Aktuell 8. Recht & Steuern 31. Technik & Service 48. Trends & Produkte 61. Management & Marketing 72. Ausgabe 7: Dezember 2010

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1 Trends&Facts Verbandsmagazin für Reifenfachhandels- und Vulkaniseur-Handwerksbetriebe Herausgeber: Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.v., Bonn Ausgabe 7: Dezember 2010 Aktuell 8 BRV-Blitzumfrage: Branchen-Stimmung zum Jahresende Recht & Steuern 31 Aktuelles Gerichtsurteil: Dunlop Gewinner im Markenrechtsstreit Technik & Service 48 Geeignete Bereifung: Die Kunst des Möglichen Trends & Produkte 61 DEKRA-Umfrage: Autofahrer sind pro Winterreifenpflicht Management & Marketing 72 Betriebsvergleich-Sonderauswertung: Autoservice Fluch oder Segen? Informationen zu den Themen des VRÖ finden Sie auf den Seiten

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3 Aktuell Editorial Jetzt fit machen für die Zukunft von Peter Hülzer, geschäftsführender Vorsitzender des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.v. Sehr geehrte Damen und Herren! Die letzte Trends & Facts-Ausgabe des Jahres 2010 liegt vor Ihnen. Damit neigt sich ein für die Branche und den BRV relativ gutes, erfolgreiches und arbeitsreiches Jahr dem Ende zu. Wer hätte noch Anfang 2010 geglaubt, dass die Auswirkungen der Wirtschafts- und Finanzkrise so schnell überwunden werden und wir in diesem Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent rechnen können? Nahezu alle Produktsegmente zeigten eine deutliche Stabilisierungs- und Aufwärtstendenz. Nach längerem hat es angesichts der freundlichen und zufriedenen Gesichter der Reifenfachhändler wieder besondere Freude gemacht, an Versammlungen teilzunehmen. Wenngleich der Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Wolfgang Franz, zu den Konjunkturerwartungen noch vor kurzem anmerkte, die aktuelle Lage der deutschen Wirtschaft sei zwar außerordentlich erfreulich, gleichwohl würden in 2011 konjunkturell gesehen die Bäume aber nicht in den Himmel wachsen, so meine ich doch, dass unsere Branche auf einem guten und sicheren Fundament in das neue Jahr startet. Aber es gilt natürlich auch das, was der Geschäftsführer der Goodyear Dunlop Handelssysteme, Goran Zubanovic, auf einer Regionaltagung der GDHS sagte: Den guten Geschäftsverlauf des Jahres 2010 sollte der Reifenfachhandel unbedingt nutzen, um Investitionen unter anderem in Personal und Maschinen zu tätigen und die Eigenkapitalquote zu verbessern. Das heißt jetzt fit machen für die Zukunft und für Zeiten, die vielleicht wieder einmal schlechter werden könnten. Damit einher geht auch der Hinweis von Dr. Hartmut Wöhler, Chef des europäischen Handelsgeschäftes der Continental, der im Reifenfachhandel die dringende Notwendigkeit zur Modernisierung sieht. Warum? Unter anderem auch deshalb, weil ansonsten zwischen innovativen Betriebstypen des Einzelhandels, die hart an einer Optimierung ihrer Vermarktungsqualität arbeiten, und dem althergebrachten Reifenhandel eine zu große Kluft in der Verbraucherwahrnehmung entsteht. Mein Vorstandskollege Joachim Kleppe greift das Stichwort Modernität in seinem Zur Sache-Artikel in dieser Trends & Facts-Ausgabe auf und gibt wichtige Hinweise darauf, in welchen Geschäftsbereichen er den Nachholbedarf bei der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität unserer Branche wahrnimmt. In diesem Heft legt der BRV ferner seine Arbeitsbilanz 2010 vor und streift auch das Thema Projekte 2011, wenngleich die Auflistung mit der Zeit um zahlreiche weitere Punkte, die aus der Tagesarbeit entstehen, noch ergänzt wird. Ferner widmen wir uns dem Thema situative Winterreifenpflicht, das nach Wochen der Unsicherheit mit der Entscheidung des Bundesrates vom 26. November endlich Gesetz wurde. Wenngleich wir uns verbandsseitig noch feiner justierte Formulierungen gewünscht hätten, so sollten wir doch mit dem jetzt Erreichten zufrieden sein. Politik ist die Kunst des Möglichen, hat Otto von Bismarck gesagt. Und das, was jetzt beschlossen wurde, war das Mögliche. Ein Schwerpunktthema dieser Ausgabe stellt auch die umweltgerechte und zertifizierte Altreifenentsorgung dar, mit der ein verantwortungsbewusster Unternehmer auch beim Verbraucher durchaus punkten kann. Wie kompliziert und rechtlich aufwändig dieses Geschäft BRV-Chef Peter Hülzer. geworden ist, können Sie insbesondere der Stellungnahme der Sonderabfallagentur Baden-Württemberg zur grenzüberschreitenden Abfallverbringung entnehmen. Ordnungsgemäße Altreifenentsorgung: Das ist nur noch ein Geschäft für Profis, die die Wertschätzung und Berücksichtigung des bzw. durch den Reifenfachhandel verdient haben. Schlussendlich darf ich Ihnen nachdrücklich die Lektüre des von Martin Berning, BBE-Trainer im BRV-Juniormanager- Lehrgang, verfassten Artikels Erträge zwischen Wunsch und Wirklichkeit ans Herz legen. Auch die Sonderauswertung aus dem BRV-Betriebsvergleich, die sich mit der Fragestellung Autoservice: Fluch oder Segen? beschäftigt, dürfte Ihr besonderes Interesse finden. Thematisch wird das Heft abgerundet durch zahlreiche Abhandlungen, das Fachgebiet Technik betreffend. Die Ihnen bereits avisierte Studie Stärken-/Schwächenanalyse des Reifenfachhandels, die die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) im Auftrag des BRV verfasste, geht Ihnen inklusive eines vom BRV-Vorstand erarbeiteten Maßnahmenempfehlungskatalogs kurz vor Weihnachten per Newsletter zu. Ein erkenntnisreiches Werk, das sich lohnt, in den etwas ruhigeren Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr etwas näher betrachtet zu werden und das unsere Branche auf dem Weg zur Modernisierung begleiten sollte. Bis dahin wünsche ich Ihnen eine interessante Lektüre mit der letzten Ausgabe von Trends & Facts in diesem Jahr. Herzlichst Ihr Peter Hülzer geschäftsführender BRV-Vorsitzender Abb.: NRZ Trends&Facts 7/10 3

4 Inhalt Aktuell VRÖ Editorial: Jetzt fit machen für die Zukunft 3 Zur Sache: Wer nicht modernisiert, verliert! 6 BRV-Newsletter und Presseinfos: Die Themen der vergangenen Wochen 7 Blitzumfrage zum Reifenersatzgeschäft 2010/2011: Ein aufregendes Jahr setzt positive Signale 8 BRV-Arbeitsbilanz 2010, Projekte 2011: Highlights der Verbandsarbeit 16 Bundesleistungswettbewerb im Reifenhandwerk: Das sind die besten Nachwuchsgesellen Editorial: Reifentag: Start in das Jahr VRÖ widerspricht Fernsehbeitrag des ORF: Eindeutige Position zum Reifenalter 27 Reifensymposium an der Technischen Universität Wien: Verkehrslärm nachhaltig reduzieren Österreichischer Reifentag und 29. VRÖ-Generalversammlung: Die Zukunft erfolgreich gestalten 29 Speedindex bei Winterreifen: Nachweisbare Information der Kunden 30 Newsletter Presseinformation 30 Detroy-Seminare im März 2011: Neue Ideen für das Frühjahrsgeschäft 21 Initiative Reifenqualität (IRQ): Deutschland macht den Reifentest 22 Entsorgung von Altreifen: Wie erkennt und wählt man den passenden Entsorger? 23 Altreifenentsorgung: Aktuelle Liste der zertifizierten Entsorger 24 Recht & Steuern Infobox Die Infobox gibt Ihnen weitere Informationen zu den Artikeln! Aktuelles Gerichtsurteil: Dunlop Gewinner im Markenrechtsstreit 31 VACO-AGB-Empfehlung: Noch besteht juristischer Klärungsbedarf 32 Aluräder aus China: EU-Antidumpingzölle sind endgültig beschlossen 33 7a Handwerksordnung: Ausübungsberechtigung gleich Ausbildungsberechtigung 34 s von Mitarbeitern: Arbeitgeber-Kontrolle erlaubt? 34 Dienstleistungs-Informationspflichten-Verordnung: Neue Pflichten für Dienstleister? 36 Insolvenzgeldumlage: Nullrunde im nächsten Jahr geplant 37 Eingelagerte Kundenräder: Was tun bei Standortschließung? 37 BRV-Warnung vor Reifendichtmittel: Keine Angst vor Konsequenzen 38 Kraftrad-Bereifung: Kunden-Info dokumentieren 39 Export von Altreifen: Wann gelten Karkassen als Abfall? 40 Export von Altreifen: Infos in Fülle vom Umweltbundesamt 42 Flottenkunden: Haftungsfrage beim Nachziehen von Radmuttern 43 Versicherungswirtschaft: Info zur Haftung bei Sommerreifen im Winter 43 Steuererklärung: BMF-Richtsätze für das Jahr Geschenke an Kunden und Mitarbeiter: Der Fiskus hält gern die Hand auf 44 4 Trends&Facts 7/10

