REFERENTEN UND BEITRÄGE

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1 1 Presseinformation / Stand: 10. September REFERENTEN UND BEITRÄGE Zanana Akande, 1937 in Toronto, Kanada, geboren, engagiert sich seit mehr als vierzig Jahren für Bildungsgleichheit, Frauenrechte, interkulturelle Verständigung und sozialen Wandel, u.a. als Lehrerin, in der Administration des öffentlichen Bildungssystems und Politikerin. Als Sozialministerin wurde sie 1990 als erste schwarze Frau in das Kabinett Ontarios gewählt. Sie ist Mitbegründerin der Zeitschrift Tiger Lily, einem Sprachrohr für Frauen in Minderheiten, Vize-Präsidentin der Community Unity Alliance und ehem. Präsidentin der Urban Alliance on Race Relations. Für ihr Engagement erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen, u.a. den African Canadian Achievement Award for Education, den Black History Makers Award, den Arbor Award from the University of Toronto und Awards of Distinction des Congress of Black Women und des YWCA. Torontos Suche nach Gleichheit: vom Multikulturalismus zur Integration: Toronto ist eine der multikulturellsten Städte der Welt. Daher wird dieser Vortrag einen kurzen Rückblick auf die Immigrationswellen und die damit verbundenen Veränderungen in der Wahrnehmung der Immigranten in den vergangenen Jahren geben. Eine deskriptive Analyse der Zusammensetzung der städtischen Bevölkerung bietet eine wichtige Grundlage für die Diskussion über Integration, ihrer Erfolge und Herausforderungen sowie über den Beitrag, den die städtische Politik oder die ethnischen Gemeinschaften für die notwendigen Fortschritte leisten können. Keine Diskussion zu diesem Thema würde ohne Bezug auf das browning of Toronto und seinen Einfluss auskommen. > Do, 18. September, 10 Uhr, Musensaal, Podium Verwaltung von Multikulturalität best practice > Fr, 19. September, Uhr, Musensaal, Öffentliche Podiumsdiskussion Interkulturelle Städte und Identitäten Pav Akhtar ist Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der National Assembly Against Racism (NAAR), London, und Beauftragter für Rassenfragen von UNISON, der größten Gewerkschaft des Öffentlichen Dienstes in England. Der 29-jährige Pav Akhtar ist u.a. Stadtrat im Londoner Stadtbezirk Lambeth, wo er stellvertretender Vorsitzender des Komitees für Kinder und Jugend ist. Er hat einen Sitz in dem Nationalen Komitee der Labour Party LGBT und ist Vorsitzender von Imaan, eines Gremiums zur Unterstützung der Muslime in der LGBT. Pav Akhtar ist aktives Mitglied des Religionsausschuss seiner Gemeinde. Er machte seinen Abschluss an der Cambridge University, wo er als erster Farbiger zum Präsidenten der Studentenvereinigung gewählt wurde. Eine Gesellschaft, viele Kulturen den Multikulturalismus feiern: Die multikulturelle Gesellschaft in Großbritannien heute ist das Ergebnis einer jahrhundertelangen Migration von Menschen, die dieses Land aus einer Vielzahl von Gründen zu ihrer Heimat gemacht haben. Einige sind der Verfolgung entflohen, andere haben nach einem besseren Leben gesucht, während wiederum andere eingeladen wurden, das Land nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs wieder aufzubauen. Großbritannien ist durch seine Bewohner mit ihrer unterschiedlichen Herkunft, Kultur und Religion geprägt. Dennoch hat die multikulturelle Politik in Großbritannien eine unerwartete und anhaltende Reihe von Angriffen durch Medien und Politiker erfahren müssen, die ihr die Schuld an zahlreichen sozialen Problemen von Homophobie bis zum Terrorismus geben. In Reaktion auf diese Angriffe machen andere den positiven Einfluss des Multikulturalismus auf unsere Gesellschaft deutlich. Das multikulturelle Großbritannien ist eine Realität, die man sich nicht wegwünschen kann, und gerade diese Diversität ist es, die Großbritannien groß macht. > Fr, 19. September, 15 Uhr, Musensaal, Podium Multikulturelles Management in europäischen Städten

2 2 Nat Nuno Amarteifio, 1943 in Ghana, West Afrika geboren, ist Dozent für Urbanistik und Geschichte. Er studierte Architektur in Ghana und den USA. Nach seinem Abschluss mit einem Bachelor of Science von der Howard University in Washington DC, 1969 und einem Master of Science vom Pratt Institute, New York, 1970, arbeitete er als Architekt in den USA, Kanada, Nigeria und Ghana. Von war er Bürgermeister der ghanaischen Hauptstadt Akkra. Die Stadt erhalten: Leben mit Fremden in einer afrikanischen Stadt: Akkra, die Hauptstadt von Ghana, ist vor vierhundert Jahren als Fischerdorf an der Küste von Guinea in Westafrika entstanden. Auf Grund ihrer Lage wurde die Stadt zum Handelzentrum für Salz und Fisch, in das die Menschen aus den Königreichen des Landesinneren kamen.. Akkra wuchs im 17.Jh.,als die Europäer an seiner Küste landeten und befestigte Außenposten errichteten, um mit den Afrikanern Handel zu treiben. Die Stadt wurde zu einem bedeutenden Sklavenmarkt. Akkra war immer eine Stadt der Migranten. Seine Bewohner haben ihre eigenen Methoden entwickelt, um in ihrer multiethnischen und multikulturellen Gesellschaft miteinander zu leben. Nat Nuno Amarteifio wird die Formen dieser Koexistenz umreißen und versuchen, daraus Schlüsse zu ziehen. > Do, 18. September, Uhr, Musensaal, Podium Multikulturelle Stadt in Afrika, Asien, dem Vorderen Orient und Südamerika Prof. Jannis Androutsopoulos ist seit September 2007 Dozent für Sociolinguistics & Media Discourse am King's College London. Er studierte Germanistik an der Universität Athen und promovierte 1997 in Germanistischer Linguistik und Übersetzungswissenschaft an der Universität Heidelberg. Nach seinem Postdoc in Heidelberg und einer Forschertätigkeit am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim übernahm er eine Juniorprofessur an der Universität Hannover. Seine Forschungsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle zwischen Soziolinguistik und Medienkommunikation. Linguistic landscapes: Visuelle Mehrsprachigkeitsforschung als Impuls an die Sprachpolitik: Linguistic landscapes ist ein neues Forschungsgebiet, das sich mit visuell gestalteter Sprache im öffentlichen Raum beschäftigt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Verteilung und Funktion von Sprachen in der mehrsprachigen Stadt. Einsichten aus dieser Forschung können wichtige Impulse darstellen für eine Sprachpolitik, welche die semiotische Gestaltung des öffentlichen Raums als wesentlichen Aspekt des Politischen begreift und in der visuellen Repräsentation sprachlicher Vielfalt keine Bedrohung sieht, sondern eine Ressource für die symbolische Anerkennung kultureller und ethnischer Diversität. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Musensaal, Forum Sprach- und Bildungspolitik Prof. Ien Ang ist Leitende Professorin für Kulturwissenschaften und Mitglied des Professorenkollegiums des Australian Research Council am Centre for Cultural Research der University of Western Sydney (Australien). Sie erforscht den Umgang mit kultureller Komplexität in unserer globalisierten Welt und fokussiert dabei auf Medien, Multikulturalität und Transnationalismus in Australien, Asien und Europa. Sie ist Autorin von u.a. On Not Speaking Chinese: Living between Asia and the West (2001) und The SBS Story. The Challenge of Cultural Diversity (2008, with Gay Hawkins and Lamia Dabboussy. Kosmopolitische Städte: Sydney als Einwanderungsstadt: Ebenso wie in vielen anderen globalen Städten überall in der Welt, wird das heutige Bild Sydneys als Einwanderungsstadt bestimmt durch eine unendliche Reihe von neuen Bewohnern, die auf viele verschiedene Arten ihren Weg in das Netzwerk der Stadt finden. Ien Ang beschreibt, wie das Leben der Bürger dieser Städte durch den faszinierenden und verstörenden Prozess des Lebens mit Diversität geprägt ist, weitaus mehr durch das bewusste Verwalten von Multikulturalität als durch den Versuch, die Illusion einer gemeinsamen Identität zu schaffen. Dazu gehört die tägliche und permanente Auseinandersetzung über die Verteilung von Orten und Räumen. In Sydney reflektieren diese Auseinandersetzungen die kulturelle Geografie dieser globalen Stadt, die zwar in der asiatisch-pazifischen Region liegt, sich aber doch in weiter Nachbarschaft von Europa befindet. > Do, 18. September, 9 Uhr, Musensaal, Vortrag > Fr, 19. September, Uhr, Musensaal, Öffentliche Podiumsdiskussion Interkulturelle Städte und Identitäten

