermüdliche Einsatz von hunderttausenden von Helferinnen und Helfern machen uns zu einem starken Mitglied einer weltweiten Gemeinschaft, die für hilfsbedürftige Menschen in gesundheitlichen und sozialen Notla- gen, für die Opfer von Konflikten und Katastrophen umfassende Hilfe leistet, rund um die Uhr, flächendeckend in Deutschland, in über 40 Krisenregionen der Welt. Während die Herausforderungen durch eine Zunahme der gesundheitlichen und sozialen Notlagen bei uns und die Zahlen von Konflikten Gemeinsame Werbung, wie auf dieser Ausstellungswand, für die Blutspende beim Roten Kreuz betreiben die DRK-Blutspendedienste seit Foto: DRK-Generalsekretariat und Katastrophen in aller Welt dramatisch wachsen, verringern sich gleichzeitig die verfügbaren Ressourcen spürbar und auf Dauer. Das DRK ist im zunehmenden Maße den Veränderungen in Gesellschaft und Staat ausgesetzt, die Risiken und Unsicherheiten für unsere Zukunftsentwicklung werden unübersehbar Vollblutspenden der DRK-Blutspendedienste 1991 bis Jahr Vollblutspenden Zwischen 1991 und 2002 konnte die Zahl der tatsächlich entnommenen Vollblutspenden aller DRK-Blutspendedienste um über Spenden erhöht werden. Dies ist ein eindeutiger Beleg für die Leistungsfähigkeit der DRK-Blutspendedienste, die ohne die Mithilfe der Bevölkerung nicht denkbar wäre.

5 Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Knut Ipsen Präsident des Deutschen Roten Kreuzes Auch das Rote Kreuz kann seine Aufgaben nur wahrnehmen, wenn es täten in Forschung und Entwicklung frei bewegen. Die Bildung einer ge- 5 den technischen und wissenschaftli- meinsamen Forschungsgesellschaft chen Standard seiner Einrichtungen der DRK-Blutspendedienste wie Ethischer Kodex (Auszüge) den Erfordernissen unserer Zeit anpasst. Dies gilt insbesondere für das Blutspendewesen, das durch die schnelle Fortentwicklung der Trans- auch die Verleihung des Stiftungspreises Transfusionsmedizin sind richtungsweisende Schritte. Die Blutspende muss freiwillig sein fusionsmedizin einem ständigen Modernisierungsdruck unterliegt. Auch die Herausgabe einer von allen DRK-Blutspendediensten ge- Finanzieller Nutzen darf kein Beweggrund sein Die DRK-Blutspendedienste, die ca. 80 % der Versorgung mit Blutkonserven in Deutschland gewährleisten meinsam getragenen Zeitschrift hämotherapie - Beiträge zur Transfusionsmedizin ist ein Beleg für die Anonymität des Spenders und des Empfängers muss gewahrt bleiben und auch den größten Anteil des hier benötigten Blutplasmas der Patienten aufbringen, sind aufgrund ihrer Mitverantwortung für Qualität zukunftsorientierte Ausrichtung der DRK-Blutspendedienste. Alle Aktivitäten im Blutspendewe- Keine Unterschiede aufgrund der Rasse, Staatsangehörigkeit oder Religion und Sicherheit von Blut und Blutprodukten maßgeblich an der Weiterentwicklung des wissenschaftlichen und technischen Standards beteiligt. sen sind aber nur dann möglich, wenn immer genügend gesunde Menschen bereitwillig ihr Blut spenden, um den Patienten zu helfen, Wirksame und sichere Behandlung des Empfängers Das Deutsche Rote Kreuz ist der einhelligen Auffassung, dass die Auf- die dringend darauf angewiesen sind. Darüber hinaus werden für die DRK-Blutspendedienste stets Jeder Patient muss ungeachtet seiner finanziellen Lage mit Blut versorgt werden gaben der Transfusionsmedizin von den Blutspendediensten weiterhin nur mit höchster Professionalität und mit erhöhtem Einsatz von Forschung die rotkreuzspezifischen Grundsätze d. h. die Unentgeltlichkeit der Blutspende, der Einsatz freiwilliger Helfer und die Bindung an das Ge- Blut darf nicht verschwendet oder missbraucht werden und Entwicklung sowie mit modernen medizinischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Konzep- meinwohl als Ziele im Vordergrund stehen. Die Beachtung dieser Grundsätze gewährleistet, dass das Blut- ten erfüllt werden können. Deshalb spendewesen auch in Zukunft in haben wir einen Handlungskorridor erster Linie eine humanitäre Aufga- Das Deutsche Rote Kreuz folgt, wie das Rote Kreuz weltweit, dem ethischen Kodex für die Blutspende. Dieser Kodex wird mitgetragen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der Internationalen Gesellschaft für das Blutspendewesen (ISBT), der Internationalen Föderation der Blutspendeorganisationen (FIODS) sowie dem Europarat. definiert, innerhalb dessen sich die Blutspendedienste im Rahmen der Entwicklung der modernen Transfusionsmedizin und Hämotherapie und insbesondere bezüglich der Aktivi- be des Deutschen Roten Kreuzes bleibt.

6 Die Globalisierung der Infektionskrankheiten von Prof. Dr. med. Reinhard Kurth 6 Der Autor ist Präsident des Robert Koch- Instituts. Dieser Beitrag beruht in Teilen Schon relativ bald nach dem Ende des letzten Weltkrieges wurde den zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts deutlich rückläufig war. Auch auf dem Vortrag Die Renaissance alter Infektionskrankheiten eine abneh- im Bereich der Transfusionsmedizin und neuer Seuchen als Konsequenz mende Bedeutung sowohl in klini- konnte insbesondere in der zweiten menschlichen Handelns im Rahmen der Akademievorlesungen der Berlin-Branden- scher Hinsicht als auch aus seuchenhygienischer Sicht attestiert. Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die Einführung von Spenderauswahlkrite- burgischen Akademie der Wissenschaften. Mehrere Ursachen waren für die rien und Testung der Spender auf Entwicklung einer relativen Sorglo- transfusionsrelevante Infektionen wie sigkeit hinsichtlich des Bedrohungs- Syphilis und Hepatitis B eine zuneh- potentials von Infektionskrankheiten mende Infektionssicherheit bei Blut- verantwortlich, in deren Folge die transfusionen erreicht werden. Aufmerksamkeit für diese Krankheiten sank und das Lehrangebot an Ein radikales Umdenken bei Ärzten, den medizinischen Hochschulen so- Wissenschaftlern und im öffentlichen wie die finanzielle Förderung der In- Gesundheitsdienst setzte ein, als fektionsforschung verringert wurden. AIDS 1981/82 als neuartige Infektionskrankheit diagnostiziert werden Prof. Dr. med. Reinhard Kurth Präsident des Robert Koch-Instituts Was waren die Ursachen für diese Sorglosigkeit? Zum einen wurden vor rund 50 Jahren die ersten antibakteriell wirksamen Antibiotika musste und wenig später feststand, dass es sich hierbei um eine virale Erkrankung handelt, die primär sexuell sowie über Blut- und Blutprodukte weltweit eingeführt, später kamen übertragen wird. Verstärkt wurde erste antivirale Therapeutika auf den diese Bewusstseinsänderung weiter Markt. In der Mitte des vorigen Jahr- durch das Auftreten neuer unbe- hunderts begann auch eine Entwick- kannter Infektionen wie der Bovinen lung von Impfstoffen gegen bakteri- Spongiformen Enzephalopathie (BSE) elle und virale Infektionen. Viele der Rinder, vorwiegend in England Kinderkrankheiten verloren dadurch Mitte der 80er Jahre. Auch bei dieser ihren Schrecken, insbesondere die Krankheit bemerkte man wenig spä- Kinderlähmung. Eine verbesserte ter, dass es sich um eine Infektions- individuelle Hygiene und die Ver- krankheit handeln musste, die offen- wirklichung seuchenhygienischer bar von einem kontagiösen Eiweiß, Maßnahmen vor allem im Trinkwas- einem Prion, verursacht wird. ser- und Abwasserbereich trugen ebenfalls dazu bei, dass die Inzidenz Dieses Umdenken unter den Fachleu- der Infektionskrankheiten in den ten in der Infektionsmedizin führte zu industrialisierten Ländern in der der Erkenntnis, dass in den letzten