5 Inhalt Technik & Service Management & Marketing Umrüstung auf Winterreifen: Schneekettentauglichkeit muss gewährleistet sein! 45 UHP-/Runflat-Reifenmontage: Bundesweite PR-Kampagne läuft! 46 Geeignete Bereifung: Die Kunst des Möglichen in punkto Winterreifenpflicht 48 DEKRA-Untersuchung Nutzfahrzeugreifen: Sind Runderneuerte schadensanfälliger? 51 Reifengesetzgebung: Alles ganz einfach mit der geplanten Winterkennzeichnung? 52 Montage von UHP- und Runflat-Reifen: Reifenerwärmung verbessert den Montageprozess! 52 Arbeitsschutz/Arbeitssicherheit: Experten-Tipps zur sicheren Reifenmontage 54 Aufbereitung von Alurädern: Finales Grundsatzpapier des FKT-Sonderausschusses 56 Reifenreparatur in der Runderneuerung: Alles nach Vorschrift in Ihrem Betrieb? 58 Kalkulation im Reifenfachhandel (Teil I): Erträge zwischen Wunsch und Wirklichkeit 68 Touchscreens für den Reifenfachhandel: Kunden zeitgerecht informieren 70 Sonderauswertung aus dem BRV-Betriebsvergleich: Autoservice: Fluch oder Segen? 72 Forderungs- und Kreditmanagement im Reifenfachhandel: Arbeitskreis legt Leitfaden vor 74 Trends & Produkte DEKRA-Umfrage: Autofahrer befürworten Winterreifenpflicht 61 Autoservicekonzept: Mr. Fit wünscht fröhliche Weihnachten 61 Servicestudie Reifenhändler 2010: Freundliche Mitarbeiter, aber fachliche Defizite 62 Marketing Award 2010: Reifen Stiebling spendete das Preisgeld 63 Reifenkunst mit Kindern: PR-Kampagne vereint Reifen, Kunst und Charity 64 Unternehmen im Handwerk: Der Frauenanteil wächst 65 Umrüstung auf Winterreifen: GTÜ plädiert für das Auswuchten 66 Landwirtschaftsreifen: 160 Fachhändler im Michelin-Profinetzwerk organisiert 66 Bildungsrendite: Meisterausbildung rendiert sich schneller als Studium 67 Bundeswehr: Wettbewerb bei Ausschreibungen erwünscht! 67 Termine ab Seite 76 Impressum Trends & Facts Verbandsmagsazin für Reifenfachhandels- und Vulkaniseur-Handwerksbetriebe Offizielles Organ des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.v. und seiner Kooperationspartner Pneu Service eg und Reifengewerbeförderungsgesellschaft mbh Herausgeber: Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.v., Franz-Lohe-Str. 19, Bonn, Tel.: ++49(0)228/ , Fax.: ++49(0)228/ , Internet: oder oder Redaktionsteam: Martina Schipke (Leitung), Hans-Jürgen Drechsler, Peter Hülzer (v.i.s.d.p.), Nicole Müller Druck: Druckform Köln, Tel. ++49(0)2203/ Trends & Facts erscheint siebenmal im Jahr und wird allen Mitgliedern des BRV ohne gesonderte Bezugsgebühr geliefert. Abonnements-Preis für Zweitexemplare: 64,50, für Auslandsexemplare (Europa) 110,-, jeweils zzgl. MwSt. Außerhalb Europas Bezugspreis auf Anfrage. Nachdruck, auch in Ausschnitten, nur mit vorheriger schriftlicher Einwilligung des BRV. Druckauflage: Exemplare Der Herausgeber weist aus Gründen der Neutralität ausdrücklich darauf hin, dass mit den im Heft enthaltenen Werbemitteln (Anzeigen, Prospektbeilagen) keinerlei Empfehlung für die von den jeweiligen Anbietern beworbenen Waren und Dienstleistungen verbunden ist. Bildnachweis: Fotoleiste Titelseite Rainer Sturm/pixelio.de (links + Mitte), Reifen Stiebling (rechts) Trends&Facts 7/10 5

6 Aktuell Zur Sache Wer nicht modernisiert, verliert! von Joachim Kleppe, Bornemann Fahrzeugtechnik und Bereifung GmbH (Braunschweig), Mitglied des BRV-Vorstandes Liebe Kollegen/Innen, zum Jahresende blickt die Mehrzahl von Ihnen wahrscheinlich auf ein überraschend erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Die nicht vorhersehbare Winterreifenpflicht hat viele Autofahrer erneut für das Produkt sensibilisiert, das wir verkaufen. Das Überangebot an Reifen, wie in vergangenen Jahren, ist geschrumpft und die Preisdiskussion stand häufig weniger im Vordergrund als die Frage, ob ein spezieller Reifen lieferbar sei. Gab es in vergangenen Jahren eher Klagen, dass Reifen an jeder Ecke verramscht würden, so mussten jetzt viele Händler erstaunt feststellen: Es gibt keine Reifen mehr Wir Händler sollten uns veränderten Industrieprozessen und beim Industriepartner ausverkauft zu Beginn der Wintersaison! Kundenbedürfnissen anpassen, weil wir diese nicht beeinflussen können!, mahnt BRV-Vorstandsmitglied Joachim Kleppe. Händler gleich schmerzlich zu treffen, wie Nun scheint dieses Problem nicht alle der BRV-Vorstand nach vielen Gesprächen mit Kollegen festgestellt hat. Offensichtlich haben nicht alle Industrien die gleichen Lieferprobleme. Sicher gibt es Händler, die schon im April Winterreifen geordert hatten und gut beliefert worden sind: Der Einkauf in Börsen wird unterschiedlich genutzt usw.. Die Industrie nimmt allerdings erkennbar weniger Rücksicht auf Händler, die ihre Warenbeschaffung noch wie im letzten Jahrtausend organisieren. Die Produktions- und Verkaufsprozesse der Hersteller haben sich verändert: Mit Aufkommen der öffentlichen Diskussion um das Reifenalter wird es auch für die Industrie immer unwirtschaftlicher, große Warenlager über einen langen Zeitraum vor zu halten. Inzwischen gibt es Vertriebskanäle, an die die Industrie ihre Reifen mit geringeren Logistikkosten und Zahlungsgarantien verkaufen kann. Hilft dagegen ein Protest der Fachhändler mit möglichst lautstarker Unterstützung des BRV? Können wir ernsthaft fordern, die alten Zeiten sollen wiederkehren? Ich gebe solchen Überlegungen die Erfolgschancen, wie einem Gebet um frühen Schneefall. Was bleibt zu tun? Stellen Sie die Systeme in Ihren Betrieben auf moderne Beschaffungsprozesse um! Haben Ihre Mitarbeiter Warenwirtschaftssysteme, die per Mausklick alle Einkaufsmöglichkeiten darstellen, bestellen Sie per adhoc-edi? Nutzen Sie automatisierte Bestellsysteme wie z.b. VMI von Goodyear? Haben Sie eigentlich schon bei Ihren Industriepartnern die Sommerbevorratung bestellt natürlich mit einer Klausel, die Ihnen marktgerechte Einkaufspreise garantiert? Nutzen Sie Reifenbörsen, bei denen Sie nur einkaufen können oder die, bei denen Sie Ihre Überbestände auch anderen Händlern anbieten können? Werden alle kundenspezifischen Bestellungen in Ihren Betrieben mit Kommissionsnummern versehen, um ab Wareneingang den Warenfluss sicher und effizient zu steuern? Diese Punkte stellen nur einen kleinen Ausschnitt an Aufgaben dar. Was ich damit feststellen möchte ist, dass letztlich wir Händler uns veränderten Industrieprozessen und Kundenbedürfnissen anpassen sollten, weil wir diese nicht beeinflussen können! Aktuell hat der BRV in einer Studie untersuchen lassen, was Kunden vom Reifenfachhandel erwarten. Es wird festgestellt, dass unsere Branche zunehmend weniger Reifen an Endverbraucher verkauft. Warum ist das so? Bitte versetzen Sie sich in die Situation eines Kunden, der in Ihrem Betrieb jetzt Winterreifen kaufen will. Bekommt er telefonisch oder per Internet schnell und exakt jederzeit eine Produkt- und Preisauskunft und einen Termin? Sind die Wartezeiten in der Saison angemessen oder würden Sie selbst als Kunde Ihres Geschäftes genervt sein? Werden Leasingabrechnungen noch immer nach Feierabend erledigt, weil Prozesse nicht beherrscht werden? Sie meinen, das geht alles nicht anders? Dann gehen Ihre Kunden inzwischen vielleicht zu Wettbewerbern, die sich und ihre Geschäftsabläufe besser organisiert haben. Die Organisation von Betriebsabläufen ist die allerwichtigste Aufgabe des Unternehmers! Um es provokativ zu formulieren: Wer im Wintergeschäft auf telefonische oder elektronische Kontaktversuche von Kunden nicht reagieren will, dem helfen auch keine Studien des BRV. Natürlich kostet das alles Geld und Nerven! Aber Geld wurde in diesem Jahr auch verdient und niedrige Zinsen erleichtern Investitionen zur Modernisierung Ihres Betriebes. Also wenn nicht jetzt, wann dann? Mit freundlichen Grüßen Joachim Kleppe 6 Trends&Facts 7/10

