Geschäftsbericht 2010 der Solarpraxis AG.

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1 Geschäftsbericht 2010 der Solarpraxis AG

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3 Inhalt Geschäftsbericht 2010 An unsere Aktionäre Bericht des Vorstandes Bericht des Aufsichtsrates Über die Solarpraxis-Aktie Bericht zur Geschäftsentwicklung Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen Geschäftsentwicklung der Solarpraxis AG Bisheriger Verlauf und Prognose Ziele und Vision Chancen und Risiken Mitarbeiter Entwicklung der Geschäftsbereiche Entwicklung des Geschäftsbereiches Engineering Entwicklung des Geschäftsbereiches Conferences Entwicklung des Geschäftsbereiches Publishing Beteiligungen Sunbeam GmbH Verlagsgemeinschaft Solarpraxis AG / Gentner Verlag Renewables Academy (RENAC) AG Jahresabschluss Bilanz der Solarpraxis AG zum Gewinn- und Verlustrechnung der Solarpraxis AG ( bis ) Anhang zum Jahresabschluss per Rückstellungsspiegel zum Entwicklung des Anlagevermögens im Geschäftsjahr Beteiligungsspiegel zum Kontakt

4 4 An unsere Aktionäre

5 An unsere Aktionäre Bericht des Vorstandes Karl-Heinz Remmers, Oliver Ludwigs Sehr geehrte Aktionäre, Freunde und Interessierte der Solarpraxis AG, vielfältige Innovationen, Effizienzsteigerungen, massive Investitionen in Fertigungen und Verfahren und eine rasche Marktentwicklung haben auf dem Weltmarkt für Solartechnik im Jahr 2010 neue Maßstäbe gesetzt. Gleichzeitig stieß der Photovoltaikmarkt auf viele Probleme: Lieferengpässe bei Wechselrichtern und Solarmodulen, Qualitätsprobleme sowie Anpassungsschwierigkeiten in der ganzen Wertschöpfungskette. Hinzu kam, dass in vielen Ländern zum Ende des Jahres 2010 die Förderprogramme massiv zurückgefahren wurden. Als weithin sichtbares Zeichen einer völlig unsinnigen Energiepolitik gibt es beispielsweise in Tschechien seit dem 1. Januar 2011 sogar erstmals weltweit eine Solarsteuer. Die Solarpraxis AG hat dieses turbulente Jahr sehr gut für den eigenen Ausbau des Geschäftes nutzen können. Die gute Entwicklung des ersten Halbjahrs hielt in der zweiten Jahreshälfte an und so konnte die Solarpraxis AG 2010 ihr bisher erfolgreichstes Geschäftsjahr abschließen. Die Restrukturierung des Unternehmens, die Mitte 2008 begonnen hat, wurde erfolgreich abgeschlossen. Alle unrentablen Projekte wurden verkauft oder eingestellt, das Zusammenspiel zwischen den Abteilungen konnte besser als zuvor genutzt werden, viele neue Produkte mit großen Synergien konnten positioniert werden. Ebenso zahlte sich die frühzeitige langfristige Planung der bestehenden Aktivitäten aus. Das sehr gute Marktumfeld spielte ebenfalls eine große Rolle. Alle drei Geschäftsbereiche trugen 2010 zum Erfolg bei. Der größte Geschäftsbereich Verlag hat seinen Umsatz mit 30 Prozent in großem Maße gesteigert. Das Anzeigenaufkommen bei beiden Zeitschriften, dem deutschsprachigen Magazin photovoltaik und dem englischsprachigen pv magazine ist stark gewachsen. Das pv magazine hat sich im Laufe des Jahres zu einem profitablen Objekt entwickelt. Alle vier geplanten Broschüren wurden erfolgreich umgesetzt. Der Geschäftsbereich Engineering hat seine Marktposition sehr stark ausgebaut. Er ist nun der zweitgrößte Bereich im Unternehmen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 86 Prozent, insbesondere bei hochwertigen Dienstleistungen für Projektentwickler und Investoren im Bereich Solare Großanlagen. Der Geschäftsbereich Konferenzen hat 2010 wie geplant neben weiteren Konferenzen das 11. Forum Solarpraxis, die 2nd PV Power Plants Conference USA sowie die Conferenza dell Industria Solare Italia 2010 sehr erfolgreich veranstaltet. So war das Forum Solarpraxis mit über 800 Teilnehmern wieder vollkommen ausgebucht. Insgesamt organisierte die Solarpraxis AG 2010 zwölf Konferenzen. Der Umsatz stieg im Vergleich zu 2009 um 10 Prozent, 47 Prozent davon wurden im Ausland erzielt. Der Umsatz über alle Geschäftsbereiche erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 5,9 Mio. EUR an. Die Solarpraxis AG erwirtschaftete damit einen Jahresüberschuss von knapp 1,2 Mio. EUR. Durch das gute Ergebnis konnte der bestehende Bilanzverlust um 33 Prozent auf 2,4 Mio. EUR verringert werden. Gleichzeitig hat sich die Eigenkapitalquote von 15 Prozent auf 46 Prozent erhöht. Das Unternehmen besitzt mittlerweile eine mehr als ausreichende Liquidität gelang es der Solarpraxis AG, weiter Rücklagen anzulegen. Das Jahr 2011 hat trotz erneuter Kürzung der Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen für die Solarpraxis AG sehr gut begonnen. Die Betriebsleistung konnte im ersten Halbjahr 2011 gegenüber 2010 leicht gesteigert werden. Ob sich diese positive Entwicklung im zweiten Halbjahr fortsetzt, hängt allerdings auch davon ab, wie sich der Markt weiterhin entwickelt. Momentan herrscht erneut eine große Unsicherheit. Zum einen steht noch nicht fest, um welchen Prozentsatz am 1. Juli in Deutschland die Einspeisevergütung erneut sinken wird, und zum anderen ist es unklar, wie sich die Einschnitte bei den Förderprogrammen in anderen europäischen Ländern auswirken. Um den Unsicherheiten auf einzelnen nationalen Märkten entgegenzutreten, wird die Solarpraxis AG ihre Internationalisierung weiter vorantreiben. 5