7 Jahrzehnten eine ganze Reihe von Infektionen als klinisch neue Erkrankungen definiert werden mussten (Tabelle 1). Daraus resultiert auch die Erkenntnis, dass wir in Zukunft mit neuartigen Infektionskrankheiten rechnen müssen und dass Epidemien mit bisher unerkannten Erregern oder eine Ausbreitung bekannter Erreger zu erwarten sind. Wir müssen ein Instrumentarium entwickeln, das geeignet ist, neue Epidemien oder gar Pandemien vorherzusagen und rechtzeitig zu bekämpfen. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, dass die derzeitige Prävalenz der Infektionskrankheiten weltweit gesehen ohnehin unakzeptabel hoch ist. Während parasitäre und andere Infektionskrankheiten in den Industrieländern nur für 1 % aller Todesursachen verantwortlich sind, beträgt dieser Anteil in den Entwicklungsländern immer noch über 40 %. Schwierigkeiten in der Infektionsbekämpfung Impfstoffe gelten als die effektivsten und preiswertesten Arzneimittel, die man kennt. Jedoch stehen für viele Infektionskrankheiten wie AIDS, Hepatitis C, Rotavirusinfektionen oder Malaria keine Impfmöglichkeiten zur Verfügung. Ein weiteres Problem in der Infektionsbekämpfung ist der unqualifizierte Einsatz von Antibiotika, sowohl in der Humanmedizin als auch als Leistungsförderer in der Auswahl klinisch neu erkannter Infektionen (etwa seit 1960) Bakterielle Infektionen B-Streptokokken Campylobacter Helicobacter Legionellen Yersinien Bartonella Borrelien Virale Infektionen Infektionen mit Viren der hämorrhagischen Fieber, z.b. Marburgvirus, Ebolavirus, Lassavirus, Hantaanvirus FSME Virus ( Frühsommer-Meningoenzephalitis ) Humane T-Zell lymphotrope Viren (HTLV-I, -II) Humane Immundefizienzviren (HIV-I, -2) Humane Herpesviren (z.b. HHV-6 bis -8) Infektionen durch Proteine (Prionen) Kuru des Menschen Neue Variante der Creutzfeldt-Jacob-Krankheit Tiermast, der zur Resistenzentwicklung bei Bakterien führt, die in der Behandlung problematisch sind. Entwicklungen der modernen Intensivmedizin wie der Einsatz von Zytostatika oder die Unterdrückung der immunologischen Abstoßung von Transplantaten führten zu einer steigenden Zahl von iatrogen immunsupprimierten Patienten, die durch opportunistische und andere Infektionen in einem besonderen Maße gefährdet sind. Diese Patienten sind auch in hohem Maße auf Transfusionen angewiesen, so dass hier die Notwendigkeit der Versorgung der Patienten mit erregerfreien Blutprodukten besonders deutlich wird. Ausschlaggebend für die Renaissance altbekannter und das Auftreten neuer Seuchen ist letztlich wieder einmal das Handeln des Menschen, das Risiken erhöht, in diesem Falle die Ausbreitung von Infektionserregern erleichtert. Dazu gehören technologische und medizinische Fortschritte, Veränderungen in der Umwelt, Veränderungen im Lebensstil und 7 Tabelle 1

8 8 eine stark erhöhte individuelle Mobilität. ten führen. Ein Eingriff wie die starke Ausweitung des Kakaoanbaus in Mit- onsassoziierte Infektion ist demnach theoretisch möglich, wenngleich es tel- und Südamerika Mitte der 60er bislang keine Hinweise auf eine Über- Risiken durch technologi- Jahre führte zu einer zunehmenden tragbarkeit beim Menschen gibt. Da schen und medizinischen Fortschritt Verbreitung eines viralen hämorrhagischen Fiebers (Oropouche-Fieber): zur Zeit Testverfahren fehlen, die sich zum Screening von Blutspendern eig- Beispielhaft kann hier die Landwirt- Stechmücken, die Überträger des Er- nen, wurden präventive Maßnahmen schaft erwähnt werden. Deren tech- regers, hatten in den zahllosen, mit im Bereich der Spenderauswahl ein- nologische Entwicklungen umfassen Regenwasser gefüllten Kakaoschalen geführt, um die Produktsicherheit zu unter anderem eine ausgeprägte ideale Brutbedingungen vorgefunden. erhöhen. Mechanisierung sowie den Einsatz von Herbiziden und Insektiziden, die Die Intensivierung der Massentier- Auch therapeutische und prophylak- unvermeidlich zu Veränderungen in haltung zur Versorgung mit animalen tische Fortschritte in der Humanme- Flora und Fauna in den Anbaugebie- Proteinen birgt, insbesondere durch dizin resultieren in eindrucksvollen gleichzeitige Aufzucht verschiedener Beispielen für neue Transmissions- Arten, die Gefahr, dass Viren durch wege von Erregern. Dies trifft insbe- Spezieswechsel eine veränderte sondere für die Transfusionsmedizin pathogene Bedeutung für Mensch zu. So wurden bereits in den Jahren und Tier erlangen können. Influenza und 1915 die ersten Berichte Viren sind hierfür ein typisches Bei- über Malaria- und Syphiliserkrankun- spiel. So beruhten die Influenza A- gen im Zusammenhang mit Transfu- Viruspandemien von 1957 und 1968 sionen veröffentlicht und eine 1943 beide auf einem genomischen Seg- publizierte Arbeit beschrieb bereits mentaustausch zwischen Virusstäm- das gehäufte Auftreten von Gelbsucht men des Menschen und von Vögeln drei bis vier Monate nach einer und Schweinen, die zu neuartigen Transfusion. Dies führte zur Einfüh- Influenzastämmen führten. rung von Spenderauswahlkriterien und der Einführung von vorgeschrie- Beunruhigend für die Transfusions- benen Laboruntersuchungen, um in- medizin ist die Tatsache, dass Erreger fektiöse Spender von der Spende von übertragbaren spongiformen auszuschließen. Enzephalopathien (TSE), z. B. vcjk, im Tierversuch mit dem Blut übertra- Nach Entdeckung des Hepatits-B- gen werden können. Eine transfusi- Virus und der Entwicklung entsprechender Nachweisverfahren konnte Prof. Dr. med. Reinhard Kurth im Labor des RKI Foto: A. Kull, Berlin auch eine Untersuchung der Blutspenden auf das Hepatitis-B-Ober-