7 Aktuell BRV-Newsletter und Presseinfos Die Themen der vergangenen Wochen Hier ist wie immer die Übersicht der bis zum Redaktionsschluss des aktuellen T&F per versandten BRV- VIP-Newsletter und veröffentlichten Presseinfos. Für T&F-Abonnenten, die den VIP-Newsletter trotz vorhandenen Mailanschlusses noch nicht abonniert haben oder z.b. wegen Änderung der Mailadresse nicht mehr erhalten: Per Mail an BRV-Sachbearbeiterin Barbara Huth bundesverband-reifenhandel.de) können Sie schnell und unkompliziert die Aufnahme auf den Verteiler oder Korrektur Ihrer Adresse veranlassen. Auch auf den BRV-Presseverteiler nehmen wir T&F-Bezieher bei Interesse gern auf. Formlose Mail an BRV-Pressereferentin Martina Schipke de) genügt, dann sind Sie immer tagesaktuell informiert über die Pressearbeit des Verbandes. BRV-VIP-Newsletter Datum Thema Winterreifen-Pflicht von der Länderverkehrsministerkonferenz beschlossen Warenverfügbarkeitsproblematik Winterreifen ab 7,99 EUR? (Banner-Aktion der Initiative Reifenqualität) Winterreifenpflicht (aktuelle BRV-Presseinfo und Stellungnahme des BRV im Rahmen der Verbändeanhörung zum Verordnungsentwurf des Bundesverkehrsministeriums) Protokoll der Industriegespräche 2010 mit den Importreifenherstellern Hankook, Kumho, Toyo und Yokohama wdk-unterlage Betrieb von Nutzfahrzeugen unter winterlichen Bedingungen aktualisierte Fassung zum Stand Oktober 2010 liegt vor BRV-Presseinfos Datum Thema Felgenmarkt: Aufschwung angekommen, die Herausforderungen wachsen StVO-Novelle: Kommt jetzt der Run auf Winterreifen? Bundesleistungswettbewerb 2010 im Reifenhandwerk: Das sind die besten Nachwuchsgesellen Infobox Alle genannten Veröffentlichungen sind für Verbandsmitglieder nach dem passwortgeschützten Mitglieder-Login unter den Menüpunkten Presseinformationen bzw. Archiv Newsletter auf der BRV-Website (oder brv-bonn.de) abrufbar. Trends&Facts 7/10 7

8 Aktuell Blitzumfrage zum Reifenersatzgeschäft 2010/2011 Ein aufregendes Jahr setzt positive Signale Wie ist das Jahr 2010 bei Ihnen gelaufen? Was erwarten Sie für das Reifenersatzgeschäft 2011? Diese Frage stellte die T&F-Redaktion Anfang November mit der Bitte um Antwort innerhalb von zehn Tagen an insgesamt 19 Reifenhändler, Vertreter von Herstellern, Handelsketten und Kooperationszentralen sowie Betreiber von Online-Portalen. Wenngleich Prognosen von heute oft morgen schon von Entwicklungen im Wirtschaftsleben überholt werden, zeichnen die auf diese Blitzumfrage eingegangenen Statements doch ein interessantes Bild von der Branchenstimmung zum Ende eines insgesamt überraschend gut verlaufenen Geschäftsjahres. Lkw: Durch die überaus deutliche Belebung der Konjunktur, die dadurch gestiegene Nachfrage nach Nutzfahrzeugreifen, sind wir mit dem Geschäftsjahr 2010 zufrieden. Die prognostizierten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden dazu führen, dass die Transportnachfrage auch in 2011 weiter ansteigen wird. Es wird mit einem Anstieg von 2 Prozent des Transportaufkommens gerechnet. Aber nicht nur das Transportaufkommen, sondern auch die Transportleistung wird sich positiv entwickeln. Für den Straßengüterverkehr wird mit einem Wachstum von 5 Prozent gerechnet. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen erwarten wir ein Wachstum des Lkw Reifenersatzmarktes von ca. 3 Prozent für das Jahr Gerry Duffy, Geschäftsführer Bridgestone Deutschland GmbH, Bad Homburg: Pkw: Unter der Maßgabe einer sehr dünnen Warendecke im Handel zu Beginn der Saison und einem hohen Bedarf an Winterreifen um Lagerbestände aufzufüllen, ist es uns gelungen, die Bedürfnisse unserer Kunden, sowohl in der Bevorratung als auch für Nachkäufe, bis Ende Oktober weitestgehend zu befriedigen. Natürlich ist es am Ende der Sell in Saison zu punktuellen Engpässen in allen Größen gekommen. Besonders gut haben sich die Absätze in 4x4, RFT und CV Reifen entwickelt. Im Pkw Sommerreifengeschäft hat sich der Markt deutlich besser als prognostiziert entwickelt. Auch hier konnten wir die Bedürfnisse unserer Kunden zufriedenstellend bedienen. Für 2011 gehen wir für Pkw Sommerreifen von vergleichbaren Absatzzahlen wie in 2010 aus. Was Winterreifen betrifft bleibt abzuwarten, wie die Saison 2010 tatsächlich enden wird und wie hoch die Lagerbestände nach Abschluss der Saison tatsächlich sein werden. Besonderen Bedarf erwarten wir in den nächsten Jahren für unsere Ecopia Produkte. Norbert Busch, Leiter Marketing und Vertrieb Ersatzgeschäft D-A-CH, Continental Reifen Deutschland GmbH, Hannover: Wer von uns hätte einen solchen Geschäftsverlauf in 2010 am Anfang des Jahres erwartet? wir nicht! Die Automobilproduktion hat sich auf einem hohen Niveau entwickelt und hat unser Unternehmen vor sehr hohe Herausforderungen in der Produktion und im Vertrieb gestellt. Als maßgeblicher OE Lieferant weltweit und in Europa waren wir als Continental stärker als andere Unternehmen von dieser Entwicklung beeinflusst. Im Ersatzgeschäft konnten wir sowohl bei Sommerreifen als auch bei Winterreifen deutlich mehr Reifen ausliefern als im Vorjahr. Die Produktion hat unseres Erachtens trotz der Rahmenbedingungen hohe Flexibilität bewiesen. Natürlich haben sich aufgrund der enormen temporären Nachfrage auch strukturelle Engpässe ergeben, die wir alle aber vor dem Hintergrund der Gesamtleistung bewerten sollten. Aufgrund der gelieferten Mengen waren wir bisher in der Lage unsere Marktanteilsentwicklung zu stabilisieren. Neben der Mengenentwicklung war natürlich auch die Rohstoffkostenentwicklung in diesem Maße nicht planbar. 8 Trends&Facts 7/10

9 Aktuell Wir haben die Preiserhöhungen im zweiten Halbjahr 2010 im gewünschten Rahmen umsetzen können und wir hatten laut BRV-Preispanel Winter 2010 eine positive Preisentwicklung im Sell Out zu verzeichnen. Das Jahr 2011 wird zunächst auch durch eine hohe Produktionsauslastung und weiter steigende Kosten gekennzeichnet sein. Konsequentes Warenmanagement und kosequentes Preismanagement werden unser Handeln prägen. Im Mittelpunkt unserer Aktivitäten steht auch im Jahr 2011 der Kunde, an dessen Anforderungen wir uns messen wollen. Bei allen Überraschungen, die das Jahr 2011 für uns bereit hält, wünsche ich uns allen ein erfolgreiches Jahr Jetzt möchte ich nochmal unseren Kunden für die gute Zusammenarbeit in 2010 danken und Ihnen und Ihren Familien eine besinnliche Weihnachtszeit wünschen. Danke! Alles Gute für 2011 Ihre Continental. Rainer Binder, CEO Delticom AG, Hannover: Das war bislang ein aufregendes Jahr. Ist der Reifenhandel auf dem Weg in einen Verkäufermarkt oder ist er dort bereits angekommen? Trotz teils lückenhafter Belieferung war das Resultat bislang sehr positiv. Die Verfügbarkeit von Winterreifen ist für unsere Montagepartner, Werkstätten und Händler unter www. autoreifenonline.de immer noch recht passabel. Im Verlauf des Jahres 2011 erwarten wir weiter steigende Preise und hoffen, dass die kommende Winterreifenpflicht klare Verhältnisse für 2011/2012 schafft. Alexis Garcin, Geschäftsführer Euromaster GmbH, Kaiserslautern: Das Pkw Reifengeschäft läuft in diesem Jahr äußerst zufriedenstellend. Stärker als erwartet hat sich unser Geschäft in der Frühjahrssaison entwickelt. Wir hatten mehr Traffic in unseren Servicecentern, was ein vorteilhafter Nutzen für unser Team war. Zusätzlich zu der Steigerung der Reifenmenge haben wir uns im Bereich Service überproportional entwickelt. Die Erhöhung unserer Dienstleistungspreise und ein zweistelliges Wachstum in Autoservice haben auch dazu beigetragen. Parallel ist durch mehr Volumen auch die Reifenmarge leicht gestiegen und führte insgesamt zu einem recht zufriedenstellenden Saisonverlauf. Im Pkw Winterreifengeschäft hatten wir aufgrund der günstigen Witterungsverhältnisse in den ersten drei Monaten dieses Jahres eine positive Entwicklung. Diese Tendenz hat sich auch in den jetzigen Wintermonaten fortgesetzt. Allerdings war die Situation in den letzten Wochen etwas schwieriger aus den bekannten Gründen: Die generell angekündigte Reifenknappheit bei der Industrie und die ausführlichen Diskussionen in den Medien rund um die Verschärfung der Straßenverkehrsordnung haben die Wahrnehmung des Winterreifenbedarfs beim Endverbraucher sensibilisiert, sodass die Saison trotz milder Witterung früh und intensiv angelaufen ist. Trotz dieser herausfordernden Situation dürfen wir aber per Stand Mitte November gegenüber Vorjahr weiter wachsen und blicken jetzt sehr optimistisch auf die restlichen sechs Wochen des Jahres. Im Lkw-Bereich hat uns die positive wirtschaftliche Entwicklung einen deutlichen Aufschwung gebracht. Die Baubranche und die industriellen Aktivitäten, die stark von dem wachsenden Export profitieren durften, haben eine deutliche Spannung auf den Reifenbedarf generiert. Wir wachsen hier zweistellig mit einer überproportionalen Steigerung im Service-Bereich. Für das letzte Quartal dieses Jahres erwarten wir eine Verlangsamung des Wachstums, was die Monate September und Oktober uns bereits bestätigt haben. Zusammengefasst und vermutlich wie generell in der Branche hat sich die Situation dieses Jahr deutlich entspannt. Wir erwarten für 2011 eine Fortsetzung der in 2010 Trends&Facts 7/10 9