3 3 Jean-Luc Aplogan, geb.1958, ist seit 2004 Beauftragter für Integration und Multikulturalität des Radio France, Paris. In seinem Heimatland Benin war er als Sportjournalist tätig. Ab 1990 berichtete er für das RFI als Korrespondent aus Benin und Nigeria. Diversität : Hindernisse und Subtilitäten, der Fall Radio France: Es ist Aufgabe der öffentlich-rechtlichen Medien, ihr Programm so zu gestalten, dass alle Franzosen sich darin wieder finden. Für dieses Ziel, öffnet Radio France seine Türen und seine Mikrofone : anders gesagt, wenn wir darauf achten, sowohl unser Personal als auch unser Programm zu diversifizieren, erfüllen wir nur unsere Mission. Wir gehen in kleinen Schritten voran, wir achten auf Diversifizierung, aber langsam, ohne jemand zu verletzen oder zu viel Lärm zu machen. Radio France hat im Moment ca. 630 Journalisten und der Anblick unserer Redaktion ist vorwiegend weiß, aber das ändert sich. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Stamitzsaal, Forum Öffentliche Partizipation Martha Aykut ist stellvertretende Leiterin der Stabsabteilung für Integrationspolitik mit den Schwerpunktthemen Sprachförderung, Bildung und Gesundheit in Stuttgart. Nach dem Studium der Diplom- Sozialpädagogik in Regensburg war sie in der Jugend- und Gemeinwesenarbeit, der Sprach- und Bildungsförderung bei verschiedenen Organisationen in Stuttgart und der Koordination von europäischen Modellprojekten tätig. Das Stuttgarter Bündnis für Integration: Stuttgart zeichnet sich durch Internationalität aus, 40 % aller Stuttgarter haben mittlerweile einen Migrationshintergrund. Daher ist Integration in Stuttgart Chefsache und die Stabsabteilung für Integrationspolitik direkt beim Oberbürgermeister angesiedelt. Mit dem Bündnis für Integration hat Stuttgart bereits 2001 ein kommunales Integrationskonzept auf den Weg gebracht, in dem Sprach- und Bildungsförderung hohe Priorität einnehmen. In dem Beitrag wird der Stuttgarter Ansatz näher erläutert. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Musensaal, Forum Sprach- und Bildungspolitik Prof. Simon Bekker ist emeritierter Professor für Soziologie an der University of Stellenbosch in Südafrika. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Kultur und Gesellschaft, Stadtsoziologie und Migrationswissenschaften mit Fokus auf dem Afrikanischen Kontinent. Zuletzt veröffentlichte er Reflections on identity in four African cities. Er forschte und lehrte u.a. an der Oxford University, GB, dem Centre d'étude d'afrique Noire, in Frankreich und am Swedish Collegium for Advanced Study in Uppsala, Schweden. Diversität in den postkolonialen Städten Afrikas: Nach der europäischen Kolonialherrschaft in jüngster Vergangenheit, sehen sich die meisten Städte im Afrika südlich der Sahara (wie auch alle anderen auf dem Globus) mit den großen Herausforderungen konfrontiert, die städtisches Wachstum, Wohlstand, Ordnung und Nachhaltigkeit darstellen. Gleichzeitig spielen sich in den Städten Afrikas extrem schnelle Prozesse der Urbanisierung ab. Städtische Aktivitäten spielen sich überdies in einem weiten Spektrum zwischen den formell institutionellen bis zu einer Vielzahl von informellen Aktionen ab. Die Globalisierung charakterisiert durch die globalen ökonomischen Trends und den Export von best practice Entwicklungen für städtische Politik - beeinflussen die Akteure in den afrikanischen Städten und rufen verschiedenartige Reaktionen hervor. > Do, 18. September, Uhr, Musensaal, Vortrag > Fr, 19. September, Uhr, Musensaal, Öffentliche Podiumsdiskussion Interkulturelle Städte und Identitäten Prof. Talja Blokland, 1971 geboren, ist Professorin für community development an der Erasmus Universität in Rotterdam und Programmdirektorin für Stadterneuerung und Wohnungsbau am OTB Institute for Urban, Housing and Mobility Studies der Technischen Universität Delft. Sie ist Mitglied des Beratungsgremiums beim Rat für Soziale Entwicklung (RMO). Als Soziologin liegen ihre Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Gemeinwesen, Ethnizität, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Nachbarschaftsentwicklung. Sie veröffentlichte Urban Bonds (2003, Polity) und mit Mike Savage Networked Urbanism: Social Capital and the City (2008, Ashgate). Integration durch Vermittlung: Ratschläge für eine unromantische Stärkung von Bindungen über ethnische Herkunft und Klasse hinweg: Integrationsbemühungen und projekte zielen häufig auf ein (mehr

4 4 oder minder zufälliges) Zusammentreffen der Kulturen und daraus resultierend das Anwachsen der Sympathien. Talja Blokland sieht in dem switchboard -Ansatz eine fruchtbarere Strategie. Hier arbeiten Regierungen gezielt darauf hin, die Gelegenheiten zu maximieren, bei denen sich Personen unterschiedlicher Herkunft im Alltag begegnen. Der Ansatz basiert auf einer politischen Handlungsempfehlung der RMO, die 2005 an den niederländischen Integrationsminister gegeben wurde. > Fr, 19. September, 17 Uhr, Musensaal, Podium Zusammenfassung und Ausblick Khadidja Bourcart hat Ökonomie studiert und ist Aktivistin in zahlreichen Bürgervereinigungen trat sie der Partei der Grünen bei wurde sie zur Stadträtin der Stadt Paris gewählt und war bis zum Mai 2008 war sie stellvertretende Bürgermeisterin der Stadt Paris und Verantwortliche für Integration von nicht EU-Bürger. Sie ist Vizepräsidentin des Verbandes des Viertels Saint-Bernard und aktives Mitglied des Manifeste des Libertés, einer Vereinigung, die sich mit Fragen des Islam und der Freiheit befasst. Städtische Politik für Integration und gegen Diskriminierung in Paris > Fr, 19. September, 15 Uhr, Musensaal, Podium Multikulturelles Management in europäischen Städten Prof. Wolf-Dieter Bukow, geb in Potsdam, ist Professur für Kultur- und Erziehungssoziologie an der Universität zu Köln, geschäftsführender Direktor der Forschungsstelle für Interkulturelle Studien (FiSt) und Sprecher des Center for diversity studies (cedis). Er arbeitete u.a. zu den Themen Ethnisierung ethnischer Minderheiten, die Kriminalisierung allochthoner Jugendlicher und Islam. Er veröffentlicht schwerpunktmäßig zu Stadtgesellschaft und Multikulturalität, zuletzt: Biographische Konstruktionen im multikulturellen Bildungsprozess (Interkulturelle Studien Bd. 17, 2006) und Was heißt hier Parallelgesellschaft (Interkulturelle Studien Bd. 18, 2007). Bukow wurde 2008 für seine Arbeiten auf den Gebieten der Integrationspolitik und der Partizipation mit dem Forschungspreis der Helga und Edzard Reuter-Stiftung ausgezeichnet. Von der strukturellen Assimilation der Migration zur internationalen Inszenierung urbaner Diversität: Die im Zeitalter der Globalisierung forcierte Mobilisierung der Bevölkerung und die im Rahmen der neuen Medien explosionsartig angewachsene informationelle Vernetzung haben die europäische Stadt schlagartig verändert. Das spiegelt sich quantitativ wie qualitativ auch in der Situation der mobilen Bevölkerungsgruppen wieder. Waren sie früher als Einwanderer gezwungen, sich schrittweise zu integrieren, zu assimilieren und schließlich mit den Alteingesessenen zu verschmelzen, so kehren sich heute die Verhältnisse um, und die Alteingesessenen beginnen sich der mobilen Bevölkerung anzupassen. Und nirgends kann man das besser erkennen als am Beispiel von ethnic parcs, die von den einen noch als Parallelgesellschaft diskriminiert werden, während sie die anderen längs als Markenprodukt inszenieren. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Saal Franz-Xaver-Richter, Forum Segregation and transnationale Strukturen Prof. Christoph Butterwegge, 1951 in Albersloh (Krs. Münster/Westfalen) geboren, ist Leiter der Abteilung für Politikwissenschaft an der Universität zu Köln und Mitglied der Forschungsstelle für interkulturelle Studien (FiSt). Er gehört u.a. den Wissenschaftlichen Beiräten der Akademie für Raumforschung und Landesplanung (ARL) und von Attac Deutschland an. Seit 1990 beschäftigt er sich schwerpunktmäßig mit den Themen Rechtsextremismus, Rassismus, (Jugend-)Gewalt sowie Migration und Integrationspolitik. Seine jüngsten Buchveröffentlichungen u.a.: Zuwanderung im Zeichen der Globalisierung. Migrations-, Integrations-, und Minderheitenpolitik, (Hg. mit G. Hentges), 3. Aufl. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 2006; Neoliberalismus. Analysen und Alternativen, (Hg. mit B. Lösch/ R. Ptak), Wiesbaden: VS, 2008; Rechtspopulismus, Arbeitswelt und Armut. Befunde aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, (Hg. mit G. Hentges), Opladen/Farmington Hills: Verlag Barbara Budrich, Massenmedien, Migration und Integration: In der aktuellen Diskussion über Zuwanderung spielen die Massenmedien eine Schlüsselrolle. Sie filtern für die Meinungsbildung wichtige Informationen und beeinflussen so das Bewusstsein der Menschen, denen sich die gesellschaftliche Realität zunehmend über die Medien erschließt. Massenmedien liefern nicht nur (Zerr-)Bilder von Migrant(inn)en und ethnischen Minderheiten, die das Denken und Handeln der Einheimischen negativ beeinflussen, sondern prägen auch deren Haltung im Hinblick auf Modelle für das Zusammenleben zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion

5 5 ( multikulturelle Gesellschaft vs. deutsche Leitkultur ), indem sie Möglichkeiten bzw. Grenzen der Integration ausloten und öffentliche Debatten darüber organisieren. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Stamitzsaal, Forum Öffentliche Partizipation Ahmet Misbah Demircan, 1967 in Istanbul geboren, ist seit 2003 Bürgermeister in Beyoglu, einem Stadtteil von Istanbul. Nach seinem Studium der Theologie und politischen Geschichte an der Marmara Universität arbeitete er als Reiseführer und sammelte Erfahrungen in verschiedenen Bereichen der Tourismusbranche. In der Parteizentrale der AKP war er Geschäftsführer in der Entwicklung der Tourismuspolitik kandidierte er für das türkische Parlament. Istanbul: Interkulturelle Brückenstadt: Beyoglu ist eine kleine Ausgabe von Istanbul. So alt wie Istanbul, so vielfältig wie die Türkei und ebenfalls ein farbiges Mosaik der Kulturen. Beyoglu hat seit Tausenden von Jahren Menschen verschiedener Abstammung, Sprachen, Religionen und Kulturen aufgenommen. Die verschiedenen ethnischen Gruppen, die hier leben, spielen eine große Rolle für den Ablauf des Lebens in Beyoglu. Der Frieden und die Harmonie zwischen diesen seit Jahrhunderten koexistierenden Gruppen können ein wertvolles Beispiel sein für unsere Welt, die durch interne Konflikte, Terror und Krieg zerrissen ist. > Do, 18. September, Uhr, Musensaal, Film/ Kurzvortrag Börje Ehrstrand, geboren in Finnland, ist Leiter der Rinkeby Schule, die in einer der ärmsten Gegenden Stockholms liegt und rund 100 Nationalitäten unter ihrem Dach vereint. Nahezu alle der 13- bis 16-jährigen Schüler stammen aus Migrantenfamilien. Seit Ehrstrand s Amtsantritt 1998 hat sich die ehemalige Problem- in eine Vorzeigeschule gewandelt und dafür zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten. Rinkeby Schule: Die Letzten werden die Ersten sein: Die Rinkeby Schule liegt in einer der ärmsten Gegenden von Stockholm in Schweden und ist eine Hauptschule für Kinder zwischen Jahren. Die Schule ist Heimat einer Vielzahl von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Fast 100 % der Schüler in Rinkeby kommen aus Familien mit Migrationshintergrund. Insgesamt gibt es mehr als 100 Nationalitäten in der Schule. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Musensaal, Forum Sprach- und Bildungspolitik Danny Fresh, 1977 in Ostfildern-Ruit geboren, ist seit 1993 Teil der HipHop-Formation W4C. Er studierte von 2003 bis 2006 an der Popakademie Mannheim und ist dort seit 2007 Dozent. Darüber hinaus lehrt er u.a. an der Musikfachschule Dinkelsbühl und der Jazz & Rockschule Freiburg, gibt Workshops an Schulen und in Jugendhäusern. Er arbeitet(e) mit Xavier Naidoo, Rolf Stahlhofen, Zeichen der Zeit und den Hamburger Symphonikern. Nach seinem Debut im Jahr 2006 veröffentlichte er 2007 sein zweites Album. Rap-Workshops als Sprachrohr - Erfahrungen aus der Workshop Praxis: Obwohl die HipHop-Kultur in der Öffentlichkeit keinen besonders guten Ruf genießt, stellt sie für viele Jugendliche gerade in sozialen Randbereichen häufig einen Weg dar, sich selbst auszudrücken. Anders als viele kurzlebige Jugendkulturen hält sich HipHop nicht nur seit bereits vier Jahrzehnten, sondern entwickelt sich auch beständig weiter, indem er von Jugendlichen vor allem in urbanen Gebieten immer wieder neu definiert und interpretiert wird. Geradezu spielerisch und selbstverständlich nutzen Jugendliche im Rap die Sprache, um Themen zu verarbeiten die für sie eine Rolle spielen: egal ob Schule, Familie, Rassismus, Integration oder einfach nur ihren Alltag > Fr, 19. September, 11 Uhr, Saal Franz-Xaver-Richter, Forum Segregation and transnationale Strukturen Rosana Magalhães Gaeta engagiert sich als Aktivistin in den Bereichen Menschenrechte und Migration. Seit 2006 ist sie Beraterin des Projekts i-migrantes der Stadtverwaltung Sao Paulo und seit 2007 Beraterin des Der Städtischen Gesundheitsbehörde von São Paulo (COSEMS-SP ) in den Stadtteilen Alto Tietê und Vale do Ribeiro. Von 2003 bis 05 koordinierte sie Ländliche Zentrum für Migranten (CPM) für das Projekt Somos Hermanos und von leitete sie das Gesundheitsamt von Mooca ( Einwohner). Sie ist einer der Organisatoren der Arbeitsgruppe öffentliche Verwaltung und Einwanderung und verantwortlich für deren Eingliederung das weltweite Forum of Migrations. Seit 2003 arbeitet sie ehrenamtlich für das Centro Pastoral dos Migrantes.

6 6 Gemeinsame Identität - ist das möglich? Rosana Gaeta schildert die multikulturelle Situation in São Paulo, das mit seinen 11 Millionen Einwohnern ein Schmelztiegel der Diversität ist und spricht über die Möglichkeit der Wahrnehmung einer gemeinsamen Identität. Wie sichtbar sind die jüngsten Immigranten in der Stadt Sao Paulo, welche politischen Programme müssen für diese Gruppe entwickelt werden. Welche Rolle spielt die moderne Informationstechnologie für die Entwicklung eines Bürgerbewusstseins und die Vermittlung von brasilianischer Sprache und Kultur. > Do, 18. September, Uhr, Musensaal, Podium Multikulturelle Stadt in Afrika, Asien, dem Vorderen Orient und Südamerika Carlos Jiménez Romero ist Professor für soziale Antrophologie und Direktor des Forschungsinstituts für Migration, Ethnizität und soziale Entwicklung (IMEDES) sowie Co-Direktor des Aufbaustudiums Migration und Zwischengesellschaftliche Beziehungen an der Universidad Autónoma von Madrid. Er ist der akademische Verantwortliche des sozialen und interkulturellen Vermittlungsservice des Rathauses in Madrid und Direktor des Oberservatoriums für Migration und des interkulturellen Zusammenlebens der Stadt Madrid. Jiménez Romero ist Autor, Co-Autor und Verleger zahlreicher Bücher, wie Ausländische Immigranten in der Madrider Gemeinschaft, Leitfaden der Interkulturalität, Was ist Immigration? und Die Co-Entwicklung in Spanien; Protagonisten, Reden und Erfahrungen. Diversität; Mediation und Bürgerschaft: Überlegungen zum Plan für das soziale und interkulturelle Zusammenleben in Madrid ( ) > Fr, 19. September, 15 Uhr, Musensaal, Podium Multikulturelles Management in europäischen Städten Susan Golding, 1945 in Oklahoma, USA geboren, ist seit über 20 Jahren als republikanische Politikerin im Dienste Kaliforniens tätig. Als Bürgermeisterin von San Diego ( ) engagierte sie sich erfolgreich für den Umweltschutz und die Verbesserung der Lebensqualität in den Nachbarschaften, den Wirtschaftsaufschwung, die Verbrechensbekämpfung und über die Landesgrenzen hinaus für die Zusammenarbeit mit Mexiko in den Bereichen Planung, wirtschaftliche Entwicklung, Umweltschutz und Strafverfolgung. Zurzeit ist sie Präsidentin der Beratungsgesellschaft Golding Group und Lehrende für Öffentliche Verwaltung an der UCLA. Sie ist im Vorstand zahlreicher Organisationen, u,a, dem Pacific Council on International Policy und dem International Republican Institute in Washington. D.C. Die Folgen der Immigration in den Städten der USA im 21.Jahrhundert: Die Vereinigten Staaten betrachten sich selbst weiterhin als Einwanderungsland. Das nationale Willkommenssymbol ist die Freiheitsstatue, an der die meisten Immigranten im 19. und 20. Jahrhundert vorbei segelten, bevor sie das Land betraten. Aber haben das 21. Jahrhundert und die Ereignisses des 11. September etwas an der Freundlichkeit des Willkommens geändert? Ist die Integration in die amerikanische Gesellschaft mit gleichen oder anderen Schwierigkeiten verbunden? Gibt es Unterschiede zwischen der Integration der Immigranten heute und früher? Haben die Amerikaner immer noch das Gefühl, dass sie die Immigranten für das wirtschaftliche Wachstum brauchen, und wie unterscheidet das Land in einer Ära der verschärften Sicherheitsmaßnahmen zwischen legalen und illegalen Einwanderern? Maßnahmen gegen illegale Einwanderer werden durchgeführt, während sie gleichzeitig als Arbeitskräfte von Unternehmen gesucht werden. Die Kosten der illegalen Immigration müssen oft von den Städten und Bundesstaaten getragen werden, während die Regierung die Gewinne einstreicht. Das führt zu Vorwürfen und Diskussionen und beeinträchtigt die multikulturelle Integration, die auch weiterhin stattfinden muss, damit die USA eine Gesellschaft bleiben, die alle willkommen heißt. > Do, 18. September, 10 Uhr, Musensaal, Podium Verwaltung von Multikulturalität best practice Carsten Große Starmann, Jahrgang 1968, war als Dipl.-Verwaltungswirt und Jurist viele Jahre im Landkreis Osnabrück in der Kreisentwicklung tätig. Neben der Entwicklung der strategischen Steuerung im Landkreis Osnabrück und der Gestaltung der Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung gehörte die Leitung verschiedener Kreisentwicklungsprojekte, u. a. in den Themenfeldern Demographischer Wandel, Kurortmanagement und Gesundheitswirtschaft, zu seinen Arbeitsschwerpunkten. Er ist Lehrbeauftragter für Controlling an der FH Osnabrück (2004) und als Trainer und Berater im kommunalen Sektor tätig. Seit 2004 ist er