6 Dazu haben wir eine ganze Reihe von Investitionen in neue Märkte, neue Produkte und Dienstleistungen vorgesehen sowie die internen Strukturen dem Wachstum angepasst. Als Beispiele seien die chinesische Ausgabe des pv magazine und die Erweiterung der Geschäftsräume genannt. Aufgrund der Investitionen und einer anderen Verteilung der Umsätze in den Geschäftsbereichen gehen wir für 2011 zurzeit von einem deutlich geringeren Überschuss als 2010 aus. Für das Jahr 2011 strebt die Solarpraxis AG dennoch erneut einen klaren Jahresüberschuss von mind. 500 TEUR an, trotz einer Abschwächung des deutschen und europäischen Marktes sind wir optimistisch, den Umsatz des Boomjahres 2010 beizubehalten konnte auch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Sunbeam GmbH deutlich gesteigert werden. Schwerpunkte waren die Erhöhung der Kundenorientierung und ein stärkeres Controlling. Durch das gleichzeitige Einstellen unrentabler Projekte ging der Umsatz der Gesellschaft in 2010 zwar zurück, aber Gewinn und Umsatzrendite konnten gesteigert werden. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr ,13 Mio. EUR, das Jahresergebnis lag bei +70 TEUR. Eine weitere Steigerung für das Jahr 2011 wird als realistisch betrachtet. Wir hoffen sehr, dass Sie das vergangene Jahr als Bestätigung unseres Geschäftsmodells sehen und die Solarpraxis AG weiter auf Ihre Unterstützung bauen kann. Ganz besondere Anerkennung möchten wir in diesem Zusammenhang auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aussprechen. Sie haben im Umfeld eines steten Wandels mit ihrem Engagement, ihren Ideen und ihrem Einsatz die Solarpraxis AG in ihrer Entwicklung begleitet, mitgetragen und vorangebracht. Karl-Heinz Remmers Vorstand (Vorsitz) Oliver Ludwigs Vorstand 6

7 An unsere Aktionäre Bericht des Aufsichtsrates Kay Neubert Die Mitglieder des Aufsichtsrats ließen sich auch im abgelaufenen Geschäftsjahr innerhalb der regulären Aufsichtsratssitzungen und während einer Vielzahl von Telefonaten und informellen Treffen sowie per durch den Vorstand berichten. Bei diesen Gelegenheiten wurde ein intensiver Meinungsaustausch zwischen Aufsichtsrat und Vorstand betrieben. Auf diese Weise wurde der Aufsichtsrat über die wichtigsten Geschäftsvorfälle informiert, und seine Mitglieder hatten die Gelegenheit, den Vorstand zu beraten und bereits im Vorfeld ihre Meinung auch zu nicht zustimmungspflichtigen Entscheidungen zu vermitteln. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde schnell deutlich, dass die in den vorangegangenen Jahren angestrengten Konsolidierungsmaßnahmen als erfolgreich abgeschlossen betrachtet werden konnten. Der Aufsichtsrat konzentrierte sich deshalb im Rahmen seiner Beratung im Wesentlichen auf strategische Aspekte wie auf den Ausbau und die Erweiterung der Geschäftsfelder. Im Zuge der Verlängerung des Anstellungsvertrags des Vorstands Karl-Heinz Remmers wurden mit ihm sowie mit Herrn Oliver Ludwigs, als neuem Mitglied des Vorstands, erfolgreich neue Anstellungsverträge verhandelt. Beide wurden schließlich im Rahmen einer Aufsichtsratssitzung im Juni für den Zeitraum vom 1. Juli 2010 bis zum 30. Juni 2015 als Vorstände der Solarpraxis AG bestellt. Auf Bestreben des Aufsichtsrats wurde auch gleichzeitig eine neu erarbeitete Geschäftsordnung für den Vorstand in Kraft gesetzt. Wie in den Vorjahren hat der Aufsichtsrat zur Unterstützung seines Kontrollauftrags mit der W+ST Consult GmbH ein Unternehmen mit der Prüfung des Jahresabschlusses 2010 beauftragt. Während seiner telefonischen Sitzung am 15. April 2011 ließ sich der Aufsichtsrat vom zuständigen Wirtschaftsprüfer ausführlich die Aspekte der Prüfung erläutern und darüber hinausgehende Fragen zum Bericht und zur Prüfung beantworten. Im Ergebnis ihrer Prüfung erteilten die Wirtschaftsprüfer ein uneingeschränktes Testat. Auch nach eigener Prüfung hat der Aufsichtsrat keinerlei Einwände gegen den aufgestellten Jahresabschluss der Solarpraxis AG zum 31. Dezember 2010 und stellte den Abschluss im Rahmen seiner Sitzung am 15. April 2011 fest. Wie im letzten Jahr stimmt der Aufsichtsrat dem Verzicht zur Aufstellung eines freiwilligen Lageberichts und dessen anschließender Prüfung im Sinne der Reduzierung von Prüfungskosten und des Arbeitsaufwands für den Vorstand zu. Die Wirtschaftsprüfung wurde nach 19 der Satzung lediglich zur Unterstützung der eigenen Tätigkeit des Aufsichtsrates beauftragt, weshalb das Ergebnis der Prüfung nur direkt an den Aufsichtsrat berichtet wurde und eine Veröffentlichung des Testats nicht vorgesehen ist. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 gab es keine personellen Veränderungen innerhalb des Aufsichtsrats, dessen Mitglieder Siegfried Schröpf, Kristian Senn und Kay Neubert vollzählig an allen Sitzungen teilnahmen. Das abgelaufene Geschäftsjahr 2010 hat eindrucksvoll gezeigt, dass der vorsichtige Optimismus des vorangegangenen Geschäftsjahres berechtigt war und die Solarpraxis AG nunmehr nachhaltig wirtschaftlich gesundet ist. Auch wenn ein Teil des außergewöhnlich guten Ergebnisses auf einmaligen Sondereffekten beruht, illustriert es deutlich das Ertragspotenzial des Unternehmens. Es beweist auch, dass es dem Vorstand gelungen ist, ein neues Kapitel in der Firmengeschichte zu eröffnen, denn zum ersten Mal erscheint die Rückführung des Bilanzverlustes und eine Dividendenausschüttung innerhalb der nächsten Jahre nicht mehr unrealistisch. Der Aufsichtsrat beglückwünscht angesichts dieser außerordentlichen Leistung im Geschäftsjahr 2010 den Vorstand und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und möchte sich auch im Namen der Aktionäre für ihr beeindruckendes Engagement bedanken. Wir wünschen ihnen auch im neuen Geschäftsjahr viel Erfolg und Kraft bei der Bewältigung ihres ambitionierten Vorhabens und hoffen auf eine positive Fortsetzung. Kay Neubert Vorsitzender des Aufsichtsrats 7