10 Aktuell konkretisierten Tendenz. Unterstützt durch die Bundes-Exportaktivitäten und das generelle angesagte Wirtschaftswachstum, werden sich die Lkw-/EM- und Industrie-Reifen Märkte weiterhin positiv entwickeln mit einer Zuwachsrate, die wir momentan bei ca. 3 bis 5 Prozent einschätzen. Im Pkw Segment gehen wir davon aus, dass der Bedarf in 2011 weiterhin wachsen wird, vor allem getrieben durch den Winterreifenbedarf, allerdings abhängig von der noch ausstehenden Entscheidung bezüglich des Winterverordnungsgesetzes. Sollte dies noch in diesem Jahr validiert werden, gehen wir davon aus, dass die Ausrüstungsquote Ende 2011 weiter steigen wird. Kombiniert mit einer steigenden Neuzulassungszahl, könnte es zu einem leichten Plus von 2 bis 3 Prozent führen. Eine der größten Herausforderungen von 2011 wird aber darin liegen, die verschieden bereits angesagten Preis- oder Kosten-Erhöhungen an den Markt weiterzugeben. Warenverfügbarkeit, auch als manche andere Marke nicht mehr verfügbar war. Mit den Erträgen können wir nicht zufrieden sein, da die Kostensteigerungen nur teilweise an den Markt weitergegeben werden konnten. Für 2011 sehen wir einen weiter steigenden Markt, wenn auch mit abgeschwächter Tendenz. Die Ziele von GT RADIAL sind auch weiterhin ambitioniert. Wir werden die Zusammenarbeit mit unseren strategischen Partnern weiter ausbauen und mit einem größeren Außendienst-Team in der Lage sein, die Händler Vorort zu unterstützen, und zwar sowohl im Flottengeschäft als auch auf der technischen Seite. Zudem wird es einige wichtige Neuheiten im GT RADIAL Sortiment geben, wobei wir erwähnen möchten, dass alle vermarkteten Produkte mit der maßgeblichen Unterstützung unseres European Technical Center (ETC) entwickelt und bis zur Serienreife in Flottentests optimiert werden. GT RADIAL Reifen, Lkw und Pkw, sind MADE FOR EUROPE. Die Preisentwicklung wird von weiter steigenden Rohstoffkosten geprägt sein. Wir wünschen dem BRV-Team und allen Marktteilnehmern Frohe Feiertage. Michael Andre, Geschäftsführer (im Bild links), und Sascha Kemper, Marketing und Verkaufsleiter, GITI Tire Deutschland GmbH, Bonn: 2010 war das erste Geschäftsjahr für die GITI Tire Deutschland GmbH, die seit Oktober 2009 die Vermarktung von GT RA- DIAL in Deutschland, Österreich und der Schweiz betreibt. Wir konnten unsere gesteckten Absatzziele erreichen, wobei der Geschäftsverlauf im ersten Tertial verhalten war und ab Juni Fahrt aufgenommen hat. Es ist uns gelungen, GT RADIAL Lkw Reifen bei strategischen Partnern zu etablieren und unsere Marktanteile zu steigern. Dabei ist unsere Fachhandelstreue wir beliefern den Großhandel nicht ein ganz entscheidender Erfolgsfaktor und darüber hinaus die vom Verbraucher immer mehr anerkannte hervorragende Produktqualität sowie das ausgezeichnete Preis-Leistungsverhältnis. GT RADIAL Lkw Reifen werden ausschließlich über qualifizierte Lkw Profis vermarktet, damit geben wir unseren Kunden die Möglichkeit, mit unseren Produkten Geld zu verdienen. Geholfen hat uns auch die gute Frank Titz, Director Consumer Tires, Goodyear Dunlop Tires Germany GmbH, Hanau: Das Reifenersatzgeschaeft sehen wir wie folgt: Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sieht der Bereich Consumer der Goodyear Dunlop Tires Germany das zu Ende gehende Geschäftsjahr: lachend deswegen, weil unsere Erwartungen bei weitem übertroffen wurden, weinend deswegen, weil auch wir nicht im Stande gewesen sind, die exorbitant gestiegene Nachfrage im gewohnten Umfang vorherzusagen und auch bedienen zu können. Zum Teil unvorhersehbare Knappheitssituationen auch auf der Beschaffungsseite in Kombination mit einer geradezu sprunghaft gestiegenen Nachfrage sowohl aus dem Erstausrüstungs- als auch aus dem Ersatzgeschäft haben dazu geführt, dass auch wir die Märkte nicht in gewohnt zuverlässigem Rahmen sowohl mit Informationen über Liefertermine als auch mit Reifen zufriedenstellen konnten. Trotz allem gilt festzuhalten, dass mehr einfach nicht möglich war. Es ist kein Geheimnis, dass wir an der Kapazitätsgrenze produzieren. 10 Trends&Facts 7/10

11 Aktuell So ärgerlich diese Situation einerseits auch ist, andererseits hat sie auch Möglichkeiten aufgezeigt: fundamentale betriebswirtschaftliche Regeln, wie z.b. die Tatsache, dass Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen, gelten offensichtlich dann doch auch im Reifenhandel. Insgesamt sehen wir uns am Ende eines good years, auch wenn die Zufriedenheit nicht allumfassend sein kann. Dem kommenden Jahr 2011 sehen wir mit gespannter Vorfreude entgegen. Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung der Märkte sowie sich möglicherweise ergebende Änderungen auf Basis einer möglicherweise verschärften Winterreifenpflicht. Wir gehen weiterhin davon aus, dass Marktteilnehmer mit einer professionellen Lagerbewirtschaftung auch 2011 klar im Vorteil sein werden. Kurz: es bleibt weiterhin spannend, auch im Hinblick auf die weitere Entwicklung der Rohstoffkosten. sprechen. Der Oktober war sogar besser als letztes Jahr und der November war in den ersten drei Wochen beeindruckend gut. Die Gründe für den sehr guten Geschäftsverlauf sehen wir natürlich in der unerwartet schnellen Erholung der Konjunktur, die sich nicht nur im gewerblichen Lkw- und Flottengeschäft positiv ausgewirkt hat, sondern auch bei den privaten Konsumenten, wo wir einen großen Nachholbedarf vermuten. Aber einen großen Teil unseres diesjährigen Erfolges sehen wir auch darin, dass unsere Organisation und unsere Partner mit dem richtigen Sortiment und einem exzellenten Serviceangebot ausgestattet sind. Überschattet wurden die guten Ergebnisse nur von der extrem schlechten Reifenverfügbarkeit, die uns manchmal die Grenzen und die Abhängigkeit von einer guten Warenversorgung aufzeigte. Teilweise sehr beschwerlich und extrem belastend war die Situation vor Ort, sodass viele unserer Partner die Reifen überteuert im Großhandel beschaffen mussten. Das muss sich im kommenden Jahr verbessern, und wir werden dementsprechend einige Veränderungen einleiten. Um eine Prognose für das kommende Jahr abzugeben, dafür ist es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh. Wir wollen noch die Gespräche mit all unseren Gremien abwarten, bevor wir unsere Annahmen für das kommende Jahr veröffentlichen. Dafür bitten wir um Verständnis. Goran Zubanovic, Geschäftsführer Goodyear Dunlop Handelssysteme GmbH, Köln: Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Wir können schon jetzt eine positive Bilanz für das Jahr 2010 ziehen. Das Jahr hat bisher alle Erwartungen übertroffen. Wir hatten ein sehr gutes Sommerreifen-Umrüstgeschäft mit einer deutlichen Stückzahl-Steigerung (fast zweistellig) zum Vorjahr. Das hätte keiner vorhersagen können, nach dem Jahr der Abwrackprämie, in dem so viele Neufahrzeuge zugelassen wurden. Weiter blicken wir auch auf ein überragendes Lkw-Geschäft zurück. Fast 20 Prozent Steigerung zum Vorjahr gibt uns viel Hoffnung, dass wir das Niveau der vergangenen Wachstumsjahre erreichen können. Des Weiteren wurde unsere Gruppe von einem starken Reifen- und Auto-Servicegeschäft bis jetzt ins Wintergeschäft positiv getragen. Beeindruckend ist dabei, dass das gute Autoservicegeschäft selbst in der Hochsaison des Winterreifengeschäftes nicht abgebrochen ist, sondern weiter anhält. Das Winterreifengeschäft ist zwar noch nicht beendet, aber wir können jetzt schon von einem sehr guten Geschäftsverlauf Peter Lüdorf, Geschäftsführer Gummi Berger Hans Berger KG, Gummersbach: Wir hatten schon bei der Prognose für das Jahr 2010 gesagt, dass wir dieses Jahr ganz schlecht einschätzen können. Dass die deutsche Wirtschaft so anzieht wie geschehen, insbesondere die Automobilindustrie und damit verbunden deren Erstausrüstung, konnte kaum jemand prognostizieren. Dies hat zu extremen Lieferengpässen geführt, die wegen des zum Glück passenden Wetters sich nicht negativ auf das Geschäft niedergeschlagen haben. Allerdings sind unsere Mitarbeiter im Verkauf unserer Niederlassungen absolut an den Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit angelangt: Neben der Beantwortung und Abarbeitung der Kundenwünsche kam dieses Jahr die Beschaffungsproblematik dazu! Trends&Facts 7/10 11