9 von seltenen Tierarten auf den Menschen übergehen konnten (Transspezies-Transmission). 9 flächenantigen erfolgen und viele transfusionsassoziierte Infektionen dadurch verhindert werden. Es sollte jedoch noch bis 1989 dauern, bis auch das Hepatits-C-Virus als häufigster Auslöser der Non-A-non-B-Hepatitis entdeckt wurde. Durch die Einführung der Untersuchung der Blutspenden auf Anti-HCV 1990 sank die Zahl transfusionsassoziierter HCV- Infektionen erheblich, seit 1999, mit Einführung des HCV-Genomnachweises, wurde dem Paul-Ehrlich-Institut kein solcher Fall mehr gemeldet. Grundsätzlich ist zu beachten, dass alle Erreger, die im Laufe einer Infektion im Blut vorkommen, außer auf dem natürlichen Infektionsweg potenziell auch transfusionsassoziiert übertragen werden können. Plasmodium in Erythrozyten Foto: eye of science, Reutlingen Zur Vermeidung dieses Risikos sind neben den etablierten Testverfahren auch strikte Spenderauswahlkriterien, Pathogeninaktivierungsverfahren von Plasmaderivaten und Quarantänelagerung von gefrorenem Frischplasma eingeführt. Es bleibt abzuwarten, inwieweit neue Ansätze wie die Pathogeninaktivierung von labilen Blutkomponenten in Zukunft weitere Fortschritte bringen. Risiken durch Veränderungen in der Umwelt Mittlerweile ist der Mensch in so ziemlich jeden Winkel der Erde vorgedrungen, das heißt, er kam mit fast allen Spezies der Fauna und der Flora in Kontakt. Dadurch wurde es möglich, dass zoonotische Erreger Die Affenpocken zum Beispiel traten in Zentralafrika praktisch nur dort auf, wo umfangreiche Waldrodungen vorgenommen worden waren. Besorgniserregend ist eine aktuelle Entwicklung, dass offenbar Affenpockenviren entgegen früherer Meinung durchaus von Mensch zu Mensch übertragen werden können, wenngleich (noch?) mit niedriger Effizienz. Im Juni 2003 infizierten sich in den USA mehrere Dutzend Personen. Sie hatten engen Kontakt zu erkrankten Präriehunden gehabt, die sich vermutlich bei einer importierten kranken Gambia-Riesenhamsterratte angesteckt hatten. Es handelt sich hier um den ersten Ausbruch dieser Art außerhalb von Afrika. Fernstraßenbau kann zur Ausbreitung derjenigen Erreger führen, die in den neu erschlossenen und zuvor nur sehr wenig bevölkerten Siedlungsgebieten nicht vorhanden waren. So erfuhr Anfang der 80er Jahre HIV seine schnellste Ausbreitung entlang der Fernstraße von Kampala nach Mombasa. Wasserwirtschaftliche Eingriffe, also unter anderem Staudammbau und landwirtschaftliche Bewässerungsprojekte, erlauben die Ausbreitung sowohl parasitärer Erkrankungen wie Malaria, Schisto-

10 10 somiasis und Bilharziose als auch von Viren, die von Mücken als Zwischenwirt abhängig sind. Mobilität und Lebensstil als Risikofaktoren Die überwiegend erst nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstandenen Megastädte in den Entwicklungsländern mit ihrer sehr hohen Bevölkerungsdichte und ihren unzureichenden öffentlichen Hygieneeinrichtungen sind für die Entstehung von Epidemien besonders prädestiniert. Die in einigen industrialisierten und Drittweltländern gesellschaftlich tolerierte oder ignorierte Liberalisierung sexueller Verhaltensweisen führte zu einer Zunahme sexuell übertragbarer Infektionskrankheiten, insbesondere von AIDS. Auch intravenöser Drogenmissbrauch kann natürlich zu einer effektiven Verbreitung derjenigen Erreger, die durch Blut übertragbar sind, führen. Mikroorganismen reisen am effizientesten in infizierten Tieren oder Menschen. Ein klassischer Fall aus der Medizingeschichte ist die Einschleppung der Syphilis durch die Truppen von Columbus nach ihrer Rückkehr aus Zentralamerika. Jüngstes Beispiel für den Transport von humanpathogenen Erregern über Kontinente ist SARS. Ausgehend von einem initial kleinen Infektionsherd in Südchina wurde der Erreger innerhalb kurzer Zeit in insgesamt 31 Staaten verbreitet und führte zu über Infektionen und mehr als 900 Todesfällen. Transfusionsassoziierte Infektionen wurden im Rahmen der Epidemie nicht bekannt, jedoch wurde auch hier die Spenderrückstellung nach Reisen in Endemiegebiete als umgehende präventive Maßnahme angeordnet. Im Jahr 2002 wurde in Nordamerika eine explosionsartige West-Nil- Virus (WNV)-Epidemie beobachtet, die bisher größte belegte Epidemie einer Arbovirusinfektion in der westlichen Hemisphäre. Man geht davon aus, dass Vögel das WNV im Jahre 1999 erstmals in die USA eingeschleppt haben. Bei dieser Epidemie wurden mehrere für WNV neue Übertragungswege beobachtet, unter anderem auch transfusionsassoziierte Infektionen. Als Konsequenz wurde in diesem Sommer das Screening aller Blutspender mit einem Genomnachweis für West-Nil-Virus eingeführt. Da über das Vorkommen von WNV in Deutschland nichts bekannt ist, begann Mitte 2003 unter Mitwirkung des Robert Koch-Instituts eine Studie zur Untersuchung der Prävalenz und Inzidenz von WNV. Präventive Maßnahmen wie die vom Paul-Ehrlich- Institut angeordnete temporäre Rückstellung von Nordamerika-Reisenden tragen zur Sicherheit der Blutprodukte bei. SARS-Coronavirus Foto: Gelderblom, RKI, Berlin Bedingungen für Ausbreitungserfolge von Infektionserregern Gelingt es einem Erreger, eine isolierte Population zu verlassen, so muss seine Kontagiosität so groß sein, dass er in einer neuen Population nach transienten Infektionen nicht immunologisch eliminiert werden kann.