7 7 für die Bertelsmann Stiftung tätig für den Themenbereich Kommunen und Regionen im demographischen Wandel. Er leitet das Projekt Wegweiser Kommune. Soziale Segregation in deutschen Großstädten Wenn die Adresse über die persönliche Zukunft entscheidet: In vielen deutschen Städten sind die demographischen Veränderungen deutlich spürbar. Häufig verbunden sind die Auswirkungen der Demographie mit einer Tendenz zur sozialen Entmischung der Stadtteile - und dies betrifft keineswegs nur die Gruppe der Mirgranten. Auch Arbeitslosigkeit, Armut, Kinderreichtum und Bildungsstand der Bevölkerung kann man in vielen Städten an der Adresse ablesen. Es ist Aufgabe der Städte, hier gegenzusteuern. Neben Ergebnissen einer entsprechenden Studie zeigen gute Beispiele aus der Praxis, dass die Möglichkeiten zu handeln gegeben sind > Fr, 19. September, 11 Uhr, Saal Franz-Xaver-Richter, Forum Segregation and transnationale Strukturen Dr. Irena Guidikova ist Leiterin der Abteilung Kulturpolitik, Diversität und Dialog des Europarats, Straßburg. Nach ihrem Studium der Politischen Wissenschaft und Philosophie an den Universitäten von Sofia (BG) und York (UK) begann sie 1994 ihre Karriere beim Europarat. U.a. entwickelte sie ein Forschungsprogramm für die Abteilung Jugend und Sport, arbeitete zur Zukunft der Demokratie in Europa und als Politikberaterin im Büro des Generalsekretärs. Sie konzentriert sich auf Arbeitsfelder an der Schnittstelle von öffentlichen Institutionen und Gesellschaft: politische Einflussnahme und sozialer Wandel, technologische Entwicklung und staatliche Regulierung, Politikkritik und beratung, Strategieentwicklung und umsetzung. Interkulturelle Städte Perspektiven für Europa: In den letzten Jahrzehnten registriert Europa einen steilen Anstieg der Zahlen von Menschen, die mit der Absicht über seine Grenzen kommen, sich in einem anderen Land niederzulassen meistens, aber nicht ausschließlich in einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union. In der Vergangenheit wurde die Verantwortung für die Integration meist den Migranten und Minderheiten übertragen und nicht den Gastländern. Die Aufnahmegesellschaften waren bisher eher zurückhaltend, wenn es um die Förderung von Interaktion, Austausch und Vermischung von Kulturen ging entweder aus Sorge um die Bewahrung der nationalen Identität oder weil das Phänomen der Migration als ein vorübergehendes angesehen wurde und deshalb keine spezifische Veränderung politischer Maßnahmen für erforderlich gehalten wurde. Die üblichen Integrationsmodelle fördern weder explizit die interkulturelle, interethnische und interreligiöse Interaktion, noch machen sie einen Versuch, die positive öffentliche Wahrnehmung von Diversität zu befördern. Die Präsentation beschreibt die Grundzüge des Interkulturalismus als neuen Integrationsansatz, der darauf beruht, das Diversität eher als Ressource denn als Bedrohung angesehen wird, ebenso wie auf der Entwicklung von politischen Maßnahmen, die Interaktion und Vermischung der Kulturen befördern. Die Präsentation basiert einerseits auf Studien und politischen Strategien, die von Comedia entwickelt wurden, andererseits auf der Philosophie und den ersten Ergebnissen der Intercultural Cities : eines gemeinsamen Programms von Europarat und Europäischer Kommission. > Mi, 17. September, Uhr, Musensaal, Einführung Prof. Hartmut Häussermann, Studium an der Freien Universität Berlin, danach wissenschaftlicher Assistent an der FU Berlin; von 1976 bis 1993 Professor an den Universitäten Kassel und Bremen, seit 1993 Professor für Stadt- und Regionalsoziologie im Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Arbeitsschwerpunkte: Stadtentwicklung und soziale Ungleichheit, Migranten in der Stadt, Stadtpolitik. Neuere Buchveröffentlichungen: Berlin: von der geteilten zur gespaltenen Stadt? Sozialräumlicher Wandel seit 1990, (mit A. Kapphan) Verlag Leske+Budrich An den Rändern der Städte, Hg. mit M. Kronauer und W. Siebel), Suhrkamp Verlag 2004; Stadtpolitik, (mit D. Läpple und W. Siebel), Suhrkamp Verlag. Die Zukunft der urbanen Lebensweise Prof. Häussermann wird die Ergebnisse der Präsentationen und Diskussionen während des Symposiums in seine Zusammenfassung einfließen lassen. > Fr, 19. September, 17 Uhr, Musensaal, Podium Zusammenfassung und Ausblick Y. Kenan Kolat, geboren 1959 in Istanbul, ist seit 1991 Geschäftsführer des Türkischen Bundes in Berlin- Brandenburg und seit 2005 ehrenamtlich tätiger Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland.

8 8 Davor war er u.a. als Sozialberater beim HDB, bei der Integrationshilfe und im Türkischen Elternverein tätig. Kolat kam 1981 als Student der Seeverkehrtechnologie nach Berlin. Er hat sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft. Interkulturelle Erziehung für eine multikulturelle Gesellschaft: Interkulturelle Erziehung ist eine neue, ergänzende Betrachtung der allgemeinen Pädagogik, die die Überwindung der kulturellen Schranken als ihre Hauptaufgabe betrachtet. Ein Ziel dieses Ansatzes ist es, mit anderen Kulturen kooperativ umgehen zu lernen. Ein weiteres Ziel ist es, das Fremde zu verstehen, begreifen zu lernen und dadurch auch zu ein besseres Verständnis der eigenen Kultur zu erreichen. Durch die Vermittlung von Wissen über fremde Kulturen sollen Dialogbereitschaft und Toleranzfähigkeit im Umgang mit diesen bei allen Beteiligten erweitert und verbessert werden. Interkulturelle Bildung besagt etwas zunächst sehr Einfaches und Einleuchtendes, dass nämlich pädagogisches Denken und Handeln die Tatsache der Kulturenvielfalt nicht ignorieren darf, sondern sie bewusst in unterrichtliche, curriculare und bildungspolitische Entscheidungen einzubeziehen hat. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Musensaal, Forum Sprach- und Bildungspolitik Hamento Kusuma-Widjaja, ist Architekt und Stadtplaner und berät private Unternehmen, Regierungen und NROs in Fragen architektonischen und städtischen Designs, Wohnungsbau und Stadtentwicklung, Kultur- und Kunstmanagement. Er ist Dozent, Buchautor und schreibt als Fachjournalist für die Presse. Er initiierte u.a. die Projekte Green Map movement in Indonesien zur Dokumentierung von Grünflächen, natürlicher und kultureller Ressourcen in den Gemeinden und Imagining Jakarta, für das er mit einer Gruppe von Künstlern und Architekten an der Schnittstelle von Kultur und Stadtplanung arbeitete. Bis 2009 ist er Vorsitzender des Jakarta Arts Council. Am Beispiel der Kunst: Demokratisches Management des Pluralismus in Indonesien nach 1998: Nach dem Fall des autoritären Regimes von Suharto im Mai 1998 hat sich das Management von Pluralismus in Indonesien grundlegend gewandelt. Heute gibt es praktisch keine vom Staat geförderte Unterdrückung mehr, sondern eine verhältnismäßig große Offenheit. Die Meinungsfreiheit ist weitgehend garantiert. Trotzdem treten offene Konflikte zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen auf - häufig mit Gewalt verbunden, in dem Moment, in dem die staatliche Macht an Einfluss verliert und Extremisten versuchen, diese Gelegenheit zu nutzen. Einige Fälle im Bereich der Künste sind exemplarisch für diese Konflikte. Es gibt einige Strategien, die von Gruppen der Zivilgesellschaftsgruppen ausgearbeitet und gefördert wurden. Dennoch - die Zukunft ist unsicher. > Do, 18. September, Uhr, Musensaal, Podium Multikulturelle Stadt in Afrika, Asien, dem Vorderen Orient und Südamerika Dr. Stephan Lanz, geboren 1963, ist Stadtforscher an der Fakultät für Kulturwissenschaften der Europa- Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Er forscht und lehrt zu Stadtpolitik, urbanen Kulturen und Bewegungen in Metropolen wie Berlin, Rio de Janeiro, Istanbul. Er ist Herausgeber der Buchreihe metrozones (b_books Berlin, mit Jochen Becker) und publizierte unter anderem die Bücher Die Stadt als Beute (mit K. Ronneberger/W. Jahn), Bonn, 1999, Metropolen (mit J. Becker), Hamburg, 2001, Self Service City: Istanbul (Hg., mit O. Esen), Berlin 2005, und Berlin aufgemischt: abendländisch multikulturell kosmopolitisch? Die politische Konstruktion einer Einwanderungsstadt, Bielefeld, Differenz oder Diversität? - Integrationspolitische Diskurse und Konzepte in der Einwanderungsstadt Berlin: Das Referat stellt die beiden in der Berliner Stadtpolitik gegenwärtig vorherrschenden Konzepte im Umgang mit Einwanderern gegenüber: Dabei proklamiert die eine Seite ein "Scheitern von Multikulti" und charakterisiert muslimisch geprägte Einwandererquartiere als "Parallelgesellschaften". Paternalistische Politikkonzepte, die auf einer unreflektierten Dominanz der Mehrheitsgesellschaft basieren, fordern hier "Integration" im Sinne einer Anpassung an "westliche Werte" ein. Die andere Seite hingegen versteht auch nichtwestliche Einwanderer als selbstverständliche Einwohner einer internationalen Metropole und labelt sie nicht pauschal als ethnokulturell Fremde. Hieraus resultieren politische Konzepte, die eher auf dem Prinzip der Diversität basieren, für ein Gelingen von "Integration" zuerst die städtischen Institutionen verantwortlich machen und Probleme in der Einwanderungsstadt partizipativ bearbeiten. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Saal Franz-Xaver-Richter, Forum Segregation and transnationale Strukturen