12 Aktuell Ohne der Industrie den alleinigen schwarzen Peter zuschieben zu wollen auch hier konnte man wohl vernünftigerweise die Anforderungen der Erstausrüstung der Automobilindustrie kaum vorhersehen ist der Lieferant für das kommende Jahr aus unserer Sicht aufgefordert, für eine angemessene Versorgung des schraubenden Einzelhandels Sorge zu tragen, wenn es mit dem Bekenntnis zum Hofgeschäft des Reifenfachhandels ernst gemeint ist. Hier muss partnerschaftlich für eine Verfügbarkeit im normalen Rahmen sowohl für die Dispositionen als auch für die Nachkäufe gesorgt werden. Es ist doch insbesondere bei längerdauernden Geschäftsbeziehungen absehbar, ob eine Angstdispo mit 200 Prozent des Vorjahresbedarfs vorliegt oder eine vernünftige Bestellung. Auch die bevorzugte Belieferung des Großhandels muss aufhören. Hier unterstellen wir keine gewollte Bevorzugung, aber die Systeme sind auf vollständige Bedienung der ersten Bestellungen einerseits und große Stückzahlen und wenige Abladestellen andererseits ausgelegt. Dies ist aber nicht das Geschäft des Reifenfachhandels. Der qualifizierte Großhandel hat und wird seine Berechtigung auch weiterhin haben. Es muss aber auch für eine angemessene Belieferung der Einzelhändler gesorgt werden. Das Geschäft selber stellt sich im Zeitraum 1-10/2010 wie folgt dar: Pkw Sommer und Winter haben sich sowohl was Umsatz als auch Stückzahlen angeht leicht positiv entwickelt. Die Roherträge haben sich verbessert. Das Lkw Geschäft (neu und runderneuert) hat sich ganz deutlich positiv entwickelt, ist aber noch nicht wieder auf dem Niveau von 2007 angelangt, wenn man die Stückzahlen betrachtet. Auch im Dienstleistungsbereich zeigt sich eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, getragen von allen Produktgruppen mit Ausnahme Motorradreifen. Sorgenkind neben den Motorradreifen sind die Stahlräder, deren Lieferfähigkeit sich noch katastrophaler darstellt als bei Reifen! In den Kundengruppen haben sich die Umsätze ebenfalls gut verteilt hier verzeichnen wir in allen Bereichen Zuwächse. Zusammenfassend stellen wir fest, dass sich das Geschäft im bisherigen Jahresverlauf deutlich verbessert hat gegenüber Eine Prognose für 2011 wagen wir heute noch nicht. Diese bedarf unserer Ansicht nach erst noch einer fundierten Analyse des Jahres Gebhard Jansen, Geschäftsführer Reifen Gundlach GmbH, Raubach: Reifen Gundlach konnte sich in 2010 erneut kräftig steigern. Unsere Umsätze liegen deutlich über dem geplanten Ziel und auch über den Ergebnissen des überaus erfolgreichen Jahres Generell liegt unsere Steigerungsrate über der des Gesamtmarktes und wir haben besonders im Wintergeschäft durch unsere professionelle Logistik profitiert. Unsere Kunden haben sich sehr erfolgreich mit unseren hochqualitativ gefertigten Kompletträdern versorgt, um so die Spitzen in der Saison abfangen zu können. Wir stellen diesen Trend verstärkt fest und haben durch die Optimierung der internen Kommissionierlogistik den Prozess von der Bestellung bis hin zur Montage ans Kundenfahrzeug erneut verkürzen können. Obgleich auch Reifen Gundlach trotz sehr früher Disposition bei der Industrie teils von der Warenknappheit in diesem Winter betroffen war, konnten wir durch einen sehr guten Produktmix im allgemeinen unsere Lieferfähigkeit stets gewährleisten oder waren jeweils in der Lage, unseren Kunden adäquate Alternativen liefern zu können. Dies betrifft aber lediglich das Winterreifensegment, in der Produktgruppe Aluräder waren und sind wir aufgrund unserer eigenen Marken sehr gut sortiert und liefern hier weiterhin zu stabilen Preisen. Unsere Servicestützpunkte melden die Abarbeitung von rund 80 Prozent der eingelagerten Kundenräder, weshalb wir die Wintersaison 2010 als abflachend, aber noch nicht als beendet betrachten. Ähnliche Zahlen melden unsere Kooperationspartner von Com4Tires, mit denen wir nach der Aufteilung in Classic- und Pluspartnerschaft in eine optimistische Zukunft starten. In der letzten Jahreshälfte konnten wieder sechs Neupartner aufgenommen werden. Generell können wir einen anhaltenden Trend zu Qualitätsreifen feststellen, dem wir mit der Erweiterung unserer Produktpalette speziell im Premiumbereich Rechnung tragen. Weiterhin haben wir unsere Flotte konsequent erneuert, um unseren Logistikservice im Aftersales weiter auszubauen. Überdies stellen wir unsere expansive Strategie auch mit der Erweiterung unseres Vertriebsteams unter Beweis und suchen für das nächste Jahr weiterhin Mitarbeiter für die verschiedenen Abteilungen. 12 Trends&Facts 7/10

13 Aktuell Für 2011 wird wieder eine weitere Knappheit an Reifen zu erwarten sein, weshalb wir bereits heute ans Sommergeschäft mit den Key Account Kunden denken, denen wir frühzeitig die Gelegenheit geben möchten, sich besonders mit unseren Exklusivmarken zu bevorraten. Mit der erfolgreichen Teilnahme an der Reifen 2010, der 4x4 Messe Abenteuer Allrad in Bad Kissingen sowie etlichen lokalen Branchentreffs haben wir uns dem Handel erfolgreich präsentiert und durchweg qualitative Gespräche geführt und sehr Abschluss orientiert gearbeitet. Diesen Trend und den generellen Aufwärtstrend werden wir 2011 fortsetzen, denn bereits mit 2010 sind wir höchst zufrieden. Ein weiteres Zeichen in Richtung Expansion und Erweiterung setzen wir auf der kommenden Essen Motorshow Hier präsentieren wir unsere Produkterweiterung, denn wir werden in 2011 die Marke ENKEI in den deutschen Markt zurückholen und haben uns für einige weitere Länder die Vermarktungsrechte sichern können. Mit der zweiten F1 Marke an Felgen runden wir unser Portfolio ab und sehen generell optimistisch in die Zukunft. Die Knappheit an Winterreifen in den wichtigsten Dimensionen hat die Preise in B2B und B2C ansteigen lassen und könnte so zu einer verbesserten Ertragslage im Handel führen. Für Ende 2010 rechnen wir mit einem niedrigen Lagerbestand im Handel. Angesichts des wirtschaftlichen Aufschwungs, der Aufhellung des Konsumklimas und des Trends der Nachfrage zu höherer Qualität sehen wir dem Jahr 2011 positiv entgegen. Ein stabiles Reifenvolumen mit Chancen zur Steigerung der Wertschöpfung: Stichwort Trend zu Premium-Marken, forciert durch die Diskussion der Winterreifenverordnung und der europäischen Standards Reifenlabelling. Lkw: Das Jahr 2010 war gekennzeichnet durch den Aufschwung der Wirtschaft und des Transportgewerbes. Die positive Marktentwicklung entsprach unseren Erwartungen. Die aktuelle Nachfrage führt bereits in einzelnen Dimensionen zu Lieferengpässen. Für 2011 sehen wir eine weiter anhaltende positive Entwicklung des Marktvolumens in der Größenordnung von + 5 Prozent. Da sich die gesamtwirtschaftliche Erholung weiter fortsetzen wird, sind wir überzeugt, dass die Michelin-Konzepte hohe Laufleistung und Energieeffizienz den Bedürfnissen unserer Kunden immer mehr entsprechen. Dieter von Aspern, Direktor Vertrieb Deutschland, Österreich, Schweiz, Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA, Karlsruhe: Pkw: Das Sommerreifengeschäft war durch eine sehr positive Entwicklung gekennzeichnet, die über den Erwartungen lag. Hierzu hat sicherlich der generelle Trend zu Premium-Marken beigetragen. Aber auch die Entwicklung in der 2. Linie mit den Marken KLEBER und BFGOODRICH war gut, insbesondere die der Marke KLEBER, die durch die Einführung vom Quadraxer das ganze Jahr positiv beeinflusst wurde. In einigen Segmenten kam es aufgrund hoher Nachfrage zu Lieferengpässen. Das Winterreifengeschäft war durch eine extrem hohe Nachfrage auch aufgrund niedriger Lagerbestände geprägt. Dies führte trotz maximaler Produktion dennoch zu Lieferengpässen in Rennergrößen. Michelin hat sehr früh mit der Warenbevorratung begonnen. Ein idealer Saisonverlauf mit frühem witterungsbedingtem Start sowie die Diskussion um die Novellierung über die Winterreifenverordnung hat die Nachfrage zusätzlich forciert. Michael Borchert, Geschäftsführer Marketing/ Vertrieb, Pirelli Deutschland GmbH, München: Das Jahr 2010 ist gekennzeichnet durch ein in der Höhe unerwartetes zweistelliges Wachstum im Ersatzmarkt bei Industrie und Handel. Die boomende deutsche Autoindustrie sorgte zudem für einen signifikanten Nachfrageanstieg seitens der Erstausrüstung. Die weltweite vermehrte Nachfrage nach Reifen hat ebenfalls deutliche Spuren auf der Rohstoff-Kostenseite hinterlassen, sodass Preiserhöhungen im Laufe des zurückliegenden Jahres unvermeidlich waren. Auch die Nachwirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise hatten Einfluss auf die Marktsituation. Für die unerwartet früh wieder erstarkte Nachfrage konnten so kurzfristig nicht ausreichend Kapazitäten aufgestockt werden. Trends&Facts 7/10 13

