Erstellung einer Unterrichtsreihe zu einem Hörspiel im Fach Philosophie/ Ethik

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1 Technische Universität Dresden Wintersemester 2006/07 Didaktik der Philosophie Erstellung einer Unterrichtsreihe zu einem Hörspiel im Fach Philosophie/ Ethik Seminar: Seminarleiter: Medien im Philosophie- und Ethikunterricht II Herr Donat Schmidt Seminarteilnehmer: Volker Herold Studiengang: Lehramt an berufsbildenden Schulen Hauptfach: Sozialpädagogik (8.Semester) Nebenfach: Philosophie/ Ethik (8.Semester) Kontakt:

2 1. Allgemeine Angaben - Schule: Mittelschule Netzschkau - Fach: Ethik - Lernbereich 1: Wahrnehmung und Wahrheit - Unterrichtskonzeption: Lernzielorientierter Unterricht - Dauer: 3 Unterrichtsstunden a 45 min - Lerngruppe: Klasse 6b, 16 Schüler (9 Jungen, 7, Mädchen) - Wochentag: Donnerstag - Zeit: Uhr Uhr - Raum -Nr.: 17 (Klassenzimmer) 2. Sachanalyse + Methodische Überlegungen 2.1. Begründung der Auswahl des Lerninhalts Der Lehramtstudent hat sich für die Auswahl des Lerninhalt Wahrheit und Lüge entschieden, da diese Thematik sich auf den Sächsischen Lehrplan im Fach Ethik bezieht. Dieser schreibt folgendes Ziel vor: Aneignen von Fähigkeiten der Lebensgestaltung in der Gemeinschaft Die Schüler erkennen die Bedeutung des ehrlichen Umgangs für ein vertrauensvolles Miteinander und lernen Vertrauen als sozialen Wert schätzen. Sie erweitern ihre Kenntnisse über soziale Verhältnisse in ihrem Lebensumfeld auf ausgewählte Zusammenhänge in der Gesellschaft. Die Schüler erlangen Kenntnisse aus dem selbstständigen Nutzen von Medien Methodische Überlegung und daraus resultierende Lernziele Grundsätzlich ist von heterogenen Lernvoraussetzungen auszugehen. Fundierte Kenntnisse und Einsichten in die Problematik sind kaum zu erwarten. Es kann doch davon ausgegangen werden, dass die Lernenden mehr oder weniger Fragen von Wahrheit und Lüge in ihrer eigenen Lebenswelt im Kontakt mit anderen erfahren haben. Beispiele: in Kindergarten, Hort, Schule, mit Erwachsenen + Familie (leider! Achtung: sensibler Umgang notwendig!!!) a) Lernziele im kognitiven Bereich Die Lernenden sollen Motivationen von Menschen die Wahrheit zu sagen oder zu lügen kennen und verstehen.

3 Die Lernenden sollen an ausgewählten Beispielen aus der Realität (z.b. Zeitungsausschnitte) oder Literatur (z.b. Märchen, Kurzgeschichten) herausfinden, warum sich Mensch so oder so verhalten und gehandelt haben. Die Lernenden sollen verschiedene Situationen zum Thema Wahrheit und Lüge analysieren und vergleichen. Die Lernenden sollen eine eigene Beispiele aus deren Lebenswelt in den Unterricht einbringen oder fiktive Situationen erarbeiten und im Klassenverband vortragen. Die Lernenden sollen Verhaltensweisen von Menschen im Hinblick auf Wahrheit und Lüge beurteilen, überprüfen und Entscheidungen treffen. Die Lernenden sollen erkennen, dass Lügen differenziert betrachtet werden muss. Es gibt Situationen im Leben in den gelogen werden darf, weil es zum Spiel oder zur Tätigkeit gehört (Spiele, Bluffen, Seemannsgarn, Geschichten von Münchhausen, etc.). Die Lernenden sollen aber erkennen, dass es auch Situationen gibt, in den man unbedingt die Wahrheit sagen muss. b) Lernziele im affektiven Bereich Die Lernenden sollen auf die vorgegebenen Sachverhalte, Handlungsweisen, Personen und Ereignisse aufmerksam gemacht werden, hingewiesen oder konfrontiert werden. Gefühle oder Emotionen werden angeregt oder erzeugt Die Lernenden sollen auf die vorgegebenen Sachverhalte reagieren. Die Lernenden sollen ihre Gefühle zum Thema Wahrheit und Lüge mitteilen oder über ihre emotionale Befindlichkeit sprechen. c) Lernziele im kommunikativen Bereich Die Lernenden sollen Beiträgen des Lehrenden und besonders denen von Mitschülern zuhören. Dieses beinhaltet die Bereitschaft, Gesprächsregeln zu achten, den anderen ausreden zu lassen, sich zu melden, nacheinander zu sprechen. Die Lernenden sollen lernen, die Beiträge ihrer Mitschüler zur Thematik aufzugreifen. Sie fragen nach, wenn sie etwas nicht verstanden haben. Sie bitten um eine Erklärung, Präzisierung oder Weiterführung des Beitrags und geben so

