Telefonkonferenz zur Veröffentlichung des Zwischenberichtes 1. Januar 30. September 2005 der E.ON AG

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1 Telefonkonferenz zur Veröffentlichung des Zwischenberichtes 1. Januar 30. September 2005 der E.ON AG Düsseldorf, 10. November 2005 Ausführungen Dr. Wulf H. Bernotat Vorsitzender des Vorstandes der E.ON AG Es gilt das gesprochene Wort

2 Telefonkonferenz zum Zwischenbericht Q3/2005 der E.ON AG Seite 2 von 6 Sehr geehrte Damen und Herren, willkommen zur Telefonkonferenz zur Vorlage unserer Zahlen für die ersten neun Monate Zuerst gebe ich Ihnen einen kurzen Überblick über die Geschäftsentwicklung und die wichtigsten Ereignisse seit dem letzten Halbjahresbericht, dann erläutert Herr Schipporeit die Neunmonatszahlen im Einzelnen. Anschließend stehen wir Ihnen gerne für Nachfragen zur Verfügung. Das Jahr 2005 wird erfolgreich für E.ON! Nach einem guten Start konnten wir uns im jetzt abgeschlossenen dritten Quartal erneut steigern, so dass ich feststellen kann: Wir sind mit der Ergebnisentwicklung des gesamten Unternehmens in den ersten neun Monaten 2005 sehr zufrieden. Das Adjusted EBIT nahm gegenüber dem Vorjahr um sieben Prozent auf 5,5 Mrd zu. Der Konzernüberschuss lag mit rund 6,4 Mrd sogar erheblich über dem hohen Vorjahresniveau. Gründe hierfür sind vor allem die Buchgewinne aus den Verkäufen von Viterra und Ruhrgas Industries. Diese Verkäufe sind aber nicht nur gut für unser Ergebnis, sie zeigen auch, wie weit wir schon gekommen sind beim Umbau von E.ON zu einem lupenreinen Energieunternehmen. Er ist damit nahezu abgeschlossen. Diese klare Konzentration auf das Energiegeschäft und unsere solide Finanzbasis als Ausgangspunkt für weiteres Wachstum erlauben es uns, selbstbewußt nach vorne zu gehen und die Basis für künftige Wertsteigerungen zu verbreitern. Dabei kommen wir mit kleineren und mittleren Investitionen gut voran, schließen aber größere Schritte nach wie vor nicht aus, wenn sie unseren strengen Investitionskriterien entsprechen. Ein Schwerpunkt dieser Wachstumsstrategie ist das Gasgeschäft. Der Wettbewerb um Gasmengen wird in Zukunft weiter zunehmen. Heute stehen wir mit unseren langfristigen Verträgen mit unseren Lieferanten sehr gut da, aber: Wer nicht vorausschauend agiert, hat irgendwann das Nachsehen. Daher stellen wir uns schon jetzt konsequent auf. Zwei neue Projekte machen das deutlich.

3 Telefonkonferenz zum Zwischenbericht Q3/2005 der E.ON AG Seite 3 von 6 E.ON hat im September 2005 die britische Gasfördergesellschaft Caledonia Oil and Gas Limited mit Beteiligungen an insgesamt 15 Gasfeldern in der südlichen britischen Nordsee erworben. Gestern wurde der Erwerb vollzogen. Wir sind damit unserem Ziel, langfristig Prozent des Gasbedarfs aus eigener Produktion zu decken, ein bedeutendes Stück näher gekommen. Zudem wollen wir unsere Beschaffungswege für Gas erweitern und neue Quellen erschließen. Wir haben den ersten Planungsschritt für den Bau des ersten deutschen Anlandeterminals für verflüssigtes Erdgas eingeleitet. Über das Terminal in Wilhelmshaven könnten wir Gas für fast drei Millionen Haushalte aus dem Nahen Osten sowie Westund Nordafrika beziehen. Wir würden damit unseren Gasbezug auf eine noch breitere Basis stellen und die Versorgungssicherheit langfristig weiter stärken. Auch bei der Umsetzung unseres Ziels, selektiv neue Märkte zu erschließen, sind wir ein gutes Stück weiter gekommen. Schon Ende 2007 wird unser erstes Gas- und Dampfturbinen-(GuD)-Kraftwerk im oberitalienischen Livorno Ferraris das liegt bei Turin seine Arbeit aufnehmen. Das hocheffiziente Kraftwerk ist unser erstes Projekt in der Stromerzeugung in Italien. Es setzt mit einem Wirkungsgrad von 58 Prozent und seiner Umweltverträglichkeit neue Maßstäbe. Die Anlage hat eine Leistung von 800 Megawatt und kann eine Stadt wie Mailand mit 1,2 Millionen Einwohnern mit Strom versorgen. Der italienische Strommarkt ist der viertgrößte in Europa und weist hohe Wachstumsraten auf. Zugleich müssen dort in den nächsten Jahren zahlreiche ältere Kraftwerke durch neue, umweltschonende Anlagen ersetzt werden. Auch das zweite in der letzten Woche beschlossene Kraftwerksprojekt verbessert die Umweltverträglichkeit unserer Stromerzeugung. In den Niederlanden modernisieren wir das MW-Steinkohlekraftwerk Maasvlakte und festigen damit unsere Position im niederländischen Energiemarkt. Anfang Juni hatten wir uns mit dem Erwerb von NRE