11 Dies ist immer dann der Fall, wenn dem Erreger bei seiner geographi- Natürlich verändern sich viele Mikroorganismen ständig, als neu schen Staat sind bis zu dreißig Prozent der Bevölkerung infiziert. 11 schen Ausbreitung die gleiche Wirts- oder neuartig sollte man jedoch nur spezies, zum Beispiel der Mensch, solche Erreger kennzeichnen, deren Sind wir neuartigen Infek- zur Verfügung steht. Versucht jedoch ein Erreger eine Speziesbarriere zu genomische Veränderungen zu einem leicht messbaren Selektionsvor- tionskrankheiten schutzlos ausgeliefert? überwinden, das heißt eine neue teil (z. B. veränderter Tropismus, ver- Neuartigen Infektionskrankheiten, Tierart oder erstmals den Menschen änderte Pathogenität) geführt haben. zum Beispiel den in den letzten Jah- zu infizieren, so sind diese Erreger ren so erfolgreichen (aus der Sicht initial nur schlecht an den neuen Wirt Insbesondere Viren besitzen ein der Viren) Virusinfektionen sind wir adaptiert und es kommt in den sel- sehr plastisches Genom, das heißt, selbstverständlich nicht schutzlos tensten Fällen zu einer dauerhaft er- die Fähigkeit zur schnellen genomi- ausgeliefert. Zum einen sollte man folgreichen Transspezies-Transmission. schen Veränderung. So gut wie die beeinflussbaren Ursachen be- immer führen diese genomischen kämpfen, die die Übertragung oder Aufgrund genetischer und epide- Veränderungen zu einer reduzierten Krankheitsentstehung begünstigen miologischer Überlegungen kann Fitness oder gar zur Letalität des (Tabelle 2). Zum anderen verfügen davon ausgegangen werden, dass Mikroorganismus, sind für das Virus wir in den Ländern mit einem hohen wirklich neuartige Erreger in der also nicht von Vorteil. Diesen schein- Medizinstandard über ein breites Natur nur sehr selten entstehen. baren Nachteil kompensieren Viren Arsenal an Impfstoffen und Antibioti- durch ihre hohe Replikationsrate, ka gegen bakterielle Infektionen und gelegentlich kommt es zu jenen sowie Medikamenten gegen para- genomischen Veränderungen, die sitäre Infektionen und gegen einige zu einer erhöhten Fitness führen. Viruserkrankungen. Vor allem haben Letztere kann auch die Pathogenität wir im allgemeinen eine hohe indi- erhöhen oder zu einem veränderten viduelle Hygiene und sehr hohe und erweiterten Tropismus führen. öffentliche und medizinische Hygienestandards. Die Medizingeschichte zeigt, dass die Transspezies-Transmission von In Ländern der Dritten Welt dage- Viren zum Teil verheerende Epide- gen sind sowohl die diagnostischen, mien oder Pandemien verursacht als auch die therapeutischen Mög- hat. Bei der Influenza-Pandemie lichkeiten der Bekämpfung von In- 1918/19 starben rund 20 Millionen fektionskrankheiten eingeschränkt. Menschen. HIV, das von Altweltaffen Auch die medizinischen Maßnahmen abstammt (dort SIV genannt: simia- selbst können durch das Nicht-Ein- nes Immundefizienzvirus) hat bis halten von Hygieneregeln eine po- West-Nil-Virus Foto: Gelderblom, RKI, Berlin heute mehr als 25 Millionen Menschen getötet, in manchem afrikani- tenzielle Infektionsquelle darstellen. Die Wiederverwendung von nicht

12 12 Beispiele neuartiger viraler Erkrankungen und Ursachen, die die Übertragung oder Krankheitsentstehung begünstigen Infektion bzw. Erreger ausreichend sterilisierten medizinischen Instrumenten oder Injektionsnadeln hat z.b. in Ägypten in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts zur größten iatrogenen HCV- Epidemie geführt und auch bei der Ausbreitung von HIV in Entwicklungsländern spielen diese Übertragungswege sowie Transfusionen von nicht ausgetestetem Blut eine große Rolle. Deshalb, und weil die Megastädte der Dritten Welt als die potentiellen Ausgangsorte für neue Epidemien angesehen werden, muss es in erster Linie dort zu einer Verbesserung der öffentlichen Gesundheitsvorsorge kommen. Man konnte es bereits vor über 100 Jahren in Europa erleben, in neuerer Zeit auch in den sich entwickelnden Ländern: Faktoren, die die Übertragung und/oder Krankheitsentstehung begünstigen Humanes Immundefizienz- Migration in Städte, Reisetätigkeit, virus (HIV) / AIDS Homosexualität, Prostitution, kontaminierte Blutprodukte und Spritzen Influenza Möglicherweise die gemeinsame Aufzucht von Enten und Schweinen, was das Reassortment der Viren erleichtert Lassa u.a. hämorrhagische Urbanisierung mit Zunahme der virustra-fieber genden Ratten, damit zunehmende Expositionsrate Gelbfieber, Dengue-Fieber Zunahme des Zwischenwirts Moskito Veränderungen in der Futtermittelher- stellung Bovine Spongiforme Enzephalopathie (BSE) allein die Einführung einer einwandfreien Trinkwasserversorgung und die Klärung der Abwässer führt zu einer drastischen Reduktion oral übertragener Infektionen. Was wir weiterhin brauchen, ist eine verbesserte Technologiefolgenabschätzung, um die Risiken, die sich aus dem menschlichen Handeln ergeben, möglichst vorab kalkulieren zu können. Darüber hinaus sollten Impfstoffe und Therapeutika zur Behandlung viraler (und parasitärer) Infektionen weiter entwickelt werden. Diese müssen auch in den Entwicklungsländern zur Verfügung stehen, ebenso medizinisches Know-how und Technologie. Tabelle 2 Die epidemiologische Überwachung, die in den letzten Jahren von der Weltgesundheitsorganisation in Genf im Sinne eines Netzwerks etabliert worden ist, trägt zur Früherkennung von Infektionen bei und hilft entscheidend, rechtzeitig notwendige Maßnahmen zur Vermeidung einer Ausbreitung zu ergreifen. In diesem Netzwerk kooperieren unter anderem Mikrobiologen und Kliniker, um vor allem die Slums der tropischen Megastädte zu überwachen. Auf Anforderung können internationale mobile Arbeitsgruppen aus Klinikern und fachkundigen Wissenschaftlern Verdachtsfällen nachgehen. Betrachten wir die Evolution, so sind es eigentlich nur die Mikroorganismen und unter diesen insbesondere die Viren, die evolutionär mindestens ebenso erfolgreich waren wie der Mensch. Wir werden uns auch zukünftig auf die Veränderungsfähigkeit von Mikroorganismen, insbesondere von Viren verlassen können. Deshalb liegt es auch am Handeln des Menschen, sicherzustellen, dass Viren evolutionär nicht noch erfolgreicher werden als bisher und damit das Bedrohungspotential für den Menschen erhöhen können. Eine AIDS-Epidemie sollte uns Lehre genug sein.