4 zu verstehen, dass sie zuhören, mitdenken und sich für das Gesagte interessieren. Die Lernenden sollen durch eigene Beiträge (z.b. persönliche Erfahrungen) zur Thematik das Gespräch oder die Diskussion zu bereichern. Die Lernenden sollen bereit und in der Lage sein, eine Meinung differenziert zu äußern, eine Stellungnahme abzugeben, einen Standpunkt zu beziehen und diesen auch zu vertreten. Die Lernenden sollen die Fähigkeit erwerben, Stellungnahmen und Standpunkte anderer zunächst einmal zu akzeptieren, zu respektieren und zu tolerieren, sie als Bereicherung zu empfinden und die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit zu achten. Welche Medien stehen zur Verfügung: CD-Player eventuell ein selbsterstelltes Arbeitsblatt Overheadprojektor und Arbeitsfolien Hörspiel/-buch

5 Arbeitsmaterial: a) Lügendetektor Lügendetektor Jeder benötigt einen Zettel und ein Schreibgerät! Beantwortet bitte die folgenden Fragen, eine allerdings soll nicht wahrheitsgemäß, sondern mit einer Lüge beantwortet werden. [Es ist gleich, welche Frage sich jeder dazu auswählt!] 1. Welches ist meine liebste TV Sendung? 2. Wer ist mein Idol oder Vorbild? 3. Was ist deine Lieblingsfarbe? 4. Welches ist mein liebster Zeitvertreib? Jeder TN liest jetzt seine Antworten vor! Die Gruppe muss raten, welche Antwort falsch ist, möglichst mit Begründung! Schlussbetrachtung: Die Person, die mich am meisten überraschte... Die Person, die ich am besten kennen gelernt habe.. Die Person, die mir am meisten ähnelt... Die Antwort der Person, die mich am neugierigsten macht, ist... b) Baron Münchhausen

6 3. Zusammenfassung Die drei vorbereiteten Unterrichtstunden sollen die Sozialkompetenzen in Bezug auf Wahrheit und Lüge erweitern. Dies ist notwendig da die Schüler bereits in jungen Lebensjahren mit dieser Thematik konfrontiert werden. Die Lernenden sollen den Begriff Lüge/ lügen definieren können und wissen aus welchen Motivationen heraus lügen. In der ersten Stunde sollen eigene Erfahrungen in das Unterrichtsgeschehen eingebracht und gegebenenfalls diskutiert werden. Diese Stunde lebt von den Erfahrungen der Schüler, welche sich aktiv an der Gestaltung des Unterrichtsgeschehens beteiligen sollen. Der Lehrer soll dabei die Möglichkeit haben hin und wieder in eine passive Rolle treten und lediglich den Unterricht initiieren, korrigieren und kontrollieren. In der zweiten Unterrichtstunde sollen die Ergebnisse der vorhergehenden Einheit aufgegriffen werden und als Basis für das weitere Unterrichtsgeschehen dienen. Die Schüler sollen erkennen, dass es wichtig ist stets die Wahrheit zu sagen. Dabei sollen Regeln und Normen des Zusammenlebens in den Unterricht einbezogen werden. Des weiteren sollen die Lernenden erkennen, dass es auch Situationen gibt in den eine Lüge bzw. Notlüge (diese soll thematisiert und definiert werden) ethisch legitim ist. Aus diesem Grund sollen die Lernenden an entsprechenden lebensnahen Fallbeispielen arbeiten, diese beurteilen und deren möglichen Konsequenzen reflektieren. Die dritten Unterrichtsstunde soll komplett der Thematik Lügen, dass sich die Balken biegen gewidmet werden. Am Beispiel des Lügenbarons Münchhausen bzw. Seemannsgarn sollen die Lernenden das Thematisieren von Lügen in der Geschichte, Kunst und Kultur kennen lernen. Die Lernenden sollen erkennen, dass es Situationen (z.b. Gesellschaftsspiele, Bluffen) die auf Lügen basieren. Auch diese Form vom Lügen ist situationsabhängig und demzufolge ethisch legitim. Die Schüler sollen aktiv-produktiv das Unterrichtsgeschehen mitgestalten und haben die Möglichkeit kreativ zu werden und eine Lügengeschichte im Stile eines modernen Münchhausens zu verfassen. Anschließend doll das Produkt im Klassenverband vorgetragen werden (eine Bewertung ist nicht ausgeschlossen). Die Lernenden sollen ihre Gefühle und Ideen beim Verfassen der Geschichte kritisch reflektieren und ihren Mitschülern mitteilen. Das Hörbuch vom Lügenbaron soll die Lernenden lediglich inspirieren und einen Impuls für die Lernhandlung geben. Eine Einsatzalternative des Hörbuch beim

7 Erarbeiten der Thematik Warum lügen Menschen? wäre in Hinblick auf Lügen um anzugeben möglich.

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