4 Telefonkonferenz zum Zwischenbericht Q3/2005 der E.ON AG Seite 4 von 6 Energie b.v. erstmals den Zugang zu Endkunden in den Niederlanden erschlossen. Jetzt leisten wir mit dieser hochmodernen und effizienten Anlage einen wichtigen Beitrag für die langfristige, umweltverträgliche Stromversorgung des Landes. Umweltschutz durch neue Kraftwerke ist ein wichtiges Stichwort. Hier liegt ein Schwerpunkt unserer Investitionen. Neben effizienten Kraftwerken, die mit konventionellen Brennstoffen laufen, engagieren wir uns verstärkt im Bereich Erneuerbare Energien. Bereits heute betreibt E.ON europaweit Wasser-, Wind- und Biomassekraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund sechs Gigawatt, rund zehn Prozent der E.ON-Stromerzeugungskapazität. Im schottischen Lockerbie werden wir jetzt das größte Biomasse-Kraftwerk Großbritanniens bauen. Der Einsatz von Biomasse wie Holz und Forstabfälle wird rund Tonnen Treibhausgase pro Jahr vermeiden, die bei der Stromproduktion mit fossilen Brennstoffen freigesetzt würden. Auch in Deutschland halten wir an unserer Innovations- und Investitionsoffensive fest. Wir werden über die schon geplanten 5,9 Mrd Euro für den Ausbau der Stromerzeugung und der Stromnetze hinaus in den kommenden drei Jahren rund 300 Mio Euro in das deutsche Leitungsnetz investieren. Das steht für uns auch dann nicht zur Disposition, wenn unsere Netzerlöse sinken sollten, denn dabei geht es um die Versorgungssicherheit unserer Kunden. Sie sehen: Wir handeln für die Versorgungssicherheit und für die Nachhaltigkeit der Energieversorgung. Umso dringender fordern wir eine klare Richtung in der Energiepolitik, die diese Anstrengungen unterstützt. Wir haben daher in den letzten Wochen gemeinsam mit Gewerkschaften und unseren Wettbewerbern bewusst als Input für die Koalitionsgespräche einige Vorstellungen formuliert und offen zur Diskussion gestellt. Dabei geht es nicht nur um den Energiemix der Zukunft, sondern auch um Anstrengungen in der Energieforschung, um die Steigerung der Energieeffizienz und eine europaweit einheitliche Förderung erneuerbarer Energien. Unser Fokus sollte