13 Preis für Transfusionsmedizin 2003 der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes Laudatio für den Preisträger des Jahres 2003, Prof. Dr. med. Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch- Instituts, Berlin Die Forschungsgemeinschaft der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes folgt auch heute wieder der Tradition, diesen hochrangigen Preis für Transfusionsmedizin im Rahmen eines besonderen Kongres- bahnbrechende Pionierarbeit, als er gemeinsam mit dem Nobelpreisträger für Medizin und Physiologie 1990, Professor E. Donnall Thomas, die Basis der modernen Stammzelltransplantation legte. 13 ses oder einer außergewöhnlichen Prof. Dr. med. Feierstunde zu verleihen: Der Preisträger des Jahres 2001, Erhard Seifried Professor Willem Gerard van Aken, Im Jahre 1997 fand die erste Ver- Amsterdam, wurde im Rahmen leihung des Preises ebenfalls hier der Feierlichkeiten anlässlich des Sehr geehrte Honoratioren, verehrte in Frankfurt im Rahmen des gemein- 50jährigen Bestehens des DRK-Blut- Festgäste, hochverehrter Preisträger samen Kongresses der Internationa- spendedienstes Nordrhein-Westfalen Herr Präsident Professor Dr. med. len Gesellschaft für Blut-Transfusion, vor über 1000 Teilnehmern geehrt. Reinhard Kurth, ISBT, und der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immun- mit dem international ausgeschrie- hämatologie, DGTI, statt. Die damali- benen Preis für Transfusionsmedi- gen Preisträger, Professor Luc Mon- zin ehrt die Forschungsgemein- tagnier, Paris, und Professor Robert schaft der Blutspendedienste des C. Gallo, Baltimore/USA, wurden für Deutschen Roten Kreuzes dieses ihre Verdienste als Entdecker und Jahr zum vierten Mal einen Wissen- Erstbeschreiber des Humanen Im- schaftler und Arzt von internationa- mundefizienz-virus, HIV geehrt. lem Rang, der sich in besonderem Maße wissenschaftlich und gesund wurde Professor Rainer heits-politisch um Blut und Blutprä- Storb vom Fred Hutchinson Cancer parate, das Fach Transfusionsmedizin Research Center in Seattle/USA mit und seine angrenzenden Fachgebie- dem Internationalen Preis für Trans- te verdient gemacht hat. Sie haben fusionsmedizin ausgezeichnet. Die federführend in den 90er Jahren da- Verleihung erfolgte im Kreuzgang für Sorge getragen und entschei- der Frauenkirche zu Dresden im dend daran mitgewirkt, dass die Pa- Rahmen des jährlichen wissenschaft- tienten in Deutschland heute mit die lichen Symposiums der Forschungs- sichersten Blutpräparate der Welt gemeinschaft der DRK-Blutspende- transfundiert bekommen. dienste. Professor Storb leistete Paulskirche zu Frankfurt Am 26. September 2003 wird an diesem historischen Ort zum vierten Mal der Preis für Transfusionsmedizin der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes verliehen.

14 14 Geehrt wurde er wegen seiner Verdienste um die Versorgung der Bevölkerung Europas mit qualitativ hochwertigen und sicheren Blutund Plasmapräparaten. Heute nun ehren wir im Rahmen der 50-Jahrfeier des DRK-Blutspendedienstes Hessen einen national und international renommierten Wissenschafter, Arzt und hochrangigen Beamten im deutschen Gesundheitswesen, der in gewisser Weise die Qualitäten seiner Vorgänger als Preisträger vereinigt: Herrn Professor Dr. med. Reinhard Kurth, den früheren Präsidenten des Paul-Ehrlich-Institutes in Langen, heute Präsident des Robert Koch-Instituts in Berlin. Ihre ärztliche und wissenschaftliche Laufbahn, lieber Herr Kurth, begannen Sie nach der Schulzeit in Hamburg und Nürnberg und dem Studium der Medizin und Philosophie an der Universität Erlangen/Nürnberg als Medizinalassistent am Stadtkrankenhaus Ingelheim am Rhein. Während Ihres Studiums ist interessant, dass Sie unter anderem als Entwicklungshelfer in Kamerun tätig waren und als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes, DAAD, 1966 an der Universität von Caen in Frankreich studierten erfolgte Ihre Bestallung zum Arzt, nachdem Sie zuvor zum Dr. med. promoviert worden waren. Sie legten im selben Jahr auch die Prüfung des Educational Councils for Foreign Medical Graduates für die Vereinigten Staaten ab. Von 1969 bis 1971 studierten Sie als Stipendiat der Volkswagen-Stiftung an der Universität Tübingen im Hauptfach Molekularbiologie und Biochemie. In diese Zeit fällt auch Ihre wissenschaftliche Tätigkeit als Volkswagen- Stipendiat am Max-Planck-Institut für Virusforschung in Tübingen. Im Anschluss daran waren Sie als wissenschaftlicher Assistent in der Abteilung Virologie des Robert Koch- Institutes in Berlin tätig. Als Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft führte Sie Ihr Weg dann mit eigener Arbeitsgruppe nach London, wo Sie am Imperial Research Cancer Fund in der Abteilung Tumorvirologie arbeiteten. Schon 1975 übernahmen Sie die Leitung einer selbständigen Arbeitsgruppe für junge Wissenschaftler am Friedrich-Miescher-Laboratorium der Max-Planck-Gesellschaft in Tübingen. Dort in Tübingen habilitierten Sie sich und wurden im Fachbereich Medizin zum Privatdozenten ernannt. Von 1980 bis 1986 waren Sie als wissenschaftlicher Direktor und Professor Leiter der Abteilung Virologie am Paul-Ehrlich-Institut, damals noch hier in Frankfurt am Main. Paul-Ehrlich-Institut, Langen Wirkungsstätte des Preisträgers 1980 bis 1999 Foto: PEI, Langen