8 Über die Solarpraxis-Aktie Zur Entwicklung der Aktie im Jahr 2010 War das Jahr 2009 noch von den negativen Auswirkungen der Finanzkrise geprägt, hellte sich 2010 die Stimmung an den Aktienmärkten auf. Die deutsche Solarbranche musste sich dennoch komplexen Herausforderungen stellen. Trotz verbesserten Börsenumfelds litt sie unter der im Juli 2010 beschlossenen EEG-Novelle, die eine deutlich schnellere Absenkung der Solarstromförderung festlegte, als ohnehin schon vorgesehen war. Zudem sorgte die beschlossene Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke für negative Impulse im deutschen Markt und hat den Handel mit Solarwerten nachhaltig beeinträchtigt. Diese Rahmenbedingungen schlugen sich auch in den Aktienwerten der Solarpraxis AG nieder. Zum Jahresbeginn wurde die Aktie mit einem Kurs von 0,69 EUR gehandelt (3. Januar 2010). Sie verzeichnete zum 3. Juni 2010 ein Jahrestief in Höhe von 0,47 EUR und wurde am 17. August 2010 mit einem Kurshoch von 0,99 EUR am Markt präsentiert. Zum Jahreswechsel wurde die Aktie mit einem Wert von 0,81 EUR gezeichnet. Folgen und Aussichten Das gute Jahresergebnis für 2010 hat sich positiv auf den Aktienkurs ausgewirkt. In der ersten Hälfte 2011 hat sich die Aktie auf einem Niveau von rund 2,50 EUR stabilisiert. Somit haben die interne als auch die externe Neuaufstellung der Solarpraxis AG erwartungsgemäß gefruchtet. Da aus den vergangenen Geschäftsperioden weiterhin ein Verlustvortrag besteht, wird im laufenden Jahr keine Dividende ausgeschüttet. Aktionärsstruktur Mit Stichtag 31. Dezember 2010 betrug die Anzahl der Solarpraxis-Aktien Stück. Das Grundkapital der Solarpraxis belief sich zum 31. Dezember 2010 auf EUR. Die Quote der frei handelbaren Aktien (Free Float) betrug zum Geschäftsjahresende rund 64 Prozent. Investor-Relations-Aktivitäten Durch die Neuauflage der Website konnte der Dialog zum Kapitalmarkt und zu den Aktionären eindeutig verbessert werden. Das Hauptaugenmerk der Solarpraxis AG liegt hierbei auf Glaubwürdigkeit und gelebter Serviceorientierung. Durch die stetige Aktualisierung des IR-Bereichs werden auf der Website zeitnah alle relevanten Informationen zur Aktie bereitgestellt. Zudem stellt die Solarpraxis AG Aktionären und anderen Interessenten wichtige Unternehmensnachrichten regelmäßig per und Newsletter zur Verfügung. In besonderen Fällen wird die Öffentlichkeit auch über Pressemitteilungen informiert. Stammdaten Aktiengattung Nennwertlose Namensaktien (Stückaktien) Marktsegment Open Market Branche Erneuerbare Energien Handelsbörsen Stuttgart, Frankfurt, Berlin/Bremen, München Notierungsaufnahme/ Ausgabepreis 7. August 2006/7,30 EUR WKN ISIN DE Börsenkürzel SPA Kennzahlen zur Aktie Anzahl der Aktien zum Stück Grundkapital zum EUR Jahresschlusskurs 0,81 EUR Kurshoch am ,99 EUR Kurstief am ,47 EUR Marktkapitalisierung* ,50 EUR Ergebnis je Aktie* 0,86 EUR Kurs-Gewinn-Verhältnis* 0,94 * bezogen auf Stückaktien zum Weitere Daten zur Solarpraxis-Aktie sowie Nachrichten zum Unternehmen erhalten Sie im Bereich Investor Relations auf 8