14 Aktuell Aus Pirelli Sicht waren wir 2010 besonders mit der hervorragenden Resonanz der deutschen Konsumenten bezüglich unserer Green Performance Reifen zufrieden. Mit der Cinturato Produktfamilie haben wir die richtigen Produkte zur richtigen Zeit eingeführt und mit dem Scorpion Verde auch den weltweit ersten nachhaltigen SUV Reifen. Eine Kehrtwende dieser Trends ist aus unserer Sicht in 2011 nicht zu erwarten. Das konjunkturelle positive Umfeld wird die Reifennachfrage weiter fördern. Im ersten Halbjahr 2011 wird es weiterhin aus den bereits erwähnten Gründen in einigen Dimensionen Warenengpässe geben. Die größte Unsicherheit ist die uferlose Entwicklung auf den Rohstoffmärkten. Wenn der Trend der kontinuierlichen Verteuerung so anhält, werden wir uns auf entsprechende weitere Anpassungen bei den daraus hergestellten Produkten einstellen müssen. Hier kann man nur empfehlen die dafür notwendige Flexibilität auch seitens unserer Kunden einzuplanen. Highlight 2011 für Pirelli ist unser Wiedereinstieg in die Formel 1. Die Generalprobe am letzten Wochenende in Abu Dhabi ist hervorragend gelaufen. Das Feedback der Fahrer ist durchweg positiv. Wir werden jedenfalls alle Anstrengungen unternehmen, dass sich unser Engagement in diesem weltweit wichtigsten Motorsportereignis auch am Tresen für unsere Handelspartner auszahlt. sich einige Einzelhändler aufgrund der Erfahrungen im Vorjahr stärker bevorratet haben als früher, um nicht mit fortschreitender Saison die Spekulationspreise auf den Online-Plattformen bezahlen zu müssen. Aus eben diesem Grund, nämlich mit der Warenknappheit Kasse zu machen, haben eventuell auch manche Zwischenhändler mehr Ware gehortet. Endgültig sehen, was die Autofahrer tatsächlich benötigt haben, wird man frühestens im Januar 2011, besonders wenn das Wetter eher mild bleiben sollte. Für 2011 gehe ich im Nutzfahrzeuggeschäft von einem Niveau wie dieses Jahr aus, eventuell mit leichten Steigerungen. Der Bedarf folgt der Konjunktur. Entwickelt diese sich weiterhin positiv, dann wird auch der Bedarf leicht steigen. Bei Pkw-Reifen könnte ein möglicher Ersatzbedarfseffekt der seit 2006 verstärkt im Wechsel gefahrenen Sommerreifen auch 2011 für gute Entwicklungen sorgen. Jürgen Marth, Geschäftsführer Vergölst GmbH, Hannover: Peter Schütterle, Geschäftsführender Gesellschafter, Pneuhage Unternehmensgruppe, Karlsruhe: Wir rechnen 2010 mit einem guten Ergebnis. Der Nutzfahrzeugsektor hat sich auf das Vorkrisenniveau erholt. Auch die Pkw-Sommerreifenabsätze sind höher als unsere Erwartungen gestiegen. Der tatsächliche Sell-Out bei M+S-Reifen lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht abschätzen. Die Industrie hat zwar einen hohen Sell-In und 2,3 Millionen mehr Winterreifen in den Markt gegeben als im Vorjahr. Doch muss man beachten, dass der Anfangsbestand 2010 so gut wie auf Null war. Und zwar im Einzelhandel genauso wie im Großhandel. Trotz höherem Sell-In ist eine gewisse Warenverknappung entstanden, die sich bei fast allen Großhändlern und Industrien widerspiegelt. Wie sich das im Einzelhandel in den nächsten Wochen entwickelt, ist noch nicht absehbar. Ich vermute, dass Die Vergölst GmbH und ihre Franchise-Partner konnten im Jahr bisher (2010) bereinigt um Sondereffekte das Geschäft in den Kundengruppen Pkw-Endverbraucher und -Flotten steigern. Zur guten Entwicklung trugen sowohl die Segmente Reifen und Service wie auch Autoservice bei. Die Entwicklung der Sparte Franchise ist sowohl im organischen Wachstum sehr positiv, als auch durch die Hinzugewinnung weiterer Partner. Dominantes Thema in der 2. Jahreshälfte war für uns, trotz eines strukturellen und absoluten Verfügbarkeitsengpasses, unsere Kunden termingerecht zu bedienen. Unsere Franchise- Partner haben wir in der Warenversorgung priorisiert, sodass diese uns eng verbundenen Marktteilnehmer, die sich auf uns verlassen, nicht verlassen waren. Das Lkw-Geschäft zeigt sich im Post Krisen Jahr auf Niveau 2008, wird aber das Niveau von 2007 noch nicht erreichen. Hier sind wir mit der Mengen- und Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahr bei Neureifen wie runderneuerten Reifen sehr zufrieden. Preiserhöhungen auf der Sell-In-Seite zeigen aber im Rohertrag negative Effekte. 14 Trends&Facts 7/10

15 Aktuell Die seriöse Ankündigung weiterer Preiserhöhungen der Industrie stellt uns Reifenfachhändler vor die dringend notwendige Aufgabe, diese Einkaufsnachteile in Form von höheren Preisen an unsere Kunden weiterzugeben. Hier haben wir aus 2009/10 noch Nachholbedarf, aber wir sehen keine Alternative. Für 2011 sehen wir Chancen in einer weiteren Erholung des Pkw-Flotten-Marktes. Sommerreifen schätzen wir im Sell-Out leicht über Die Effekte der Einführung der Winterreifen-Verordnung sehen wir erst in 2011, somit auch hier ein positives Signal für den Sell-Out Das Lkw-Geschäft wird in Abhängigkeit von der Konjunktur aus unserer Sicht 5 Prozent über 2010 liegen. Rolf Kurz, General Manager Marketing & Sales, Yokohama Reifen GmbH, Düsseldorf: Zitat Unsere härtesten Konkurrenten und Herausforderer sind unsere Kunden und ihre Erwartungen. (Honda-Präsident Takeo Fukuri) Im bisherigen Geschäftsjahr 2010 konnte die Yokohama Reifen GmbH den Sell-In im Vergleich zum vorherigen Jahr in allen Marktsegmenten deutlich steigern. Diese positive Entwicklung wurde allerdings aufgrund einiger Rahmenbedingungen eingebremst, denn die Warenverfügbarkeit stand unter dem Eindruck der Nachwirkungen der Wirtschaftkrise, den stetig steigenden Herstellungskosten, dem überdurchschnittlichen Wachstum der internationalen Erstausrüstungsgeschäfte und den damit verbundenen Engpässen im Bereich der Produktion. Aufgrund dieser Faktoren konnten auch wir in Phasen keine 100prozentige Verfügbarkeit bieten. Für das kommende Jahr erwarten wir, wenn auch in abgemilderter Form, eine ähnliche Entwicklung, sodass es in einigen Produktbereichen zu Engpässen bei der Warenverfügbarkeit kommen kann. All unseren Kunden und Geschäftspartnern wünschen wir ein schönes Weihnachtsfest und nur das Beste für Vielen Dank für Ihr Vertrauen! GITI Tire Deutschland GmbH Tel: web: Trends&Facts 7/10 15