15 Seit 1983 sind Sie als Honorarprofessor an der hiesigen Johann Wolfgang Goethe-Universität tätig. Von 1986 bis zum Jahr 1999 waren Sie Präsident und Professor des Paul-Ehrlich-Instituts, zuerst in Frankfurt am Main, dann in Langen, wenige Kilometer vor den Toren Frankfurts gelegen. Von 1996 an übernahmen Sie zusätzlich die Aufgabe des kommissarischen Leiters des Robert Koch-Instituts in Berlin. Seit 2001 sind Sie nun als Präsident des Robert Koch-Instituts und Professor der Humbold-Universität endgültig nach Berlin gewechselt. Ihr Vertreter, Herr Professor Dr. Löwer, der heute ebenfalls hier anwesend ist, hat die Leitung des Paul-Ehrlich-Institutes in Langen von Ihnen übernommen. Robert Koch-Institut, Berlin Unter der Leitung des Preisträgers seit 1996 Foto: RKI, Berlin Sie, lieber Herr Kurth, hatten in Ihrer Abschiedsansprache im Paul- Ehrlich-Institut 1999 zugegeben, wie schwer es Ihnen fiele, das PEI in Langen endgültig zu verlassen. Nicht, weil Sie etwa der Meinung gewesen wären, dass der Stab hochqualifizierter Mitarbeiter in Langen das PEI ohne Sie nicht hätte weiterführen und weiterentwickeln können. Vielmehr waren es die vielen Jahre, die sich, nachdem Sie als Präsident des Paul-Ehrlich-Institutes sowohl im Bereich der Forschung, als auch im Bereich der Sicherheit von Blut- und Plasmaprodukten in Deutschland Entscheidendes bewegt hatten, nicht so ohne Weiteres ablegen ließen. Ich erinnere dabei zum Beispiel an die AIDS-Krise 1993/1994, in der Sie für die Sicherheit von Blutprodukten entscheidende Weichen stellten: Sie sorgten für die Übertragung der Zuständigkeiten für Blut- und Plasmaprodukte an das Paul-Ehrlich-Institut als Bundesoberbehörde. Der Entscheidung der Politik damals, Ihrem Vorschlag zu folgen, haben wir Segensreiches in unserem Bereich der Transfusionsmedizin zu verdanken. Die routinemäßig geforderten experimentellen Prüfungen auf Qualität und biologische Sicherheit sowie regelmäßige Chargenprüfungen wurden flächendeckend für ganz Deutschland eingeführt. Auch die Einrichtung des Arbeitskreises Blut am Robert Koch-Institut in Berlin, in dem Wissenschaftler, Ärzte, Regierungsbeamte, Industrievertreter und Patienten die aktuellen Bedrohungen und Probleme der Sicherheit des Arzneimittels Blut bewerten und schnell konsensuelle, realisierbare und wissenschaftlich fundierte Beschlüsse zur Verbesserung und Erhaltung der hohen deutschen Sicherheitsstandards für Blut und Blutprodukte fassen können, geht auf Ihre Initiative zurück. Die Folge all dieser Aktivitäten war das Transfusionsgesetz. Für uns als Blutspendedienste kommt ein weiterer wichtiger Aspekt hinzu, der Dank Ihres Einsatzes entscheidend verbessert werden konnte: Der Stand der Arzneimittelzulassungen im Bereich des Blutes und der Blutzubereitungen und die Abarbeitung der Zulassungsanträge ist heute so verbessert, dass eine sichere Ver- 15

16 16 sorgung der Bevölkerung und ein Einsatz dieser wichtigen Therapeuti- Bereits 1977 fand Reinhard Kurth mit seiner Forschungsgruppe beim Auch die Erkenntnisse zur Unterdrückung des Humanen Immundefi- ka in der modernen Hochleistungs- Menschen Antikörper gegen tierische zienz-virus durch den Immunboten- medizin auf dem aktuellen Stand von Retroviren. Professor Kurth wies en- stoff Interleukin 16 gehen auf Ihre Forschung und Entwicklung flächen- dogene Retroviren beim Menschen Forschungsarbeiten und Veröffentli- deckend in der Bundesrepublik ge- nach, lange bevor mit HIV das be- chungen zurück. währleistet werden können. kannteste Retrovirus entdeckt wurde. Ihre Forschungsarbeiten waren Die positiven Folgen Ihrer Anstren- Im Mai 1984 brachte er von der allerdings nicht auf Retroviren be- gungen auf diesem Gebiet lassen Forschergruppe um den eingangs grenzt: Auch die in den letzten uns zuversichtlich in die Zukunft erwähnten Professor Robert C. Gallo Jahren in der breiten Öffentlichkeit blicken. aus den Vereinigten Staaten erstmals diskutierten Prionenerkrankungen - das Humane Immundefizienz-Virus Stichwort BSE und neue Variante Es deckte aber nur eine Facette nach Deutschland mit und baute mit der Creutzfeld-Jakob-Krankheit der Persönlichkeit Reinhard Kurths seiner Arbeitsgruppe innerhalb der beim Menschen - gehören heute auf, wenn man allein von den vielen Rekordzeit von nur vier Wochen ei- zu den Forschungsschwerpunkten gesundheitspolitischen und adminis- nen ersten Nachweistest für Antikör- Ihrer Arbeitsgruppen. trativen Aktivitäten und dem Engage- per gegen den AIDS-Erreger auf. ment und Erfolg auf diesem Gebiet Schon Anfang Juli 1984 konnte mein Betrachtet man neben der Vielzahl berichtete. Vorgänger im Amt in Frankfurt, Herr erfolgreicher Forschungsvorhaben Professor Dr. Seidl, den ich heute Ihren wissenschaftlichen Output zu- Professor Dr. med. Reinhard Kurth hier ebenfalls herzlich begrüße, nächst rein quantitativ, so sieht man, ist auch ein Vollblut-Wissenschaft- die ersten diagnostischen ELISA-Test- was Sie, lieber Herr Kurth, bisher ler und ist es in seiner Laufbahn platten zum Nachweis von Antikör- Außergewöhnliches geleistet haben: immer gewesen. Der Bereich der pern bei Blutspendern einsetzen. Neben über 220 Beiträgen in wissen- Virologie ist sein besonderes For- schaftlichen Zeitschriften und mehr schungsgebiet und hier speziell Sie hatten schon sehr früh über die als 60 Übersichtsarbeiten und Buch- fokussiert auf Retroviren, zu denen Bedeutung von Antikörpern bei HIV- beiträgen haben Sie in über 400 unter vielen anderen der AIDS-Erre- Infizierten publiziert und wiesen Vorträgen Ihr Wissen und Ihre For- ger HIV gehört, aber auch weniger 1985 das Humane Immundefizienz- schungsergebnisse erfolgreich ver- bekannte Viren wie das Humane T- Virus in Blutprodukten nach mittelt. So nimmt es nicht Wunder, lymphotrope Virus (HTLV), das für konnten sie die zweite Spezies des dass Sie mit einer Vielzahl wissen- bestimmte maligne Erkrankungen HI-Virus, HIV-2, in Deutschland nach- schaftlicher Preise und Ehrungen des Blutes verantwortlich gemacht weisen. Zusammen mit Ihren Mitar- bedacht wurden, von den ich hier wird. beitern publizierten Sie wichtige den Wilhelm-Warner-Preis für Krebs- Daten zur Inaktivierung des Huma- forschung 1976, den Förderpreis der nen Immundefizienz-Virus. Elisabeth-Homberger-Stiftung, den