9 Geschäftsentwicklung 9

10 10 Bericht zur Geschäftsentwicklung

11 Geschäftsentwicklung Die Solarpraxis AG begleitet seit ihrer Unternehmensgründung die politische Energie-Agenda mit Impulsen und trägt im wirtschaftlichen Bereich mit ihren Produkten zum Wandel der Energieversorgung bei konnte das Unternehmen nach erfolgreicher Restrukturierung seine hochwertigen Dienstleistungen dem boomenden Markt optimiert anbieten. Unrentable Projekte wurden verkauft oder eingestellt und die Synergien zwischen den Abteilungen besser als zuvor ausgenutzt. Alle drei Geschäftsbereiche Engineering, Conferences, Publishing entwickelten sich außerordentlich stark, und es konnten neue Produkte mit großen Synergien positioniert werden. Eine frühzeitige und langfristige Planung der Aktivitäten zahlte sich deutlich aus. Die Solarpraxis AG machte mit einem Umsatzwachstum von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr einen deutlichen Wachstumssprung. Rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen Der Kernmarkt der Solarpraxis AG, also der Bereich der Solartechnik, entwickelte sich trotz weiterer drastischer Senkung der deutschen Einspeisevergütung über das Jahr 2010 außerordentlich gut. Die Novelle des EEG hatte im vergangenen Jahr weiterhin großen Einfluss auf das Marktgeschehen. Sowohl Mitte als auch Ende des Jahres gab es dadurch sehr starke Sonderkonjunkturen in der PV-Branche. Auch die Solarpraxis AG konnte diese Effekte spüren, besonders deutlich im Unternehmensbereich Engineering. Nach Angaben der europäischen Industrievereinigung EPIA (European Photovoltaic Industry Association) erlebte die PV-Industrie 2010 weltweit ein signifikantes Wachstum.* Insgesamt gingen weltweit 16,6 Gigawatt Photovoltaikleistung 2010 neu ans Netz, davon allein Megawatt in Deutschland und Megawatt in Italien. Dies ist mehr als eine Verdoppelung gegenüber 2009, als der Zubau bei 7,2 Gigawatt lag. Neben Italien und Deutschland gab es auch in Tschechien mit einer neu installierten Leistung von knapp 1,5 Gigawatt ein enormes Wachstum. Auch Frankreich mit mehr als 700 Megawatt, Belgien mit 420 Megawatt und Spanien mit 370 Megawatt Zubau verzeichneten 2010 Steigerungsraten. Insgesamt belief sich die neu installierte Kapazität in den Ländern der Europäischen Union auf rund 13 Gigawatt, so die Angaben von EPIA. Außerhalb Europas wuchs die Leistung vor allem in Japan und Nordamerika an. Sie durchbrachen fast die Gigawatt- Grenze. In Japan wurden nach EPIA-Angaben Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtkapazität von 990 Megawatt im vergangenen Jahr neu installiert. In Nordamerika, mit Fokus auf den USA und der kanadischen Provinz Ontario, waren es demnach 983 Megawatt. *Zubauwerte hier und im Folgenden: EPIA, Global Market Outlook for Photovoltaics Until 2015, April 2011 EPIA gibt zudem einen Ausblick auf die zu erwartende Entwicklung auf den weltweiten Photovoltaikmärkten bis Dabei geht der Verband von zwei Szenarien aus: einem moderaten Trend und einem policy-driven - Szenario, das mit einer Verstetigung oder Verstärkung der politischen Unterstützung des Photovoltaikausbaus rechnet. Gerade mit Blick auf die Länder der EU erwartet EPIA bis 2012 eine Konsolidierung, ehe der Zubau wieder an Fahrt gewinnen wird. Für die EU geht sie in diesem Jahr 11