16 Aktuell BRV-Arbeitsbilanz 2010, Projekte 2011 Highlights der Verbandsarbeit Abb.: Messe Essen Das Jahr 2010 war wieder einmal ein arbeitsreiches Jahr für den BRV, seinen Vorstand, die Mitglieder der Arbeitskreise und die hauptamtlichen Mitarbeiter in der Bonner Geschäftsstelle. Anlässlich der letzten Vorstandssitzung Anfang Dezember wurde wie immer Fachbereich für Fachbereich die Bilanz des vergangenen Geschäftsjahres gezogen eine umfangreiche Projektliste, aus der wir hier in T&F wieder nur einige Highlights vorstellen: Aus- und Weiterbildung: Ungebrochen war das Interesse der Branche auch in 2010 an den seit Jahren bekannten und bewährten Weiterbildungsangeboten des BRV: Drei Reifenfachverkäuferlehrgänge und zwei Juniormanager-Lehrgänge wurden erfolgreich durchgeführt. Wobei bewährt keinesfalls heißt, dass dem Branchennachwuchs seit Jahren unveränderter Lehrstoff präsentiert wird. Erst kürzlich wurde wie in Trends & Facts berichtet das hoch aktuelle Thema Öko-Labeling in den Lehrplan aufgenommen. Eine wichtige Aufgabe war in diesem Jahr zudem, den Übergang der schulischen Ausbildung im Vulkaniseur-/Reifenmechaniker-Handwerk vom Hans-Schwier-Berufskolleg in Gelsenkirchen zum Nikolaus-August-Otto-Berufskolleg in Köln zu begleiten. Auch hierüber hat T&F ausführlich berichtet (Heft 5/2010). Als Update können wir dem heute hinzu fügen: Das Projekt ist mit Erfolg gemeistert, die Ausbildung in Köln gut angelaufen und das Feedback sowohl der Azubis als auch deren neuer Ausbilder rundum positiv! Fit machen für das Öko-Label : Informationen zu den neuen Kennzeichnungspflichten wurden in diesem Jahr in den Lehrplan der BRV-Weiterbildungslehrgänge für den Branchennachwuchs aufgenommen. Verbandsmitteilungen für Reifenfachhandelsund Vulkaniseur- Handwerksbetriebe Herausgeber: Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur- Handwerk e.v., Bonn & Trends Postvertriebsstück Facts E Nr. 7 Dez TrendsNr. G Informationen zu den Themen des VRÖ finden Sie auf den Seiten Aktuell 5 Gastkommentar von Norbert Busch: Billiger geht immer doch was ist mit der Marge? Recht 29 Online-Vertrieb von Reifen und Felgen: Muster-AGB sind nicht empfehlenswert! Technik 34 BRV-Arbeitskreis Technik: Alles Wissenswerte aus der Herbstsitzung Wissenswertes 44 Tag im Handel für Vredestein-Mitarbeiter: Viel gelernt im Einsatz vor Ort Betrieb 59 T&F-Serie Best Practice : Das Autoservicekonzept der point S Trends&Facts Verbandsmagazin für Reifenfachhandels- und Vulkaniseur-Handwerksbetriebe Herausgeber: Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.v., Bonn Ausgabe 1: Februar 2010 Aktuell 13 Blitzumfrage in Handel und Industrie: Wie wird das Reifengeschäft 2010? Recht & Steuern 41 Rücknahme angezahlter Waren: Allein eine Frage der Kulanz Technik & Service 47 Reifenkennzeichnung: Wozu verpflichtet die EU-Verordnung? Trends & Produkte 54 Online-Reifenhandel: Wie hoch ist die Marktbedeutung? Management & Marketing 60 Elektronischer Datenaustausch: Zehn Jahre EDI Zeit für ein Fazit Informationen zu den Themen des VRÖ finden Sie auf den Seiten Vorher nachher: Mit dem in 2010 erfolgten Relaunch ist Trends & Facts optisch deutlich attraktiver geworden, und mit den zahlreichen Zusatzinformationen in den Infoboxen ist auch der Nutzwert gestiegen. Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Mit dem Relaunch von Trends & Facts sowie der Websites bundesverband-reifenhandel.de/brv-bonn.de und reifen-kompetenz.de stand das Jahr 2010 ganz im Zeichen der Modernisierung unserer Kommunikationsmittel. Dass das Ergebnis von den Verbandsmitgliedern gut angenommen wird, zeigen die positiven Rückmeldungen unmittelbar nach erfolgter Runderneuerung. Ihr Lob ist uns zugleich Verpflichtung: Durch permanente Pflege der Websites und engere Verzahnung von Print und Web (z.b. im Rahmen der zusätzlichen Downloadangebote zu T&F-Artikeln in jeder Ausgabe) wollen wir Attraktivität wie Nutzwert unserer Medien für den Dialog mit Ihnen ständig weiter ausbauen. Ebenfalls in diesen Fachbereich fällt das Projekt PR-Kampagne für die wdk-zertifizierte UHP-/Runflat-Reifenmontage, deren bundesweiter Start zum Redaktionsschluss des vorliegenden Trends & Facts unmittelbar bevor stand. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit wird der BRV damit in den kommenden Monaten die Verbraucher für das Thema sensibilisieren und Nutzer gerade dieser hochwertigen Reifensegmente als Kunden dem qualifizierten Reifenfachhandel zuführen. Wer als Reifenhändler jetzt immer noch nicht für Kompetenzaufbau in diesem Dienstleistungsbereich gesorgt hat, ist selber schuld, wenn die Autofahrer demnächst zu seinem Mitbewerber mit wdk-zertifikat abwandern. Wir tun jedenfalls alles dafür, dass dieser möglichst auch ein Reifenfachhändler und BRV-Mitglied ist... und nicht die vom Fahrzeughersteller längst fit gemachte Autowerkstatt um die Ecke! Gefühlt viel Zeit verbrachte die BRV-Geschäftsstelle in diesem Jahr mit diversen Interview- und Statementanfragen von Journalisten. Die Rennerthemen waren dabei natürlich Winterreifenpflicht (ausgelöst durch das Urteil des OLG 16 Trends&Facts 7/10

17 Aktuell Oldenburg und in dessen Folge später angeheizt durch die vom Bundesverkehrsministerium initiierte StVO-Novelle) und Winterreifenknappheit. Was aus der Geschäftsstelle zu diesen Themen verlautbarte, deckt sich selbstverständlich mit dem, was wir unseren Mitgliedern hauptsächlich via diverser, hoch aktueller VIP-Newsletter mitgeteilt haben. Und natürlich gab es dazu auch zeitnahe Presseinfos, mit denen wir die breite Öffentlichkeit aktuell informiert und Empfehlungen für Autofahrer ausgesprochen haben alle nachzulesen im passwortgeschützten Mitgliederbereich unserer Website unter dem Menüpunkt Presseinformationen. Recht: Neben diversen Abmahnungen wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht hatte BRV-Justiziar Dr. Wiemann in diesem Jahr unter anderem mit der juristisch fachlichen Begleitung des Gerichtsverfahrens illegale Parallelimporte zu tun. Aus Sicht des Reifenfachhandels ist dieses in erster Instanz mit dem Urteil des Landgerichtes Koblenz allerdings unbefriedigend ausgegangen. Bedauerlicherweise hat diese Entscheidung Bestand, da der beklagte Großhändler keine Rechtsmittel einlegte und auf die Anrufung der nächst höheren Instanz verzichtete (siehe hierzu den Beitrag auf S. 31). Wie immer gab es auch in 2010 zu zahlreichen unternehmensindividuellen Rechtsanfragen der Mitglieder Statements aus der BRV-Geschäftsstelle. Allgemein für die Branche interessante Fälle haben wir natürlich anonymisiert als Beiträge für Trends & Facts aufbereitet, so zum Beispiel zu den Themen Rücknahme angezahlter Ware, Handwerksordnung Wer ist zur Ausbildung berechtigt?, Aufbewahrungspflichten für Reklamationsunterlagen, Export von Altreifen. Last, but not least informierten wir über neue, für die Branche relevante Gesetze und Rechtsprechung, etwa die verhängten Antidumpingzölle für Aluräder aus China, die Auswirkungen der neuen GVO auf Kfz-Vertrieb und Service und natürlich das Urteil des OLG Oldenburg zum Thema geeignete Bereifung. Betriebswirtschaft, Kommunikation, Steuern: Dank geänderter Abfrage ist es in diesem Jahr gelungen, die Repräsentativität des BRV-Betriebsvergleichs zu erhöhen und infolge dessen der Branche erneut aussagefähige Kennzahlen zur Verfügung zu stellen. Die Erhebnung der Daten für das Gesamtjahr 2010 wird im kommenden Januar erfolgen bitte machen auch Sie mit, der Aufwand für die Teilnehmer ist nicht groß, dafür bekommen sie exklusiv und schnell aussagefähige Vergleichskennzahlen für die erfolgsorientierte Unternehmensführung. Näheres dazu siehe im Beitrag auf S. 72/73. Unbestritten zwei Highlights aus der Arbeit dieses Fachbereichs sind die Erarbeitung und Herausgabe der BRV-Tools Kriterien zur Beurteilung von B2C-Reifenvermarktungsplattformen und Kalkulation von Pkw-/Lkw-Dienstleistungspreisen, die der Arbeitskreis Betriebswirtschaft initiiert und Abb.: wdk Eines der Highlights der Arbeit des AK Betriebswirtschaft in diesem Jahr: Das Excel-basierte Tool zur Kalkulation von Dienstleistungspreisen im Reifenfachhandel. planmäßig zur diesjährigen Mitgliederversammlung Ende Mai in Essen präsentiert hat. Außerdem gut zu wissen: Der Abschluss eines BRV-Rahmenvertrages mit Bürgel lässt BRV-Mitglieder neuerdings in den Genuss günstigerer Konditionen bei der Wirtschaftsauskunftei kommen. Technik: Über die Fülle der Themen und Projekte, mit denen sich der BRV in diesem Fachbereich beschäftigt, berichtet Trends & Facts regelmäßig sowohl im Rahmen der Berichte über Sitzungen des AK Technik als auch mittels detaillierter Artikel über einzelne technische und Servicethemen. Stellvertretend hierfür seien aus dem Großes Projekt für den Fachbereich Technik: Die wdk-zertifizierte UHPund Runflat-Reifenmontage. Nachdem in den vergangenen Jahren die Standards für Weiterbildung und Montagetechnik erarbeitet wurden, startete jetzt im Herbst die bundesweite BRV-PR-Kampagne. laufenden Jahr genannt: Informationen über die EU-Kennzeichnungsverordnung von Reifen (Reifenlabeling), Argumentationsleitfaden zur situativen Winterreifenpflicht (Urteil OLG Oldenburg), permanente Statements zur Montage/Demontage von UHP- und Runflat-Reifen (Zertifizierung, Schulung etc.), Stellungnahme gegenüber Bundesverkehrsministerium und Bundeskanzleramt zur geplanten Änderung der StVO ( Winterreifenpflicht ), Statements zu den Themen Alter und Lagerung von Gummiventilen, Gummischlauch-Ventilverlängerungen, Aluminiumfelgenaufbereitung. Trends&Facts 7/10 17