9 9 Dr. Ooi Giok Ling ist Professorin am National Institute of Education an der Nanyang Technological University und Gastprofessorin am Institute of Policy Studies in Singapur. Im Auftrag der Regierung - u.a. als Director of Research im Innenministerium - betrieb sie intensive Studien zu Multiethnizität, Staatsangehörigkeit und nationaler Identität des Insel- und Stadtstaats. Dr Ooi Giok Ling arbeitet zudem mit verschiedenen internationalen Institutionen wie der Weltbank und dem UNDP zusammen und ist als Expertin für Stadtplanung Mitglied nationaler Komitees, Beratungsgremien und Vorstände. Städte in Asien, Globalisierung und kulturelle Diversität Herausforderung für das 21.Jahrhundert: Die wachsenden Städte Asiens sehen sich herausfordernden Zeiten gegenüber, nicht nur auf Grund ihrer Bewohneranzahl und ihrer rasanten Expansion. Globalisierung und Integration dieser Städte in die Weltwirtschaft bedeuten auch größere kulturelle Diversität durch den Anstieg regionaler und globaler Arbeitsmigration. Die größten Städte in Asien sind Heimat von Einwohnern, von denen 40 bis 50 Prozent nicht zur einheimischen Bevölkerung gehören. Die ausländischen oder eingewanderten Arbeitskräfte bringen eine Vielfalt von Sprachen, Kulturen und Religionen mit, die auf der einen Seite zu einem kulturellen Reichtum der urbanen Gesellschaften in Asien führt. Aber gleichzeitig führt das auch auf lokaler und nationaler politischer Ebene zu Spannungen und Streit über Ansprüche an Repräsentation und Wohnraum. Die Integration der Migranten ist eine Herausforderung für die Städte Südost Asiens, Indiens und Chinas, die schon die Probleme mit ihrer eigenen multi-ethnischen Bevölkerung zu bewältigen haben. > Do, 18. September, 14 Uhr, Musensaal, Vortrag Peter Lobo, ist stellv. Direktor der Population Division in der Abteilung für Stadtplanung der Stadt New York, der innerstädtischen Beratungsstelle für Demographie. Diese stellt ihre Expertise für Bedarfsanalysen, Programmplanung und -umsetzung ebenso wie für die Definition politischer Ziele zur Verfügung. Neben Immigration in New York untersucht Lobo die Folgen der Veränderung von Einwanderungsgesetzen auf die Beschäftigung von Immigranten ebenso wie die demographischen Folgen der Einwanderung in der Umgebung von New York City. Er veröffentlichte die Ergebnisse seiner jüngsten Forschung über die afrikanischen Immigranten in den USA in "The New African Diaspora in North America" und präsentierte im Juli 2007 seine aktuelle Arbeit über die arabische Immigration in die USA auf der Europäischen Bevölkerungskonferenz in Barcelona. Einwanderung und ihr Einfluss auf New York City: Die Veränderungen des Einwanderungsgesetzes haben zu einem enormen Zuwachs nichteuropäischer Immigranten nach New York City geführt. Peter Lobo informiert über Muster der Wohnbereiche von Migranten, ihre sozio-demographischen Charakteristika und den Einfluss der Immigration auf das Bevölkerungswachstum der Stadt, ihren verfügbaren Wohnraum und ihre ethnische Zusammensetzung. Er beschreibt die Herausforderungen, vor die sich die Stadt New York bei der Bereitstellung von Service-Leistungen für die neuen Gruppen von Immigranten gestellt sieht. > Do, 18. September, 10 Uhr, Musensaal, Podium Verwaltung von Multikulturalität best practice Adnan Maral, 1968 in der Türkei geboren, ist als Schauspieler im Kino, Fernsehen und Theater zu sehen. Nach seinem Studium am Frankfurter Schauspielhaus ( ) spielte er u.a. am Deutschen Theater und der Schaubühne Berlin. Zu seinen bekanntesten Kino-Rollen zählen die des Hadschi benhadschi in Die Wilden Kerle I-III (Joachim Masanek, 2002/04/05) und Kirianis in Kebab Connection (Anno Saul, 2004). Fürs Fernsehen spielte er in zahlreichen Krimi-Serien u.a. Tatort und Polizeiruf 110. Für seine Darstellung des Kriminalkommissars Metin in Türkisch für Anfänger (ARD, ) erhielt er u.a. den Grimme Preis, 2007 und den Deutschen Fernsehpreis, erhielt die Vorabendserie den CIVIS Medienpreis für Integration und kulturelle Vielfalt. Medien können Vorbilder schaffen für eine gemeinsame Identität > Fr, 19. September, 11 Uhr, Stamitzsaal, Forum Öffentliche Partizipation Mohamed Mechmache, geb. 1966, ist seit mehr als 20 Jahren Sozialarbeiter in den Straßen von Seine Saint Denis, einem Stadtteil von Paris, in dem er auch geboren ist. Er ist Präsident von ACle Feu, Paris (Association Collectif Liberté Egalité Fraternité Egalité ensemble unis) einer Bürgervereinigung, die sich im November 2005 in