17 Johann-Lukas-Schönlein-Preis der Deutschen Gesellschaft für Throm- Paul-Ehrlich-Institutes und jetzt des Robert Koch-Institutes, haben Sie, Zu Ihrem 60. Geburtstag im November 2002, lieber Herr Kurth, 17 bose- und Hämostaseforschung lieber Herr Kurth, Wegweisendes hat das Robert Koch-Institut eine 1986 für Ihre Grundlegenden für das öffentliche Gesundheitswe- Pressemitteilung mit einer Über- Arbeiten über die Virussicherheit von Blutprodukten, den Hoppe-Sey- sen in Deutschland geleistet. Mit uns als Forschungsgemeinschaft schrift herausgegeben, die so etwas wie ein Anklang an Ihr be- ler-preis für Virusforschung 1987 der der DRK-Blutspendedienste verbin- rufliches Lebensmotto sein könnte: Deutschen Gesellschaft für Labor- det Sie nicht nur Ihre Sorge und Gesundheit schützen, Risiken er- medizin, den Heinz-Ansmann-Preis Arbeit an den außergewöhnlich forschen, Politik beraten. Wir kön der Universität Düsseldorf für hohen Qualitätsstandards für Blut nen Ihnen und uns allen nur wün- Wissenschaftliche Erfolge in der und Blutprodukte, sondern auch die schen, dass Sie diese vornehmsten AIDS-Forschung, den 1991er För- ständige Überwachung der Gefah- Aufgaben des öffentlichen Gesund- derpreis der Dr. Heinz Kuthe-de ren, die diesen hohen Standards heitswesens, als dessen Speerspitze Mouson-Stiftung aus Basel zur För- durch neue Gefahren wie zum Bei- Sie sich ohne Zweifel betrachten derung der Grundlagenforschung spiel SARS oder dem West-Nil-Virus dürfen, mit viel Freude und Elan in der Onkologie und 1998 den San weltweit drohen. Als Arzt und Wis- noch viele Jahre ausüben werden. Marino-Preis für Medizin erwähnen senschaftler haben Sie sich welt- will. weit Respekt und Anerkennung verschafft; die von Ihnen gesetzten Aufgrund Ihrer wissenschaftlich Standards sind heute europaweit fundierten und zielgerichteten Ar- Messlatte für Entscheidungen ge- beitsweise wurden Sie Mitglied in worden. Gleichzeitig sind Sie und zahlreichen nationalen und interna- Ihre Mitarbeiter immer wissen- tionalen wissenschaftlichen Gremien schaftliche Kooperationspartner und Gesellschaften. Erwähnt sei nur geblieben. Ihre Berufung in die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissen- Wir freuen uns heute, lieber Herr schaften Kurth, von Ihnen einen Vortrag zum Thema Die Globalisierung der In- Lassen Sie mich zusammenfassen: fektionskrankheiten zu hören, in Mit Professor Reinhard Kurth ehren dem Sie uns an vielen Ihrer Erkennt- wir heute eine Persönlichkeit, die nisse und Forschungsergebnisse beruflich mehrere Facetten in bei- der spannenden letzten Jahre teilha- spielhaft erfolgreicher Weise zusam- ben lassen und den Bogen spannen menführt: Als Präsident und Motor der gesundpolitisch so wichtigen Bundesoberbehörden, früher des werden zu den derzeitigen und zukünftigen möglichen Bedrohungen unserer Blutprodukte. Prof. Dr. med. Erhard Seifried 1.Vorsitzender der Forschungsgemeinschaft der DRK-Blutspendedienste

18 Die bisherigen Preisträger 18 Seit mehr als 50 Jahren tragen die Blutspendedienste des Deutschen Roten Aktivitäten der Forschungsgemeinschaft der Blutspendedienste des Deutschen Die bisherigen Preisträger Die erste Verleihung des Preises für Kreuzes zur Versorgung der Patienten in Roten Kreuzes e.v., die 1996 gegründet Transfusionsmedizin der Blutspende- den Krankenhäusern mit Blut und Blut- wurde. Mit der Stiftung eines Preises für dienste des Deutschen Roten Kreu- produkten bei. Der Anteil der Blutkonserven vom DRK beträgt etwa 80 % aller herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der Transfusionsmedizin und zes fand anlässlich des Kongresses der Internationalen Gesellschaft für in den Kliniken eingesetzten zellulären angrenzenden Fachgebieten wollen die Bluttransfusion (ISBT) und der Deut- Blutpräparate. In Deutschland werden Blutspendedienste des Deutschen Roten schen Gesellschaft für Transfusions- jährlich knapp 5 Millionen Blutspenden Kreuzes dazu beitragen, die Therapie mit medizin und Immunhämatologie entgegengenommen. Das humanitäre Blut und Blutbestandteilen weiterzuent- (DGTI) am 1. Oktober 1997 in Frank- Engagement der DRK-Blutspendedienste wickeln und zu verbessern, sowie deren furt/main statt. beschränkt sich dabei nicht nur auf die Sicherheit zu erhöhen. Seit 1997 wird Beschaffung und Verteilung einer genü- der Preis für Transfusionsmedizin alle Der mit DM ,- dotierte Preis genden Anzahl an Blutpräparaten. Von zwei Jahre verliehen. Die Auswahl der ging zu gleichen Teilen an die Ent- Beginn an gehört die Entwicklung von Preisträger erfolgt durch ein unabhängi- decker des AIDS-Virus Prof. Robert Blut- und Zellpräparaten für den Ein- ges Kuratorium hochrangiger Wissen- C. Gallo (Baltimore/USA) und Prof. satz in der modernen Hochleistungsme- schaftler. Luc Montagnier (Paris/Frankreich). dizin zu wichtigen Aufgaben der Rotkreuz- Blutspendedienste, um jederzeit für die Patienten Präparate aus Spenderblut auf dem höchsten medizinischen Niveau und mit der größtmöglichen Sicherheit bereitstellen zu können. Bei vielen innovativen Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit von Blutpräparaten gehörten die DRK-Blutspendedienste zu den Wegbereitern der Neuerungen. Die Blutkonserven des DRK erfüllen den derzeit höchstmöglich erreichbaren Sicherheitsstandard für Blut und Blutprodukte. Verleihung des Preises für Transfusionsmedizin 1997, 1. Oktober 1997, Frankfurt/Main Die gemeinsamen Anstrengungen der Blutspendedienste des Deutschen Roten Kreuzes für die Weiterentwicklung der Blutpräparate werden deutlich in den v.l.n.r.: Prof. Luc Montagnier, Preisträger Rudi Schmitt, DRK-Präsident Hessen Prof. Robert Gallo, Preisträger Prof. Dr. med. Erhard Seifried, Vors. Forschungsgemeinschaft Prof. Bernhard Kubanek Foto: DRK Blutspendedienst Fortsetzung auf Seite 19