5 Telefonkonferenz zum Zwischenbericht Q3/2005 der E.ON AG Seite 5 von 6 dabei europäisch werden, nationale Alleingänge bringen weder unserer Wirtschaft noch der Umwelt etwas. Wir brauchen dringend eine Debatte über unsere künftige Energiepolitik. Besonders in Deutschland bleiben wir dabei zu sehr in unserem energiepolitischen Vorgarten und haben keinen Blick für das Gesamtbild. Im globalen Maßstab wird Energie unterdessen immer knapper und teurer. Ich möchte für neue Anstrengungen werben, die energiepolitischen Ziele Wirtschaftlichkeit, Sicherheit und Umweltverträglichkeit wieder in eine vernünftige Balance zu bringen. Dazu sind aber erfolgreiche und ertragsstarke Energieunternehmen nötig, die in der Lage sind, mit hohen Investitionen eine effiziente, sichere und klimaschonende Energieversorgung zu gewährleisten. In Deutschland beschäftigen wir uns aber, statt diese Herausforderungen anzugehen, fast nur noch mit Energiepreisen. Auch uns ist dabei klar, dass es Versäumnisse im Dialog zwischen der Energiebranche und den Verbrauchern gegeben hat. Auch ist das Preisniveau, mit dem wir es jetzt zu tun haben, hoch. Ich habe Verständnis dafür, dass steigende Preise unseren Kunden Sorgen bereiten. Ich habe aber auch den Eindruck, dass es hinter aller, zum Teil sehr polemisch vorgetragener Kritik, vor allem zu wenig Verständnis für das Funktionieren der Märkte im Energiebereich gibt. Dort, wo Marktkräfte wirken, wird oft manipulatives Handeln der Unternehmen vermutet. Unser wirtschaftlicher Erfolg macht uns zusätzlich verdächtig. Wir wollen dem jetzt erneut Fakten entgegensetzen. Zwar bleibt es schwierig, ein Thema wie die Bildung der Strom- und Gaspreise in nur wenigen Sätzen zu erklären ebenso wie es einfach und populär ist, uns der Abzocke zu bezichtigen. Aber wir haben uns entschlossen, in einer breit angelegten Kommunikationsoffensive zu erläutern, wie Strom- und Gaspreise europaweit den üblichen Regeln des Marktes folgen. Die Reaktionen aus der Bevölkerung, die uns in den letzten Wochen erreicht haben, honorieren diesen Weg.

6 Telefonkonferenz zum Zwischenbericht Q3/2005 der E.ON AG Seite 6 von 6 Wir werden darüber hinaus für noch mehr Transparenz bei unseren Produkten sorgen und schrittweise die Kalkulation unserer Gaspreise für Haushaltskunden offen legen. Wir wollen alles dafür tun, dass das Vertrauen zwischen uns und unseren Kunden gestärkt wird. Denn unsere Kunden sind die Basis unseres Geschäfts. Ich hoffe, die Öffentlichkeit wird dann ihre Aufmerksamkeit wieder mehr darauf lenken, dass wir bei E.ON alles unternehmen, um unsere Kunden sicher und effizient mit Energie zu versorgen. Wir bleiben jedenfalls diesem Ziel verpflichtet. Diese Rede kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des E.ON-Konzerns beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die wir in Mitteilungen an die Frankfurter Wertpapierbörse sowie an die amerikanische Wertpapieraufsichtsbehörde (inkl. Form 20-F) beschrieben haben. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen. Der Konzernabschluss der E.ON AG wird nach den United States Generally Accepted Accounting Principles (US-GAAP) aufgestellt. In dieser Rede können bestimmte (evtl. auch zukunftsbezogene) Kennzahlen genannt werden, die nicht in Übereinstimmung mit US- GAAP Rechnungslegungsstandards ermittelt wurden. Diese Kennzahlen werden als nicht nach US-GAAP ermittelte Kennzahlen (Non-GAAP financial measures) gemäß dem USamerikanischen Federal Securities Law bezeichnet. E.ON leitet diese Kennzahlen über auf die nächst vergleichbare US-GAAP-Kennzahl oder Zielgröße; diese Überleitung wird entweder in dieser Rede, im Geschäftsbericht, im Zwischenbericht oder auf der Website unter veröffentlicht. Das Management ist der Ansicht, dass die von E.ON verwendeten Non-GAAP financial measures, wenn sie in Verbindung mit aber nicht anstelle von anderen gemäß US-GAAP ermittelter Kennzahlen betrachtet werden, das Verständnis der Liquiditäts- und Ergebnisentwicklung des Unternehmens erhöhen. Eine Vielzahl dieser Non-GAAP financial measures werden allgemein von Analysten, Ratingagenturen und Investoren verwendet, um ein Unternehmen zu bewerten und die unterjährige und zukünftige Unternehmensentwicklung und den Wert von E.ON zu anderen Wettbewerbern zu vergleichen. Die Non-GAAP financial measures sollten nicht isoliert als Kennzahl für die Ertragslage oder Liquidität von E.ON betrachtet werden. Sie sollten deshalb nicht als Ersatz, sondern stets als Zusatz zu Konzernüberschuss, Cashflow aus der Geschäftstätigkeit fortgeführter Aktivitäten und anderen gemäß US-GAAP ermittelten Ertrags- oder Cashflowgrößen gesehen werden. Die Non-GAAP financial measures, die von E.ON verwendet werden, können sich von denen anderer Unternehmen unterscheiden und sind somit nicht notwendiger Weise mit ähnlich bezeichneten Kennzahlen anderer Unternehmen vergleichbar.

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