10 10 Reaktion auf die Jugendunruhen in den Pariser Banlieus gründete. Mit den cahiers de doléances, so genannten Beschwerdeheften, stellte ACleFeu Klagen, Forderungen und Empfehlungen aus über 120 französischen (Vor- )Städten zusammen und übergab diese dem französischen Parlament zum Jahrestag der Unruhen als Grundlage für ihr zukünftiges Vorgehen. Auf dem Weg zu Mitbürgertum und Demokratie > Fr, 19. September, 11 Uhr, Saal Franz-Xaver-Richter, Forum Segregation and transnationale Strukturen Sudabeh Mohafez wurde 1963 als Tochter einer Deutschen und eines Iraners in Teheran geboren. Weitere Stationen waren Berlin (bis 2005) und Lissabon (bis 2007). Nach einem Pädagogikstudium, arbeitete sie lange in der Gewaltprävention und Krisenintervention erschien ihr Erzählband, Wüstenhimmel Sternenland, 2005 ihr Roman, Gespräch in Meeresnähe. Für ihr literarisches Schaffen erhielt sie zahlreiche Stipendien und mehrere Preise. Sie lebt heute als freie Autorin in Stuttgart. Wenn du Liebe nur auf Deutsch verstehst: Die Mehrsprachigkeit von Schülerinnen und Schülern, insbesondere in Haupt- und Realschulen, wird nur äußerst selten als Kompetenz der Jugendlichen und als Ressource für die Arbeit an ihren Deutschkenntnissen wahrgenommen. Bei den zahlreichen Schreibwerkstätten, die ich für solche Jugendliche gebe, werden sie mir idr als "X-Prozent Ausländeranteil in Klasse Y" vorher angekündigt, festgestellt wird bestenfalls noch, auf welchem Niveau sie sich, nach den einsprachigen Kriterien des Schulsystems und der allermeisten Lehrkräfte beurteilt, im Deutschen befinden. In der kreativen Arbeit treten die speziellen und vielfältigen Sprach-kompetenzen von Mehrsprachigen deutlich zu Tage, werden nutzbar für die Arbeit im Deutschen und sind darüber hinaus ein starkes Motivationsmoment für die Schülerinnen und Schüler, sich ganz anders als vorher mit der deutschen Sprache auseinander zu setzen. Einige Gedanken über strukturell unsichtbar gemachte, daher nicht nutzbare Ressourcen im Bildungssystem, und ein Spotlight auf einen Reichtum, den brachliegen zu lassen, mir als pure Verschwendung erscheint. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Musensaal, Forum Sprach- und Bildungspolitik Helga Nagel, geboren 1947, ist langjährige Fachbereichsleiterin für Deutsch als Fremdsprache an der Volkshochschule und seit 2001 Leiterin des Amts für multikulturelle Angelegenheiten (AmkA) der Stadt Frankfurt am Main. Die studierte Politologin und Germanistin ist seit 1978 Autorin zahlreicher Aufsätze in Fachpublikationen zum Thema Migration. Ethnische Verbände Förderung von Segregation oder Integration? Im Kontext der Diskussion über Integration, Partizipation und zivilgesellschaftliches Engagement wird auch die Bedeutung ethnischer Organisationen seit einigen Jahren intensiv diskutiert. Sind ethnische Organisationen Ausdruck von Segregation und Parallelwelten oder bergen sie soziales Kapital, das (noch) nicht angemessen wahrgenommen und zivilgesellschaftlich eingebunden und genutzt wird? Die Migrationsforschung, aber auch die Praxis können darauf sehr differenzierte Antworten geben. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Stamitzsaal, Forum Öffentliche Partizipation Cem Özdemir ist seit 2004 Mitglied des Europäischen Parlaments (Die Grünen / Freie Europäische Allianz). Der außenpolitische Sprecher seiner Fraktion ist Mitglied im Auswärtigen Ausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres. Die politischen Aufgabengebiete und Interessen des Gründungsmitglieds des European Council on Foreign Relations (ECFR) umfassen die Außenpolitik der EU, das Verhältnis EU-Türkei, Migrations- und Integrationspolitik sowie Islam in Deutschland und Europa. Politische Teilhabe in multikulturellen Gesellschaften: Die Möglichkeit politischer Teilhabe fördert die Identifikation des Einzelnen mit Staat und Gesellschaft. Doch Deutschland und andere europäische Staaten stehen vor dem Dilemma, dass zwischen Wohnbevölkerung und Wahlvolk eine mitunter große Diskrepanz herrscht. Die Gewährung des kommunalen Wahlrechts ist ein erster Schritt, um Einwanderer stärker in auch sie betreffende Entscheidungen einzubinden. Das Ziel einer multikulturellen Demokratie muss es jedoch sein, aus Ausländern gleich berechtigte Staatsbürger zu machen. > Fr, 19. September, 9 Uhr, Musensaal, Vorträge Migration und Integration in Europa

11 11 Prof. S. Parasuraman ist Direktor des Tata Institute of Social Sciences (TISS) in Mumbai, Indien. Er hat einen Master of Science von der Universität Pune und einen Doktor in Demographie von der Universität Mumbai. Er war am TISS u.a. als Dozent der Sozialwissenschaften und der Forschungsabteilung Kinder&Jugendliche ( ), als Professor und Vorsitzender der Abteilung Rural Studies, ebenso als Professor der Fachbereichs Forschungsmethoden ( ) tätig. Er war Direktor des Indien-Programms bei Oxfam, GB ( ), leitender Berater der Kommission und Teamleiter des Sekretariats der World Commission on Dams bei der IUCN-World Bank, Kapstadt, Südafrika ( ) und Koordinator der Regionalen Asien Politik von ActionAid International, Bangkok, Thailand ( ). Draußen und drinnen - politische Konsequenzen wechselnder ethnischer Zusammensetzungen in Mumbai: In der traditionell multi-ethnischen Stadt Mumbai nimmt das Verhältnis von einheimischer Bevölkerung zur Gesamtbevölkerung deutlich ab. Mumbai funktioniert nach seiner eigenen Logik: seine Energie basiert auf der Konzentration von Ressourcen, Industrie und multi-ethnischem Talent aus dem ganzen Land. Wenn auch die Probleme eines unkontrollierten Wachstums nicht ignoriert werden können, so können doch Zuzugssperren das ökonomische Wachstum nur behindern. Mumbais wirtschaftlicher Erfolg beruht auf einer Substruktur, die durch die Energie und die Potentiale der komplexen Kombinationen von Migranten und einheimischer Bevölkerung entsteht. S. Parsuranam wirft einen Blick auf die Diskussionen über Insider und Outsider in einer sich schnell verändernden urbanen Landschaft. > Do, 18. September, Uhr, Musensaal, Podium Multikulturelle Stadt in Afrika, Asien, dem Vorderen Orient und Südamerika Edouard Pellet, geboren 1949 in Algerien, ist seit 2004 Beauftragter für Integration bei France Télévision in Paris. Nach seinem Studium der Geschichtswissenschaften arbeitete er bei RTL in Frankreich und gründete schließlich die Agence française de communication (AFC). Als Chefredakteur war er unter anderem bei Radio- France international tätig. Aktionsplan für Integration, Diversität und Gleichheit - France Télévision: Der Plan d Action Positive pour l Intégration von Radio France, der auf der europäischen Direktive der Gleichbehandlung von Personen - gleich welcher Herkunft- basiert, wurde 2004 ins Leben gerufen. Der Plan wird koordiniert von einem Delegierten auf der Ebene des Präsidiums der Gruppe France Télévisions. Er bezieht sich auf drei Bereiche: Die Programmgestaltung, die eine verstärkte Sichtbarkeit und eine positive Wahrnehmung der Vielfalt in der französischen Gesellschaft fördern und unterstützen soll, die Personalauswahl, die allen gleiche Chancen einräumen soll und die Ethik, die für alle Fragen in Verbindung mit Integration im Bereich der audiovisuelle Medien sensibilisieren soll. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Stamitzsaal, Forum Öffentliche Partizipation Thomas Perry, 1957 in Oberhausen geboren, ist Director of Research & Consulting bei Sinus Sociovision, einer Gesellschaft, die auf das Messen, Verstehen, Interpretieren und Vorhersagen von soziokulturellem Wandel spezialisiert ist. Nach dem Studium der Kommunikation, Betriebswirtschaft und Soziologie begann Thomas Perry seine Laufbahn in der Politik- und Sozialforschung. Ab 1995 baute er das Kompetenz-Center "Forschung" bei Deutschlands führender PR-Agentur ECC KohtesKlewes (heute: Pleon) auf. Migranten: Fehleinschätzungen und verpasste Chancen im Umgang mit einer bedeutenden urbanen Kraft: Mit ihrer Studienreihe zu den Milieus der Migranten in Deutschland liefert Sinus Sociovision eine völlig neue Sichtweise deren Lebenswelten. Ihre Arbeit zeigt, dass die ethnische und religiöse Perspektive bei weitem nicht ausreichen, um die Migranten und ihre Rolle in Deutschland zu verstehen. Das führt zu Fehleinschätzungen, fataler Kommunikation und allzu vielen verpassten Chancen. Sinus schlägt deshalb einen Perspektivwechsel vor, der zu neuen Optionen führt - und liefert das Handwerkszeug gleich mit. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Saal Franz-Xaver-Richter, Forum Segregation and transnationale Strukturen