12 von einer neu installierten Photovoltaikleistung zwischen und Megawatt aus. Im kommenden Jahr könnten es dann je nach Szenario zwischen und Megawatt sein. Während EPIA 2011 von einem Rückgang bei der neu installierten Leistung in Deutschland auf drei bis fünf Gigawatt ausgeht und in Tschechien von einem regelrechten Einbruch auf 100 bis 200 Megawatt, sollte der italienische Markt trotz derzeitiger Diskussionen weiter wachsen. EPIA prognostiziert für 2011 einen Zubau zwischen drei und fünf Gigawatt in Italien. Ein kleiner Ausgleich wird voraussichtlich in den Ländern außerhalb der EU geschaffen, heißt es im EPIA-Ausblick. So werde in Japan und den USA das Photovoltaikwachstum weitergehen. Für die USA rechnet der Verband in diesem Jahr mit einem Zubau von bis Megawatt. Auch in Japan und Kanada werde es voraussichtlich ein leichtes Wachstum geben. Auch für den chinesischen Photovoltaikmarkt ist EPIA optimistisch: Es sei davon auszugehen, dass sich der Zubau von 520 Megawatt 2010 auf 750 bis Megawatt in diesem Jahr erhöhen werde. Insgesamt rechnet der Verband mit einem weltweiten Photovoltaikzubau in diesem Jahr zwischen moderaten 13,3 und optimistischen 21,1 Gigawatt. Dabei wird auch maßgeblich sein, wie die Politik die Solarförderung in den wichtigsten Märkten ausgestaltet, um Investitionen in Photovoltaik attraktiv zu halten oder zu machen. Im Bereich der Solarthermie brach der Markt im Mai 2010 schlagartig ein. Der Haushaltsausschuss hatte eine Sperre für das Marktanreizprogramm (MAP) verhängt. Im Jahr 2010 sind in Deutschland über Solarthermie-Anlagen neu installiert worden. Der Markt für Solarwärme- Anlagen entwickelte sich 2010 im Vergleich zu 2009 damit rückläufig (-26 Prozent) wurden damit rund 1,15 Mio. Quadratmeter Solarkollektorfläche mit einer Leistung von rund 800 Megawatt auf deutschen Dächern neu installiert. Das Marktanreizprogramm für solarthermische Anlagen wurde mittlerweile in Deutschland zwar wieder aufgenommen, die Marktteilnehmer aber bleiben verunsichert. Die andauernde Wankelmütigkeit der Politik seit Beginn dieser Förderung hat tiefe Spuren hinterlassen. Erst im Jahr 2012 wird der Solarthermie-Markt nach Erwartungen des Bundesverbands Solarwirtschaft wieder an die Umsätze des Rekordjahres 2008 herankommen. Geschäftsentwicklung der Solarpraxis AG 2010 profitierte die Solarpraxis AG von den in den vergangenen Jahren vorgenommenen Restrukturierungen. Hochmotivierte Mitarbeiter, ein gutes Managementteam und ein positives Marktumfeld ermöglichten der Solarpraxis AG ein weiteres Wachstum und das Erschließen neuer Geschäftsfelder. Dabei wurde der Fokus klar auf die ertragsreichen Geschäftsfelder gelegt. Ein effektives Projektcontrolling ermöglichte es zudem, unrentable Projekte sofort zu erkennen und auf dieser Basis weitere Entscheidungen zu treffen. Die frühzeitige und langfristige Planung der Aktivitäten zahlte sich ebenfalls deutlich aus. Das gute Zusammenspiel der unterschiedlichen Unternehmensbereiche stellte sich hierbei als ein Erfolgsgarant heraus. Der Bereich Engineering hat sich mit Beginn des dritten Quartals 2010 sehr positiv entwickelt. Insbesondere im Bereich der solaren Großanlagen konnte durch viele verschiedene Beratungs- und Messleistungen ein großer Umsatzanteil generiert werden. Die Abteilung erstellte 2010 weiterhin eine große Anzahl an Gutachten, fertigte viele Technische Dokumentationen an, führte Schulungen durch und beriet die Unternehmen mit Experten-Hotlines und Kundenservice. Ein breites Produktportfolio und die Abdeckung sämtlicher Arbeitsschritte machten die Solarpraxis AG in diesem Bereich zu einem etablierten Player und bevorzugten Ansprechpartner für Industrie und Endkunden. Die Auslastung der Abteilung hat sich auch in diesem Jahr verstetigt und ausgeweitet. Die personelle Restrukturierung der Abteilung hat sich hierbei als positiver Faktor erwiesen. Auch der Konferenz-Bereich konnte 2010 seine Stellung im Markt behaupten. Die Gründe hierfür lagen in der Entwicklung mehrerer neuer Konferenzformate und in der Internationalisierung etablierter Veranstaltungen. In Europa wurden Frankreich und England als weitere Konferenzorte erschlossen, in Paris mit der PV Power Plants EU, in London mit dem Photovoltaics Quality Briefing Zudem wurde erstmalig in Indien eine Konferenz veranstaltet und das Engagement in den USA vertieft. Weiterhin gilt Internationalisierung als klares Hauptziel. Zudem soll durch die Entwicklung von Spezialthemen zusätzliches Publikum generiert werden. 12

13 Geschäftsentwicklung Im Verlags-Bereich hat sich auch 2010 die Zeitschrift photovoltaik sowohl im Anzeigen- als auch im Abobereich weit über die Erwartungen hinaus entwickelt. Die englischsprachige Zeitschrift pv magazine hat sich mittlerweile als sicherer Ertragsgarant herausgestellt, der regelmäßig die Erwartungen übertrifft. Die Entscheidung, die Erstellung der Industrieführer, des zweiten Standbeins der Verlagsabteilung, komplett in der Solarpraxis AG abzuwickeln, hat sich als richtig erwiesen. Das neu aufgebaute Team um die unter der Marke RENI Renewables Insight veröffentlichten Branchenguides hat sich hervorragend etabliert. Die vier Publikationen, die 2010 erschienen sind, erwirtschafteten alle einen positiven Deckungsbeitrag und ermöglichten der Solarpraxis AG auch hier die Errichtung einer soliden Stammkundschaft. Für 2011 sind erneut vier Titel geplant. Die Finanz- und Liquiditätslage der Gesellschaft hatte sich im Geschäftsjahr 2010 im Vergleich zum Vorjahr stark verbessert. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 817 TEUR (Geschäftsjahr 2009: -154 TEUR). Zum Jahresende verblieb ein erheblich verbesserter Finanzmittelbestand in Höhe von TEUR (Vorjahr 536 TEUR). Der Umsatz für das ganze Jahr stieg im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent auf 5,9 Mio. Euro an. Die Solarpraxis AG erwirtschaftete damit einen Jahresüberschuss von knapp 1,2 Mio. EUR. Durch das gute Ergebnis konnte der bestehende Bilanzverlust um 33 Prozent auf 2,4 Mio. EUR verringert werden. Gleichzeitig hat sich die Eigenkapitalquote von 15 Prozent auf 46 Prozent erhöht. Bisheriger Verlauf und Prognose 2011 Die Solarpraxis AG konnte ihren Umsatz im ersten Halbjahr 2011 gegenüber 2010 leicht steigern. Durch die erfolgreiche Positionierung weiterer neuer Konferenzformate, ein über den Erwartungen liegender Verkauf von Anzeigen im Verlagsbereich und eine gute Auslastung der Engineering-Abteilung kann die Solarpraxis AG eine positive Bilanz des ersten Halbjahres ziehen. Die Liquidität des Unternehmens hat sich weiter verbessert wurden eine ganze Reihe von Investitionen in neue Märkte, neue Produkte und Dienstleistungen umgesetzt sowie die internen Strukturen dem Wachstum angepasst. Als Beispiele seien die chinesische Ausgabe des pv magazine und die Erweiterung der Geschäftsräume genannt. Aufgrund der Investitionen und einer anderen Verteilung der Umsätze in den Geschäftsbereichen geht die Solarpraxis AG zurzeit von einem deutlich geringeren Überschuss als 2010 aus. Ein weiterer Faktor könnte eine Abkühlung des Marktgeschehens im zweiten Halbjahr in Deutschland sein. Dennoch strebt die Solarpraxis AG für das Jahr 2011 erneut einen klaren Jahresüberschuss in Höhe von mindestens 500 TEUR an. Die Eigenkapitalquote soll weiter ausgebaut werden. Ein weiter zunehmender Finanzmittelbestand soll für neue Investitionen und für weitere Rücklagen in dem volatilen Markt genutzt werden. Zudem erwartet die Solarpraxis AG stabile bzw. wachsende Umsätze in den Beteiligungen Sunbeam GmbH und Verlagsgemeinschaft Alfons W. Gentner Verlag/Solarpraxis AG: Sowohl in der Solarpraxis AG selbst als auch in den Beteiligungen wird von klaren positiven Jahresergebnissen ausgegangen. Aufgrund der turbulenten wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen zwei Jahre, welche die Halbwertzeit von Prognosen deutlich verringert haben, steht dies natürlich unter dem Vorbehalt, dass sich die Rahmenbedingungen der Geschäftsfelder der Solarpraxis AG im zweiten Halbjahr 2011 nicht drastisch verändern. 13