19 Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ RE Die Transfusionsmedizin als interdisziplinäres Fachgebiet rapie bedeutet die Anwendung von Präparaten, die in ihrer Zusammensetzung und Qualität der wirksamen erythrozytären, leukozytären und thrombozytären System und im Plasma liefern wesentliche Erkennt- R1 - Darstellung des Aufgabenspektrums - Bestandteile einen optimalen Effekt beim Patienten zeigen und nebenwirkungsarm sind. Konservierungs- nisse für die Transfusionsvorbereitung, Mutterschaftsserologie und Transplantationsimmunologie bis und Trennverfahren sind weiter zu hin zum Stammzellsupport. Im Gegensatz zu einer Reihe medi- verbessern. Dies gilt ebenso für zinischer Fachgebiete mit Tendenz Methoden zur Prüfung der Produkt- Hämostaseologische Untersuchun- zur Subspezialisierung hat sich die zusammensetzung, Qualität und gen dienen der differenzierten Diag- Transfusionsmedizin zu einem Gebiet Wirksamkeit der Inhaltsstoffe. Mor- nostik von angeborenen oder er- entwickelt, das zu seinen originären phologische, klinisch-chemische worbenen Koagulopathien und Aufgaben aus anderen Disziplinen und mikrobiologische Untersu- deren Therapie. In der Produkt- Teile integriert hat, die in unmittelba- chungsverfahren sind dabei wichti- kontrolle an gerinnungsfördernden rem oder mittelbaren Zusammenhang ge qualitätssichernde Methoden. und -hemmenden Blutkomponen- mit der Hämotherapie stehen. ten und Plasmaderivaten sind sie Durchführung und Beurteilung von unerlässlich. Da transfusionsmedizinische Leis- Untersuchungen der transfusions- tungen in nahezu allen Fachgebieten medizinisch relevanten Infektions- in Anspruch genommen werden, er- marker nehmen einen breiten Raum geben sich in breitem Maße Schnitt- ein. Sie dienen einerseits der Redu- stellen zur klinischen Medizin. zierung transfusionsassoziierter Zum Aufgabenspektrum der Transfusionsmedizin: Empfängerinfektionen und liefern andererseits wesentliche epidemiologische Daten an großen Untersu- Motivation und Selektion geeigne- chungskollektiven. Die Weiterent- ter Blutspender, deren Anbindung wicklung und Neueinführung von und Pflege im Sinne einer kontinu- Testmethoden insbesondere in der ierlichen Bereitschaft zur Vollblut- Virologie sind für die Transfusions- und Blutkomponentenspende ist zweifellos eine Basisaufgabe. Deren Erfüllung ist Voraussetzung für die sicherheit ausschlaggebende Gegenwarts- und Zukunftsaufgaben. Dr. Gabriele Walther-Wenke optimale Patientenversorgung mit Die Bestimmung quantitativer und Die autologe praeoperative Blut- Arzneimitteln aus Blut. Die kontinu- qualitativer Parameter der korpus- und Blutkomponentengewinnung, ierliche Optimierung der Spender- kulären Blutbestandteile sowie die die Sammlung peripherer Blut- verfahren dient den Zielen Spen- Durchführung und Beurteilung stammzellen einschließlich deren dersicherheit und Erhöhung der immunhämatologischer Untersu- Aufarbeitung und Kryokonservie- Produktqualität. chungen sind integraler Bestandteil rung bei autologem und homolo- Die Herstellung von Blutkomponen- der transfusionsmedizinischen gem Stammzellsupport onkologi- ten mit manuellen und maschinellen Labordiagnostik. Antigenbestim- scher Patienten, therapeutische Verfahren orientiert sich an den mungen und die Diagnostik von Hämapheresen bei Leukämiepa- Therapiezielen. Gezielte Hämothe- Allo- und Autoantikörpern im tienten, angeborenen Lipidstoff-

20 Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ REGIO-NEWS ++ RE R2 wechselstörungen und Intoxikationen und auch die langfristige Transfusionsbehandlung von Patienten mit Störungen der Hämatopoese seien als Therapieverfahren benannt, die die qualifizierte Beteiligung des Transfusionsmediziners erfordern. Voraussetzung für eine effektive und risikoarme Hämotherapie ist die enge Kooperation von Transfusionsmedizinern und Klinikern in folgenden Bereichen: Indikationsstellung, patientenorientierte Auswahl von Blutkomponenten und Plasmaderivaten Beurteilung der Wirksamkeit von Hämotherapeutika und deren metabolische, immunologische und infektionsbedingte Risiken Abklärung von Transfusionszwischenfällen Beurteilung hämostaseologischer Befunde und daraus resultierende Konsequenzen für die Therapie Durchführung therapeutischer Hämapheresen Therapie mit autologen/homologen hämatopoetischen Stammzellen autologe Transfusionsprogramme Entwicklung von Therapiekonzepten für spezielle Patientengruppen, z. B. in der Perinatologie, Onkologie, Transplantationsmedizin Organisation und Qualitätssicherung in der klinischen Transfusionspraxis Kollegiale Zusammenarbeit, Konsiliartätigkeit, Ausbildung sowie Fortund Weiterbildung sind wesentliche Aufgaben des Transfusionsmediziners, dienen sie doch dem Einbringen transfusionsmedizinischer Erkenntnisse in die Therapie von Patienten. Als junges erst 1992 installiertes Fachgebiet hat die Transfusionsmedizin derzeit mancherorts noch Akzeptanzprobleme und sieht sich Widerständen gegenüber, die in ihrer breiten Etablierung in der klinischen Praxis entgegenstehen. Es ist an den Vertretern des Fachgebietes, ihre Fachkompetenz zur Optimierung von Behandlungsstandards ebenso wie die Einhaltung des Wirtschaftlichkeitsgebots unter Beweis zu stellen. Adieu Blaue Hefte Mit Herausgabe des ersten Heftes im Oktober 1987 startete der DRK- Blutspendedienst Nordrhein-Westfalen seine Schriftenreihe Beiträge zur Transfusionsmedizin, deren letztes Heft im Mai 2002 erschienen ist. Dazwischen liegen 22 Ausgaben, die in der Rückschau die große Entwicklung in der Transfusionsmedizin der zurückliegenden 15 Jahre begleitet haben. Parallel zu der auch als Blaue Hefte bezeichneten Schriftenreihe, nach ihrem äußeren Erscheinungsbild benannt, erschien beim Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes die Hämotherapie, Journal für das Krankenhaus mit gleicher Zielsetzung: den Arzt in der Klinik über Neuerungen in der Transfusi-

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