12 12 Günter Piening, geboren 1950 in Nordrhein-Westfalen, ist seit 2003 Beauftragter des Senats von Berlin für Integration und Migration. Nach seinem Soziologiestudium arbeitete er in den 1970er und 1980er Jahren als Journalist im In- und Ausland, unter anderem in Südostasien und Westafrika. Von 1996 bis 2003 war er Ausländerbeauftragter der Landesregierung Sachsen-Anhalt. Vielfalt fördern Zusammenhalt stärken Die Neuausrichtung der Berliner Integrationspolitik: Am Beispiel des Berliner Integrationskonzepts "Vielfalt fördern Zusammenhalt stärken" wird dargelegt, wie in einer transnationalen Metropole Instrumente der strategischen Steuerung und umfassendes Integrationsmonitoring eingesetzt werden können, um integrationspolitische Erfolge auch unter schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen zu erzielen. Integrationspolitik darf aber nicht auf "social engineering" verkürzt werden, sondern muss im Kern bleiben, was sie immer war: Herstellung von Chancengleichheit, Schaffung von Teilhabemöglichkeiten, Verhinderung von Ausschluss und Ausgrenzung, Aktivierung der Minderheiten und Entwicklung neuer Partizipationsverfahren sind darum die Grundlagen einer erfolgreichen Gesellschaftspolitik in einer demokratischen Einwanderungsgesellschaft. > Fr, 19. September, 15 Uhr, Musensaal, Podium Multikulturelles Management in europäischen Städten Bashy Quraishy, geboren in Indien, aufgewachsen in Pakistan, studierte Ingenieurwesen, Deutschland/ USA und Internationales Marketing, London. Von war er Präsident und seit November 2007 ist er Beiratsmitglied von ENAR, des mit über 600 Mitgliedsorganisationen größten Anti-Rassismus Netzwerks in Europa. Er ist Mitglied zahlreicher internationaler Kommissionen und Arbeitsgruppen, die sich für Menschenrechte, ethnische Gleichstellung und Anti-Diskriminierung einsetzen, ua. der European Platform for Jewish Muslim Co-operation, der dänischen Stiftung More colour in the media und Education for life, Israel. Von war er Mitglied des High Level Committee on the Social and Labour Market integration of disadvantaged ethnic minorities der EU Kommission. Als Journalist, Autor und Dozent arbeitet er zu ethnischen Minderheiten und Integration in der EU, dem Islam in westlichen Medien, Interkulturalismus, Globalisierung, Antisemitismus, Islamphobie und Rassismus. Diversität in Europa gesehen durch dunkle Augen: Bashy Quraishy wird seine Erfahrungen als Vertreter einer Minderheit einbringen, über deren Erwartungen und Pflichten informieren und vor allem wird er konkrete Vorschläge zum weiteren Vorgehen machen. > Fr, 19. September, 9 Uhr, Musensaal, Vorträge Migration und Integration in Europa Dr. Joris Rijbroek, geboren 1971 in Amsterdam, ist Beauftragter für Integration und Multikulturalität der Stadt Amsterdam und stellv. Direktor der Social Cohesion Municipality. Mit Platform Amsterdam Samen (PAS) arbeitet er in einem kommunalen Programm zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts gegen Polarisierung und Radikalisierung in Amsterdam. Nach seinem Studium der Humangeographie arbeitete er als Dozent und Forscher an der Radboud University in Nijmegen. Wij Amsterdammers sozialer Zusammenhalt, Polarisierung und Radikalisierung in einer modernen Kosmopolis: Das städtische Programm Wij Amsterdammers wurden von Bürgermeister Cohnen nach dem Mord an Theo van Gogh ins Leben gerufen. Der Tod van Goghs schockierte Amsterdam ebenso wie die übrigen Niederlande. Es war das erste Mal, dass Amsterdam, sich in der Stadt selbst mit Entwicklungen wie der Radikalisierung von Jugendlichen und der Polarisation konfrontiert sah. Joris Rijbroek informiert darüber, wie eine moderne Kosmopolis wie Amsterdam mit einer kulturell diversen Bevölkerung umgeht. Seine Präsentation wird über die konkrete Situation berichten, die Anlass zu dem Programm Wij Amsterdammers gab, die Lage in Amsterdam analysieren und die spezifischen Projekte beschreiben, die in Amsterdam initiiert wurden, um den sozialen Zusammenhalt zu stärken. > Fr, 19. September, 15 Uhr, Musensaal, Podium Multikulturelles Management in europäischen Städten Dr.h.c. Petra Roth, 1944 geboren, ist seit 1995 Oberbürgermeisterin der Stadt Frankfurt/ Main und seit 2005 Vize-/Präsidentin des Deutschen Städtetags. Seit 1972 ist sie Mitglied der CDU und auf kommunal- und landespolitischer Ebene aktiv: Von und war sie Mitglied und von Vorsteherin der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung. Sie war Vorsitzende der Frankfurter Frauenunion ( ),

13 13 Kreisvorsitzende der Frankfurter CDU ( ), Mitglied des Landesvorstands der hessischen CDU ( ) und des hessischen Landtags (bis 1995). Für ihre Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft und für die Leistungen der Stadt bei der Ausländerintegration wurde sie 2001 zum Offizier der Französischen Ehrenlegion ernannt. Die Universität Tel Aviv verlieh ihr 2005 die Ehrendoktorwürde für ihre Freundschaft mit Israel und für ihre Förderung der akademischen und kulturellen Beziehungen zwischen den Partnerstädten Tel Aviv und Frankfurt/ Main. Sie vertritt Frankfurt international z.b. im Ausschuss der Regionen in Brüssel und im Exekutivkomitee von Eurocities. Kulturelle Vielfalt in den Städten > Fr, 19. September, Uhr, Musensaal, Vortrag Prof. Saskia Sassen, geb. 1949, US-amerikanische Soziologin, zählt zu den profiliertesten Stadtsoziologinnen, Globalisierungs- und Migrationstheoretikerinnen. Sie lehrt an der Columbia University in New York. Dieses Jahr erschien: "Das Paradox des Nationalen", Suhrkamp Verlag. Am wird erscheinen Gesprungene Gehäuse (Identitätsbildung in der globalen Stadt), ebenfalls im Suhrkamp-Verlag. Weder global noch national: Die neuen Zonen der Welt: Wir beobachten die Bildung von neuen, oft höchst spezialisierten, Zusammenschlüssen von Territorien, Autoritäten und Rechten, die bisher vollkommen in der Vollmacht des Nationalstaates lagen. Es gibt Hunderte dieser Knotenpunkte. Inhaltlich umfassen sie die Bandbreite von ökonomischen Prozessen bis zum Kampf für Menschenrechte. Diese Beobachtung erlaubt uns, eine Vielzahl von Bedingungen und Möglichkeiten zu erkennen, die durch das Binärsystem national global verstellt werden. Einer der kritischen Punkte, die daraus erwachsen und auf die sich der Vortrag konzentrieren wird ist die Tatsache, dass Staatsbürger nationale Systeme nutzen könne, um in globale Politik einzugreifen.. This is based on the author s new book is Territory, Authority, Rights: From Medieval to Global Assemblages (Princeton University Press 2008) > Mi, 17. September, 18 Uhr, Musensaal, Eröffnungsvortrag Michael Schindhelm ist seit 1990 als Schriftsteller (u.a. Roberts Reise, 2000, Die Herausforderung, 2005), Librettist und Übersetzer (aus dem Russischen) tätig. Von 1994 bis 1996 war er Generalintendant des Theaters Altenburg-Gera, danach, von 1996 bis 2006, Direktor und Intendant des Theater Basel. Von 2004 bis 2006 führte Michael Schindhelm im Schweizer Fernsehen den TV Talk der Salon war er Generaldirektor der Opernstiftung in Berlin. Seit März 2007 ist Schindhelm als Kulturmanager in Dubai (VAE) tätig und seit März 2008 Kulturdirektor der Dubai Culture and Arts Authority. Das Bestreben Dubais Mittelpunkt globalen Kulturgeschehens zu werden > Do, 18. September, Uhr, Musensaal, Podium Multikulturelle Stadt in Afrika, Asien, dem Vorderen Orient und Südamerika Sabine Schirra, 1955 geboren, ist seit 1992 Leiterin des Kulturamtes Mannheim mit besonderem Schwerpunkt auf interkulturelle Kulturarbeit, Kreativwirtschaft, Qualitätsmanagement und Bildende Kunst. Sie studierte Romanistik und Kunstwissenschaft in Bochum, Aachen, Dijon und Paris. Handlungskonzept interkulturelle Kulturarbeit: Fast jeder Dritte der Einwohner Mannheims hat einen Migrationshintergrund - was bedeutet dies für das kommunale kulturelle Angebot und von wem wird es genutzt? Wie lässt sich der Zugang von Menschen mit Migrationshintergrund verbessern? Wie können Künstlerinnen und Künstler anerkannt, gefördert und präsentiert werden? Diese und andere Fragen waren der Ausgangspunkt, um einen intensiven Beteiligungsprozess in Gang zu setzen, an dem 24 Menschen mit und ohne Migrationshintergrund teilgenommen haben. Ein Ergebnis ist das vom Gemeinderat der Stadt Mannheim verabschiedete "Handlungskonzept interkulturelle Kulturarbeit", das mit seinen Zielen und Handlungsfeldern vorgestellt wird. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Saal Franz-Xaver-Richter, Forum Segregation and transnationale Strukturen