14 Ziele und Vision Chancen und Risiken 2011 ist es ein vorrangiges Ziel der Solarpraxis AG, ihre Internationalisierung weiter voranzutreiben, um Unwägbarkeiten des nationalen Marktes kompensieren zu können. Nach wie vor wird das Kerngeschäft weiter gefestigt und ausgebaut. Zudem sollen die nicht projektzugehörigen Kosten gesenkt oder falls eine Senkung nicht zweckmäßig ist optimiert werden. Eine weitere große Aufgabe für das Jahr 2011 ist der effiziente Ausbau der internen Strukturen. Die Vision der Solarpraxis AG ist der schnellstmögliche Umbau der heutigen Energieversorgung auf eine Versorgung mit 100 Prozent erneuerbaren Energien. Die Solarpraxis AG und ihre Beteiligungen begleiten dabei ihre Kunden mit hochwertigen Dienstleistungen wie der Planung und der Kontrolle von Solaranlagen und Produkten an der Nahtstelle zwischen Technologie und Kommunikation. Durch die einzigartige Zusammenarbeit von Ingenieuren und Kommunikationsfachleuten ermöglicht sie ihren Kunden, komplexe Sachverhalte zielgruppengerecht zu vermitteln. Die Chancen der weltweiten Entwicklungen der Solartechnik bleiben auf lange Sicht enorm. Allerdings wechseln sich Zyklen von extremer Wachstumsgeschwindigkeit mit denen gravierender Markteinbrüche ab. Es gilt für die Solarpraxis, in den kommenden Jahren national wie international Wachstum in einem wechselanfälligen Marktumfeld zu gestalten. Dann sind auch die Chancen der Solarpraxis dauerhaft enorm. Extreme Wachstumsund Abkühlungsphasen bergen allerdings auch immense Risiken, wenn Investitionen nicht auf die Marktzyklen abgestimmt sind und sich in solchen Fällen möglicherweise negativ auswirken können. Auch bestehen noch immer erhebliche politische Risiken für den Fortbestand nationaler Markteinführungsprogramme. Nicht zuletzt muss die Solarpraxis AG aufgrund der Verluste der vergangenen vier Jahre mehr Eigenkapital aufbauen und für eine solide finanzielle Rücklage sorgen, um die auch in Zukunft möglichen Schwankungen ohne den Verlust der strategischen Handlungsfähigkeit zu meistern. Die Solarpraxis AG hat sich auch 2010 deutlich auf ihre Kernmärkte rund um die Solartechnik konzentriert. Deren nationale sowie internationale Entwicklung zu begleiten und mit eigenen Impulsen zu beschleunigen, bleibt das Hauptengagement in den kommenden Jahren. Zusätzlich ist die Solarpraxis AG in den damit verbundenen Bereichen der Energieversorgung und Haustechnik tätig, um auch hier Entwicklungen zu stimulieren und wirtschaftlich profitieren zu können. 14

15 Geschäftsentwicklung Mitarbeiter Abteilungsleitungen von links: Dr. Roland Ernst (Broschüren), Andrea Jeremias (Anzeigen), Dr. Michael Fuhs (Zeitschriften), Jörg Schöner (Buchhaltung), Nora Rieger (Sales Group), Christian Bartolomäus (EDV), Alexander Woitas (Engineering), Miriam Hegner (Conferences) Der Erfolg der Solarpraxis AG ist in erster Linie das Verdienst der Mitarbeiter, die sich mit Leidenschaft und Kompetenz für das Unternehmensinteresse einsetzen beschäftigte das Unternehmen durchschnittlich 43 (Vorjahr 38) Ingenieure, Fachredakteure, Veranstaltungsmanager, Organisationsprofis und Kaufleute in den Feldern Engineering, Publishing und Conferences. Im ersten Quartal 2011 stieg die Anzahl der Mitarbeiter auf über 50 an. Die Solarpraxis AG besteht aus einem multinationalen Team mit paritätischer Geschlechterverteilung und ausgewogener Altersstruktur. 15