18 Aktuell Daneben standen die Durchführung einer Fachtagung zum Thema Reifenreparatur und die Fortführung der Arbeiten zur Untersuchung runderneuerter Lkw-Reifen (Rollwiderstand, Nasshaftung und Abrollgeräusch) auf BIPAVER-Ebene auf der To-do-Liste. Publikationen, Projekte, Veranstaltungen: Wurde wieder gern als Treffpunkt zum Austausch mit BRV-Vorstand und Kollegen genutzt: Die bayerische Brotzeit am BRV-Stand auf der diesjährigen, sehr erfolgreichen Reifenmesse in Essen. Auch in 2010 aktualisierte und publizierte die Geschäftsstelle wieder die in der Branche beliebten Unterlagen wie Marktdaten, Marktstrukturanalyse, Preispanel Frühjahr/ Herbst, BRV-Handbuch, Sommer-/Winterreifendispo. Viel Anerkennung durch die Teilnehmer fand die diesjährig im Vorfeld der Reifenmesse in Essen veranstaltete Mitgliederversammlung mit Hauptredner Dr. Kurt Biedenkopf und einem hoch interessanten, betriebswirtschaftlich geprägten Fachprogramm. Auch die REIFEN 2010 mit dem wesentlich durch den BRV mit gestalteten Rahmenprogramm war ein voller Erfolg. Die angebotenen Seminare wie z.b. Nichts ist unmöglich technische Informationen jetzt für alle und Umgang mit aggressiven Kunden fanden gute Resonanz bei den zahlreichen Teilnehmern. BRV-Industriegespräche fanden im September mit den Importreifenherstellern Hankook, Kumho, Toyo und Yokohama statt und liefen wie alle übrigen Veranstaltungen, Sitzungen und Meetings dank professioneller Planung und Organisation wie am Schnürchen. Erwähnt seien an dieser Stelle noch zwei sehr erfolgreiche Seminare mit Verkaufstrainer Erich- Norbert Detroy zum Thema Wie man jetzt die Geschäfte richtig ankurbelt (Sie waren nicht dabei? Macht nichts, im nächsten Jahr werden wieder zwei angeboten siehe hierzu den Beitrag auf S. 21); die Entwicklung des Projekts Touchscreen Visuelle Kommunikation des Reifenfachhandels mit seinen Kunden (siehe aktuellen Bericht auf Seite 70), Abb.: Messe Essen und die hoch interessante GfK-Studie Stärken und Schwächen des Reifenfachhandels, aus deren Erkenntnissen der BRV-Vorstand einen Maßnahmenempfehlungskatalog für den Reifenfachhandel erarbeitet, der im Dezember vorgelegt werden soll. Wie gesagt: Dies waren nur einige Highlights. Den Link zu mehr Details finden Sie in unten der Infobox. Projekte 2011 Auch für kommende Jahr stehen jetzt bereits viele Ziele und Projekte fest, die ebenso wie die Arbeitsbilanz 2010 in vollem Umfang auf der BRV-Website abrufbar sind. Besonderen Stellenwert werden folgende Themen einnehmen: Fortführung der BRV/wdk-Kampagne wdk-zertifizierte UHP- und Runflat-Reifenmontage speziell im Hinblick auf das Frühjahrsgeschäft 2011 Herausgabe von Formularen zur Unternehmensplanung im Reifenfachhandel BRV-Mitgliederversammlung 2011 Vorarbeiten zur Reifenmesse 2012 BRV-Industriegespräche mit den Premiumherstellern Projekt Verbindliche Lieferterminvereinbarung mit den Herstellern Projekt Verzicht auf das Auswuchten bei Leasingfahrzeugen (Maßnahmen zur Umkehr der diesbezüglichen Entwicklung) Manifest Handel und Lieferanten Baseler Akkord III Auswirkungen auf den Reifenfachhandel Gutachten Beschädigungsfreier Transport von Altreifen/Gebrauchtreifen Gespräche mit dem Bundesumweltamt zum Thema Erweiterung der Exportmöglichkeiten von Altreifen (Stichwort: China) Rahmenvertragsvereinbarung mit Europay, Dresden (Logistik/Systeme für den bargeldlosen Zahlungsverkehr im Reifenfachhandel) Fortführung und breite Etablierung des Projektes Touchscreen visuelle Kommunikation im Reifenfachhandel. Weitere Themenanregungen oder Projektvorschläge sind der Geschäftsstelle herzlich willkommen! Kontakt: Telefon ++49(0) , Fax -77 oder an Infobox Die ausführliche BRV-Arbeitsbilanz 2010 nebst Zieltableau 2011 ist unter dem Menüpunkt Unternehmer > Mitglieder Login > Archiv Trends & Facts > Aktuelle Unterlagen zum Abruf aus Trends & Facts im Mitgliederbereich unserer Website brv-bonn.de eingestellt. 18 Trends&Facts 7/10

19 MEHR SERVICE in mehr Ländern für regionale und überregionale LKW-Kunden! 24-Std. an 365 Tagen im Jahr der LKW-Breakdown-Service national und international über die PneuService-Notrufnummer 0180/ % Service in: Û Deutschland Û Finnland Û Luxemburg Û Portugal Û Belgien Û Frankreich Û Niederlande Û Schweden Û Dänemark Û Irland Û Norwegen Û Schweiz Û England Û Italien Û Österreich Û Spanien Optimierter Service in: Û Bosnien Û Kroatien Û Polen Û Slowenien Û Bulgarien Û Lettland Û Rumänien Û Tschechien Û Estland Û Litauen Û Serbien Û Türkei Û Griechenland Û Mazedonien Û Slowakei Û Ungarn Franz-Lohe-Str Bonn Telefon (0228) Telefax (0228) Internet

20 Aktuell Bundesleistungswettbewerb im Reifenhandwerk Das sind die besten Nachwuchsgesellen 2010 Germany zur Verfügung gestellten Reifen des Typs 155/80 R 13 Winter Response. Die Bewertungskommission, besetzt mit den gestandenen Praktikern Stephan Immler (Vulkaniseurmeister, Reifen Immler, Immenstadt) und Dirk Hübener (Vulkaniseurmeister und Dipl.-Ing., Reifen Hübener, Wolfenbüttel), zeigte sich beeindruckt von dem großen handwerklichen Geschick, mit dem die Teilnehmer sich konzentriert der Aufgabe widmeten. Durch die zweiteilige Prüfung war bis zum Schluss alles offen, denn ein durchschnittliches Ergebnis in der einen Aufgabe konnte durch gute oder sehr gute Leistungen in der anderen verbessert werden. Gruppenbild vom Bundesleistungswettbewerb 2010: Von rechts nach links, hintere Reihe, sind Dirk Hübener (Bewertungskommission), Jens Ludwig (Dunlop), Ivan Babic (Zweitplatzierter), Patrick Bock (Bundessieger), Michael Immler (Vorsitzender der Bewertungskommission) und Myles Hübener (Sohn von Dirk Hübener) zu sehen. In der vorderen Reihe von links nach rechts: Die übrigen Wettbewerber Florian Röhrs, Michael Thiermann (3. Bundessieger), Dimitrios Nikteridis und Thilo Krone. Am 19. Oktober fand der diesjährige Bundesleistungswettbewerb für das Vulkaniseur- und Reifenmechaniker- Handwerk statt. Sechs der zuvor acht ermittelten Landessieger 2010 stellten sich in den Schulungsräumen der Münchener Stahlgruber-Stiftung der Entscheidung um den deutschlandweit besten Junghandwerker des Gewerks. Der Einladung des BRV waren die Jung-Gesellen aus Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen, NRW und Schleswig-Holstein gefolgt, zwei davon spezialisiert in der Fachrichtung Vulkanisationstechnik, der Rest in Reifen- und Fahrwerkstechnik. Unter den kritischen Augen der zweiköpfigen Jury mussten sie innerhalb von acht Stunden einen zweiteiligen Arbeitsauftrag bewältigen. Im ersten Teil, einer nachgestellte Werkstattsituation mit Schwerpunkt Service, galt es einen Pkw-Reifen mit Laufflächenschaden unter Beachtung der geltenden Richtlinien in Stand zu setzen. Nach der Beurteilung, Bearbeitung, Vermessung, Reparatur und Fertigstellung des Reifens musste dieser montiert und ausgewuchtet werden (inkl. Rundlaufprüfung). Teil 2 verlangte das Freilegen des Reifenaufbaus durch abgestuftes Aufschneiden der Lauffläche, ohne dabei die Seitenwand freizulegen und die restlichen Reifenteile zu verletzen. Nach kurzer Einweisung begannen die Konkurrenten mit ihrer Arbeit an den von der Stahlgruber-Stiftung perfekt hergerichteten Arbeitsplätzen und den von Goodyear Dunlop Nach einem langen Arbeitstag stand am frühen Abend fest: Patrick Bock konnte den Bundessieg mit insgesamt 91 von 100 erreichbaren Punkten nach Hause tragen. Er ist diesjähriger Landessieger Schleswig-Holstein in der Fachrichtung Reifen-/ Fahrwerkstechnik und beschäftigt bei der Möller Reifen- und Autoservice GmbH in Quickborn. Ivan Babic, Landessieger NRW in der Fachrichtung Vulkanisationstechnik von der Good Tread GmbH in Mülheim, wurde mit einigem Abstand, dabei aber sehr respektablen 85 Punkten Zweiter. Als Drittplatzierter ging Michael Thiermann, Keine Angst vorm schwarzen Mann: Er ist der bundesweit beste Geselle im Reifenhandwerk 2010, Patrick Bock von Möller Auto- und Reifen-Service aus Quickborn. Abb.: Stahlgruber-Stiftung/Laatsch 20 Trends&Facts 7/10

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