14 14 Dr. Nicolas Schmit, 1953 geboren, ist seit August 2004 Delegierter Minister für auswärtige Angelegenheiten und Einwanderung in Luxemburg. Er hat einen Doktor in Ökonomie und einen Abschluss am Paris Institut des Études politiques, ein postgraduierten Diplom in Internationalen Beziehungen und einen Master of Arts wurde er Wirtschaftsattaché im Büro des Premierministers trat er in Luxemburgs diplomatische Dienste, wurde Gesandtschaftssekretär in der Politikabteilung und 1984 Chef des Kabinetts von Außenminister Jacques F. Poos wurde er Parlamentarischer Sekretär der Luxembourg Socialist Workers Party (LSAP) wurde er Berater, 1998 ständiger Vertreter in Luxemburgs Vertretung im Europäischen Parlament in Brüssel und bereitete zunächst die Maastricht-, später auch die Nizza-Verträge vor wurde er Mitglied im Staatsrat. Von war er Vorsitzender der Abteilung für internationale Wirtschaftsbeziehungen und Zusammenarbeit im Außenministerium. Von repräsentierte er die Regierung als alternierendes Mitglied der Convention on the Future of Europe. Luxemburg Integrationspolitik in einer Einwanderungsgesellschaft > Do, 18. September, 10 Uhr, Musensaal, Podium Verwaltung von Multikulturalität best practice Dr Indarjit Singh, 1932 in Rawalpindi, British India geboren, ist Vorsitzender des Netzwerks für Sikh- Organisationen, London und Herausgeber des Sikh Messenger. Als Journalist und Rundfunksprecher arbeitet er u.a. für die Times, den Guardian, Independent und den BBC ( Thought for the Day auf Radio 4 s Today Programm und Pause for Thought auf Radio 2) wurde er als erster Nicht-Christ mit dem UK Templeton Prize for the furtherance of spiritual and ethical understanding ausgezeichnet Neue Verpflichtungen in einer Welt des Wandels: Noch bis vor Kurzem teilten wir alle die gleiche Religion und Kultur mit unseren Nachbarn. Heute führen Globalisierung und die freiere Bewegung der Menschen über nationale Grenzen hinaus dazu, das diejenigen, die wir einst mit Argwohn und Misstrauen betrachtet haben, häufig zu unseren nächsten Nachbarn geworden sind. Es ist wichtig, dass wir durch Bildung und größere Einbeziehung der neu Hinzugekommenen ins nationale Leben lernen, uns gegenseitig zu respektieren. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Stamitzsaal, Forum Öffentliche Partizipation Jörg Staff ist Leiter des Human Resources Center of Excellence, das u.a. für das Ausbildungs- und Talentemanagement und die Personalbeschaffung bei SAP verantwortlich ist. Nach seinem Studium des Internationalen Managements in Großbritannien und den USA arbeitete er im Bereich Senior Management und Consulting und als Direktor des Global Training bei der DaimlerChrysler AG. Verwaltung kultureller Vielfalt die Perspektive eines globalen Unternehmens: SAP ist ein globales Unternehmen, das in über 60 Ländern arbeitet. Als IT-Unternehmen ist SAP darauf angewiesen, die besten Talente einzustellen wo immer man sie findet. Im Hauptsitz der SAP in Walldorf, Deutschland, arbeiten z.b. Mitarbeiter aus mehr als 90verschiedenen Nationen zusammen. Wie kann das Unternehmen die Integration von solche unterschiedlichen Arbeitskräften bewältigen? Welche Management-Systeme müssen implementiert werden, um sicher zu stellen, dass die Diversität zum Erfolg des Unternehmens beiträgt? Wie können interne Sprachpolitik, interkulturelles Training oder auch kulturelle Angebote diese Bemühungen unterstützen? Jörg Staff wird von den Erfahrungen und den best-practice-lösungen in SAP berichten, die Antworten auf diese Fragen geben. > Do, 18. September, 10 Uhr, Musensaal, Podium Verwaltung von Multikulturalität best practice Prof. Rosemarie Tracy ist Professorin für Anglistische Linguistik an der Universität Mannheim. Nach ihrer Habilitation setzte sie ihre Forschungsschwerpunkte vor allem auf Spracherwerb und Mehrsprachigkeit. Sie ist Mitglied des DFG-Fachkollegiums Sprachwissenschaft und leitet Praxisprojekte in Kooperation mit Schulen und Kindertagesstätten. Gemeinsam mit Prof. Schulz von der Universität Frankfurt, entwickelte sie im Auftrag der Landesstiftung Baden-Württemberg ein förderdiagnostisches Instrument zur Ermittlung des Sprachstands bei L2- Lernern des Deutschen. Wie viele Sprachen passen in einen (Kinder-)Kopf? Ergänzend zum Thema der Tagung, der Koexistenz von Sprachen und Kulturen in modernen Städten und Alltagswelten, geht es in meinem Beitrag um die Entstehung

15 15 mehrsprachiger Kompetenzen im Kinderkopf, sowohl beim doppelten Erstspracherwerb von Geburt an als auch beim frühen Zweitspracherwerb. Im Mittelpunkt steht die Systematik und Kreativität, mit der sich Kinder (bzw. Menschen generell) Sprachen aneignen, wenn man ihnen eine echte Chance dazu einräumt. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Musensaal, Forum Sprach- und Bildungspolitik Prof. Steven Vertovec ist Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften in Göttingen. Zuvor war er Direktor des British Economic and Social Research Council s Centre on Migration, Policy and Society (COMPAS) und Professor an der University of Oxford. Er ist Autor verschiedener Werke zum Thema Transnationalisierung. Prof. Vertovec war außerdem vielfach in beratender Funktion für Institutionen wie die Europäische Kommission, die UNESCO und das British Council tätig. Neue Komplexitäten und Herausforderungen von Diversität: Diversität ist nicht mehr das, was sie war. Während Migration in den letzten vierzig Jahren vorwiegend wahrgenommen wurde als die Wanderung begrenzter Personengruppen von einem Land zum anderen (z.b. Türken nach Deutschland, Algerier nach Frankreich, Pakistanis nach Großbritannien), existiert heute eine sehr viel größere Bandbreite an Migrationsbewegungen. Mehr Menschen bewegen sich von mehr Orten zu mehr Orte, in viel kleineren Verbänden, auf mehr Migrationskanälen und mit einer größeren Vielfalt des legalen Status. In der Konsequenz sind heute Verhältnisse der super-diversity für viele Gesellschaften charakteristisch. Dazu kommt, dass vor allem auf Grund der technologischen Veränderungen Migranten jetzt imstande sind, transnationale Leben zu führen, mit engen Verbindungen zu Orten und Menschen, die im Ausland leben (im Heimatland oder anderswo in der Diaspora) und an ihrem Wohnort. Diese neuen Komplexitäten und Herausforderungen werden betrachtet - im Licht der aktuellen politischen Veränderungen- und unter Berücksichtigung möglicherweise neu entstehender Trends. > Fr, 19. September, 9 Uhr, Musensaal, Vorträge Migration und Integration in Europa Dr. Erol Yildiz ist Privatdozent an der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln und wird ab September die Professur für Interkulturelle Bildung an der Alpen-Adria-Universität in Klagenfurt übernehmen. Nach seinen Studium der Pädagogik, Soziologie und Psychologie und Promotion an der Universität zu Köln setzte er seine Schwerpunkte auf Urbanität und Migration, Interkulturelle Bildung und Globalisierung Migration bewegt die Stadt. Diversität als Ressource für urbane Kommunikation: Wer die Zeitung aufschlägt, braucht nicht lange zu suchen, bis er den ersten Artikel über Probleme im Zusammenleben mit den Migranten oder Parallelgesellschaften findet. Diese einseitige krisenhafte Perspektive prägt zunehmend die öffentliche Diskussion und führt zur Verzerrung bzw. Ausblendung urbaner Wirklichkeiten. In diesem Beitrag wird ein Perspektivenwechsel vorgenommen und migrationsgeprägte Diversität aus einem anderen Blick betrachtet. Die Grundthese lautet: Großstädte, Urbanität sind ohne Migration nicht denkbar. Durch Migration bedingte Diversität ist ein integraler Bestandteil des städtischen Zusammenlebens und stellt eher eine unspektakuläre Alltagsnormalität dar, auch wenn dies im öffentlichen Bewusstsein kaum verankert zu sein scheint. Ein pragmatischer Umgang, der Migration und Diversität als Ressource für urbane Kommunikation betrachtet, ist zeitgemäßer und erfolgversprechender: diversity statt provinzieller Homogenität. Statt den Zerfall der Metropolen herbeizureden, scheint eine unverkrampfte optimistische Sicht auf großstädtische Vielfalt angebracht, die ja gerade die Anziehungskraft kosmopolitischer Städte ausmacht. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Stamitzsaal, Forum Öffentliche Partizipation Gualtiero Zambonini, geboren 1945 in Rom, ist seit 2003 Beauftragter für Integration und kulturelle Vielfalt des WDR. Nach seinem Studium der Geschichte und Philosophie und seiner Promotion in Rom war er ab 1976 Redakteur und später Leiter der italienischen Redaktion des WDR. Als Verantwortlicher der Programmgruppe Forum Europa (WDR-Hörfunk) war er zuständig für die Fremdsprachensendungen der ARD übernahm er die Leitung des WDR Funkhaus Europa Er ist Mitbegründer der Civis-Medienstiftung. Zerrbild oder Vorbild? Medien in der Einwanderungsgesellschaft: Die deutsche und die europäische Gesellschaft befinden sich in einem tief greifenden Wandlungsprozess: kulturell und ethnisch, konfessionell. Wie reflektieren Medien diesen Wandel? Welche Bilder oder Zerrbilder werden dabei generiert? Gibt es eine

16 16 spezifische Integrationsfunktion der Medien? Wenn ja, worin besteht sie? Was unterscheidet dabei den öffentlichrechtlichen von dem privaten Rundfunk? Diese Fragen werden anhand von Beispielen, Ergebnissen der Medienforschung und Programmstrategien insbesondere des Westdeutschen Rundfunks illustriert und vertieft werden. > Fr, 19. September, 11 Uhr, Stamitzsaal, Forum Öffentliche Partizipation

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