16 16 Entwicklung der Geschäftsbereiche

17 Geschäftsbereich Engineering Entwicklung des Geschäfts bereiches Engineering Bereich Gutachten Die Engineering-Abteilung bietet Herstellern, Großhändlern, Planern, Investoren und Fachhandwerkern Unterstützung in den Märkten Photovoltaik, Solarthermie, Blockheizkraftwerk, Wärmepumpe, Pellets und Energie effizienz. Dafür bieten die Ingenieure der Solarpraxis AG ein umfangreiches Service-Angebot in den Produktbereichen Gutachten, Solare Großanlagen, Technische Dokumentation, Schulungen, Experten-Hotline und Kundenservice an. Die Solarpraxis verfügt über ein umfangreiches Angebot optisch ansprechender und inhaltlich leicht verständlicher Ertrags- und Bewertungsgutachten, das auch 2010 weiter verbessert wurde. Zielgruppe sind vor allem Investoren und Projektentwickler, die die Gutachten für die Beantragung und Auszahlung von Photovoltaikkrediten benötigen. Darüber hinaus erstellt die Solarpraxis Thermostrahlungs- und Lärmgutachten sowie Gutachten zur elektro-magnetischen Verträglichkeit. Die Anzahl der Ertragsprognosen und -gutachten lag 2010 ungefähr auf dem Niveau von Die Anzahl der Blendgutachten konnte gegenüber 2009 deutlich gesteigert werden. Ebenfalls erhöht werden konnte die Anzahl der Anlagenbegutachtungen vor Ort. Die Solarpraxis AG gehörte auch 2010 im Bereich der Begutachtung von Photovoltaikanlagen zu den Top-Anbietern in Deutschland. 17

18 Bereich Großanlagen Solare Großanlagen verlangen bei Planung, Umsetzung und Betrieb jahrelange Erfahrung und Praxiswissen. Die Solarpraxis AG unterstützt Projektentwickler und Investoren in den Bereichen Photovoltaik und Solarthermie mit umfangreichen Planungs-, Beratungs- und Prüfleistungen wurde vor allem der Anlagenneubau im PV-Bereich begleitet und hat sich zu einem Hauptumsatzträger der Abteilung entwickelt. Für den Projektentwickler pv project GmbH wurden PV- Solarkraftwerke mit einer Leistung von rund 14 Megawatt von der Grobplanung bis zur Inbetriebnahme nach EEG betreut und erfolgreich ans Netz gebracht. Zudem hat die Engineering-Abteilung für eine Vielzahl von namhaften Kunden die Planung und den Bau von Anlagen qualitätssichernd begleitet. Die Ingenieure überprüfen beispielsweise die Technische Dokumentation, die Elektro- sowie die gesamte Anlagenplanung und machen Optimierungsvorschläge. Sie organisieren den Netzanschluss, berichten über den Baufortschritt der Anlage, begleiten Modultests im Labor, messen Strings bzw. Kennlinien, machen Thermografie-Aufnahmen und überwachen und interpretieren Monitoringdaten in der Anlaufphase nach Netzanschluss. GroSol-Vorhaben des BMU Die Solarpraxis hat 2010 im Rahmen der vom Bundesumweltministerium geförderten Studie GroSol Große Solarwärmeanlagen (Laufzeit 2008 bis 2011) den Bereich Technikentwicklung und Qualitätssicherung weiter bearbeitet. Die geforderten Arbeiten in den Bereichen Weiterentwicklung bestehender Richtlinien, Anforderungen an Angebote und Leistungsverzeichnisse, Sammlung von Arbeitsunterlagen sowie Funktionskontrolle, Ertragsbewertung und Ertragszusagen wurden fertiggestellt. Eine begleitende Expertengruppe wurde seit 2008 durch die Solarpraxis AG koordiniert. Die Sunbeam GmbH als Tochterunternehmen der Solarpraxis AG koordiniert die vom BMU und den Verbänden BDH und BSW-Solar kofinanzierte, parallel laufende Informationskampagne. Die Kampagne hat zum Ziel, die Informations- und Motivationsdefizite der potenziellen Investoren und Akteure im Solarthermie-Bereich abzubauen. Im Bereich Solarthermie wurde für einen großen deutschen kommunalen Auftraggeber die Funktionstüchtigkeit des Bestands an Solarthermie-Anlagen begutachtet. Das Leistungsspektrum umfasste die Prüfung der Anlagendokumentation, die Inspektion und messtechnische Prüfung vor Ort sowie die Auswertung und Überprüfung der Sollwerte anhand von Simulationen. Für die einzelnen Objekte wurden basierend auf den Analyseergebnissen Handlungsempfehlungen, eingestuft in drei Dringlichkeitsstufen, ausgesprochen. Die Kommune kann im Ergebnis den Anlagenbestand bewerten und Optimierungsmaßnahmen für den effizienten und nachhaltigen Betrieb der Solarthermie-Anlagen realisieren. 18

19 PLI Solar_Kap.1-3_ indd :57:06 Uhr Geschäftsbereich Engineering Bereich Technische Dokumentation Die technischen Dokumentationen der Solarpraxis AG setzen Standards in den Märkten der erneuerbaren Energie. Ob Photovoltaik, Solarthermie, Wärmepumpe, Pelletheizung, Blockheizkraftwerk oder übergreifendes Komplettsystem. Technisch stets auf dem aktuellsten Stand, grafisch anspruchsvoll, inhaltlich leicht verständlich und konform zu gültigen Normen und Richtlinien, stellen sie eine kaufentscheidende Zusatzleistung des Produkts dar. Für Hersteller, Großhändler und Branchenverbände erstellte die Solarpraxis AG 2010 unter anderem folgende zielgruppenorientierte Dokumentationen für Planer, Fachhandwerker und Anlagenbetreiber, mit einem klaren Trend hin zur Mehrsprachigkeit: Installationsanweisungen Sulfurcell Der in Berlin ansässige Spezialist für Dünnschichtmodule konnte als Neukunde gewonnen werden und hat sich inzwischen zu einem wichtigen Kunden des Bereichs Technische Dokumentation entwickelt. Erstellt wurden erstmals kompakte viersprachige Modul-Installationsanleitungen. Installationsanweisungen und Moduldatenblätter LG Electronics Der Großkonzern mit Sitz in Südkorea bestellte bei der Solarpraxis AG erstmals technische Unterlagen. Bei den mehrsprachigen Dokumentationen wurde großer Wert auf die Einhaltung der relevanten Normen zur Produktzertifizierung gelegt. Planungshandbücher für die Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG Die Solarpraxis AG erstellt seit mehreren Jahren die Planungsinformationen für Fachhandwerker und Planer der Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG aus den Bereichen Solarthermie, Blockheizkraftwerke und Pelletheizungen. Die Ingenieure der Solarpraxis AG erstellten 2010 solarthermische Planungsanleitungen. Montageanleitungen Solon Solon SE, einer der führenden Photovoltaik-Modulhersteller Europas, zählt inzwischen zu den Stammkunden der Solarpraxis AG. Der Bereich Technische Dokumentation erstellte mehrere Montageanweisungen mit hohem Grafikanteil (3-D) in verschiedenen Sprachversionen, unter anderem auch für die neue innovative Produktserie Lightweight, bei der die Photovoltaikmodule ohne ein weiteres Montagesystem direkt auf das Dach geklebt werden. Betriebshandbücher Sharp Für das Produktkonzept PV-KIT der Sharp Energy Solution Europe (SESE) hat die Solarpraxis AG 2010 mehrsprachige Betriebs- und Montagehandbücher für das Indach-Montagesystems EU-KIT erstellt. Als neues Produkt kam ein komplexer Teilekatalog für die Sharp-Vertriebsmitarbeiter hinzu. Planungsinformation aurotherm Planungsinformation aurotherm Solare Warmwasserbereitung Solare Heizungsunterstützung Solare Schwimmbaderwärmung Flachkollektor Vakuum-Röhrenkollektor Solarspeicher Trinkwasserstation Solarstation Hydraulikblock Solarregler aurocompact aurostep Nacherwärmung 19

20 Bereich Schulungen und Workshops Photovoltaikschulungen für die Renewables Academy (RENAC) AG Im Januar 2010 fand ein 2,5-stündiges Seminar Wirtschaftlichkeit und Förderung von PV-Anlagen für die RENAC AG statt. Ebenso im Auftrag der RENAC AG wurde im Juni das einwöchige PV Engineering Training Grid- Connected Applications durchgeführt. Neben theoretischer Unterrichtung fanden praktische Übungen sowie eine Anlagenbesichtigung bei Sulfurcell mit zahlreichen Teilnehmern aus Brasilien, Israel, Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten statt. Photovoltaikschulungen für die Sulfurcell Solartechnik GmbH Die Experten der Engineering-Abteilung führten Ende Juni eine fünftägige Schulung für die Firma Sulfurcell durch. Dabei wurden mehreren indischen Ingenieuren fundierte Fachkenntnisse im Themenbereich Photovoltaik nähergebracht, wobei länderspezifische Besonderheiten besondere Beachtung fanden. Die entsprechende Länderrecherche, die Planung des didaktischen Konzepts sowie die Durchführung der englischsprachigen Schulung lag vollständig in den Händen der Solarpraxis AG. Im vierten Quartal fand diese fünftägige Schulung wieder statt, diesmal für chinesische Experten. Der länderspezifische Schwerpunkt wurde für die neuen Teilnehmer angepasst. Handwerkerschulungen für die mp-tec GmbH & Co. KG Im März fanden drei Schulungsblöcke zu je drei Tagen für den brandenburgischen Solarsystemanbieter mp-tec statt. Ziel der Zertifizierung zum Solarhandwerker ist es, einen Beitrag zur weiteren Professionalisierung des Solarhandwerks zu leisten. Diese Solarhandwerker-Schulungen mit einem Tag Solarthermie, einem Tag Photovoltaik und einem Tag Montage und Prüfung wurden gut angenommen. Solarthermie-Schulungen Im Bereich Solarthermie wurde im April ein Grundlagen- Vertriebs-Seminar Solarthermie für die HAGRO Haustechnik (Tochter der NORDWEST Handel AG) veranstaltet, im selben Monat fand ein zweitägiges Spezialisten-Training Langzeiterfahrungen Solarthermie für das Unternehmen Vaillant statt, und im Mai wurde ein Vortrag anlässlich des Solarcept-Solartags der Westfalen AG gehalten. Im dritten Quartal 2010 fand für Vaillant Deutschland GmbH & Co. KG ein Seminar zu den Themen Trouble Shooting und Langzeiterfahrung Solarthermie statt. Außerdem wurden am 18. November sowie 1. Dezember jeweils Halbtagesschulungen für den Kunden NORDWEST Handel AG durchgeführt. 20

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